Future Weekly

#486 - Hermann Futter über Daten, Medienbrüche & Neugierde

Daniel Cronin & Markus Raunig Episode 486

In dieser Deep Dive Episode spricht Markus mit Hermann Futter, der seit 39 Jahren Geschäftsführer der Compass Gruppe und Co-Founder bei Angels United ist. Sie unterhalten sich darüber, wie die Compass Gruppe mehrere Medienbrüche gemeistert hat, vom Printprodukt über digitale Datenbanken bis zum Internet, und was es braucht, um als Unternehmen langfristig relevant zu bleiben. Außerdem teilt Hermann seine Perspektive als Business Angel, warum am Ende immer das Team entscheidet, weshalb Unternehmertum für ihn vor allem Neugier, aktives Handeln und Ermöglichen bedeutet und warum Startups für ihn die Expeditionsschiffe der Neuzeit sind.

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Markus:

Guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly. Heute mit mir, Markus, und weil es Sonntag ist, weil Deep Dive Tag ist mit einem super spannenden Gast und das ist diese Woche der Hermann Futter. Hallo Hermann. Hallo Markus. Ich freue mich sehr, dass du bei uns bist. Und LinkedIn verrät uns, du hast zwei Rollen. Einerseits bist du Geschäftsführer der Compass Gruppe seit 39 Jahren und Co-Founder bei Angels United und auch schon vor Angels United einer der aktivsten österreichischen Business Engines. Lass uns kurz einmal eintauchen in die Compass Gruppe. Das ist ein Familienunternehmen, das es schon sehr lange gibt, seit 1867. Erzähl uns vielleicht, was die Compass Gruppe macht. Vielleicht gib uns ein paar Zahlen, Daten, Fakten, die du mit uns teilen kannst, sodass wir ein bisschen einen Eindruck bekommen, was so dein tägliches Brot ist.

Hermann Futter:

Okay, gerne. Wie gesagt, der Compass Verlag ist ein altes Unternehmen. Next Jahr sind wir dann 160 Jahre alt und machen eigentlich seit 160 Jahren immer dasselbe. Und zwar bereiten wir Daten so auf, dass Informationsprodukte entstehen, die dann von unseren Kunden geliebt werden. Und im Kernbereich ist das tatsächlich seit 160 Jahren. Firmeninformation, Unternehmensdaten. Zielgruppe ist sehr stark Banken, Wirtschaftsfeuer, Anwälte, Dienstleister bis hin zur Industrie. Und ist ein sehr konstantes Unternehmen. Meinen ältesten Kunden habe ich tatsächlich seit 160 Jahren nachgewiesenermaßen. Also es ist eine sehr starke Kundenlieferantenbindung, die dadurch entsteht, dass wir halt immer schauen, welche Informationsbedürfnisse unsere Kunden haben und wie wir sie am besten decken können. Dabei greifen wir sehr stark auf öffentliche Register zu. Das heißt, wir schauen, dass wir zu 100% nachvollziehbare Daten haben, die dann in diesen Informationsprodukten auch ihren Niederschlag finden. Das Ganze ist natürlich sehr, sehr stark in der Digitalisierung jetzt einmal, wie soll ich das auspulken, hat sich massiv verändert. Also inhaltlich ist es noch immer dasselbe, aber wir haben, seitdem ich dabei bin, glaube ich, drei oder vier Medienbrüche gehabt. Also allein die etwas ausspielen, über welches Medium ist schon mal eine gigantische Sache. Und dann, was also sicherlich grundsätzlich eine riesige Sache war, war auch die Digitalisierung, also in den Datenbanken und das Zusammenführen von verschiedensten Datenquellen, das sind bei uns über 40 Primärdatenquellen in ein Datenbanksystem. So dass der Markus halt nur ein einziges Mal in der Datenbank auftaucht, aber egal wo er was, seine Funktionen sind alle auf seine Entität, in dem Fall seine Person, zusammengeführt. And that is eigentlich unser Kernthema. Das heißt, es geht darum, möglichst schnell einen Überblick zu bekommen über wirtschaftlich tätige Einheiten. Sei das jetzt eine Person, ein Unternehmen, ein Verein, eine Stiftung, völlig egal wer oder was. Jeder, der in der Wirtschaft tätig ist, der wird bei uns erfasst und ist einmal vorhanden und dementsprechend auch die Informationen überfügbar.

Markus:

Also Wissen es macht, wenn man so will.

Hermann Futter:

Nein, Wissen entsteht ja erst aus der Information. Also es gibt ja diese Theorie von Daten, das ist Daten, das ist wie ein Rohstoff. Mit Daten selber, also mit Firmenbuch Daten, die sind verfügbar, das ist ja ein Mirakel. Aber das ist noch kein Produkt. Aus diesem Rohstoff machen wir ein Informationsproduct. Und das, was du ansprichst, das Wissen. Das Wissen ist ja dann erst in den Köpfen unserer Kunden und unserer User, die aus diesen Informationsproduken ihr Wissen schaffen. Also das ist sozusagen in der Theorie, wie kommt es von Daten zu Wissen? Ist ein sehr theoretischer Ansatz. Die meisten sagen halt, ja, ihr habt irgendwelche Daten.

Markus:

Dem ist halt nicht so, aber jetzt lass uns ein bisschen zurückspringen. Das Unternehmen gibt es schon sehr lange, wie du schon gesagt hast, der älteste Kunde, 160 Jahre. Das heißt, wenn ich bitte korrigiere mich, wenn ich das falsch sage, aber du wurdest in eine Unternehmerfamilie reingeboren. Wann war für dich, sage ich einmal, so der Moment, wo du das erste Mal Unternehmer Spirit, den Unternehmergeist gespürt hast? War das schon in der Kindheit für dich spürbar? Haben da deine Eltern dich auch bestärkt? War das immer klar, dass du das mal übernimmst? Erzähl einmal ein bisschen aus deiner persönlichen Historie da.

