Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#472 - EU Scaleup Fund, Amazon Job Cuts, Seed Inflation
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
🇪🇺 Der EU Scale-Up Fund – Milliarden für Europas Startups: Gamechanger oder Bürokratiemonster?
💼 Amazon streicht 30.000 Jobs – Die erste große Welle der AI-Automatisierung rollt an.
📈 Seed Inflation – Warum frühe Startups heute Bewertungen wie Series A-Unternehmen haben.
🔥 Der wichtigste Founder-Trait – Die eine Eigenschaft, die über Erfolg oder Scheitern entscheidet (und nein, es ist nicht Intelligenz).
🎉 Hello Again knackt 1.000 Kunden & 10 Mio ARR – Österreichisches Scale-up mit echter Durchhaltepower.
🤖 Newcomer der Woche: Nejo – Die AI-Suchmaschine, die Recruiting neu denkt.
⭐ Rockstars der Woche: Philipp Kinsky & Katarzyna Pichler – Österreichs Business Angels des Jahres – und warum das so verdient ist.
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Wieder mal mit mir, Daniel, and we even the bastion of podcasts. Markus. Markus, Servus. Yeah, we read about the EU Scale Up Fund and fest to lachen or whine. We read that Amazon really orderly and not die, an died. We read über Seed Invests or obsessed Seed Invests sein or not, or what überhaupt and what viel that is, was eigentlich einen richtigen Gründer oder Gründerin ausmacht, wie zum Beispiel Hello Again. Wir reden über Rockstars der Woche. Und wie soll das anders sein? Jede Menge Banalitäten, Profanitäten und alles andere, um dich richtig schön in den Tag zu triggern. In dem Sinne, auf los, geht's los. Und los geht's mit den News. Und ja. Ja. Ja, ich muss an meinen alten Lateinprofessor denken. Um meine erste Lateinarbeit. Die war echt schlimm. So richtig schlimm. Und da hat er die Hefte verteilt und die waren immer nach Noten geordnet. Ich war ganz neu in meiner Schule, das seelenreiche Kollegium Kalksburg und Heft für Heft ist verteilt worden, weißt du eh, neue Klasse, du bist 15, du willst halbwegs cool sein. Ja, und dann wurde es halt immer dünner bis am Ende und er hat immer jede Arbeit kommentiert. Er hat gesagt, ja, keine Ahnung. Markus, das war wie immer sehr gewohnt, sehr, sehr gut, sehr glücklich, sehr stolz auf dich. Und dann ging es so weiter, was ich, Nina, toll, wie immer. Und dann kam irgendwann Horak. Ja, könntest mehr, aber gerade noch so. Ja, und dann kam das letzte Heft. Und das war ich und die. Aha. Und er sagte allen Ernstes, ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Und diesen Satz habe ich mein Leben lang pädagogisch natürlich auch hochgradig wertvoll, dann ging er weiter, um Exzerpte aus meiner Arbeit vorzulesen, weil ich die gerade neu in der Schule.
Markus:Echt.
Daniel:Und alle anderen lachten, ich habe nicht verstanden, warum, weil ich halt sauschlecht in Latein war. Ja, und dann sagt er, ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Und das ist so ein bisschen so Richtung EU-Scale-Op-Fund, wenn ich meinem LinkedIn trauen darf, die einen, die feiern es hoch, die anderen sagen, ja, ja, ich weiß nicht, ich habe da sehr, sehr viele Diskussionen, jetzt die letzten ein, zwei Tage gelesen. Deswegen sage ich, ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Wie schätzt denn du das ein? Vielleicht erzähl mal, was ist der EU-Scale-Up-Fund? Und warum sollten wir lachen und warum sollten wir vielleicht nicht weinen oder doch weinen?
Markus:Ja, effektiv ist es eigentlich, wir haben ja schon ein paar Mal über den Dachfonds in Österreich gesprochen und eigentlich ist jetzt etwas ähnliches auf europäischer Ebene, also ein Fonds, der allerdings tatsächlich europäisch gemanagt wird. Also von dem EIC, dem European Innovation Council, das ist eine große Förderagentur auf europäischer Ebene. Und die haben jetzt privates Geld eingesammelt, also auch von Pensionsfonds etc. Reden da jetzt über 3 Milliarden Euro, die schon committed sind von privaten Geldgebern, zum Beispiel der Novonordisk Foundation. Und ja, wie du richtig sagst, gibt es da natürlich unterschiedliche Perspektiven drauf. Einerseits, wir wissen alle, es braucht mehr Kapital, insofern jedenfalls gut, wenn sich da was bewegt. Andererseits natürlich auch Skepsis, ob das EIC, ob ein staatlicher Träger für so etwas sinnvoll ist, ob das zu guten Entscheidungen führt, ob das zu den richtigen Resultaten führt und wie sehr da auch das Kapital möglicherweise kannibalisiert wird für Venture Funds sonst. Man muss sagen, natürlich, das Ding muss sich am Markt auch im Wettbewerb schlagen. Also das ist schon so, es könnte die Novo Nordisk Foundation auch sagen, nein, sie geben mir Geld nicht in einen ELC-Fund, weil, also diesen EU-Scale-Up-Fund, weil sie nicht daran glauben, dass der gut gemanagt wird. Also es zwingt niemanden, da einzuzahlen. Insofern gehe ich schon davon aus, dass sie das professionell aufgesetzt haben. Aber ja, also die Skepsis ist jedenfalls vorhanden.
Daniel:Ist denn drei, vier, fünf Milliarden viel?
Markus:Nein, das ist ein Anfang. Also das muss aber auch sagen, ich glaube, mal das zu annoncen, um dem Ganzen ein bisschen Momentum zu geben, es ist jetzt nichts Falsches, es muss jedenfalls mehr werden. Drei bis fünf Milliarden ist, wenn du das auf EU-Ebene denkst, ist es viel zu wenig.
