Future Weekly

#440 - Manus AI, Freedom Cities, EU Kehrtwende

Episode 440

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0:00 | 46:07

🧠 Manus AI mit Wow Effekt
🌎 Von Cloud States zu Freedom Cities
💔 OpenAI & Microsoft gehen fremd
🇪🇺 AI Act Aufweichung & EU Momentum
🔥 Bitcoin Heizung Energy21 holt 1,25 Mio

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Production: Christoph Nowotny
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel

Ein wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend oder auch gute Nacht und herzlich willkommen zum Future Weekly dem bitcoinigsten Startup Podcast, seitdem die Kurse Achterbahn fahren. Ich bin wieder mal Daniel und mit mir ist wie immer der Markus. Ja, wir haben viele Themen, aber worüber wir diesmal fast nicht reden, ist Donald Trump, weil wir haben langsam auch keinen Bock mehr auf den. Deswegen reden wir auf über Manus AI, wir reden über Freedom Cities, über OpenAI und Microsoft, dass da eine Liebe scheinbar zu Ende geht und dass in Europa große startet, denn der AI Act wird langsam, aber sicher aufgeweicht. Und durch Bitcoin werden Sachen warm. Unter anderem auch Heizungen. Und das hat Kohle gebracht. In dem Sinne, auf Los geht's.

unknown

Los.

Daniel

Ja, los geht's mit den News. Fangen wir doch mal anders an als sonst. Fangen wir doch einfach mal an so mit unseren Kernthemen. Lass uns über Manus AI sprechen. Weil es gab so ein paar Sachen so in meinem Feed, die meisten waren über eh schon wissen, aber da war auch so ein bisschen was über Manus AI. Für die, die vielleicht nicht die ganze Zeit hauptberuflich Nachrichten lesen, wie wir, rund um die Uhr um 3 Uhr morgens, sag mal, wenn du aufs Klo gehst in der Nacht, nimmst du dein Handy mit und liest die News?

Markus

Ich gehe meistens in der Nacht nicht aufs Klo. Ich bin jetzt bemerkenswert, dass wir es geschafft haben von unserem Kernthema, ja innerhalb von 10 Sekunden wieder abzubieten.

Daniel

Aber Markus, das ist mein Job. Aber das ist mein Kernthema, mich völlig, völlig irgendwo zu verlaufen. Ich habe massivste ADHS, was erwartest du von mir? Also du bist so ein. Erstmal, du gehst nachts nicht aufs Klo.

Markus

Also ich schlaf durch normalerweise, ja. Wann gehst du denn schlafen? Um eins meistens.

Daniel

Das wird sich übrigens so ändern. Für die, die das Announcement letzte Woche am Ende nicht gehört haben. Bei dir ändert sich ja einiges bald. So ist es. Magst du es in eigenen Worten formulieren?

Markus

Ja, also wir erwarten Nachwuchs schon in einigen Wochen. Dementsprechend, ja, wird sich mein Schlaf sicher.

Daniel

Du bist Papa. Ja, es mit dem 1 Uhr morgens schlafen gehen, wird es auch geben. Und dann auch um 1.30 Uhr, 2 Uhr, 2.13 Uhr und 7 Uhr 17 Uhr. Nee, das ist cool. Okay, und wenn du aber aufs Klo gehst, dann nimmst du schon dein Handy mit, oder?

Markus

Und total schon. Ich glaube, wenn ich in der Nacht aufwache und aufs Klo gehe, dann nehme ich es nicht mit. Weil mein Handy ist auch nicht dort, wo ich schlafe. Das ist irgendwo in einem anderen Zimmer. Wo ist das? Auf meinem Schreibtisch. Warum? Damit ich nicht abgelenkt bin, wenn ich oder damit mehr aus. Also ich so quasi zur Ruhe komme, wenn ich ins Bett gehe und aber auch wenn ich aufstehe, dass ich möglichst nicht das Erste, was ich mache, ist sofort das Handy in die Hand nehme.

Daniel

Was ist das Erste, was du machst?

Markus

Meistens aufs Klo gehen.

Daniel

Jetzt hatte ich einen minimalen Hänger. Ich habe deine Antwort nicht gehört, wie du wahrscheinlich an meiner Reaktion gesehen hast. Was ist das Erste, was du machst?

Markus

Meistens aufs Klo gehen. Und das Handy holen. Na, es gibt ja zwei Arten von Klo gehen und es ist nur das kurze Klo gehen. Und dafür brauche ich kein Handy.

Daniel

Okay, okay. Okay, fein. Nee, ist cool. Und erstmal nochmal, es waren jetzt so viele Themen auf einmal erstmal so krass, dass du Papa wirst. Und das ist, das ist, das ist, das ist schon richtig cool. Und es heißt aber auch, dass du dann ein bisschen dir Papa Zeit nimmst, um das Ganze zu genießen und voll da zu sein. Was ich erstmal extrem cool finde, extrem wichtig. Jungens, wenn ihr dazuhört, macht das alle, weil die Kinder werden so unglaublich schnell groß. Und gerade am Anfang sind einfach so viele tolle Momente, die man erleben kann und Momente, die vielleicht in dem Moment nicht immer so erfüllend sind, aber im Nachhinein sehr erfüllend werden. Und damit meine ich zum Beispiel so Windeln wechseln und so. Das ist nicht schlimm, aber es ist etwas, wo man sich dran gewöhnen muss. Einfach so die Technicalities. Und im Nachhinein gibt es dann viele lustige Geschichten. Aber du hast schon mal Windel gewechselt, oder?

Markus

Wir haben bei Wikis Babyshower eine Windelwechsel-Competition. Wer das am schnellsten schafft. Und da habe ich das einmal ausprobieren dürfen.

Daniel

An was habt ihr das ausprobiert?

Markus

An einer Puppe. Das ist natürlich viel einfacher, ich weiß, weil die stampelt nicht und da kommt auch nichts raus. Ich glaube, ich werde auch wahrscheinlich schon mal Windel gewechselt haben. Ich habe ja drei kleinere Geschwister, das heißt, es ist aber schon länger her, ja.