Hermann Futter:

Also Unternehmerfamilie stimmt, aber es ist etwas irreführend, weil den Kompassverlag selber, wie in der Familie, erst seit 50 Jahren. Auch natürlich eine Zeitspanne, aber prinzipiell da war es schon auf der Welt zehn Jahre, wie wir den Kompass Verlag gekauft haben. Von der Mutterseite geht das Unternehmertum tatsächlich schon länger zurück auf das Verlagswesen. Also meine Großmutter hatte den Hubertus Verlag, einen Jagdverlag, der älteste Jagdverlag Österreichs. And there came out the idea that my father in a Verlag einsteig. And he had the Compass begonnen as kleiner Mitarbeiter anders and quasi, in ramen eines Management buy-outs, had also a lot in the 77er Jahr. The thing about Compass is that it is very abstract and niemand wise, what we machen. The Leute, who unsverwenden, lieben es, but it can track, but the leute sagen: is this a telephone book or is this a KSV or what is this? Then we have data to informationsprodukten, that is extrem abstract. Dementsprechend is it fast unmöglich to einem Kind beizubringen. Ich habe gewusst, damals noch Bücher. Mein Vater macht irgendwas, da kommen noch Bücher raus. Serbswagen. Aber mit der Zeit, je älter man wird, desto desto mehr verstehen wir dann, worum es da geht und warum das eigentlich interessant ist. Und meine ersten unternehmerischen Gedanken waren dann, naja, also ich habe dann Militär gemacht und habe zu studieren begonnen. Und habe aber gleichzeitig auch begonnen, im Verlag mitzuarbeiten, um mir Geld zu verdienen, dass ich das Studium mehr leisten kann. Und da reden wir jetzt über, wann bin ich eingetreten? Ja, 86 bin ich eingetreten. Und 88 habe ich dann durch das Konsumieren von vielen Medien habe ich dann gespürt, im Osten tut sich was. Da hat es in Ungarn damals die ersten so Dinge gegeben. Da war irgendwo irgendetwas war da. Und ich bin zu meiner Vaterin gesagt, wir müssen nach Ungarn gehen. Du bist dohnsinnig, ein kommunistisches Land, und was will man dort mit Wirtschaftsinformation? Na, da passiert irgendwas. Und da hat er gesagt, Blender Burke, studieren und lass mich in Ruhe. Das habe ich drei, vier Mal gemacht. Und beim vierten Mal hat er gesagt, na, okay, dann schauen wir mal. And wir sind dann 1988 noch nach Ungarn gekommen. Und war das sehr schnell wirklich auf Gesprächen, eine Firma dort zu gründen. Wir haben das noch gemacht. Und wie dann 1989 der Eisene Vorhang gefallen ist, war ich schon dort. Das Thema war dann recht lustig, weil mein Vater gesagt hat, ja, da haben wir jetzt eine Firma, ich mach's nicht, du wolltest etwas machen, also mach's auch. So bin ich zum Unternehmertum gekommen. Wie alt warst du denn? Da war ich, entschuldige. Da war ich, naja, da war ich 22, 21, 21.

Markus:

Okay.

Hermann Futter:

Und das Perverse war dann, weil das irrsinnig schnell gegangen ist da drüben, damals zuerst Ungarn, dann haben wir natürlich gleich die Tschechoslowakei gemacht, damals auch Tschechoslowakei, dann Polen, dann wie sich die Tschechien und die Slowakei getrennt haben, auch Slowakei. Und binnen drei Jahren habe ich dann gehabt in vier Ländern zehn Unternehmen mit 200 Mitarbeitern. Was völlig eine perverse Struktur ist, weil wir hatten damals in Wien wir 20 Leute, 25 Leute vielleicht. Also war plötzlich zehnmal so groß wie Wien. Und war auch von Anfang an durchaus erfolgreich. Ich war dabei heilfroh, wie wir das Ganze verkauft haben, weil ich aber keine Ahnung gehabt, was ich da mache. Mit meinem heutigen Biss, mit der heutigen Erfahrung, hätte ich damals Unvorstellbares machen können. Also da waren Chancen unendlich. Aber ich war dann heilfroh, wie wir das Anfang der 90er Jahre an einem holländischen Konzern verkauft haben. Die wollten unbedingt im Unternehmensbericht stehen haben. Wir haben vier neue Länder erobert. Und für uns war das ein toller Deal. Also es hat wunderbar funktioniert. Das Lustige ist, dadurch hatten wir genügend Liquidität, ins Internet einzusteigen. Weil das war genau zu dem Zeitpunkt kurz davor. Und wir haben tatsächlich dann 1994 einen Webserver aufgesetzt im Kompass. Und das war einer der ersten 500 kommerziellen Webserver weltweit. Wahrscheinlich. Also das war irgendwie sehr witzig. Und ich meine, wir haben dann 1995 alle Daten ins Internet gebracht. Und 1997 hat dann die Internetnutzung, die Buchnutzung bereits überholt gehabt. Das war wirklich heftig. Und da haben auch gewusst, okay, die Geschäftsmodelle, die wir bisher gefahren sind, das vergiss es, das ist alles weg. Wir müssen halt anders unsere Informationsprodukte so gestalten, dass unsere Kunden das weiterverwenden, aber in anderer Form. Und haben dann immer mehr dazu gegeben, haben dann immer mehr das und immer mehr das. Und dann war irgendwann einmal der Schritt, dass wir es alles zusammengeführt haben in den Wirtschaftscompus. Und der Wirtschaftskompus ist jetzt eigentlich die Standard-Inationsquelle für Österreich. Das haben wir geschafft. Aber es war halt das Glück, zum richtigen Zeitpunkt, zum richtigen Ort zu sein.

