Future Weekly

#425 - Dry Generation, Meta goes Maga, Europas Startup-Aufholjagd

Daniel Cronin & Markus Raunig Episode 425

🍷 Alkohol unter Druck
🌀 Das Ende der Content Moderation
🌎 Europas stetige Startup-Aufholjagd
🔮 AI stellt selbstständig 8Mio Runde auf
👶 Newcomer der Woche: FirmaDigital.at

Diskutier mit uns & der Community auf der AustrianStartups Plattform: https://austrianstartups.com/topics/40285/feed

Folge uns auf Social Media:
Instagram: https://www.instagram.com/futureweekly/
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/49159750/

--- 
Du hast Feedback, Ideen, Moonshots oder Predictions zu den heutigen Themen? Schick uns ein Soundbite an podcast@austrianstartups.com und werde ein Teil der nächsten Episode. 

---  
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel:

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend und auch gute Nacht und ja, frohes neues Jahr. Und aus meiner Sicht, ich weiß, Markus hat euch letztes Mal schon wieder was gesagt, aber ich nicht und deswegen möchte ich es das auch nochmal tun. Ich bin mal wieder da und ich bin Daniel und wie eigentlich sonst immer mit mir ist der Markus. Und wir reden über das neue Jahr, wir reden darüber, dass Alkohol mächtig unter Druck geraten ist, möglicherweise über das Ende der Content-Moderation. Die beiden haben übrigens nichts miteinander zu tun. Man könnte es aber annehmen, aber nein, darüber, dass Europa, obwohl man es nicht denkt, vielleicht dann doch Schritt für Schritt aufholt und dass AI selbst ganz höchst alleine 8 Millionen aufgestellt hat, gerased hat, von Freitag auf Montag Investment Decision und dass vielleicht das Gründen in Österreich unfassbar einfacher geworden ist. In dem Sinne, auf los geht's los. So, los geht's mit den News. Und ja, wir haben uns ja dieses Jahr eigentlich noch gar nicht gehört. Also erstmal frohes Neues, Markus. Gut reingerutscht. Dankeschön. Gut reingerutscht? Alles Bestens. Also auch frohes neues Jahr, dir zu Hause, im Auto, beim Laufen oder was auch immer du so tust. Und Markus immer in so eine Frage, böllerst du?

Markus:

Nochmal?

Daniel:

Böllerst du? Bist du ja auch mit Feuerwerk rumballert?

unknown:

Nein.

Markus:

Ich auch nicht. Ich genieße das zu sehen, was da draußen abgeht, aber selbst lege ich nicht Hand an. Wie hast du Silvester gefeiert? Ganz entspannt im kleinen Kreis.

Daniel:

Same. Same. Wobei wir sind nachts dann rausgegangen mit dem kleinen Mann, um das Feuerwerk zu sehen. Der ist so abgegangen, also als er es gesehen hat, der fand das so geil. Und er wollte dann auch gar nicht mehr ins Bett. Also war so halb eins und dann. Dann sind wir dann in ein Auto, hat sich reingesetzt, not tired. Und weg war er. Das war Weltklasse. Ja, ja, ja, Weltklasse. Aber ja, und ich finde, es wird aber auch jedes Jahr irgendwie weniger mit dem Feuerwerk, merke ich. Mich würde interessieren, ob es quasi auch irgendwo eine Studie gibt, wie Feuerwerk und generelle Situation miteinander korrelieren. Ich habe das Gefühl, wenn es den Menschen schlecht geht, gibt es wenig Feuerwerk, wenn es den Menschen gut geht, gibt es viel Feuerwerk. Wie siehst du das so im Fußball?

Markus:

Ich bin mir nicht sicher, ob da nicht auch eine gegenläufige Tendenz gibt, dass Menschen sonst sie nicht viel zum Verprassen haben, dass sie dann zumindest Silvester sagen, jetzt schieße ich das Rester alles in die Luft. Aber ich glaube, es gibt eher einen langfristigen gegenläufigen Trend aus Tierschutz- und Umweltschutzgründen, dass mehr und mehr Leute sagen, das wollen sie vielleicht eh nicht und dann gibt es auch noch viele Verletzungen. Also ich glaube auch Sicherheitsbedenken werden zunehmend auch irgendwie präsenter. Wie war das in deiner Kindheit? Ja, Jugend war schon mehr noch. Absolut.

Daniel:

Ich bin ja in meiner Jugend ein bisschen außerhalb von Hamburg aufgewachsen, so ein bisschen am Dorf. Holy f, da haben wir, da ist immer der dritte Weltkrieg ausgebrochen. Und da haben wir dann irgendwie alle Feuerwerke, aber natürlich alles ab 18, wir haben mit 13, 14, die Rucksäcke voll, die Hosentaschen voll. Und ein Freund von mir damals war aus Polen und dann hat er das besonders günstige Feuerwerk aus Polen bekommen, was wir geil fanden. Es hatte etwas, es nannte sich eine Springerlunte. Dieses Wort werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Das bedeutet, anstatt, dass diese Lunte berechenbare drei oder fünf Sekunden brennt, war das einfach so meistens zwei Sekunden, manchmal auch eine halbe Sekunde. Das wussten wir alle nicht so genau. Aber sie waren richtig günstig und das fanden wir super. Und die sind auch manchmal so einfach einen halben Meter vom Gesicht aus entfernt explodiert. Und weißt du, heutzutage mit meinem zarten 43 denke ich dran zurück und denke, wie geil das war und wie lustig das war und was wir alles für kluge Ideen hatten. Und jetzt als Vater denke ich mir, und jetzt mit ein bisschen mehr Wissen denke ich mir, meine Güte, dass ich noch alle Finger habe, dass kein von uns irgendwie das Augenlicht genommen wurde, was wir für Schwachsinn gemacht haben. Ja, daran denke ich dann immer jedes Jahr. Denke ich, ich bin, dann schaue ich so ganz kurz andächtig meine zehn Finger an und denke mir, ja. Lucky you. Lucky me. Das war sicherlich nicht meine Leistung, dass die noch alle da sind, sondern ein pures Glück. Und ja, also Happy New Year! Und ich grüße jedes Jahr aufs Neue, meine Finger. Ja, und es ist ja mittlerweile auch schon einiges passiert im neuen Jahr. Und es sind wieder so Dinge, wo man sich eigentlich denkt, boah, es gibt viel, worüber wir reden wollen. Magst du über das reden, worauf dein Cursor ist? Das wäre eigentlich ganz gut zur Überleitung. Oder ist das ein reiner Zufall? Das ist ein reiner Zufall, aber das können wir gerne machen. Also das, wo ja jetzt drauf ist, meinte ich, das finde ich ja ganz witzig. Also starte einfach mal los und wir schauen es. Ja, machen wir es. Weil das Lustige ist, meine Frage wäre ja auch die. Trinkst du denn dann zu Weihnachten zu Silvester? Wie gehst du damit um?

Markus:

Nein, ich habe dieses Jahr nicht getrunken zu Weihnachten. Ich trinke generell sehr selten. Ich trinke schon. Ich glaube, wahrscheinlich wird es sein drei, viermal im Jahr und dann auch gerne schon ein paar Drinks, aber ich trinke eigentlich nur zu besonderen Anlässen.

