Future Weekly

#467 - Stiftung Reaktionen, Dachfonds Studie, Meta Brille

Daniel Cronin & Markus Raunig Episode 467

🔥 Stiftung Reactions
🥨 Bits & Pretzels Recap
🇦🇹 Dachfonds Studie
👓 Metas neue Brille
🏄‍♂️ Early Exits als Trend
🍿 Tilly Norwood Backlash
🎸 Rockstars: Dominik Pezzei & Team

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel:

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend und auch gute Nacht und herzlich willkommen zu Future Weekly. Mach einfach meinem Lieblings-Podcast. Und sicherlich auch von dir. Oder lieber Markus, ja klar. Sehr schön. Ja, da muss man auch mal immer sich auch selbst beweichern, denn das passiert heutzutage viel zu selten. Also, wir beide sind voll super. Du bist auch super, weil du uns zuhörst, denn wir wollen mit dir über Reaktionen auf die Stiftung reden. Wir wollen über den Dachfonds reden, darüber, dass die Metabrille echt mies aussieht, über Early Exits, Tilly Norwood und ein Rockstar der Woche haben wir auch am Angebot und dazwischen jede Menge weitere Infos. In dem Sinne, auf los geht's los! Wir starten mit den News und ja, letzte Woche gab es hier ganz große News in Richtung Stiftung. So, Markus, erzähl mal, wie war denn so die Reaktion auf die verkündeten News, dass es eine Stiftung geben würde?

Markus:

Ja, grundsätzlich schon sehr cool. Also auch viele Leute haben mich kontaktiert, wie man Stifter werden kann und wie man es unterstützen kann. Also es ist vielversprechend, dass da jetzt noch einiges nachkommt. Der Bernhard Niesner hat auch schon commitnet. Also wir werden auf jeden Fall Ende Oktober eben ein zweites Closing machen. Und ich bin gespannt, was dann halt nach den Gesprächen auch wer dann wirklich mitmacht. Aber es ist jetzt, die Pipeline ist voll. Ich habe die nächsten Wochen sehr viele Meetings, bin ordentlich durchgetaktet. Und ja, es ist ganz interessant, finde ich jetzt so vom medialen Echo war es so in der Breite, war es eher so relativ positiv geframed. Also ja, nette Initiative und cool. Und gleichzeitig in der Start-up-Szene war das fast nochmal so ein Anker für eine Bestätigung der aktuellen Katastrophenstimmung. Weil was wir natürlich gemacht haben, ist, dass wir mit der Blaunch halt die unterschiedlichen Statistiken aufgezeigt haben, wo Österreich einfach aktuell nicht wettbewerbsfähig ist. Und es ist wieder spannend, dass die breiten Medien das nicht wirklich aufgreifen und auch den Ernst der Lage vielleicht, also es wurde schon, also die Statistik besonders, dass zwei Drittel der Millennials Unternehmer oder nicht glaubendes Unternehmen einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten, es wurde schon auch viel zitiert. Aber jetzt so richtig, dieses der Hut brennt, das ist, finde ich, dort nicht durchgekommen, hingegen in der Startup-Welt. Also Trending Topics hat einen Artikel, glaube ich, geschrieben zur Todesspirale der Startup-Szene oder so. Und hat halt da natürlich auch die anderen Faktoren, die gerade eine Rolle spielen. Aber ja, also ich glaube, es ist schon auch spannend, wie das unterschiedlich wahrgenommen wird.

Daniel:

Naja, ich meine, das eine liegt vielleicht auch da an, dass quasi die breite Öffentlichkeit nimmt mal dann eine Überschrift, schreibt mal kurz was drüber und dann ist auch wieder gut. Weißt du, ewig, keine Ahnung, damals als es den Rantastic Exit gab, dann haben dann alle mal kurz darüber geredet für eine Woche oder zwei. Ein paar haben gesagt, da hat mal jemand mal eben eine App gemacht und mit stinkreich, einen anderen gab es super und was ist denn mit dem und sowas und dann war auch wieder gut. Worauf ich hinausfülle, ist, liebevoll gemeint, oberflächliches drüber reden. Weißt du, eh, so ähnlich wie wenn es irgendeine Weltmeisterschaft irgendwo gibt. Da haben dann alle mal eine Meinung und dann ist es auch gut, aber selten eine fundierte Meinung. Und bei dem anderen ist es natürlich schon so, es ist halt wie wenn ein Fachmagazin über was schreibt, da kennt man sich dann schon aus, weißt du, was ich meine? Und da kennt man auch die Details. Und ich meine, wenn man so in aller Härte auch nochmal sagen möchte, die Stiftung ist ja auch unter anderem so, weil wir irgendwann festgestellt haben, dass es so auf freien politischen Wege mit Goodwill und so weiter nicht geht, sondern dass wir festgestellt haben, wenn man wirklich was machen möchte, muss es unternehmerisch sein. Und wenn du in Österreich etwas Langfristiges willst, kannst du dich auch nicht auf Regierung verlassen. Das haben wir ja schon gelernt. Also wir hätten ja mehr Bundeskanzler, als wir beide zusammen Unterhosen haben in den letzten paar Jahren. Sondern da musst du halt eine Stiftung verankern. Und insofern ist das ja eigentlich auf der einen Seite natürlich großartig für uns als Community, dass wir das zusammengebracht haben. Aber andererseits natürlich auch, könnte man sagen, es ist ein Zeichen eines Versagens von anderen Stellen, um die wir uns alle gemeinsam sehr lange sehr bemüht haben.

Markus:

Ja, also die Kernerkenntnis, dass die großen Herausforderungen unserer Zeit sicher nicht allein von der Politik gelöst werden, die steht in der Zeit. Das hat sehr politisch gesagt.

Daniel:

Sicherlich nicht alleine von der Politik gelöst werden.

Markus:

Ganz ohne sie wird es auch nicht gehen, muss man sagen, weil es halt schon die Rahmenbedingungen spielen eine Rolle. Aber ja, es sind so die wirklich mutigen Entscheidungen, die sind, glaube ich, auch aktuell nicht wirklich machbar im politischen Umfeld. Und da braucht es viel mehr einfach kluge Köpfe, gute Ideen, Zivilgesellschaft und das ist ja das Ziel der Stiftung. Uns muss es aber auch gelingen, glaube ich, dass wir in der Breite ein bisschen mehr das Verständnis dafür auslösen, was es bedeutet, wenn wir es nicht schaffen, Unternehmergeist in Österreich zu fördern, was die Alternative ist. Nämlich das ist Weiter, Stagnation, Rezession, das ist Wohlstandsverlust und das ist, wir schlagen uns die Köpfe ein.

