Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#490 - Mona Hübl über KI-Jobmatching, Recruiting ohne Blackbox & Wie KI Arbeit verändert
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
In dieser Deep-Dive-Folge spricht Markus mit Simona Hübl, Co-Founder & CEO von Nejo, über ihren Weg vom VC-Umfeld in die eigene Gründung und warum der Jobmarkt dringend neu gedacht werden muss. Nach mehreren Jahren im Investing stieg sie bewusst aus operativen VC-Rollen aus, um selbst zu gründen. Nach einem Pivot entstand Nejo, eine KI-gestützte Karriereplattform für den DACH-Raum. Simona erklärt, warum klassische Jobplattformen nur einen Bruchteil der verfügbaren Stellen sichtbar machen, weshalb Keyword-Matching oft ins Leere läuft und wie Nejo mit skills-basiertem, transparentem KI-Matching relevantere Ergebnisse ermöglichen will.
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly. Heute mit mir Markus und weil Diepto auf Tag ist, mit einem super spannenden Gast und das ist diese Woche die Mona Hübel. Hallo Mona.
Mona HüblHallo Markus.
MarkusWir freuen uns sehr, dass du bei uns bist. Und ein Blick auf LinkedIn verrät uns. Du bist Gründerin von Neo einer Karriere-Jobplattform. Jetzt erzähl einmal, was macht Neo? Was machst du so den ganzen Tag? Und wo steht sie gerade mit diesem Startup?
Mona HüblJa, also wir sind angetreten, weil wir gesagt haben, die Jobsuche funktioniert im Jahr 2026 auf keinen Fall so, wie sie funktionieren sollte und wie sie funktionieren könnte. Mit dem ganz klaren Zielen, das mindestens zehnmal besser zu machen, als es bisher der Fall ist. Genau. Da kann ich jetzt gleich total ausholen. Ich weiß, nun mal da schon hingehen.
MarkusGeben wir uns noch ein bisschen, was ist die USP von Neo? Es gibt ja viele Jobplattformen da draußen. Und wie lange gibt es euch schon? Wenn du Zahlen, Daten, Fakten hast, die du uns zum Unternehmen geben kannst, dann hören wir damit.
Mona HüblJa, also gegründet haben wir im Oktober 2024, also jetzt ein bisschen über einem Jahr. Und was ist der USB? Ein großer Painpoint bei den existierenden Jobplattformen ist, dass sie tatsächlich nur sehr wenig offene Stellenlisten. Das liegt daran, dass Arbeitgeber dafür bezahlen müssen und quasi proaktiv dort posten, damit die Jobs dort gelistet sind. Das passiert eben für sehr viele Jobs nicht. Also es ist zum Beispiel in Österreich tatsächlich so, dass die marktführenden Plattformen ca. 10% aller offenen Stellen haben. Ja, das heißt, wenn man dort Jobs sucht, und das machen eben die meisten Leute, weil marktführende Plattformen, dann sieht man eigentlich 90% des Marktes dort einmal gar nicht, weil er einfach dort nicht existiert. Also das ist einmal das eine, was einfach wahnsinnig frustrierend aus Kandidatensicht ist. Und das andere ist, dass das Matchmaking einfach bisher, ja, wie soll ich sagen, sehr, sehr rudimentär funktioniert hat, nämlich auf Basis von Keywords. Fairerweise muss man vielleicht dazu sagen, das ging ohne KI jetzt auch noch nicht wahnsinnig viel besser. Aber zum Beispiel, mein Lieblingsbeispiel ist, man gibt auf einer Job-Plattform einen Koch. Und das erste Ergebnis ist der IT-Projektmanager, weil der ist irgendwie gerade vor einer Stunde gepostet worden und in den Benefits steht dann gemeinsames Kochen im Team. Und deswegen ist das sozusagen ein Match. Das heißt, man kann sich ein bisschen herleiten, wie da ungefähr die Suche funktioniert. Das heißt, es ist ein Keyboard-Abgleich, vielleicht jetzt nicht ganz so rudimentär, wie ich es jetzt beschreibe, das ist sicher ein bisschen überspitzt, aber wahnsinnig viel Intelligenz ist da nicht dahinter. Und wir sind vor allem sehr, sehr, sehr weit weg, dass man irgendwie dort eigentlich suchen kann nach den Skills. Also was kann ich eigentlich und was sind meine Präferenzen, sondern ich muss eben wissen, was ist der Jobtitel, den ich glaube zu suchen. Und der muss dann aber idealerweise beim Arbeitgeber auch als solcher ausgeschrieben sein, weil sonst finde ich den Job nicht. Und genau, das ist einfach aus. Da gibt es sehr, sehr viel Potenzial, das viel besser zu machen.
