Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#489 - ClawCon, Agentic Revolution & KI statt Latein?
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
🦀 Austrian Solo Devs taking over the world
🤖 Software für Agents statt Menschen?
📘 KI statt Latein in der Schule?
🇪🇺 SPRIND zeigt wie Förderung geht
🏈 Anthropic Super Bowl Ad triggert Sam
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend oder auch gute Nacht und wir grüßen unseren Herrschern mit den Kallen, den Claws. So, wir reden über Austrian Solo Devs, die die Welt übernehmen. Unsere neuen Overlords, vielleicht in Agentenform. Es gab einen absolut hundsgemeinen Anschlag auf die gesamte AHS als Institution, über die wir reden müssen. Und zeigt gleich zeigen andere, wie Förderung auch richtig funktionieren könnte. Und wir müssen natürlich über den Super Bowl reden. An der Stelle, auf los geht's los. Los geht's mit den News, und ich muss mit dir über Social Media reden, Markus. Ich habe da ein Foto gesehen, das du gepostet hast. Und da waren richtig krasse Heavy Hitter, wie man so schön sagt. Ein Foto, wo Peter Steinberger gemeinsam mit Andy Klinger in Lumir mit einer Reihe von anderen schweren Kalibern, ungefähr 500 Leuten aus aller Welt zusammen über Open Claw redet und das mitten in Wien und dadurch gefühlt Wien, meiner Meinung nach, neben Krypto, aber innerhalb von einem Tag, so ähnlich wie sein rasanter Aufstieg, Boom auf die Landkarte gestopft hat. Und du warst mittendrin, erzähl mal.
Markus:Ja, das Thema ist Agenti GI und ich habe auch das Gefühl, dass der Wien nicht nur jetzt wegen diesem Event, sondern auch wegen den Leuten, die da neben dem Peter global wirklich Führungsrollen haben. Also einfach dieses Thema auch schon über die letzten Monate, bevor es gehypt wurde, gepusht haben, dass der Wien aktuell bzw. Österreich wirklich auf der Landkarte ist. Also das ist eben nicht nur der Peter, ist natürlich der Shootingstar und der, den, glaube ich, gerade die ganze Tech-Welt jagt, der hat ein paar Anekdoten rausgehaut, dass er eben zuerst der erste Name von damals eben Claude Bott, der ist dann Anthropic, hat ihn quasi verklagt, oder hat ihm Clarks Androhung gegeben, einmal nett und am zweiten Mal dann gar nicht mehr nett. Und dann hat er zuerst diesen Zwischennamen gehabt, mit dem er ist irgendwie nicht warm geworden. Dann ist er eben zu Open Cloud gegangen. Und ich habe überhaupt nicht diese, es klingt total teppert, aber ich habe nicht die Connection gemacht zu OpenAI. Aber was er gemacht hat, ist, er hat Sam Altmann angerufen und gefragt, ob er das Ganze Open Cloud nennen kann, weil Sam Altman gerade einen Beef mit Dario Amod hat. Moment, er hat ihn angerufen. Ja.
Daniel:So ist es. Das war auch ein ziemlicher Flex.
