Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#445 - AI Use Cases 2025, US Braindrain, Fractional CXOs
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
🧠 AI Use Cases 2025
🌎 US Braindrain
🇦🇹 AS Monitor Insights
🦚 Fractional CXOs
🎸 Rockstars der Woche: Gerald Zankl & Team
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Production: Christoph Nowotny
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend und auch gute Nacht und herzlich willkommen zum Future Weekly, dem väterlichsten Podcast, seitdem es. Hätte ich jetzt gesagt, Väter gibt, also klingt jetzt ein bisschen doof, oder?
MarkusDas kannst du besser.
DanielDas finde ich auch. Den besten Podcast, seitdem es Väter gibt. Und ich kann das nicht viel besser an dieser Stelle, weil wir einfach beide richtig müde sind vom Rund um die Uhr Papa sein. Das machen wir auch richtig gerne. Aber wir wollen gemeinsam mit euch über eine ganze Menge Dinge nachdenken. Und das sind unter anderem die Veränderungen der AI-Use Cases. Und da gibt es ganz spannende Entwicklungen zwischen 2024 und 2025. Bei den Amis gibt es einen richtig ordentlichen Braindrain, nicht nur in der Regierung, sondern tatsächlich auch in Seiten der Forschung. Da merken wir, da passiert richtig viel. In Österreich haben wir ein Monitor-Ergebnis, über das wir sprechen wollen. Und wir haben ein neues LinkedIn-Buzzword, das vielleicht durchaus viel Substanz hat, über das wir reden wollen. Und natürlich Rockstars der Woche. In dem Sinne, auf los geht's. Ja, News der Woche ist wieder mal soweit. Wo wollen wir eigentlich anfangen? Erstmal, wie geht's dir?
MarkusGut geht's. Danke, danke. Schön. Du siehst irgendwie ganz erholt aus. Ja, mein Umständen entsprechend natürlich. Kleiner schläft jetzt schon ein bisschen länger.
DanielHabt ihr schon mit irgendwelchen Vorsätzen gebrochen? So, wir werden niemals bla bla bla, dann macht man es doch.
MarkusWir haben uns fast keine Vorsätze, glaube ich. Also ich glaube, unser einziger Vorsatz war okay, dass wir unser eigenes Leben nicht komplett aufgeben. Aber sonst haben wir uns relativ wenig mit sowas beschäftigt. Ich glaube, das macht man dann vielleicht so in den letzten Wochen vor der Geburt. Das ist ja bei uns irgendwie dann einfach da gewesen, ohne dass man sich groß vorbereiten konnte. Insofern keine Vorsätze, dementsprechend auch nichts zu brechen.
DanielDas ist okay. Nee, ich kenne das so, es gibt bestimmte Eltern, die sagen, na, unser Kind wird niemals einen Schnüller haben, zum Beispiel. Und dann kommt man im Krankenhaus, kriegt an der ersten Nacht einen Schnüller und denkt sich, das Ding ist ganz praktisch eigentlich. Habt ihr einen Schnüller? Ja. Ich meine, Vorsatz, nicht, dass wir uns das jetzt als Vorsatz genommen haben, aber ich habe früher gesagt, weiß ich nicht. Und dann ist man so, nach den ersten zwei Stunden ist man so, ja, das ist okay, wenn das Krankenhaus schon welche hat, ist super. Das fand ich gut. War auch im Übrigen gar nicht so schwer, es abzugewöhnen. Das habe ich gedacht. Interessant ist im Kindergarten unseres Jahrz IV. Es gibt tatsächlich noch immer zwei, drei, die das haben. Das sieht man dann auch an den Zähnen. Wir sind das, ich weiß nicht, wie lange schon, also schon ewig wieder los. Aber gerade am Anfang ist das schon durchaus was praktisches. Was ist die größte Überraschung? So irgendetwas, was du so gar nicht erwartet hast, was dich jetzt beschäftigt oder Dinge, die du tust. Ich geb dir ein Beispiel, ich war überrascht, wie viel ich mich mit Sterilisieren von Dingen beschäftigt habe. Du weißt, was ich meine.
MarkusSchnuller, Milchflaschen, Weißerteufel, also irgendwie alles zuerst abkochen und nach einem Tag des Abkochens so einen riesigen Sterilisator gekauft und dieser ganze Prozess der Nahrungszufuhr ist hochindustrialisiert und bin ich voll mit viel Zeit auch drauf.
DanielJa, oder? Man ist so richtig wie so eine Produktionslinie sozusagen. Das meine ich, das ist so, da hatte ich jetzt nicht so die Vorstellung. Und ich hatte auch das Gefühl, dass viele werdende Eltern diese Vorstellung auch nicht haben und man hat so dieses Bild, ja, ja, das ist so ganz straightforward und dann kommt man drauf, nee, da sind Mama und Papa rund um die Urbeschäftigten. Und noch eine lustige Sache im Vorfeld, bevor ich Papa geworden bin, hatten mir zwei Väter einer etwas vorherigeren Generation erzählt, du, schau, das erste halbe Jahr kannst du als Papa sowieso nichts machen. Da liegt deine Frau den ganzen Tag im Bett und schläft. Dein Kleiner auch. Du kannst machen, was du willst. Das war so eine Aussage, und dann hat mir der andere am Tisch auch gleich zugestimmt gestellt, war aber mir auch gleich. Hab ich jetzt so nicht erwartet, wäre auch nicht mein Stil. Aber ich war dann, hab da immer wieder an dieses Zitat denken müssen.
MarkusDu, es soll mit der geben, die das gerne so haben.
DanielElegant gekonnt hat, ja.
MarkusAm Ende. Ja, ich glaube, es lenkt so viel von deinen Umständen ab. Jedes Kind, jede Geburt, jede Familiensituation ist individuell und es ist, glaube ich, ganz schwierig, da irgendwelche Vergleiche zu ziehen.
DanielSehr politisch, korrekte Antwort, du. Warst du bei der Vienna ab?
MarkusIch war bei der Vienna ab, ja. Ich war Startup World Cup, ich war Connecte, ich war Impact Days, ich war Ostschon Startup Monitor Präsentation, ich könnte auch Artikel verwenden, dann klingt es nicht ganz so bescheuert, aber ja, ich habe die Vienna ab in vollen Zügen genossen. Was ist so dein Verlicht? Wie jedes Jahr. Es ist ganz gut, um internationale Leute nach Wien zu holen, denen ein bisschen das Ökosystem zu zeigen. Es ist halt sehr gedrängt. Das ist immer so mein Kritikpunkt. Das ist halt dadurch, dass alles in dieser Woche ist und ich verstehe, dass das zur internationalen Perspektive Sinn macht, um halt die unterschiedlichen Dimensionen aufzuzeigen. Aber natürlich ist es für uns super anstrengend, weil wir jeden Tag von einem Event zum anderen hoppen und irgendwie deshalb uns schwer tun, den Fokus auch irgendwie in einem Event. Einfach das voll zu experiencen als Erfahrung, wie sie gedacht ist. Also da ist immer ein bisschen Overload auch dabei. Aber insgesamt ist schon gut, dass es das gibt. Das, wo ich tatsächlich einfach positiv überrascht bin, ist schon, dass sie es gut schaffen, wirklich international Leute nach Österreich zu holen. Das hätte ich davor nicht gedacht, dass das möglich ist mit all der Konkurrenz, die es mittlerweile an Events gibt in ganz Europa. Das ist schon so, dass ich jedes Jahr dann wieder Leute hier treffe, die wirklich cool sind, die aus ganz Europa herkommen. Also ja.
DanielOkay, cool. Ich habe immer noch das Gefühl, irgendwie, da fehlt ein zentrales Event. Das ist immer so mein Bild von der Vienna ab. Ich habe immer das Gefühl, es sind viele Satellitene-Events und irgendwie kein zentrales Etwas. Dass du das Gefühl nie so loslässt.
MarkusJa, ist auch sicher so. Es ist natürlich ein dezentrales Event. Also mit mehreren, ich glaube, in gewissen Pockets der Community gibt es dann schon immer halt das zentrale Event. Und ich glaube, wahrscheinlich so für die klassische Startup-Szene Ökosystem ist es schon der Connect Day. Ich glaube, für eher die Impact-Welt ist es halt eher die Impact-Dace. Es ist nichts jetzt mit der Größenordnung eines Pioneers dabei. Das wissen wir eh. Aber ja, ich glaube, das hat sich jetzt schon mehr und mehr rauskristallisiert, dass das so zwei zentrale Events da sind.
