Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#429 - Deepseek Schock, Europas Wahrheit, Investment Rückzug
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👻 Deepseek Implications
🇪🇺 Europas echte Probleme
🐛 AT Investments gehen weiter zurück
🍇 Erste closed 90Mio PE Dachfonds
🎈 Bitpanda bekommt MiCAR Lizenz
👶 Newcomer der Woche: StartMatch
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Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Ein wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend und auch gute Nacht und herzlich willkommen zum Future Weekly, einfach den besten Podcast der Welt. Und Punkt. Ich bin Daniel, mal wieder dabei und mit mir ist wie immer der Markus. Und wir müssen selbstverständlich über Deep Deep Seek reden und die weitreichenden Implikationen auf die gesamte Welt. Wir reden über Europas echte Probleme. Dass in Österreich das mit den Investments läuft, dass es einen ersten Dachfonds gibt, aber der nicht von dort kommt, wo du glauben könntest. BitPanda rockt wie immer. Und wir haben einen Newcomer der Woche im Angebot. In dem Sinne, auf los. Geht's los? Ja, und los geht's mit den News, Markus. Es ist immer wieder so einer der Wochen, wo man, finde ich, sich denkt, wo soll man denn da überhaupt beginnen? Was war denn da wieder alles los? Und dann andererseits denkt man sich wieder, ja, eigentlich gibt es für uns mit unserem Themenfokus eigentlich nur ein Thema, über das wir reden können. Und das ist Deep Seek. Das ist schon ganz schön wild. Das ist, ich glaube, wir brauchen gar nicht großartig erklären, was es ist, weil ich glaube, wer Deep Seek nicht mitbekommen hat, hat irgendwie unterm Stein geschlafen. Ich mache es aber trotzdem. Deep Seek ist eigentlich ja die 5, 6 Millionen Euro Antwort auf einen Milliardendollar Wettrüsten, die plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht sind und einfach mal so eben was gebaut haben, was scheinbar in der Qualität ähnlich gut ist, ohne unendliche Massen an Kapital zu verschlingen und dadurch nicht nur OpenAI und Co. ein bisschen irritiert haben, sondern wenn man so möchte, den gesamten westlichen Tech-Markt mal so eben in einen absoluten Crashkurs geschickt haben. Einige könnten sogar sagen, also aus Börsensicht fast schon Black Swan zu einem gewissen Grad.
MarkusWie hast du das wahrgenommen? Ja, definitiv Black Swan ist ein gutes Stichwort, wo der innerhalb von wenigen Stunden eine Trillion an Marktkapitalisierung bei den amerikanischen Tech-Giganten vernichtet. Einfach aufgrund dieser Erkenntnis. Tatsächlich geht das auch mit sehr wenig Ressourcen. Tatsächlich ist AI auch von China oder in China schon sehr viel weiter, als man gedacht hätte. Und das hat zu einer Rekalibrierung des Markts geführt. Es gibt schon so ein bisschen einen Bounceback, auch weil man sich natürlich dann wieder alte Weisheiten ins Leben gerufen hat, die heißen, wenn etwas billiger wird, wenn etwas more accessible wird, dann bedeutet das normalerweise auch, dass es breiter genutzt wird, weil mehr Leute dazu Zugang bekommen. Das heißt, für viele Te-Giganten ist das vielleicht sogar eine positive Entwicklung. Das bedeutet, dass wenn jetzt zum Beispiel Microsoft AI-Produkte anbietet, dass sie die wahrscheinlich billiger anbieten werden können, weil natürlich, was passiert jetzt? Es schauen sich auch die amerikanischen Tech oder AI-Player an, wie hat das Deep Seag geschafft. Das ist Open Source, das heißt, das kann man alles nachvollziehen. Meta hat gleich am Wochenende ein Emergency-Hackathon quasi gemacht, wo sie alle ihre Top-AI-Developer zusammengeholt haben und probiert haben zu verstehen, wie hat das Deep Seag geschafft, wie kann man sich daran schnell anpassen. Aber ja, es gibt schon auch Möglichkeiten, wenn jetzt Microsoft das alles viel billiger anbieten kann, bedeutet das für sie wiederum potenziell höhere Margen. Was das für ein Nvidia bedeutet als Chip-Produzent, das ist wiederum eine andere Frage, weil das, was bei dem ganzen Thema schon sehr essentiell ist. Die Chinesen haben das deshalb geschafft, also DiePSIC hat das deshalb geschafft, weil es diesen Chip-Ban gab. Das bedeutet, dass die Amerikaner gesagt haben, nach China können keine hochwertigen AI-Chips mehr geliefert werden, wo eben Nvidia weltweit führend ist, wo aktuell es die massive Knappheit gibt, ein unglaubliches Chris um diese Chips. Und in China gab es diese Chips nicht und die sind deshalb auf andere Chips umgestiegen, auf weitaus weniger starke Chips und haben es aber eben mit diesen weitaus weniger starken Chips jetzt auch geschafft. Und deshalb ist schon viel Wert jetzt da auch weggebrochen, zumindest der Meinung der Aktionäre. Gleichzeitig ja. Auch hier kann man natürlich das Argument vorbringen. Wenn etwas billiger wird, zugänglicher wird, dann bedeutet das normalerweise auch mehr Nachfrage. Und diese besonders starken Chips haben schon auch immer noch Vorteile. Also eine sehr spannende Entwicklung und jedenfalls halt ein echter Sputnik-Moment für die amerikanische Tech-Industrie, wo einem halt klar geworden ist, wir können uns da jetzt nicht ausruhen. Das ist ein beinharter Wettbewerb und das ist ein beinharter Wettbewerb, der nicht nur für uns als Firmen relevant ist, sondern für uns auch als westliche Welt, wenn es darauf ankommt, auch technologisch an der Spitze zu bleiben.