Markus:Es war ein ziemlicher Flex. Also es waren ein paar Anekdoten dabei, die schon, wo er so leicht durchblicken hat lassen, was er die letzte Woche gemacht hat und wie crazy das plötzlich sein Leben sich auf den Kopf gestellt hat. Also ja, er wird wirklich massiv gejagt von allen. Ich glaube, der wird es auch in den nächsten Wochen sicher, also er hat nicht nur mit Sam Altman gesprochen, sondern auch mit ein paar anderen Heavy, Heavy, Heavy, Heavy, Heavy, Heavy Hittern. Mal schauen, was da dann jetzt auch in den nächsten Wochen rauskommt, was davon auch bleibt. Aber ja, er hat schon bevor das Ganze so angefangen hat abzuheben, hat er ein Meetup hier in Wien organisiert, weil er ja ursprünglich aus Wien ist. Und um halt eben diese Developer, die sowieso hier in Österreich zu dem Thema sehr aktiv sind, mit denen er auch durchaus zusammengearbeitet hat. Also zum Beispiel der Mario Zechner hat gestern auch gesprochen, dass er so ein bisschen mit Pi so ein Backbone für Open Claw eigentlich auf der technologischen Seite. Und auch der Armin Ronacher war da, der auch da in dem Bereich zum Beispiel sehr aktiv ist. Auch der Felix von Context-SDK hat schon länger an diesem Thema gearbeitet, hat auch wieder präsentiert gestern eine Demo. Also du merkst, das Thema beschäftigt grundsätzlich viele Devs in Österreich und deshalb gab es eigentlich dieses Meetup schon, bevor das Thema so abgehoben ist. Und dann war natürlich die ursprüngliche Venue zu klein. Und da ist dann der Mano vom Startup-Haus eingesprungen, weil eben es nicht nur mal 50 Leute waren, die gekommen sind, sondern plötzlich 500 und etliche VCs aus der ganzen Welt, die eingeflogen sind, weil sie gesehen haben, da können sie vielleicht irgendwie den Beta finden. Und natürlich viele, viele spannende Leute aus der österreichischen Startup-Szene, die sich das auch nicht nehmen haben lassen. Also es ist schon ein Moment, wo das Gefühl da ist, da ist jetzt Momentum da und Wien, Österreich kann da auch eine zentrale Rolle spielen, ganz einfach, weil das Talent in dem Bereich sehr, sehr stark ist.
Daniel:Okay, und zwei Fragen dazu. Die erste Frage habe ich traditionell, der Podcast ist ja fast 500 Folgen alt und wir haben sehr oft gesagt, jetzt ist die große Chance um und dann haben wir es wieder glorreich verkackt, also nicht wir, sondern die Politik und all die ganzen anderen, die da irgendwie mit tun könnten, aber nicht tun. Was ist diesmal anders? Warum wird es diesmal klappen? Oder was ist das eine, was bloß nicht passieren darf? Also zum Beispiel, dass die Wirtschaftskammer sagt, da musst du jetzt aber zertifizierter Schreiner sein, damit du oder ein Fischereifachbetrieb anmelden? Das ist es. Ein Fischereifachbetrieb anmelden, wenn du damit arbeiten möchtest, weil da geht es um Lobster und deswegen müssen die Hygienevorschriften eingehalten werden.
Markus:Eine interessante Frage. Lustiger war der Jakob Steinschaden mir auch gleich geschrieben. Kann man nicht eine Petition starten, dass der Peter mit OpenCloud auf jeden Fall in Wien bleibt und nicht nach San Francisco geht, was sich ja schon jetzt abzeichnet, auch mit, ich meine, der Peter war schon vorher nicht nur in Wien, sondern auch in London. Und ich glaube, wie gesagt, da wurde viel jetzt gejagt im Silicon Valley. Ich glaube, die Angebote, die er da auch bekommen hat, da macht es dann wahrscheinlich schon auch Sinn, das vor Ort zu nutzen. Ich weiß nicht, ob es realistisch ist, dass jetzt man irgendetwas hier tun könnte, community-seitig oder politisch, damit OpenCloud in Österreich aufgesetzt wird. Dafür muss man einfach sagen, wurde über die letzten 20 Jahre zu viel nicht gemacht. Selbst wenn das gut gemacht worden wäre, ist die Frage, ob es ein realistischer Case wäre. Aber ich glaube, der Peter hat immer eine Connection zu Wien und diese Connection auf die kann man natürlich aufbauen. Und das macht er genau mit sowas. Und das macht eben nicht nur der Peter, sondern das sind andere, die tatsächlich auch beste in Österreich sind. Und ich glaube, so wie ich sie einschätze, auch bleiben werden. In einem, laut der Solodevs, also das ist auch von der Struktur her. Erklär mal Entschuldige, was ein Solo Dev ist, vielleicht für fachfremdere. Ja, also das sind Programmierer, die in erster Linie Projekte alleine einfach coden. Die haben eine Leidenschaft meist fürs Bauen und machen das unabhängig von oft Teams, Unternehmen oder was. Freelancer werden manchmal von Unternehmen quasi dann auch gebucht für spezifische Herausforderungen, aber machen oft halt auch ganz viel tüftlerisch. Und sowas, also ein Meetup wie gestern wird halt dann auch einfach gezeigt, was man baut, aus Leidenschaft. Und insofern, ich, ja, natürlich ist das jetzt eine Chance, für Österreich einfach auch Aufmerksamkeit zu bekommen, aber ich weiß nicht, ob ich jetzt der Politikraten oder aus Starter-Perspektive sagen würde, sie müssen sich jetzt da unbedingt draufsetzen. Weil das würde vielleicht dem Ganzen sogar schaden.