MarkusSuper. Und bevor du Neo gegründet hast, warst du VC? Du sitzt auch heute immer noch in Boards von ein paar sehr coolen Startups. Vielleicht bevor wir jetzt überhaupt ganz zurückspringen, gib uns noch so ein paar Insights. Warum hast du als VC dann gesagt, hey, eigentlich jetzt willst du aus dieser investierenden Advisory-Rolle mehr in die operative, mehr in die selbstunternehmerische gehen?
Mona HüblIch habe immer gesagt, irgendwann möchte ich selber was gründen. Also als Kind warst du entweder Astronautin oder Wissenschaftlerin. Das ist dann eher die Wissenschaftlerin als die Astronautin sein wird, war dann schon irgendwann recht klar in der Schule. Und bin eigentlich in dem VC-Umfeld durch einige sehr glückliche Zufälle gelandet, würde ich jetzt mal sagen. Und habe aber immer gewusst, irgendwann werde ich es auch selber wissen müssen. Und ich habe lange gedacht, wenn ich in dem Umfeld bin, dann ist es ganz klar, dass mir das irgendwann passieren wird. Also dann ist da irgendwann die Idee und dieses Team und dann ist es obvious, irgendwie das jetzt zu machen. Und war dann aber so tief drinnen in diesem Job und dieser Bubble im absolut positiven Sinne, dass ich gemerkt habe, ich muss da einen Schritt rausgehen, damit das sozusagen passiert. Also es wird mir nicht einfach in den Schoß fallen, weil man hat überhaupt keine Zeit und keine mentalen Kapazitäten am Ende des Tages sich dann irgendwie noch zu überlegen, was könnte ich oder würde ich vielleicht eigentlich selber machen. Das heißt, es war für mich so, dass ich eigentlich jetzt ohne ganz konkrete Idee, ziehen wir dann relativ schnell klar, aber zumindest ohne ganz konkreter Idee eigentlich gesagt habe, okay, ich muss jetzt aus dem, also aus meinen operativen Rollen mal raus und mir kurz ein paar Monate nehmen und mich sozusagen da sondieren und dann das einfach proaktiv in Angriff nehmen. Cool.
MarkusDu hast du gesagt, Astronautin oder Wissenschaftlerin, das waren quasi die Traumjobs als Kind. Warum? Was hat dich da geprägt?
Mona HüblDas ist eine gute Frage. Also sicher meine Eltern, die immer gesagt haben, du kannst alles machen und alles werden. Ich weiß nicht, Sterne haben mich fasziniert. Also ich erinnere mich noch gut, dass ich als Baby schon so Leuchtsterne irgendwie an der Decke gekleben hatte, dieser fluorestierenden Sticker. Und da irgendwie ganz früh schon eine Faszination hatte. Und dann irgendwie zu jedem Anlass irgendwie ein Teleskop und so weiter bekommen. Und ja, es war einfach was, was mich sehr lange fasziniert hat. Fasziniert mich heute auch noch, also ich schaue auch heute sehr, sehr gerne noch Sterne.
MarkusSehr gut. Das nächste Startup ist dann ein Space Startup, das sehe ich schon kommen.
Mona HüblJa, schauen wir mal, ja. Ich war ja im Bord von der Black Shark, also da hatte ich ja auch einiges mit SpaceX zu tun in den letzten Jahren, ja.
MarkusOkay, weil das hast du dann auch gesagt, für dich war irgendwie dann schon lange klar, du möchtest mal selbst was gründen. Wann hat das bei dir begonnen? Wann war irgendwie so klar, das zieht dich auch in Richtung Unternehmertum? War das schon in der Schulzeit oder war das erst, dass du dann angefangen hast, eben im VC-Bereich zu arbeiten, im Starter-Bereich zu arbeiten?