DanielDas Spannende ist, woran es mich erinnert, ist, also erst einmal natürlich, wenn du irgendwo Ressourcen einschränkst, dann kommen immer wieder die smarten Leute, die dann doch irgendwie wieder einen Weg drumherum finden, wo manchmal die skurrilsten Produkte entstehen. Skurril, manchmal total gut, wie auch immer. Und zweitens musste ich dran denken, dass wir eigentlich bis vor einer Woche gedacht haben, das ist jetzt eine Gigantenschlacht. Das wird nur mit diesem, mein Gott, wie hieß das Stargate, 500 Milliarden werden investiert, um das zu machen. Ich habe mir das irgendwie immer so ein bisschen angesehen und gedacht, auch aus europäischer Perspektive, ja gut, da können wir jetzt nicht mal mitmachen. Das ist ein bisschen so wie so ein Arms Race bis ganz nach oben. Und was auch nicht unbedingt nachhaltig ist, auch für mich war auch in den letzten Monaten immer, wenn irgendeine KI-Firma ein Investment bekommen hat, da haben wir ja so oft schon drüber gesagt, das ist ja eigentlich kein normales Investment. Das ist ja eigentlich nur Kohle sozusagen, damit der Kessel weiter befeuert werden kann. Einfach nur rein. Und wenn Microsoft in AI, in OpenAI investiert hat, dann wussten wir, das ist ein Durchlaufposten. Das ist eigentlich nur Rechenkraft, die da reingesteckt wird. Und jetzt kommen die Jungs da aus China daher und sagen, nee, das stimmt nicht. Und ein bisschen hat mich das daran erinnert, an dieses berühmte Zitat von IBM aus den 50er Jahren, wo man gesagt hat, der Markt für Personal Computer wird niemals größer als fünf sein, weil man eben angenommen hat, dass das Ding riesengroß sein muss, ein Zimmer befeuern muss und nur für ganz bestimmte Anwendungen ist. Jetzt sehen wir aus China, das kriegst du das für sechs Millionen hin. Und wenn du jetzt aus unternehmerischer Perspektive dir das denkst, wenn die das für 6 Millionen jetzt hinkriegen, dann müsste man das doch eigentlich in zwei Jahren, in drei Jahren, in zehn Jahren für nothing hinbekommen. Und das Spannende ist, das wird ja ein, zwei Leute geben, ein, zwei Unternehmen geben, die sich an diesem Abendsrace gar nicht so beteiligt haben. Ich glaube, wir wissen beide, an wem wir da denken. Ein sehr, sehr, sehr großer Tech-Gigant, die nun so gar nicht mitgezogen sind. Und die vielleicht auch jetzt ihr Pulver noch gar nicht so verschossen haben. Weil wenn man sagt, hey, das könnte eigentlich eigentlich das nichts anderes als eine Commodity werden, dann ist das etwas, was sich ganz, ganz, ganz schnell ändern kann. Ich könnte mir vorstellen, dass du weißt, an wen ich denke, oder?
MarkusIch schätze, du sprichst von Apple. Man muss schon sagen, die haben jetzt schon noch probiert zu investieren. Also ganz sich zurückgehalten haben sie nicht, aber du hast recht. Sie sind sicher nicht so auf diesen Zug aufgesprungen wie andere. Und das, was du angesprochen hast, eben, wenn Compute bzw. halt auch Processing Power im Bereich AI, wenn das zur Commodity wird, dann ist Apple in einer sehr starken Position. Weil was bedeutet das sehr wahrscheinlich, dass sich die Innovation am Application Layer abspielt. Das heißt, die, die dann halt wirklich auch die Interfaces programmieren, die Tools programmieren, die AI für den Endnutzer zugänglich machen. Und da heißt Apple natürlich in einer sehr, sehr guten Position. Ganz einfach, weil sie die Geräte produzieren, die die meisten Leute nutzen, weil sie viele proprietäre Apps auch auf diesen Geräten produzieren und das dann halt sehr schön auch nativ in diese Experience einbauen können. Weil wenn das wirklich, du hast schon angesprochen, wenn das irgendwann mal fast gar nichts mehr kostet, so der Age of Abundance, wenn man so will, dann bedeutet das natürlich, dass das Ding einfach so auf dem iPhone sitzen kann. Das braucht dann, es kann wirklich dort nativ sein, das braucht vielleicht auch gar keinen Online-Access mehr. Und das schafft ganz neue Möglichkeiten und ist aber auch für Startups meines Erachtens eine positive Entwicklung, weil es eben auch heißt, da ist Platz für Innovation am Application Layer. Also wird nicht, oder wenn man dem jetzt glauben, schenkt, mal schauen. Aber es schaut gut aus, dass halt jetzt dann nicht die drei dominanten Player, die die LLMs bauen, jegliche Marktmacht besitzen werden. Und das ist schon, glaube ich, auch für den Wettbewerb gut und, und du hast es schon angesprochen, das ist natürlich auch für Europa gut. Weil ganz ehrlich, wir haben immer wieder diese Diskussion hier, ja, uns fehlt Talent und Kapital, das wissen wir, und es ist notwendig, beides zu hebeln. Aber wo man da vielleicht zuerst ansetzen muss und was vielleicht auch wichtiger ist, da gibt es schon auch unterschiedliche Meinungen. Ich habe immer gesagt, das Allerwichtigste ist, die guten Leute nach Europa zu holen und die guten Leute in Europa auch zu halten, weil viele von den amerikanischen Deck-Giganten sind von Europäern, die ausgewandert sind, gegründet worden. Und das ist, finde ich, schon auch ein schönes Beispiel. Ja, wenn DeepSeek das für sechs Millionen, und man muss sagen, die 6 Millionen sind Trainingskosten von diesem Modell oder des letzten Modells, das sie gemacht haben. Das heißt nicht, dass die Company insgesamt nur 6 Millionen Euro quasi gekostet hat, dahin zu bringen. Aber diese 6 Millionen sind trotzdem einfach in einer ganz anderen Dimension als alles, was wir bisher gesehen haben. Das ist etwas, was man in Europa auch gut finanzieren hätte können. Und da sagt mich halt dann, denke ich mir dann halt schon wieder, ja, Double Down on Thailand, wir müssen es schaffen, dass die klügsten Köpfe hier bleiben, dass die klügsten Köpfe herkommen und dass die klügsten Köpfe hier aber auch ein Environment haben, ein Umfeld haben, in dem sie wirklich wissenschaftliche Durchbrüche erzielen können, indem sie an Moonshots denken können, indem sie hier auch ein Umfeld haben, das sie empowert und nicht zurückhält. Ja.