Daniel:Wir referenzieren beide auch das Posting von dem Andreas Schwarzenbrunner aus Biedenwest. Und er hat da so einen schönen Kontext, so einen schönen Kontext gegeben. Er hat gesagt, drei bis fünf Milliarden ist natürlich ein positives Signal, sagt, aber wo war das, dass die US-Hyperscaler allein letztes Jahr 350 Milliarden in CapEx letztes Jahr ausgegeben haben. Ich finde, es ist, aber er passt das so schön an. Ich finde, es ist ein schönes Signal. Ich finde es ein schönes Signal, dass es paneuropäisch ist. Es geht mal in die richtige Richtung. Was mir immer so ein bisschen Bauchschmerzen betreibt, ist, wer das denn jetzt wirklich, also wer die Personen sind, die die Entscheidung treffen und wie schnell die Entscheidungen getroffen werden können. Und ob die mit der mit der Risikobereitschaft und der Aggression, die notwendig wäre und der Geschwindigkeit getroffen werden können. Das wäre natürlich fein. Wenn das so ein langsames Grüppchen ist, die dann Wochen, Monate brauchen zu entscheiden und dann ist Sommer und dann sind alle im Urlaub, das ist natürlich dann schwierig. So ist es ganz interessant. Ich fand den Kommentar von Andreas Klinger halt sehr bezeichnend, der das kommentiert hat und auch einiges an Traction bekommen hat. Er hat so schön kommentiert, ist mir gestern Abend sozusagen in meinem LinkedIn raufgepoppt. Never understand why they, also die da investieren, where they see themselves as investor of last resort, instead of just fixing the core problems of European tech innovation, aka Fragmentation, lack of stock market, regulation, fragmentation and density, etc. Und man merkt das schon, und deswegen will ich darauf hinaus, so ein bisschen, und ich bin größter Andy Klinger-Fan, man merkt das so ein bisschen, so ein Shift in Sentiment. So über die letzten Wochen. Ist zumindest mein Bauchgefühl, ohne mit ihm gesprochen zu haben, ohne da irgendwas zu wissen, nur die Kommentare werden. Wie siehst du das? Also ganz kurz, er ist natürlich einer der Motoren hinter EU-Inc, was dann irgendwie jetzt natürlich schon eine ganze Weile vor sich hin.
Markus:Ja, und es gäbe bei Insofern einen Grund, weil ja die EU-Kommission jetzt ihr Programm für nächstes Jahr vorgestellt hat und da ist die EU-Inc oder das 28 Regime, wie es die EU-Kommission nennt, ein großer Punkt, sehr hoch auf der Agenda, allerdings als Directive und nicht als Regulation. Und das ist eigentlich ein Thema, wo sich halt auch der Andi-Stark drauf gesetzt hat, dass wenn man das macht, dann muss es eine Regulation sein. Das bedeutet, dass es eine von der EU koordinierte Rechtsform gibt und nicht 27 unterschiedliche Interpretationen von einer Directive. So ist es. Der Rechtsrahmen an einem Directive ist, dass jeder Mitgliedstaat das dann individuell umsetzen muss. Und das würde halt wieder nur für Stück Quark sagen.
Daniel:Kannst du es mal erklären, für die, die vielleicht nicht uns so oft zuhören, was das denn de facto bedeutet? Also angenommen, es wäre jetzt Österreich betroffen, wie würde das denn in Österreich funktionieren?
Markus:Also wenn ein 28 Regime as the Directive kommt, dann würde die österreichische Bundesregierung basierend auf gewissen Kriterien, die die EU festlegt, dann eine eigene Rechtsform schaffen oder eine bestehende Rechtsform dahingehend adaptieren. Das bedeutet aber weiterhin für einen Investor, der jetzt in Europa investieren muss, er muss verstehen, wie die österreichische Interpretation der EU-Inc. funktioniert, aber dann ist vielleicht die französische ganz anders und die deutsche ist wieder. Also dann hast du halt wieder genau das Stückwerk, während eine Revelation würde bedeuten, es gibt tatsächlich eine gemeinsame Rechtsform, die von einem virtuellen 28. Staat, in dem Fall eben die Europäische Union, geregelt wird. Und dadurch gäbe es wirklich Sanitisierung. Das Problem dabei, und das ist eigentlich auch generell, glaube ich, dieses Urproblem der EU, dass du halt die Mitgliedstaaten hast, die keine Lust haben, Macht abzugeben, die keine Lust haben auf da wirklich ein gemeinsames Rahmenwerk. Weil das sind die, die profitieren halt auch oft von dieser Macht, von den Privilegien, von den Pünden, die sie haben. Und das ist meines Erachtens der Grund, warum da aktuell das Ganze als Directive aufgezogen ist. Wahrscheinlich gab es Signale von den Mitgliedstaaten, dass sie da nicht mitmachen. Wie gesagt, das ist noch nicht in Stein gemeißelt. Ich glaube, das wird noch ordentlich diskutiert werden. Aber es ist natürlich auch, wenn man jetzt auf den Kommentar vom Andi zurückkommt, dieses selbst dann aktiv werden mit Geld, das ist das, wo die EU tatsächlich Gestaltungsspielraum hat, übers Budget. Und das heißt, ich glaube, die probieren halt, ein besseres Umfeld zu schaffen. Weniger Fragmentation, gemeinsamen Stockmarket, die Regulierung zu vereinheitlichen, kriegen von den Mitgliedstaaten immer nur Nein, nein, nein. Und dann ist halt zu sagen, okay, bevor wir gar nichts machen, müssen wir halt über den Hebel arbeiten, den wir haben. Und das ist in dem Fall halt einfach das Geld, was die Mitgliedstaaten einzahlen. Und das wird dann halt in so Vehikeln wie dem EIC bzw. auch diesem Scale-Up-Pfand genutzt, um zumindest irgendwie Dinge voranzubringen. Ja, wie gesagt, wahrscheinlich besser als gar nichts, aber es packt halt die Probleme nicht an der Wurzel an.
Daniel:Würde man ganz, ganz, ganz oberflächlich das Ganze nur betrachten, könnte man fast sagen, fast überspitzt formuliert. Ein bisschen ist das ja dann gescheitert, wenn es so umgesetzt werden würde. Wenn es dann wieder von allen, von allen 27 unterschiedlich umgesetzt werden müsste. Also wenn es eine Direktive ist und keine, hilf mir kurz, wie heißt es, keine. Keine Regulation.
Markus:Dankeschön. Ich meine, grundsätzlich die initiale Idee davon, die wäre jedenfalls gescheitert. Man kann natürlich trotzdem sagen, jetzt einfach mal österreichische Kappe aufgesetzt, wenn die EU Österreich dazu bringt, dass es keinen Notariatsakt mehr gibt für gesellschaftsrechtliche Dinge. Ist auch geil. Finde ich auch besser als das, was vorher war. Aber bin mir nicht sicher, ob das das Resultat wäre.
Daniel:Und ich glaube, würde man die Bewegung dann befragen, würden sie sagen, es wäre gescheitert. Und ich habe immer so ein bisschen Angst davor, wenn man so viel Momentum hat und dieses Momentum kann sich dann aber nicht durchsetzen, dann werden diese Leute nicht weiter, sondern werden sagen, ich habe jetzt all meine Energie für anderthalb, zwei Jahre da reingesteckt. Man muss auch wirklich sagen, das Who is who unseres Ökosystems hat da wirklich volle Kanone, above and beyond gefeuert. Wenn die es nicht schaffen, dann werden die sagen, okay, verstanden, es funktioniert so nicht, ich stecke meine Energie in andere Dinge und lasse dieses Schiff weiterziehen. That's ah, das ist schon ein bisschen spooky.