DanielInteresting. Interesting. Sicherlich nicht schlecht. Ich wäre mal am Ende interessiert, bottom line, was so der Output des Ganzen ist, aber es hat sicherlich so seinen Stellenwert. Okay, cool. Irgendwas wollte ich noch dazu sagen, aber es fällt mir nicht ein. Lass uns über was anderes reden. Lassen wir über KI reden. Da ist es ganz, ganz spannend. KI ist irgendwie so ein Riesenthema. Siehst du, das wollte ich dir erzählen. Das fällt mir ein. Ich war nicht bei der Vienna ab, quasi wie jedes Jahr, weil tatsächlich meine Lieblingskonferenz gerade stattfindet. Das ist immer die Podienkonferenz in Slowenien in Mariburg. Richtig, richtig cooles Event. Knapp tausend Leute, ist wie so ein Hexenkessel, ganz tolle Pitches. Hat ein österreichisches Startup interessanterweise gewonnen. Aber was auch ganz witzig war, ich habe mit dem Bernhard Niesner einfach mal ein bisschen plaudern können, da ja quasi jetzt neuerdings im Vorstand von Austrian Startups ist, seines Zeichens Buzu-Gründe. Und das Witzige war, es war so unser erstes richtiges Gespräch und das halt auf einer Bühne mit unseren tausend engsten Freunden, die zugehört haben. Das war natürlich ganz, ganz witzig, mal so ein Gespräch zu führen, wenn man schon sehr lange voneinander weiß und eigentlich sich viel zu erzählen hat. Und dann machst du es aber auf einer Bühne und alle hören zu. Das war das war eigentlich ganz lustig. Das hat mir gut gefallen. Und wahnsinnig gute, starke Pitches. Immer wieder, immer wieder doch ein richtiges Highlight, muss ich sagen. Hat mir gut gefallen. Ja, lass uns über KI reden. Das Interessante ist, KI, man merkt richtig, wie KI sich immer mehr etabliert, immer mehr macht und auch immer mehr einfach in seiner Wertigkeit nicht mehr so ein Novelty Factor is, mit dem man so ein bisschen rumspielt, sondern mehr als angekommen is. And there is a spanning study, über die weiter. Und zwar gets tatsächlich darum, was so die Top-10 AI Use Cases sind. 2024 in vergleichen 2025. Ich bin gespannt, was dir ins Auge gestochen ist. Was mir wahnsinnig ins Auge gestochen sind, sind eigentlich die beiden ersten Plätze. Dass 2024 noch eher so Generating Ideas, was auch immer das heißt, okay, verstehe ich. Finde ich jetzt auch okay. Was ich aber wahnsinnig spannend finde, 2025 ist Platz 1 ist Therapy und Companionship. Und das ist für mich natürlich schon ein sehr spannendes, eine sehr spannende Entwicklung. Was waren so deine Gedanken, als du das gesehen hast?
MarkusJa, ja, also auch ein bemerkenswerter Shift hin von letztes Jahr war es Content Creation, Editing, also sehr viel einfach textorientiert, Textoutput. Das war auch, wenn du die Themen Bubbles zusammensetzt, weil das letztes Jahr noch 23% der Use Cases und Platz 1. Mittlerweile nur mehr 18% und Platz 2. Und das, was einfach ganz stark gewachsen ist, ist, was die hier als Kategorie Personal and Professional Support eingeht. Also einfach KI als Life Coach, als Therapist, als ja wahrscheinlich einfach jemand, mit dem man über das Leben spricht, über den, den man zur Rate ziehen kann, wie man all das, was man halt tut in seinem Leben besser auf die Reihe kriegt. Als organizing my life, finding purpose sind so klassische Muster, die wir sehen. Und ja, das ist interessant, weil natürlich nicht jeder Mensch auf der Welt, bei Weitem nicht jeder Mensch auf der Welt kann sich Psychotherapie leisten, kann sich überhaupt Coaches in dem Sinne leisten. Das heißt, es ist, glaube ich, eine Riesenchance, dass wir in einer Welt leben, wo Leute mehr im Reinen mit sich sind, mehr ihre Ziele erreichen können, glücklicher im Leben sind. Gleichzeitig ist da, wo halt für mich Companionship, wenn man sagt, okay, das ersetzt jetzt soziale Beziehungen, bin ich gespannt, was die Langzeitfolgen angeht. Weil das ist, wenn du dir anschaut, okay, zum Beispiel Lebenserwartung, wenn man da reinforscht, was sind die Faktoren, die dazu beitragen, dass Leute besonders lange leben, dann ist es einfach soziale Kontakte, ist ganz, ganz weit oben bei den Einflussfaktoren. Und da fände ich es total interessant zu sehen, kannst du sowas ersetzen durch künstliche Intelligenz? Wenn jetzt jemand halt die ganze Zeit mit seinem Handy bzw. mit dem Computer verbringt, oder sei es mit Alexa oder irgendeinem Speaker, bist du dann trotzdem, hast du das Gefühl, du hast soziale Kontakte, bist du trotzdem glücklich damit? Oder weißt du halt tief in dir drin doch, das ist ein Computer und ich bin trotzdem alleine. Und das I don't know.
DanielDas ist natürlich immer die Frage, wer? Und das ist immer so dieser Gedanke, den ich dabei habe. Heißt für mich, wenn es darum geht, dass diese Companionship und Co. sagen wir gerade von 18-jährigen Jungs und Mädels, wahrscheinlich sind da auch eher so die Jungs dazu prädestiniert, die dann sowieso schon so ein bisschen abgeschiedener sind und dann noch mehr sich in eine Scheinwelt flüchten, weiß ich nicht, was ich davon halten sollte. Da gibt es hier bestimmte Gesellschaften, wo das auch wirklich starke Tendenzen dazu gibt, nach Japan schauen, etc. Wenn es darum geht, dass man zum Beispiel bei einer überaltenden Gesellschaft, wo wir große Probleme in der Pflege haben, darum geht, dass man Menschen eine Art Companionship bietet, dann halte ich sehr viel davon. Vor allen Dingen auch, wenn du vielleicht sozusagen sagst, dass es durchaus auch einen medizinischen Use Case haben kann, dann finde ich das auch richtig, richtig, richtig smart, wenn wir sozusagen in beginnende Demands hineinschauen, wenn wir daran schauen, Vereinsammlung im Alter, dann ist das natürlich was sehr Starkes. Und wenn man dann natürlich eine KI hat, die vielleicht noch auf Menschen aus der Alterskohorte trainiert wurde, vielleicht auf Menschen, die schon längst verstorben sind, dann ist es natürlich etwas, was wirklich, wirklich sehr wertig wird. Und das ist für mich so dieses, it depends. Also, wie gesagt, für irgendeinen 18-jährigen Burschen, der vielleicht ein bisschen sozial gechallenged ist, sich da vielleicht in Computer spiele und so ein Companion zu verlieren, oh, ganz gefährliche Entwicklung. Wie gesagt, für die ältere Person, die ein bisschen einsam ist, finde ich das wahnsinnig gut und als Entlastung für Pflege noch mehr. Und wenn man, du kennst es sich ja auch, wenn man irgendwo in Pflegeeinrichtungen mal isst, da sind sehr viele Leute, die sehr einsam sind, die sehr gerne einfach reden wollen. Und das wäre natürlich eine sehr schöne Möglichkeit, nicht etwas zu ersetzen, sondern etwas zu bieten, was es nicht in der Form ausreichend gibt. Und wenn man es dann noch einen Schritt weiter denkt, ich habe letzte Woche auf der Podiumkonferenz jemanden kennengelernt, die tatsächlich für Kinder so etwas machen, wo es um Sprachförderung geht, explizit um Kinder, die Probleme in der Sprache haben, sprich Logopädie, dann ist es natürlich nochmal ein bisschen interessanter. Könnte man natürlich sagen, ja, ist aber Aufgabe der Eltern. Ja, klar, stimmt, aber man stelle sich vor, man ist alleinerziehend und hat drei Kinder, dann ist es halt ein schöner Wunsch, aber die Realität ist eine andere. So muss man das sehen. Lange Antwort für It Depends. Ja.