Mona HüblIch würde sagen, das, also ganz klar war es auf jeden Fall spätestens in der Uni, weil, also ich habe Wirtschaft studiert, ich mir wahnsinnig schwer daran habe zu sagen, was ist denn so das eine Ding jetzt im Wirtschaftsbereich, wo ich mir vorstellen könnte, in dieser Rolle zu arbeiten? Also, wo möchte ich Expertin sozusagen werden oder sein? Und damit habe ich irgendwie in der ersten Hälfte des Studiums ziemlich gestruggelt, weil ich da einfach keine Antwort von mich gefunden habe, weil mich einfach alles interessiert haben, so viele Sachen interessiert haben. Und dann war es so tatsächlich, dass der Stefan Jung, ich glaube, du kennst den auch ganz gut, auf meiner Uni, also ich habe in Krems studiert, ein Founders Lab initiiert hat, wo ich mir gedacht habe, okay, da melde ich mich mal an, da mache ich mal irgendwie mit. Und dann ist irgendwie eins zum anderen gekommen. Dann habe ich mit ein paar Uni-Freunden da an der ersten Idee irgendwie gearbeitet. Also so ganz klassisch, man schreibt mal irgendwie ein paar Probleme, die man hat auf Post sitzt und überlegt, wie könnte man das lösen. Und musste dann aber ein Praktikum machen von meinem Studium aus. Also ein halbes Jahr. Und das war bei uns auch Pflicht, das sozusagen im Ausland zu absolvieren. Und ich war nach der Schule schon ein Jahr in Amerika, also in New York, habe dann mal so Pair gemacht und so ein paar Kurse auf der Uni und habe gesagt, dieses Kapitel ist für mich noch nicht ganz abgeschlossen. Ich würde super gerne nochmal zurück und wirklich in New York sozusagen arbeiten. Also die Wall Street, Wirtschaftswelt in New York hat mich immer wahnsinnig fasziniert. Und habe dann, glaube ich, 500 Bewerbungen verschickt. Also da habe ich echt gelernt, was es heißt, wenn Bewerbungen an numbers gain sozusagen sind, so wie es auch im actuellen Arbeitsmarkt, glaube ich, for viele leider the fall is. Weil ja, kann diesen natürlich anderer kennt mich anders noch nichts, aber bitte gib's mein Praktikum. And have then tatsächlich bei einem Startup ein Angebot bekommen, die im E-Commerce-Bereich waren, also with sustainable clothing, shoes and Taschen and what. And they said, Okay, we won't just perspektivisch nach Europa expandieren und dann wäre es vielleicht ganz schlau, jemanden dabei zu haben, der irgendwie zumindest sagen kann, dass in Europa niemand an EMEX-Kreditkarte verwendet. And then habe ich irgendwie Zusagen anders ein bisschen gedauert. Dann bin ich sozusagen dort aufgeschlagen am ersten Tag and the Gründer waren nicht mehr da. They are tatsächlich zwei Tage before ich gekommen, bin da in grossen Streit aus der Company rausgegangen. Da sind scheinbar Schuhe durch die Gegend geflogen. Also es ist sehr wild. Weil die Company Teil einer TV-Show war. Also das ist so zwei Minuten, zwei Millionen mäßig, das amerikanische Pound-Down mehr oder weniger, the profit hat das geheißen. Und da hat das ein Investor eingestiegen, hochdramatisch sozusagen, entweder er kriegt 51% oder er macht es nicht. Und er hat dann eben die 51% bekommen und sehr, sehr schnell ist dann aber klar geworden, die Gründer und der Investor können gar nichts. Und dann hat der Investor das Ganze übernommen. Und so bin ich eigentlich in einem Vision-Umfeld gelandet, weil ich dann plötzlich in diesem Investor-Office war und ihm gesagt, wer bist du? Und ich habe gesagt, hallo, ich mache euch gern Kaffee. Gibt es mir irgendwas? Let me stay.
MarkusUnd ja, das war der Marcus Lemonis, oder?
Mona HüblJa, klar, ja, kennst du.
MarkusJa, also ich meine, kennen ist übertrieben, aber das sagt mir schon etwas. Das Shark Tank wahrscheinlich. Gut, das klingt doch sehr spannend. Und jetzt, wenn du darauf zurückblickst, was hast du dort gelernt?