Daniel:

Das ist witzig. Und hat sich dein Trinkverhalten in den letzten Jahren geändert?

Markus:

Ich habe immer wenig getrunken, aber was sich verändert hat, ist, dass ich Gelegenheitsalkohol ziemlich reduziert bzw. abgeschaltet habe. Also dieses ein Glas am Abend oder zwei Gläser am Abend, ohne mir was dabei zu denken, das ist eigentlich etwas, was ich nicht mehr mache. Und da muss ich auch sagen, ist der Orrowing, also das Health-Tracking durchaus mitverantwortlich, weil das halt da sehr, man sieht einfach sofort die Effekte, die das auf den Schlaf hat. Zumindest bei mir sagen auch, es gibt auch Leute, die sagen, bei ihnen hat das keinen Einfluss. Vielleicht ist es auch eine Gewöhnungssache und dadurch, dass ich immer wenig getrunken habe, war, war das vielleicht bei mir dann eher ein Faktor, wenn, dann habe ich es auch sofort gespürt. Aber ja, ich lebe sehr gut auch ohne den Gelegenheit zu Alkohol.

Daniel:

Nee, ich finde das spannend, weil ich meine, für mich war traditionell früher so, in meiner Jugendzeit war Silvester einfach sich richtig, also nicht nur Feuerwerk abschießen, sondern sich selber so richtig abschießen. Ist ja auch eine gute Kombination, oder? Rotzevoll rumböllern. Ich meine, fantastische Kombination. Aber mittlerweile seit vielen Jahren weder Böllern noch trinken. Und ich merke halt auch, also bei mir hat der Aura-Ring auch komplett meine Einstellung zum Trinken geändert. Ich glaube, ich habe im letzten Jahr an zwei Tagen etwas getrunken und das war irgendwie im Urlaub mit meiner Frau in so einem ganz entspannten Umfeld. Und den Gelegenheitsalkohol gibt es gar nicht mehr bei mir, den ich früher so geliebt habe und als Leidenschaftlicher, eigentlich ursprünglich mal Whisky-Sammler und nach wie vor Halbiere. Aber dann, als ich mal gesehen habe, anhand der Daten, was dieses bisschen Alkohol ist, nicht sage bewusst, dieses eine Glas Rotweine am Abend, dieses eine kleine Gläschen Whisky nach einem guten Tag, wie das mein Schlaf zerklopft hat von oben bis unten, habe ich dann auch für mich entschieden, das ist es einfach nicht wert. Ich schlaf ohnehin so wenig und dann als Papa nochmal ein bisschen weniger. Da muss das guter Schlaf sein. Und ich habe aber auch das Gefühl, dass einfach Alkohol per se immer weniger Teil der Gesellschaft ist. Jetzt bestimmt gibt es Gesellschaftsschichten, die noch immer, ich merke das dann, wenn ich beim Billa einkaufen bin und dann vor mir der Handwerker ist da irgendwie das obligate Plastikssacker mit den fünf Schwächern und den drei Leibwächtern oder sowas. Die Expertinnen und Experten wissen, wovon ich rede, dass das typische Maurer Mittagessen. Aber habe ich wieder irgendjemand getriggert. Aber generell sehen wir auch so, dass Alkohol gar nicht mehr so als das angesehen wird, was es mal war, oder?

Markus:

Ja, ich glaube schon, dass besonders halt auch in den performanceorientierten Gesellschaftsgruppen war früher das Teil der Kultur auch so. Work hard, play hard, dass die, die, die am härtesten reinhackeln, dann halt auch die, die sind, die am längsten an der Bar bleiben und da Gas geben. Und das hat sich, glaube ich, also ist zumindest meine Wahrnehmung, durch die Gruppen, die ich kenne, auch jüngere Gruppen, die ich kenne, wo vielleicht die Lebensphase zumindest in unseren Generationen das jedenfalls noch mehr erlaubt hätte, dass auch dort sich das deutlich reduziert hat, wahrscheinlich eben auch aus der Überzeugung, dass halt John die Performance am nächsten Tag darunter leidet. Das stimmt ja auch.

Daniel:

Also es leidet ja völlig drunter. Und ich meine, es ist ja logisch. Ich meine, Alkohol ist ein Nervengift und du betäubst dich und reduzierst deine Leistung und dann musst du es entgiftet werden über Nacht und stehst am nächsten Tag auf und fühlst dich fürchterlich. Das macht ja auch keinen Sinn. Aber es ist halt auch schön, das zu sehen. Und ich meine, am Ende des Tages ist es natürlich auch ein kulturelles Thema. Muss man einfach so sagen, es gibt Kulturen, wo Alkohol einfach sehr wichtig ist. In der europäischen Kultur natürlich tiefst, tiefst verankert, wenn man dran denkt, im Mittelalter war unsere einzige Fähigkeit, Wasser trinkbar zu machen, tatsächlich es mit Alkohol zu versetzen. Da gibt es diese wunderbaren Überlieferungen, dass man halt teilweise einfach nur alkoholische Dinge getrunken hat, den ganzen Tag über. Na gut, und dann ist das halt so. Aber tatsächlich sieht man auch diese Meinung, dass es zum Beispiel auch gut für die Gesundheit ist, nimmt immer stärker ab. Man kennt das so früher, dieses, ach, trink ein gutes Glas, wenn du krank bist, dann gehst du hin, gehst schlafen. Also das kenne ich auch noch, diesen Ansatz. Und heutzutage würde ich bei einer richtigen Bronkitis oder schweren Krankheiten mir noch ordentlich einen Reimpfeifen. Das ist ziemlich das Schlimmste, was man machen kann. Und das ist auch okay. Und ich glaube, es spricht sich auch langsam herum, in Anführungszeichen, wie negativ sich Alkohol tatsächlich auch auf den Körper auswirkt.

Markus:

Ja, also ich meine, gesundheitlich glaube ich, wie du schon gesagt hast, da gibt es jetzt Statistiken, die auch ein bisschen der Aufhänger dafür sind, dass wir dieses Thema besprechen, dass halt eben früher 40 Prozent der Leute oder mehr, damals mehr als 50 Prozent der Leute gemeint haben, dass ein bisschen Alkohol keinen Unterschied bei der Gesundheit machen und dass 25, also ein Viertel der Gesellschaft gesagt hat, das ist sogar gut für die Gesundheit und nur auch ein Viertel gesagt, das ist schlecht für die Gesundheit. Und mittlerweile hat sich das stark gedreht, dass es circa die Hälfte sagt, es ist schlecht für die Gesundheit, ein bisschen weniger, dass es keinen Unterschied macht. Und nur mehr 8% sagen, es ist gut für die Gesundheit, also das entspricht sicher eher der Realität. Natürlich hat sowas auch andere Aspekte, die man vielleicht auch besprechen kann. Nämlich wie sich das einerseits auf die wirtschaftliche Lage der Alkoholproduzenten auswirkt. Also das ist schon etwas, was sicher auch für manche Länder, die da stark verankert sind, auch wirtschaftlich eine Herausforderung darstellt. So ein gesellschaftlicher Wandel ist etwas, was Geschäftszahlen auf der Ebene verändert. Und man muss schon auch sagen, finde ich, es ist für viele Leute Alkohol auch in der Vergangenheit so ein bisschen ein Barrierenabbauer, Barrierenbrecher gewesen, dass man halt vielleicht auch ein bisschen mehr aus sich rausgehen kann, dass man gewisse Vorbehalte, gewisse Masken fallen lässt und dass das wahre Ich zum Vorschein kommt, sage ich jetzt einmal etwas pointiert. Es ist schon spannend, was das mit einer Gesellschaft macht, wenn das auch nicht mehr passiert. Vielleicht sind wir auch so gut geworden, eben tatsächlich wir selbst sein, dass wir das niemand brauchen. Aber da bin ich mir nicht so ganz sicher.