MarkusAlso ich glaube, es tut sich da unglaublich viel. Und ich glaube, dass Leute auch, das ist natürlich so, dass vor drei Jahren, was das dann langsam angefangen hat mit ChatGPT und die Eltern haben erstmals erlebt, oha, die Kinder fangen jetzt an, ihre Hausaufgaben mit ChatGPT zu machen. Und dann haben sie es selbst einmal ausprobiert und dann waren schon viele Halluzinationen und die tatsächliche Nutzbarkeit für die meisten Anwendungen war noch nicht gegeben. Und das ist halt jetzt schon graduell über die letzten Monate, ein, zwei Jahre ist es halt doch immer besser geworden. Und ich glaube, dass viele Leute jetzt halt irgendwann mal wieder, keine Ahnung, probieren und sehen, okay, das ist schon bemerkenswert. Auch wie eben es KI schafft, Dinge zu formulieren, so that they de facto from a professional kommen könnten. Also this is this therapy companionship, this is schon bemerkenswert, wie gut ein KI ist, auch einen zu bestärken und zu sagen, hey, du machst das super. Da hat sich viel getan und es ist schon interessant, auch was das mit unseren Gehirnen machen wird. Weil das ist meine größte Sorge, ist halt wirklich, wenn wir das einfach gewohnt sind für alles, diesen Assistenten, beziehungsweise halt eigentlich diesen Coach, diesen Companion, diesen Body bei uns zu haben, wie faul werden wir, wie denkfaul werden wir, weil wir sagen auch immer, okay, es ist ein großes Privileg von uns hier im Podcast, dass wir halt auch einfach mal nachdenken können. Denken ist aber halt auch etwas als eine Übungssache und etwas, was ja, ich glaube auch, wenn das gar nicht mehr notwendig ist, ich weiß nicht, ob wir das dann noch großer machen werden.
DanielJa, spannend. Ich meine, ich glaube ja, aber ich glaube immer weniger. Das heißt, ich glaube, es wird nochmal mehr in der Gesellschaft auseinandergehen. Ich glaube, es wird die wenigen geben, die es genau dafür einsetzen und ein ganz großer Teil, die es einfach aus reiner Faulheit haben. Und dazwischen wird es wenig geben. Und das ist die Tragödie. Und genauso sehe ich es ja nach wie vor mit all den ganzen KI-Anwendungen, wie wahnsinnig wenig Leute da überhaupt mitkommen. Und ich habe das Privileg, dass in meiner Bubble sehr viele sind, die sich sehr intensiv damit beschäftigen. Und wenn man mit denen fragt, die fragt, sagen wir mal, hier, neuestes Tool, hast du dich schon mit auseinandergesetzt? Ja, also ich habe darüber geschrieben, benutzt habe ich es noch nicht als Beispiel. Oder ja, ich habe einen Podcast drüber von. Also ganz verstanden habe ich, ja, ich habe Kunden davon, aber so ganz. Und das ist eben, das ist dann schon wirklich, wirklich, wirklich ganz faszinierend, wie wenige Menschen sich damit auch tatsächlich auseinandersetzen können und dann vielleicht auch die Intricacies, die Details davon auch noch kennen und verstehen. Und ich glaube halt, dieses denkvoll machen, ja stimmt. Am Ende des Tages musste es natürlich noch immer Menschen auch vermitteln und das wird die Challenge dann es anwenden und zu vermitteln. Ja, und wenn da der Mittelbau dann irgendwann flöten geht, dann wird es natürlich ganz interessant werden. Let's see. Es ist genau wie das Handy. Weißt du, ich meine, wir haben natürlich einen super, super, super Rechner in unserer Hosentasche und die meisten benutzen es für irgendwelche dämlichen Katzenvideos und Dopamine. Ja, kannst viel mehr machen. Von Faktum übrigens, ich habe, wir haben irgendwann mal vor drei, vier Monaten über Manus gesprochen. Kennst du noch Manus AI? Ja, klar. Kennst du dich? Ja, habe ich mich damals auf die Warteliste gesetzt und habe tatsächlich vor zwei, drei Wochen einen Zugang bekommen. Und das war dann aber genau wie beschrieben, dieses Boah, da ist der Zugang. Boah, habe ich jetzt keine Zeit dafür. Und jetzt habe ich mir mal eine Stunde damit auseinandergesetzt und das ist schon wahnsinnig mächtig. Aber eben, ich habe noch nicht genug Zeit gehabt, um wirklich es im Detail zu erkunden und zu ergründen. Und ja, interessant. Hast du dich auch damals angemeldet?
MarkusIch glaube, das weiß ich nicht mehr. Ich habe auf jeden Fall keine Einladung bekommen.
DanielJa, bist du wohl nicht? Wichtig genug, genau. Oder du hast einfach die Erklärung, warum du die Einladung brauchst, nicht selbstständig geschrieben und nicht von ChatGPT.
MarkusUnd du meinst, okay, ja, ist möglich.
DanielDas kann durchaus sein. Und der Algorithmus hat gesagt, nee, du nicht. Nee, Spaß, ich weiß auch nicht, warum ich hab's. Es ist halt interessant. Ich habe übrigens einen super Fail wieder mit ChatGPT gehabt. Ich werde nächste Woche eine ganz große Tech-Konferenz moderieren in Deutschland. Das ist die Tech von Handelsblatt. Das soll das größte Event vom Handelsblatt sein, das ich jemals gemacht habe. Und da geht es tatsächlich um KI und Tech und Europa zu positionieren, eine Reihe von deutschen Ministern und Ministerinnen kommen. Da muss ich mich ja outen. Das Problem ist, ich kenne die alle noch gar nicht. Und dann liest man irgendwo bla bla bla kommen und sagt, wer ist das? Und dann sind das dann, ah, der ist das. Was macht der? Oh, der Minister ist der. Das geht mir immer irgendwie so mit neuen Kabinetten. Auf jeden Fall habe ich da einen Programmpunkt vorbereitet und habe das quasi für ein Chat-GPT, weil ich so einen Zeitablauf haben. Das war so eine Stelle, wo sechs Personen jeweils eine Minute bekommen, zu reden. Das sind natürlich dann sechs Minuten, sechs mal eins. Dann habe ich ein bisschen mehr Zeit zur Verfügung bekommen und habe gesagt, hier ChatGPT, für den Punkt, kriegt jeder statt einer Minute 90 Sekunden. Passt bitte das Programm entsprechend an. Ja gut, und das wären ja dann neun Minuten, sechs mal 90 Sekunden. Und ChatGPT hatte einfach mal souverän sieben Minuten eingeplant. Und dann habe ich geschrieben, Moment, du, das fehlt aber ein bisschen Zeit. Und dann war wirklich die Antwort, oh, da habe ich mich voll verrechnet, sorry. Aber das Lustige war, ich war zu dem Zeitpunkt nach ein paar Wochen am sehr intensiven Arbeiten mit ChatGPT so, dieses, ja, das Ding ist richtig gut. Und schon wieder wirklich am wenig verifizieren, was denn da so rauskommt. Ich meine, es waren jetzt keine kritischen Dinge, aber einfach so die handelsüblichen Anwendungen. Und plötzlich war es sowas Triviales, sozusagen 6 mal 1 ist sechs, sechs mal 90 Sekunden ist sieben. Was? Nein, ist es nicht. Es wäre mir aber nicht aufgefallen. Und man vergisst tatsächlich auch immer, wie imperfekt die Dinger dann doch noch sind.
MarkusOhne Frage. Und das ist auch einer der schwierigsten Punkte, das grundlegend zu ändern. Und das ist auch, warum effektiv das, was halt der Mensch immer noch leisten wird müssen, ist dieser Hausverstand. Das ist lustigerweise genau diese Basic Things, die halt einfach, und rechnen ist, ich meine, das ist natürlich jetzt. Aber das ist genau dieses bisschen auch instinktive Gefühl, da passt ja jetzt irgendwas nicht. Das müsste doch, wenn du dir sagst, okay, es ist jetzt eineinhalb Mal höher, dann müsste ja auch die Länge der Beiträge, der einzelnen Beiträge eineinhalb Mal höher sein. Und genau das, das ist so ein bisschen ein instinktiver Hausverstand, den du hast. Und genau das wird der Faktor sein, wo der Mensch noch meines Erachtens relativ lange drauf schauen wird müssen. Um diesen Hausverstand aber zu entwickeln, musst du einmal in eine Position kommen, dass dir das instinktiv auffällt. Und das ist die wirklich schwierige, oder das ist das Dilemma, was wir gesellschaftlich haben werden. Dieser Hausverstand entwickelt sich durch bisher die Arbeit, die ChatGBT jetzt für dich macht. Es waren Junior Jobs. Das waren Leute, die erst einmal so diese Basic-Arbeit selbst ausgeführt haben und nicht durch eine KI. Und das glaube ich, ja, das wird spannend.
