Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#371 - Magdalena Hauser & Wolfgang Lechner über Quantencomputer, Erfindungen & Souveränität
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Im Deep Dive hat Markus Raunig diese Woche Magdalena Hauser & Wolfgang Lechner zu Gast. Die beiden sind die Gründer vom Quanten-Architektur Startup Parity QC. Im Podcast sprechen sie über Erfindungen, Ausgründungen & Plattform Denken.
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Redaktion & Produktion: Jakob Seybold
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly, dem Startup-Podcast. Heute mit mir, Markus. Und weil Deep Dive Tag ist, haben wir natürlich wieder einen großartigen Gast, beziehungsweise eigentlich heute zwei großartige Gäste. Und das sind die Magdalena Hauser und der Wolfgang Lechner. Hallo. Wir freuen uns sehr, dass ihr hier seid. Ihr seid die beiden Gründer von Parity Quantum Computing. Ich war jetzt ja in unserer News letztens schon einmal mit einer richtig fetten Investmentrunde präsent. Aber jetzt erzählt es mal, was macht Parity Quantum Computing?
SPEAKER_00Ja, vielleicht fange ich da gleich an. Also Parity Quantum Computing ist eine Quantenarchitekturfirma. Damit sind wir übrigens weltweit die einzige. Und die Idee ist, dass wir Baupläne und ein Betriebssystem für Quantencomputer entwickeln und vertreiben.
MarkusUnd jetzt einmal ganz banal gefragt, was ist ein Quantencomputer und wozu braucht man den?
SPEAKER_00Also beim herkömmlichen Computer, da haben wir Bits, also Nullen und Einsen, und wir schreiben Programme für diese Computer, wo wir eben Gatteroperationen zwischen diesen Bits programmieren. Das war natürlich eine unendlich riesige Success Story der letzten 100 Jahre, wo wirklich über 100 Jahre Forschung und Entwicklung hineingegangen ist und jetzt haben wir eben diese Wunderwerke der Technik. Trotzdem gibt es Aufgaben, die die Computer nicht mehr lösen können und wo wir an uns Frequenzen stoßen. Das sieht man zum Beispiel bei der artifiziellen Intelligenz, also beim Machine Learning, sehen wir, dass wir inzwischen spezialisierte halbe brauchen, wir brauchen Strom, so viel wie ganze Staaten verbrauchen, um eben diese Netze zu lernen. Es gibt Optimierungsprobleme, die sehr schwierig sind. Also wenn zum Beispiel Amazon optimiert, die Routen, wie ihre Waren ausgeliefert werden, das sind Großrechner, die da beschäftigt sind. Es gibt Simulationen vom Wetter, also das heißt, wie wird sich das Klima ändern, welche Auswirkungen haben, bestimmte Eigenschaften aufs Klima und so weiter. Das sind alles Rechnungen, die die herkömmlichen Computer nicht mehr so einfach lösen können, wo wir Rechenzentren bauen müssen, die, wie gesagt, sehr viel Strom brauchen und damit sehr viel Ressourcen. Und Quantencomputer sind jetzt Computer, die sich die Eigenschaften der Quantenphysik zu eigen machen, um damit Rechnungen schneller zu machen. Und da geht es eben nicht nur um Verbesserungen, die, wie man sagt, linear sind, das heißt, wo das dann doppelt so schnell oder dreimal so schnell oder x-mal so schnell geht, sondern die wirklich exponentiell schneller sind. Das heißt, Rechnungen, die am klassischen Computer so lange dauern, wie das Alter des Universums, sind dann plötzlich möglich innerhalb von ein paar Stunden oder Tagen. Und das ermöglicht halt, ganz andere Arten, Rechnungen zu machen, ganz neue Dimensionen an Möglichkeiten, die man berechnen kann. Und dafür bauen wir Quantcomputer.
MarkusJa, eine der wirklich zentralen Frontiers im technologischen Wandel. Und durchaus auch, finde ich, wirklich ein cooles Zeichen, dass da die einzige Company in der Architektur aus Österreich kommt. Man munkelt ja auch über neunstellige Firmenbewertungen und so. Ich lasse das jetzt einmal da stehen. Aber wenn man jetzt euch jetzt sieht als gefeiertes Unternehmen, ist sicher auch noch ein gewiss vor euch, aber dann ist ja, oft liegt er ja schon einiges an Arbeit, an Historie hinter einem, die einen dann eigentlich zu diesem Punkt geführt habt, an dem ihr jetzt auch seid. Wenn ihr zurückschaut auf eure Kindheit, auf eure Jugend, gab es damals schon eine Leidenschaft für Physik, für Quanten, für Computer, für technologischen Fortschritt, für Unternehmertum oder hat sich das erst später entwickelt?
SPEAKER_02Bei mir fängt das Ganze eher im Unternehmertum an. Wie man sich vorstellen kann, ist in meiner Familie das relativ ausgeprägt.
MarkusDas musst du jetzt aber schon erklären. Was hat deine Familie Unternehmerisches gemacht?
SPEAKER_02Also Hermann kann man googeln, dann weiß man, was für Fußstapfen er produziert hat, in die man reintreten kann oder eigene machen will. Also natürlich, das ist ein großes Vorbild. Und hat schon vieles geprägt, aber eigentlich, was viel mehr geprägt hat, sind Eltern und in der näheren Verwandtschaft. Also mein Vater hat mehrere Unternehmen, die natürlich auch nicht in der Größe wie der Herrmann, aber halt auf Tirol-Österreich-Ebene. Die Mama ist Geschäftsführer vom SOS Kinderdorf gewesen, von der habe ich sehr viel gelernt, was Unternehmensführung angeht, wenn es dann nochmal ein bisschen größer ist. Und ja, also das war schon immer Teil vom Leben, muss ich sagen. Dass es im Deep Tech-Bereich jetzt gelandet ist, da ist eigentlich das ICT-Schuld, das wir 2015 gegründet haben. Also das ICT nimmt eigentlich die Konzepte, die der Herrman in Cambridge aufgebaut hat, die Grundlage für das Cambridge Phenomenon und das Silicon Fan und diese ganzen Spin-offs in Cambridge über 1500 Firmen, die sich rund um die Universität gegründet haben und so weiter. Diese ganzen Programme, die sich dort entwickelt haben, um beim Ausgründen zu helfen, die haben wir 2015 einfach genommen und dann in Österreich umgesetzt. Und dort auch gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern aus der ganzen Welt dann diese Programme durchgemacht und da waren sehr viele Serial Entrepreneurs, sehr viele Investoren, sehr viele Leute, die das alles von der Piche auf gemacht und sehr erfolgreich gemacht haben. Und da durfte ich wirklich sehr viel lernen. Also das war ein großes Glück, dass man die Gelegenheit gehabt hat. Also ich fühle mich da sehr privilegiert.