Daniel

Weißt du schon das Geschlecht von deinem Kind? Ja, es wird dann Pup. Ich meine, ich wusste das schon, aber ich wusste nicht, ob du das jetzt so sagen wolltest. Was auch Weltklasse ist, weil das ist, glaube ich, dann, habe ich gehört, auch nochmal eine Nummer herausfordernder. Weil rein anatomisch ist da ja etwas, was sehr dynamisch in der Bewegung ist und in der Zielerfassung. Das ist auch anders als eine Puppe. Also du wirst aber herausfinden, das ist ja spektakulär, wenn man das erste Mal dann was abbekommt. Aber das ist fein. Ich weiß gar nicht, wie wir uns da verlaufen haben, aber Heinz Brüller wird an dieser Stelle stolz auf mich sein. Das ist der Mann, der auch über Jim Clarks Schuhgröße gesprochen hat. Lass uns zurück zu den wesentlichen Sachen kommen. Also gesagt, du wirst bei Papa, was weltklasse ist, du wirst eine Pause machen für eine Weile, um dich um deinen Sohn, Mann und deine Frau zu kümmern, was cool ist, die sich auch um dich kümmern werden, was super aufregend ist. Du wirst einfach, das ist so toll. Ich freue mich so sehr für dich und für euch. Und ja, wir werden jetzt noch die Zeit nutzen, um über ein paar dieser wilden Änderungen zu sprechen, die du nicht nachts am Klo erfährst, sondern nach deinem morgendlichen Klogang und dein Handy in die Hand schnappst. Dann wirst du auch in deinem Feed gesehen haben, dass da plötzlich in der AI-Welt was gekommen ist, was eigentlich so richtig, richtig, richtig, richtig Substanz hat, verglichen mit den vielen anderen Meldungen, die wir so haben. Und das ist Manus AI. Erzähl mal, was ist denn das?

Markus

Ja, es ist wieder eine chinesische AI, die nennt sich Manus, the General AI Agent. Und wenn man so will, ist es wahrscheinlich eine Kombination aus Deep Research, Operator, Computer Use und Memory und das Ganze ist halt auch, hat auch eine gewisse Persönlichkeit. Und hat für sehr viele Wellen gesorgt, durchaus vergleichbar mit dem Deepseat-Moment, da allerdings nicht aufgrund der hohen Effizienz, sondern tatsächlich aufgrund der Dinge, die dieses Tool machen kann. Also die Idee ist es halt wirklich, dass das so wie ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin kann man einfach Aufträge geben und deine Gedanken in Taten umsetzen. Gibt es viele Beispiele, die mittlerweile aufgetaucht sind. Zum Beispiel einfach, wurde dem Ding gesagt, es soll mal die Apple-Website klonen, inklusive Visuals und auch die ganzen dynamischen Elemente dort. Und das hat es relativ gut hinbekommen. Auch einen Deep Dive, zum Beispiel eine Research über die Aktienperformance von gewissen Werten. Also schon sehr tiefgehende und komplexe Tätigkeiten, die sehr unterschiedlich sind. Und das, was man halt sagen muss, es ist Invite-Only aktuell? Hast du eine große Frage? Ich habe noch keinen Invite, ich habe nicht. Hast du schon probiert einen?

Daniel

Oder hast du dich quasi schon angemeldet? Nein, ich habe nur, also ich habe keinen Invite-Code entsprechend. Hast du den Zugang beantragt?

Markus

Ich habe den Zugang beantragt, aber noch nicht bekommen, ja. Na gut, das mache ich auch.

Daniel

Weil ich wäre schon sehr neugierig auf die, was ich so gesehen habe, so Sachen wie, wenn man sagen würde, zum Beispiel, such mir alle relevanten Startup-Events raus, die ich moderieren sollte und such mir die Ansprechpersonen raus und schick ihnen ein E-Mail, inklusive Terminvorschläge, warum, weißt du, was ich meine, das ist natürlich schon etwas sehr Geiles, wenn es das kann. Das ist ja das Besondere an den Agentic AIs, die eben nicht nur sagen, hier such mir das raus und dann sind da alte Informationen, sondern die auch wirklich ganz konkret Handlung setzen und das ist eben das Manus AI. Von den Screenshots, die ich gesehen habe, ist das natürlich unglaublich powerful, wenn es das denn so kann. Aber wir haben es beide noch nicht validieren können. Den Medien haben wir entnehmen können, dass ein paar sagen, ja, das ist irgendwie so ein bisschen dies und ein bisschen das und mit einer Mischung von dem und so ganz skalierbar ist das auch nicht. Kann ich das nicht beurteilen?

Markus

Ja, ich glaube auch, viele von diesen Leuten können es nicht beurteilen, weil sie auch noch keinen Zugang haben. Ich glaube, das ist halt vielleicht auch der Kritikpunkt. Diese Strategie mit dem Invite Only, das kann natürlich zwei Aspekte haben. Einerseits kann es der klassische künstliche Verknappungstrategie sein, wo man probiert, den Zugang, so wie damals Clubhouse, erst Schritt für Schritt zu ermöglichen, sodass Leute schon ganz heiß drauf sind und ganz excited, dass sie das dann endlich nutzen können. Oder es ist halt auch eine Frage der Skalierbarkeit der Ressourcen, dass sie halt aktuell nicht die Rechenpower haben, um dann wirklich viele Leute draufzulassen und dementsprechend kriegen das nur einige wenige, die können dann mit unglaublich viel Power und wahrscheinlich auch Kosten, die da im Hintergrund anfallen, die dann nicht sie tragen müssen, aber die halt in dem Fall Manus trägt, dieses Tool verwenden. Aber das ist ein Fragezeichen, das aktuell noch nicht gelöst ist. Wie sehr kann das aktuell schon ein Tool für die Massen sein? Oder ist das halt etwas, was dann sehr teuer und noch limitiert sein wird? Man hört aktuell auch, dass OpenAI gerade drüber nachdenkt, dass sie jetzt Modelle auch monetarisieren mit 2000 oder 20.000 Dollar monatlichen Kosten, wo halt wirklich der Ersatz von menschlicher Arbeitskraft im Vordergrund steht.