Markus:

Ich habe jetzt zwei Fragen. Einerseits, du hast schon angesprochen, das war natürlich ein super Momentum damals. Du warst vom Timing, warst du genau richtig. Aber trotzdem glaube ich dir nicht, wenn du sagst, das war nur Glück. Ich glaube, da war schon ein unternehmerischer Instinkt dahinter, auch schon die Entscheidung, dahin zu gehen. Jetzt vielleicht nochmal reflektierend darauf. Du hast gemeint, der Inhalt des Unternehmens war eigentlich zu komplex für ein Kind. Aber jetzt von den unternehmerischen Instinkten, dem wo treffe ich Entscheidungen, wo gehe ich hin? Hast du das also da am Küchentisch zu Hause schon mitbekommen aus dem Familienunternehmen? Was für Themen das denn? Wie hast du in deiner Wahrnehmung diese Instinkte entwickelt, die dir 88 gesagt haben, du, oder davor eigentlich schon, wenn du gesagt hast, du bist viermal hergekommen, dass man nach Ungarn gehen muss. Wie hast du die Instinkte entwickelt, zu sagen, okay, dann gleich auch die Expansion und da ist jetzt diese Riesenchance?

Hermann Futter:

Gute Frage. Weil was ist eigentlich der Unternehmen Instinkt? Ich glaube, es ist extreme Neugierde. Neugierde immer aufs Neue. Also das immer das wissen wollen. Was ist da? Was ist da dahinter? Aber nicht passiv zu warten till es vorbeikommt, sondern nach vorzugehen, die Nase aus dem Türrahmen zu strecken und schauen, hey, was ist da jetzt eigentlich wirklich? And what bedeutet das? And ein ständiges Hinterfragen, was ja auch Neugierde ist. Neugierde ist sicherlich an extremer Antrieb für das Unternehmertum. Dann auch der Wille aktiv, proaktiv zu agieren. Ich sage immer, Unternehmer ist das Gegenteil von Unterlasser. Und im System, es gibt sehr viele System Menschen, there are viele Unterlass dabei. Sie unterlassen irgendetwas zu machen, was not in their casting passes. The American saga sehr violent that it is out-of-the-box thinking. I think out of the box, well as many so you said we should have. Not in the box and say, I think mal what is that? Nein, nein, tun. Hinausgehen. Hinausgehen. Aber Unternehmertum, ich bin mir sicher, da gibt es Berufe zu entscheiden oder wie oder zu definieren, was Unternehmertum ist. Ehrlich. Die angenehmsten Menschen, die ich mein Leben kennengelernt habe, waren Unternehmer. Und das heißt ja nicht, das muss ja nicht keine Firma sein, auch ein Freiberufler ist ein Unternehmer. Es gibt Ärzte, die sind unvorstellbar tolle Unternehmer. Ich habe halt einen Apotheker kennengelernt. Der hat das Unternehmen geführt, da können sich viele Wirtschaft was abschneiden davon. Und ich habe aber auch sehr viele Wirtschaftsstudierte kennengelernt, die keine Ahnung von Wirtschaft haben. Die haben also gelernt, wie man theoretisch sowas macht, aber die haben keine Chance, das irgendwie umzusetzen. Um in die Realität zu transformieren.

Markus:

Neugierde finde ich ist da auch ein, und Transformation sind auch zwei Stichworte, die mich jetzt auch noch interessieren, wenn du hast schon angesprochen, ihr habt sehr früh das Internet als relevanten Wandel erkannt. War es damit sicher ziemlich alleine. Also es gibt ja viele Verlage, viele Unternehmen, die diesen Sprung nicht geschafft haben, ganz grundsätzlich, glaube ich, ein bestehendes Unternehmen zu transformieren, einen Medienbruch auch proaktiv zu gestalten. Da habe ich Heidenrespekt davor.

Hermann Futter:

Das waren wir gewohnt. Das waren wir tatsächlich schon gewohnt. Weil wir haben das Anfang der 80er Jahre bereits. Haben wir Datenbanken aufgebaut. Wir haben dann über BTX, das wird dann nicht so sagen, Bildschirm Text, das war so ein proprietärer Vorläufer des Internets von der Post. War ein gutes System, weil die hatten von vornherein Micropayments drinnen. Und das wurde über die Telefonrechnung dann abgerechnet. And wir hatten dann in den guten Zeiten eine positive Telefonrechnung von 1 Million Shilling im Monat. Das waren einfach sehr skurrile, also heute mutete skurrile Geschäftsmodelle an, das war wirklich in Ordnung. Dann wurde sobald das Internet da war, weg. Wir haben CDROMs gemacht. Das heißt auch ein anderes Medium. Es war ganz klar, wir müssen sozusagen weg vom Print. Das funktioniert nicht. Gerade in unserem Bereich, wo es um möglichst Tagesaktualität geht, ein Produkt zu haben that einmal im Jahr herauskommt, ist ein bisschen schwierig. And beim Internet war mir auch relativ schnell klar, ich habe es ausgedrückt als das Medium der Ultimo Ratio. Weil ich von weltweit, nach weltweit in der Sekunde kommunizieren kann. Deswegen sage ich das Medium der Ultimo Ratio. Von weltweit, nach weltweit in der Sekunde. Jeder kann das. Und da geht es dann eben darum, auch wiederum, das Geschäftsmodell zu finden. Wie kann ich ein Produkt machen, wofür die Leute bereit sind, auch zu zahlen. Weil das haben im Internet ja sehr viele, haben sich dann gesagt, dann machen wir halt Werbung. Weil das kennen wir, das wissen wir, wie das funktioniert. Haha. Und haben es natürlich auch ordentlich verpannt dabei. Also die ganzen gelben Seitenverlage, die haben es nicht geschafft. Also sie haben schon eine Transformation geschafft und ein Herold existiert noch, nur der hat mit Telefonbuch ja nichts mehr zu tun, sondern es ist eine Agenturdienstleistung für KMUs. Ganz interessant, ne? Also der Kern von Herold in dem Fall ist also eigentlich die Kundenbeziehung. Das hat er immer schon gehabt. Das hat er transformiert in ein ganz anderes Produkt. Bei uns ist der Inhalt dasselbe geblieben. Und wir haben immer es geschafft, dass wir die Produkte auch so transformiert haben, dass ein neues Geschäftsmodell entstanden ist. Das ist ja ganz lustig, in den 160 Jahren Kompass-Geschichte war ganz am Anfang alles informationsgetrieben. Das heißt, die Leute haben für die Bücher bezahlt, haben sie eingekauft und haben das Informationsprodukt gehabt. In den 1970er Jahren waren wir eigentlich zu 95% Werbefinanziert. Das heißt, die Werbung in den Büchern hat 95% des Umsatzes gemacht und der Verkauf der Bücher war relativ gering. Heute sind wir wieder auf de facto 100% Informationsumsatz. Werbeumsatz, ich habe noch in einem kleinen Teilbereich, ich habe noch ein bisschen Werbeumsatz, das ist nicht einmal 0,1% vom Umsatz oder was. Das ist das Spannende ist eben, dass du für dein Produkt immer ein neues Geschäftsmodell finden musst, das sich dann auch deine Leute bezahlt.