Mona HüblDass man sich alles selber beibringen kann, wenn man muss. Und dass man in kalten Wasser sehr gut schwimmen kann. Also ich habe da nicht langcafé gemacht. Ich habe da tatsächlich relativ schnell relativ viel Verantwortung bekommen und war da vor allem im Growth Hacking sehr, sehr tief da drinnen. Also das war damals auch gerade so ein Buzz-Word. Das ist gerade erst irgendwie aufgekommen und habe eigentlich für verschiedenste Portfolio-Unternehmen alle möglichen Online-Ads, Growth Hacking, Conversion Funnel Optimization Sachen irgendwie gemacht. Ich habe davor weder was von Growth Hacking noch von Conversion Funnel gehört. Aber das ist alles machbar. Also das war auch ohne EI machbar, sich da sehr schnell sehr viel selber beizubringen und ja, heute ist das sowieso nochmal eine ganz andere Story.
MarkusOkay, weil das heißt, du hast schon auch wirklich Startup-Handwerk da gelernt, weil Growth Hacking ist ja besonders in der Frühphase schon etwas, was womit man wirklich auch als Start-up sich deutlich weiterarbeiten kann. Und nach einem Jahr UAS, was hat dich dann zurückgebracht nach Österreich?
Mona HüblDas fehlende Visum und das Heimw nach meiner Familie. Okay. Ja, und ich hatte noch ein Semester auf der Uni fertig zu studieren. Und da war dann wieder der Stefan Jung tatsächlich schuld, der mich nämlich zu Weak Celerate angebracht hat. Der wurde ja da einer der Managing Director, das war die ganze Anfangszeit von Weak Celerate und der hat dann in der Vorlesungspause gesagt, hey Mona, du hast ja gerade Growth Hacking gemacht und da passiert jetzt was und ich gehe da hin und magst nicht mitkommen. Und genau.
MarkusAber auch nicht schlecht, weil ich meine, ich glaube, es war sicher unfassbar spannend in der Zeit bei Weccelerate zu arbeiten, weil das war ja gerade riesen Startup-Hype in Österreich und dann auch diese Competition, Weccelerate versus Talent Garden und auch politisch total heiß das Thema. Aber gleichzeitig hast du jetzt, hast schon vorher erzählt, dein erste Startup-Experience war gleich Founder Clash mit dem Investor. Und Weccelerate war jetzt in meiner Erinnerung auch nicht einfach das Verhältnis Eigentümerschaft versus Managing Directors und dass da halt auch relativ schnell dann, sage ich einmal, die Erwartungshaltungen auseinandergegangen sind. Also du hast schon auch gelernt, in solchen, ich sage jetzt mal, konflikträchtigen Umfeldern dich trotzdem zu behaupten.
Mona HüblJa, also ich glaube, mein Fokus war einfach immer auf operativ muss das alles laufen. Also ich habe mich da, wie soll ich sagen, das war was natürlich, man hat das mitgekriegt und es war viel in den Medien und so weiter, weil es war dann oft im Team selber gar nicht so viel Thema, wie es, glaube ich, außen heißt gekocht wurde, weil wir wussten, dieses Opening rückt immer näher und wir haben da irgendwie riesengroße Zahlen am Anfang und riesengroße Töne gespuckt, von wegen größtes Innovationsprojekt irgendwie überhaupt. Und davon kann ich jetzt irgendwer liefern. Und von daher, da war wirklich so viel zu tun, dass wir da eigentlich kaum Zeit hatten, uns da im Detail mit dem zu beschäftigen, was da drumherum passiert ist. Aber ja, es war auf jeden Fall sicher einer der Mitgründe, warum ich dann nach, ich glaube, ich war knapp zwei Jahre dort, schlussendlich gegangen bin, weil da war dann der Weise nicht siehnte Wechsel. Und das siebte Mal, okay, stopp und wir müssen wieder schauen und was machen wir jetzt eigentlich. Und da war es dann für mich so, dass ich gesagt habe, okay, ich möchte irgendwo schnell was bauen und ja, mit solchen Themen mich nicht aufhalten.