Markus:Nein, davon sind wir noch weit entfernt, aber du hast sicher recht, das ist nämlich die potenzielle Downside von diesem ganzen Projekt, wenn es nicht klappt, ist gewaltig. Nämlich auch vom Narrativ. Und von dem, was das halt auch Signalwirkung nach außen, wo alle immer sagen, ja, die EU nur an Regulierung interessiert und nichts. Da entsteht keine Innovation, wenn du ein Startup grün bist, bitte mach das doch nicht dort, weil dir werden nur Steinen in Weg gelegt. Und jetzt gibt es quasi das große Ansinnen, wir ändern das. Wir positionieren uns als Standort für genau diese Köpfe. Und wenn dann da wieder nur ein Rollkapierer rauskommt, dann ist das natürlich die perfekte Headline für alle da draußen, die schreiben können, na, die EU kriegt wieder nichts auf die Reihe. Und deshalb ist, glaube ich, schon auch richtig zu sagen, es haben sich da jetzt alle ins Boot gesetzt und es ist jetzt, man muss halt jetzt ganz klar auch den ganzen Regierungschef und den Justizministern auf der, auf den Mitgliedstaaten muss man eigentlich genau das klar machen. Man muss quasi sagen, Leute, das ist jetzt entweder, wir haben uns da jetzt voll exponiert, entweder wir schaffen da eine wirklich gemeinsame Lösung, oder ihr könnt euch abschminken, dass wir in Europa jemals eine starke Technologiewirtschaft haben. Und das ist halt die Leitbetriebe der Zukunft.
Daniel:Ja.
Markus:Das bedeutet weniger Steuereinnahmen, weniger Geld für euch.
Daniel:Ja. Ich meine, wie soll ich sagen, leidenschaftlicher Europäer, aber ich merke es auch bei mir, dass einfach man merkt, irgendwann so langsam wäre es mal schön. Oder eben nicht. Und das ist dann schon, das ist dann schon etwas, was ein bisschen traurig ist, das mitzuerleben, aber trotzdem hoffen wir auch immer für das Beste. Am Ende des Tages sind jetzt gerade die entscheidenden Tage, muss man einfach mal so sagen. Und ja, fingers crossed. Ich glaube, mehr kann man da so in diesem Context gar nicht großartig sagen. Worüber wollen wir noch reden? Worauf hättest du gerade Lust? Es gibt so viele Themen, aber worauf hättest du so richtig Bock, wenn du sagst, ja, da muss ich ran. Ja, krasse Ansage. Oder? Aber eins muss ich dazu sagen. Ich finde es, bevor wir erzählen, worüber wir eigentlich reden wollen, ich finde es wild, ich habe das vor ein paar Tagen gehört, hat jemand gesagt, sie sind überrascht, dass das jetzt so alles passiert. Und ich kann mich daran erinnern, dass wir schon vor über einem Jahr, anderthalb Jahren über diese Themen gesprochen haben, gesagt haben, dass total was passieren wird, das wird auch genauso weitergehen, feuerfrei. Weil natürlich all diese Unternehmen wie Amazon und Co. auf Effizienz trim und darauf, dass sie natürlich so profitabel wie möglich werden, nachdem die ja Jahre und Jahrzehnte eigentlich investiert haben, um breit und gut zu werden. Jetzt geht es um Profitabilität. Ja, was ist passiert?
Markus:Sie haben angekündigt, dass sie 30.000 Jobs kürzen werden global. Schon ein durchaus beträchtlicher Anteil an besonders sind nämlich jetzt nicht die klassischen Blue-Collar Jobs, sondern white-collar Jobs, also Corporate Jobs. Es gibt jetzt wenig Erklärung dafür, außer ja, Effizienz soll gesteigert werden. Und ich glaube, da draußen gibt es jetzt so zwei Narrative. Einerseits das, was du schon angesprochen hast, das ist jetzt halt einfach die Folgen von AI und den Möglichkeiten, die es da mittlerweile gibt. Dadurch sind Menschen effizienter, dadurch kann man mit weniger Menschen den gleichen Output erzielen, also eine höhere Produktivität erzielen. Possible. Relativ früh, also damit werden sie sicher in der größten Ordnung einer der, also nämlich auf der Corporate Job-Ebene, in der Ebene, also der Automatisierung so weit schon zu haben, werden sie sehr gut besammeln. Der alternative Narrativ ist, dass das jetzt halt auch, ja, man muss sagen, der Andy Jesse, der CEO, der damals dem Jeff Bezos vor mittlerweile fast fünf Jahren nachgefolgt ist, der steht jetzt schon langsam unter Druck. Wenn man sich die Performance von der Amazon-Aktien in den letzten fünf Jahren anschaut, hat die eher underperformed. Also der generelle amerikanische Aktienindex SP 500 hat deutlich besser performt als Amazon. Es sind auch jetzt unter diesen großen Tech-Konzernen der schlecht performanzte, was den Aktienkurs angeht. Kommen jetzt wieder Earnings, mal schauen, was da rauskommt. Es ist generell E-Commerce, hat schwierige Jahre hinter sich. Es kann schon auch ein Signal sein, dass sie halt jetzt einfach auch die Firma ein bisschen schlanker aufstellen, weil halt auch diese Wachstumsraten, mit denen sie in Corona gerechnet haben, die so langfristig sich jetzt auch nicht abbilden lassen.