Daniel:

Naja, du musst es aber in der Härte auch ausformulieren. Ich meine, schau mal, für mich ist, und ich werde nicht müde, das zu sagen in Gesprächen oder auch, habe ich wahrscheinlich schon drei Dutzen Mal in dem Podcast gesagt, für mich ist so, unsere Startups sind quasi die KMUs und die AGs von morgen, teilweise von heute. Und die Steuerabgaben dieser Unternehmen sorgen dafür, dass es unseren Sozialstaat weiterhin gibt. So, full stop. Und wenn es die nicht mehr gibt und wenn das halt so nicht gesehen wird, dann macht das auch wenig Spaß. Und wenn man halt so ein Startup hat, das eh Hochrisiko ist in Zeiten von vielen Dingen und wenn dann alle möglichen Leute nur damit beschäftigt sind, die auch das Leben sehr schwer zu machen, muss man auch sagen, gibt es dann vielleicht rational betrachtet auch andere Standorte, die man langfristig in Erwägung ziehen muss. Da blutet mein Herz als leidenschaftlicher Europäer, aber das ist halt schade.

Markus:

Das ist ja genau das Problem.

Daniel:

Was heißt, das passiert ohne Ende, das sehen wir ja gerade. Und wir sehen aber auch, wie in vielen europäischen Ländern gerade einfach Entscheidungen getroffen werden, die nach hinten losgehen. Wir müssen ja gerade gesehen in England, wo sie die Superreichen, glaube ich, noch stärker besteuern und wo dann innerhalb von kürzester Zeit, ich glaube, 18 Prozent der Superreichen abgewandert sind. Irgendeine Zahl, das wird jetzt falsch sein, aber wo du merkst, ui, das war wohl ein bisschen zu gut gemeint mit der Besteuerung. Ist ganz ähnlich in, ich glaube, in, war das in Schweden so? Oder in Dänemark ein sehr ähnliches Phänomen. Und ganz ähnlich wird sich das mit dem Unternehmertumverhalten. Wenn man da einfach nur permanent draufknüppelt und nicht anerkennt, was das bedeutet, dann ist das sehr schade. Und es sind es oftmals von Leuten, die ohnehin davon profitieren, dass andere sehr viel Steuern abgeben, die am lautesten gegen die Unternehmer und Unternehmerinnen wettern, ohne zu verstehen, dass ohne deren Arbeitsleistung sie ja auch nicht sozusagen jeden Monat Cola am Konto hätten. Ganz trivial ausgedrückt. Und ja, die Steuern kommen ja von irgendwo her. Und das Umverteilen, was ja auch so ein Wort ist, dass ich nicht ausstehen kann, aber dieses Umverteilen, ja irgendwo muss ja auch ein gewisser Wohlstand generiert werden, den man dann auch irgendwann umverteilen kann. Und ganz ehrlich, also irgendwann ist dann auch genug mit Umverteilen. Finde ich.

Markus:

Ja, ich glaube, ein guter Sozialstaat hat schon einen.

Daniel:

Nein, nein. Entschuldigung, gleich Richtigstellung. Ich glaube fundamental an den Sozialstaat. Ich glaube aber auch, ein Sozialstaat ist, ein funktionierender Sozialstaat ist nur möglich, wenn du dort auch die Möglichkeit hast, auch einen gewissen Wohlstand zu erarbeiten.

Markus:

Damit es möglich ist, den auch in der Breite zu bauen.

Daniel:

Und wenn wir schau, wenn wir jetzt ganz ehrlich sind, ist jetzt zurzeit ein Wohlstand aufzubauen, viel zu schwierig. Ich bin deutlich deutlich schwieriger. Und ich meine, ja, und wenn du einen klassischen Weg nimmst, nicht nur den unternehmerischen Weg, sondern wenn du sagst, wenn du jetzt zum Beispiel BWL studierst und jetzt einen normalen Job suchst, dass du da so diesen klassischen Weg der Eltern und der Großeltern gehst und dann sagen wir mal ein Haus mit zwei Kindern und zwei Autos und irgendwie im Garten hast, sehr unwahrscheinlich. Und das ist dann natürlich schon eine harte Sache. Weißt du, was ich mein Eigentum irgendwo besitzen, das ist schon relativ unwahrscheinlich, wenn du es dir aus dem Nichts heraus aufbauen musst. Und das ist natürlich, wenn du, wenn du Leuten sowas Existenzielles nimmst, was aber in der, in der, wie soll ich sagen, in den Bedürfnissen, in den Bedürfnissen der Menschen so weit oben steht, dann hat es einfach eine sehr starke Schieflage.

Markus:

Ja, die Karotte funktioniert da einfach nicht mehr. Was ich aber ganz interessant finde bei dieser Thematik, ist ja wirklich, wenn man sich das runterrechnet, klassische Karriereleiter, dort wo die Leute halt jetzt auch Sicherheit suchen und aktuell auch wieder stärker hindriften, bietet eigentlich finanziell nicht die Incentives, die Absicherung, die es in den vergangenen Generationen geboten hat. Und dementsprechend finde ich es eigentlich absurd, dass die Leute dorthin gehen, um quasi das Risiko zu minimieren, das sie vielleicht jetzt in einer unternehmerischen Karriere hätten, wo aber erst recht wieder die Ziele, die sich setzen, die Sicherheit, die sie suchen, eigentlich nicht mehr so abgebildet werden können und auch die Jobs nicht mehr so sind.

Daniel:

Aber das ist ja so ein soziales Phänomen, oder weil die Eltern und Großeltern es vorbeten, du reduzierst ja auch dein Risiko. Weil ich meine ja auch am Ende des Tages ist es ja auch dein Umfeld und wenn du sagst, hey, ich studiere BWL und gehe zu einer Bank, dann werden alle sagen, na gut, also an dir liegt das dann ja nicht mit deinen Entscheidungen, wenn da ja, da kannst du jetzt auch nichts dafür. Weil es überspitzt formuliert. Nein, nein, nein. Du und ich, wir sehen das ja ein bisschen anders, aber wir haben ja das enorme Privileg, außerhalb von unserer Bobble rauszuschauen. Und das darf man ja niemals vergessen. Und das Problem ist natürlich, die meisten Menschen sind eher risikoavers. Und das ist ja immer das Thema. Wo ist es am sichersten, wo ist es am unsichersten? Und am Ende des Tages ist es vielleicht sicherer, das Risiko zu suchen und es selber zu steuern, als irgendwo einfach so mitzuschippern. Ja, tricky Times. Und deswegen ist es natürlich umso besser, so eine Stiftung zu haben und zu verankern. Aber deswegen meine ich, und da kommen wir gerade her, am anderen Ende des Tages ist es natürlich auch eine klare Ansage, okay. Ja, da müssen wir ein bisschen einen anderen Weg gehen. Was gab es denn noch so? Was war vielleicht überraschender Sentiment, den du gehört hast? Oder aus Bereichen Feedback, den du so nicht erwartet hast. Gab es eigentlich vom Papst?

Markus:

Nein, es war eigentlich relativ, also es war wirklich positiv. Es haben viele Leute gesagt, das ist genau das, was es jetzt braucht. Also wir haben da besonders in Unternehmerkreisen einen Nerv getroffen. Also das hat sehr gut funktioniert und ist, glaube ich, auch vom Timing sehr gut gewesen, jetzt einfach weil der Hut brennt und das wissen schon die Leute. Ich glaube, ein bisschen Kritik gibt es immer, wenn du die Standard vorne oder ähnliches anschaust. Na gut, na gut.