MarkusJa, also ich kann mich mir gut vorstellen, dass da halt, wenn man die unternehmerischen Vorbilder in der Familie hat und die auch so hautnah miterleben kann, dass das natürlich auch vieles bewirkt. Du hast natürlich den Hermann Hauser angesprochen, den kann man nicht nur googeln, sondern man kann ihn auch nachhören, der war nämlich auch schon mal in Future Weekly, einer meiner absoluten Lieblingsepisoden, Nummer 216. Also da gerne auch nochmal reinhören. Jetzt hast du schon gesagt, okay, bei dir, du kamst eher aus der Schiene Unternehmertum. Wolfgang, du kamst eher aus der Schiene Physik. Wie hat diese Leidenschaft bei dir begonnen?
SPEAKER_00Ja, also bei mir war es schon so, dass ich Physik und Unternehmertum beide sehr schätzend immer schon angetan war. Vielleicht kann ich kurz beide Seiten erzählen. Also Physik war immer schon eine Faszination. Also ich kann mich gar nicht erinnern, wann das nicht so war. Vielleicht das erste, wo ich das irgendwie professionalisiert habe oder ein bisschen intensiver gemacht habe, war die Physikolympiade. Also das ist sicher ein großer, ja, eine tolle Sache, dass das bei uns gegeben hat. Also ich war im Tiroler Unterland in einer Schule, die sehr intensiv diese Physikolympiade immer betreibt. Also die Physikolympiade ist ein internationaler Wettbewerb, wo man sich sozusagen weltweit messen kann. Und das war etwas, was ich immer sehr genossen habe, da mitzumachen. Und das hat dann auch dazu geführt, dass wir, wir hatten da einmal einen Ausflug an die Uni dann gemacht. Und da war der Anton Zeilinger gerade in Innsbruck und hat uns als Schüler dann eben erklärt, was Forschung bedeutet und wie Physik funktioniert. Und das war tatsächlich ein bisschen ein Schlüsselerlebnis. Weil der Anton Zeilinger, der hatte diese sehr charismatische Art, über Physik zu reden und diese fundamentalen Fragen, die man sich da immer stellt und so weiter. Und das war irgendwie das erste Mal, wo ich gedacht habe, ja, so habe ich mir das irgendwie vorgestellt, dass das so ist. Und da sieht man dann, dass das wirklich auch so gemacht wird. Und das hat mich auf jeden Fall dazu gebracht, Physik dann intensiver zu machen. Und ich wollte dann auch unbedingt beim Anton Zeilinger studieren. Und der ist genau in dem Jahr, wo ich mit dem Bundesheer fertig war, ist der von Innsbruck nach Wien gezogen. Deshalb bin ich auch nach Wien gezogen, um beim Anton Zeilinger zu studieren. Was natürlich sehr naiv war, ich habe irgendwie gedacht, wenn ich nach Wien ziehe, dann werde ich den sicher immer wieder sehen und Vorlesungen hören und so weiter. Was im Nachhinein bedacht, der super naiv ist, es gibt sehr viele Professoren und warum so genau der die Vorlesungen halten. Aber es war tatsächlich so, dass der genau in dem Jahr alle Einführungsvorlesungen in die Physik gemacht hat er vorher und nachher nie wieder gemacht, aber genau da hat er das gemacht. Und dann habe ich alle Vorlesungen bei ihm gehört. Und das war tatsächlich sehr inspirierend. Also das war schon so ein bisschen ein Tor in die große Welt, wo man einfach mal gesehen hat, wie Forschung an der Weltspitze funktioniert. Also es ist tatsächlich ein Unterschied so zwischen Forschung. Also Forschung gibt es sozusagen an allen Skalen und die Quantenphysik in Österreich ist halt etwas, wo man dann vorne dabei sein muss. Und das handelt sich an einen gewissen Trade-Off würde ich jetzt nicht sagen, aber um einen gewissen man muss halt relativ viel arbeiten und relativ viel machen dafür und auch sehr intensiv das machen. Und das wird einem schon auch klar, dass die Work-Life-Balance irgendwie aufhört, wenn es um weltweite Spitzenforschung geht. Und das ist etwas, was man, wenn man das früh genug weiß, man sich darauf einstellen kann, aber man muss es halt wissen, dass das so ist. Und ja, das war irgendwie der Weg in die Physik. Ja, was man so den Weg zum Untertiefertung auch noch erzählt.
MarkusJa, das fände ich schon spannend, weil man sagt ja oft, Österreich hat wirklich in vielen Bereichen Spitzenforschung. Aber gleichzeitig sind natürlich, wenn man sich anschaut, wie viele tatsächlich dann praktische Anwendungen auch in Österreich, also Spin-offs, entstehen, dann sind wir da wahrscheinlich nicht so im Spitzenfeld. Also da fände ich spannend, Wolfgang, von deiner Seite, okay, was hat dich dazu motiviert, selbst zu gründen und dann vielleicht auch Magdalena, deine Perspektive als jemand, der probiert hat, in dem Bereich viel zu bewegen. Warum, oder was fehlt uns in Österreich noch, um hier auch ins Spitzenfeld zu kommen?