Daniel:

Stell dir vor, die Engländer und Engländerinnen würden aufhören zu saufen. Es ist ja Teil der Kultur, sich so richtig abzuschießen. Ja, dann stehen sie morgens auf und denken sich, meine Gott, Güte, war ich richtig voll gestern, alles gut. Wenn die alle wahrscheinlich ausnüchtern, dann, keine Ahnung, vielleicht gehen die alle dann zum Zahnarzt, weil sie dann halt merken, wie schief und krumm das alles ist. Das ist dann wieder ein ökonomischer Vorteil auf der anderen Zeit. Siehst du?

Markus:

als in Alkoholcompanies.

Daniel:

Ja, da müssen sie sich halt nicht gegenseitig schön saufen, sondern sie können halt das Geld in anständige Zähne investieren.

Markus:

Also da kommt jetzt der irische Demonst, subtile Dinge in Richtung England, ja.

Daniel:

Ja, aber du musst schon zugeben. Also ich würde jetzt nicht unbedingt England so als das Textbook-Land des Lächelns bezeichnen.

Markus:

Naja, ich glaube, die Iren werden schon auch ziemlich dem Alkoholismus fröhnen, oder?

Daniel:

Ach, durchaus, aber wir sind natürlich da immer komplett überlegen und wir haben bessere Zähne. Ich meine, in England kannst du halt Tiles ein Bar-Scanner irgendwie ansetzen und dann reagiert das Ding auf deren Lächeln.

unknown:

Okay.

Daniel:

Schau, die haben Humor, die finden das ja sowieso lustig. Ja, die finden das ja sowieso lustig. Aber weißt du, es bringt mich zu einem Thema. Ich bin ja, ich meine das ja immer nie böse und ich bin ja mit englischem Humor aufgewachsen. Für mich sind so Sachen wie Monthly Pythons oder auch ein bisschen in den jüngeren Jahren Little Britain fantastisch. Und für mich sowas wie Little Britain war. Hast du es früher geschaut?

Markus:

Nein, ich kenne es schon, aber regelmäßig nicht.

Daniel:

Da ist teilweise Humor dabei, wo man sich denkt, oh mein Gott, dürfen die das? Und das ist so bitterböse und so über drüber. Dass es aber auch Menschen teilweise wahnsinnig guten Spiegel vorhält. Und was dann aber passiert ist vor ein paar Jahren, ist, Little Britain ist plötzlich gecancelt worden, weil der Humor zu hart war. Und das fand ich immer ein bisschen gefährlich. Und dann ging das drauf los, dass man angefangen hat zu denken, ja, weil das sind halt Aussagen, das wollen wir nicht gerade. Bei den Social Media Plattformen ging das los. Und Netflix und Co. hat sie aus dem Programm genommen, weil das alles einfach ein bisschen zu hart war. Und für mich ist das immer so ein Riesenthema, wenn es darum geht, Content einzuschränken. Aber es ist halt auch immer wieder so ein Thema, ja, was darf man denn tatsächlich auch nicht sagen? Was will man auch gar nicht hören? Und wem will man keine Plattform geben? Und ich weiß, wir haben sehr, sehr oft darüber gesprochen. Ich bin zum Beispiel der Meinung, Humor darf man nicht einschränken. Humor ist ein wahnsinnig wichtiger Spiegel und ein wahnsinnig wichtiges Element für die Kritik. Und ich bin der Meinung, auch historisch in Gesellschaftsformen, wo Humor eingeschränkt wurde, ist das nie sehr gut ausgegangen. Dann haben wir aber auch darüber gesprochen, als dann die ganze Covid-Zeit kam und plötzlich irgendwelche Spinner irgendwelche Dinge behauptet haben, die klar falsch waren, aber sie ein großes Following hatten, dass man das natürlich auch wieder ein bisschen runterdrehen muss. Genau wie sehr rechtes Gedankengut und all solche Dinge. Dann hat Social Media angefangen, immer mehr und immer mehr und immer mehr das einzuschränken. Und jetzt plötzlich fast mit einem Paukenschlag wurde gesagt, nee, nee, nee, wir schwenken jetzt in die komplett andere Richtung um. Und innerhalb von einer Woche hat, glaube ich, Meta gesagt, wir hören jetzt komplett auf mit der Content-Moderation. Interessanterweise haben sie noch dazu ihre DEI-Abteilung, glaube ich, komplett aufgelöst. Puh. Das ging sehr schnell. Und das alles in Line mit Mark Zuckerbergs Wandel. Vom Nerd, der außer wie Delta von Enterprise, zum Typ, der irgendwie immer irgendwelche 900.000 Dollar-Uhren flext und irgendwie ja komisch. Wie ist denn da deine Wahrnehmung, was da abgeht mit unserem Body Mark?

Markus:

Unser Body Mark, ja. Ich glaube, über die großen Tech-Persönlichkeiten sollten wir vielleicht danach auch nochmal sprechen. Aber grundsätzlich wirkt es oder schaut es aus, als wäre er halt sehr opportunistisch. Also genauso wie er halt als Biden an die Macht gekommen ist, relativ schnell diese Barrieren aufgebaut hat und sich da auch angepasst hat. Und das, was politisch im Establishment gewünscht war, ist jetzt mit Trumps Wiederwahl ein sehr schneller Schwanken, ein sehr schneller, kompletter Schwank in die Mager-Richtung gekommen. Also ist er dann durchaus in Line mit Elon ⁇ Co. Ist jetzt die Frage, wo steht er eigentlich persönlich wirklich? Weil das muss man sagen, das, was Mark Zuckerberg wirklich ausmacht, der hat die volle Kontrolle über den gesamten Metakonzern. Also das hat er sich damals auch im Zuge des Börsengangs quasi für immer zugesichert, auch für seine Erben. Die Kontrolle behält er. Sehr selten. Aber in dem Fall der Fall. Und das bedeutet, er könnte dieses Mutterschiff-Meta mit Facebook und Instagram und WhatsApp tatsächlich so lenken, wie er das gerne hätte. Natürlich ist der Aktienkurs macht was mit einem, man möchte ja auch irgendwie sich refinanzieren. Also so ganz so einfach ist nicht, aber es ist schon so, dass er viel mehr Macht hat als die meisten Leute aus der Wirtschaft da draußen. Unfassbar. Und er hat schon 2018, glaube ich, war es, einmal eine Graduation Speech gehalten, wo er sehr stark in Richtung Freedom of Speech argumentiert hat, was, sage ich mal, jetzt eher dem entspricht, wo er sich jetzt hin entwickelt. Aber gleichzeitig wundert es mich, dass eigentlich ein so mächtiger Mensch, der vielleicht auch ein Gegenpol sein könnte zu dem, was vielleicht gerade politisch on vogue ist und vielleicht auch die Möglichkeit da hätte zu gestalten, sich da eigentlich sehr anpasst an das politische Konstrukt. Es kann jetzt entweder sein, dass er halt einfach keine Lust hat, sich da einzubringen, oder dass ich schon unterschätze, wie viel Macht auch in diesem politischen Konstrukt immer noch ist und dass er das halt als Notwendigkeit sieht.