Daniel:Ich wollte gerade sagen, es ist so, erwähnt es einfach nicht. Wie sagen sie immer so schön in Faulty Towers, wie sagt John Cleese immer, don't mention the war. Und das ist tatsächlich seine Frau, aber egal. Und die zweite Frage, die sich mir da so stellt, ist: Das ist ja ein sehr, sehr, sehr frühes Produkt. Sagen wir so, es ist für die, die wirklich, man muss damit umgehen können, man muss sich da reinarbeiten können. Das heißt, es ist jetzt noch gerade was für die ersten paar Prozent dieser Welt, die sich damit auseinandersetzen können. Und jetzt bin ich aber gespannt, wie weit glaubst du, sind wir davon entfernt, dass da, nennen wir es mal jetzt, weißt du, ich hab das immer so genannt, ein Apple-Produkt dabei rauskommt, ein iPhone-Produkt, wo es plötzlich Drag and Drop ist, wo einfach jeder, also wo es eine Ease of Use hat, dass man ohne Fachkenntnisse und ohne vorherige Kenntnisse, weil jetzt erfordert es ja wirklich einiges an Know-how, dass man das nutzen kann. Reden wir von drei Monaten, ich weiß, es ist so ein Orakel-Ding, aber reden wir von drei Monaten, sechs Monate, fünf Tagen.
Markus:Was ist dein Gefühl, dass du da mitgenommen hast? Also aktuell ist es schon eben noch sehr technologisch und auch von der Zielgruppe sind das, also es waren im Publikum viele andere Developer natürlich. Und die haben alle halt, während die Talks gewesen sind, haben sie sofort probiert, ihre eigenen Bots dann mit diesen anderen Bots oder mit den Möglichkeiten, die da präsentiert worden sind, quasi zu uniten. Also da bist du aktuell noch sehr weit weg vom Mainstream. Gleichzeitig, es gibt schon Tools da draußen, das ist jetzt nicht von OpenCloud, sondern das sind halt Tools, die an OpenCloud anschließen, wo du sagst, du kannst innerhalb von ein, zwei Minuten dir so, das sind es vielleicht zehn Minuten, kannst du dir eben so einen eigenen Agenten aufbauen. Nein. Für mich ist, und das ist schon der Punkt, ich fühle mich nicht technologisch gut genug, um die Risiken, die damit einhergehen, die auf jeden Fall. Du gibst halt dann quasi einen Bot, gibst du voll zu, also musst du nicht voll zuführen, aber in dem Moment, wo du halt Relevanz oder interessante Ergebnisse willst, hilfreiche Ergebnisse willst, musst du ihm natürlich relevante Zugriffe geben, relevanten Access geben. Und mir fehlt aktuell die Zeit, um mich wirklich reinzufuchsen, dass ich da ein Environment schaffe, wo ich das sicher machen kann, auch jetzt einfach aus der beruflichen Perspektive, wo ich herkomme. Wenn ich jetzt Solo Dev wäre, wo ich quasi auch die Hoheit über alle Daten und so weiter hätte, um die es da geht, aber ich arbeite ja bei Organisationen, wo ich treuhänderisch verantwortlich bin, auch für das, was da abgeht, das heißt, das macht es schon etwas schwieriger.
Daniel:Ja, ja klar. Und eine andere Frage, die ich habe, was ist, was ist noch immer so deine Go-To KI? Ist es nach wie vor ein Open AI? Also es ist ChatGPT-State.
Markus:Ich zahle für OpenAI, aber ich bin recht viel am Ausprobieren, auch bei, wenn ich einen Task habe, dass ich das auch in unterschiedliche AIs reinspiele und schaue, was zurückkommt. Aber das ist schon jetzt ein großer Unterschied einfach vom Setup. Das ist jetzt nicht klassische AI. Das ist am Ende eigentlich etwas, was von sich aus arbeitet, wo du eben nicht Fragen stellen.