SPEAKER_00Genau, also um den persönlichen Teil abzuschließen, was mir am Unternehmertum, also ich habe auch mit 19 schon eine Firma gegründet, wo es darum gegangen ist, also wir haben Software programmiert damals. Das waren die Anfänge vom Internet und wir haben da so Internetprotokolle für die Industrie programmiert. Also da ist darum gegangen, Maschinen, die irgendwo weltweit verteilt waren, dass die zum Beispiel wieder kommunizieren, also zurückkommunizieren, Dinge, die heute selbstverständlich sind, was damals halt komplett neu war und wir haben uns da spezialisiert auf Internetprotokolle zu einer Zeit, wo das halt relativ ungewöhnlich war. Und das haben wir neun Jahre lang gemacht, also neben einem Studium. Und das war für mich schon so ein Unternehmertum von unten nach oben, wo man halt direkt mit Firmen verhandelt. Wir haben immer ohne Anwälte verhandelt, wir haben immer zu zweit, also wir haben zu zweit Thema gemacht, haben zwei 19-jährige Programmierer wirklich wie im Film so. Wir haben natürlich gewusst, dass wenn die das bei jemand anderem machen, kostet das ungefähr das Hundertfache. Und wir haben halt mit den Erwachsenen zusammen immer verhandelt. Und da sehr viel gelernt, auch gelernt, dass das alles nicht so lustig ist. Also ich finde immer, dass Unternehmertum wirklich falsch dargestellt. Ich finde es um einiges anstrengender und härter, wie man sich das vorstellt. Also wir haben damals zum Beispiel die ersten drei Verhandlungen waren irgendwie so, dass wir in einen Markt neu einsteigen wollten und die, die schon da waren, haben mehr oder weniger alles getan, wie das möglich ist. Und man merkt dann, als Kleiner hat man keine Chance und so weiter. Also wirklich alle Facetten, die es so gibt, haben wir von Anfang an gelernt. Und trotzdem habe ich das immer geliebt, einfach weil man diesen Anarchieteil daran, dass da eben nichts fixiert ist und da gibt es keine Karrierepläne oder sowas, sondern das ist alles jeden Tag eine neue Katastrophe oder irgendwas Tolles. Also das hat mir immer sehr gefallen. Und vielleicht zur zweiten Frage, das mit Österreich und Grundlagenforschung versus Unternehmen würde ich vielleicht kurz auch heben, weil das ist auch, glaube ich, eine Geschichte an sich.
MarkusJetzt bin ich gespannt. Los geht's.
SPEAKER_00Ja, aber du ziehst Unternehmen zu munter.
SPEAKER_02Lieben ist auf deine Geschichte gefreut auch.
SPEAKER_00Ich bin nicht immer so lang dahin geht.
SPEAKER_02Markus, musst du die Frage nochmal stellen, bitte.
MarkusJa, also jetzt einfach aus deiner Erfahrung mit dem ICT als jemand, der sich sehr dafür eingesetzt hat, dass in Österreich mehr Spin-offs gibt. Sind wir da vielleicht eh schon besser, als ich das jetzt dargestellt habe? Oder was fehlt, um halt auch hier wirklich ins Spitzenfeld zu kommen?
SPEAKER_02Ja, als erstens muss ich mal sagen, dass das IC für selber eine komplett verrückte Idee war. Das zu machen war das waren auch sehr viele Learnings, was man machen soll und was wirklich daran Sinn hat. Und das ICD selbst ist eine eigentliche Einrichtung, die es nicht brauchen sollte. Eigentlich sollte das, was das ICT macht, am Start gemacht werden. Und zwar gemeinsam mit Universitäten. Es sollte verankert sein, dass man Potenzial, das es in der Forschung gibt, eine Möglichkeit gibt, eine Wertschöpfung draus zu generieren, den Druck in die Wirtschaft fließt. Das ist eigentlich so ein No-Brainer. Du willst aus dem, wo du investierst, was wieder rauskriegen. Und dass es das ICD gebraucht hat und wahrscheinlich auch noch braucht, ist halt der Fakt, dass das noch nicht so wirklich passiert. Also zumindest noch nicht in dem Umfang, wie man es brauchen könnte. Was ich nicht sagen, ist, dass aus jeder Forschung jetzt Unternehmen werden sollte. Das sollte nicht jeder Forschung, jede Forscherin, Unternehmer, Unternehmerin werden. Muss auch nicht sein. Sollte auch nicht der Fall sein. Sondern Dinge, die in der Forschung Potenzial zeigen, die sollte man ausgründen können, ohne dass man so viele Hürden in den Weg bekommt, wie es derzeit der Fall ist. Diese langen Ausgründungszeiten, diese Verhandlungen, die das vielleicht schon im Geheim ersticken mit der Universität, bevor man überhaupt einen ersten Fuß raussetzen kann, diese langwierigen, also man soll sich eigentlich, wenn man eine Firma ausgründet, damit beschäftigen, was ist denn das Produkt und kann das jemandem verkaufen, interessiert das jemanden? Und nicht, wie schauen die Lizenzbedingungen mit der Universität aus, dass wenn das in zehn Jahren erfolgreich ist, dass die Uni da partizipieren kann und mit meinem Cash aufriss. Also das sind, da sind wir noch nicht, da sind wir aber nicht die einzigen, da ist Österreich jetzt nicht so viel weiter hinten, wie es in Europa generell aussieht. Ich nehme jetzt UK aus. Also ja, es müsste auch das dann mehr Freiheit geben.
MarkusUnd jetzt doch, wenn man sich die Zahlen anschaut, eine ETH Zürich, eine TU München produziert schon deutlich mehr Spin-Offs als eine vergleichbare österreichische Universität. Liegt das auch an der Kultur oder ist das wirklich einfach fehlende Programme, fehlende rechtliche Bedingungen?
SPEAKER_02Ja, wir können uns schon mit Zürich und München vergleichen, die natürlich da besser sind. Aber wir müssen uns mit Amerika und UK vergleichen, wenn wir die nächste Stufe erreichen wollen. Das ist schon okay. Die machen das natürlich, die machen das erfolgreich, aber nicht in der Skala, wie wir es bräuchten, dass wir in Europa mithalten können. Also wir können ja gemeinsam arbeiten an einem europäischen Standard, der da hilft.
MarkusOkay, aber jetzt seid ihr ein sehr schönes Beispiel, dass es eben eben doch möglich ist, auch aus Österreich heraus. Wie kam es da dann tatsächlich? Wie habt ihr euch getroffen? Wie waren die ersten Schritte von Parity?