Daniel:

Oder er geht davon aus, dass er einfach ein besseres Produkt hat, wenn es nicht eingeschränkt wird. Das meine ich nicht wert. Also damit meine ich, wenn es nicht eingeschränkt wird, kann jeder sagen, was er will. Die hitzigsten Debatten brechen aus, jeder teilt alles. Weil du weißt, eine Plattform, die überreguliert wird, dann gehen die Leute weg. Eine Plattform, wo du alles machen kannst.

Markus:

Ja. Ja, an aus einer ökonomischen Sicht ist natürlich einfach alles zulassen das Beste, weil das sorgt für Skandale und Feuer und da muss man, das muss man lesen und das ist süchtig machen, bis zum Geld nicht mehr. Also natürlich ist das aus einer wirtschaftlichen Perspektive, finde ich, jetzt ein Schritt. Wenn du moralisch das komplett in den Hintergrund stellst, was da für negative Aspekte damit einhergehen, dann let's do it, natürlich. Aber da wundert mich dann halt, dass er vor vier Jahren damals dann so stark in Richtung Content Moderation gegangen ist. Vielleicht ändern sich auch seine Meinungen so schnell. Das kann natürlich auch sein. Und er hat es damals aus Überzeugung gemacht und er macht es erst aus Überzeugung. Er geht ja jetzt in Richtung Community Notes, was es schon auf X gibt. Also anstatt dass es da quasi Fact-Checker gibt, ist es halt jetzt durch die Community irgendwie moderiert. Da muss man halt immer sagen, wie es entspricht halt dann auch immer den persönlichen Meinungen der Community und sicher nicht ganz so gründlich, aber vielleicht auch manchmal neutraler, weil natürlich jeder Fact-Cherker auch einen persönlichen Bias hat. Ja, im Großen und Ganzen, du hast es vorher schon angesprochen. Ich glaube, man kann beide Seiten in dem Bereich verstehen. Meinungsfreiheit einzuschränken, ist etwas, was sicher nicht der Wunschgedanke ist. Gleichzeitig ist halt die Macht dieser Plattformen so groß, dass man da schon auch sehr viel Hetze und Hate Speech und es gab Genozide, die auf Facebook ausgelöst hätten. Also das gibt es schon massive negative Folgen auch.

Daniel:

Ja, und ich meine, du hast gerade diese vier Jahre angesprochen und natürlich die Auswirkungen. Aber es ist natürlich immer, wo fängt man an, wo hört man auf? Und natürlich sollte man moderieren, wenn jemand sagt, ein Pferdeentwurmungsmittel ist super gegen Covid, was einfach nachweisbar nicht zielführend war. Und ich fand es aber interessant auch, ich habe auch nur Ausschnitte gesehen, war Mark Zuckerberg bei Joe Rogan und der dann halt auch ein bisschen über das ganze Covid und das Impftthema und so weiter und so fort gesprochen. Hat, was ich noch immer sehr empfindlich reagiere. Weil ich weiß nicht, die ganzen Schwurbler damals waren schon höchst unangenehm. Und es war ja auch gut, dass meiner Meinung nach da Falsch Aussagen ein Riegel vorgestellt wurde. Das wird aber jetzt alles in Frage gestellt und im Nachhinein tun sie sich da alle relativ leicht damit. Ich kann mir auch noch nicht vorstellen, wie das jetzt gut funktionieren soll. Muss ich ganz einfach so sagen. In einer Zeit, wo nur Überschriften vorhanden sind, wo Menschen in verschiedenen Regierungen sind, die teilweise sehr populistisch agieren, ist das natürlich etwas, wo unglaublich schnell gezündet werden könnte. Und wo gezündelt wird, kann unglaublich schnell ein Feuer außer Kontrolle geraten. Es ist aber auch immer die Frage, wer moderiert welche Meinung. Das ist natürlich dieses sehr komplizierte Thema. Und da gibt es bestimmt genug Sachen, die gar nicht moderiert werden sollten. Mal schauen, wie sich entwickelt.

Markus:

Muss man einfach so sagen. Weil das ist schon immer auch, ich glaube, die Welt funktioniert halt immer in, du sendest einen Boomerang in eine Richtung, wenn du zu weit sendest, dann kommt er umso weiter auch wieder zurück. Und ich glaube, womöglich wurde halt schon partiell zu viel moderiert, was wiederum halt sehr viel Dynamik ausgelöst hat, die wir jetzt, wo wir jetzt halt die Früchte davon ernten. Also vielleicht wäre es gut gewesen, halt wirklich nur die Dinge zu moderieren, die explizit viele Menschenleben gefährden, also eben etwas, was einen potenziell einen Genozid oder ähnliches auslösen könnte. Und vielleicht sind wir da einen Schritt zu weit gegangen und dieser Schritt zu weit hat dazu geführt, dass viele Menschen das Gefühl hatten, dass dadurch ihre Meinungsfreiheit eingeschränkt ist und dass dadurch jetzt halt auch dieser Schwung in Richtung einer anderen politischen Richtung gekommen ist. Ich glaube, das kann man auf viele Bereiche anwenden. Aber ja, ich glaube, wenn man wieder jetzt komplett alles öffnet und jetzt wieder Scheiße passiert, dann kann natürlich damit auch wieder eine Dynamik entstehen, die wieder in die andere Richtung schwenkt. Vielleicht schaffen wir dann irgendwann den Sweet Spot zu finden, wo wir gesellschaftlich viel Meinungsfreiheit erlauben, aber gleichzeitig halt die wirklichen Schattenseiten, die großen Schattenseiten verhindern.