DanielStimmt. Also, ja. Ich bin ja leidenschaftlicher Europäer, ich finde der Pitch wird halt einfach nur immer schwächer, aus europäischer Sicht. Weißt du, was ich meine? Es ist so, so sehr ich an Europa denke, so sehr sehe ich einfach, wie Woche für Woche Europa einfach so richtig, richtig, richtig in den Keller abrutscht. Weil wir einfach so auf der Stelle traben. Ich weiß, es tut sich gerade was. Ich weiß, da reden wir auch gleich drüber. Aber es sind halt einfach so diese Standardprobleme, mit denen wir nach wie vor zu kämpfen haben, die einfach ja. Meine ganz ehrliche Frage, ich weiß, das ist jetzt mit all deinen Hüten natürlich ein bisschen ein schwieriges Thema. Aber wo, wenn du ein KI-Startup bauen würdest? Von Scratch. An welchen Ort würdest du gehen?
MarkusAlso ich persönlich würde hier bleiben. Ich lebe gerne hier. Ich glaube auch, dass ich von hier erfolgreich sein kann, eben auch explizit dieses Beispiel zeigt, das ist jetzt diese limitierten finanziellen Mittel, die es in Europa gibt, müssen nicht der entscheidende Faktor sein. Und ich persönlich möchte nicht in Amerika leben. Ich habe dort ein halbes Jahr lang gelebt, zu Zeiten, die noch ein bisschen weniger turbulent waren. Also aktuell würde ich das in Europa machen. Es kann halt auch sein, dass sich Europa verändert in den nächsten Jahren und ich dann hier nicht mehr glücklich bin, das muss man schon sagen. Ich glaube, da liegt hier auch schwierige Probleme vor uns, die nicht einfach sind zu lösen gesellschaftlich, aber rein, also wirklich auf aktuell und ich persönlich, heißt nicht, dass ich allen anderen das empfehlen würde, aber ich persönlich würde aktuell in Europa gründen, ja.
DanielWürde ich nach wie vor auch. Ich finde, der Pitch ist aber mittlerweile im Saumäßig schwierig. Der Pitch ist nicht mehr so, hey, hier ist alles so cool hier, hier musst du bleiben, sondern der Pitch ist eher, bei denen ist ganz, ganz schlimm, da ist auch ganz, ganz schlimm, da wissen wir nicht und die sperren dich ein. Und das ist halt so schade. Weil wenn man wirklich überlegt, wenn man nochmal so dabei bleibt, ich finde, wir haben die brillantesten Köpfe hier. Exzellente Ausbildung, fantastisch. Aber ist es nach wie vor dieses alte Thema, wo ist denn der wahre Hotspot dafür? Wo ist es, wo du, wo du hingehst? Ist es zum Beispiel, ist es nicht um? Also es ist zum Beispiel in München, die TU. München passiert gerade ganz, ganz, ganz, ganz viel, muss man sagen. Unfassbar. Wir haben Berlin ja jetzt gerade abgelöst. Sehr spannend. Also Berlin ist so ein bisschen ruhiger geworden, die sind alle beschäftigt damit, wie sie anziehen und wie ihr Oberlippenbart aussieht. Das ist so das Wichtigste. Fixie-Fahrräder und du weißt, was ich meine. Naja, du weißt, das ist so quasi Berlin in a nutshell. Das spricht eine Hamburger oder wie? Ja, natürlich. Hamburg ist immer gut. Und Tum hat natürlich extrem, extrem aufgeholt. Ich habe das Gefühl für mich auch sehr viele von den KI-Themen tummeln sich irgendwo da. Aber ich würde mir zum Beispiel gerade jetzt total schwer tun, zu sagen, hier ist der Hotspot für KI-Themen. Da müsste man hingehen. Und das könnte sich noch ein bisschen rauskristallisieren. Und ich sehe halt auch, wie immer mehr Gründer und Gründerinnen Richtung Middle East gehen. Und das ist natürlich auch eine interessante Entwicklung. Das sollte ich zum Beispiel nie machen. Da bin ich auch nicht so der große Fan von. Es ist auch ein Markt, den ich nicht so verstehe. Ich verstehe, die gehen aber aus rein steuerlichen Gründen dorthin, denke ich. Und weil es einfach so kaum Barrieren und unfassbar viel Geld gibt. I don't know. Es ist etwas, was mich grundsätzlich sehr skeptisch macht. Ich glaube, in Europa wäre es wahnsinnig einfach, wahnsinnig einfach, das Ding rumzureißen. Es wäre man einfach, ich sag mal, das alte Geld viel, viel, viel schneller ranlassen würde. Das wäre einfach so einfach. Und einfach ein bisschen weniger regulieren. Ein bisschen, ein bisschen einfach lassen. Und dann einfach so ein bisschen machen lassen. Und es wirkt ja so ein bisschen so, wenn wir den Andi Klinger folgen, der dürfte jetzt vor ein paar Tagen Hände schütteln und was überreichen. Und das ist ja mal ein Schritt vorwärts.
MarkusJa, du meinst die EO Inc. Petition, die würde jetzt da überreicht an die zuständigen Kommissare, was natürlich ein wichtiger Schritt ist. Es hat jetzt auch beim World Economic Forum die Ursula von der Leyen nochmal bestätigt, es soll ein 28-Regime kommen. Es ist ganz essentiell, die Bürokratie abzubauen. Es ist ganz essentiell, dass wir uns Unternehmen empowern, in diesem globalen Wettbewerb auch zu bestehen. Also das Problembewusstsein ist jedenfalls hier. Wie gut es dann gelingt, das tatsächlich auch in die Praxis umzusetzen, wird der entscheidende Faktor sein. Das ist in der Politik immer die Schwierigkeit. Und wir sehen es auch jetzt gerade wieder bei Trump, der gerade probiert, halt jegliche Sozialsystem in Amerika auszuhebeln. Und da halt jetzt wieder von einem Gerichtshof gebremst wurde oder halt quasi aufgehalten wurde, wenn man so will. Das heißt, selbst wenn du da komplett ohne Handschuhe reingehst und probierst, alles umzureißen, es ist halt unser politisches System auch mit Recht so aufgebaut, dass schnelle Veränderung schwierig ist. Trotzdem müssen wir uns hier ranhalten und müssen beschleunigen. Und ich glaube, das, was der Andi auch gepostet hat, was ich sehr spannend fand, ist wirklich eine tiefgehende Analyse, woher stammt Europas wirtschaftliche Schwäche. Weil das ist etwas, wo, glaube ich, schon noch und ganz bewusst von vielen Amerikanern Narrative gebaut werden, die halt die klügsten Köpfe probieren, in Richtung Amerika zu locken, die auch der heimischen Bevölkerung das Gefühl geben, ja, wir sind in the best spot. Und ich glaube, da ist es wichtig, auch faktisch dagegen zu halten. Und der andere, der beide Welten, glaube ich, sehr gut kennt, hat ja auch wirklich eine ordentliche Zeit in Amerika gelebt, hat dann mehrere erfolgreiche Startups aufgebaut. Und jetzt ist er wieder zurückgekommen und lebt, glaube ich, mittlerweile in Berlin.