DanielAlso ich sehe das auch so, dass der einen Moment geben wird, wo die jetzt alle wegrationalisiert werden, dann ist es super effizient, dann werden ein paar Unternehmen sensationell durch den Kostendruck erfolgreich werden und in fünf, zehn, fünf Jahren werden alle sagen, Moment, Moment, da kommt ja keiner nach. Und dann wird wieder alles ganz, ganz, ganz nervös werden. Klassisches Beispiel wäre für mich, um es einfach ein bisschen angreifbarer zu machen. Man hat eine Anwaltskanzlei, hat 55 Anwälte und sagt, die 50, die die normalen Anwendungen machen, die brauche ich ja eigentlich gar nicht mehr. Ich werde jetzt super effizient. Es bleiben nur die fünf Partner, die sehr senior sind und wirklich den Kundenkontakt und die letzten Details und den Handshake machen und das nochmal drüber schauen. Und all die Juniors und Mid-Level, die lässt man gehen, macht ja total Sinn wirtschaftlich, weil ich nehme immer das juristische Beispiel so schön, weil, seien wir uns ehrlich, das Gesetz basiert auf Regeln und Mustern, Regeln und Mustern, das kann der KI wirklich ganz gut. Macht ja total Sinn. Ja, wenn dann in zehn Jahren die ganzen Partner irgendwann dann sich zurückziehen und weit und breit keiner ist mit der Erfahrung, die notwendig ist, um wirklich diese letzten kleinen Details zu können, dann ist natürlich doof. Und das wird wahrscheinlich eine ganze Weile, äh, relativ häufig passieren. Und da natürlich Talent die Möglichkeit zu geben, zu wachsen, das ist ein Investment, das jetzt notwendig ist und das vielleicht einen nicht mehr ganz so kompetitiv in den nächsten Jahren wirken lässt.
MarkusJa, plus, ich meine, gesellschaftlich wird es natürlich auch toxisch bzw. hochexplosiv. Also das ist halt genau das, was in einer Gesellschaft zu Aufständen führt, wenn besonders die jungen Leute keine Arbeit finden und irgendwie keine Existenz haben, da kippt es dann ziemlich schnell.
DanielJa klar, und ich meine, wenn du dir jetzt die jüngsten Pressemitteilungen von einer Reihe von recht etablierten Startups anschaust, die machen das alle und sagen, ja, hier nochmal ein bisschen effizienter und das ist super. Und wir richten uns neu aus und bauen dann mal so eben 40 Prozent unserer Belegschaft ab. Da gab es ja, ich glaube, letzte Woche hatte es zum Beispiel Anline bekannt gegeben. Das ist natürlich komplett legitim, ihre Entscheidung und wirtschaftlich macht das total Sinn. Aber irgendwann die Konsequenz ist, da verändert sich etwas. Und da gibt es eine ganze Reihe von Startups, die diesen Weg gehen. Alles wird in der Konsequenz eine ganze Menge Unternehmen auch betreffen, um zu überleben. Klar, der Druck ist da, wir haben gerade multiple Krisen, also das ist in keinster Weise ein Vorwurf, aber es ist ein schönes Beispiel. Und es werden bestimmt 40 Prozent, diese 40 Prozent, die dort abgebaut werden, da wird ein ganz hoher Anteil von denen sein, die aufgrund von KI, also sie sagen, sie sind ja jetzt ein vollständig KI gestütztes Unternehmen, ihren Job schon verloren haben. Und ja, auf einer Meta-Ebene macht das total Sinn, aber als einzelne betroffene Person ist das jetzt nicht so geil.
MarkusNein, ich bin gespannt, wann es da gibt. Ich glaube, aktuell ist der Arbeitsmarkt schon noch so, dass immer schwierig, da jetzt von außen zu sagen, aber ich habe schon das Gefühl, dass man mit so einer Erfahrung dann ganz gut auch einen neuen Job immer noch findet. Aber ja, es kann schon der Moment kommen, wo halt, wie du richtig sagst, besonders in den Junior-Positionen, dann halt einfach wirklich weniger übrig bleibt.
DanielJa, und dann ist da natürlich so eine richtige verlorene Generation, die sich dann finden muss. Und entweder sie erfinden sich neu, machen irgendwas richtig smart und sind dann motiviert und gefrustert und disruptieren die, die nicht an sie geglaubt haben oder die sie nicht als notwendig erachtet haben.
MarkusWas wäre natürlich die Chance, wenn man in so einer Position sagt, hey, ich bin jung, tatsächlich Digital Native, ich bin AI Native. Da gibt es immer noch viele Companies da draußen, die halt einfach überhaupt nicht kapieren, was da eigentlich mittlerweile möglich ist. Weil ich halt unternehmerisch tätig. Auch aus der Notwendigkeit heraus, dass das halt sonst keine attraktiven Arbeitsmöglichkeiten gibt und dann verdränge ich halt den Wettbewerber so. Und ich glaube, das könnte auch eine Chance sein.
DanielNatürlich ist es ein bisschen Wunschdenken. Wenn man ein bisschen weiter denkt, könnte man sagen, da kommt jetzt eine ganz schön toffe Generation auf uns zu. Wenn die jetzt all diese Schläge abkriegen und so wenig Möglichkeiten haben, kann das natürlich etwas sein, wo eine ganze Menge Diamanten entstehen, weil der Druck schon brutal ist, wenn man da plötzlich merkt, Moment, all die etablierten Wege funktionieren nicht. Hey, all die ganzen coolen Wege, die mir Opportunities bis jetzt geliefert haben, die gehen langsam weg. Es ist schon echt Survival of the Fittest und da werden ein paar ganz schön toffe Persönlichkeiten rauskommen, die dann vielleicht die etwas weniger toffen Persönlichkeiten, die es davor gab, dann dann relativ einfach auffressen werden, weil ich glaube nicht, dass die, die sich da durchsetzen, die sind, jetzt sage ich was sehr Unpopuläres, die sich dann unbedingt mit 32-Stunden-Woche und Lastenfahrrad beschäftigen, sondern wahrscheinlich richtig reinklotzen und richtig ballern.
MarkusAlso jetzt musst du aber erklären, warum ist das Lastenfahrrad nicht mit 60-Stunden-Woche kombinierbar.
DanielAch, du weißt die Leute, die meinen, dass man mit dem Fahrrad alles machen kann. Du weißt diese, diese, diese, diese.
MarkusSag alle Welt, der selbst kein Auto besitzt.
DanielNaja. Aber du weißt so, ich meine, diese Leute, die sagen, ach hier, alles ist mit dem Fahrrad machbar. Fahren wir doch mit dem Fahrrad. Lass uns alle Autos aus den Städten wegtun. Gehen wir doch alle zu Fuß und halten Händchen und singen wieder. Diese Abteilung. Das sind die, die dann relativ schnell merken würden, dass es dann wieder um etwas andere Themen gehen könnte. Ich habe per se nichts gegen Fahrräder, aber ich glaube, es gibt dann einfach Menschen, die sich dann sehr weit von Realitäten entfernt beschäftigen. Damit meine ich nicht, dass man einen Lastenfahrrad dazu benutzt. Ich finde das ganz toll für Familien. Aber es gibt genug Menschen, die sagen, man sollte sämtliche Autos in Städten durch Fahrräder ersetzen. Diese Leute meine ich, die so ein bisschen weltfremd sind.
MarkusIch habe ja ein Auto und ich würde mir trotzdem wünschen, dass man die Autos ziemlich reduziert in der Stadt. Aber gut, wir kommen immer wieder zu dieser Diskussion zurück und es ist schon müde.
DanielIch finde eine gewisse Reduktion ja okay. Ich meinte es einfach so, die sagen das komplett. Also die sagen, man kann das komplett machen, man kann alle Lastwegen abschaffen, die Ultras. Die meinte ich. Nicht die, da natürlich ist das ja toll und ich habe kein Auto, weil ich es nicht als notwendig erachte, das in der Stadt gerade zu haben. Nee, nee, nee. Aber du weißt, wie ich meine. So die Fahrradultras. Die sind mir dann ein bisschen zu viel. Die selbst aber auch keine Kinder haben und vielleicht auch nicht pflegebedürftige Eltern. Die Abteilung. Anyway, lass uns da nicht verlaufen. Ich glaube allerdings, das ist spannend einfach, weil der Druck da echt hart ist auf eine bestimmte Generation von, sagen wir mal, top ausgebildeten Leuten, denen jetzt eine ganze Menge Chancen wegbrechen und die aber bestimmt umso hungriger werden. Und da werden einfach Leute rauskommen, die einfach richtig smarte Konzepte bauen werden, aufbauend auf Tools, die sie kennenlernen, gerade am Anfang ihrer Karriere. Und da muss man nicht unbedingt smart sein, um zu sagen, das sind, glaube ich, die nächsten Top-Top-Top-Unternehmen, die wir noch gar nicht begreifen, wie sie funktionieren werden. Und wenn da wirklich jemand AI First aufwächst, was auch immer das bedeutet, kann man echt schon die Ohren anlegen.