Markus:

Ja. Aber das heißt, du musst es jetzt auch deinen Vater gar nicht groß überzeugen, dass das Internet eine große Chance ist und eigentlich der logische nächste Schritt, weil der schon den Medienbruch davor einmal durchgemacht hat.

Hermann Futter:

Deswegen nicht notwendig, weil es funktioniert hat. Und das muss man einfach. Vater sagen, er hat uns einfach machen lassen. Also das eben auch mit der Ostexpansion, also Ungarn und so weiter. Da habe ich gesagt, mach halt, probier halt. Aber ich kann mir einfach ehrlich sagen, ich verstehe auch nicht, dass Altfordere ihren Kindern nicht zutrauen, weil dann nehme ich sie überhaupt nicht rein, dann verkaufe ich die Bude und sage, ich gehe in die Pensel.

Markus:

Gut, bei euch war es eben anders. Da war Vertrauen und auch der Raum fürs Probieren da. Der Raum für die Neugierde auch. Wann hast du dann tatsächlich als Geschäftsführer übernommen?

Hermann Futter:

Eine gute Frage. Ich warte mal in Ungarn war es gleich. Im COMPAS in Österreich. Ende der 90er bilde ich mal ein. Aber müsst ihr jetzt nachschauen. Ich habe das eine Datenbank, da steht das drin.

Markus:

Und jetzt erzähl einmal aus diesen letzten jetzt doch 25 plus Jahren, die du dann auch als tatsächlich quasi als Geschäftsführer da warst. Was waren die größten Herausforderungen? Internettransformation hätte ich jetzt ganz logischerweise gesehen als ein Riesenthema für einen damals Verlag. Aber was gab es noch für Punkte, wo du mal gedacht hast, puh, ich weiß nicht, ob wir da so gut auf der anderen Seite wieder rauskommen.

Hermann Futter:

Also eigentlich die schlechtesten Erfahrungen haben wir mit dem Staat gemacht, weil der Staat immer reinfunkt. Und die großen Situationen von Krisen, die waren eigentlich alle vom Staat getriggert. Das war eben der Gesetz da, das sich verändert hat, oder ein relativ banales Beispiel. Wir hatten also in Beach and Plex, BTX, hatten wir die Handelsregister Datenbank. Und dann kam die Republik Österreich und hat gesagt, naja, eigentlich brauchen wir auch so eine Datenbank. So eine Handelsregisterdatenbank gibt es schon, also nennen wir es doch Firmen buchen, machen eine eigene Datenbank. Und die haben das so positioniert, dass also das staatliche Produkt Delege richtig war, natürlich ist es auch in Ordnung. Und haben sich preislich so ein bisschen unter uns hingesetzt. Also da hast du plötzlich eine Konkurrenz von einem übermächtigen Gegner, der sagt, du darfst nur bei mir nachschauen, weil bei mir ist das richtig, alles was privat ist, ist scheiße. Das ist interessant, ne? Was machst du jetzt? Und da sind wir jetzt wieder bei dem Thema, was ich am Anfang gesagt habe. Daten selber sind kein Produkt. Das heißt, wir haben die Firmenbuchtdaten hergenommen und haben daraus ein Produkt gemacht, das wiederum die Leute lieber verwendet haben. Immer wieder schauen, okay, was muss ich jetzt machen, wie muss ich jetzt daraus reagieren, was bedeutet das? Wie muss das Produkt umschneiden, dass es wieder passt und dass die Leute bereit sind, dafür Geld auszugeben. Aber die großen Themen waren eigentlich immer bei uns Eingriffe des Staates.

Markus:

Wenn man jetzt ans andere Ende der Achterbahn schaut, was würdest du so als die großen Höhepunkte beschreiben, wo du sagst, wenn du darauf zurückblickst, bist du am meisten stolz. Am meisten stolz im Kontos.

Hermann Futter:

Dass man einem Unternehmen extrem stolz macht, ist, wenn er irgendwann mal ein Team aufgebaut hat, das selbstständig agiert und einfach erfolgreich ist. Weil mein Thema ist es ja eigentlich, Dinge zu ermöglichen. Also das ist im Kompass so und das geht im Startup-Bereich umso mehr. Es geht darum, wie kann ich etwas so hinstellen, dass es einfach Dinge ermöglicht, dass jeder Spaß davon hat. Und vorhin habe ich gerade gesagt, wir waren 88, glaube ich, 20 Leute im Kompass, heute sind wir über 100. Ich habe heute allein über 50 Leute in der IT. Das heißt, wir sind eigentlich eine IT-Bude mit angeschlossener Content-Produktion. Also. Worauf ist man stolz? Das ist ganz witzig, die Frage eigentlich. Die Geldthemen sind die geringsten. Also das Geld ist okay, man braucht es, um seine Vorstellungen umsetzen zu können, um Treibstoff zu haben. Das ist logisch. Ein Unternehmer, das kein Geld in der Rede ist per Unternehmen, sondern ja. Aber was einem wirklich antreibt, ist dieses Thema, ich ermögliche etwas. Und ich entscheide, was gemacht wird. Das ist schon toll, wenn man das sagen kann. Das macht Spaß. Das macht wirklich Spaß.