MarkusNaja, mein Sieben-Wechsel oder sei es sieben oder sei es ein bisschen weniger, aber einfach jetzt nicht. Ständig quasi da eine Dynamik drin zu haben, ist sicher auch nicht gut. Gleichzeitig hast du etwas gesagt, was ich spannend fände, auch deine Reflexion darauf, nämlich wie man damals rausgegangen ist, war mit sehr großen Tönen. Also man hat die Messlatte für natürlich medial, aber auch für das eigene Unternehmen sehr hochgelegt. Wenn du jetzt zurückblickst, findest du, war das gut, weil das hat euch als Team dann halt auch den Druck gegeben, dass man performen musste und dass die Erwartungshaltung derher mal sehr hochgelegt war. Oder findest du, das war dann halt einfach dadurch, dass es unrealistisch war, eher hat dann vielleicht auch nicht dazu beigetragen, dass man so ernst genommen wurde, wie es vielleicht möglich gewesen wäre.
Mona HüblIch weiß nicht, wenn ich jetzt reflektiere, würde ich sagen, wir waren ja, glaube ich, gar nicht weit entfernt von den Zahlen, die da ursprünglich kommuniziert wurden. Also sei es jetzt irgendwie, wie viele Startups man da ein Jahr nach Wien holt. Also ich glaube, dass diese Zahlen haben wir ja sogar übertroffen oder auch die Bewerbungen für den Accelerator damals. Also ich würde durchaus sagen, dass es mit der Teamdynamik sicher was Positives gemacht hat. Also es waren halt diese crazy Zahlen und wir sind da eigentlich gesessen in diesem Gebäude, das noch eine Shopping-Mall war, auf irgendwie heurigen Bänken und teilweise am Boden, weil es gar nicht Platz für alle gab und haben uns gedacht, okay, in ein paar Monaten ist das hier jetzt der größte Innovationshub irgendwie überhaupt, den Europa je gesehen hat. Und ich glaube, das war schon für die Teamdynamik, war das sicher förderlich und nicht zu viel Druck. Ja.
MarkusDream Big. Okay. Sicher, ich glaube auch mit den beiden Stationern natürlich ein sehr spannender Auftakt in die Startup-Szene. Wie ging es dann für dich weiter?
Mona HüblJa, dann bin ich rausgegangen. Tatsächlich am gleichen Tag wie mein jetziger Co-Founder, der Nick Wageneda. Der hat damals bei der Accelerator Scope Innovation Programm geleitet. Und wir haben eigentlich beide gesagt, irgendwann machen wir es gemeinsam. Also ist dann so kurz im Raum gestanden, machen wir gleich was gemeinsam, überlegen wir irgendwie selber was zu gründen. Und war dann aber so, dass ich dann relativ schnell mit dem Markus Wagner mal zusammengesessen bin, irgendwie bei einem Café, der ja auch einer der Initiatoren von Xelerate war. Der hat mich auch gefragt hat, was machst du jetzt? Und ich habe gesagt, ich weiß noch nicht. Programmieren lernen würde mich vielleicht irgendwie interessieren, oder nochmal einen Master irgendwie machen hatte ich oder habe ich bis heute nicht. Und der Markus hat gesagt, naja, wenn du gerne was baust und gerne irgendwie dieser Techna unterwegs bist und es gibt da schon sehr viele Frühphasen-Opportunities irgendwie gerade rundherum. Und die I5 Invest war damals schon sehr stark quasi auf dem M ⁇ D-Track unterwegs und wollen wir nicht sozusagen gemeinsam da irgendwie dieses Frühphasen-Investment, Incubation, Acceleration-Thema irgendwie angehen und aufbauen. Und das war eigentlich genau das, was, ja, was, was, was irgendwie ich mir sehr gut vorstellen habe können. Und so bin ich dann quasi mit dem Markus Wagner zur FF Growth gekommen. Damals ganz allein, auf einem Tisch mit ein paar Partunedis, die man uns irgendwie angeschaut haben. Und war dann, ich glaube, insgesamt die fünf Jahre dort. Schluss war da 20 Leute, mit durchaus einem professionalisierten Setup, würde ich sagen. Und haben sehr, sehr, sehr viele sehr tolle Gründer und sehr spannende Companies begleiten dürfen in der Zeit.