SPEAKER_00Ja, also bei uns ist vielleicht nicht ganz der gewöhnliche Weg, aber vielleicht auch schon, ich weiß gar nicht. Also bei uns war es so, dass der Grundstein der Firma war ja eine Erfindung an der Uni Innsbruck. Also als ich noch Postdoc beim Peter Zoller war, habe ich eben gemeinsam mit Kollegen diese Parity-Architektur erfunden. Und da haben wir sehr viele Zufälle hineingespielt. Also das war eine Erfindung, die wir 2014 schon eigentlich gemacht haben. Ich habe dann aber das mir durchgerechnet und habe dann für mich mathematisch bewiesen, dass das too good to be true ist. Also dass sozusagen das nicht funktionieren kann und habe das wirklich auch bewiesen, dass das nicht geht. Und dann dadurch haben wir dann diese Idee, also das war eben, der Philipp Hauke und ich, haben das dann mehr oder weniger gesagt, okay, da haben wir uns zu früh gefreut, das müssen wir wieder begraben. Und dadurch haben wir auch nie mit irgendjemandem drüber gesprochen. Also normalerweise im wissenschaftlichen Alltag, wenn man so Ideen hat, redet man ein bisschen mit den Leuten und dann versteht selbstständig das ja alles, aber dadurch haben wir nie mit irgendjemandem drüber geredet. Und der verrückte Teil an dieser Geschichte ist eben, dass ich aus irgendeinem Grund trotzdem daran gearbeitet habe. Also obwohl ich der war, der gesagt hat, das kann nicht funktionieren, habe ich irgendwie trotzdem daran gearbeitet, weil ich, also das muss irgendein psychischer Schaden sein, wenn man dann, also irgendwie habe ich selber nicht geglaubt, was ich selber, ja, was nicht. Und ich habe dann mehr oder weniger two years eigentlich immer wieder an dem Arbeit. Und es war dann so that, wie so in film, mitten in the night and three in the Friday, is angefancy, this functioned. And then we see that my before that was falsely, and that functioned. And dad we then a patent. Also, that we need with everyone, is this a patent. And I must say, when we this War allen klar, dass das eine fundamental neue Sache ist. Also das war nicht so, dass wir uns dann noch gedacht haben, sondern wie das dann da war und wir das als Ganzes gesehen haben, war klar, dass das was Großes ist. Und wir haben das dann bei einer großen Konferenz vorstellen können, wo eben alle Firmen aus Amerika und so weiter da waren. Und das hat dann dazu geführt, dass wir sofort internationales Interesse gehabt haben und innerhalb von einem halben Jahr, also sechs Monaten, ein Kaufangebot für die gesamte IP bekommen haben aus den USA, von der größten Firma oder einer der drei größten Firmen, die es ja gibt. Und das hat dann dazu geführt, dass es umso klarer war, dass man da eine Firma machen muss und das eben nicht verkaufen soll. Und das heißt, in dem Fall war das nicht so, dass wir irgendwie gedacht haben, ja, wir müssen jetzt eine Firma gründen, was machen wir denn, sondern es war genau umgekehrt. Also wir hatten da dieses Patent und es ist vollkommen klar, was man mit dem Patent machen muss und dass man da eine Firma machen muss eigentlich. Und ja, das hat dann dazu geführt, dass wir uns auch kennengelernt haben, weil zeitgleich eben das IECT gerade aktiv geworden ist.
SPEAKER_02Also ich eigentlich habe ich die kennengelernt, als das ICD offiziell nochmal nicht geben. Und zwar, das ist komisch, wenn es von meiner Seite aus erzählt, aber der Wolfgang wollte halt damals oder hat sich gemeldet, weil er mit dem Hermann reden wollte. Und ich kann mich an das erste Abendessen erinnern mit Wolfgang, Peter Zoller, Hermann und ich. Und es ging eben um die Erfindung, um wie großartig das quasi ist, was da an der Universität in Innsbruck entstanden ist und wie man da quasi in Herrmann involvieren könnte. Und ich erspare euch jetzt alle Details.
SPEAKER_01Das hört sich aber spannend.
SPEAKER_02Alles to viel Confidential.
SPEAKER_01Okay.
SPEAKER_02Also sagen wir mal so, wir haben relativ viel Zeit dann verbracht, während dann klar wurde, dass der Herrmann investieren will in Parity. Wolfgang gesagt hat, er wohl ausgründen. Der Ausgründungsprozess kurze vier Jahre gedauert hat. Wo man bloß über diskutieren hat können mit in der Businessplanschaft und die Verhandlungen mit der Universität, dem auch genug Zeit gegeben haben, dass man sich langweilig beschäftigen kann. Und das war die Zeit, wo wir immer mehr miteinander zu tun gehabt haben. Und dann durfte das Investment auf der Hermann-Seite begleiten. Und wo dann klar war, ich möchte jetzt eigentlich nicht mehr bei der HI arbeiten. Irgendwann darf ich das ICD auch übergeben. Dann Wolfgang gefragt, ob ich nicht die Seite wechseln will. Trotz vollkommen. Deswegen darf man das jetzt als Co-SIOS machen.
MarkusCool. Vielleicht dann noch eine Frage. Wolfgang, du hast gemeint, das war schon ein entscheidender Faktor, dass da dann ein Kaufangebot gekommen ist. Jetzt hätte man ja auch sagen können, ja, verkaufen wir das, ist ja super, gutes Geld, damit kann man sich nochmal mehr auf die Forschung konzentrieren. Warum war für dich am Ende dann klar zu sagen, nein, du möchtest es selbst ausgründen?