Daniel:Aber ich will auf was anderes hinaus. Und okay. Und wie weit gehst du? Zum Beispiel benutzt du bei ChatGPT die Funktion, merkt ihr, was ich vorher gefragt habe? Und teilst du auch manchmal Dokumente? Ich gebe dir einen wilden Kontext. Ich habe dem Ding zum Beispiel in meinem Buch hochgeladen und gesagt, schau mal, das ist mein Buch. So schreibe ich, so denke ich, so agiere ich. Und basierend auf meinem Buch, mach dies und das und jenes. Das heißt, ich habe dem Ding natürlich plötzlich einfach Training von, ich weiß nicht, was es sind, 200 Seiten gegeben und weiß natürlich, ah, das könnte dann irgendwann ein Thema werden, bla bla bla bla bla. Es ist natürlich auch ein großes Skript, ein bisschen älter. Aber natürlich hat das Ding mich dadurch richtig gut kennengelernt. Und ich finde das spannend. Natürlich werden andere sagen, nah, don't do it, das ist viel zu gefährlich und bla. Aber der Output ist dadurch auch ziemlich fein. Wie weit gehst du da?
Markus:Also es hängt davon ab. Auch hier wieder, je nachdem, ist es mich persönlich. Also ich glaube, ich habe jetzt zum Beispiel schon einmal einen Befund, einen Runscan-Befund zum Beispiel geladen, um halt zu verstehen, was da drin steht. Und ich habe schon viele Texte, Copy-Paste einfach eingeladen. Aber ja, jetzt besonders wenn es dann Company-Dokumente sind, das ist dann schon wieder ein bisschen ein anderes Setup. Verstehe ich.
Daniel:Fun Fact is, zum Beispiel, wenn ich da reinspringen darf, ich bin seit Wochen so Bock drauf, meine Steuererklärung raufzustellen. Aber das tue ich nicht. Das ist mir dieses eine Thema zu viel, aber ich würde es liebend gerne machen und sagen, hier sind meine letzten acht Steuererklärungen. Erzähl mir mal, was du denkst, was könnte ich da noch machen. Ich habe einen tollen Steuerberater, aber ich wäre trotzdem einfach wahnsinnig neugierig. Aber das ist so das eine Ding, wo ich mir denke, nee, das brauchst du jetzt nicht, mein Freund. Und deswegen frage ich so Thema Cloud und Co, weil es ist schon so ein, wenn du einfach sagst, du hast Zugriff zu allem, dann ist das Ding natürlich super mächtig, aber wir haben ja auch den letzten Tagen und Wochen diese Geschichten gelesen, wo das Ding plötzlich sagt, hey, ich habe mich zu einem Kurs von bla bla bla angemeldet, 3000 Dollar ausgegeben und im Übrigen du solltest. Und man sagt, what the fuck, was hast du gemacht? Ja, und das ist so für mich auch das eine Thema, wo ich nicht begreife, wie weit es geht. Und das ist der Moment, wo ich weiß, es macht aber trifft aber schon Entscheidungen, für die ich dann gerade stehen muss, die Geld kosten und möglicherweise noch viel mehr. I'm not comfortable with it. Und das ist das Letzte, was ich hinaus will, das weiß Peter sicher auch. Und das Spannende ist, das wissen die Großen natürlich auch. Und jetzt stell dir mal vor, Google würde sagen, hey, du musst das eigentlich nur mit deinem Gmail-Konto verknüpfen. Wir machen den Trust Part. Die Magic passiert im Hintergrund, weil das ist schon so ein Thema, wenn man sagt, magst du mit deinem Gmail dich einloggen, sagen Leute immer, ja, ja, klar, mach es.