Daniel:

Da kannst du Mittel gegen Krebs entwickeln und die werden sagen, warum jetzt erst? Warum jetzt erst? Ist es umsonst, dann werden sie sagen, wo ist der Haken?

Markus:

Ja, ja, nein, nein, da wurden wir quasi als böse Menschen hingestellt, die das böse Unternehmertum in die Schulen bringen wollen und das ist das Letzte. Aber relativ moderat. Also Sentiment insgesamt war sogar da in den Kommentaren eher positiv. Es gibt halt dann immer die Ausreißer. Aber ja, also es ist für mich wenig Gegenwind, überraschend wenig Gegenwind auch. Gleichzeitig, ja, in der Breite hätte ich mir ein bisschen mehr noch Wumms gewünscht, dass halt auch das Problem noch einmal abseits der Unternehmer und Unternehmerinnen da draußen, dass das halt wirklich spürbar wird, wie sehr hier auch die Zeit drängt, wie sehr es schon Viertel vor zwölf ist.

Daniel:

Okay, jetzt habe ich natürlich provoziert durch dich den Standard geöffnet. Und da ist natürlich der erste Kommentar. Startups bringen nichts für Österreichs Wirtschaft, sondern nur Geld für die Gründer. Und das ist halt eigentlich das Hauptproblem, weißt du? Ich meine, ohne zu wissen, was Sierra Nevada mit vier Likes dort so alles so von sich gibt und was das für einer ist, schreib weiter. Ich habe es jetzt noch nicht zu Ende gelesen, ich lese das jetzt einfach mal kalt vor. Schreib weiter. Nehmen wir das Beispiel Rantastic. Ziel der Gründer war immer, eine Idee zu entwickeln, die App groß zu machen, die Firma an die Börse zu bringen, nicht passiert. Oder an einen Konzern zu verkaufen und damit Kasse zu machen. Eine Firma aufzubauen, um daraus ein Lebenswerk zu machen und für die Idee immer zu kämpfen, das gibt es in Österreich nicht. Ausrede, der österreichische Markt ist zu klein. Echtes Unternehmertum ist etwas anderes, als nur Startups zu gründen. So, und eigentlich ist das Problem.

Markus:

Ich finde aber auch interessant, dass die Reaktion ist auf unsere Stiftung Unternehmerische Zukunft, die eigentlich nicht, was in dem Artikel spezifisch über Startups geschrieben wurde, aber es ist so auch ein bisschen uncalled for, dass man das jetzt zum Thema macht, abseits davon, dass es natürlich ein kompletter Blödsinn ist. Natürlich.

Daniel:

Aber schau mal, ich meine, diese Aussage, das war jetzt so die erste, die ich gefunden habe und ich habe sie nicht einmal zu Ende gelesen, aber das ist so in der Essenz, und wenn du das Fantastic-Beispiel nimmst, da haben im Prinzip vier Typen gegen Nike losgewettert, haben Exit gemacht und anstatt sich alle Inseln zu kaufen, haben sie alle Dutzende von Startup-Investments gemacht. Und ich habe keine Ahnung, wie hoch der wirtschaftliche Nutzen von den Investments der vier Jungs ist und ihrer ersten Reihe an Anführungspositionen, die selber gegründet haben und wie viel Geld da recycelt wurde, wie viele Jobs geschaffen wurden. Das weiß man ja, mir fällt jetzt nur die genaue Zahl nicht ein. Und dann wird dieses wohl dokumentierte Beispiel, das seit zehn Jahren in den Medien rauf und runter gefeuert wird, genommen und das als Negativbeispiel dargestellt. Und zehn Jahre später ist noch immer das Sentiment, ach, die wollten doch nur schnell Geld machen. Und weißt du, ganz ehrlich, ich finde das Fantastic-Beispiel, ist ein schönes Beispiel. Wenn vier Burschen aus Lenz gegen Nike losgehen, dann gibt es andere Wege, schnell Geld zu machen als das. Und dann nochmal so viele Investments zu machen, das ist ja auch nochmal riskant. Und dann auch noch so reinzubuttern und wieder. Und jetzt haben die Jungs ja, glaube ich, sich wieder vereint bei der nächsten Company. Also ich weiß nicht, wie man das noch mehr darstellen soll, außer dass du halt dann wirklich, wirklich, ich bleib ja dabei, man muss, man muss in die Krone und man muss in all die ganzen anderen Blätter, wo dann wirklich Meinung gemacht wird. In einer Sprache, die auch wirklich jeder Eumil da auf die Reihe kriegt. Weil, und das ist ja so ein bisschen das Problem, dass wir alle nach wie vor sehr tief in unserer Bubble sind und in unserer Bubble wissen wir eh alle, aber unsere Bobbel reicht nicht aus für Wahlen und unsere Bobbel reicht nicht aus für die generelle Meinung. Und ich weiß, das ist ja auch eine der Säulen der Stiftung, dass man natürlich daran will. Aber weißt du, eigentlich sollte man sich genau diesen Kommentar ausdrucken an die Wand haben und jeden Tag als Motivator haben. Weil auch das, eine Firma aufbauen und daraus ein Lebenswerk zu machen, ganz ehrlich, ja, eh, irgendwie, stimmt schon. Aber es ist ja genauso in Ordnung, eine Firma aufzubauen, aus der man dann irgendwann mal eine Situation hat, wo man es verkaufen kann und dann die nächsten macht und dann die nächsten und dann die nächsten und dann einfach immer größer wird und immer stärker. Also ich finde das Schlimmste wäre, so ein Ding zu nehmen, zu verkaufen und dann irgendwie die Kohle unters Kopfkissen zu tun und fertig.

Markus:

Ja, das ist tatsächlich.

Daniel:

Weißt du, ich meine, das ist ja, weil ich meine, ganz ehrlich, wenn man das ja weiterspinnt, das hatten wir ja letzte Woche ja schon, aber selbst wenn du ein Exit machst und es nur rausbläst für Champagner, Lambos und ich habe keine Ahnung, was Gucci-Kleidung. Finde ich auch schlecht, muss ich sagen. Finde ich jetzt auch schlecht. Nee, nee, nee, finde ich jetzt auch schlecht. Aber auch dort, trotzdem, ganz ehrlich, wenn du losgisteren und Lambo kaufst, du zahlst Mehrwertsteuer, du schaffst Arbeitsplätze, du konsumierst Benzin, bla bla bla bla bla. Das Schlimmste ist halt wirklich der Sack unterm Kopfkissen, mit dem nichts passiert.

Markus:

Und das ist so. Ja, da ist immer wieder das Gefahr. Es gibt genug Geld, was hier irgendwo brach liegt und nicht aktiviert wird.