Daniel:

Ich meine, es ist diese alte Grundlage oder Aktio et Reaktio, also Aktion und Gegenreaktion, also es ist einfach wie ein Pendel, schwingt in die eine, schwingt in die andere, schwingt in die eine, schwingt. Und je stärker du in die eine Richtung schwingst, desto stärker schwingst du in die andere, was auch immer. Und es ist in keinster Weise Werten gemeint, aber es ist historisch immer bewiesen. Und was zum Beispiel jetzt auch passiert ist, wir haben Donald Trump in Amerika. Wir haben eine FPÖ, die sehr wahrscheinlich, müssen wir uns ehrlich sein, wahrscheinlich in Österreich die Bundesregierung stellen wird. Wir haben eine AfD in Deutschland, die sehr stark ist. Noch wilder ist. Hast du gehört, was die Tate-Brüder gemacht haben? Nein. Die haben eine Partei, das ist wirklich schlimm, weil die Tate-Brüder sind mir eigentlich wurscht, weil die Tate Brüder sind eigentlich, was heißt wurscht? Nein, ich finde sie widerlich, aber die sind so das Schlimmste, was Social Media herausgespuckt hat, sind die Mysogynsten, ich glaube ja auch, nämlich sehr wenig mit ihnen beschäftigt, aber Mysogynsten, ich glaube auch verurteilte, ich weiß nicht mehr, verurteilt oder zumindest im Gefängnis für Vergewaltigung und Entführung und weiß der Teufel was und einfach tiefst unangenehme Persönlichkeiten, die immer mal wieder in meinem Feed auftauchen, weil ich einfach Autos mag und ab und zu ist irgendwie, die holen ein Auto ab und dann schaue ich da zwei Minuten rein in mir was für widerliche Typen, einfach weil sie einfach widerlich sind und sie appealen zu genau den Typen, die es halt selber nicht gebacken kriegen im Leben, die keine abbekommen und einfach Versager sind. Muss man einfach so sagen. Und die Tate-Brüder, die haben jetzt eine Partei gegründet. Die Broth-Partei. Und da geht es halt genau darum, dass sie in England probieren, Fuß zu fassen. Und wer findet sie gut? Dreimal hast du raten, wer unterstützt sie?

Markus:

Elon?

Daniel:

Ja, ja, ja, genau. Und das ist, weißt du, you can't make this shit up. You can't make this shit up. Und dass solche Typen plötzlich eine Partei gründen und ein Elon sagt, hier finde ich nicht gut. Ich wäre ein guter Gegenpol gegen die bestehende Regierung. Und du weißt aber, in einer nicht regulierten Umgebung, wo examinine, was sind sie? Sie sind Content Creator. Sehr, sehr, sehr erfolgreiche Content Creator, ohne den Content zu bewerten. Sie haben eine millionenfache Reichweite. Und dann haben sie immer wie Elon dahinter, die ansprechen, die in den letzten Jahren komplett ausgelassen wurden, auch das nicht werdend gemeint, aber gerade so die Typen, die jetzt nicht so gerade von großem Erfolg gesegnet werden. Und dann gehen die in Politik hinein. Oh, dude, das ist halt schon eine richtig eklige Abteilung und das ist natürlich the perfect storm, weißt du, was ich meine? Und das kannst du halt nicht erfinden. Ich meine, stell dir mal vor, man hätte vor zwei Jahren gesagt, ich prophezei, dass die Tate-Brüder in England eine Partei gründen, die, wie gesagt, die Brov heißt, also quasi englischer Slang für Bro. Ich habe irgendwo gesehen, was es halt genau. Britain restoring underlying values. Brev. Promise is to restore pride to a nation under siege. Und das kannst du halt nicht erfinden. Und eigentlich gehören solche Leute, und wenn man über Content Moderation spricht, was sollte man moderieren, was nicht? Zumindest verurteilte Vergewaltiger sollte man bitte aus Social Media herausnehmen. Weißt du, was ich meine, wo man sagt, ich bin mir jetzt nicht sicher, ob man M oder Mu sagen darf. Keine Ahnung, kann ich nicht beurteilen. Sollten solche verurteilten, wirklich verurteilten Personen, ja, wahrscheinlich nicht. Und vielleicht muss man da damit umgehen, wie, ich weiß es nicht, wie mit dem Waffengesetz, weil am Ende des Tages ist Social Media auch eine Waffe und sollte sagen, schau, jeder darf eine Waffe haben, solange du bitte nicht vorbestraft bist und solange du kein psychisches Problem hast und solange du einen Führerschein dafür machst und solange du regelmäßig beweist, dass du damit umgehen kannst, weil am Ende des Tages finde ich, ist Social Media, wenn du es richtig, also richtig, also in Anführungsfalschen richtig, also wenn du weißt, wie du damit umgehen kannst, bestimmt wesentlich gefährlicher als jede Schusswaffe, die du kaufen kannst, weil der Radius der Zerstörung viel größer ist.

Markus:

Ich meine, das Problem bei sowas ist halt, also solange wir in einer liberalen Demokratie leben, kann ich dem durchaus was abgewinnen. Aber in dem Moment, wo halt die Staatsgewalt willkürlich eingesetzt wird und dann halt solche Bewilligungen oder Zulassungen, um dann halt eine Plattform für Meinungsäußerung zu bekommen. Natürlich. Also das ist schon sehr gefährlich, wenn man da ansetzt. Behind das Argument, was in Amerika mit dem Recht, eine Waffe zu tragen, ist ja genau die gleiche Argumentationslinie. Dass wenn der Staat irgendwann einmal diktatorisch wird, dann kann jeder sich selbst auch verteidigen. Aber ja.

Daniel:

Ich meine, ohne ich sage es mal anders. Vielleicht sollte man schauen, dass man auf Social Media zumindest nicht großartig Reichweite hat, wenn man ein verurteilter Sexualverbrecher ist. Weißt du, was ich meine? Oder wenn man offensichtliche, keine Ahnung, Holocaust-Leugner ist oder so solche Dinge, die offensichtlich mit einem Rechtsstaat nicht vereinbar sind, sollte man sagen, okay, dann darfst du bitte jetzt nicht deine Reichweite nutzen, um deinen Blödsinn zu verbreiten, dass grundsätzlich jeder ein Recht darauf hat, aber wenn du bestimmte Dinge machst, verwirkst du es. Genau wie man sagt, schon, jeder darf einen Führerschein machen. Aber wenn du halt dreimal besoffen gegen den Baum gefahren bist, ja dann nicht mehr.

Markus:

Und auch das kannst du halt, in dem Fall, wenn du dann eine Gerichtsbarkeit hast, die halt nicht mehr unabhängig ist, sondern kontrolliert ist von einer Staatsgewalt mit Interessen, dann musst du nicht in einen Baum fahren, um in deinem Strafregister stehen zu haben, dass du in einen Baum gefahren bist. Oder es muss nicht ein Mörder sein, um halt das umgehängt bekommen zu haben. Also das, das ist ja, da ist einfach auch um so etwas auch zu verändern, um, sage ich einmal, auch vielleicht eine Diktatur zu stürzen, zu revolutionieren, ist natürlich die Meinungsfreiheit ein sehr wichtiges Gut, die aber natürlich sowieso eingeschränkt wird in so einem Fall. Also es ist eher die Frage, ob das nicht sowieso passiert in einer Diktatur.

Daniel:

Naja, machen wir doch das fast noch weiter auf. Ich habe irgendwo die Überschrift gesehen, dass Elon TikTok kaufen will. Wo man sich denkt, nein.