Daniel

Ja, und ich meine, es ist natürlich dieses alte Spiel, halt du, du, wenn etwas gratis ist, bist du der Kunde. So, und es war lange genug gratis, jetzt haben wir alle gesehen, wie toll es ist, sehen, wie toller und toller es wird. Und dann kommen plötzlich lauter Tears dazu, also lauter Preisklassen. Klar, ich meine, wenn es 20k kostet und es wirklich gut ist, habe ich natürlich einen immensen Vorteil gegenüber den anderen. Und das ist aber auch klar, dass dieser Vorteil irgendwo in Mannstunden runterzubrechen wäre. Ja, und dann sagt man natürlich, schau mal, nehmen wir jetzt das Beispiel mit den Startup-Events recherchieren und anfragen. Das ist natürlich die Arbeit eines Agenten oder einer Agentin. Würde man so eine Person anstellen, würde das so und so viel im Monat kosten in einem Jahr. Ja. Das ist halt so. Es würde aber auch sehr schnell ein Tier 1, Tier 2, Tier 3, KI-Umgang geben oder wahrscheinlich sogar K4. Tier One sind die, die sich das leisten können und ausprobieren wollen. Tier 2 sind die, die sich die größeren, nicht die ganz großen, aber die größeren leisten können und ausprobieren. Teil 3 sind die, die zumindest gerne rumprobieren. Und Tier 4 sind wahrscheinlich ein ganz, ganz, ganz großer Teil der Menschheit, die mit KI sich so gar nicht beschäftigen können und wollen. Dann sind wir wieder bei dieser K-Shaped Economy, über die wir, glaube ich, letzte, vorletzte Woche gesprochen haben, dass es eigentlich bezeichnend ist, dass KI für wenige richtig cool ist. Weil klar, wenn ich beispielsweise einen Invite-Code zum Manus habe und da richtig mich damit beschäftigen kann, weil mein Job es mir auch erlaubt ist, habe ich einen immensen Vorteil. Und wenn ich natürlich gar nicht dazu komme und alle anderen das schon tun, ja klar, das ist ja wie die einen zu Fuß gehen und die anderen steigen schon in irgendeinen Lamborgh ein. Logisch, bist du schneller am Ziel. Ja, das liegt daran, dass ich mir gestern Abend ein Interview angesehen habe von jemandem, da ging es um den Ferrari Puruswange, den er seiner Frau geschenkt hat. Und die Frau fährt aber lieber den Lamborghini Urus. Und das wiederum ist der Mann, der Bernie Ecclestones Formel-1-Sammlung gekauft hat und sie als Händler an niemand anderen als den Sohn und Erben von Dietrich Mateschitz, Marc Mateschitz, für 500 Millionen Euro verkauft hat. Jetzt kommt die Pulle rein heute mit euch. Heute habe ich Heinz Pulle wieder gefrühstückt, der wiederum Besitzer des Red Bull Rings ist, wo eine Kurve auch nach Gerhard Berger benannt ist. Spaß. Heute muss ich das so tun. Die Formel-1-Saison geht am Freitag wieder los. Das heißt, ein großer Teil meines Hirns ist nur noch in Vorfreude. Ja, das merkt man.

Markus

Aber I poke the bear.

Daniel

Ja, ja. Don't do it, don't do it. Das müsstest du wissen. Aber zum Manus zurück, also spannend. Sehr spannend. Was ich übrigens ganz, ganz, ganz tricky finde, also ich habe ChatGB De Pro, wie du ja, glaube ich, auch, wie viele von euch. Aber jetzt, wenn da so viele Anwendungsfälle kommen, tue ich mir auch sehr schwer, dann irgendwann für Sachen noch zu zahlen, weil ich das Gefühl habe, es kommen eh alle drei Wochen ganz neue Programme raus, die cool sind. Und ja, ich meine, ich habe es, glaube ich, ein, zweimal erzählt, ich habe ja an der WU eine Lehrveranstaltung am Entrepreneurship-Institut, was eigentlich um Entrepreneurship und KI geht, wo wir mittlerweile sehr erfolgreich schon geschafft haben, das, was man normal in einem Semester macht, in 48 Stunden runterzufeuern. Dieses Semester gibt es wieder denselben Kurs, der übrigens komplett überbucht ist, was saugeil ist. Und da haben wir, machen wir auch nichts anderes, als wir vier, die wir diesen Kurs abhalten, uns die ganze Zeit mit KI-Sachen zu beschäftigen. Und trotzdem ist es so, man kommt da kaum noch mit. Und das ist so krass. Und es ist schon wild. Und wenn man da jede Woche für das neueste Produkt wieder irgendwie einen Pro-Vertrag abschließt, tut mir schon schwer, weil ich weiß nicht, ob das in einem Jahr noch geil ist oder in sechs Monaten noch geil ist, geschweige denn in sechs Wochen geil ist. Und das ist ein bisschen so dieses Inflationäre an KI gerade. Hab ich den Eindruck.

Markus

Ja, es ist sicher die Herausforderung, genug Zeit zu finden, um sich halt auch wirklich damit so intensiv zu beschäftigen, wie sie es wahrscheinlich verdient. Ich glaube schon, dass es wichtig ist, dass man halt auch genau die K-Shaped Economy, die du angesprochen hast, wenn man es nicht schafft, die relevanten Tools auch auszuprobieren und auch im Alltag zu integrieren, dann verliert man halt auf der Ebene auch den Anschluss. Das ist dann auch eine Nativeness, die durchaus ein Wettbewerbsvorteil ist. Also ich glaube, es ist zumindest mein Ziel, dass ich mir proaktiv Zeit nehme, um gewisse Tasks dann wieder zu probieren, durch eine AI abzubilden. Das funktioniert viel schlechter, als ich mir das oft erhoffen würde, aber es ist schon, glaube ich, sehr wichtig.

Daniel

Ich meine, das Interessante ist, wir sind natürlich noch irgendwo in einer totalen Goldgräberzeit oder wir sind in einer ganz frühen Pionierzeit, nennen wir es eher so eine Pionierzeit. Das heißt, eigentlich muss man es fünf Jahre nach vorne denken und sich denken, wenn das Ding, wenn was auch immer es ist, mal ein bisschen ein bisschen consumer-friendly ist und ein bisschen sich einpendelt und ein bisschen einfach getestet wurde, dann ist das schon extrem krass. Ich glaube aber gesellschaftlich ist es auch noch wahnsinnig schwierig, einfach zu überlegen, was es bedeutet. Und ich glaube, es gibt unglaublich viele coole Einsätze dafür. Ich halte am 10. April bei der Caritas eine Keynote beim Symposium, beim Zukunftssymposium der Caritas und da darf ich über die Zukunft der Pflege sprechen, was ich total cool finde, und da ist natürlich der Punkt, zum Beispiel für den Pflegeeinsatz, ist eine KI fantastisch. Nicht nur für so triviale Dinge wie der optimale Mitteleinsatz von jetzt Pflegerinnen und Pflegern, sondern auch in der Betreuung mit Personen, die sich gerne unterhalten, die einfach auch manchmal sehr einsam sind und vor allen Dingen aber auch in der Überwachung ist immer so ein negatives Wort, aber in der sprachlichen Überwachung in vielleicht degenerativen Erkrankungen ist das extrem interessant zu sehen, wann, was, wo, wie passiert. In der Früerkennung von Krankheiten, super spannend. Klar, im Umkehrschluss habe ich vor einiger Zeit gehört, es gibt ein Tool, das zum Beispiel an einigen Unis eingesetzt wird, das die gesamten Gespräche von Studentinnen und Studenten vor Ort screent und scannt und darauf basierend benotet. Das heißt, wenn du die gesamte Zeit in einer Lehrveranstaltung sitzt, und das ist zum Beispiel, wo man sagt, ja, okay, so rein technisch betrachtet, macht es ja technisch gesehen Sinn, dass man schaut, ob das die, die am meisten am Ball sind und die klügsten Dinge sagen, dafür bewertet werden. Aber das ist die komplette, totale Überwachung und es ist aber auch ein Töten der Kreativität.