DanielIch liebe ihn heiß und innig, aber wenn du dir ein Foto von ihm anschaust, dann sagst du, natürlich lebt er in Berlin. Und ich meine es in größter Liebe.
MarkusJa. Also er hat das sehr gut analysiert gemeint. In Berlin? Ja, es ist möglich, dass das sogar in Berlin passiert ist. Aber er hat sich angeschaut, okay, warum gibt es diesen Meme-Graph, wenn man so will, das einfach, wenn man sich anschaut, seit 2008 die amerikanische und die europäische Wirtschaft und dann merkst du halt, wie die Amerikaner, da geht der Graf quasi zum Mond und Robert dümpeln wir da halt vor uns hin, wenn wir uns das GDP anschauen. Und er hat sich angeschaut, okay, woran liegt das eigentlich? Und da muss man sagen, ein großer Teil davon liegt tatsächlich eigentlich einfach mal nur am Wechselkurs, beziehungsweise halt an der Inflation, die dahinter steht. Die war in Amerika, da ist man viel aggressiver vorgegangen, hat viel mehr Geld in den Markt gepumpt. Das hat dazu geführt, dass die Wirtschaft aufgeblasen wurde, gleichzeitig aber schon auch die Kaufkraft relativ gesunken ist. Also wenn man diesen Effekt einmal herausrechnet, dann sind zwei Drittel von diesem Gap erklärt. Nichtsdestotrotz, das restliche Drittel, ist etwas, was uns Grund zur Sorge geben sollte, weil da schauen sie sich halt auch wirklich an, dass die Produktivität in Europa gesunken ist. Oder nicht gesunken, aber weitaus weniger gestiegen ist als in Amerika. Und das ist am Ende natürlich zurückzuführen, dass wir weniger High-Leverage Industries haben als in Amerika, also diese Industrien, die mit relativ weniger Menge an Arbeit möglichst viel Output erzielen können. Besonders die Tech-Industrie ist hier relevant und das ist halt genau das, was wir auch schon länger sagen. Der Unterschied zwischen Europa und Amerika ist die fehlende Tech-Industrie. Das hat uns in den letzten Jahren zurückgeschmissen. Und wenn wir das nicht ändern, dann wird es sehr schwierig, da den Anschluss wieder zu finden. Und insofern auch klar der Appell auch hier wieder an die EU-Kommission, let's get going.
DanielUnd du musstest aber einen Schritt weiter denken. Nicht nur die fehlende Tech-Industrie per se, sondern auch die fehlenden Köpfe der Tech-Industrie, der alten Industrie und Politik halt brutalen Druck machen. Ich sage nicht, dass es richtig ist, aber wenn du dir jetzt zum Beispiel die USA anschaust, mit all den unendlichen Fehlern, aber nur die Inauguration, dann siehst du, wie dich Tech an Politik und Politik an Tech dran ist. Und es ist quasi fast eine Art Oligarchie. Wiederum nicht gut. Aber du hast Leute, die ganz nah dran sind, die den Politikern quasi sagen, was sie tun sollen, wenn man so möchte, und dadurch natürlich auch gesellschaftlich extremen Einfluss nehmen und Veränderung extrem beiberufen. Ja, Gott sei Dank haben wir aber Frank Theelen. Der hat ja immerhin Elon auf Twitter geschrieben, das hast du sicherlich gesehen. Wie alles weg. Ten ext, ext, ext. Der Typ. Spaß, ich bin kein Frank Thelen-Fan. Nee, aber trotzdem, du musst es dir halt überlegen: wie weit ist Tech eigentlich hier sozusagen in Europa? weg von Politik. Es gibt dann immer mal wieder eine irgendeine Runde, wo man zusammen frühstückt und ein bisschen redet und die einen oder anderen, die sich mögen, aber in Wahrheit sind wir da relativ weit weg. Und der Einfluss von Tech auf Politik ist relativ weit weg. Schönes Beispiel, wenn du dran denkst, wie lange haben wir alle nach der Rot-Weiß-Rotkarte geschrien, nur um so ein simples Beispiel, in Anführungszeichen zu nehmen. Wie lange hat das Ganze gedauert, bis das ein bisschen besser wurde?
MarkusBoah, die Rot-Weiß-Rotkarte. Ja, wobei das gab immer so Ministeps da. Ich glaube, die Flexco ist schon das, das, was oder die Mitarbeiterbeteiligung, da hast du halt wirklich einen Zeitraum gehabt von, ich glaube, sechs Jahren oder sieben Jahren von Babysteps. Konkrete Vorschläge hin bist du, es wird dann tatsächlich umgesetzt.
DanielRichtig, und es ließ sich halt beweisen, dass es notwendig ist und dass man quasi am Verhungern ist. Und ich glaube, ohne ein paar wenige dir inkludiert, die halt wirklich mit sehr viel Leidenschaft rangegangen sind, wäre das nichts geworden. Worauf ich hinaus will, ist, das ist etwas, was man jetzt ja extrem spürt. Man spürt es einfach gesellschaftlich. Und man spürt, dass wir uns auch gesellschaftlich in Europa mit vielen Themen beschäftigen, die auch alle ihre Berechtigung haben, die allerdings nicht unbedingt helfen, ein Wachstumsturbo zu zünden, wenn man so möchte. Und Innovation ist stief ideologisch getrieben. Weiß auch nicht, wie es, was ich auch nicht immer für unbedingt smart empfinde. Und politisch sind wir auf ideologischen Leveln, da könnte man eigentlich nur noch im Kreis kotzen, muss man einfach so sagen. Ja, und das ist etwas, worunter wir leiden. Und der grund europäische Gedanke. Ich meine, ich glaube, die Amis sind oft kurz vom Bürgerkrieg, muss man einfach mal so sagen. Aber Europa als eine Unified Market, da sind wir noch sehr weit weg und das ist halt schade.