Markus:

Nein. Aber das wird der Trump nicht zulassen, weil dann wird der Elon zu mächtig sein. Also wenn er nicht schon sowieso komplett dem Elon ausgeliefert ist. Also ich finde, das ist ein wirklich gutes Signal jetzt. Wenn der Elon TikTok kaufen darf, dann ist das für mich das ganz klare Signal, dass der Trump ihm komplett hörig ist. Weil das lässt er nicht zu, wenn er selbst noch Macht hat.

Daniel:

Sehr spannend, sehr spannende Annahme. Er wollte ja auch MSNBC kaufen, oder? Was ist eigentlich daraus geworden? Weiß ich nicht. Ich glaube, das hat er auch angekündigt. Ja, hat er auch angekündigt. Vor einem Monat da wollte er MSNBC kaufen. Aber ich gebe dir recht, weil eigentlich, wenn man sich anschaut, was Elon gerade probiert, ist, so ein bisschen Weltherrscher zu werden, wenn er auch noch bei der AfD mitrührt und dann auch noch in England ein bisschen sich einmischt und auch in vielen anderen Gegenden. Und das ist dann natürlich brandgefährlich. Und oh mein Gott, das heißt, wir sind eigentlich davon abhängig, dass Donald uns vor Elon rettet.

Markus:

Wenn man so will, wow, es ist das kleine Übel, vielleicht, keine Ahnung. Wie gesagt, ich glaube, Elon hat auch sehr viel Positives in dieser Welt bewirkt. Irgendwann ist er jetzt abgebogen und irgendwann ist halt durch seinen Bias, den er hat. Und der ist halt, ich komme aus einer Welt des Unternehmertums, dass ich will radikale Innovation, ich will wirklich Veränderung antreten. Und das ist auch gut so, das braucht es im Bereich der Wirtschaft, im Bereich des Unternehmertums, aber er setzt jetzt genau die gleichen Biases, genau die gleichen Erfahrungswerte auf die politische Welt an. Und genau da ist das meines Erachtens halt fundamental falsch. Da ist alles, was radikal ist, wirklich gefährlich. Da kannst du nicht schnell ausprobieren und einfach mal pivoting und trial and error. Genau die Prinzipien, die bei einem Startup funktionieren in der großen Gesellschaft, in der Politik anzuwenden, das ist brandgefährlich. Da können hunderte, tausende Millionen von Menschen dadurch sterben. Und das glaube ich, ja, es ist sehr, sehr gefährlich, was er da probiert.

Daniel:

Hast du vollkommen recht. Und trotzdem sind wir in so einer festgefahrenen Situation, dass das oft wie der einzige Weg wirkt, weil die Politik auch irgendwo am Ende zu sein scheint in vielen, vielen, vielen Regionen. Wir haben es ja so oft schon besprochen. Es ist zumindest ein bisschen Hauruckbedarf, um den Karren wieder rumzureißen, aber bitte nicht in die Richtung.

Markus:

Ja, wobei ich glaube, das ist grundsätzlich, egal in welche Richtung du es probierst, ich glaube, es ist der radikale Approach der radikalen Innovation in der Politik. Ich weiß, das ist für uns eins so natürlich und naheliegend, dass es das bräuchte, weil wir genau diesen Scope halt auch so oft sehen. Aber ich glaube, wirklich im politischen Kontext braucht es gar nicht so viel radikale Innovation. Ich glaube, es braucht ein paar wirklich essentielle Stellschrauben, verantwortungsvolle Politiker. Aber da muss man jetzt nicht die Grundfesten irgendwo niederreißen. Das ist wirklich, glaube ich, etwas, wo du nicht einschätzen kannst, was das für Folgen hat und wo du sehr, sehr, sehr, sehr viel Schaden anrichten kannst. Wo es auch viel wichtiger ist, dass wir eben in einer Gesellschaft legen, die sicher ist, die Meinungsfreiheit erlaubt, die einen Rechtsstaat sicherstellt, die eine Pressefreiheit sicherstellt. All das ist so viel wichtiger als jetzt irgendein Anliegen, das IDAN wahrscheinlich hat, warum man sich jetzt da so unglaublich reinmischt. Ich glaube da, ja, ist jetzt natürlich auch nur meine Meinung, aber ich bin überzeugt, dass wir da durch unsere unternehmerischen Biases oft das Gefühl haben, man muss da jetzt super radikal rein und alles umwerfen. Und ich glaube, dass das ein Druckschluss ist.

Daniel:

Ich glaube, man muss zumindest die Mechanismen des Staates auf eine moderne Welt anpassen. Und die einzige Art, wie das geht, ist, glaube ich, durch eine radikale Veränderung dieses Apparates, aber nicht der Werte dahinter. Nehmen wir es mal so. Weil sonst werden wir wahrscheinlich noch immer Pferdekutschen in 30 Jahren Sachen machen müssen, sondern dass man einfach sagt, okay, man muss das Ding so aufstellen, dass man schneller auf Veränderungen reagieren kann und wesentlich effizienter werden kann.

Markus:

Wenn wir jetzt bei der Pferdekutsche bleiben. Weil das ist grundsätzlich meine Überzeugung ist, der Grund, warum wir heute nicht mehr Pferdekutschen-Gesetze haben oder ähnliches, ist nicht, dass es den Absolutismus des 20. Jahrhunderts gegeben hat, nicht dass es die Weltkrieger gegeben hat, sondern dass halt einfach Leute in the virtual massiv gepusht. So halt genau wie Elon das auch mit Tesla gemacht, alles in Richtung. And this is Tesla and this is SpaceX. Also, there braucht genowers like him, um forending anzustoßen. And I think so is this halt out with the automobile passiert, with amfang Ford and violent Pionieren. It braucht diesen Pioniergeist in der Wirtschaft. Aber meines Erachtens, die Politik hat da jetzt nicht so viel durch die großen Revolutionen des 20. Jahrhunderts, die in erster Linie durch Kriege geprägt waren, nicht so viel dazu beigetragen. Und das ist, finde ich, wieder der Druckschluss. Innovation passiert nicht durch Politik.

Daniel:

Politik folgt der Innovation. Da gebe ich dir auch recht, aber ich glaube, es braucht einen Apparatus, der schneller reagieren kann. Das ist das, worauf ich hinaus will. Und dieser Apparatus ist aber so langsam und so behebig geworden, dass es einfach wahnsinnig schwierig ist und so ineffizient und so kostet so unendlich viel. Ich glaube, da braucht man Effizienzen, da braucht man mehr Transparenz und die einfach, glaube ich, nicht durch kleine Schritte gegeben werden kann. Das ist, glaube ich, das, was man machen muss. Man muss einfach vieles neu erfinden. So ein bisschen wie das Duschministerium, dass ich zwar auch brandgefährlich finde in der Art, wie es gemacht wird, aber vom Grundsatz her finde ich das gar nicht so blöd, das Ganze neu zu sehen. Weil sonst ist es irgendwann ein Verwaltungsapparat, der einfach nur noch alles auffrisst.