SPEAKER_00Also das Kaufangebot, warum das so wichtig war, für mich persönlich war das eigentlich gar nicht so wichtig. Also ich selbst glaube ich, habe sehr gut abschätzen können, was wir da in der Hand haben. Obwohl das natürlich hilft, ist, die Uni und alle anderen zu überzeugen. Weil, dass ich das gut finde, das ist irgendwie klar, obwohl ich das objektiv gut finde. Aber wenn man sozusagen so ein Kaufangebot bekommt, dann ist das natürlich etwas, womit man die Leute wie in Hermann Hauser auch gut überzeugen kann. Und übrigens so ein Kaufangebot fällt auch nicht vom Himmel, also man muss da natürlich auch das irgendwie einfädeln. Und ja, warum man das nicht macht, also das Angebot selbst ist eine Sache, aber was damit natürlich einhergehen gegangen wäre, ist, dass ich ja da mitverkauft worden wäre. Was natürlich auch sehr attraktiv ist, weil in gewisser Weise man halt dann die Forschung weiter betreibt, früher starten kann, unendlich Geld hat und Ressourcen, um das zu pushen, alt Late Team im Hintergrund und so weiter, sehr viele Vorteile. Das einzige ist, man arbeitet in der Firma und hat es nicht selber. Und was auch dazugekommen ist, es gibt natürlich viele Gründe, auch mit Familie zum Beispiel, will man jetzt in Silicon Valley ziehen, mit kleinen Kindern, sasa frag. Und das andere ist, es gibt schon so einen Aspekt, dass man irgendwie sagt, okay, jetzt bin ich gratis in Österreich Gymnasium gegangen, dann studiert, dann man kriegt ja sozusagen alles vom Sozialstaat in Österreich. Und jetzt sobald man was zurückgeben kann, ist man weg. Das ist irgendwie eine seltsame Logik. Und ich glaube, die Kombination an dem, dass man das schon in Europa halten will, einfach weil das sonst nicht funktioniert, wenn jeder, der erfolgreich ist, sofort abhaut. Plus natürlich viele persönliche Gründe, plus die Freiheit der Forschung. Plus es hat es ja auch abgezeichnet, dass ich an der Uni bleiben kann. Und so in Kombination macht es dann irgendwie das Gesamtpaket. Aber ich frage mich oft natürlich, was wäre eigentlich passiert, wenn man das, wenn man da drüber gegangen wäre? Weil es könnte auch viel erfolgreicher geworden sein. Das weiß man ja nicht. Und ich hoffe, im Long Run ist es eine gute Idee gewinnen.
MarkusMagdalena, du hast jetzt schon den Ausgründungsprozess, der vier Jahre gedauert hat, angesprochen. Was dauert denn da vier Jahre? Und wenn du jetzt auch, ich meine, das hören ja immer wieder auch politische Entscheidungsträger zu, was würdest du denn vielleicht auch empfehlen, das sich da ändert, damit das beim nächsten Mal nicht vier Jahre dauert?
SPEAKER_02Ja, in dem Fall ist es wirklich ein bisschen eine Sondersituation. Wir kennen jetzt nicht so viele Ausgründen, die vier Jahre dauern. Da haben auch viele Faktoren zusammengespült. Einerseits, dass es eben ein Kaufangebot gegeben hat, macht natürlich die Uni auch konfident, dass das was wert ist und dass man dann auch viel dafür verlangen kann. Und viel verlangen heißt in dem Fall viel Shares in the Company. Und dann müssen die Patente ja auch übertragen werden, weil es war von Anfang an klar, dass die Patente in die Firma sollen. Das soll nicht auf der Uni bleiben, sondern man braucht einfach als Firma, vor allem wenn man weltweit agieren will und das Geschäftsmodell IP-Licensing ist, dann muss das einfach in der Firma sein. Also es ist sicher in anderen Unternehmen nicht das Essentielle, aber bei uns ist es einfach das Kernprodukt. Und diese ganzen Mechanismen plus ist, also diese, dass das was Großes ist, das war nach dem Kauf angeboten mit dem Wolfgang Klass und eben auch der Uni und dementsprechend sehr haben sie dann auch verhandelt. Plus ist es nicht nur die Uni, sondern auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften, die ja jetzt bei seht damals noch nicht wirklich eine Transferstelle in dem Bereich gehabt hat, was die Verhandlungen natürlich auch einiges kompliziert haben. Ich will jetzt nicht sagen, dass das der typische Auskündigungsprozess normalerweise ist. Also ich schätze mal, normalerweise dauert ein Jahr anderthalb, was auch schon zu lang ist, aber da war es mit anderen Umständen so, dass es halt viel gedauert hat.
MarkusWas wäre eine Zeit, die du oder die ihr als angemessen ansehen würdet? Was sollte die Zielvorgabe da eigentlich sein? Wie schnell soll sowas gehen?
SPEAKER_02Ich wüsste überhaupt nicht, was das Problem wäre, das in Monaten zu machen. Also warum braucht es ein Jahr? Also wenn klar ist, wie die Patentlage ist, wenn klar ist, wie man das Verhältnis zwischen Uni und Firma klären kann, wenn auch klar ist, wenn das Professor oder Professorin ausgründet, wie das Verhältnis zwischen Uni und Firma ist, dann warum dann nicht standardisierte Verträge, die das schnell auskommen. Aber das haben wir halt noch nicht.
MarkusKlarer Auftrag. Wenn, ihr habt es jetzt, also grundsätzlich klingt das ja nach sensationellen Ausgangssituationen. Also Kaufangebot war schon da, dann aber wirklich international namhaften Investor da von Startweg mit dabei, mit dem Hermann, cooles Team. Gut, dann geht es los. Die Firma startet. Was waren denn dann so die größten Herausforderungen aus dieser Erfindung, dann auch tatsächlich eine Firma zu machen?
SPEAKER_00Ja, also dadurch, dass der Prozess so lange gedauert hat, war der Vorteil, dass wir dann eigentlich viele Dinge, die man normalerweise erst macht, wenn man gegründet hat, dass die schon vorher passiert sind. Und das hat dann zum Beispiel dazu geführt, dass der erste Kunde, also NEC, unser erster Kunde innerhalb von zwei Wochen unser erster Kunde war. Also wir haben gegründet, 14. Jänner ist das offizielle Gründungsdatum. Und im Februar, 8. Februar, waren wir in Tokio eingeladen, wo uns NEC eben gesagt hat, dass jetzt unsere Architektur bauen. Und das ist etwas, was eben sehr viel Vorlaufzeit braucht. Normalerweise um so etwas einzufinden, das dauert immer ein paar Jahre. Und da hat man den Vorteil, dass der Prozess schon gestartet hat, lange bevor die Firma existiert hat. In dem speziellen Fall war es eben so, dass in Japan unsere Architektur schon bekannt war und das sozusagen Teil eines staatlichen Programms war, dass man solche Quantencomputer baut. Und das ist dann zufällig mehr oder wie gleichzeitig mit der Firmengründung passiert. Und das hat eben sehr viel in der Firmenkultur, glaube ich, auch geändert. Also wir sagen immer, wir sind kein Start-up. Und was wir damit meinen, ist, dass eben viele Dinge, die normalerweise in diesem Lernprozess drin sind, wir schon von Anfang an machen haben müssen. Zum Beispiel Umsatz von Anfang an machen. Wir haben mit relativ wenig Startkapital begonnen. Das heißt, wir haben auch von Anfang an schauen müssen, dass wir Umsatz machen, dass wir Grants bekommen und so weiter. Und das hat sehr viel, glaube ich, an der Firmenkultur von Anfang an einfach anders ausschauen lassen, wie das bei Startups, die man so gewohnt ist, eigentlich funktioniert.