Daniel:

Da ist ja Österreich auch ein bisschen Weltmeister, wenn man so möchte. Ich war die letzten Tage bei der Bitzen Brezels an dieser wunderbaren Konferenz in München beim Oktoberfest. Und da war ja auch dann, da ging es ja auch um den Standort Deutschland, da ging es um den Standort Europa und da war ja auch wieder diese wundervolle Aussage auch auf Deutschland bezogen, wenn man nur die Pensionskassen anknüpfen könnte. Und wenn die nur ein bisschen was machen könnten, wie viel Geld man aktivieren könnte. Dann ist das natürlich schon ein spannendes Thema. Da ist ja einfach so viel Geld da, dass man haben könnte, wenn man dürfte. Und dann wäre es gut. Ging es auch viel um EU Inc. und Co. Da haben wir ein bisschen über so das Franco-bajuwarische Zusammenspiel. Das gibt es in Franco oder Bavarian Accelerator, die dann alle sozusagen ihre eigenen Nischenlösungen bauen, weil sie ganz paneuropäisch keine Lösungen haben. Gibt es dann das überall? Aber am Ende des Tages vereinter Markt und ein bisschen Geld aktivieren und dann wäre es ja eigentlich auch schon ganz okay.

Markus:

Ja, es gibt gute Hebel. Ich glaube, die EO Inc hat zweierlei eine wirklich in der Praxis wäre es ein Game Changer, um halt viel einfacher in Europa investieren zu können, wirklich paneuropäisch und nicht jede einzelne Rechtslage in jeden einzelnen 27 Mitgliedstaaten kennen zu müssen. Aber andererseits ist es auch ein, hat es ganz viel Symbolwirkung, weil das jetzt schon ein Thema ist, wo sich halt die führenden Köpfe der Startup-Szene voll draufsetzen. Und da kann jetzt die EU eben halt sagen, entweder ja, das bringen wir durch und kann damit ein neues Narrativ auch schaffen. Nicht das Narrativ, die EU macht nur Regulierung und blockiert alles, sondern das ist ein neues Zahltalter. Oder wenn es nicht klappt, dann ist es natürlich die ultimative Bestätigung von all den Menschen, die sagen, das ist, mach's nicht in Europa. Und ich glaube, das kommt es halt jetzt wirklich drauf an.

Daniel:

Und ich hoffe, das Wichtige ist, dass es halt auch schnell und konsequent umgesetzt wird. Und nicht so ein Ja, und dann so ähnlich wie das ja schon quasi angedroht wurde. Das muss man auch bewusst als eigentlich Androhung nennen und nicht so, ja, wir machen das dann, aber hier und Francoise möchte auch noch was dran ändern und er auch noch und Umberto hat auch noch Bock drauf und dann wird das ein bisschen tricky. Ja, ja, ich bin mal neugierig. Bin mal neugierig. Wann wissen wir eigentlich, ob die EU-Inc so in der Form angenommen wird? Weil die Begutachtungszeit ist ja jetzt am 30. September abgelaufen. Das heißt, eigentlich ist dann ja irgendwann ein Datum, wo das dann verkündet werden müsste.

Markus:

Also den Timeframe, der uns kommuniziert wurde, ist, dass das noch in diesem Jahr klar sein soll, wie das Proposal ausschaut. Ob dann noch in diesem Jahr die Abstimmung erfolgt, ist mir nicht klar. Aber es soll schon im nächsten Jahr soll das kommen. Insofern ist es bald.

Daniel:

Ja, bin neugierig. Fingerscrossed dafür. Das wäre ja ganz nett. Was sonst noch so passiert. Also Stiftung.

Markus:

Ja, am Tag danach gab es eine Pressekonferenz zum Dach vor, wenn wir schon vorher über die Politik geredet haben, da wurde eine Studie präsentiert, wo die Eckpunkte erarbeitet wurden auf Basis von internationalen Erfolgsmodellen. Mit was, was hat wo funktioniert, was kann man sich abschauen. Und das gilt, das wird jetzt als Grundlage dienen für ein österreichisches Modell. Ich glaube, die Studie ist gut. Die Studie sagt recht klar, wie es sein sollte. Jetzt kommt es halt darauf an, was politische Entscheidungen auch sein werden, wo das angesiedelt ist, wer oder wie das Management bestellt wird. Weil ganz essentiell ist, dass man halt das möglichst, dass man da staatlich eine gewisse Signalwirkung hat, dass halt auch ein Minister dann den Telefonhörer in die Hand nimmt und halt Firmenbose anruft von den Banken und den Versicherungen und sagt, auf geht's, das ist wichtig, bitte mit an Bord kommen. Und dass dann aber das Management dieses Fonds komplett unabhängig aufgesetzt ist, dass das wirklich, dass er international ausgestreben ist, keine Parteisoldatenbesetzung erfolgt, sondern dass das einfach auf Basis meritokratisch besetzt wird.

Daniel:

Es ist ja bei aller Liebe ein tief österreichisches Problem, muss man wirklich so sagen.

Markus:

Weil das wäre das Schlimmste, wenn er aus diversen Funktionen nicht Parteien. Also wenn das passiert, dann wird dieser Fonds nicht genug Geld bekommen, dann ist es sowieso einmal. Nein, das ist mir vollkommen krass. Das sehen ja auch die Leute, die dafür Geld hergeben. Wenn die das Gefühl haben, dass das nicht Performance getrieben, dann macht das niemand.

Daniel:

Aber es wäre genau der klassische Weg, dass von der einen oder anderen Kamera jemand sitzt und von der einen oder anderen Partei und man sich aber sowieso grundsätzlich untereinander halbwegs gut kennt.

Markus:

Ja, also das wird sich zeigen. Das sind politische Entscheidungen. Das, was noch ein bisschen diskutiert wurde, ist im Nachhinein natürlich das Volumen, weil da stehen jetzt 500 Millionen als Zielvolumen drin. Ich glaube, es wäre besser, wenn man sich dann auch mal ein bisschen größere Ziele setzt. Was ich halt auch weiß, man muss ein bisschen auch immer aufpassen, wie sehr legt man halt jetzt dann auch dem Fondsmanager, den man dann heirat, ein Ei, weil man da jetzt schon vorher politisch groß Versprechungen macht. Also das finde ich, also ich fände es schon gut, dass man sich zumindest die Milliarde als Ziel dann setzt, aber ich finde es auch gar nicht so schlecht, wenn man jetzt politisch nicht gleich einmal rausprescht mit etwas, was dann vielleicht nicht machbar ist, weil das ist für einen Fonds gleich einmal ein Killer. Wenn du mit einer fetten Zielgröße rausgehst und die dann nicht erreichst, dann ist das Momentum gleich weg.

Daniel:

Ähnliche Frage dort, wann das dort Crunch Time?

Markus:

Ja, das soll eigentlich auch noch. Dieses Jahr sollen die Weichen gestellt werden. Der wird sicher erst Ende nächsten Jahres dann tatsächlich investieren, weil der muss Fundraisen dazwischen. Aber der soll Anfang 2026 anfangen zum Fundraisen. Also das ist jetzt schon Crunch Time in beiden großen Projekten, da in den nächsten Monaten werden sich die Weichen stellen.

Daniel:

Interesting. Wie findest du die neue Metabrille?

Markus:

Metabrille. Habe ich noch nicht wahrgenommen.