MarkusIch finde, ein wichtiger Punkt, den du da angesprochen hast, ist halt schon die Relevanz von Technologien in der amerikanischen Politik. Also genauso wie halt hier jetzt in Österreich zum Beispiel oder in Deutschland die Autoindustrie eine sehr gewichtige Rolle hat. Der Staat weiß, das ist ganz essentiell für die Volkswirtschaft. Das ist ein wichtiger Bestandteil des Wachstums hier. Deshalb sitzt halt dann auch, ich weiß nicht, in Österreich zum Beispiel bei einer industriellen Vereinigung, auch in den Regierungsverhandlungen. Das ist natürlich etwas, was eine Tech-Industrie in Amerika geschafft hat. Wie das jetzt gehandelt wird, du hast schon angesprochen, die Oligarchie, die sich der Anbahnt, die Art und Weise, wie man da vielleicht auch Entscheidungen nicht immer im Sinne von allen trifft, ist alles, glaube ich, zu hinterfragen und auch nicht gut. Aber ja, dass wir halt hier eine Tech-Industrie haben, auf die wir stolz sind, die die Leitbetriebe von morgen sind, das fehlt uns immer noch und das merkt man halt auch in der Politik. Und das ist dann eben genau dieser Teufelskreis, wo man sagt, weil wir keine Tech-Industrie haben, spielt das in den politischen Verhandlungen keine Rolle. Und genau deshalb haben wir auch weiterhin keine Tech-Industrie oder nicht die richtigen Rahmenbedingungen für diese Tech-Industrie. Also da müssen wir diesen Teufelskreis müssen wir durchbrechen. Und ja, ich glaube, das geht tatsächlich in erster Linie auf europäischer Ebene, wenn wir es schaffen, dass wir halt da irgendwie ein dieses 28-Regime vom Setup zu sagen, man schafft da ein separates Vehikel, mit dem man diese ganzen nationalen, bürokratischen Hürden überwinden kann. Das ist da schon ein ganz essentieller Schritt.
DanielGlaube ich auch. Also ich bin wahnsinnig gespannt, was dabei rauskommt. Ich habe nur, wie gesagt, auf europäischer Ebene das Gefühl, dass sich Tech wieder weiter von Politik entfernt hat, als es mal war. Weißt du, ich meine, es gab vor ein paar Jahren Pitch and Downing Street Number 10. Wir waren da alle sehr nah dran. Selbst damals der Bundeskanzler war beim Austrian Startup-Stammtisch dabei und wir waren quasi auf Du und Du damit. Das ist jetzt alles schon ziemlich abgekühlt.
MarkusJa, wobei auf europäischer Ebene ist es, also auf EU-Ebene, um präziser zu sein, ist es schon stärker als je zuvor. Du hast recht, die nationale Ebene ist sicher die große Herausforderung, wo das sich in eine ganz andere Richtung bewegt.
DanielUnd ich glaube, da sind halt auch viele Politiker und Politikerinnen, die halt auch ganz weit weg sind von dem Thema. Und ich glaube selbst eine Ursache von der Leyen, komm, das sind alles solche Turbo-Bürokraten. Es ist gut, dass sie es machen, das ist total fein, aber ich glaube, die haben so eine alte Denkweise und dann so eine, ich glaube, die nehmen das alles noch immer nicht so ganz ernst, was das jetzt eigentlich ist und was das für ein Motor der Veränderung ist. Ich glaube, das ist so nice to have. See nicht ihr, aber hier die großen Industrien, die müssen wir bewahren, die sind wichtig.
MarkusIch glaube, in der Sprache der Bürokraten, es war dieser Draghi Report und der Letter Report, das waren in ihrer Welt schon diese Wake-Up-Calls. Also ich glaube, das ist angekommen, ob sie das notwendige Pouvoir und auch das Handwerk haben, um das jetzt politisch umzusetzen und auch gegenüber den Member States durchzubringen, das ist eine komplett andere Frage. Aber ich glaube, die Urgency, die ist auf der Ebene angekommen. In den Mitgliedstaaten nicht. Weit weg. Überhaupt kein Thema.
DanielIch meine, selbst Dragereport und so. Ja, stimmt, es ist in deren Welt irgendwie angekommen, aber ob es wirklich Konsequenzen mit sich führt und ob es die weitreichenden Veränderungen auch liefern wird, die notwendig wären, das ich hoffe es natürlich, würde mich total freuen. Andererseits weiß ich nicht. Und wie du sagst, natürlich die Umsetzung in den verschiedenen Ländern. Ich glaube, es wird eine neue Ordnung in Europa geben. Es werden ein paar Länder relativ gut und relativ smart umsetzen. Da werden dann viele Gründungsinteressierte und Gründerinnen und Gründer hingehen, natürlich dann auch Wirtschaft und Wohlstand dorthin bringen. Und die anderen, die das halt nicht so ganz gebacken bekommen. Und das wird sich weisen, wer das schnell umlegen kann und wer da nicht so schnell umlegen kann. Schönes Beispiel aus den 90ern ist, als Irland plötzlich die ganzen Tech-Giganten angelockt hat aufgrund von interessanten Steuersystemen. Da ist Irland sozusagen vom quasi fast dritten Weltland, sage ich in größter Liebe mit meinen Wurzeln, quasi über Nacht in unfassbaren Wohlstand verfallen, weil man einfach ein paar, in Anführungszeichen, smarte Handgriffe gemacht hat, mit denen man Talent aus aller Welt angelockt hat. Das ist das, was ich immer nie begreift, dass man nie an die indirekten Konsequenzen denkt von solchen Entscheidungen, sondern immer nur an das direkte. Und Irland hat damals, glaube ich, quasi fast steuerfrei die Te-Giganten angelockt. Mit der Konsequenz, dass natürlich zehntausende Leute gekommen sind, die unfassbar viel Geld verdient haben, die unfassbar schöne Häuser wollten und alle anderen Industrien mit angekurbelt haben, mit allen Knock-on-Effekten dahinter. Und das ist das, was Tech liefern kann. Das ist genau das, was Tech liefern kann und liefern sollte. Und ja, das ist. Ich bin mal gespannt. Jetzt haben wir so ein bisschen auf der großen weiten Welt geschaut, jetzt haben wir auf der europäischen Welt geschaut. Ich sehe, dein Cursor ist auch nochmal auf einer österreichischen Perspektive. Da geht es um die Investmentperspektive. Mach du. Ich bin einmal so negativ.
MarkusDie News sind auch nicht besonders positiv. Also es gab im dritten Jahr in Folge weniger Investments in Österreich.
DanielDas ist ja überraschend.