MarkusTon, erzähl nochmal kurz, was war I5 Growth? Du hast jetzt gemeint, okay, Frühphase Acceleration, aber was war da jetzt auch aus der i5 Company Perspektive der Grund, warum er gesagt hat, da braucht es nochmal separat, dieses Vehicle I5 Growth, war, was war da der USP, was war auch das Business Model dahinter? Das heißt, ihr wollt Companies dorthin bringen, dass sie dann potenziell auch mal interessant werden für M ⁇ A, oder?
Mona HüblDas auf jeden Fall. Aber es war schon so, dass wir wirklich in ganz, ganz frühen Phasen reingegangen sind. Also zum Beispiel die Inspired Energy Track in Wien kennt man vielleicht. Da sind wir wirklich bei der Gründung schon mit rein oder auch bei der Planck, deutsches Transenunternehmen sind ja auch ganz, ganz früh und vor der Gründung schon irgendwie mit am Start gewesen. Mit dem Ziel, eben von Anfang an spannende Companies dabei zu unterstützen, das Potenzial, das die Teams und die Technologie hat, vollends zu nutzen. Starker Fokus auch auf Potenzial am amerikanischen Markt, wo wir halt sehr intensiv und wirklich sehr operativ teilweise einfach die Gründer bei verschiedensten Themen, die halt irgendwie angestanden sind von Mist, wir haben jetzt 20 Millionen Gerast, wir müssen jetzt ganz dringend ganz viele Leute heiren. Bis zu strategischen Business Development-Themen, die irgendwie aufgepoppt sind, einfach die Gründer sehr intensiv mit unterstützt haben.
MarkusKeine Ahnung. Und was war der Pitch an die Gründer da? Das war, haben, war da das Gefühl, es gab im Co-Founder-Team, gab es eine Lücke oder war das, es ist einfach ein Support generally, wenn es um Business Development oder einfach auch vielleicht Business aufbauen geht. Was habt ihr Gründern gesagt? Warum macht es Sinn, dass da die F5 Growth von Anfang an auch dabei ist?
Mona HüblAcceleration am Ende des Tages. Ja, also die Teams waren meistens fast ausschließlich technisch, würde ich sagen. Das heißt, es war schon dann so, dass da sozusagen die wirtschaftliche Komponente oft einfach ein bisschen gefehlt hat. Und wir gesagt haben, wir bringen alles mit rein, was man irgendwie mit reinbringen kann, was möglicherweise fehlt, um einfach schnellstmöglich zu schauen, dass wir viele Meta machen.
MarkusCool. Ja, und da wirklich auch ein bemerkenswertes Portfolio aufgeben. Also es ist besonders im Deep Tech-Bereich sehr coole Companies, bei denen du dann quasi stark auch involviert hast als Boardmember, als manchmal sicher, du hast dann wahrscheinlich auch deine Growth Hacking Skills und das, was du halt auch gelernt hast an Unternehmen aufbau, hast du da eingebracht. Gab es da Momente, wo du gesagt hast, das waren deine Highlights, das war da, wo du am meisten gelernt hast, wo du heute sagst, das hat dich massiv geprägt?
Mona HüblAlso sicher eines meiner Highlights war ein Telefonat mit Satya Nadella. Das hätte ich mir nicht vorstellen können. Manchmal heute noch so ein Gorgon mit dem einer Stunde telefoniert, das war schon richtig, richtig cool. Das war im Zusammenhang mit der Black Shark, die ja sehr eng mit der Microsoft zusammengearbeitet hat oder immer noch tut, wo die Microsoft ja auch dann investiert hat. Und ja, irgendwann hat die Assistentin von Satya eine E-Mail geschrieben und wir haben uns zuerst gedacht, das ist ein Scam. Also, die schickt jetzt gleich ein Krypto-Wallet, damit wir den Call-Termin fixieren. Aber nein, ja, das war auf jeden Fall ein Highlight und halt einfach mit wahnsinnig spannenden Leuten zu tun gehabt. Und in einem Umfeld, wo, wie soll ich sagen, einfach ein absolut nicht-politisches Umfeld auch, muss man sagen. Also ich liebe die Startup-Bubble ja und ich war ja viel auch in den USA unterwegs. Und das ist bei uns schon anders, muss ich sagen. Bei uns ist es schon, zählt schon ein bisschen, muss ich sagen, wie alt schaust du aus, wie viele Jahre an Erfahrung hast du irgendwie schon vorzuweisen. Und das ist zum Beispiel in den USA einfach ganz anders. Da ist so, du hast mal the Benefit of the Doubt sozusagen, wo man hört dir zu. Und wenn die Leute das Gefühl haben, du hast was Smartes zu sagen, dann bist du da einfach von Anfang an, bist du da einfach voll ernst genommen. Und das war schon, also ja, haben wir schon manchmal gedacht, okay, cool. Mit den Leuten, mit denen man da irgendwie reden und zusammenarbeiten kann. Und ich war ja noch recht jung. Das war schon sehr, sehr cool. War eine tolle Zeit.