Markus:

Denn bevor wir jetzt über die Business Angel-Tätigkeit sprechen, wo du natürlich auch viel ermöglichst, hätte ich jetzt noch eine Frage, weil normalerweise frage ich immer am Ende nach einer Prediction, nach einer Vorhersage für die Zukunft. Aber ich ziehe das jetzt ein bisschen vor, weil mich würde natürlich brennend interessieren. Jetzt ist die Compassgruppe quasi hat viele Medienbrüche überdauert und proaktiv gestaltet. Jetzt logische Frage, jetzt reden wir viel über künstliche Intelligenz und was das wieder vielleicht für Medienbrüche ergeben wird. Wie beschäftigt euch das? Wie siehst du da die Zukunft?

Hermann Futter:

Das Witzige ist AI. AI wird alles verändern. Alles. Da bin ich völlig überzeugt. Das ist das erste Mal, dass ich eine Technologie sehe, die das Potenzial hat, in jeglichem Winkel vorzudringen. And ich sage, it will treffen, where we am wenigsten erwarten. It beginnt jetzt schon, weil we have seen the ID for five years or what we're saying, yeah. When the AI comes, then the men of the creative bringen lassen. The banana arbeit is then by the AI, but the creative is then by men. And what trifft es derzeit am heartesten in the creative branch? We have these videos that generated. So vibe creative gives it, die that machen könnten. Also we said schon, it trifft dort, wo eigentlich from Gedanken her die Leute nicht erwartet hätten. AI, a zweite Aussage, die in meinen Augen ganz, ganz wichtig ist. AI wird deinen Arbeitsplatz nicht ersetzen. Sondern Arbeitsplatz wird ersetzt von jemandem, der die AI beherrscht. Ganz wichtig, The Man in the Loop, das braucht es noch relativ lange, weil die AI, die Halluzinationen, kriegst du nicht weg. Weil bei Definition ist ja die AI eine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Und eine Wahrscheinlichkeitsrechnung ist keine Rechnung, sondern eine Wahrscheinlichkeit. Und da kommen wir jetzt zum Kompass zum Schluss. Ich verkaufe meinen Kunden Nachvollziehbarkeit. Die müssen sich da auch verlassen können. A bank that you have AI verlässt by a creditvergave, what the fuck? That can not function. That muss nachvollziehbar correct sein. That I imintergrund sehr viel mit AI bereits mache, that is klar. Weil sie wird uns überall treffen. And you have a team with five AI-Leuten. Also 10% meiner Teamnschaft ist AI. Eh. Also es wird uns alle treffen, es wird uns massiv treffen. Die AI selber wird keinen einzigen Arbeitsplatz vernichten, aber nimm her jetzt einen Wirtschaftsbeuerhändler, einen Steuerberater, wenn der die AI beherrscht, dann kann er mit AI-Einsatz die Arbeit von fünf anderen leisten. Und da wird es interessant, was entsteht daraus? Entstehen daraus weniger Arbeitsplätze? Weiß ich nicht. Wahrscheinlich effizienzmäßig ja. Ist das von heute auf morgen? Nein. Aber es ist tatsächlich, ich sage es mal schon zum ersten Mal eine Technologie, wo ich sage, ja, der Einfluss ist unvorstellbar.

Markus:

Unvorstellbar. Gut, und diese Transformation ist natürlich auch etwas, wo ich mir sicher bin, dass du als Business Angel da mitgestaltest. Du bist einer der aktivsten österreichischen Business Angels, auch schon als Business Angel des Jahres ausgezeichnet, machst das schon sehr lange. Wie bist du damals dazu gekommen, dass du nicht nur eben dein eigenes Unternehmen vorantreibst, sondern auch in andere Frühphasige investiert?

Hermann Futter:

Also begonnen hat das Ganze eigentlich, ich sage es mal so 1997. Da haben wir einen Unternehmer getroffen und der wollte im Internet so Plandienstleistungen machen. Also so wie Google Maps. Das hat es mir damals noch nicht gegeben, Google Maps. Und da hat dann geheißen Plan.at. Und diese Gründung haben wir ermöglicht. Das war, wenn du so willst, das erste Mal, dass man an aimer ermöglicht had, sein Internet to gründen. It had not startup geheißen, and it was a startup financial, and it got vesting. But this was a kernel for the good function. The three greatest 80% of the umsatzers. Nichtsdestot habe ich über diese Gespräch damals natürlich einige Leute kennengelernt. And da war dann der erste Incubator gegründet in Österreich, the iLab. I don't know if you jemals geheard hast. Die iLab, there were also so a lot, die zusammengeschlossen haben. Unter anderem der Klausy Matzka, der wird was sagen, der damals gerade verkauft hat sein Magnet, einen Internet Zugangsprover. Und da wurde ein Incubator gegründet. Und die iLab war unvorstellbar erfolglos. Nach einem, weil deshalb war die auch genau aufgelegt, kurz vor dem Platz in der Blase, nach einem halben Jahr waren, glaube ich, noch 30% des Kapitals da. Es war erfolglos bei Excellence. Es war dann noch ein Lucky Punch dabei, weil sie die iNote verkauft haben. Das war dann so ein bisschen Rettungsanker, aber wurde sehr viel Kapital vernichtet. So, da jetzt rufen wir nochmal sieben Jahre weiter vor. Und der kleine Hermann sitzt völlig besoffen in einer Hafenkneipe in Kroatien. Und es kommt ein Anruf von Klaus Matzka, der sagt, ich habe da eine Start-up, und da soll ein Partner wieder einsteigen. Und da bin ich aber ein bisschen skeptisch, aber der sagt, der kennt dich. Ja, kenne ich natürlich. Ich habe gesagt, du hast überhaupt kein Thema, auf den kannst du verlassen, der passt. Zehn Minuten später, you have no more get drunk. Ruft dieser deutsche Partner an und sagt, du, ich mag diese Venture-Leute nicht mit ihren Knagelenschuh und so weiter. Nein, brauchst du keine Sorgen zu machen. Der Klausimatzke ist ein Unternehmer wie wir. Das ist super, das passt alles. Und jedenfalls das Unternehmen, was sie da also gesprochen haben, das war die One to Three People. Ah ja. And then she said, Du, du hast das so toll vermittelt. Willst du nicht auch dabei sein? Und witzigerweise war also die One to Three People irgendwie ein Schlüsselmoment für die österreichische Startup-Szene. Da waren ja 30 oder 40 Gesellschaften dabei, also ein Captable that komplett versaut war. Und der Markus Wagner hat das also sehr gut verkauft an die Franzosen. Und das war also der erste archetypische Exit eines Start-up-Unternehmens in Österreich. Und da hat das Ganze dann wieder voll begonnen und da waren wir halt dabei. Dann ist das natürlich in der Blase drinnen. Dann kam der Brun und der Eagles Bock, die beiden. Die haben dann wieder was gegründet, da waren wir dann auch dabei und so weiter. Also daraus ist die Adverity entstanden. Das war auch ein sehr großer, guter Exit für mich im Rahmen des Secondaries. Dann kam da was und da was und da was und das hat sich dann ergeben. Also so hat das ein bisschen begonnen. Noch nicht sehr professionell, alles sehr auf Zuruf, aber durchaus erfolgreich.

Markus:

Das heißt, für mich zieht sich dieser rote Faden des Ermöglichen eigentlich sehr gut durch. Absolut, absolut.

Hermann Futter:

Das ist das Befriedigendste, was es gibt, deswegen ist es auch mein Thema immer dieses ganz frühfasige Investieren. Also ich könnte nicht in A-Runden hineingehen, das ist nicht mein Thema. Mein Thema ist es, mit Menschen zu reden und zu schauen, was bist du für einer? Taue ich dir das zu? Und wenn ich dir das zutrau, dann möchte ich das auch ermöglichen. Und das ist das Angeltuum. Das ist auch, warum das so positiv angeschrieben ist. Weil es eben der Angel Investor ist der Erste, der einem Team Geld gibt, weil er ihnen als Person vertraut. Und das ist das zutiefst Menschliche daran. Es geht beim Frühphasen investieren, es wird ja jeder bestätigen, der es macht, es ist 80% ist das Team. Weil ob die Idee sich am Markt wirklich etablieren kann, das weiß eigentlich nie. Aber ein gutes Team, ein gutes Team macht alles. Die machen aus nichts, machen die eine neue Welt.

Markus:

Es passt auch insofern sehr gut, weil auch für euch da draußen, der Hermann war auch einer der ersten, der damals an die Idee der Stiftung Unternehmerische Zukunft für einen Kulturwandel zu Mehrunternehmertum geglaubt hat, wie das Ganze noch sehr frühfasig war und wirklich noch with many rough edges. Also das ermöglicht, finde ich, war auch da sehr spürbar und sichtbar.

Hermann Futter:

Nein, das ist ganz, ganz wichtig, dass man auch solche Initiativen dann unterstützt, weil auch da wieder muss man halt den Staat sehr viel kritisieren, dass da ein Bullshit daherkommt, ist haarisch bräuben. Also die Agenda Austeuer hat jetzt in einem Schulbuch gefunden den wunderschönen Satz. Es ist Aufgabe von Konzernen, die Arbeitskräfte auszubeuten. Das steht in einem österreichischen aktuellen Schulbuch. Das muss man mal auf der Zunge zergehen lassen.

Markus:

Es ist ein ideologisches Schlachtfeld auch leider, die Schule.

Hermann Futter:

Nein, aber es ist eigentlich obskur, dass überhaupt jemand so denken kann. Es ist Aufgabe eines Konzernes, die Leute auszubeuten. Konzerne sind natürlich die ersten, die gerufen werden in dem Staat, wieder einmal das Geld ausfüllen. Aber das ist ja alles gemacht.

Markus:

Auch das ist wahr. Zurückkommend nochmal zu Business Angels. Du hast gemeint, klar, es zählt das Team. Am Ende zählt das Team, es zählt am Ende, ob du den Personen, in die du da investierst, ob du denen zutraust, das umzusetzen. Woran machst du das fest? Is das Instinkt, ist das Bauchgefühl, ist das die bisher gemacht haben, wie überzeugt man dich, dass man etwas umsetzen kann?

Hermann Futter:

Also was sie bisher gemacht haben, ist das geringste Thema. Weil sie beginnen sich auf eine ganz neue Reise und im klassischen Start-up. Ich investiere, da gehe ich reden über digitale Modelle, die halt das Potenzial haben, extrem hoch zu skalieren. Das haben die noch nicht gemacht. Das ist höchst seltener Fall. Am Ende des Tages ist es natürlich sehr viel Bauchentscheidung. Und Bauchentscheidung ist ja etwas, was du über Jahrzehnte hast, wenn du mit Leuten redest. Mit der Zeit weißt du howgenow, when dir jemand gegenübersetzt, ob der in der Lage ist, etwas zu machen oder nicht. Das sieht man relativ schnell. Und wenn einer daherkommt mit seiner akademischen Vita und wie toll das nicht ist, welche Sachen er nicht alle gemacht hat, dann sage ich, danke, da ist die Tür, das interessiert mich nicht. Weil das du gut auswendig lernst, mag sein, aber das macht dich nicht zu einem Unternehmer, ganz im Gegenteil. Weil du bist eben passiv, du lässt alles in deine Box hineinfallen, aber du bist nicht der, der das alles in Frage stellt. Weil ein Unternehmer stellt dir alles in Frage, prinzipiell. Wenn du das nicht machst, dann wirst du keinen Erfolg haben. Da gibt es einen schönen Spruch. Alle haben behauptet, es geht nicht, bis einer daherkam und nicht gewusst hat, dass es nicht geht und es gemacht hat. Und das ist halt sehr stark dieses Thema, weil ich meine, wenn du wenn du dir anschaust, nimm her die ganzen Neobanken. Also Bit Banda wird jetzt da in die Börse gehen. Ich halte ihn in die Daumen, ich fände das ein ganz starkes Zeichen. Die Banken haben alle gesagt, das kann nicht funktionieren. Und die haben gesagt, nein, das funktioniert. Dass sie dabei teilweise an Grenzen des Regulativ stoßen, ja eh. Aber das ist genau das Thema. Es geht darum, diese Grenzen auch immer ein bisschen auszuweiten und zu schauen, wo kann man sich denn feiern bewegen. Ein Go Student, auch wenn sie jetzt ziemlich im Verriss sind und zu Tode geredet werden, unter Anführungszeichen, ja natürlich, ich meine, warum soll man nicht online Nachhilfe haben? Und es funktioniert das Modell. Also ich habe das meine Kinder austesten lassen, wie es noch in der Schule waren, weil es mich interessiert hat. Und die waren begeistert. Die haben gesagt, das ist super. Und vor allem, wenn es dann nicht passt als Schüler, dann nimmst du halt den nächsten. Und wie war das bei uns früher bei Nachhilfelehrern? Da bist du hingegangen und völlig wurscht, wie der war. War froh, dass man einen gefunden hat, so auf die Arzt, der halt das gemacht hat. Ob die geholfen haben, weiß ich nicht. Einmal ein paar Stunden. Ja, wurscht. Nein, aber es ist wirklich immer dieses der Unternehmer auch seine Welt gestalten. Es ist der absolute Wille, neue Wege zu gehen. Was wir vor allem sprachen, Neugierde und so weiter. Was ist da draußen? Da muss doch noch mehr sein. Forschergeist. Früher ist man aufgebrochen, daher kommt übrigens das Wort Entrepreneur. Also die ersten Startup-Finanzierungen, das war dort Fugger, der die ganzen Expeditionen und Gewürzschiffe finanziert hat, die da rausgefahren sind. Er hat gute Renditen zusammengebracht. Und hinweg ist halt eins untergegangen. Aber das ist nichts anderes als heute. Wenn heute jemand untergeht, dann ist er wenigstens nicht tot, sondern halt, ja, dann muss er halt neu beginnen. Damals sind die halt untergegangen, so auf die Art. Aber wenn du zurückgekommen bist mit vollem Gewürzschiff, dann hast du halt dein eingesetztes Kapital verzehnfach gehabt. Wo ist jetzt der Unterschied? Also das ist ganz lustig, ne?

Markus:

Startups, die Expeditionsschiffe der Neuzeit, finde ich gut.

Hermann Futter:

Sozusagen die Logik ist ja jetzt nichts Neues. Warum diese Startup-Szene so gross geworden ist und so populär, oder was wenn man nennen will, is natürlich die Tatsache, dass durch die digitalen Modelle die Skalierungseffekte einfach gigantisch sind. And when man einmal verstanden hat, was Skaleneffekte sind, dann packt man es eigentlich überhaupt. Aber auch zum Beispiel eine Sache, bis ich das verstanden habe. Das war zum ersten Mal für mich begreifbar mit dem Mobilfunk. Und meine lange Lebenszeit hilft mir dann natürlich, diese Motelle noch nachvollziehen zu können. Aber Mobiltelefone waren unvorstellbar teuer. Die erste haben kostet 50.000 Schilling. Das war damals drei Monateinkommen locker von gut verdienenden Leuten. Und die Minute hat gekostet 50 Schilling. Also 3,50 Euro. Das war wie heute 20 Euro, sagen wir mal. Hat die Minute gekostet. Und daher war es für mich überhaupt nicht vorstellbar, wie das in die Breite gehen kann. Die Logik ist aber, und da habe ich das dann verstanden, wenn ich einmal ein Netz habe, wie viele Subscriber drauf sind, ist dann fast schon egal. And that habe ich erst verstanden, wie ich einen Mistkübler hinten auf der Plattform stehen gesehen habe, mit einem Handy und telefoniert. Da habe ich gedacht, da bist du Depp, wie kann sich der das leisten? Und da habe ich verstanden, nein, darum geht es nicht mehr. Skaleneffekt, ob ich 1000 drinnen habe im Netz oder 100.000, macht keinen Unterschied. Das heißt, ich habe ganz, ganz geringe Grenzkosten und das hat dann versteht man das. Und bei der Digitalisierung bei Software ist es so, oder nimm her ein Spiel, nimm her Angry Birds, weil sie alle gespielt haben. Das ist einmal programmiert und plötzlich spielen es alle. Da brauchen wir ganz einen Mikro-Kleinen Teil, der mir irgendwas zahlt dafür und das sind riesige Umsätze und ganz, ganz toll. Das ist, warum diese Startup-Szene so unvorstellbare Returns hat.

Markus:

Lass uns in unser Speedrun springen. Wenn du jetzt zurückblickst da auf all deine Erfahrung, was ist dein allergrößtes Learning?

Hermann Futter:

Meinen Kindern sage ich immer einen Satz, wer aufgibt, hat schon verloren. Und das habe ich auch wirklich oft erlebt, dass die Leute, die Flint ins Korn werfen, einfach aufgeben. Das ist hin und wieder notwendig und das ist bei se jetzt nichts Negatives. Aber viele machen es zu früh. Und wenn du aufgibst, dann hast du bereits verloren. Vielleicht verlierst du eh. Aber wenn du aufgibst.