MarkusJa, hoffentlich. Hoffentlich zieht das nicht zur Fahrheit des Gehirns und dementsprechend eben nicht zu dieser Toughness, die es wahrscheinlich brauchen würde.
DanielHast du schon Wally gesehen? Kennst du Wally? Entschuldigung, wenn ich die unterwegs habe.
MarkusBoah, ich habe ihn, glaube ich, damals gesehen, aber mein Filmgedächtnis ist katastrophal.
DanielJa, meins auch, aber sozusagen die Zukunft, wo alle Menschen irgendwie total bewegungsfaul sind und auch nicht wirklich denken wollen und alle Roboter machen alles für sie. Das ist natürlich eine Zukunft, die nicht unbedingt die ist, die wir wollen, oder?
MarkusNein, glaube ich, würde auch vom sozialen Zusammenhalt schwer funktionieren. Also selbst einen Beitrag zu leisten ist, glaube ich, ein ganz relevanter, auch psychologisch ein sehr relevanter Aspekt. Und das heißt nicht, dass die klassische Erwerbsarbeit das ultimative Ziel sein muss, aber ich glaube, Foulness in jederlei Hinsicht ist es selbst nicht aktiv sein. Ich glaube, das ist Gift für die Seele, Gift fürs Hirn, Gift für den Körper. Also ich glaube, irgendwie etwas ist beitragen, das sollte schon sein.
DanielGlaube ich auch, jetzt gibt es natürlich ein paar Leute, die sagen, hier kommen Europa, ist aber alles ein bisschen doof. Ich würde auswandern, das gab es schon oft genug, die Argumentation, da gab es genug, die gesagt haben, ja, ich gehe dann in die USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Jetzt ist es eigentlich das Land der sehr begrenzten Möglichkeiten, muss man an der Stelle sagen. Und das hat auch mittlerweile relativ starke Konsequenzen, wenn man sich da schon mal so erste Entwicklungen anschaut. Früher haben wir immer über Europa und den Brain Drain gesprochen. Tatsächlich ist das allerdings jetzt ganz aktuell eher auch ein amerikanisches Problem, oder?
MarkusJa, und das ist wirklich neu. Es gab, es ist jetzt eine spezifische Studie, die wir oder eine spezifische Auswertung, die wir da sehen, auf Basis von AI-Talent, also Leute, die sich im Bereich von künstlicher Intelligenz in dem Bereich aktiv sind, sei es in der Forschung, sei es in Startups, sei es in Unternehmen. Und da sehen wir, wie du richtig sagst, dass erstmals seit fast Jahrzehnten eine negative Bilanz hier gibt, also einen Abfluss an AI-Talent. Da war es eine Zeit lang massiver Zufluss, besonders da in den 15, 16, 17, 18, da wo halt auch grundsätzlich halt die amerikanische Textszene ganz stark am Hypen war. Und das war aber auch in den letzten Jahren noch immer recht stark. Aber dass das jetzt wirklich negativ wird, das ist natürlich eine Folge von Trump. Das ist genau das, was wir schon seit einigen Monaten jetzt im Podcast sagen, dass es ein Spiel mit dem Feuer ist. Weil, ja, natürlich gibt es gewisses AI-Talent, gewisses Text-Talent, was wahrscheinlich auch hinter Trump steht und was hinter Elon steht. Da gibt es ja viele Fanboys, die sagen, es ist genau das, was es braucht, und Radikalkur und weg mit dem ganzen Scheiß, den es da gibt, und das ist alles fluff. Aber nur solche Leute ist, also weil ich könnte mir vorstellen, dass wahrscheinlich Trump und Elon sagen: naja, es ist eh gut, wenn die rausgehen, die nicht hart sind und da ihre Freiheit brauchen. Wir wollen unseren Polizeistaat, bei dem alle an einem Strang ziehen und nur hartgesottene Leute. Ich glaube halt, dass dann komplett die Reflexion und die intellektuelle Tiefe fehlt. Und ich glaube, dass das für eine Kultur schon, besonders in der Forschung, das nach einigen Jahren die richtig auf den Kopf fallen kann. Und das beginnt man jetzt zu sehen. Und da ist gut, dass Europa auch in den unterschiedlichsten Maßnahmen mittlerweile reagiert und mit offenen Armen die Leute empfängt und sagt, hey, wir wollen diese intellektuelle Diversität, wir wollen Leute, die die Freiheit der Forschung auch schätzen. Hat ja auch Österreich ganz explizit quasi schon erste Initiativen ergriffen, die das einfacher machen. Aber auch die EU hat ein Programm anunzt, also ein 500 Millionen Fonds tatsächlich. Also das ist sehr, sehr spannende Entwicklung.
DanielJa, es ist erstaunlich. Es ist wirklich erstaunlich, wie sich die Amis da innerhalb von kürzester Zeit wirklich runter oder selber deklassieren. Selbst Moody hat ja, hat ja, glaube ich, das AAA-Rating mittlerweile herabgestuft. Ist wirklich bemerkenswert. Man muss natürlich sagen, ich meine, das Wichtigste ist, dass die Gedanken frei sind. Und wenn die Gedanken nicht mehr frei sein dürfen, dann ist es natürlich der Moment, wo man merkt, vielleicht sollte man nicht mehr hierher. Und das ist erstaunlich, wie das gerade in Amerika passiert. Das ist erstaunlich, auch wie die Trumpisten sozusagen gegen die Unis wettern. Und wenn jemand gegen die Unis vorgeht, ist es auch schwierig. Die Unis haben aber auch ihre ganz eigenen Schwierigkeiten mit diversesten Ideologien, die da aufeinandertreffen. Und man sieht eigentlich, dass Amerika als Gesamtkonstrukt mittlerweile an einem Punkt ist, wo sie doch sehr große Herausforderungen haben und dieser Schein, den man vielleicht noch bis in die 90er und frühen 2000er gesehen hat, mittlerweile schon sehr erloschen ist. Und dass natürlich vielleicht all die Langsamkeit von Europa und all die Herausforderungen von Europa vielleicht jetzt ein bisschen weniger abweisend wirken. Wenn man natürlich sagt, hier ist etwas, wo vielleicht Sachen ein bisschen langsamer und ein bisschen komplizierter sind, aber die Gedanken nicht. Und der Diskurs ist frei und offen, das ist natürlich ganz schön. Und klar, ich meine, wenn man da es schafft, so wie es natürlich gerade aussieht, smarte Menschen wieder zurückzulocken oder zurückzulocken per se, dann kann das auch sehr schnell gehen mit der Monopolstellung in Amerika, die da gerade passiert. Wenn man das mal ein paar Schritte nach vorne weiterdenken würde, könnte man natürlich ein bisschen abstrakt formuliert sagen, eine der größten Herausforderungen, die wir zurzeit haben in unserer Gesellschaft, sind natürlich diese riesigen Tech-Monopolisten, ist eine Dopaminsucht von einer jungen Generation. Aber wenn man natürlich die smartesten Köpfe und die Denker und Denkerinnen wieder zurück nach Europa bekommt und mit europäischen Werten gemeinsam an den Herausforderungen unserer Zeit arbeitet, ist das vielleicht auch der Moment, wo man beginnt, genau dieses Monopol ein bisschen ganz langsam, ganz langsam anzukratzen, was natürlich ganz fein wäre.
MarkusOhne Frage. Und ich meine, da ist das, was natürlich immer als Argument hervorgebracht wird, warum das nicht passieren wird, sind die Gehälter. Weil die einfach jetzt als, wenn man es mit dem Wechselkurs vergleicht, halt einfach ein Bruchteil sind von dem, was man in Amerika bezahlt bekommt. Man muss halt dagegenüberstellen, es sind halt auch die Lebenserhaltungskosten in Amerika ein Vielfaches. Das heißt, wenn man das, glaube ich, in Relation steht, also Gehälter versus Lebenserhaltungskosten, dann ist das meines Erachtens relativ, es hält sich wahrscheinlich, vielleicht sind die Amerikaner ein bisschen besser dran, aber dann ist der Unterschied geringer. Und ich glaube, dass diese Grafik bzw. diese Statistik, die wir da jetzt vorher eingeschnitten haben, dass die zeigt, dass die Leute schon gewählt sind, sich das auch anzuschauen und tatsächlich einfach auch den Schritt nach Europa zu machen, wo bis zuletzt viele sehr skeptisch waren, ob das bei dem Gehaltsunterschied realistisch ist. Aber it's happening und das ist ein Riesenshift.