Markus

Genau. Es ist, glaube ich, du, du hast dann halt natürlich einen Anreiz als Student, dass du ein Verständnis dafür bekommst, wie funktioniert diese AI, nach was beurteilt sie und dann halt daraufhin optimierst. Genau so wie natürlich, auch jetzt, wenn man einen Test schreibt, dann versteht man irgendwann halt, wie diese Tests aufgebaut sind, wie man lernen muss, um da hinzukommen. Es ist halt, was auch immer das Incentive ist, Leute, wenn sich daran anpassen. Und das sehe ich schon. Ich glaube, dieser Fork, der da auch oft da ist, bezüglich, wo ist die, was sind die Benotungskriterien, wie entscheidet der Professor, dass das natürlich etwas, was unfair sein kann und was nicht immer positiv ist, das ist eh klar. Aber gleichzeitig ist diese Incentive-Optimierung, glaube ich, auch etwas, was nicht die Realität da draußen immer widerspiegelt. Man kann nicht immer auf der Basis agieren, weil die sind nicht immer faire Bedingungen, nicht immer klare Kriterien vorgegeben. Und genau das geht halt dann im Bildungssystem verloren, wenn es immer nur darum geht, zu optimieren auf einem klaren Judge.

Daniel

Ja, ich meine nicht nur das, sondern weißt du, wenn ich dran denken würde, dass jemand zum Beispiel meine gesamten Gespräche permanent überwacht und darauf beurteilt, dass ich immer am Ball bleibe, thematisch, dann wäre ich ja dran. Dann würde ich irgendwo Kaugummis aus dem Bus rauskratzen, hauptberuflich. Und trotzdem ist das aber etwas, wenn ich mir Kreativität anschaue, ist es ja genau das, dass man sich mit vielen Themen beschäftigt und über viele Themen redet und im Gespräch über scheinbar triviale Dinge auf Lösungen kommt. Und das ist natürlich saugefährlich und das ist natürlich, gerade bei einer breiten KI-Anwendung ist die Möglichkeit für Missbrauch unglaublich schnell gegeben. Jetzt muss ich den Namen jetzt doch mal erwähnen, wie wir auch gesehen haben, dass Donald Trump und Co. mittlerweile schon verlautbär haben, dass man durchaus gerne auch mal Social Media-Profile sich ansehen möchte bei der Einreise in die USA, ob da kritische Dinge verlautburden oder nicht. Und das ist natürlich etwas, was dann sehr schnell sehr gefährlich werden kann. Vor allen Dingen, wenn wir auch sehen, wie dominant gerade die ganzen Tech-Größen bei der Richtungsweisung von Donald Trump sind und den Dingen, die er macht und nicht macht. Wir haben gerade gestern, vorgestern gesehen, wie er da selber eine Home Shopping-Sendung für Teslas macht, was natürlich ein bisschen pervers ist. Und wir haben auch gesehen, dass es da auch sehr klare Ansagen gibt, dass man, dass man sogenannte Freedom Cities schaffen sollte, in denen die Tech Billionaires machen können und tun lassen können, was sie wollen, wie sie wollen. Wo man natürlich dann auch sagen würde, wenn man sich einfach die Ideologien eines Peter Thiel und Chor anschaut, wenn sie machen dürften, was sie wollen, bin ich mir nicht sicher, ob das überhaupt noch in irgendeiner Form menschenwürdig ist, sich dort aufzuhalten, als zum Beispiel einer seiner Mitarbeiter. Weil der würde wahrscheinlich sofort die totale Überwachung und die totale Mind-Control. Einführen im Ziel, die brutalste Effizienz überhaupt zu haben, wäre mein Gefühl.

Markus

Ja, es ist eine sehr schwierige Frage, weil ich kann mich erinnern, ich glaube, vor einigen Jahren haben wir mal über Cloud States gesprochen, als Chance, dass man halt einen Raum schafft, wo wir ein bisschen wegkommen von den festgefahrenen Strukturen, in denen wir leben, sind ja auch geprägt davon, dass wir da probieren, in Österreich irgendwie liberalere Strukturen, eine Entbürokratisierung voranzutreiben. Also da gäbe es ja so viel Raum, wo man sagt, okay, anstatt dass wir mühsam in ewigen Verhandlungen kleine Kompromisse erreichen, damit die Privilegien, die es da für gewisse Interessensgruppen gibt, Schritt für Schritt vielleicht ein bisschen abgebaut werden. Warum gibt es nicht einen Staat da draußen, der einfach sagt, Schatz, wir nehmen all diese Learnings, fangen von neu an, sind eine liberale Demokratie basierend auf folgenden Werten und machen XYZ und ich konnte dieser Idee, glaube ich, auch recht viel abgewinnen. Kann ich auch irgendwie immer noch. Und das geht natürlich in diese Richtung. Es sind jetzt Cities und nicht States, aber grundsätzlich vom Prinzip her ist das sehr ähnlich. Du hast natürlich recht, die Leute, die da jetzt sehr stark involviert sind, sind vielleicht nicht mehr für eine liberale Demokratie zu gewinnen, sondern haben ganz, ganz andere Vorstellungen davon, wie halt so eine Freedom City ausschauen soll. Vielleicht gar nicht so frei. Das ist natürlich schade, wenn man halt so ein Potenzial dann auch in erster Linie so auslegt.