Daniel:Also ich meine, ja, ja, ja, ja. Ich glaube, das ist einfach ein so klares Commitment zu AI und automation, was eben die White Collar Jobs frisst, was wir, glaube ich, auch in anderen Unternehmen sehen. Da schau dir an, wie die Consultancies gerade auch alle gefressen werden, die streichen ja auch Woche für Woche für Woche tausende und zehntausende Jobs. Und ich glaube, es ist das, was wir meines Erachtens zunächst in den Tech-Konzernen sehen werden und was dann bei allen anderen Konzernen gleich sein wird. Und es ist einfach ein Vorbote für das, was da jetzt rigoros kommen wird, die nächsten Jahre. Ja, so einfach sehe ich es. Das heißt, du wirst oben ein paar haben, die da ihr Ding machen. Und natürlich die ganzen unskilled workers. Und der Rest ist automation. Und ja. 30.000 ist viel, ist wenig, sind ungefähr 10% der Jobs, glaube ich, von Amazon. Wie ist das richtig? The corporate jobs. Yeah, that's the beginning. Es ist so, es ist einfach das, was sich abzeichnet. Ich kann es nicht weiter als das sozusagen kommentieren, aber wenn du mal bedenkst, was das für Jobs sind, wie sage ich das? Das heißt, ich bastel ja gerade an was mit meinen Kollegen von der WO, wo es um AI und Fussy Frontend von Innovation geht. Und wir schaffen es mittels AI, einen Schritt zu machen. Das habe ich gestern sozusagen ein Modul als MVP vorgestellt. Das würde acht Wochen Research normalerweise dauern, einen bestimmten Schritt zu machen. Ich will jetzt gar nicht drauf eingehen. Acht Wochen wurde normalerweise zum Beispiel an der WU, ich glaube, es sind ungefähr zehn Bachelorstudenten heransetzen, würde es für ein Corporate, die recherchieren, die präsentieren, die sich zusammensetzen, nachdenken, arbeiten, researchen, Surveys machen, Customer Interviews. Acht Wochen lang. Zehn hoch motivierte Bachelor. Und wir haben das gestern live in drei Minuten gemacht. In drei Minuten bei gleicher Qualität. Und was ich aber sagen will, ist das bezeichnend für das, was AI machen kann. Acht Wochen versus drei Minuten bei gleicher Qualität. Natürlich, je tiefer du in den Trichter hineingehst, von allen Dingen, dann brauchst du wieder Menschen. Keine Frage. But it's bestimmte Prozesse, bestimmte Dinge, die kannst du in einer ordentlichen. Und zwar eben nicht diese typical thing. We waren ja gewonnen, dass eigentlich unskilled jobs ersetzt werden. But jetzt werden Skilled Jobs ersetzt, and zwar genau mittleres Management, genau junior. Junior Rolls, yeah. Junior Rolls, aber auch bis zum mittleren Management drauf. Eigentlich Personen, die, wenn ich jetzt richtig Arschloch bin, es kommt bestimmt wieder eine E-Mail und sagt, du, bring it. Aber der Punkt ist, die, die deren Tage stark daraus bestehen, Excel-Sheets anzuschauen, Präsentationen zu halten, E-Mails zu schreiben, Meetings zu halten, das sind echt alles Sachen, die kannst du mittlerweile stark davon schon abbilden. Und es ist in keinster Weise so gemeint, dass es gut oder schlecht ist, aber du weißt, was ich meine. Das sind viele einfach Vorgänge, die du in der Form gar nicht so brauchst, und wo wir eigentlich alle wissen, dass es auch innerhalb von Konzernen sowieso schon immer so ein bisschen so ein ineffizientes Ding ist auf jeden Fall.
Markus:Es gibt ja Bullshit-Jobs. Genau, gibt es Bücher darüber, wie viel eigentlich Fluff in den Konzernen drin ist. Auch teilweise sinnvollerweise, man muss halt auch gewisse Redundanzen schaffen, um jetzt weiß nicht, jemand geht in Karenz oder wird krank. Es gibt schon Gründe, warum man halt auch nicht alles bis zum letzten Prozent ausgepresst ist. Aber es ist natürlich durch die Möglichkeiten von AI entsteht, ein Wettbewerbsdruck effizienter zu werden. Es wird auch sicher, was man schon sieht, es bilden sich die Private Equity Fonds, die jetzt ganz explizit halt in Unternehmen investieren und die durch AI schlanker effizienter machen und sie so dann um mehr wieder verkaufen können. Das ist auch durchaus eine Asset-Klasse, die aktuell im Wettbewerb steht mit VC. Also es gibt ja aktuell so die Narrative, okay, Venture Capital, ist das noch ein gutes Investment im aktuellen Zeitalter und so weiter. Und wäre es nicht besser, eben Private Equity Fonds, die eben mit AI ganz stark arbeiten, ist das nicht mehr Return? Glaube ich, ist eine Glaubensfrage auch, was da dann besser funktioniert, was Bestehendes umzudrehen oder was Neues zu starten. Aber ja, es ist schon sehr, sehr viel in Bewegung und das, was mir sehr viel Sorge bereitet, ist besonders eben das Thema mit den Junior Jobs. Weil wenn du keine Leiter hast, auf der du hinaufklettern kannst, mit der du Erfahrung aufbauen kannst, wie wollen wir dann auch Entscheidungsträger haben in Zukunft, die halt nicht den klassischen Erfahrungsbogen mitbringen.
Daniel:Ja, ich meine, das Krasse ist natürlich, normal würdest du sagen, du kommst von der Uni und da machst du ein Learning on the job. Wir sind beide BWLer von der Wirtschaftsuni ganz ehrlich, das, was wir auf den Unis gelernt haben, war gut, aber du gehst dann in die Berufswelt und musst dann die Anwendung lernen, wenn wir es mal so nennen wollen. Und das fehlt natürlich. Und in der Konsequenz muss natürlich die Ausbildung so sein, dass es kein Learning mehr on the job gibt, sondern dass du sofort mit Tempo in die Berufswelt startet. Das wird aber, wir wissen, wie lange es dauert, auch okay, so, aber wie lange es dauert, Ausbildung umzubauen. Und dann hat es natürlich noch eine andere Konsequenz. Da rede ich gerade öfter in meinen Keynotes drüber. Wenn du denkst, das ist eine KI, macht ja nichts anderes als Mustererkennung. Und gerade wenn es um Innovation geht, dann wird eine KI brillant sein, brillant sein, was inkrementelle Innovation betrifft. Es wird immer wieder die Dinge erkennen. Was es nicht kann, per Design, wenn du es dir einfach so auf dieser Ebene überlegst, ist radikale Innovation, weil es wird immer dagegen argumentieren. Und ein schönes Beispiel, was ich gerade so mag, ist, wenn du dir die Nokia-Handys anschaust, die halt immer kleiner geworden sind und mit immer länger, immer besserer Akku. Eine KI hätte nicht gesagt und jetzt kommt ein iPhone-Riesen drum mit schlechtem Akku. Und das wird aber noch schwieriger sein bei Konzernen, dann etwas Neues durchzusetzen. Wenn es jetzt schon schwierig war, echte Innovation umzusetzen, wegen Risiko und bla bla bla, dann wird das zukünfiger. Das heißt, wir werden in den nächsten Jahren auf ein wahnsinnig großes, nennen wir es mal Innovators Dilemma hoch 10 hinfahren. Plus dazu natürlich auch eine ganze Generation, die nicht on the job trainiert wird. Und wenn man das jetzt negativ sieht, riesen Clusterfuck, wenn man es positiv sieht, wahnsinnig großartiger Raum für smarte Leute, da zu disruptieren aufs Böseste. Ja. Also wir bauen noch fettere Tanker, die noch behebiger werden, die noch mehr geradeaus nur fahren können, mit immensem Tempo, aber nicht mehr wenden können.