DanielJa, und ich glaube, wen wir natürlich auch noch richtig auf der Agenda haben müssen, ist Mena. Also ich glaube, da passiert auch sehr viel. Da sehen wir die Saudis, wir sehen die Emirate, die da auch sehr kräftig am investieren sind und natürlich dann auch wiederum ziemlich spannende Angebote machen können. Ich glaube, die Amis müssen sich da einfach sehr, sehr warm anziehen. Aber es gibt natürlich auch die Möglichkeit, nach Österreich zu kommen. Und da gibt es natürlich auch Zahlen, Daten und Fakten, die für den jetzigen Standard unseres Ökosystems sprechen. Und da gibt es den Austrian Startups Monitor, der jedes Jahr ja probiert, ganz empirisch zu erheben the good, the bad and the ugly. Und das wurde ja wieder vor einer rund einer Woche präsentiert. Oder?
MarkusGenau, am Freitag gab es die Austrian Startup Monitor Präsentation, Zahlen, Daten, Fakten zur Lage der Startup-Nation. Und muss jetzt sagen, tatsächlich, es war jetzt nicht so die Riesenüberraschungen dabei. Ich glaube, es setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. Wir sehen, Profitabilität ist die New Normal oder ich sage jedenfalls der neue Goldstandard. Mittlerweile sind 38% des Stadus profitabel.
Daniel38% profitable.
MarkusUnd 45% wollen den Break-even in den nächsten zwei Jahren schaffen. Wenn man das zusammenzählt, dann gibt es nur sehr wenige, die noch auf dem Weg sind, dass sie sagen, Groff, Grove, Grove, Venture und keine, es macht überhaupt keinen Unterschied, ob das jetzt am Ende Bottomline profitabel ist oder nicht. Wir wollen einfach so schnell wachsen, dass wir irgendwann den Markt dominieren und den Börsengang hinlegen, so wie das halt vor vielen Jahren Amazon gemacht hat, die halt bis 20 Jahre, glaube ich, nach Gründung nicht profitabel waren. Und das schaut so aus, als wären die Zeiten halt im aktuellen Umfall jetzt wirklich vorbei.
DanielIst das das Ende von Hypergrowth für dich?
MarkusIch glaube, Hypergrowth gibt es in sehr spezifischen Märkten, die Winner Takes All sind, die auch oft gespickt sind durch zum Beispiel das Geld aus dem arabischen Raum, wo es kein Zurückhaltend gibt. Da gibt es diese Märkte immer noch. Wenn es Winner Takes wieder all ist und viel Geld im Markt ist, dann muss man halt irgendwie in die Richtung mitmarschieren, wenn man bestehen will. Aber natürlich, in einem Umfeld, wo das Geld sehr teuer ist, wo viele von diesen Winner Text-All-Märkten halt auch schon gefüllt sind, da macht es deutlich weniger Sinn.
DanielEs geht ja aber auch Hand in Hand so ein bisschen, wie wir sehen, wie das VC-Modell sich mittlerweile umstellt, oder?
MarkusJa, ich glaube, das ist noch im Werden und da ist, glaube ich, nicht klar, was der Outcome ist. Wird das jetzt, entwickelt sich VC mehr in Richtung Private Equity, klassische Modelle? Die große Frage ist, wie schaut das Exit-Modell aus? Ziehen jetzt die Börsengänge wieder an? Das ist etwas, was wir jetzt seit zwei Jahren hoffen, dass die Börsengänge im Tech-Bereich wieder ordentlich anziehen. Und es ist halt jedes Mal, wenn es wieder so ausschaut, hey, das könnte jetzt passieren, ist die nächste, kommt irgendein Scheiß daher. Es ist ein neuer Konflikt her. Der Trump mit den Zellen. Also es ist, ich kenne einige Startups, die einen Börsengang vorbereiten und die jedes Mal sagen, ja, wir wären eh ready, aber jetzt ist halt wieder die Unsicherheit da, weil plötzlich wissen wir nicht, ob unser Wirtschaftssystem wie bisher so funktioniert und jetzt einen Börsengang zu machen, das ist bescheuert. Also ich glaube, man muss aus diesem Cycle ein bisschen rauskommen. Es muss ein bisschen Stabilität wieder herrschen. Und dann glaube ich, kann dieses alte VC-Modell schon auch wieder funktionieren. Aber natürlich, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen passen. Und wenn das nicht gegeben ist, dann muss man andere Wege finden, wie man Returns für die LPs der VCs generieren kann.
DanielWeil das ist ja sehr vereinfacht ausgedrückt, das ganz große Problem, wenn man nicht irgendwann die Gewinne realisieren kann, dann ist das alles nur Papiergeld. Und man hat natürlich irgendwann einmal vor fünf vor sieben Jahren gesagt, ja, innerhalb dieses Zeitraums wird es einen so und so viel Faktor deines Geldes zurückkriegen. Und es ist natürlich nur möglich durch extrem große Exits oder Börsengänge. Und da wären natürlich Börsengänge der idealere Weg. Und genau wie du sagst, Börsen leben natürlich sehr, sehr stark von dem Sentiment, von der öffentlichen Meinung, von der Stimmung im Land, von der Stimmung in der Welt. Und natürlich, wenn ein Krieg dem anderen folgt und eine Hiobs-Botschaft der anderen, dann ist es natürlich blöd. Und Börsen sind natürlich eine Riesen-Timingfrage. Nummer eins und Nummer zwei. Tatsächlich muss man sich ja auch Börsen im Detail anschauen, welche Börsen denn auch tatsächlich brauchbar oder nicht brauchbar sind. Wenn man das sozusagen von Liquidität und Größen betrifft, dann gibt es natürlich zwei, drei Börsen, die recht zielführend sind und zwei, drei Börsen, die da nicht ganz so, drei Börsen, sondern viele andere, die da nicht ganz so zielführend sind, mehr als das. Und das ist natürlich ein Riesenproblem auch für Europa, dass man einfach sagen muss, da sind einfach die Börsen in Europa vielleicht noch nicht ganz so liquide, ganz so groß, wie sie sein könnten, um ja, man muss auch sagen, das ist halt eigentlich, ich meine, früher war es ja wirklich so, dass du zum Handelsplatz kommen musstest, um so eine Aktie zu kaufen.
MarkusMittlerweile ist ja schon lange so, dass man das halt, du kannst auch als Amerikaner eine Aktie kaufen, die ja an der Frankfurter Börse gelistet ist. Da macht es gar nicht so viel Unterschied. Es ist eher darum, hängt davon ab, wie sehr du glaubst, dass dieser Börsenplatz dich auch vermarkten kann. Da geht es halt, und da sind natürlich die Amerikaner sehr gut und bringen natürlich auch eine Zielgruppe, ein Rich mit in einer Gesellschaft, die viel mehr auf private Pensionsvorsorge setzt, wo halt der klassische Aktienvorsorgeplan ein sehr bekanntes Mittel ist und die dementsprechend mehr Liquidität im Markt haben. Deswegen schauen da schon viele nach Amerika. Es ist natürlich auch so, wenn man jetzt abseits von den Börsengängen schaut, in Richtung der Acquisitions, also Käufe, direkte Käufe von anderen Unternehmen. Auch da ist das aktuelle Umfeld nicht gerade dienlich, weil wenn man vielleicht gerade Leute rationalisieren muss und Fokus, Fokus, Fokus auf irgendwie mehr Geld verdienen, dann kommt es nicht so gut an. Wenn man dann sagt, naja, wir geben jetzt ein paar hundert Millionen Euro aus für ein Unternehmen, dass wir dazu kaufen. Also das ist halt, so sehr man auch immer sagt, in schwierigen Zeiten ist halt der Schlüssel, dass man weiter in der Offensive ist und nicht zu defensiv wird, ist es nicht immer einfach, das umzusetzen. Und das zeigt sich in den Zahlen, was sich aber auch zeigt, in den Monitorzahlen, und das ist, glaube ich, ein gutes Signal, es ist langsam, gibt es ein bisschen mehr Optimismus wieder. Oder sagen wir weniger Pessimismus. Wie drückt sich das aus? Also wir fragen auch immer das Sentiment, wie besonders halt auch das Funding-Environment sich entwickelt. Und da ist der Anteil an Leuten, die gesagt haben, es ist heutzutage ein schlechteres Funding-Umfeld als vor ein paar Jahren, ist von 57 aus 45 gefallen. Das heißt, es ist jetzt wieder unter der Hälfte. Es ist natürlich immer noch leicht negativ, weil gibt es auch Leute, die sagen, es ist neutral oder halt quasi gleich geblieben. Aber es geht zumindest in die richtige Richtung. Was wir auch sehen, was auch spannend ist aus der Perspektive, dass wir eigentlich gerade eine Deglobalisierung erleben, aber es sind noch 2024er Daten, muss man sagen. Da ist der Share on Revenue, also der Anteil vom Revenue, vom Umsatz, der international gemacht wurde, ist von 38 auf 41% hochgegangen. Das heißt, österreichische Startups machen mittlerweile 40%, mehr als 40% vom Umsatz nicht in Österreich. Macht Sinn, weil natürlich der österreichische Markt auch nur eine begrenzte Größe hat. Aber da wird auch spannend zu sehen, wie sehr sich jetzt halt auch die Handelseinschränkungen der letzten Monate im nächsten Monitor widerspiegeln werden.