Daniel:

Hast du eine? Ah nein. Nein. Das neue Ding, mit dem Sock die ganze Zeit rumläuft. Ich fand die alte Ray-Ban-Meta ja richtig geil. Hab das sehr, sehr, sehr mit dem Gedanken gespielt, man war einfach ein bisschen zu beschäftigt, um mich, glaube ich, damit zu beschäftigen, wenn man es mal so möchte. Und das neue Ding sieht einfach wieder grandios scheiße aus. Also das Modell dazwischen war einfach eine Rayban mit kleinen Kameras drin. Und das Neue ist jetzt quasi nicht Rayban Meter, sondern Meta Rayban. Und das ist ganz wichtig, so dass die Namen vertauscht wurden. Und das Neue siehst du es quasi nicht. Jemand hat ein geiles Design gemacht und dann untergebracht, was man noch unterbringen konnte, sondern jemand hat Technologie geschaffen und dann den Rahmen gemacht. Und das schaut einfach aus. Ja, so quasi wie der Präsident vom Informatikclub 1980 in der Unterstufe.

Markus:

Die Orion-Projekte, oder?

Daniel:

Warte mal, ich weiß gar nicht, wie das Ding heißt. Richtig dicker Rahmen. Und. Es ist so. Ich finde ja noch immer die Idee cool, aber. I don't know. I don't know. Muss mal schauen, ich meine, der Sock sieht da aus wie. Ich weiß nicht. Ja, irgendwie cool und irgendwie andererseits finde ich das auch so.

Markus:

Weil ich bei dem schon finde, es könnte. Also ich weiß, sie schaut natürlich sehr auffällig aus. Aber ich finde, es ist weniger. Also die Kugel Glasses haben damals halt schon sehr. Die waren schlimm. Weird und das könnte man auch als Designstatement nehmen, finde ich jetzt, die Metabrille. Es ist sehr exzentrisch, finde ich. Es ist auch etwas, wo ich das Gefühl hätte, irgendein Designer könnte sowas tragen, als Statement. Vielleicht.

Daniel:

Aber das ist, glaube ich, das Thema, ich weiß du, ich glaube, oft genug will man einfach kein Statement tragen, sondern man will einfach. Du weißt genau, was ich meine. Und ich meine, also es ist halt schon so ein In-Your-Face-Ding und es ist so ein wieder, ich glaube, wo man wieder sagt, da haben sie wieder nicht verstanden. Und mein Gefühl ist, das wird halt wieder so ein Google Glass-Ding, weil es einfach zu exzentrisch ist und zu viel Te und zu wenig Consumer. Und wenn du denkst, wer die ersten sind, die das wieder kaufen, sind das ein paar Google Glass-Leute. Und dann aber die nächsten, die nachziehen sollten, sind bestimmt die, die definitiv nicht Google Glass wollen, sondern die wollen ein Apple iPhone. Und das ist es nicht. Aber ich bin ja auch nicht mehr.

Markus:

Besonders bei so einer Brille auch, weil das ist halt schon. Genau, Brille ist im Gesicht. Und es ist Privacy Concerns. Also ich glaube, wenn du jemandem begegnest, der so eine Brille trägst, dann ist sofort die Frage, filmst du mich jetzt? Und je auffälliger das ist, desto schwieriger wird dann der Umgang mit dieser Brille auch, schätze ich.

Daniel:

Ja, und ich meine, es ist halt für mich auch so wirklich dieses, will ich so ein Produkt noch haben? Und da ist für mich die Antwort zur Zeit irgendwie nicht. Also zum Sport finde ich die Idee total geil, dass du läufst und siehst halt deine Strecke und deine Route und bla bla bla, ganz witzig. Aber wie du sagst so, in einer normalen Alltagssituation will ich das nicht. Und zweitens, ich tue mir jetzt schon schwer genug, mich auf andere zu konzentrieren, mit meinem ADHS und meinem Handy, das dauernd ballert. Wenn ich dann noch eine Brille habe, die mir es noch ins Gesicht scheint, dann ist das, finde ich, schon nochmal nochmal eine Baustelle weiter. Und es kann zwischenmenschlich auch eine Menge zerstören. Und wenn du sagst, dass Social Media eh schon so tiefen Einhalt hat in unserer Gesellschaft und schon so zerstörerische Wirkung, dann ist das eigentlich nochmal so die nächste Ausbaustufe. Also so quasi, wenn du aus Kokain Crack machst. Und das ist dann schon ein bisschen heavy. Ja, nicht, dass ich jetzt da so rumexperimentiert hätte, aber mein Verständnis ist, dass es das einfach noch fieser macht.

Markus:

Ja, ich finde das eine spannende Frage, weil natürlich macht es nochmal immersiver, wenn das in deinem Blickfüll ist. Gleich glaube ich, dass das Haptische von einem Smartphone gepaart mit der Instant Gratification von Social Media schon ziemlich weit entwickelt ist, was das Suchtverhalten angeht. Ich weiß gar nicht, ob da jetzt ein.

Daniel:

Ja, du hast dieses Bracelet und mit dem Bracelet kannst du durch Handbewegung quasi das Ganze steuern. Das heißt, dann würde ich zum Beispiel jetzt vor dir sitzen, mit dir podcasten und während wir reden, habe ich diese Brille auf und mache dann quasi unter den Tisch Gangzeichen. Du wirst wahrscheinlich erschossen, weil jemand glaubt, du machst Gangzeichen. Ich mache dann da irgendwie jemand was blah, blah, blah, blah, blah. Und in Wahrheit kann ich aber dann quasi nicht mit dir interagieren, während du das Gefühl hast, dass ich mit dir interagiere. Und ich finde es ja auch schon so schwierig im Gespräch, wenn einer die ganze Zeit am Handy rumfummelt. Und passiert mir auch oft genug, dass man irgendwie so, aber man merkt es noch und es ist noch unangenehm. Aber mit deiner Brille kannst du halt wirklich jemanden in die Augen schauen und unterm Tisch da rumtun. Und ich glaube, das ist bestimmt dann genug Pärchen, die dann essen gehen und kein Wort miteinander reden und sich gegenseitig anstarren. I don't know, vielleicht bin ich auch einfach zu alt, aber.

Markus:

Ich weiß, was du meinst. Du hast natürlich nochmal viel mehr die Möglichkeit des Missbrauchs. Es ist gleichzeitig, glaube ich, einfach das Touchscreen schon noch etwas, weiß nicht, so ein bisschen ein magisches Gefühl auch haben, wo ich mir nicht sicher bin, ob Gestensteuerung und visuell, ob das gleiche Suchtverhalten da entsteht.

Daniel:

Ah, wäre ich mir schon ziemlich sicher. Aber wir werden es herausfinden, aber mein Gefühl ist ja, aus dem einfachen Grund, ich gebe dir ein Beispiel, ist es wie wenn du Computer spielst mit einem Screen oder wie wenn du Computer spielst mit einer VR-Brille. Vom Prinzip ist es ja größtenteils gleich und nur der Input ist ein bisschen anders.