MarkusWie funktioniert euer Geschäftsmodell? Sind das dann Lizenzgebühren oder was konkret verkauft ihr dann eigentlich?
SPEAKER_02Also was wir machen, das ist, also das Produkt ist die Parity-Architektur und auf der fahrt eigentlich alles auf. Also auf der Erfindung plus diesen ganzen Patienten, die jetzt um die Parity-Architektur herumgefeilt werden. Und wenn wir mit einem Hardwarehersteller arbeiten, dann kann er einerseits die Architektur lizensieren und andererseits auch das Betriebssystem, das dazu notwendig ist, die Architektur laufen zu lassen oder so quasi damit dazu arbeiten. Und also dieses Geschäftsmodell, das ist ja auch nicht von heute auf morgen entstanden und da haben man sagt immer, das Arm Licensing Model, das funktioniert nicht, in unserem Fall hoffe ich schon. Hat auch nicht funktioniert. Und also das ist auch was, was der Wolfgang sich einfach an vier Jahre lang ausgedacht hat. Das ist nicht von und entwickelt hat, das ist nicht von heute auf morgen entstanden. Und das ist, glaube ich, auch was, was, wenn man jetzt ausgründet, diese ganzen Gedanken, die muss man sich machen, bevor man dann an den ersten Kunden herandritt. Und deswegen war die lange Zeit dann schon sehr hilfreich, weil mit NEC mussten wir dann schon wissen, was bieten wir denn eigentlich an, wie können wir überhaupt zusammenarbeiten, was heißt der Kunde, Parity Relationship. Und da ist NEC natürlich auch für unser Vorteil gewesen, weil wir konnten das sofort ausprobieren. Und dann nicht nur NEC, sondern einen Monat danach oder zwei war dann ein Cold Queens in Amerika mit Talpa, wo wir das einzige Nicht-US-Unternehmen in einem Talpa-Contract waren, was für so ein junges Unternehmen natürlich ein Wahnsinn ist. Du kommst ja normalerweise mit rein. Das ist, das ist auch deswegen entstanden, weil die Forschungsgruppe da schon drin war und dann konnten wir das Unternehmen da dazu nehmen. Also die ganzen Sachen passieren jetzt von ungefähr. Da ist immer sehr viel Arbeit dahinter. Und was wir dann machen mussten und das, was halt alle Unternehmenskultur sehr beeinflusst hat, ist, dass für uns immer klar war, wir können nur bestehen, indem wir eine Weltunternehmen werden. Und so müssen wir uns auch aufstellen. Also so ist so ist halt das Unternehmen aufgestellt. Alles muss darauf aufbauen, dass wir weltweit kompatibel sind mit großen Firmen, weil wir immer mit den Deckgiganten zu tun haben werden auf unserer Seite und die Professionalität muss davon anfangen dabei sein. Und das macht auch unser Team wirklich exzellent. Das macht so.
MarkusDu hast jetzt das Team angesprochen, was wie viele Leute seid ihr im Team und wie setzt sich auch das Team zusammen? Wie viele sind da mit einem Tech Background, wie viele sind dann eher auf der Sales oder Business Development Seite? Fände ich auch ganz spannend mal bei so einem Research-Driven Startup, wie eine Teamstruktur ausschaut.
SPEAKER_02Wir sind mit der Forschungsgruppe gemeinsam über 60 Leute, die an der Architektur arbeiten. Ich glaube, wir sind im Operations-Bereich sind es sieben oder acht und der Rest ist Development. Also wir sind da sehr schlank aufgestellt, alle Operations müssen so effizient aufgestellt werden, dass es eigentlich nur eine Person braucht, beziehungsweise vielleicht manchmal zwei. Was aber funktioniert und das erstaunt uns auch immer wieder, wie effizient es funktioniert. Wir haben zehn Grants derzeit laufen, sind in sieben neuen Applications involviert und das System funktioniert immer noch. Und ja, also der Rest ist im Development und macht auch die Business-Seite, weil die Business Seite ist sehr technisch. Also das ist nicht so, dass wir jetzt Sales per se haben, sondern das basiert alles auf der technischen Ebene.
MarkusJetzt habt ihr vorher schon das Thema Europa angesprochen, dass ihr auch irgendwie eine Verantwortung setze für Europa. Und das Thema technologische Souveränität ist etwas, was aktuell heißt, diskutiert wird, wie souverän ist eigentlich Europa, wie sehr sind wir auch abhängig von anderen Technologien, die hier eigentlich nicht entwickelt werden, hier nicht heimisch sind, hier keine Champions zu Hause sind. Wie sehr bereitet euch, das insgesamt Kopf zu brechen und wie sehr glaubt ihr, dass im Quantenbereich Europa oder ihr mit Europa auch tatsächlich in eine führende Rolle kommen könnt?