Daniel

Weil das ist das Thema, weil ich meine, wir kennen uns schon so lange und natürlich grundsätzlich, wenn ich diese Freedom Cities davon lese, ist es genau das, was wir uns eigentlich so sehr wünschen würden in einer idealen Welt. Jetzt haben aber jetzt schon ein paar Monate Elon Musk und all seine Freunde sozusagen in Reinkultur präsentiert bekommen. Und da muss man sagen, wenn solche Typen die Lenker dieser Städte wären, dann ist das ein ganz, ganz grauslicher Ort. Ja, ich glaube, da müsste man Personen eigentlich einsetzen, die auch ein gewisses Level an Anstand haben, das ich jetzt gerade sehr stark bei den US-Tech-Bros ein bisschen vermisse. Das wäre was für Europa. Und das ist das Lustige, wenn ich drüber nachdenke, mit europäischen Werten so etwas zu schaffen, das wäre natürlich sehr, sehr, sehr cool. So etwas wie eine nicht eine Steueroase, wie es ein Monaco wäre oder die Schweiz, sondern eine Tech-Oase, wo man ganz bewusst ein bisschen mehr Sachen machen darf. Das wäre cool. Musst du aber eben Personen haben, die auch sehr wohl den Spirit teilen.

Markus

Das Problem ist, es zieht natürlich auch solche Leute an und es zieht alle Leute an, die irgendwie glauben, dass das aktuelle System nicht gut funktioniert. Und das sind sowohl die Vernünftigen, die jetzt sagen, okay, es gibt trotzdem gewisse moralische Grundsätze, es gibt Anstand als Guideline, aber das sind sicher dann auch Leute, die halt sagen, na, alles Interessen, Effizienz ist das Einzige, was zählt und das Recht des Stärkeren und auch die würde sowas sicher anziehen. Und es ist, glaube ich, sehr schwierig, das zu verhindern, dass das sowas auch, ja, ist die Frage, wie man das dann halt steuert.

Daniel

Aber weißt du, ich könnte mir vorstellen, dass es da kluge Lösung geben würde, weil im Umkehrschluss die Notwendigkeit, schneller auf die Veränderung einzugehen, ist zu 100% gegeben und ein Umfeld zu schaffen, in denen diejenigen, die auch noch europäisch denken, genau an solche Themen, an solchen Themen tüfteln wollen, das zu geben, das würde ja auch total zielführend sein. Weil ganz ehrlich, und das haben wir oft genug gesagt, wir befinden uns in einem totalen Arms Race, in einem totalen Wettrüsten und das ist auch ein Wettrüsten der Ideologien. Wir haben die wildesten Schlagzeilen gerade. Ich meine, wie gesagt, Europa die 800 Milliarden in die Hand nehmen wollen für Aufrüstung. Okay, krass, die Überschrift hätte ich jetzt auch nicht erwartet, wenn du mich vor ein, zwei Jahren beim Überschriften-Bingo gefragt hättest. Und andererseits, wie gesagt, amerikanische Börsen, die von Rezessionen sprechen, tief rot sind, jeden Tag irgendwelche neuen irren Nachrichten. Ich meine, wir haben jetzt in der Nacht gehört, dass die Ukraine bereit wäre zu einem Waffenstillstand und Donald Trump sagt, cool, jetzt muss ich erstmal meinen Body Wladimir fragen, wie er denn das findet. Also allein in der Reihenfolge ist das, ist das schon so übel und so. Du weißt, was ich meine? So nach dem Motto, okay, jetzt gehe ich mal zu ihm hin und frage ihm, ob ihm das denn jetzt recht ist. Und er formuliert es auch mehr oder minder so, dass man sich denkt, hey, das, also wow. Weil selbst wenn es so wäre, dann hätte ich mir erwartet, dass das zumindest hinter verschlossenen Türen so handhabt, aber dass es auch noch offen an die Presse genauso weitergibt. Das ist schon schon viel Information. Aber ja, eins muss man Donald Trump lassen. Er ist transparent. Sehr transparent. Und er hat es natürlich auch eins geschafft, wie kein anderer, Europa richtig schnell zu einen und die Kanadier auch in ihrem Nationalstolz, sowas von nach vorne zu bringen. Spektakulär, muss man sagen. Chapeau, Donald, das hast du beeindruckend gemacht. Und einen Witz, den ich auch gesehen habe, den ich auch ganz witzig fand, war, er hat ja auch gesagt, er möchte die Preise runterbringen, alles erschwinglicher machen. Die Aktien hat er jetzt echt deutlich erschwinglicher gemacht. Für viele ist eine gute Opportunity, da gerade einzusteigen, falls es nicht noch weiter runter geht. Nicht unbedingt das Ziel, aber dafür sind Eier echt teuer geworden. Vielleicht ist es ja sein Ziel.

Markus

Vielleicht hat er ja gerade ein bisschen Cash auf der Seite. Durch diverse Aktivitäten in den letzten Monaten über Krypto und so mit den Rugpuls, die er da mitiniziert hat. Vielleicht hat er da ja ein bisschen Cash auf der Seite und wollte billig einsteigen.

Daniel

Hätte er dann so gemacht? Also ich bin so neugierig, wie die Geschichte über diese Präsidentschaft urteilt. Weißt du, so mit 10, 20 Jahren Abstand, wenn man da mal so die Konsequenzen davon sieht, vielleicht auch ein paar Aktien freigebten freigibt, ein paar Gespräche mit Insidern hat, was denn wie wirklich uns tatsächlich so gelaufen ist? Ich glaube, das wird noch abstrakter und abstruser und durchgeknallter sein, als wir es vermuten können. Wer weiß, worüber wir reden, wenn du aus deiner Babypause wiederkommst?

Markus

Ja, das frage ich mich auch.

Daniel

Oder? Weil ich meine, es ist normal so Woche für Woche, so holy fuck, ist das wirklich passiert? Ja, ja, wer weiß, was denn da so kommt? Wir werden sehen. Was haben wir denn noch so auf der Platte?

Markus

Ja, eine spannende Ehe geht zu Ende. Um AI und Microsoft zu sagen, oder Power Couple und da bröselt es jetzt ein bisschen.

Daniel

Hätte ich auch nicht so auf meiner Liste für 2025 gehabt. Das ist sehr interessant. Woran liegt es?