Markus:

Ja, wobei ich auch finde, ich meine, es kann natürlich auch am Design der Tools liegen, aber grundsätzlich finde ich Suchtverhalten bei Ultimate Scroll-Algorithmen am Handy deutlich größer als bei jetzt Videospielen, Filmen, Serien oder ähnliches, wo du halt nur den visuellen Input oder sogar den visuellen Input mit einem Controller gepaart hast. Aber ja, es kann natürlich auch einfach sein, dass dieses der Intense Gratification Algorithmus von Social Media dazu führt, dass das so viel mehr im Gehirn was auslöst, finde ich.

Daniel:

Ich habe dir übrigens gerade ein schönes Bild geschickt, auf das ich mich gerade berufen habe, wenn du weißt, was ich meine. Links ist das ältere Modell, rechts ist das Neuere. Ganz ehrlich, das siehst du halt wirklich aus, als hättest du von deinem Uronkel die Brille geerbt, die dann durch Aschenbechergläser noch ersetzt wurde. Ja, verstehe, was du meinst. Du weißt schon, was ich meine, oder? Das ist, ähm, ja, du siehst auch, dass deine Ohren leicht nach runter knicken. Weil sie so schwierig ist. Das sehe ich auch ein bisschen mit Sicherheit. Also insofern, I'm not sure. I'm not sure. Andererseits wahrscheinlich sind wir da wieder die Ersten, die das haben. Aber ich habe ja auch die Apple-Uhr und alles ausgelassen, weil ich auch das nicht haben wollte, muss ich sagen. Das war mir dann auch schon zu viel. Es reicht mir, wenn ich das am Handy habe. Ich muss das nicht am Handgelenk alles haben. Ich habe eine wundervolle Laufuhr und das hat dann als erstes so quasi auch die ganzen E-Mails und so weiter aktiviert. Das habe ich gleich deaktiviert.

Markus:

Habe ich eine große Geschichte vom Wochenende. Ich habe eine Apple Watch und ein guter Freund von mir hat am Wochenende ein Kind bekommen und hat dann halt in unsere Freundesgruppe reingeschrieben, hey, und willkommen. Die Malena ist jetzt bei uns und ja, und alle Congratulations und so weiter. Und ich hatte den Olli bei mir am Schoß und habe irgendwie nicht geschaut oder ich weiß nicht, irgendwie, und er hat an meinem Handgelenk rumgetapst und hat an meiner Apple Watch scheinbar auf diese Message reagiert. Und da gibt es ja von Apple so vorgefertigte Nachrichten, die du quasi zurückschreiben kannst, was er geschrieben hat. Ich bin am Weg. Das war meine Antwort auf diese tolle Geburtsnachricht. Einfach nur ich bin am Weg, Punkt. Ich kann mir so gut vorstellen, wie da so eine kurze Nervosität entstanden ist. Was? Kommt der jetzt über.

SPEAKER_01:

Was macht er jetzt? Scheiße, ja, genau. Ja, es hätte auch schlimmer sein können, oder? Kein Interesse. Oder irgendwie sowas. Ich melde mich später.

Daniel:

Ja, nee, aber das ist ja halt genau das Thema. Und das ist halt so ein bisschen genau das Problem. Ich bin nach wie vor interessiert, wenn unsere Kinder halt irgendwann, was weiß ich, 20 sind, wie sie auf unsere Tools zurückblicken und ob das halt wirklich so ist wie, ich habe vor kurz eine Werbung gesehen für eine Zigarette, die einen Asbestfilter hat. Und da stand drunter, der Asbestfilter filtert das ganze giftige Zeugs raus, bevor es in deine Lunge kommt und man denkt sich, ja, das ist jetzt nicht so gut gealtert. Wie man dann auf diese Technologien zurückblickt und was die dann auch selber in der Zukunft haben. Also, I'm curious. Hast du es eigentlich mit dem US-Militär mitbekommen und Piet Hexel? Gottes Willen. Seine Rede? Er sagt, jetzt werdet ihr alle. Erstmal, er möchte zweimal im Jahr auch die Größe kontrollieren. Das finde ich auch wichtig, Markus, um zu sehen, ob du noch wächst. Weil wenn du nochmal wächst, dann wirst du halt gefeuert. Ich meine, so, dass die Soldaten fit sein müssen, finde ich ja okay, aber dass sie die Bärte nehmen wollen, das finde ich dann auch so ein bisschen.

Markus:

Das glaube ich.

Daniel:

Habe ich mich gleich fast mitdiskriminiert gefühlt.

Markus:

Aber komische Leute. Wirklich verrückte Zeiten und also wirklich auch scary. Auch dieses, ja, wir bauen eine Einsatztruppe gegen die eigene Bevölkerung auf, falls es Aufstände gibt und so, das ist klare Charakterzüge einer Diktatur.

Daniel:

Ja. Ja, ich meine, das ist Woche für Woche immer krasser, immer krasser, immer krasser und in Wahrheit aber auch macht es natürlich auf der anderen Seite allen anderen Akteuren Tor und Tür auf, wenn sich ein solcher großer Akteur so im Inneren mit so viel Mist beschäftigt und offensichtlich, sagen wir mal, Knee-Jerk-Reactions hat. Und ich weiß auch übrigens, wie ich drauf komme, ich folge seit den seligen Zeiten von Alexandra Wesner, du weißt noch, damals, als das alles noch ein bisschen einfacher war, der US-Botschaft auf Instagram und da ist dann heute aufgepoppt, dass der Account jetzt mal kurzfristig nichts mehr macht. Wo war das denn? Genau, ich lese das mal vor. Da ist so schön mit Siegel, da steht Because of the Labs and Appropriations, this Instagram Account will not be updated regularly until full operations resume, bla bla bla bla bla. Da wird auch dreimal noch erwähnt, Labs and Appropriations. Musste ich erst nochmal ganz genau googeln, was das heißt. Das heißt aber auf gut Deutsch, auf weil es alle Zahlungen eingefroren sind, gibt es jetzt kein Social Media. Ah, there you go. Und das ist dann natürlich alles ein bisschen eigen. Nennen wir es mal so eigen. Aber. Ja, ja, ja. Wollen wir uns wieder ein bisschen fokussieren? Ich meine, es sieht so viele interessante Themen, aber du wolltest ja auch nochmal ein bisschen über Early Exit sprechen, oder?

Markus:

Genau, was wir nämlich zunehmend sehen, ist, dass aktuell eine bei all der Krisenstimmung, die herrscht, auch eine Exit-Welle sich entwickelt, jetzt eher international als spezifisch auf Österreich bezogen. Aber dass wir sehen, dass mehr und mehr Companies auch relativ früh jetzt einen Exit machen, also schon nach ein paar Jahren. Manchmal auch schon nach ein, zwei Jahren. Besonders natürlich im Feld AI. Aber besonders, wenn man sich dazu die Kohorten anschaut, dann ist es tatsächlich das Jahr 2025 ein Rekord, was das angeht. Schlägt sogar so die Halbzeiten 2021-22. Sind natürlich jetzt nicht alle von diesen Exits super erfolgreiche. Sie werden schon auch ein paar Fire Cells dabei sein, aber was man hört, sind da schon auch sehr schöne Multiples dabei. Wo halt in Zeiten wie diesen, wo AI unglaubliche Bewertungen hat, wo dann auch schneller mal gesagt wird, ja, man nutzt jetzt die Zeit, wo die Blase gerade gut prall gefüllt ist, um da auch sich zusammenzutun mit anderen Startups. Also es ist ja dann auch oft ein Merger oder ähnliches. Und profitiert davon. Nicht immer ist das Ganze in Cash, ist natürlich auch oft dann quasi in Aktien von anderen Unternehmen, was auch von dieser Blase profitiert. Aber wir sehen recht viel MD-Aktivität aktuell und das ist durchaus auch ein, sag ich mal, ein positiver Punkt, weil dadurch auch Bewegung in den Markt kommt. Und es ist rein auch von der Dynamik, vom Momentum ist das nicht so schlecht.