DanielIch sehe da als einen Punkt Impact-Driven Growth. Glaubst du, wird das sich das weiter verstärken oder ist das etwas jetzt, was sozusagen jetzt gerade den Gegentrend erfährt der letzten Monate?
MarkusMan muss jetzt sagen, aktuell sagen 56% der Startups, dass sie soziale oder ökologische Ziele priorisieren. Jetzt muss man mal sagen, ich weiß nicht, ob wirklich alle von diesen 56% das machen. Es kann schon sein, dass da auch ein paar dabei sind, die das zwar sagen, aber wenn es dann hart auf hart kommt, halt die Entscheidung dann doch anders ausschaut. Und das glaube ich schon. Ich glaube nicht, dass 56% tatsächlich Impact First sind, aber das sagen sie. Und ja, ich glaube in einem Umfeld, wo das vielleicht auch nicht mehr so unvogue ist, dass genau die, die das in erster Linie nur sagen und nicht leben, dass die dann wahrscheinlich umschwenken werden. Das heißt, es ist schon möglich, dass wir im nächsten Jahr da einen Gegentrend sehen. Ich muss aber auch sagen, am Ende ist das effektiv wurscht, weil die, die es eh nur sagen und nicht machen, bringen eh nichts. Ich glaube, was wichtiger ist, ist halt, dass die, die es auch wirklich ernst meinen damit, dass die weiterhin Wege finden, Erfolg zu haben, dass die weiterhin Wege finden, zu wachsen. Und dass das, was sich jetzt als Amerika also ein bisschen abzeichnet und was halt auch aufgrund von Sparkurs passiert, dass das nicht zu viele, die es ernst meinen, länger vor dem Stein in den Wegbild gelegt bekommen.
DanielDas hat dich am meisten am Monitor überrascht. Man hat es vorhin schon gesagt, es gab eigentlich nicht viele Überraschungen. Das ist ja auch eine klare Ansage ist eigentlich. Das heißt, es ist einfach so eine Entwicklung, die man sehen kann. Aber vielleicht gab es ja doch irgendetwas, wo du gesagt hast, oh, okay, wow.
MarkusMüsste ich jetzt nicht. Ich glaube, das, was wir so ein bisschen selbst gelernt haben zum Monitor, ist, dass ein Thema, was wir einfach haben, aufgrund der Definition, die wir ursprünglich gewählt haben mit den bis zu zehn Jahre alt, innovativ und wachstumsorientiert. Und das ist halt eine europäische Definition, an die wir uns angelegt haben. Aber gefühlt ist halt schon das, was wir als Startup-Szene titulieren, beziehungsweise auch fühlen. Da sind viele Unternehmen dabei, die jetzt auch schon älter als zehn Jahre sind, aber irgendwie trotzdem noch Startups bzw. eher halt Scale-Up sind, aber wir wollen ja mit dem Monitor auch die Scale-Ups erfassen. Und deshalb ist für mich so ein bisschen ein Learning, wir müssen wahrscheinlich an dieser Definition ein bisschen arbeiten, was total schwierig ist, weil wenn du eine gewisse Datenbasis mit einer Definition hast, die geht es ja auch um Vergleichbarkeit. Also da glaube ich, ist für uns auch ein bisschen eine Herausforderung, wie schaffen wir es, diese schon etwas älteren Scale-Ups mitzunehmen, weil die sind relevant und sind natürlich auch was die Daten eigentlich sind, die Arbeitsplätze, die sie schaffen. Das ist etwas, was, glaube ich, der Monitor im nächsten Jahr besser machen muss, wie schaffen wir es, dass diese Unternehmen auch Teil des Monitors sind und bleiben, ohne dass die Vergleichbarkeit darunter leidet.
DanielHast du eigentlich ein Gefühl, dass das Thema Krypto in Österreich stärker verankert wird durch den Erfolg von BitPanda? Sieht man das im Monitor in irgendeiner Form? Wird das auch abgefragt?
MarkusWeiß ich jetzt nicht auswendig. Es ist schon, es gibt ein paar Fragen, also in welchen Industrien sind die Startups tätig, welche Trends sehen sie. Das heißt, könnte man nachschauen. Mein Bauchgefühl ist, dass grundsätzlich schon Österreich sich als Kryptostandort ganz gut etabliert hat. Natürlich über Shining Light Beatpanda, aber es gibt ja auch sonst einige Player, die europäisches Headquarter einfach nach Wien gesetzt haben. Es ist von der Regulierungsperspektive nicht so schlecht. Das heißt, ich habe schon das Gefühl, dass wir da eine ganz gute Szene aufgebaut haben in den letzten Jahren.
DanielHätte ich auch deswegen war ich so neugierig, weil für mich ist es so das klassische, wenn da ein Big Player ist, dann zieht der andere an, dann passiert da viel und plötzlich fünf Jahre später hast du da einfach einen wirklich organisch gewachsenen Themenschwerpunkt. Der natürlich auch in der internationalen Positionierung wahnsinnig zielführend sein kann. Und ja, und für mich ist es noch immer so, wir reden da gar nicht so viel drüber, aber die Art und Weise, wie BitPanda sich zu einem massiven Global Player entwickelt. Wenn wir die Sportvermarktung anschauen, wenn wir all die ganzen Themen drumherum anschauen, dann ist das schon ganz schön spannend. Und wenn wir das natürlich dann noch damit dazu kreuzen mit den aktuellen Bitcoin-Kursen, dann kann man eigentlich nur sagen, dass das Wachstum sicherlich absehbar weiter stark voranschreiten wird. Also mein Gefühl. Cool. Speaking of which, ich sehe die Zeit schon ziemlich fortgeschritten. Es gibt immer noch ein Thema, über das wir reden wollten. Und das ist so ein Titel, der immer wieder aufpoppt. Das ist der Titel des CXOs. Was ist denn das nun schon wieder? Oder da noch so der Fractional CXO. Das klingt ja wieder wie so ein neuen Buzzword auf LinkedIn. Da ist allerdings schon wiederum auch wieder was Smartes dahinter, oder?
MarkusAlso CXO ist eigentlich so ein bisschen der Überbegriff für die unterschiedlichen C-Level-Rollen, die es gibt. Also ein CEO oder ein CFO oder ein CMO. Und Fractional CXOs sind quasi Teilzeit-C-Level-Executives. Das sind Leute, die das nur für zum Beispiel 20 Stunden machen und vielleicht dafür bei zwei Startups so eine Rolle gleichzeitig einnehmen oder dann eben halt ein Beratungsgeschäft machen, wie auch immer. Das sind in den meisten Fällen sehr erfahrene Leute, die in dem Bereich halt schon ähnliche Rollen innehatten und dementsprechend trotz der mangelnden Zeit durch ihre Erfahrung in solchen Rollen erfolgreich werden können. Und das ist ein Trend, der sich in den letzten Jahren verstärkt hat. Liegt wahrscheinlich einerseits daran, dass es mehr Leute gibt mit echter Erfahrung und andererseits aber auch, dass der Kostendruck in ein Unternehmen gestiegen ist und dementsprechend man halt mehr schauen, was können wir uns für jemandem Vollzeit überhaupt leisten. Also ganz konkret, 25% der US-Unternehmen und 20% der europäischen Startups nutzen mittlerweile solche Fractional-Modelle. Die beiden Gruppen, die da am meisten vertreten sind, ganz klar Nummer eins ist eigentlich der Fractional CFO, aber es ist auch eben Fractional CMOs, die mehr und mehr am Kommen sind. Und ja, es ist natürlich ein viel diskutiertes Thema, ob sowas nachhaltig funktionieren kann, wie lange es gut funktionieren kann, in welchen Stages es funktionieren kann. Was sagst du dazu?