Markus

Ja, so hundertprozentig weiß man es natürlich nicht. Es ist jetzt auch nicht so, dass sie eine Scheidung ernounced haben, aber sie schauen sich beide nach Alternativen um. Ja, gut. Und woran es wahrscheinlich liegt, ist halt, dass die Incentives nicht hundertprozentig allein sind. Microsoft ist natürlich in erster Linie eine Company, die digitale Infrastrukturen an Firmen verkauft. Und OpenAI sieht sich, glaube ich, oder sieht sich da auch in eine andere Richtung hin entwickeln. Die wollen halt ein zentraler Player im Internetbusiness werden, die wollen mit Google competen, wenn es um das Thema Search geht, und nicht halt der Technologie-Provider für Microsoft-Produkte in Enterprise SaaS sein. Das glaube ich wird wohl dahinter liegend stehen, dass halt auch, und das muss man sagen, wenn man mit Leuten spricht, die jetzt Microsoft-Produkte nutzen, der Copilot, der ja an und für sich aktuell von OpenAI gepowered ist oder von ChatGPT gepowered ist, der ist weit weg von dem, was ChatGPT schon kann. Also irgendwo dürfte der OpenAI auch nicht die neuesten Modelle liefern oder nicht zu den Konditionen, die es funktionieren für Microsoft. Das heißt, aktuell bekommen die Leute, die Microsoft-Kunden, das Gefühl, ich kriege hier nicht das beste Produkt. Und da kann ich mir schon vorstellen, dass dann halt irgendwo auch Microsoft gesagt hat, naja, dann müssen wir schon schauen, ob wir vielleicht mit anderen AIs zusammenarbeiten, um bessere Resultate zu bekommen.

Daniel

Wie viel Kohle hat eigentlich Microsoft da reingesteckt? Ich meine, wir wissen, es war quasi echt wie Kohle, wie würde man so schön sagen, es sind ja quasi die Heizkosten, wenn man so möchte.

Markus

13 Milliarden wurden investiert. Und man muss sagen, du sagst Heizkosten, aber es sind natürlich viele von diesen 13 Milliarden sind ja zu Microsoft zurückgekommen als quasi Cloud-Hosting-Kosten. Das heißt, wirklich zu wissen, was da an Core Invest drinsteckt. Wie sehr das die Firma auch etwas gekostet hat und wie sehr das ihnen auch was gebracht hat, weil natürlich in den letzten Jahren war das ein massiver Boost für Microsoft, weil viele auch Enterprise-Kunden gesagt haben, naja gut, OpenAI, das sind die Führenden im AI-Bereich und da gibt es die Kooperation mit Microsoft. Also wenn ich auf Microsoft setze, dann bin ich da wieder vorne dabei, technologisch. Und da muss man auch sagen, hat der Sat ja die Microsoft ja komplett gedreht. Auch das war ja vor 10, 15 Jahren, da war Microsoft, weiß nicht, oldschool. Das hat die letzte Generation verwendet und wir machen jetzt alle MacBooks mit Google Cloud. Und das war halt eher so Old Industry, das Microsoft genutzt hat. Und das hat er schon, glaube ich, mit der OpenAI-Partnerschaft hat er dem ein bisschen einen neuen Spin gegeben. Jetzt aber spannend natürlich, was jetzt kommt als nächster Schritt.

Daniel

Ja, ich meine das Lustig ist. Erstmal zu dem Heizkostenkommentar, ja, ich meine, wie gesagt, von den 13 Milliarden du hast es eh gerade so schön erklärt, das meiste ist zurückgeflossen. Das meinte ich auch so richtig wie eine Lokomotive, in der man die Kohle permanent reinschmeißen muss und musste. Ich könnte mir auch vorstellen, dass durch, na, wie heißen unsere chinesischen Freunde, die plötzlich so unglaublich effizient waren, Deepseek, oder? War das Deepseag? Ja. Die, die, die gezeigt haben, dass man da wesentlich effizienter sozusagen in Anführungszeichen heizen kann, hat das vielleicht auch schon tiefe Risse in die Beziehung gebracht. Und worauf ich natürlich neugierig wäre, ist, wenn man sich dann nur diese 13 Milliarden anschaut und auch in ein bisschen mehr so in Bilanzen reinschauen würde und Ergebnisse und Jahresbilanzen, was es dann letztendlich auch mit beiden Seiten tut, wenn diese Beziehung sich dann auch irgendwie auflöst, weil das ist ja nicht unerheblich. Für die einen vielleicht ein gewisser Profit oder für die anderen vielleicht eine interessante Abschreibung, I don't know. Witzig weisen, hätte ich jetzt echt nicht auf meiner Agenda gehabt, das ist spannend. Ich habe immer gedacht, dass Microsoft irgendwann OpenAI komplett übernimmt. Das war so, ich glaube, das, was wir uns alle gedacht haben. Was soll's, müssen wir weiter beobachten?

Markus

Ja, dafür ist OpenAI, glaube ich, auch einfach zu groß und zu gut geworden. Ja. Also das war ja beim Putschversuch, wenn man so will, war das ja ein Outcome, der potenziell schon im Raum gestanden ist. Aber das haben sie wieder hingebogen und seitdem sind sie halt auch wieder so schnell gewachsen, dass irgendwann, glaube ich, ein Kauf für Microsoft nicht mehr ganz realistisch darstellbar war und auch für OpenAI wahrscheinlich halt einfach, wie gesagt, unterschiedliche Visionen für die Zukunft. Und dann passt das auch nicht mehr.

Daniel

Was ich auch nicht auf meiner Agenda hatte für 2025, ist, dass die EU so schnell beginnt, Sachen aufzuweichen. Hat mich jetzt auch sehr überrascht, aber es gibt den AI-Akt, über den wir uns schon so oft aufgeregt haben. Ich vor allen Dingen, du bist ja immer etwas diplomatischer. Und tatsächlich, und ich sicherlich unter dem Druck der Notwendigkeit der schnellen europäischen Positionierung und Stärkung in diesen Themen, hat man jetzt scheinbar begriffen, dass es vielleicht Sinn machen würde, die eine oder anderen harten Themen des AI-Acts aufzuweichen und dadurch auch alle ein bisschen kompetitiver zu lassen. Und es sind tatsächlich, glaube ich, von allen Richtlinien nur noch zwei geblieben, die tatsächlich so befolgt werden müssen und alle anderen scheinen ja deutlich abgeschwächt worden zu sein. Was ist das?