Markus:Es ist natürlich einfach die Sicherheit dahinter, ist der relevante Punkt, weil ich glaube, dass sogar viele sich sicherer fühlen würden, wenn sie die. OpenCloud ist ein Open Source Projekt. Das heißt, es ist klar auch sichtbar, wie es aufgebaut ist. Es ist in dem Sinn, aus einer Privacy-Perspektive kann man wahrscheinlich auch dafür argumentieren versus Google, wo halt schon immer auch die Frage ist, wozu werden die Daten dann auch noch genutzt zu Werbung und so weiter. Passiert möchte ich nicht unterstellen, dass das aktuell passiert, aber ja, dass diese Unternehmen auch von Daten leben, ist eh klar. Das sprechen wir dann nachher eh auch noch über den Werbespot von Anthropic. Aber natürlich das, wo Open Clore einfach noch sehr am Anfang ist bei der Sicherheitsarchitektur. Also es war schon jetzt ein paar in der letzten Woche einige Sicherheitslücken, die aufgedeckt worden sind. Da muss man sagen, auch das wieder recht gut gemacht von Peter. Der hat halt dann einfach gemeinsam mit dem Hacker, der sich quasi da reingehackt hat, hat er sich zusammengetan und hat dann diese Sicherheitslücken geschlossen, was genau die richtige Reaktion ist, die ein Unternehmen haben sollte. Dass man das halt auch als quasi Dienst zieht. Wenn jemand sich reinhackt, dass man das auch quasi sich dafür bedankt, dass diese Sicherheitslücke aufgedeckt wurde und gemeinsam dann halt auch daran arbeitet, dass das Problem gelöst wird. Das wird, also es ist ein Prozess, besonders wenn ein Produkt neu ist, dann wird halt jetzt mal von allen Seiten getestet. Aber ja, du hast natürlich recht, wenn da jetzt ein großer Player so etwas auf den Markt bringen würde oder vielleicht auch in Zusammenarbeit mit schon OpenCloud oder so, dann wäre natürlich die Sicherheitsarchitektur noch einmal etwas, was deutlich mehr geprüft worden wäre, bevor sowas überhaupt auf den Markt kommt. Genau das.
Daniel:Ja, ich meine, ganz ehrlich, wir kennen die Rogers-Kurve, sprich wie Innovation angepasst wird. Wir sind da gerade ganz am Anfang. Das heißt, da sind gerade die Ingenieure, die Tüftler, die quasi in der Garage an dem Auto herumschustern und akzeptieren, dass das Ding nach 500 Metern stehen bleibt, aber Bock drauf haben. Und dann lockt es diejenigen an, die sagen, hey, ich gebe dir echt viel Geld dafür, dass du es machst. Das sind dann die Nächsten, die an Bord kommen. Und dann ist natürlich die Frage, ob man es dann schafft, diesen berühmten, diesen Chasm, diese, diese, diese, diese, diese, wie nennt man das die, na, wie nennt man das? Du weißt, was ich meine, den Graben, danke schön, den Graben zu überspringen und ein Produkt für die frühe Mehrheit zu bauen. Und ich glaube, das wird in der einen oder anderen Form kommen. Nein, ich glaube, ich weiß, das ist logisch, dass das kommt. Aber es ist spannend. Aber, Markus, wir müssen über Wichtigeres reden. Es gab letzte Woche einen Anschlag auf die AHS als Institution. Wenn man der Lehrergewerkschaft glauben darf, ein folgenschwerer Anschlag, der die Fundamente erschüttert hat für alles, wofür die AHS steht. Meiner Meinung nach Stillstand, ein bisschen Depression und keine Lust, Dinge zu verändern. Was war denn dieser gemeine, feige, absolut, absolut nicht vorhersehbarer Anschlag, der auch in keinster Weise gerechtfertigt ist?
Markus:Ja, der Bildungsminister hat angekündigt, dass die Lateinstunden etwas gekürzt werden. Das ist natürlich ein Anschlag auf die Grundfesten. Gib mir noch einen Satz zu dem, was du vorher gesagt hast, nämlich das, was du schon bist, wenn jetzt eben dieser Chasm auch geschlossen wird und Agents dann eigentlich the Interface of Choice sind, weil das würde ja eigentlich bedeuten, okay, anstatt dass du selbst Dinge tust, macht das dein Agent für dich. Und das würde wiederum bedeuten, dass für alle Unternehmen plötzlich eine ganz andere Kerngröße oder Kenngröße relevant ist, nämlich wie sehr ist das, was ich anbiete für Agents, leicht umzusetzen. Das heißt eigentlich, all das, was du vorher an Interfaces gebaut hast für Menschen, für Augen, für Maus und Tastatur, müsste man jetzt eigentlich umdenken, wie kann man das eher für Agents aufsetzen. Das heißt, API First wahrscheinlich. Und das ist schon bei vielen, glaube ich, in der letzten Woche auf dieser Schalter umgelegt worden. Aha, okay, wir müssten ganz anders denken. So, das noch kurz zum letzten Punkt. KI-Staat Latein, du hast schon gemeint, die Lehrergewerkschaft ist natürlich auf den Barrikaden, weil wie das halt so ist, wenn man etwas verändert, hat das auch Einflüsse auf die Menschen, die in diesem Bereich arbeiten. Und da gibt es natürlich viele Lateinlehrer, die sich jetzt denken, weniger Stunden bedeutet, ich habe ein schlechteres Leibel, wenn es darum geht, einen Job zu finden. Viel Verlust, Angst dann natürlich schwingt auch mit. Und es gibt aber natürlich auch aus der humanistischen Richtung viel Kritik, was das für eine Grundfeste auch für unsere Demokratie ist und dass Latein doch die Basis für alles ist. Ja, und der Christoph Wiederkehr will das ersetzen mit künstlicher Intelligenz und Demokratieunterricht. Wo man jetzt auch sagen muss, bin gespannt, wie ihm das gelingt. Das sind, glaube ich, zwei sehr wichtige Themen, aber auch sehr herausfordernd, das ins Schulsystem zu bringen mit den technologischen Kompetenzen, die es dort gibt. Aber ja. Was sagst du dazu, Daniel?