DanielIch finde es extrem spannend. Also erstmal natürlich, ich glaube, der größte Bullshit-Bingo-Begriff wird wahrscheinlich Fractional CEO sein, und das sind das neuen Unternehmen, die alle irgendwie nicht funktionieren. Aber ein Fractional, zum Beispiel, bleiben wir beim Beispiel vom Fractional CFO. Und das fand ich gerade ganz interessant. In Zeiten von KI, in Zeiten von Effizienzen, in Zeiten von Scale-Ups mit Kostendruck, macht das total Sinn, ein Fractional CFO zu haben, wo es ja darum geht, eigentlich relativ vergleichbare Dinge bei Unternehmen in ähnlichen Phasen zu machen, die wahrscheinlich durch KI sich sehr effizient durchführen lassen werden. Und wo man vielleicht nicht rund um die Uhr damit sein muss. Wir kennen es ja auch von, ich glaube Heizmar hat das ja auch vor kurzem announced, dass sie jetzt ein CFO reingeholt haben, den Andreas Licht will, wenn ich das richtig verfolgt habe. Das heißt, ein CFO braucht man vielleicht auch nicht von Tag 0, dann wird es irgendwann diese Rolle geben, dann brauchst du sie immer mehr. Finde ich total zielführend. Ein Fractional CMO weiß ich noch nicht. Kommt, glaube ich, sehr stark auf die Art und Weise an, wie man so ein CMO definiert. Und dann bei den anderen C-Positionen kommt natürlich darauf an, was für ein Unternehmen man hat. Ich meine, theoretisch bei einem größeren Unternehmen könntest du vielleicht mal sagen, theoretisch ein Fractional CIO bei irgendwelchen klassischen, sagen wir, noch keine DAX-Konzerne, aber auch noch kein richtiger, so deutscher Mittelstand könnte vielleicht ein Fractional CIO total zielführend sein. Wo man sagt, da gibt es wahrscheinlich zu wenige, die gut sind und wahrscheinlich braucht man die auch nicht rund um die Uhr, wenn man sich wirklich diesen Job sehr effizient ansehen würde. Und bei unserer Welt bleibend, also CFO kann ich mir vorstellen, CMO kann ich mir vorstellen, aber CEO und COO und CTO kann ich mir fractional ehrlich gesagt noch, ich sage bewusst noch nicht vorstellen. Weil es ist ja auch ein Wert für ein Unternehmen, den man sozusagen auch sicherstellen möchte. Der vielleicht gar nicht so austauschbar wäre. Wie gesagt, ein CFO und so bei aller Liebe, aber ist, glaube ich, eine sehr austauschbare Position. CEO, COO, CTO, das ist eigentlich schon so Kern. Wie siehst du das?
MarkusJa, ich glaube auch so diese klassischen Founder-Rollen, was der, weiß nicht, wie auch immer man es sieht, aber jedenfalls die CE-Rolle, also die quasi business-seitige Lead-Rolle und die tech-seitige Lead-Rolle, da glaube ich, wäre es schon auch für Investoren. Ja, weiß ich nicht, ob das so gut ankommen würde, wenn das Fractional-Leute wären. Das ist ja auch oft so, dass man in der Frühphase Leuten sagt, hey, wenn ihr ein Investment wollt, dann müssen alle Vollzeit da mit an Bord sein. Also das glaube ich ist klar. CFO gibt es, wie du richtig sagst, sicher einen Sweet Spot im Timing, weil den braucht man oft am Anfang eh noch nicht und dann braucht man eine Zeit lang einen gewissen Bestandteil davon. Das heißt, das ist wahrscheinlich ganz gut für eine Phase. Ich glaube, in dem Moment, wo es halt in Richtung Börsengang geht, braucht man sicher auch da einen Full-Time-Rolle. CMO sehe ich ganz genau wie du auch. Es hängt sicher ganz davon ab, wie sieht das Unternehmen grundsätzlich die Vermarktung. Ist es viel Pattern Recognition? Also klassisch halt einfach Performance Marketing und Inbound-Sales-Strategien. Oder geht man eher auf spezifisch Brandbuilding, auffallen, neuartige Guerilla-Marketing-Taktiken. Dann weiß ich nicht, ob ein Fractional CMO da jetzt so brillieren wird, weil das halt viel mehr darum geht, neuartige Urkreativität hervorzubringen, was mit Pattern Recognition jetzt nicht so gut geht. Aber es gibt sicher die Sweet Spot, wo es Sinn macht. Es gibt sicher auch die Philosophie, dass C-Level-Rollen immer Voll-Time sein sollen. Und dann nennt man halt die Person nicht CFO, sondern Head of Finance oder VP Finance oder was auch immer. Aber am Ende sind die Titel ja auch, keine Ahnung. Das ist dann, glaube ich, eher eine Unternehmensfrage. Philosophie, wie man Titel handelt. Grundsätzlich gibt es sicher zentrale Lead-Positionen, die man auch fractional machen kann.
DanielIs Elon Musk ein Fractional CEO?
MarkusJa, natürlich. Ist ein schönes Beispiel, wo er aber auch viel Druck bekommt, gerade jetzt. Wo halt Tesla, ich meine, ich glaube, jetzt geht es mir ein bisschen besser, aber grundsätzlich die letzten Monate nicht besonders gut performt hat, nämlich sowohl beim Aktienkurs als auch bei den tatsächlichen Zahlen. Und er natürlich sowieso mehrere CEO-Level-Hütte aufhört und jetzt auch noch diesen Government-Job. Also da öffnest du natürlich schon auch eine Flanke, wenn du das machst.
DanielAuf jeden Fall. Nein, ich finde es, weißt du, manchmal gibt es neue Titel für Dinge, die es eigentlich ohnehin schon immer gab und manchmal ist es so ein bisschen buzzworty, manchmal ist die Wahrheit irgendwo dazwischen. Aber ich glaube, dieses Fractional-Thema ist etwas, was in Zeiten von KI und Effizienzen und Kostendruck einfach uns zunehmend begleiten wird. Cool, ich könnte schwören, ich kenne eine Reihe von Fractional-CFOs schon seit Jahren. Ist jemanden, der im Dummskreis der TU CFO für eine ganze Menge von den Earlies ist so zwischen Seed und Vorbereitung zur Series A. Name fällt mir gerade nicht ein, Gesicht habe ich vor Augen. Der macht das sicher seit rund zehn Jahren. Hätte man ihm damals gesagt, du bist ein Fractional CFO, hätte er wahrscheinlich gesagt, okay. Whatever. Ja, cool. Wieder was Neues gelernt, sozusagen für euch alle, im Buzzword Bingo. Aber es hat, finde ich, so eine totale Berechtigung. Was haben wir noch im Angebot? Rockstars, oder?
MarkusGenau, wir haben Rockstars der Woche. Und das ist diese Woche der Gerhard Tankl und das Team von Geekskill. Das ist ein Kärntner-Startup. Unter anderem auch Nachbarn von uns im Startup Haus. Und die haben jetzt gerade eine Seed-Runde von 2,1 Millionen Euro abgeschlossen. Sehr spannendes Startup macht KI-Sales Software. Also da haben wir ja auch schon mal darüber berichtet, glaube ich, es geht einfach darum zu analysieren, wenn man Salesgespräche hat, wo gibt es da Verbesserungsbedarf, auch zu analysieren, okay, wie gut stehen die Chancen, dass es da zu einem Abschluss kommt. Da gibt es ja ganz viele Daten in Salesgespräche, die man nutzen kann, sei es für Training, sei es für Projection, sei es für die finanzielle Ebene. Und die haben sich in dem Bereich gut etabliert, haben auch ordentlich Kunden, über 100 Kunden aus der Dachregion, UK, Niederlande, Japan, also richtig global auch schon agierend. Und ja, Finanzierungsrunde mit vielen alten Bekannten auch. Also gute Signale und ein richtig cooles Projekt. Good luck mit den 2,1 Millionen. Wir sind schon sehr gespannt, was wir von euch in den nächsten Monaten hören werden.
DanielAuf jeden Fall. Also Gratulation dazu. Und ja, werden wir sicher öfter nochmal drüber berichten. Und an der Stelle würde ich sagen, haben wir eigentlich jetzt auch wiederum genug gesprochen, oder? Stunde ist voll, Stunde zwei Minuten haben wir gerade. Sollen wir noch die Begrüßung dazuschauen? Sind wir so einer Stunde und fünf? Und das ist eigentlich jetzt so ein ganz solider Podcast, oder? Passt gut. Hätten wir es erledigt, ich mach mal einen Deckel drauf. Und ja, sehen wir und hören wir uns nächstes Mal. Dankeschön und bye bye.