Markus

Die Zielgruppe wurde da abgeschwächt. Genau. Es darfst du quasi die 16 von 18 sind nur mehr wirklich für explizit kritische Systeme zuständig und nicht mehr für die General Purpose Modelle. Und das macht es natürlich, die, die davon betroffen sind, sind damit deutlich weniger Unternehmen. Aber wie du schon angesprochen hast, ein harter Kurswechsel, der aber auch auf allen Ebenen spürbar ist. Also ich war ja bei dem, es gab ein Forum von der neuen EU-Kommissarin für Startups und ich habe dann da auch sehr klar gesagt: Schatz, das Problem von Europa ist, dass einfach der Weltruf aktuell ist: America innovates, China duplicates, and Europe regulates. And that is mehr ein Meme als es realität ist. Also die tatsächliche Situation ist gar nicht so schlimm wie das Image da draußen. Aber dieses Image haftet an einem und das ist katastrophal. Und ich glaube, das ist, und da war ich nicht der Einzige, und das war ganz stark im Zentrum auch dieser Diskussion, und das hat ja auch die von der Lyen jetzt schon mehrfach betont. Man muss da sich anders positionieren. Es darf nicht mehr sein, dass Europa Weltmarktführer in der Regulierung ist, sondern wir müssen halt wieder mitspielen, wenn es darum geht, Innovation voranzutreiben. Wir müssen technologische Souveränität aufbauen. Und das sind jetzt alles Signale, um natürlich diesem Kurswechsel auch ein bisschen ein Fundament zu geben. Ich glaube, das ist gut, wenn das auf europäischer Ebene jetzt passiert und da ist der Wille und auch die Urgency da. Die Frage ist natürlich, wie sehr kann man das jetzt weitertragen in die Member States auch? Das wird der entscheidende Faktor. Gibt es auch das Leadership auf europäischer Ebene? Da hat der Andi Klinger in dem gleichen Meeting gesagt: Urgency is good, but what it really needs is leadership, because 27 Member States, that was the growth herausford für uns alle, dass wir halt schauen müssen, dass auch auf nationaler Ebene das ankommt und das da alle mitziehen. Und jetzt nicht wieder, wenn es darum geht, ein 28 Regime zu machen, wenn es darum geht, eine EO Inc. umzusetzen, dass dann nicht wieder die Notare und die Firmenbuchrechtshelfer daherkommen und sagen, nein, wir müssen weiterhin alles prüfen und das muss mindestens vier Wochen dauern. Also das ist ein Kampf, aber den müssen halt jetzt auch die Politiker führen. Die müssen halt auch ganz klar und direkt sagen, Leute, wenn wir das nicht jetzt schaffen, dass wir das sinnvoll modernisieren, dann steht uns in drei, vier Jahren halt genau das, was Elon Musk jetzt in Amerika macht, bevor, nämlich dann übernehmen die Leute die Macht, die da überhaupt keine Rücksicht auf Verluste nehmen und die halt alles niederreißen, ohne, also mit ganz viel Streuverlust, wo viele Sachen, die auch gut funktionieren, mitgerissen werden, wo die kritische Infrastruktur dann vielleicht auch nicht mehr funktionieren wird. Also besser jetzt auf neue Beine stellen, sinnvoll modernisieren, als dann am Ende die Ernte kassieren mit komplett Rabbiaten um sich schlagen.

Daniel

Sehr spannend. Das heißt, am Ende des Tages ist es eigentlich Europas größte Challenge ein Kommunikationsthema. Wenn man es eigentlich so möchte. Und das ist gar nicht einmal so trivial. Das ist gar nicht einmal so trivial. Und das ist, glaube ich, etwas zutiefst Europäisches, was ich immer so auf meinen Pitch-Workshop sehe, dass wir einfach wahnsinnig gerne bescheiden sind und zurückhalten in der Kommunikation und das, was wir gut können, eigentlich gar nicht so nach vorne kehren wollen. Was die Amis immer sehr brutal machen. Interesting. Weil ich meine, du hast ja auch recht, entweder jetzt oder gar nicht, weil ganz klar ist, die jetzigen Wahlen waren alle schon, sagen wir mal so, ein bisschen kritisch im Outcome und die nächsten werden nicht unbedingt besser sein, weil die generelle geopolitische Situation ist nicht einfach. Und ich glaube, wenn man es bis dahin schafft, positive Ergebnisse zu erarbeiten, dann kann man die auch kommunizieren. Ich fand übrigens eine Sache extrem nicht schockierend, ich habe das schon öfter beobachtet und gesehen, aber ich fand es immer wieder krass und deswegen finde ich es auch immer wieder interessant, das zu erwähnen, sind die Wahlergebnisse in Deutschland, wenn man sie nach Bundesländern aufteilt. Und das Arge ist, wenn man denkt, die DDR wurde 1989 beendet. Und trotzdem siehst du noch immer die exakten Grenzen am Wahlverhalten zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland, respektive der DDR, als wären diese zwei Länder nie zusammengewachsen und das sind sie eigentlich auch zu einem großen Teil noch nicht. Und das Arge ist aber, und deswegen komme ich drauf, ist, wenn man du denkst, eigentlich sind beides Deutsche und die waren auch nur ein paar Jahrzehnte voneinander getrennt, von 1945, also ich glaube historisch betrachtet, wahrscheinlich 1948 bis 1989. Die Historiker mögen mich da korrigieren, aber sagen wir mal knapp 40 Jahre. Eigentlich Brüder und Schwestern, Onkel und Tanten, selbe Sprache, selbe Kultur. Und dennoch, und dennoch, sind es jetzt schon wieder fast 40 Jahre später, ist die Trennung noch immer da. Und das macht es natürlich ganz klar, dass einerseits natürlich Integration und Migration eine Riesenchallenge ist, aber selbst innereuropäisch ist es wahnsinnig schwer, ein Wir-Gehl zu erzeugen, wenn es selbst dort nicht so klappt. Das muss eigentlich Nummer eins Agenda sein und nicht so beiläufig, das ergibt sich schon von alleine. Und das sehe ich aber noch so gar nicht.

Markus

Also da braucht es mehr Leadership, mehr europäisches Leadership und vielleicht ein bisschen weniger das nationalistische Leadership, das aktuell schon stark im Kommen ist. Man muss natürlich andererseits sagen, es gab halt, bevor es jetzt die bald 40 Jahre oder 35 Jahre gemeinsames Deutschland gab, gab es diese getrennte Zeit. Und der getrennten Zeit war es scheinbar auch möglich, sich unterschiedlich zu entwickeln. Also da wurde es geschafft, ein anderes Fundament zu schaffen. Also da auch, es ist schon möglich, glaube ich, auch eine Gesellschaft anders zu polen und halt auch durch Bildungssystem und ökonomische Incentives eine positivere Zukunft und ein positives Gesellschaftsbild zu schaffen. Also

Daniel

Aber ich muss dich kurz da unterbrechen, aber du schaffst das eigentlich auch durch gemeinsame Geschichten und du weißt es ja selber, ob das von deinem Fußballverein ist oder irgendwelche studentischen Vereinigungen.