Markus:Das ist die These. Das ist natürlich dann schon wieder Rückenwind für die Venture Capital These, weil da hast du natürlich, wie du richtig gesagt, viel Raum für Disruption. Und das ist eigentlich auch eine gute Brücke zum nächsten Thema, nämlich was man in Amerika sieht, ist, dass die Valuations von Seed Companies nochmal massiv gestiegen sind jetzt in den letzten Jahren. Bei all dem Geräte, es gibt kein Kapital mehr und das ist jetzt eher besonders Österreich-Europa. Aber hohe Zinsen sind normalerweise nicht die Zeiten, wo Tech Valuations so explodieren, aber das ist natürlich EA getrieben. Wir haben, das haben jetzt Daten gesehen, wenn man sich anschaut, eben über die letzten zehn Jahre, wie haben sich die, oder sieben Jahre, wie haben sich die Seed-Valuations bewegt. Da war 2018 so, dass das 50. Perzentil, also das Mittel, das war bei 10 Millionen Bewertung bei einer Seed-Runde in Amerika. Das ist in Österreich immer noch sehr, sehr, sehr, sehr, sehr gut. Aber in Amerika war das damals halt so ein guter Wert. Und damals das 95. Perzentil, also wirklich top, top, top, war 30 Millionen Dollar. Und mittlerweile ist das 50. hat sich verdoppelt auf 20 Millionen. Also die klassische Seed-Round in Amerika hat jetzt eben eine 20 Millionen Bewertung. Und das 95. Perzentil sind halt dann diese AI Super Hyper-Growth Companies, die haben mittlerweile eine 80 Millionen Bewertung in der Seed-Runde. Die Frage, ist das eigentlich noch eine Sied-Runde, aber es wird zumindest so betitelt.
Daniel:Vielleicht muss man die Titel auch einfach neu wählen. Ich meine, eine Seed-Runde mit solchen Zahlen.
Markus:Nämlich, das war es schon, und da kommt EA hinein, wir sehen, dass mehr und mehr Companies später erst das Kapital aufnehmen, weil sie es schaffen, mit kleinerem Teams, mit weniger Kapitalbedarf schon Product Market Fit zu erreichen. Und dann stimmt es, dass das eigentlich keine Seed-Runde in dem Sinn mehr ist, weil da einfach dann schon eine andere Kundenbasis vorhanden ist, weil da schon schon weiter ist. Und das irgendwie schließt sich dann auch der Kreis, weil es war ja schon eigentlich, wenn man jetzt so 15 Jahre zurückschaut, damals gab es ja eigentlich das Seed als Kategorie nicht wirklich. Da war die erste Runde, deswegen heißt es auch Series A, war eigentlich eben eine Series A. Und das hat sich dann erst später entwickelt, dass vor der Series A investiert wird in einem sehr frühen Stadium, Seed, Pre-Seed, wo halt oftmals noch nicht so richtig klar ist, wie schaut genau der Product Market Fit aus und vielleicht dreht sich das jetzt gerade wieder.
Daniel:Das ist so ein bisschen das, was genau in Line mit meiner Hypothese, mit meiner WU-Veranstaltung geht, die übrigens wieder die meistangefragste ist und wieder komplett ausgebucht ist, das ist super gut. Eben mit Peter Keinz, den du ja auch selber ganz gut kennst, vom Entrepreneurship Institute. Und da haben wir uns die Frage gestellt, es ist jetzt anderthalb Jahre her und die stellen wir uns noch immer täglich. Und das ist meine Hypothese, dass all diese, ich schaue so nach rechts, da stehen so all meine ganzen Bücher, dass all diese Bibeln, die wir selber seit 10, 15, 20 Jahren lesen, lehren, propagieren und danach leben, die sind meines Erachtens mittlerweile alle komplett überholt. Warum? Weil da viele Schritte drinnen sind, die einfach vor 15 oder 20 Jahren richtig waren, die du jetzt aber mit AI nicht mehr machen musst. Du kannst so viele Dinge simulieren, das ist ja zum Beispiel genau das, was wir tun, wie ich vorhin meinte, dieser eine Schritt dauert acht Wochen normalerweise, das können wir in drei Minuten abfeuern. Das heißt aber, dass die Art und Weise, wie du auch Unternehmen baust, wird einfach, ist jetzt einfach schon eine andere. Und wir haben uns das so auf unsere Flaggen geschrieben, und ich kann das nur jedem von euch da draußen auch nochmal mitgeben, ist die Methoden, die wir erlernt haben, als das Kind ihrer Zeit zu sehen. Und das jetzt, insbesondere wenn es um Validierung geht, um früher so viele Dinge simulieren, brauchbar simulieren. Und zwar nicht, dass du ich will jetzt gar nicht zu viel ausplaudern, weil wir noch ein bisschen so stealthy sind, aber wir haben so eine Tagline für uns und die heißt Kill Bad Ideas Faster. Und das mag ich so, als es geht nicht darum, dass du eine perfekte Idee findest, sondern es geht darum, dass du mit vielen Tools sehr schnell deine Ideen hinterfragen kannst. Und das ist, glaube ich, das, worauf es hinausgeht, dass du jetzt Tools hast, mit denen du wahnsinnig schnell feststellen kannst, ob du im richtigen Weg bist oder nicht. Du aber auch noch immer eine gute Portion Bauchgefühl mitbringen musst. Was aber auch dazu führt, ähnlich wie wir es in der Corona-Zeit hatten, dass natürlich Unternehmen, die gegründet wurden in einer Zeit, wo das Geld locker saß und die gebaut wurden, sozusagen mit einem kleinen Tank und hoher Geschwindigkeit und man tankt halt alle fünf Runden sozusagen noch ein paar Millionen nach. Und dann kam plötzlich die, wo man auf Effizienz gebaut hat, dass man jetzt, glaube ich, Unternehmen wieder ganz, ganz anders baut. Und das ist gerade so angesprochen, ganz kleine Gruppe von Menschen, die ganz, ganz weit kommen und dann erst Kohle brauchen, wenn sie genau wissen, wo ihr Sweet Spot ist. Das ist schon super spannend. Das ist schon super spannend gerade. Bringt uns eigentlich zu unserem nächsten Punkt, hätte ich fast gesagt.
Markus:Vielleicht noch kurz. Ich habe letzte Woche einen MIT-Professor, der dort die Entrepreneurship-Woche, Entrepreneurship-Programme leitet, kennengelernt. Der Gründer von Slido einen Dinner organisiert. Und es war wirklich, ich glaube, mehr als die Hälfte dieses Dinners haben wir genau mit dieser Frage beschäftigt, nämlich wie viel von den klassischen Startup-Life-Lessons, die es da draußen gibt, eigentlich mittlerweile obsolet sind. Und wie sehr sich die Art und Weise, wie man Unternehmen baut in den letzten Jahren, verändert hat. Also er hat auch gesagt, er hat sein komplettes Curriculum neu geschrieben. Das ist jetzt natürlich stark durch AI-powered. Also die haben ein ganzes Framework, wo. Orbit.
Daniel:Hat er über Orbit gesprochen. Wir haben Orbit auch getestet. Ganz, ganz. Und Orbit ist extrem limitiert. Extrem limitiert. Weil Orbit so viele Blinds. Also wir haben es im ersten und zweiten Durchgang, also wir starten jetzt sozusagen die dritte Kohorte. Wir haben es ausprobiert und es hat einen extrem Amerika-Bias und es lässt komplett, ich sag mal, alle emotionalen Faktoren von Menschen aus. Und es hat ein richtig steifes Framework, was du durchfeuerst. Ich weiß, es gibt auch eine Uni in Wien, die das benutzen und die hassen es. Die hassen Orbit. Was war so sein Verdikt zu Orbit?