Markus:

Ja, dass man radikal sparen sollte und generell Staatshaushalt viel schlanker machen, das sehe ich auch so. Ich glaube aber nicht, dass es da den Brandbeschleuniger Radikalismus braucht. Ich glaube, das kann man verantwortungsbewusst machen und sinnvoll und dass das auch ohne Populisten, radikale Populisten der beiden Enden geht.

Daniel:

Ich hoffe, dass uns die Geschichte, dass dir die Geschichte recht gibt. Zurzeit sitzt für mich, wie werden sie, wie sich das entwickelt.

Markus:

Ich sage nicht, dass das nicht kommen würde. Ich glaube, es würde auch ohne das gehen. Und ich glaube, es würde besonders auch uns Unternehmern besser tun, wenn das ohne das geht.

Daniel:

Oh ja, natürlich.

Markus:

Ja, das ist weitaus schlimmer, wenn wir in einer Welt leben, wo es keine Pressefreiheit und bürgerkriegsähnliche Zustände auf den Straßen gibt. Da kann man viel weniger Innovation vorantreiben, als wenn jetzt halt der Staat ein bisschen teurer ist oder die eine Bürokratie einen nochmal massiv nervt oder halt ein bisschen weniger wettbewerbsfähig macht. Das sage ich im Hinblick auf das, das, was ich eh schon immer predige, ja, wir müssen uns verbessern und verändern. Und da gibt es sehr viel Raum und ich glaube, es gibt ein paar Stellschrauben, die wirklich vieles verändern würden, wenn wir allein wenn wir es schaffen würden, dass jedes Kind in Österreich unternehmerisch aus der Schule rausgehen würde und das Gefühl hat, es kann anpacken und es will gestalten und es will Innovation treiben. Was das wirtschaftlich bedeuten würde, wäre schon so ein Game Changer und das ist nur eine kleine Stellschraube. Aber ja, es ist genug gerantet.

Daniel:

Hoffen wir mal fürs Beste, schauen wir mal, wie es so wird. Aber immer ein letzter Satz zu Donald und Co. Die ersten zwei Wochen werden eh zeigen, was passiert. Hat ja versprochen, alle Geiseln kommen nach Hause, hat versprochen, Ukraine beendet er und hat ja auch versprochen, Mittel gegen Krebs findet er auch. Und wenn er das letzte habe ich jetzt frei erfunden. Aber der Punkt ist, wenn er in den ersten zwei Wochen das alles abliefert, okay, und wenn nicht, mr. Und dann kommen noch die zwei Egos, Donald und Elon.

unknown:

Oh Gott.

Daniel:

Wer weiß, was das noch so bringt? Wollen wir nochmal ganz kurz nach Europa schauen? Jetzt haben wir uns so mit den Amis beschäftigt und den Südafrikanern. Man vergisst ja immer, dass Elon tatsächlich Südafrikaner ist und nicht Ami, obwohl er sich sehr bemüht. Sagen wir was Positives über Europa.

Markus:

Ja, es gibt Zahlen, dass tatsächlich bei allem Gejammere Europa in den letzten Jahren schon einiges an Fortschritte gemacht hat, besonders auch wenn es ums Thema Startups geht. Da haben wir uns angeschaut, wie sich der Teil von oder der Europas Anteil an der gesamten globalen Tech-Value entwickelt hat, also wie viel die Bewertungen sind von Tech-Unternehmen global. Und das war halt sehr lange, war das sehr wenig. Also besonders halt damals, als die großen Te-Giganten von heute entstanden sind, also in den 90ern und frühen 2000er Jahren, war der Share von Europa da, oder ist der Share eigentlich jetzt basierend auf den Kohorten, ist der Share irgendwo zwischen 5 und 10 Prozent. Und mittlerweile, wenn man sich die Kohorten ab 2015, ab 2020 anschaut, dann sind wir da bei mittlerweile schon 20 Prozent. Es wäre natürlich immer noch schöner, wenn wir vielleicht bei einem Drittel wären, wenn wir sagen, so die drei großen technologischen Pole der Welt, Europa, Amerika und China, Asien, dann könnte man sich vielleicht das Dritteln, es könnte eine Ambition sein, aber es ist schon weitaus besser als jetzt und das bedeutet auch, es gibt schon Hoffnung, dass wir vielleicht in zehn Jahren, wenn dann die nächste Welle an großen Tech-Firmen dann auch wirklich geopolitisch relevante Stacks haben, dass dann Europa auch eine wichtigere Rolle spielt.

Daniel:

Es wäre zu hoffen. Machen wir es so einfach. Es wäre zu hoffen, es ist ein interessanter Lichtblick. Und wir haben es ja auch schon oft genug gesprochen, parallel passieren so viele interessante Dinge in Europa, auch auf anderen Seiten, 28. D'accord und all diese ganzen Dinge, die, äh, 28. Regime, die vielversprechend sein könnten. To be observed.

Markus:

Ja, sicher die Gefahr, die es aktuell gibt, und das ist schon auch eine Narrativfrage, ist das schon jetzt auch getrieben, sage ich mal, durch das, was sich gerade abspielt auf einer gesellschaftspolitischen Ebene. Der Narrativ, um erfolgreich zu sein als Unternehmer, muss man nach Amerika, wenn ins Weile gehen, wieder ein bisschen stärker geworden ist als in den letzten Jahren. Und das birgt halt die Gefahr, dass dann halt schon wieder, wie das damals der Fall war, unsere glücksten Köpfe aus Europa entscheiden, sie machen das nicht hier, sondern sie machen das drüben. Teilweise auch aus verständlichen Gründen, weil es halt mehr Geld gibt und weil teilweise Dinge einfacher sind dort, aber teilweise auch einfach, weil das das Narrativ ist. Und das, da glaube ich, muss man sehr intensiv dagegen arbeiten und davon reden wir ja auch schon länger.

Daniel:

Ja, ja, und da gibt es genau. Bestrebung und ich glaube, in den nächsten Monaten wird sich das weisen. Auch die Wahlen, die es jetzt gibt, werden das Ganze weisen. Verfolgen wir es mit Neugierde, verfolgen wir es auch mit ordentlicher Hoffnung. Und schau mal. Wir müssen so ein bisschen auf die Uhr schauen. Das ist ja auch immer so ein bisschen unser Thema. Das war ja immer mal so die Idee der Podcast, war immer mal so unser wöchentlicher Call, den wir hatten. Und haben wir irgendwann gesagt, der Call wird immer länger, machen wir einfach einen Podcast raus und here we are. Wollen wir noch The Newcomer der Woche machen?