Daniel:Also, ich meine, erstmal Latein und ich ist immer so eine Sache. Ich habe mal eine Nachprüfung in Latein gehabt und wir sind nie ganz warm geworden miteinander. Kann ich übrigens auch historisch begründen. Ich bin ja halb Norddeutscher, dort waren die Römer nie und halb ihre, dort waren die Römer nie. Das heißt, genetisch betrachtet habe ich immer Widerstand da geleistet. Ich meine, Rebelle, ja. Selbstverständlich, möchte ich mal an der Stelle festhalten. Nein, aber abgesehen davon natürlich Latein, grundsätzlich ja, ist sicherlich toll und wertvoll, aber ich glaube auch, dieses KI und Ethik ist jetzt gerade eine tolle Idee, bis es im Lehrplan ist. In fünf Jahren ist das Ding auch überholt. Und auch das ist nur so eine Überschrift. Ich finde aber in Wahrheit muss man sich Gedanken machen, wie kannst du einen Lehrplan gestalten, der flexibel ist und auf die Herausforderungen reagiert, die einfach aktuell sind. Und stell dir mal vor, du bist 15 und da kommt irgendeine Pfeife, der vorher seit 20 Jahren irgendwie auf einem alten DOS-Computer dir irgendwas über das Internet erklärt hat. Und jetzt soll der Typ dir was über KI erklären, was der gestern gelesen hat. Und du machst es aber selber schon seit zwei Jahren. Das ist auch ein Rohrkapierer. Und das Spannende wäre aber, das ist so vorhersehbar wie all diese Sachen. Ich meine, wir hatten zu meiner Zeit Informatik in der Schule und wir waren alle besser als der Lehrer und wir haben über LAN Computer gespielt, in der das nicht kapierten. Das war aber überall so. Aber einen durchlässigen, flexiblen Lehrplan, das wäre mal, das wäre mal was Revolutionäres, wo man einfach sagt, 80% bleibt gleich, verstehen wir, aber wir wissen, dass sich 20% verändern werden. Und das ist so vorhersehbar. Und warum ich das erzähle, ist ein ganz einfacher Grund. Ich habe jahrelang an der FH Hagenberg im Studiengang Mobile Computing hieß das damals unterrichtet. Und dieser, mein Content hat sich jedes Jahr zu 50, zu 60, zu siebzig Prozent verändert. Warum? Weil 2013, als ich es unterrichtet habe, war alles, was mit Apps zu tun hatte, neu. 2014 und dann irgendwann zwei tachzehn, zwei tausend siebzehn, hatte sich das komplett verändert. Und ich muss das jedes Mal verändern, was ich auch cool fand, nur ich muss mir vorstellen, hätte ich das nie verändert, was ich da jetzt unterrichten würde, ist es Das ist grausam. Und dann irgendwann hat dieses Studium sich auch per se so verändert, von den Leuten. Man muss einfach diesen Wandel akzeptieren. Und alle, die diesen Wandel nicht akzeptieren, es ist nur rand over, aber das ist das eigentliche Problem.