Markus:Also ich glaube, er ist einer der Personen hinter Orbit, insofern. Wir haben jetzt nicht viel über Orbit, glaube ich, gesprochen. Sondern es ging eher eben darum, wie sich halt die Anforderungen an eine Unternehmensgründung verändert haben.
Daniel:Wir sind gerade in der Phase, es gibt da so am Ende meiner Keynotes, wo es nicht um Pitchen geht, sondern um Unternehmensbauen und so weiter, habe ich immer am Ende so sieben simple Schritte, die einem helfen, außerhalb der Box zu denken. Das ist ja kurzweilig. Und ich werde hier oft eingesetzt, so als letzter Keynote-Punkt oder nach dem Mittagessen, um ein bisschen Tempo reinzubringen. Und da gibt es ein Bild, das vergesse ich nie. Das erste Auto der Welt war effektiv eine Kutsche mit einem Motor. Und wir Menschen haben über 30 Jahre lang Kutschen mit einem Motor gebaut, ohne zu hinterfragen, warum man eigentlich eine Kutsche so hochbaut, wie man sie hochbaut. Und alle Autos wurden so hoch wie Kutschen gebaut. Warum baut man Kutschen in einer gewissen Höhe? Damit du dem Pferd natürlich nicht direkt in den Hintern schaust. Aber wir haben 30 Jahre lang Autos in einer gewissen Höhe gebaut. Warum? Dass du dem Pferd, das es nicht mehr gibt, nicht in den Hintern schaust. So, bis man dann irgendwann gesagt hat, Moment, wir müssen ja nicht mehr über dem Pferd in Hintern schauen. Das gibt es ja nicht mehr. Wir können das Auto absenken, bla bla bla bla bla bla. Und worauf ich hinausfülle, ist, man muss sich heutzutage wirklich fragen, bei jedem Schritt, warum mache ich diesen Schritt? Was bringt mir dieser Schritt? Und vor allen Dingen, warum mache ich den in dieser Reihenfolge? Ist das noch die richtige Reihenfolge oder nicht? Und da sind wir, glaube ich, in einer Phase, wo auch Entrepreneurship-Professoren sich unsicher sind, wo die großen Expertinnen und Experten sich unsicher sind. Und das macht es super aufregend. Man darf sich nur nicht verlaufen, man darf nur nicht blind Sachen abfeuern. Und da gibt es noch einen Merksatz, den ich mir auch hinter die Ohren geschrieben habe. Du kennst doch diesen berühmten, ich glaube, der Lufthansa-CEO war das, der mal gesagt hat, wenn sie einen Scheißprozess digitalisieren, haben sie einen scheiß digitalen Prozess. Und es war so, der Spruch ist jetzt 20 Jahre alt. Es ging darum, dass Menschen ja früher dann einfach jeden Prozess digitalisiert haben, unabhängig davon, ob der sinnvoll ist oder nicht. Nee, du musst das jetzt einmal komplett neu denken. Und ja, ich find's cool. Ich find's super cool. Und wir wissen ja auch, dass es die These gibt, dass das One Man, One Woman, Unicorn irgendwann bald mal kommen könnte mit den Tools, die es dort gibt. Habe ich keine, habe ich keinen Zweifel dran. Was ist denn der wichtigste Founder-Trade?
Markus:Deiner Meinung nach. Gab es jetzt eine Studie dazu, wo sich ein WC angeschaut hat, recht breit. Was sagt wirklich etwas aus über ob Startup-Founder erfolgreich sind oder nicht? Kann man ja sagen, es sind, weiß nicht, Abschluss von einer Top-Uni oder intellektuelle Brillanz oder Selbstvertrauen gibt es ja, glaube ich, die unterschiedlichsten Thesen. Da ist die Patagonia-Weste natürlich ein guter Proxy. Und was da rausgekommen in der Studie ist, dass es Determination ist. Also am Ende eigentlich Hartnäckigkeit. Habe ich das richtig? Du bist da Hartnäckigkeit das perfekte Wort. Aber jedenfalls, am Ende zählt es einfach dann Zielstrebigkeit, wie unzerstörbar ist. Also wenn man eine Boxing-Analogie hernehmen würde, wie viel man einstecken kann und trotzdem weitermacht, dass das wirklich der entscheidende Faktor ist. Und das deckt sich eigentlich ganz gut mit meinen persönlichen Erfahrungen auch, dass es am Ende gewinnen die, die es halt möglichst lange schaffen zu überleben. Und einfach lang genug graben, lang genug durchhalten, dass sie all diese Tiefs auf der Startup Roller Coaster, die es gibt, dass sie die irgendwie überbrücken, dass sie die irgendwie durchhalten. Und irgendwann finden sie dann den Punkt, wo es funktioniert. Und ja, jedenfalls spannend, dass das jetzt auch die Daten ein bisschen hergegeben haben.
Daniel:Aber auch das sozusagen Predigen und auch allen anderen wissen lassen. Ich werde nie vergessen, ein Mittag-Essen mit Eric Demut vor vielen, vielen Jahren, lange, also bevor er Bitpanda gegründet hat. Es war so gerade die Zeit, da haben alle über Rantastic, den Exit gesprochen, die Höhe unfassbar. Und da hat er mir in die Augen mit voller Klarheit und voller Überzeugung und keinem, das war kein Boasting oder so kein, ich bin der Geilste, hat mir so erklärt, wie wenn ich dich frage, welche Uhrzeit ist es. Und du sagst, naja, es ist doch jetzt 11.33 Uhr. Hat er mir erklärt, ja, hier, was Fantastic gemacht hat, findet er wirklich beeindruckend. Nur was er macht, wird definitiv größer werden als das. Signifikant größer. Natürlich das so ruhig und so überzeugend erklärt. Und ich habe mir gedacht, der ist doch irre. Ich hab mir schon gedacht, er schafft das irgendwie. Aber ich mir gedacht, ja, okay, ja, macht das mal. Muss ich immer mal wieder drüber nachdenken. Das war schon ziemlich beeindruckend. Und zwar nicht, dass er daran geglaubt hat, sondern er wusste es. Er wusste es. Und das war echt interessant.
Markus:Ja, und oft, sage ich mal, to an Extent, wo es nicht mehr ganz rational ist. Und ich glaube, teilweise die Leute halt auch selbst wissen, dass es nicht ganz rational ist. Also dieses bisschen diese gesunde Naivität, die du da am Anfang brauchst, das ist, glaube ich, ein sehr wertvoller Trade zu sagen. Und oftmals ist man sich dessen auch bewusst, weil man ja doch oft halt auch sehr viel Einblick in sowas mitbringt. Aber dieses, selbst wenn viele Faktoren dafür sprechen, dass das nicht erfolgreich sein wird, man weiß einfach, dass es bis zum Gate nicht mehr dranbleiben wird. Und dieses How hard are they to kill ist sicher ein sehr relevanter Faktor, wenn man darüber nachdenkt, welches Founder-Team erfolgreich sein wird.