Markus:

Lass uns noch zwei kurze Themen machen. Ich finde eine nette Story, die zeigt, was sich auch wieder aktuell tut. Es gibt eine AI, die heißt Bordie. Und die ist eigentlich dazu da, dass man, der kann man quasi telefonieren und ein bisschen erzählen vom eigenen Leben und dann macht die Recommendations, wen man kennenlernen soll. Also ein Introduction-Bot eigentlich. Und angeblich hat diese Introduction-Bot jetzt eigenständig eine Finanzierungsrunde aufgestellt. Ich glaube, das ist ein bisschen ein Stretch, dass das wirklich stimmt. Aber ich glaube, was wahrscheinlich die Wahrheit dahinter ist, dass tatsächlich dieser Investor, der da jetzt die 8 Millionen-Runde zumindest im Lead gemacht hat, dass der tatsächlich zuerst einmal mit Body gesprochen hat und so begeistert war, wie human sich das angefühlt hat, dass er dann auf der Basis diese 8 Millionen Runde. Ich schätze, wir schon auch mit den Gründern gesprochen haben. Aber ja, vielleicht etwas, was auch für euch, was man sich mal anschauen kann, zeug schon davon, wie gut AI mittlerweile dabei ist, human zu wirken. Mittlerweile eben auch im Bereich Voice, es ist nicht nur mehr Text, und was das auch für positive Seiten mit sich bringen kann, im Customer Service, etc. Aber auch noch einmal in Erinnerung gerufen, das kann schon auch missbraucht werden und da sind wir mittlerweile sehr gut, dass man so klingt wie bestimmte vertraute Personen und einen dann dazu bringt, Dinge zu machen, die man nicht tun sollte. Das ist schon auch ein großes Risk.

Daniel:

Im Übrigen, es steht auch so ganz interessant in dem Posting, Our Lead Investors Creandum made the investment decision primarily by talking to Body. Also ähnlich wie du es vermutet hast, das ist bestätigt und dann geht es ein bisschen detailreicher. Aber wenn das Ding halt genau das machen soll und man hört sich das an und denkt sich, holy, das ist ja richtig gut, was es macht, dann ist das ja auch wunderbar. Man könnte ja auch im Übrigen sagen, ich habe das Auto in erster Linie gekauft aufgrund der Probefahrt, dann klingt das Ganze schon mal ein bisschen anders. Trotzdem sehr, sehr, sehr beeindruckend und nichtsdestotrotz ganz tolle Story. Du hast gesagt, zwei Punkte magst du noch unterbringen.

Markus:

Der Newcomer. Ja, stark. Mach es. Der ist ein alter Bekannter, mal wieder der Felix Häusler hat. Gemeinsam mit dem Philipp Rosenauer, einem Rechtsanwalt, das Firma Digital.at gegründet. Und das ist etwas, was ich mir schon lange wünsche, dass so etwas daherkommt. Und jetzt hat es endlich einmal jemand umgesetzt. Warum geht es da deine? Musst du mir erzählen. Elegant.

Daniel:

Ich habe es mir natürlich angeschaut, ich habe es offen, als hast du mich einfach am falschen Fuß erwischt, weil ich gerade Felix Profil mir von oben bis unten angeschaut habe. Ich gemacht, wie lange kenne ich den? Was hat der alles gemacht?

Markus:

Also, das Ziel ist, dass du halt möglichst schnell und möglichst einfach und möglichst alles online eine Firma in Österreich gründen kannst. Also ein bisschen das, was Stripe Atlas in Amerika macht, ist natürlich noch nicht bis zum Ende dort, weil halt die rechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich das noch nicht so zulassen, aber es macht vieles deutlich einfacher und kostengünstiger auch. Und dass sich da jetzt jemand mal drüber getraut hat, I like a lot. Natürlich durch Zusammenarbeit auch schon mit bestehenden Startups wie Notarity etc. Aber ich finde, genau solche Lösungen braucht es. Ich finde, es könnte beim Namen vielleicht auch noch ein bisschen internationaler aufgesetzt sein, weil das natürlich auch eine Zielgruppe ist, die da spannend sein könnte. Aber insgesamt ist, ich glaube, genau das ist eben auch das, was ich vorher angesprochen habe. Manchmal ist der schnellere Weg, Dinge einfach selbst zu machen als Unternehmer, anstatt jetzt der Politik zum achten Mal aufzutragen, sie soll das und das ändern. Und das ist ein schönes Beispiel.

Daniel:

Na, in dem Kontext gebe ich dir recht und ich musste mir es gerade nur anschauen beim Felix. Ich meine, Felix ist ein alter Bekannter, den hatten wir auch im Podcast, wir kennen ihn seit über zehn Jahren, noch länger als das. Und das Lustige, ich habe heute ihm nur anscheinend geschrieben, bei ihm dauert es ungefähr eine Woche, normalerweise dauert es vier bis acht Wochen. Fun Fact ist, ich habe irgendwo gesehen, es gibt ein Land in der EU, wo du, glaube ich, innerhalb von fünf Minuten alles abfeuern kannst. Das heißt, es ist jetzt noch ein. Estland, Dankeschön, das war das. Ich glaube, es gab noch ein anderes Land, wo es noch schneller ging. Für mich von ein paar Tage. Anyway, darum geht es gar nicht. Dauert trotzdem noch eine Woche, aber runtergebracht von vier bis acht Wochen. Und du brauchst aber auch jemanden wie den Felix, der dieses Land in and out kennt, um so ein Produkt zu bauen, weil wenn das jetzt irgendjemand, sagen wir, aus Estland von außen gebaut hätte, würde ich mir denken, das funktioniert doch ohnehin nicht. Irgendwie Felix, der eben selber als Gründer und dann bei i5 und all die Dinge, die er gemacht hat, weil er diesen Prozess also schon selber x-mal gesehen hat und auch die Anwälte und die Notare und alle anderen dazu wahrscheinlich auch sehr, sehr, sehr gut kennt. Das ist einer der wenigen, die nicht auch zutrauen würde, genau so ein Produkt auf den Boden zu bringen. Die haben ja auch schon ein paar Companies durch den ganzen Gründungsprozess damit geführt. Also hochgradig spannend. Schaut euch das einfach mal an. Nur Erwartungshaltungsmanagement, das ist auch nicht ein Klick, aber es ist so schnell, wie es in unserem Rechtsstaat zurzeit geht. Und das ist genau diese Sache. Also finde ich super, super, super spannend. Und spannend aber auch, dass Felix da einen groß genug Markt sieht, dass er da jetzt seine Energie reinsteckt. Und so viel auch zum Naming. Ich weiß gar nicht, ob jemand von außen das nutzen würde oder nur Leute von innen, die den Schmerz schon so sehr kennen, dass sie wissen, wie unendlich unangenehm es ist. Das ist lustige, wenn du mit Ami-Investoren sprichst, die sagen, und sagt, hast du schon mal in Deutschland oder Österreich investiert, sagen sie entweder nein oder sagen, yeah, you guys got notaries. Like, what the f is notaries? That's like this person who reads everything to me, it's horrible. Ja, du musst den Schmerz spüren. In dem Sinne, das hat Felix schon ausreichend gemacht, tolles Produkt gebaut und ja, eine richtig eine schöne Empfehlung, sich das mal näher anzuschauen. Allerdings. Und jetzt sind wir durch. Ich habe noch zwei Minuten Zeit, um aus der Tür rauszulaufen, in den Bus zu springen und zu meinem nächsten Termin zu gehen. Markus, es war mir eine Riesenfreude, mal wieder mit dir zu plaudern. Es war mir eine Riesenfreude, mit euch zu plaudern. Und in dem Sinne, vielen Bedankt, take care und wir hören uns nächste Mal. Dankeschön und bye bye.