Markus:Ja, ich sehe annahme zwei Probleme. Und ich gebe dir recht. Eines ist eben die fehlende Dynamik, die fehlende Flexibilität, auch mit der man auf aktuelle Herausforderungen schnell reagieren kann. Weil der Prozess, einen Lehrplan zu verändern, ist jahrelang. Dadurch entsteht genau das Problem, was du eingesprochen hast. Der Wille, Dinge, die aktuell brennend sind, zu integrieren, ändert damit, dass das dann erst passiert, wenn es schon wieder überholt ist. Das zweite Problem ist, dass die 80%, die du eingesprochen hast, die Basisgrundbildung, die, glaube ich, zeitlos sind, das ist überholt. Auch hier gibt es halt gewisse Kernkompetenzen, die ein Mensch braucht in seinem Leben, die im Schulsystem keine Rolle spielen und dafür andere, die heutzutage nicht mehr so wichtig sind. Für mich persönlich gehört da schon Latein dazu. Ich glaube, man sollte Latein nicht ersetzen mit KI-Ethik, vielleicht Ethik noch eher, aber KI, wie besprochen, ich glaube nicht daran, dass das so umgesetzt wird, dass es von der zeitlichen Relevanz aktuell realistisch abbildbar ist, dass es dann auch tatsächlich was bringt. Ich glaube, es müsste dann eher, no surprise, Entrepreneurial Education ganz zentral drin sein. Ich glaube, es müsste Wirtschafts- und Finanzbildung ganz zentral sein. Das sind auch für mich die Grundfesten. Und dann überlegen, wie schafft man es besser, diese 20% abzudecken, wo man sagt, man ist viel schneller im.
Daniel:Weißt du wie? Es wäre ein bisschen komplizierter, aber es wäre smart, indem du einfach verstehst, dass du vielleicht nicht immer nur Bücher als Grundlage nimmst, sondern mit der Technologie gehst, aus der du dir das Wissen aneignest und mit der du das Wissen bewertest. Und das über die Fächer hinweg, das wäre natürlich ein smarter Zugang. Das müsste man alle paar Jahre neu erfinden. Aber das wäre cool, weil du weißt eh Latein, ich habe es große Latinum gemacht, da gibst den Stohwasser, da schlägst du halt nach, was das Wort heißt. Ganz ehrlich, das werden die meisten Kids nicht mehr zu Hause machen, sondern sie werden über Voice sagen, du, was heißt denn jetzt? Bla, und dann kommt zurück und dann schreibst du es. Kein Mensch wird das Buch öffnen. Und das muss man einfach akzeptieren. Und dann machen sie es aber in der Schule und dann schleppen sie dieses blöde Ding mit und machen sich noch den Rücken krumm. Ist auch blöd. Wie könnte das aussehen, dass man immer mit halbwegs modernen Tools arbeitet? Das wär's. Und welches Denken formt man? Das wäre wirklich cool, weil dann finde ich auch halt Latein seine Berechtigung, genau wie alles andere. Aber dieses, du hast ja deine Heftchen und dann wissen das alle. Und letzter Gedanke zu Latein. Ich hatte da auch Nachhilfe und unserer Lehrer hat manchmal gesagt, ja, hier, das würde ich mir anschauen und das. Und einem alle Nachhilfelehrer, dann probiert die Stellen zu finden. Und dann ein paar haben es gefunden und andere nicht und die hatten dann plötzlich ein sehr gut. Das war so das große Rennen. Ich stelle mir vor, über eine KI ist es so, hey, ich habe gehört, die, die und die Vokabeln soll ich haben, bang, instant.
Markus:Ja, das ist super easy.
Daniel:Instant, klar. Aber das muss ich ja auch als Lehrerschaft anerkennen, genau wie die Unis mittlerweile sagen, hey, sie machen jetzt mehr mündliche Prüfungen, warum? Ja, weil ich einfach weiß, schriftlich ist gar nicht so zielführend. Und da sind die Unis halt schon vor den Schulen. Diskutiere es, learnet.