MarkusJa, es ist halt dem makroökonomischen Umfeld geschuldet. Es gab schon Hoffnung, dass das jetzt 2024 schon vielleicht ein Jahr ist, wo sich die Trendwende, wo die Trendwende gelingt. Wenn man sich die Zahlen anschaut, nicht wirklich. Ich nenne es jetzt dümpeln weiter auf einem Niveau herum, was nicht an die Rekordjahre 2021 besonders und durchaus auch 2022 herankommt. Wenn man sich die Zeit davor anschaut, dann sind wir schon immer noch auf einem sehr guten Niveau. Also muss man auch ein bisschen immer rausrechnen, diese Covid-Craziness. Aber ja, es ist einfach nicht das große Wachstum da, was wir uns wünschen würden und was auch ganz interessant ist, ist besonders auch das internationale Geld kommt nicht mehr so nach Österreich, wie das noch vor einigen Jahren der Fall war. Es ist einerseits ein positives Signal, zumindest die österreichischen Investoren dadurch mehr auch ihre Verantwortung wahrnehmen. Aber andererseits wäre es natürlich schon auch ein gutes Signal, wenn internationale Investoren auf Österreich aufmerksam werden und hier auch ihr Kapital investieren. Und da ist tatsächlich wirklich eben deutlich rückläufig in den letzten Jahren. Ja, ich glaube, wie schon gesagt, es braucht beides. Es braucht das Talent hier, es braucht die guten Ideen, die unabhängig von jeglichen Mitteln entstehen können. Aber ja, es braucht dann auch das Wachstumskapital und da sieht man wirklich, es tut sich wenig und es bräuchte eigentlich die Anreize.
DanielWie stark werden denn eigentlich diese Zahlen beeinflusst durch die, ich sag mal, Rekordinvestments, die es damals in MyStudent, nee, wie heißt das nicht, MyStudent oder My Student. Dankeschön, Ghost Student und Bitpanda. Die ist ja damals. Ich meine, das muss ja einen gewissen gewissen Bias erzeugen in den Zahlen, oder?
MarkusVollkommen, nein. Also diese Mega-Runden damals nicht nur von den beiden, sondern halt auch von anderen Scale-Ups. Aber das ist weltweit so, dass halt eine Phase war, wo dadurch, dass einfach wie das Bewertungssystem auch funktioniert hat, wie niedrig die Zinsen waren, wie hoch die Tech-Bewertungen an den Aktienmärkten waren, da gab es unglaublich viel Liquidität im Markt. Die musste irgendwie jemanden finden, wo sie zu Hause sein kann. Und der Markt hat sich halt jetzt komplett gedreht. Und da hast du vollkommen recht, das kann man halt so gerade nicht replizieren. Gleichzeitig ja, aber man müsste halt, eigentlich müsste man schon wachsen und das passiert halt aktuell nicht. Ich finde, es wäre vollkommen okay, wenn man moderat oder idealerweise schon ein bisschen auch mit Ansätzen in Richtung Exponentialität wachsen würde, auch wenn es mal nicht auf das Niveau von 221 oder 22 sofort zurückkommt. Aber dass wir halt jetzt immer noch sinken, dass es immer noch eine Korrektur eigentlich gibt im Markt, das finde ich ist das, was besorgnisregend ist.
DanielSag was Positives dazu.
MarkusJa, angeblich wird ja gerade über den Dachfonds auch verhandelt in den Regierungsverhandlungen. Das wäre ja vielleicht ein Weg, wie man besonders auf diese großen Runden auch mehr aus Europa, aus Österreich herausfinanzieren könnte, indem man eben mehr Venture Capital Fonds auch im Crowd-Bereich ermöglichen würde, mal sehen. Ich glaube, es liegt an uns Europäern, dass wir die Verantwortung übernehmen und auch das Kapital mobilisieren und auch Leute, die Geld haben, auch die institutionellen Investoren, die Geld haben, müssen halt auch erkennen, wenn wir Europa lebenswert halten wollen, wenn wir Europa wettbebsfähig halten wollen, wenn wir wirtschaftlich auch in Zukunft wachsen wollen, dann müssen wir unser Geld dorthin tun, wo es auch wirklich etwas bewirken kann. Und sorry to say, das ist halt weniger Immobilien oder 0 aus 15 Aktien als High-Leverage Equity Investments, was eben zum Beispiel Venture Capital ist. Und man sagt, da bewirkt das Geld potenziell sehr viel. Natürlich mit Risiko verbunden, ist natürlich auch mit potenziell sehr hoher Rendite verbunden, wenn es klappt. Aber dort, glaube ich, wenn man sich den Net Impact von dem Geld anschaut für Europa als Gesellschaft, dann wäre es, glaube ich, gut, wenn da mehr Leute Verantwortung übernehmen würden.
DanielJa, ich meine, ich bin mal gespannt, wie sich alles stabilisieren oder auch nicht wird, wenn bestimmte Regierungen feststehen. Weißt du, ich meine, wenn du in Österreich bist und sagst Regierungsverhandlungen, wir wissen ja noch nicht ganz, wie das ausgehen wird. Nachdem die Ampel gescheitert ist, jetzt verhandeln FPÖ und ÖVP und da sind, glaube ich, auch viele, die sich sagen, wer weiß, was das für den internationalen Standort so macht. Schauen wir mal, was ich da mit meiner Kohle mache. Vielleicht investiere ich dann doch wieder im Pferde, weil die Polizei ganz viele davon wieder braucht, man weiß es nicht. In Deutschland sind Neuwahlen im Februar, wo die AfD eine sehr starke Position hat, wo auch wieder diskutiert wird. Ich glaube, es sind einfach sehr viele Unsicherheitsfaktoren in den heimischen Märkten, die mal bereinigt werden müssen. Das heißt, ich bin mal neugierig auf Q3, Q4, wenn es dann mal irgendwann Regierung geben sollte, die dann irgendwann mal sich hingesetzt haben und auch wieder Dinge voranbringen können. Man muss klar sein, wenn man, wenn man in Regierungen verhandelt, kann einfach mal nichts passieren und wenn nichts passiert, bleibt Unsicherheit. Und je länger nichts passiert, desto mehr Unsicherheit passiert. Let's see, das heißt auch zum Thema Dachfonds. Ja. Bin mal aber neugierig, wer das dann letztendlich auch absegnet. Oder auch nicht.