Daniel:Auf jeden Fall. Und ich glaube aber auch, ich meine, ich habe ja auch die Rantastic zu einer sehr frühen Phase kennengelernt. Ich durfte, wie gesagt, ja, mit ihnen gemeinsam ein Spin-off gründen. Und auch dort war es so, sie wurden permanent hinterfragt, warum ihr, warum nicht Nike. Und es war auch völlige Überzeugung da rein. Natürlich hat alles dagegen gesprochen, aber ja, warum denn nicht? Und das ist schon immer ganz interessant, das Ganze so zu sehen. Und so zu beobachten. Also Determination. Und ich glaube, es ist auch eine sehr schmale Linie zwischen Spinnern und denen, die es halt auch wirklich können. Also nur weil man es will, heißt es nicht, dass man es kann. Sondern man muss es wollen und man muss sich auch den Arsch dafür abarbeiten. Und das ist das, habe ich das Gefühl, ich treffe viele, die es wirklich wollen, aber wenige, die es auch wirklich machen. Und das ist sehr aufpassen, dass man das auch mitbringt, die Fähigkeit auch zu exekuten. Wollen wir noch irgendein Thema machen? Magst du noch über irgendwas plaudern?
Markus:Bevor wir schon wieder recht weit. Ja, ich meine, ich würde sagen, wir haben ja ein paar nette Success Stories aus Österreich, die wir noch besprechen können. Einerseits Hello again, das Startup vom Franz Treter und Team. Die haben ein richtig cooles Jubiläum gefeiert. Die haben die 1000 Kunden Marke geknackt und dabei auch mittlerweile mehr als 10 Millionen an Annual Recurring Revenues. Das heißt auch, muss man schon sagen, 1000 Kunden bei so einem ARR. Das bedeutet, dass da schon der durchschnittliche Revenue pro Kunde bei 10.000 plus liegt. Und das zeigt halt schon, dass auch ein Kunde jetzt nicht ganz so einfach mal was abschließt. Das heißt, da steckt schon viel Arbeit dahinter. Die haben sich sehr gut positioniert in diesem Markt für, ich nenne es jetzt mal Loyalty-Apps. Und auch ein Founder, wo ich das Gefühl habe, ja, der lässt sich nicht unterkriegen. Nee, geiler Typ. Der bleibt dran. Ich kann mich gut erinnern, weil bei einem Event ist er dann, weil er hat dann, glaube ich, seine 100-Liegerstütz-Challenge gerade gemacht und der ist halt, obwohl das Event noch entgangen war, einfach am Pfoden und hat seine 100 Liegerstütz abgespult. Also man merkt schon, er lässt sich nicht aufhalten.
Daniel:Nee, ich meine, kann man so machen. Kommt ja auch aus der Ecke wieder, wo natürlich auch die Rantastics da in der einen oder anderen Form involviert sind. Auch starke Persönlichkeit, also Kongrats da. Richtig gut gemacht. Und dann, vielleicht, um es noch ein bisschen abzurunden, wollen wir noch über die Business Angels sprechen? Oder was würdest du gerne machen?
Markus:Ja, wir haben noch einen Newcomer der Woche. Wir haben jetzt schon viel über AI-Startups gesprochen. Ein österreichisches Startup, Neo, von der Mona Hübel, auch einer alten Bekannten. Die haben eine AI-Suchmaschine für Jobs gemacht. Und da ist quasi anders als bei anderen Jobplattformen ist es nicht so, dass sich eine Firma auf dieser Jobplattform registrieren muss, sondern diese AI-Suchmaschine sucht quasi die ganzen Jobs auch von den Webseiten da draußen heraus. Damit löst man das Henry-Problem. Natürlich sehr gut. Und es ist ein, glaube ich, recht spannender Markt, weil natürlich auch besonders beim Thema AI oder beim Thema HR, beim Thema Recruiting, kommt so sehr auf das richtige Timing an. Es ist ein Markt, der so oft auch im Wandel ist, wer da jetzt quasi, wo es mehr Angebote, wo es mehr Nachfrage gibt. Also das durch AI effizienter zu gestalten, kann man glaube ich noch viel weiter denken, als jetzt einfach einmal einen Überblick über den aktuellen Markt zu schaffen. Glaube ich, ist ein sehr spannendes Feld.
Daniel:Auf jeden Fall. Also cool. Und sie ist natürlich auch eine Person, die, glaube ich, das Ökosystem sehr, sehr, sehr gut kennt. i5, oder? Noch jahrelang.
Markus:Genau, jahrelang. i5 hat viele Startups da auch begleitet und macht jetzt selbst was, das finde ich natürlich immer besonders spannend. Also das sehen wir sehr gerne, wenn Leute mit relevanter Erfahrung dann auch den Schritt machen, selbst zu gründen. Sehr cool.
Daniel:Ja, weil sie muss ja dann auch so viel am Tisch gehabt haben über die letzten Jahre i5. Und wenn man dann das eine Ding sieht und so viele Insights hat und sagt, ja, das muss ich jetzt machen. Ja, dann dürfte das wohl wirklich ganz interessant sein. Ja, müssen wir immer dahalten.
Markus:Business Angels? Genau, unsere Works der Woche sind Philipp Kinski und die Katharina Pichler. Die sind zu den Business Angels des Jahres gewählt worden in Österreich. Das heißt, wir geben hier einen Award für Awardträger. Das machen wir eigentlich selten. Aber in dem Fall einfach großartige Leute, beides auch Stifter von unserer Stiftung unternehmerischer Zukunft, insofern natürlich auch cool für uns. Aber einfach aus der Perspektive können wir auch sagen, schwer verdient. Big Congrats an euch. Ihr seid großartige Aushängeschilder.
Daniel:Definitiv. Und ich finde auch generell Business Angels sind ja auch Personen, das darf man nie vergessen, die so wichtig sind für unser Ökosystem, dass die funktionieren. Und wenn man dann von anderen Business Angels zum Business Angel des Jahres gewählt wird, dann ist das ja auch eine Auszeichnung, die für uns ganz besonders ist, wie wenn wir ein Kindergarten wären und die wären die Kindergärtner des Jahres. Oder? Ja, so ist es. Ich finde auch, das ist doch auch eine schöne Auszeichnung. Man sieht, wo mein Fokus gerade wieder ist. Wollte gerade sagen. Ja, gut. Aber die, die jetzt an der Stelle zuhören, die kennen mich auch schon. Nächste Woche erzählst du uns dann, wie man einen guten Kindergarten findet. Ja, ist ein langer Prozess. Aber das möchte ich gern wissen, oder? Das möchte ich gern wissen, ja. Ja, überlege ich mir, ob ich das. Bin ich ja auch gespannt, wie sich das weiterentwickelt. Muss ich ja ganz gut. Kindergarten. Ja, generell das Thema Kinder in unserer Gesellschaft. Das ist ja, wenn du dir mal anschaust, wie spät eigentlich viele aus unserer Bobble Kinder kriegen und wie wenige, das ist eigentlich auch gar nicht so cool. Und so darf das eigentlich auch nicht bleiben. Na schau. Ich wäre neugierig, ob da nicht irgendwie so Kid Tech-Merkt nachkommt. Baby Tech, keine Ahnung.