Markus:Da muss man tatsächlich sagen, das ist auch in dem, was jetzt quasi publiziert wurde vom Bildungsministerium, das ist ein Faktor, der drin ist, dass deutlich mehr mündlich und deutlich weniger schriftlich passieren soll. Also gut, du hast recht, bis das im System ankommt, vergeht wieder lang genug. Ja, ich muss mich ein bisschen beeilen. Was wollen wir denn noch machen? Also eine kurze Gerüchteküche. Es gibt in Deutschland die Sprunginnovationsagentur, das Sprint, und die hat jetzt ernannt, dass sie 125 Millionen hergibt für AI Labs. Spektakulär, ja. Und ziemlich ordentliche Summen dabei ausspielen. Also 27 Millionen. Zero Equity Taken. Expectation to raise, 1 Billion After. Das ist tatsächlich genau so, wie Förderung idealerweise funktionieren sollte, meines Erachtens. Was leider oft an den Finanzministerien scheitert, weil die halt von Grund auf da reingehen, dass Menschen, die da Geld bekommen, das natürlich missbrauchen. Aber das ist die Vision, die Größenordnung, die. Wahrscheinlich müsstest du noch größer denken, um da mitzuspielen, aber das ist jetzt zumindest mal etwas Ernstzunehmendes. Also wenn das stimmt, was da so durchgesickert ist, das kommt dann Hut ab an die Kollegen von Sprint. Ich bin schon sehr gespannt, was da rauskommt. Und dann müssen wir kurz auch noch sprechen, Daniel, weil du ein bisschen fast, du hast dann quasi den gleichen Nerv getroffen wie Dario Amada. Jetzt hat nämlich ein Tropic bei der Super Bowl, hat Werbespots sehr prominent platziert, die quasi so schöne Storys zeigen, wie jemand fragt, wie er besser mit der Mutter sprechen kann und dann so ganz klassisch antwortet die RI sehr ähnlich wie das ChatGPT macht, mit so kurzer Verzögerungen und dann quasi du machst das super und das und das könntest du besser machen. Und dann kommt am Ende ein Werbespot. Und falls das mit der Mutter nichts wird, dann gibt es, ich paraphrasiere, Kugas.com, wo du Seniore Menschen kennenlernen kannst oder so. Und dann sagst du, ja, und dann sagt ein Tropic Ads are coming to AI, but not to cloud. Und das hat Sam Altman sehr getriggert. Der hat auf Twitter einen Wutausbruch quasi bekommen. Und ja, hat damit, glaube ich, ein bisschen auch ähnliche Töne eingeschlagen wie du, der quasi schon gepredigt hat Ende des letzten Jahres, dass das genau die Gefahr ist bei der Werbung. Weil wenn man diese Püchse der Pandora öffnet, dann fängt sich das Rateoptimierung anzudrehen.
Daniel:Wild. Und das beim Super Bowl. Ja, da wurden ja einige getriggert. Hast du Super Bowl geschaut?
Markus:Nein. Ich war zu Hause krankenversorgen und habe den entsprechend diesmal ausgelassen.
Daniel:Ja, ich auch. Es interessiert mich auch immer Nüsse, muss ich sagen, der Superbowl. Ich finde den Sport ein bisschen langweilig. Ich finde den Sport eigentlich wirklich cool. Aber dieses Jahr habe ich es nicht geschaut. Ich finde den so fad, aber ich verstehe die Faszination, aber und dass dann alle über Bad Bunny reden, ja, okay. Seine Musik verstehe ich auch nicht. Also sowohl, also richtig, ich verstehe es nicht. Als auch, dass Leute es gut finden, verstehe ich nicht. Aber ich finde seine Message gut. Was ich da so oberflächlich gelesen habe. Aber Super Bowl ist, finde ich, Amerika in a nutshell. Keiner aber bitte. Aber egal. So, jetzt darf ich wahrscheinlich wieder nicht einreißen die nächsten Jahre. Aber das soll ja so sein. Man muss jetzt Social Media Profile der letzten fünf Jahre offenlegen, habe ich jetzt vor ein paar Tagen gesehen. Das wird schwierig dann. Da dürfen wir alle nicht einreisen. Aber ja, es ist, wie es ist. Jetzt fallen mir unfassbar gemeine Witze ein, die ich aber an der Stelle lasse. Beißt die auf die Lippe? Ja, ja, ja, aber. Ich glaube, wie du auch, dass Epstein wahrscheinlich nicht den Freitod gewählt hat. Muss man an der Stelle mal erwähnen. Und alles andere ist eigentlich mehr als ausreichend. Ja, das ist doch ein gutes Ende für den Podcast, oder? There you go. Schön. An der Stelle, wir wünschen euch noch ein schön. Take care, stay safe. Bis zum nächsten Mal und bye bye.