MarkusIch meine, passenderweise, unsere nächste News ist, dass die erste Bank einen 90 Millionen Private Equity Dachfonds geclosed hat jetzt. Also das, was der Staat noch nicht geschafft hat, hat jetzt quasi die erste Bank da alleine mal gemacht. 90 Millionen ist ja natürlich jetzt noch nicht genug, um uns dorthin zu bringen, wo wir hin müssen, aber jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung. Wurde 2022 initiiert, muss man auch sagen, ziemlich harte Zeit, um so einen Fonds aufzustellen, sicher. Weil 2022, das war gerade noch so der Punkt, wo noch Dynamik da war und seitdem ist es halt eigentlich komplett die Liquidität aus dem Markt entflossen. Gut, dass sie trotzdem 90 Millionen hingestellt haben. Ich könnte mir vorstellen, dass es anfänglich mehr das Ziel war, aber ich glaube, im Zuge des aktuellen Umfelds ist das trotzdem ein wichtiger Bestandteil. Sie haben das jetzt in zwölf Venture Capital, Growth Equity und Buyout-Fonds investiert. Ja, wie gesagt, es ist, glaube ich, gut, wenn private Player institutionelles Kapital hier mehr auch in diese Richtung investiert und auch wenn die LPs davon, also die tatsächlichen Geldgeber, die da ihr Geld einzahlen, dass die halt auch Druck ausüben, dass das Geld möglichst in Industrien mit technologischem Schwerpunkt fließt, damit wir hier auch technologisch wettbewerbsfähig bleiben in Europa.
DanielAbsolut. Du, und ich glaube, ich glaube, ich habe mir da so einen Nebensatz halt gedacht, ich glaube, die Veränderungen, die wir brauchen, werden halt immer aus der Privatwirtschaft kommen, werden unternehmerisch sein. Das sehen wir beide ehemalig so. Und da ist ein schönes Beispiel natürlich, sind auch unsere Freunde von Big Panda, die da. Ich muss ja sagen, es gibt auch Wochen, da passiert so nicht so viel prickelndes, aber ich habe das Gefühl, irgendwie bei den Big Pandas, da scheint denn jeden Tag die Sonne aus mir hintern. Das ist halt wirklich schön zu sehen. Die machen jedes Mal aufs neue, unfassbare Dinge. Und die bauen einfach. Die bauen einfach Tag für Tag und Woche für Woche und Monat für Monat. Und du merkst, die wissen ganz genau, wo sie hingehen wollen und sie wissen, welche Schritte sie gehen wollen. Und die sind aber auch irgendwie smart und mutig genug, um auch die ganz großen Dinger zu machen. Und die haben jetzt gerade eine richtig, richtig relevante Lizenz eingefahren, oder?
MarkusGenau, die Mikralizenz. Haben da jetzt quasi eine volle Lizenz schon bekommen. Anders als einige Competitor, wie sie Eric auch gesagt hat, ja. Ja, schnippisch angemerkt hat, dass der andere viel Ankündigungspolitik machen und sie sind dann tatsächlich die, das auch delivern. Und ich glaube, das ist das, was du schon angesprochen hast und was wirklich hervorsticht auch in den letzten Monaten. Bit Panba executed wahnsinnig gut. Also unglaublich präsent in den letzten Monaten. Jede Woche ein weiterer Fortschritt. Auf der Marketingseite sehr, sehr, sehr viel Visibility.
DanielUnd ich muss dich unterbrechen, und sie haben sich ja auch politisch engagiert. Das darf man nicht vergessen. Sie haben ja auch in Deutschland den meisten Parteien eine Spende gegeben. Interessanterweise zwei nicht. Der AfD und den Grünen nicht. Was ich sehr, sehr, sehr spannend fand. Starke Ansage seitens BitPanda. Also die sind schon, also da rückt Tech schon näher ran, muss ich ganz ehrlich sagen. Auch das ist mutig.
MarkusJa, nein, haben wir letzte Woche auch schon in deiner Abwesenheit besprochen. Ich glaube, das ist ein erster Schritt der Tech-Industrie in Richtung Politik auch natürlich auch strategisch sinnvoll, da Brücken zu bauen. Jetzt auch, wenn man sieht, was da schon auch passiert in Amerika, dass man sagt, okay, wie können wir hier auch Brücken bauen, wie können wir näher dran sein an der Thematik. Aber ja, ich glaube, das, was halt Bitbanner, die hatten diesen eben nach dem Zinsschock da 2022 gab es das Downsizing, also ein bisschen die Refokussierung. Das haben sie sehr gut hinbekommen und seitdem sind sie wirklich, wirklich gut unterwegs, haben jetzt wieder, glaube ich, im letzten halben Jahr eine Million Nutzer dazu gewonnen, wenn ich das jetzt richtig in Erinnerung habe. Also auch die Zahlen passen. Die machen ihre Hausaufgaben sehr gut, sind auf der regulatorischen Seite extrem fit. Cool. Weiter so, ist schön, dass so ein Unternehmen auch aus Österreich herauskommt und da sind wir sehr stolz drauf.
DanielJa, absolut. Also das macht einfach Spaß. Und das sind vielleicht auch genau diese Treiber der Veränderung, von denen es ein paar mehr geben sollte. Das Positive.
MarkusMan muss auch wirklich sagen, engagieren sich für das Ökosystem. Also der Christian Dummer, der Tech-Co-Founder von ihnen, der ist ja wirklich engagiert auch, ist bei unserem ELP-Programm, ist er macht immer einen Fireside-Chat und also finde ich auch gebend zurück ans Ökosystem und coole Sache.