Markus

In Wahrheit brauchst du so Dinge wie ein europäisches Fußballteam, das bei irgendeinem Kopper Südamerika rumgeht und alle verprügelt und man plötzlich die Trikots trägt und die kleinen Kinder die Trikots tragen und es einen Schlachtgesang gibt, den man zusammen singt, oder einfach genau solche Ergebnisse und nicht große Reden und nicht große Tam-Tams, sondern also ich bin absoluter Meinung, es bräuchte eigentlich die Vereinigten Staaten von Europa und es braucht genau die Symbolik, die Geschichten, das, was all das, was halt auch dazu führt, dass es eine gemeinsame kulturelle Identität gibt. Und es ist ja auch in Amerika so, dass die 50 Bundesstaaten massive Unterschiede haben. Korrekt. Also manche hassen sich da, ja, und Kulturkämpfe und bis zum Gegend. Aber gleichzeitig, ja, dann gibt es halt die gemeinsame Identität Amerika. Und genau das fehlt. Bin voll bei dir. Das ist jetzt hoffentlich auch ein Schritt-für-Schritt Weg dahin. Meiner Meinung nach ist ja wirklich, es bräuchte Vereinigte Staaten von Europa. Es gibt andere, die sagen, nein, das brauchen wir nicht und es geht nicht. Und sicher eine riesen Hürde sind die Sprachen. Also das, glaube ich, ist der wichtigste Schritt, dass man halt es schafft. Vielleicht ist ja wirklich Englisch der Kompromiss im Sinne von, dass damit niemand bevorteilt ist, weil in der EU aktuell sonst niemand Englisch als erste Sprache hat. Also dann sagen wir halt nicht mehr die, die jetzt alle als zweite Sprache haben, als erste und vielleicht ist das ein guter Kompromiss. Aber ja, ich glaube, es braucht.

Daniel

Ich glaube auch, dass der einfachste Ansatz über Sport ist. Also ein schönes Beispiel ist, ich bin ja mit Rugby groß geworden und in Irland ist es ganz interessant. In Irland ist ja Nordirland nach wie vor nicht Teil von Irland, aber im Rugby beim Nationalteam schon. Und das Interessante ist, da gibt es auch eine eigene Hymne, die dort dafür gesungen wird. Und das ist einfach so vereinigend im Sport. Hey, man muss einfach ein Fußballteam machen. Man sollte einfach mal beginnen. So The Best of, die dann wie gesagt in einer Tour durch Nordamerika machen oder wo auch immer, ich weiß die blöder, oder Südamerika wäre eher besser.

Markus

Ja, weißt du, was das auch für einen Mittelfinger in Richtung Trump wäre. Bei den Olympischen Spielen, da wäre Europa Nummer eins.

Daniel

Ja, natürlich. Und das wäre aber so lustig. Und über sowas würde das aber gehen. Und natürlich kannst du noch immer deine Nationalheldinnen und Helden haben, weil stell dir vor, eine Österreicherin siegt für Europa im alpinen Skicup gegen Blablabla. Das ist doch geil. Das ist doch super geil. Und es wäre echt einfach. Also einfach, natürlich habe ich keine Ahnung davon, ist sicherlich ganz kompliziert. Und vor allen Dingen die Verbände würden alle sagen, nein, der Verband Hollerbrunn braucht das noch immer die Existenz. Tausend Prozent.

Markus

Naja, Hollerbrunn. Ich finde Hollerbrunn. Aber genau diese nationalen Verbände, Vereinsmeier, das ist ja eine der schlimmsten Industrien überhaupt. Sesselpicker und ich verteidige meine Privilegien und meinen Machtanspruch. Also wenn natürlich ganz viele solche Strukturen, die dann verloren gingen, Gott sei Dank. Aber da mit ganz viel Resistenz ist da zu rechnen, natürlich.

Daniel

Ja, klar. Aber vielleicht weniger Resistenz als direkt in einen Grabenkampf mit den Russen zu gehen. Just saying. Das wäre mir dann doch lieber, als dass wir zwei Schützengräben bauen müssen. Hätte ich jetzt auch nicht so Bock drauf. Aber was soll's? Ich meine, es ist perspektivisch spannend. Und ich glaube, wir müssen einfach. Ach, ich hoffe, da passiert was. Du, apropos passieren, wir müssen schnell zum Ende kommen. Weil ich gleich immer nächsten Call springen muss und ich weiß, du auch. Weil wir machen das ja auch immer so zwischen Tür und Angel, so als wären der Papas und Papas. Was wollen wir noch machen?

Markus

Du, wir können noch kurz anschneiden. Cooles Investment aus Tirol. Wir haben schon im Herbst über die Bitcoin-Heizung gesprochen. Ein ganz interessantes Konzept, was eigentlich Sinn macht, weil Bitcoin-Mining verbraucht ja viel Energie. Aber Energie sorgt meistens für Wärme und diese Wärme könnte man ja irgendwie verwenden. Ja, und das ist die Idee von einem Tiroler-Startup. Und die haben jetzt 1,25 Millionen Euro bekommen. Bei zwei Minuten 2 Millionen. Ich habe lustig, also den Gründer jetzt auch letzte Woche auf der Salz 21 kennengelernt. Ich den Geschäftsführer, nicht den Gründer. Aber guter Typ. Den läuft sehr gut. Und congrats nach Innsbruck.

Daniel

Stark. Stark. Sie erinnert mich irgendwie an Falco, Mutter der Mann mit dem Koksus da. Oder? Er spricht vom schwarzen Gold und aus Wärme wurde Energie. Nein, aus Energie. Ach, du weißt, was ich meine. Dieser berühmte Text, den ich jetzt gerade bestimmt verdreht habe, aber es macht ja total Sinn, eine Bitcoin-Heizung zu haben. Das ist schon richtig cool. Also Kongrats an euch. Und I'm sorry, wenn ich da jetzt gerade Falco-Texte massakriert habe, aber wäre es auch cool. In dem Sinne, bevor ich ausgebürgert werde, nicht, dass ich die Staatsbürgerschaft hätte, aber trotzdem sage ich das mal an der Stelle. Hat mir Spaß gemacht. Und ja, wir hören uns aller Wahrscheinlichkeit nächste Woche. Es sei denn, dein Sohn hat andere Pläne. Und in dem Sinne, es war mir eine Freude. Take care, stay safe und bis nächste Woche. Dankeschön und bye bye.