Daniel:

Ich frage mal ganz doof, was ist denn dann der nächste Schritt? Was heißt das dann weiter für unser globales Ökosystem? Weil früher Exits heißt ja eigentlich viel, nehmen wir es mal viel Liquidität bei vielen sehr risikobereiten Personen, würde ich jetzt mal unterstellen. Das heißt eigentlich wieder eine neue Gründungswelle, stärkere, schnellere, frühere Investments, riskantere Investments. Was glaubst du?

Markus:

Also grundsätzlich wäre auch meine Hoffnung, dass es natürlich dann bedeutet, dass diese Gründer auch vielleicht was Neues machen oder dass sie anderen Startups dazu helfen. Was man auch sagen muss, es ist schon eindeutig zu sehen, dass viele von diesen Exits auch aus Europa nach Amerika gehen. Das ist so ein bisschen die Kehrseite der Medaille. Was, wie du richtig sagst, dazu führen kann, dass dieses Geld, was dann in Europa auch ankommt, dass das dann hoffentlich reinvestiert wird und die nächste Generation auch dadurch entstehen kann. Aber ja, es ist halt eine Abnutzungsschlacht künstliche Intelligenz, einmal weil die Kosten so hoch sind. Das heißt, du hast unfassbar hohen Capital Need, wo europäische Startups gegenüber amerikanischen benachteiligt sind, weil der Kapitalmarkt hier nicht so stark ist. Und da ist oftmals ein früher Exit ein guter, gangbarer Weg, wenn man sich die Alternative anschaut, dass man irgendwie in diesem Abnetzungskrieg, dieser Abnetzungsschlacht dann den Kürzeren zieht. Das muss sich natürlich ändern. Es muss das Ziel von Europa sein, dass wir auch hier Firmen den ganzen Lifecycle aufbauen können. Aber aus einer Starter-Perspektive gesprochen verstehe ich den Schritt aktuell oft.

Daniel:

Ja, natürlich, natürlich. Also es ist nachvollziehbar. Es wäre natürlich auch interessant, ob die Käufer immer sehr ähnliche sind, ob da nicht ein paar sind, die dann wiederum, nehmen wir es mal Bundling und Unbundling betreiben. Dieses alte Beispiel, ob da nicht die klassischen Großen da nicht einfach einsammeln und einsammeln und einsammeln. Gibt es da schon Tendenzen, die man absehen kann? Du weißt, was ich meine, so die typischen Großkäufer.

Markus:

Also man, natürlich ist klar, dass größere Infrastrukturplayer, die sitzen natürlich ganz an der Quelle. Die haben immer die größte Macht in so einem Setup. Aber ich schwierig. Also ich glaube aus europäischer Sicht setzen natürlich viele auf Mistral und Lovable als zwei Player, die jetzt einfach ein gewisses Momentum, eine gewisse Finanzkraft auch haben. Aber auch bei denen ist ständig ein Gerücht, dass die Amerikaner daherkommen. Aber das kann ich mir schon vorstellen, dass die auch in einer Position sind, dass sie innerhalb von Europa anfangen zu konsolidieren und so eine größere Marktmacht aufbauen können. Aber sonst ist es noch schwierig abzuschätzen.

Daniel:

Neugierig. Bin sehr neugierig, wie sich das entwickelt. Ja. Du musst gleich düsen, ich muss auch gleich düsen. Willst du noch ein Thema mitnehmen oder gleich Rockstars?

Markus:

Ein leichtes Thema machen wir noch. Tilly Norwood, eine AI-generierte Schauspielerin. Hat sich irgendwie abgezeichnet, dass da jetzt mehr und mehr kamen die AI-Influencer, jetzt kommen die AI-generierten Schauspieler und die sorgt für einiges an Entrüstung.

Daniel:

Erzähl mir mehr.

Markus:

Ja, halb Hollywood beschwert sich darüber, dass man mit sowas, dass man sowas anfängt. Also das war ja schon damals wie Drehbuchautoren auf die Barrikaden gegangen sind, weil sie die Angst hatten, dass er sie ersetzt ist jetzt in der Schauspielerschafft. Richtig viel Empörung und Aufregung, was ich noch nicht ganz nachvollziehen kann, weil für mich ist das schon noch ein langer Weg, dass ich glaube, für viele Menschen ist halt schon das Menschliche etwas, was auch bei den Fans von Schauspielern, das spielt schon eine Rolle. Du kannst das natürlich alles künstlich generieren, aber ich habe schon eher den Glauben, dass es ein weiter Weg noch ist, dass jetzt Menschen eine AI-Schauspielerin genauso huldigen und dass die jetzt wirklich jemandem den Job wegnimmt. Ich weiß nicht, ob das nicht ein bisschen verfrüht ist.

Daniel:

Ich meine, ich bilde mir ein, gelesen zu haben, dass es so bei diesen ganzen etwas zwielichtigen Influencerinnen, die dann irgendwie von lauter Typen angegafft werden und die denen ihr Geld geben, durchaus eine Reihe von AI-Versionen gibt, wo das genau gleich funktioniert. Wo man annehmen könnte, dass Erwachsenentypen checken, das ist AI und da sitzt irgendein Typ dahinter, der 20 solche Dinge generiert hat. Aber scheinbar eben nicht. Und es ist ganz spannend und man hat das ja auch schon seit einiger Zeit so, dass es im Model-Bereich doch eine ganze Menge KI-generierte Models gibt. Und wenn man das mal so ein bisschen weiterspinnt, ja, wenn man so überspitzt formuliert, sind natürlich Models meistens junge Menschen, denen sehr schnell sehr viel Aufmerksamkeit zuteil wird, die relativ schnell relativ pflegeintensiv werden. So und auch ein bisschen schwierig in der Handhabung sind. Viel kosten, musst du dann halt irgendwo hinfliegen, richtiges Licht, dann auch Fotografen dazu, bla bla bla. Versus du hast eine KI geht, zapp, zapp und das Ding ist da. Naja, naja, also am Ende des Tages für bestimmte Rollen, glaube ich, ist es gut. Für andere Rollen ist es halt die Frage, wen du ansprechen möchtest. Und worauf ich hinausfälle, ist, ich glaube, die meisten Stars könnten in Wahrheit ja auch komplette Kunstfiguren sein.

Markus:

Weil sie so eine quasi ein Produkt der Industrie ist.