DanielJa, und ich muss sagen, die sind ja, die sind ja einer von uns, wenn man so möchte. Ich meine, frühen Stammtische immer, immer dabei und du sagst auch gerade die Präsenz von Christian stark. Und ich glaube, die sind natürlich auch mit dem Unternehmen, das sie geschaffen haben, das mitten in Wien agiert, die werden auch ganz gut bezahlen und die werden natürlich dadurch einen gewissen Fokus auch legen und einfach auch viel machen. Und das ist für sie noch immer eine starke Entscheidung, auch hier zu sein in Wien und nicht irgendwo anders. Ich hoffe, das bleibt auch so. Gefällt uns. Apropos, wir müssen uns sputen. Ich muss gleich laufen und ich glaube du auch. Also nicht laufen, laufen, sondern ich muss tatsächlich loslaufen, um einen Leihwagen zu holen, um irgendwo jetzt anderthalb Stunden zu fahren und dann eine Keynote zu halten. Das klingt also, wenn ich sage, ich muss laufen, denke ich, jetzt macht er wieder nur Sport. Nee, also damit meine ich, ich muss in Gang kommen. Denn ich habe heute noch eine Keynote, auf die ich mich sehr freue. Dass die traurige Seite von Keynotes beaken, falls man das so sagen darf. In einem wunderschönen Spa, also diese typischen in so einer Weinbauregion, einem wunderschönen Spa, wo ein Unternehmen einen Retreat macht, ein paar Tage lang und ich darf da als Speaker hin. Komm am Nachmittag an, halt die Keynote und fahre dann wieder am Abend und ich liebe. Ja, Spaß und ich liebe ja schwimmen. Und man geht dann rein und man riecht es, man sieht es und man fährt wieder. Das ist einfach so. Nicht, dass es jetzt sonderlich tragisch ist, aber es wäre schon schön, da irgendwie so eine kleine Runde ins Bar. Nee, ich armer Mann, muss da nur hin und delivern und dann wieder gehen. Ist auch okay. Aber ich weiß immer, sobald ich dann diese Pool-Luft schnuppere aus der Entfernung, das löst Dinge in mir aus. Schwierig. Erste Weltproblem, oder? Schaus wirklich. Ich weiß, ich weiß eh. Aber trotzdem, wenn wir so ein Pool sehen, in dem man nicht reinspringt, das ist immer sowas. Die Leute, die an Bademännchen an einem vorbeigehen, ja, ja, kennst du mich bei auch so ein extrem sauna-fetisch. Macht mich auch mal sehr glücklich. Aber ja. Das könnte man sagen, geh doch vorher da in die Sauna und schleicht dich ein. Ja, nee, da sehe ich dann aus wie so ein gedampftes Huhn. Das kann ich auch nicht machen.
MarkusWir hatten letztens einen Retreat, wo wir in einem Hotel mit sehr netter, sehr netten Spa waren und sind dann dort am Abend voller Motivation in diese Richtung aufgebrochen, um zu sehen, dass der Spa-Bereich leider gerade renoviert wird.
unknownWas?
MarkusWas für sehr viele Enttäuschungen gesagt hat. Dann haben wir uns natürlich beschwert bei der Rezeption, die haben sich sehr entschuldigt, bla und haben gesagt, aber es gibt ja die Therme, da zehn Minuten entfernt. Dann sind wir tatsächlich in die Therme gefahren und dann war in der Therme, die war komplett voll. Konnten wir auch nicht durchs Glas durchsehen, wie die Menschenmasse sich da drinnen aufmachen kann. Aber ja.
DanielWas? War das dort, wo wir immer waren?
MarkusJa.
DanielOh mein Gott. Ich glaube, ich hätte geweint, wenn mir das passiert wäre. Oh, mein Beileid. Und das haben sie euch beim Buchen nicht gesagt.
MarkusDas haben sie uns beim Buchen nicht gesagt. Finde ich auch immer noch eine Frechheit. Und jetzt haben wir bekommen von, ich glaube, 3% Rabatt haben wir deshalb im Nachhinein zugesprochen bekommen. Also ich weiß nicht, ob wir dann nochmal hinfahren werden.
DanielIch wollte gerade sagen, also die 3% da würde ich definitiv nochmal hinwollen. Das ist. Ja. Das ist echt speziell. Okay. So können auch Traditionen. Wie oft waren wir früher da zusammen? 15 Mal oder so? Gefühlt?
MarkusVielleicht 10, aber es ist schon ordentliche Stammgäste, ja.
DanielBoah. Oh wow. Okay, okay, okay, schlimm. Dann lass uns nochmal schnell refokussieren. Wir wollten noch über was anderes reden, bevor du da diese schockschwere Not mit mir geteilt hast. Noch ein Newcomer Woche, hast du im Angebot. Ja, wo ist das denn?
MarkusWieder mal alte Bekannte. Es geht um Start-Match. Das ist ein, wie könnte es anders sein, KI-Startup, gegründet vom Robert Kopka und dem Oliver Lukas, beides bekannte Gesicht aus der Startup-Szene. Robert Kopka hat eins das Startup Luke Roberts gegründet. Und die haben sich jetzt mit AI aufgemacht, dass sie Förderanträge effizienter gestalten, was ja wirklich ein sehr sinnvoller Use Case ist, wenn man sagt, okay, man schreibt diesen Förderantrag und am Ende muss man da unglaublich viel Prosa dazuschreiben, damit es so wirkt, als hätte das Hand und Fuß, dass man sich ausdrücken kann. Aber am Ende ist das eh immer wieder nur, ich sage jetzt mal Verschönerung von dem tatsächlichen relevanten Content, der da drin ist. Und insofern glaube ich, ist der AI ein sehr sinnvoller Bestandteil oder ein sehr sinnvoller Weg, um das effizienter zu gestalten, um dafür zu sorgen, dass Unternehmen weniger Zeit mit Förderanträgen, ich nenne es jetzt tatsächlich verschwenden, und mehr Zeit mit tatsächlich Förderung bekommen und Förderung klug einsetzen und idealerweise halt unternehmerisch erfolgreich sein. Aber da kann eine Förderung schon hilfreich sein, wenn sie eben nicht zu bürokratisch ist.
DanielStark. Also super, super smart. Und gerade wenn es erfahrene Gründer sind, die so ein Ding bauen, dann weiß man, die wissen, was es damit auf sich hat, die wissen, welchen Schmerz es verursacht und die wissen auch, dass man Förderung möchte, nicht, weil man eine Beschäftigungstherapie braucht, zwar man tatsächlich was schaffen möchte. Und das ist dann natürlich ein sehr smarter Move. Und entsprechend, ja, wenn ihr gerade dabei seid, über Förderung nachzudenken, dann einfach mal reinschauen und auch einfach mal überlegen, wie man so schön im Kryptobereich sagt, natürlich do your own research. Aber wir würden natürlich nicht sagen, Newcomer der Woche. Wenn wir nicht sagen würden, schaut euch das zumindest mal an und prüft es selber auf Herz und Nieren. Hätte ich jetzt mal so gesagt.
MarkusSounds good.
DanielIn dem Sinne, wir wünschen euch eine wunderschöne Woche, habt viel Spaß, passt euch auf euch gut auf. Und was habt ihr diese Woche gelernt? Bevor ihr in ein Spa-Hotel geht, fragt nach, ob die Sauna auch geöffnet hat. In dem Sinne, take care, stay safe und wir hören uns nächste Woche. Dankeschön, bye bye.