SPEAKER_00Ja, also ganz ein wichtiges Thema, das uns, das uns eigentlich ständig begleitet. Im Quantencomputing-Bereich ist es im Moment so, dass wir gerade diesen Übergang sehen. Also bis jetzt war das ja Forschung, das heißt, alle Forscher reden mit allen, globale Community. Und das ist natürlich auch immer noch ein bisschen so, aber wir sehen schon, dass gerade mit den Firmen, das eben beginnt, sich so ein bisschen abzukrapseln, nicht eigentlich von den Firmen ausgehen, sondern von den Geldgebern, also hauptsächlich von den Governments, ist irgendwie natürlich klar, dass man sagt, ja, warum sollen wir als Amerikaner jetzt den European oder Chinesen sozusagen den Quantencomputer finanzieren? Das heißt, man fängt dann plötzlich an, in so Continental, also in so Kontinenten zu denken. Und wenn man jetzt andere Gebiete anschaut, wo wir in den letzten Jahrzehnten einfach in eine echte Katastrophe gelaufen sind, also Chipindustrie ist eh in aller Munde. Auch generell, wenn man sich das Internet anschaut, also wir sind ja zu 100% abhängig von Amerika. When man computerindustrie anschaut, and bei AI schaut aus, dass der Zug mehr oder weniger abgefahren ist, weil es jetzt ein Hardware-Thema geworden is und also genauso fruchtbar ist die Entwicklung. Jetzt Quantencomputing hätten wir noch die Chance, das zu verhindern. Und unser Bild ist da irgendwie das, wenn man über Souveränität nachdenkt, dass man da nicht sagt, jede, also sagen wir mal, es gibt drei Kontinente, USA, Europa und China. Das sind die drei wichtigen Player für Quantencomputer. Und die naive Vorstellung der Politik ist irgendwie, man muss jetzt einfach komplett unabhängig von allen anderen Quantencomputern bauen. Damit was sie der erste sein und damit so ein bisschen wie ein Race, dann der sein, der alles entschlüsseln kann, der die Informationen entschlüsseln kann und damit sozusagen vorne dabei zu sein, geopolitisch. Und unser Ansatz ist, also als Europäer ist das natürlich wieder genau das, wo wir in dieselbe Falle tappen werden, weil sobald es darum geht, dass man Dinge mit konzentriertem Geld lösen kann, dann ist das etwas, was in Amerika passieren wird. Beziehungsweise in China, wenn man das sozusagen über konzentrierte Ressourcen machen kann. Und das heißt, was wir jetzt versuchen, also wir sind eine kleine Firma im kleinen Europa mit einer Idee, aber diese Idee ist eben, dass wir sagen, ja, wir sagen nicht, dass diese Quantencomputer alle in Silos komplett unabhängig gebaut werden müssen, sondern das Einzige, was wir eigentlich schaffen müssen, ist, wir müssen eine gegenseitige Abhängigkeit schaffen. Also wenn wir ein kleines Rädchen in Europa haben, das in allen Quantencomputern drin ist und ohne die es nicht geht, dann reicht es ja schon, weil dann hat man einen gewissen Hebel, einfach hier überall dabei zu sein. Das heißt, wir sind das weniger als Souveränität im Sinne, dass man da unabhängig sein muss, sondern man braucht nur irgendeine gegenseitige Abhängigkeit. Und das sehen wir eben als unsere Aufgabe, also durch unsere Firma wollen wir in Europa da vorne mit dabei halten, indem wir eben nicht Hardwareunternehmen gründen, das dann in Konkurrenz steht zu Google, IBM und Amazon, oder eine Softwarefirma, die in Konkurrenz steht zu IBM oder Google, sondern eben eine Architekturfirma, die die Welt beliefert, die die Großen als Partner hat und die die Architektur zur Verfügung stellt, was eben dann zu einer Abhängigkeit auf Augenhöhe mit Europa führen sollte. Und das ist unsere Mission für Europa, und wir hoffen, dass die auch von der Politik verstanden wird.
MarkusEine sehr coole Vision. Wenn du jetzt nach vorne oder wenn ihr nach vorne schaut, damit diese Vision wahr werdet oder wahr wird, was ist das größte Risiko dafür? Was bereitet euch Sorgen, was bereitet euch Kopf zu brechen auf diesem Weg? Oder sagt sie mal, das machen wir und es gibt eh keine Faktoren, die uns aufhalten können.
SPEAKER_00Ja, also was wir immer sagen, ist, unser Tag besteht aus 1000 Sorgen und startet mit 1000 und endet mit 1010 Sorgen. Also es gibt nur Probleme natürlich. Also sozusagen die Wahrscheinlichkeit, dass das so passiert, wie man sich das erträumt, ist ja irgendwie immer eine Mischung aus 0 und 0,001. Also ich glaube, ein potenzieller Fehler, den man machen könnte, ist, dass man zu sehr auf der eigenen IP sitzt und nicht schaut, dass die verwendet wird. Also ich glaube, unsere jetzige Aufgabe ist weniger zu schauen, dass uns niemand was abschaut, sondern die Aufgabe ist, möglichst viele Leute müssen unsere Architektur verwenden. Das heißt, das ist für uns ein bisschen ein Umdenken. Wir haben jetzt diese in den letzten Jahren so Core-IP generiert. Und ich glaube, da war es genau der richtige Weg, dass man unterm Radar bleibt. Also wir sind ja sozusagen plötzlich aus dem Nichts mit einer sehr, sehr großen Bewertung gekommen, was natürlich überhaupt nicht stimmt, sondern wir haben das ja sozusagen aufgebaut. Aber wir waren immer unterm Radar, wir haben sozusagen unsere IP generiert. Und jetzt, was jetzt passieren muss, ist, dass die Leute unsere Architektur verwenden, nämlich möglichst viele. Und wir sind da eigentlich, also wir haben ja schon große Partner und auch zahlreiche Partner, also nicht nur einen, sondern mehrere. Das heißt, die Architektur wird verwendet und ist dann da. Aber wir müssen das noch viel populärer machen. Und das ist ein gewisser Schritt, glaube ich, der in Europa oft übersehen wird. Im Endeffekt muss man ganz viele Leute das verwenden und sehen. Und unser Traum ist immer, dass andere Leute IP generieren mit der Parity-Architektur. Also das oft, wo die europäische Seele so ein bisschen Angst hat, was ist jetzt, wenn jemand anderer da ein Patent vor uns hat, das sehen wir eigentlich so als unser Traumszenario, dass Leute Software für die Parity-Architektur machen, dass sie sie weiterentwickeln, dass sie Hardware-Patente machen für ihre Hardware und so weiter. Also das ist etwas, was wir als potenzielle Gefahr unserer eigenen Seele gesehen haben, aber wo wir versuchen, eben dagegen zu arbeiten.