Markus:Ist sicher ein interessanter Markt von der Zahlungsbereitschaft, aber das haben wir eh schon besprochen. Das haben wir.
Daniel:Na gut. Mehr Kinder braucht das Land. Ja, ich denke auch. Nein, nein, nicht mehr, sondern mehr Kinder von Menschen, die sich halt auch auf ihre Kinder konzentrieren. Nicht einfach nur mehr.
Markus:Ja, also du hast sicher recht. Ich glaube, grundsätzlich tut es Kindern gut, wenn Eltern auch die Zeit haben. Sonst landen sie bei ATV. Naja, du weißt, was ich meine.
Daniel:Chantal, Jacqueline und Kevin, die dann irgendwie gemeint.
Markus:Hör auf, da gibt es sicher Menschen, die. Also wirklich.
Daniel:Ja, die hören doch bei uns nicht zu. Natürlich. Glaubst du, sie können die Spotify bedienen? Die können doch nur die Zeit sein.
Markus:Gib eine Ruhe. Es braucht auch grundsätzlich einfach mehr Menschen, weil sonst unsere Bevölkerungspyramide nicht funktioniert. Und grundsätzlich tut das Kindern gut, wenn sie auch Aufmerksamkeit bekommen, da zu sicherrechten. Aber auch nicht zu viel. Ach so?
Daniel:Ja.
unknown:Spaß.
Daniel:Ich finde übrigens auch Chantal ist ja auch ein toller Name, vorausgesetzt. Man kommt irgendwo aus Frankreich und hat adelige Wurzeln und kann Französisch. Aber wenn du in Transtanubien wohnst, ist Chantal vielleicht auch indikativ dafür, dass du.
Markus:Zimmer, bist du ein Monarchist? Jetzt sagst du mir wirklich die Adelige, da Chantal heißt.
Daniel:Sicher. Schau, ja, aber weißt du, das kannst du drehen und wenden, wie du willst, aber wenn du Nordamerikaner bist und Kevin heißt, ist das okay für dich. Okay? Wenn du aber aus Floridsdorf kommst, mir ist immer gesagt, von der Nicht Dorf sagen, sondern Dorf, und du heißt Kevin, dann ist der Name anders zu werten. Ja, dann ist es vielleicht zu werten, dass halt deine Eltern ein amerikanischen Fable hatten. Nein. Kennst du den Kevin-Effekt?
Markus:Ja, natürlich kenne ich den Kevin-Effekt. Ich finde das ja traurig. Aber das kann ja das Kind ja eigentlich nichts dafür.
Daniel:Aber die Eltern. Das ist das Problem. Und du weißt selber, wenn da sich jetzt jemand vorstellt und der heißt Kevin, schaust du auch nochmal hinaus als Fußballer, oder? Ich glaube nicht.
Markus:Glaube ich tatsächlich nicht.
Daniel:Nein? Und wie ist es, wenn du Leute kennenlernst, die so, wir können es ja umdrehen, so zutiefst adlige Namen haben.
Markus:Ja, auch, also ich glaube, wir hatten jetzt zum Beispiel im ELP hatten wir sowohl schon Kevins als auch Adelige. Es hat uns nicht aufgehalten oder beeinflusst.
Daniel:Ach komm, ich mag einfach Klischees, ich finde das einfach wahnsinnig lustig. Ich weiß. Du kennst mich doch.
Markus:Natürlich gibt es diese Biases. Ich glaube, es ist schon so, dass Menschen auch darüber hinwegsehen können und dass man, wenn man sich damit befasst, dass man.
Daniel:Es tut mir leid, ich kann das nicht. Aber schau, nein, nein, ich finde, schau, ich liebe Klischees und ich finde es einfach lustig, mit Klischees zu spielen. Und weißt du, wenn natürlich jemand irgendwie heißt Valpurger von Hausen, dann finde ich das einfach ganz witzig. Du nicht? Ich finde das cool, nicht falsch verstehen. Ich finde das cool. Jetzt rede ich mich um Kopf von Kragen, aber weißt du, ich finde das gut, dass ich das ja kann. Dass wir in einer Gesellschaft leben, wo ich das darf. Oder nicht? Was jetzt, sein Kind Kevin zu nennen oder einen Adelstitel zu tragen? Nein, mich um Kopf von Kragen reden. Achso, ja, da hast du recht. Da habe ich recht. Das ist noch das Gute. Also du darfst nicht drum reden, aber ich darf dich da auch ein bisschen challengen. Darfst du, natürlich. Und wenn jetzt irgendeine Walpurga mir schreibt vom Club der Valpurgas, dass sie getriggert sind, dann freue ich mich darauf, darüber zu reden. Musst du damit leben? Ich würde seine Stiftung dann wahrscheinlich wütend auf mich. Da darf ich irgendwo nicht einreißen. Spaß. Ja, ich bin ja auch ein wandels Klischee. Ich bin halb ihrer, mein zweiter Name ist Patrick. Komm schon. Ich meine, what the fuck? Ich habe einen roten Bart. Sollen wir dich ab jetzt Paddy nennen? Ja, aber siehst du, das ist ja genau das Lustige daran. Es ist ja auch ein Klischee. Und ich finde das einfach gut, wenn die sich bestätigen. Und wenn sie sich nicht bestätigen, finde ich das auch gut.
Markus:Das sind die besten. Wenn ich so ein Klischee nicht bestätige, dann ist es oft ein Zeichen für eine besondere Persönlichkeit, weil Sport hat ja sie ist ja auch vielleicht ausgebrochen aus einem Umfeld, dass es ihr nicht einfach gemacht hat, anders zu sein.
Daniel:Genau, das finde ich ja auch immer gut. Finde ich auch anders sein. Wie zum Beispiel ein Fußballer ohne Gel und Tattoos. Das ist total beeindruckend. Hast du dir schon mal aus nächster Nähe die Tattoos von Anotovic angeschaut? Nein. Ich habe so viele andere Sachen zu tun. Ich weiß nicht, ob ich mich damit beschäftigen möchte. Mach das mal, die erzählen eine interessante Geschichte.
Markus:Okay, na gut, ich würde gar nicht wissen, was da tust du.
Daniel:In dem Sinne, wir runden hier ab. Jetzt gehe ich in nationale Urgesteine ran. Es hat Spaß gemacht. Take care, stay safe und sieh das Leben mit Freude. Und Augen auf bei der Kinder namenswahl. Und vorbei.