Daniel:

Ja, ich weiß, was du meinst. Du weißt, was ich meine, weil zum Beispiel, keine Ahnung, ein, sagen wir mal, ein Mick Jagger, okay, Mick Jagger als Beispiel fällt mir jetzt gerade ein. Der ist offensichtlich keine KI, weil der Typ ist einfach so ein Unikat und der ist halt so, wie er ist. Und den, aber irgendein Waschbrettbauch, Bubi, der den nächsten Film dreht oder irgendeine. Es gibt ja doch diese eine, vier Schauspielerinnen in Hollywood, die alle relativ ähnlich aussehen. Ich glaube, Margot Robbie und drei weitere, ich hab dir jetzt nicht genau drauf. Die sind schon relativ austauschbar untereinander. Und wenn du dann noch eine KI on top. Ja, ohne ihre Persönlichkeiten jetzt zu genau analysiert zu haben. Und da gibt es, glaube ich, genug, wo man sagt, du willst dann gerade junge Schauspielerinnen und Schauspieler, die einfach gut funktionieren, ihre Performance bringen, junge Zielgruppen, die wahrscheinlich auch schon ein bisschen weiter weg sind von der Realität des Lebens? Da ist sicher ein Markt dafür. Fair enough. Stimmt schon. Oder? Ist das cool? Nee. Ist das traurig? Jop. Ist das kosteneffizient? Total. Funktioniert diese Person 24 Stunden rund um die Uhr? Wird die sich irgendwann irgendwie Drogen reinpfeifen? Wird die irgendwelche Skandale haben? Macht es dein Investment als Produzent sehr, sehr predictable? Also insofern? Ja, wenn du sowas willst.

Markus:

Ja, okay. Es mag schon sein. Dass die Industrie tatsächlich so eine entscheidende Rolle spielt auch in der Profilgenerierung von Filmstars. Ich glaube, du hast recht, es gibt schon die Mick-Jackers dieser Welt und da gibt es viele Beispiele, die halt so uniek sind, die dann erst sicher weiterhin weiter in ihrem Platz haben werden und die Experience und Musik, glaube ich, auch nochmal was anderes als Film und sicher auch was anderes als Models. Aber ja, es ist eine spannende Frage. Hätte ich im ersten Moment jetzt noch nicht so erfasst, da du hast recht hast.

Daniel:

Ich gebe dir auch ein Beispiel bei Moderation. Ich habe bei gestern bei Witz und Breetzels haben sie zehn Predictions gemacht für die Zukunft. Und eine davon war, dass nächstes Jahr sie eine Bühne haben werden, die von der KI moderiert wird. Fand ich interessant, die Ansage. Und das Lustige ist, wenn du es auf Moderation berufst. Nennen wir mal für mich als Moderator würde ich sagen, zum Beispiel eine Wettermoderation, die kannst du jetzt sicherlich easy cheesy machen. Weißt du, was ich meine? Aber zum Beispiel eine Moderation, wie es ein, sagen wir, Jeremy Clarkson machen würde oder ein Jimmy Fallon, das will eine KI nicht, weil du eben dieses Multitalent willst, das vielleicht auch viel Gespür für eine Bühne mitbringst. Also diese typischen Nachrichtenansagen, das Wetter, was weiß ich, den nächsten Song. Easy. Und ich habe in meiner Lehrveranstaltung auf der WU haben wir ein Produkt ausprobiert, das erstellt Podcasts. Das heißt, du lässt einfach zuhören, das erstellt Podcasts. Holy shit, das klingt schon richtig gut. Was es natürlich nicht macht, sind irgendwie wie unsere Gedankengänge, die manchmal abschweifen, wie ein Hund, der im Ball hinterherläuft. Aber der Punkt ist, so grundsätzlich, wenn du so einen Corporate-Podcast willst, go for it. Kostet dich fast gar nichts. Ist jetzt schon ziemlich gut. Und das ist so, es ist einfach eine Entwicklung.

Markus:

Ich glaube aber, umso mehr schreit der Markt dann trotzdem nach Sachen mit Ecken und Ja, Originalität ist dann das, was überlebt und alles andere, alles, was quasi replizierbar aus der Dose eigentlich machbar ist, fällt weg. Hat dich Youngblood auch schon erreicht?

Daniel:

Nein. Kennst du denn Ozzy Osbourne, kennst du? Ja. Gut. Der ist ja gestorben. Und der gab es so ein Abschiedskonzert und da hat so ein Typ namens Youngblood ein Lied von ihm gesungen und der hat so dermaßen abgerockt, dass einfach eine ganze älte Generation jetzt von dem Typen einfach begeistert ist, weil er einfach so ein waschechter Rocker in feinster, feinster Art und Weise ist. Und bei mir poppt er permanent auf. Und das Lustige ist, der Typ hat eine Menge Ecken und Kanten und ist genau so ein, das kann der KI wahrscheinlich eher nicht so wundervolles ADHS. Und ja, wie soll ich sagen, relativ interessant. Muss dir mal anschauen. Und er hat aber auch so eine Jahrhundertleistung eigentlich hingelegt in eine Interpretation von so einem Song. Und ich glaube, da sind die Leute auch hungrig danach. Und das schlägt halt in verschiedensten Richtungen geradeaus. Schlecht, wie Politik, wo du die ganzen Spinner hast, die halt sehr eigen sind. Na, auf Amerika jetzt bezogen. Aber auch in die andere Richtung so. Ich glaube, der Hunger nach Originalität ist da am größten. Was mich eigentlich dazu bringt, dass wir eigentlich an dieser Stelle, einerseits, wenn ihr an dieser Stelle zuhört, auch nochmal daran erinnern könnt, wenn ihr uns mögt, dann könnt ihr uns auch mal ein Review hinterlassen, weil das hilft uns enorm. Nicht, dass da irgendwann so ein Algorithmus kommt und sagt, hier rationalisieren wir die alle weg. Und andererseits, lasst uns noch über die Rockstars der Woche sprechen.

Markus:

Jawohl, die Rockstars der Woche sind alte Bekannte. Das ist Dominik Petzei und das Team von Optimus. Der Dominik war ja auch schon im Podcast. Können Sie mal suchen, hatten einen Deep Dive mit ihm und da hat er erzählt, was Optimus macht. Und die haben jetzt eine ziemlich schöne Seed-Runde gerast. Vier Millionen Euro. Waren lange mit uns auch im gleichen Office, zuerst im Social Hub und mittlerweile dann auch im Startup-Haus. Hatten immer eine Secular Drive im Office spürbar. Da hat man immer gemerkt, da ist viel Dampf dahinter. Und schön, dass sich das jetzt dann auch widerspiegelt beim Investment Case. Das wirkt sehr vielversprechend und ja, congrats an euch.

Daniel:

Sehr schön. Das ist doch immer schön zu hören, dass es da munter weitergeht in unserer Startup-Welt. Das heißt an der Stelle, congrats an euch. Und ja, bleibt uns eigentlich nur zu sagen, dass wir euch noch eine schöne Restwoche wünschen. Vielen Dank fürs Zuhören. Take care, stay safe und wir hören und sehen uns das nächste Mal. Bye bye.