MarkusSchritt also zum offenen Plattformdenken. Wir müssen ein bisschen auf die Zeit schauen. Das heißt, es bringt uns langsam zu unserer Speedrun. Wie immer fünf schnelle Fragen, fünf schnelle Antworten, diesmal aus zwei Perspektiven. Wenn ihr zurückschaut jetzt auf die letzten Jahre, was ist euer größtes Learning?
SPEAKER_02Ich glaube, wir haben uns sehr viel Gedanken gemacht, was man als falsch machen kann und haben probiert, das nicht zu machen. Man kann aber nicht allen Sorgen und Problemen ausweichen. Was wir immer probieren, ist möglichst unabhängig zu bleiben und das Learning ist, dass man das auf alle Fälle nicht. Das Mantra darf man nicht verlieren. Das trifft uns jeden Tag.
unknownCool.
MarkusDas heißt, wem habt ihr euch abgehängig gemacht oder ist das vertraulich?
SPEAKER_02Nein, eben nicht. Also das muss man jeden Tag, auch wenn die Verlockung heute groß ist. Also man muss, es gibt große Geldverlockungen, wo man sich abhängig machen kann.
MarkusVerstehe.
SPEAKER_02Und da muss man Nein sagen, wenn man sich das vor Augen haltet, wo man einfach hin will.
MarkusUnd was ist euer bester Lifehack?
SPEAKER_00Also ein Lifehack ist der Lifehack, also dass man das System irgendwie besiegt, oder?
MarkusAlso ein Lifehack ist etwas, wo man im täglichen Leben eine Technik entwickelt, wie man den Herausforderungen des täglichen Lebens besser begegnen kann.
SPEAKER_00Das Bad lüften hat man keinen Schild.
SPEAKER_03Sehr gut. Das finde ich ein Highlight der Lifehacks. Sprich, der Physiker. Perfekt. Habt ihr eine Buchempfehlung für uns?
SPEAKER_02Last Days of Night habe ich sehr gerne gelesen. Das ist die Perspektive des Streits zwischen Westinghouse und Edison, aus der Perspektive vom Lawyer von Westinghouse, der auch erzählt, wie dort mit Tesla umgegangen wurde und wie das während der ganzen Weltausstellung da in Chicago war und wie den so ein Bidding-Prozess zum Beispiel funktioniert zwischen zwei Firmen, was der große Streit zwischen AC, DC war, mit was sie sich da alls on the One gefort haben. Das war eine sehr nette Geschichte.
unknownCool.
SPEAKER_00Also schwierig, eines zu wählen. Ich habe sehr viele Lieblingsbücher. Ich glaube, ein cool, das war das auf Deutsch heißt das, das wilde Leben der Elemente. Ich weiß gar nicht, wie das auf Englisch heißt, also im Original. Und da ist jedes Element der Periodentafel drin und da ist die Geschichte, wer das anentdeckt hat und warum das wichtig für die Gesellschaft ist und ist super fantastisches Bild.
MarkusAusgezeichnet. Was ist euer Lieblingsprodukt? Und jetzt stellt es euch vor, euer Vorrat an Mozartkugeln wird von einem Hund gestohlen und der Wasserkocher explodiert. Was ist euer Lieblingsschimpf?
SPEAKER_03Es haben schon viele Leute hier behauptet.
SPEAKER_02Gerne, das verantwortlich.
SPEAKER_03Da kommt ein bisschen ein Tiroler-Schimpfahrt, wo könnte sich ja nicht beenden.
SPEAKER_02Herrschaftssacker.
MarkusJa, wunderbar. Es ist ein First, eine Premiere in Future Weekly. Aber wir sagen das nicht.
SPEAKER_00Die Light sind wir.
SPEAKER_03Ausnahmslos die Light. Perfekt.
MarkusDas bringt uns zu unserer letzten Rubrik. Und das sind natürlich Moonshots und Prediction. Wir brauchen von euch einen Moonshot, eine große Vision für die Zukunft frei nach JFK und andererseits eine Prediction, eine ganz nüchterne Vorhersage für die nächsten Jahre.
SPEAKER_00Die jetzt uns betrifft oder die die Welt betrifft?
MarkusDie die Welt betrifft, ihr könnt es natürlich eine Rolle darin spielen.
SPEAKER_00Ja, bei den Moonshots, also ich glaube, das haben wir hier schon gesagt, also eine Standardarchitektur für Quantencomputer zu entwickeln, ist in gewisser Weise unser Alltag und in gewisser Weise der Moonshot. Also das ist eines der Dinge, die wirklich cool sind, dass man an einem Moonshot ganz wirklich arbeiten kann. Also man hat ja oft so Ideen, was man gerne hätte, aber dass man dann wirklich, wirklich daran arbeitet, das ist schon etwas, was ziemlich bewegend ist.
SPEAKER_02Und wenn ich mal daraus ableiten durfte, was dann Quantenbücher können sollte, dann wäre wahrscheinlich noch das, was ich mir am meisten wünschen würde, das funktioniert Precision Medicine für jeden. Also quasi ohne Bias, ohne, egal was dein Background ist, du kannst einfach dann das auch leisten, dass du gesund bist. Und das ist vielleicht auch ein bisschen naiv, dass das in nächster Zukunft daherkommt, aber es wäre einfach, weil die reiche Welt kann sich das leisten, der Rest nimmt und es wäre einfach gut, wenn die Ungleichheit einmal ausgeglichen ist.
unknownCool.
MarkusJa, ein großartiger Mundschot. Und was ist mit der Prediction?
SPEAKER_02Dass das länger dauern wird als Musik.
SPEAKER_00Das heißt, ich habe es.
SPEAKER_02Wir haben Climate Change.
SPEAKER_00Also es schaut nicht so aus, wie wenn es besser wird.
MarkusJa, dann hoffen wir, dass der Mundschot wahr wird. In diesem Sinne ein großes Danke an euch beide für den spannenden Ausflug in die Welt der Quantenarchitektur. Liebe Grüße nach Tirol, liebe Grüße auch an euch da draußen. Vielen Dank fürs Mit dabeisein wieder mal. Und wir hören uns wieder am Donnerstag mit einer neuen News-Folge.