Markus:

Und dein bester Lifehack, also etwas, was du im Alltag machst, was dein Leben sehr erleichtert.

Hermann Futter:

Ganz schwer. Ganz schwer bei mir. Bester Lifehack. Also was ich. Was ich in den letzten zehn Jahren halbwegs konsequent versucht habe, ist wirklich ordentlich und genug zu schlafen. Das ist also wirklich ein Game Changer. Weil natürlich, weißt du, mit den Unternehmen, mit den Startups, mit der Familie, zwei Kindern. Da hat es schon wirklich Jahre gegeben, wenn ich da auf fünf Stunden Schlaf gekommen bin, war es wahrscheinlich eh schon viel. Und jetzt schaue ich, dass ich konsequent im Schnitt zu meinen sieben Stunden schlafe. Und das ist, dann fühlt sich recht gut dann irgendwann einmal.

Markus:

Hast du eine Buchempfehlung für uns?

Hermann Futter:

Viele, aber ein Buch, das in meinen Augen jeder gelesen haben sollte, weil er sich das Weltbild plötzlich komplett verändert, das ist Factfulness. Factfulness ist ein unvorstellbar tolles Buch, das sehr, sehr viele Dinge in ein anderes Licht stellt, in einen anderen Zusammenhang stellt und eigentlich nur auf Statistiken beruht von der Uno. Also ein sehr, sehr faktenbasiertes Buch, das ist Factfulness, das aber dadurch komplett dein Weltbild verändert.

Markus:

Und hast du ein Lieblingsprodukt? Ein Lieblingsprodukt. Kann sowohl Hardware als auch Software sein. Wein darf es nicht sein, okay. Doch, darf auch Wein sein, würde ich jetzt als Hardware bezeichnen.

Hermann Futter:

Nein, also ich bin kein Geek, also so Tech Gadgets oder was, das bin ich überhaupt nicht. Tatsächlich genieße ich am liebsten ein schönes Glas Wein. Das ist angenehm und gut. Rot oder weiß? Ja, mittlerweile wieder fast nur weiß. Ich habe sehr lange Rotwein dahinter, aber ich habe zum Weißwein sozusagen zurückgefunden, was dem Österreicher viel mehr entspricht. Ja.

Markus:

Guter Weiswein ist doch ein gutes Produkt. Ja, finde ich auch. Das passt gut. Stell dir vor, dein bester Weiswein, den du dir aufgehoben hast für ganz besondere Anlässe. Und dann kommt so ein besonderer Anlass, du machst den auf und dann merkst du, okay, der korkt oder er ist nicht mehr gut. Was ist dein Lieblingsschimpfwort in so einem Moment?

Hermann Futter:

Da wird es noch sehr ordinär.

Markus:

Naja, also wir können auch einen Pips drüber legen, aber es muss jetzt schon authentisch sein.

Hermann Futter:

Also der ist schon ein schönes Leck mit so einem Arsch. Wenn das so richtig schön saftig rüberkommt, dann ist das sehr befreiend.

Markus:

Ausgezeichnet. Ich glaube, das können wir unsensiert so stehen lassen. Perfekt. Hermann, zum absoluten Abschluss stricht dir noch eine Frage. Und zwar die Frage nach einem Moonshot. Der JFK hat in den 60ern gesagt, wir bringen noch diese Dekade einen Mann oder einen Mensch auf den Mond und hat das dann tatsächlich auch gemeinsam mit vielen anderen geschafft. Oder andere haben es geschafft. Was ist dein Moonshot für die Zukunft?

Hermann Futter:

Also im Start-Bereich gebe ich zu, würde mein Moonshot schon sein, dass ich einmal beim Schöner Unicorn dabei bin. Gebe ich zu, das ist halt eine sehr reizvolle Idee und ein Gedanke. Ist jetzt aber kein wirkliches Moonshot-Thinking, das ist jetzt so ein bisschen eine Fantasie. Kompassmäßig ist es wahrscheinlich einfacher, weil das in der nächsten Dekade möchte ich natürlich das Unternehmen übergeben können. Also an die nächste Generation. Das ist schon eine gewisse Art von Moonshot. Weil es natürlich alles verändert. Und im Starter-Bereich etwas. Naja, eigentlich würde ich ja gerne auch dabei sein, dass wirklich die Welt verändert. Und das heißt jetzt nicht, dass die Welt plötzlich frickvoll wird oder was die Leute halt sich vorstellen. Die Welt verändern heißt. Nimm her, was der Steve Jobs gemacht hat. Der hat es tatsächlich geschafft with some smartphone the world to verändern. Da kann man natürlich hundertmal sagen, ja, aber nicht zum Besseren. And man im Straßenverkehr kaum mehr aufpasst. Had natürlich alles Auswirkungen, negative auch. But dabei zu sein, when irgendetwas, was du machst, die Welt verändert, dann muss ein tolles Gefühl sein.

Markus:

Stelle ich mir vor. Ich glaube, das ist auch etwas zu dicht Unternehmerisches.

Hermann Futter:

Natürlich. Der Unternehmer ist immer ein Weltverbesserer. Also die Idee, dass ein Unternehmer etwas macht, weil er Geld verdienen möchte, das ist in meinen Augen eine ganz skurrile Aussage, weil der Unternehmer eigentlich immer ein Problem sieht, das er lösen möchte. Und damit ist er Weltverbesserer. Ja, das ist eigentlich eh schon ein guter Schlusswort, oder?

Markus:

Wollte ich gerade sagen. Das sind wunderbare Schlussworte. Ja, man, vielen Dank für die wirklich sehr spannenden und inspirierenden Insights da aus sowohl der Kompass-Gruppe als auch aus deiner Business Angel-Tätigkeit. Vielen Dank auch an euch da draußen fürs Mit dabeisein. Wir wünschen euch einen guten Start in die Woche und hören uns wieder am Donnerstag.