MarkusWie war der, das sah der eine Stunde lang? Was hast du irgendeinen Eindruck von ihm mitbekommen, wo du gesagt hast, okay, das macht schon Sinn, dass der Microsoft leitet oder fandest du es eher nüchtern schon?
Mona HüblNein, gar nicht, ja. Der ist wahnsinnig charismatisch, das muss man schon sagen.
MarkusCharismatisch.
Mona HüblDer ist schon charismatisch, ja und der hat wahnsinnig gute Active Listening Skills. Also das ist so, was du manchmal redest du mit Walten, wo du das Gefühl hast, die hören wirklich ganz genau zu. und um ja das das macht schon sinn dass der dieses unternehmen führen darf ja ich erinnere mich noch dass dass teams plötzlich also wir hatten ein paar slides so weil wir haben sozusagen präsentieren sollen und plötzlich ist teams ausgefallen im microsoft call und es gab davor einen tech check call mit drei leuten ja die sich die geschaut haben dass es sicher alles laufen wird und dann gerade als ich dran war meine slides einfach weg okay das kann jetzt nicht ernsthaft passieren ja das hat aber gut abgefangen oder ja das haben wir eigentlich im Bogen ich glaube ich habe noch gesagt das nächste Mal auf Zoom okay so bleibt meine Arena auch das glaube ich cool ich glaube das war du hast natürlich sehr viel coolen Insight bekommen jetzt würde mich trotzdem interessieren jetzt hast du damit sehr viel sehr spannenden Deep Tech Unternehmen zu tun gehabt also mit blank auch wirklich Quantenphysik und so ganz richtig ordentliches Deep Tech und jetzt wäre jetzt meine Erwartungshaltung gewesen, okay, du wirst jetzt mit wieder einem Atomphysiker irgendwas in diese Richtung machen.
MarkusVielleicht, aber erzähl mir, warum ist es eine KI-Karriere-Plattform geworden? Was hat dich gereizt, warum war das das Problem, wo du gesagt hast, da möchtest du jetzt die nächsten, ich sage jetzt Hausnummer, jedes Mal mal fünf bis zehn Jahre auch damit verbringen.
Mona HüblJa. Wir haben ja tatsächlich einen kleinen Pivot hinter uns, also da muss ich wahrscheinlich kurz ausholen. Wir haben gestartet, schon klassisch, wie man irgendwie idealerweise ein Startup startet, in dem man sich überlegt, was sind große Probleme, die irgendwie ungelöst sind und welches Problem wird vielleicht in Zukunft noch größer. Und wir drei Gründer waren alle massiv vom Fachkräftemangel betroffen in unseren letzten Rollen. Also bei mir natürlich ist einer Portfolio Sicht daraus, man hat irgendwie plötzlich viel Geld, man muss es ausgeben in highly qualified tech talent and we don't have enough of it, so so locally. And my beiden, die TechGis sind and also grow engineering teams aufgebaut haben, haben eben das gleiche Problem. Und dann haben wir gesagt, okay, wenn man sich da mal mit den Teilen dahinter beschäftigt, demografischer Wandel and so weiter, yeah, we have a problem. Und die Ursprungsidee war to sagen, wie können wir, das, was zum Beispiel ich in meiner letzten Rolle auch zum Teil eben schon mitbegleitet hat, nämlich im internationalen Umfeld, einfach zu schauen, wo gibt es Highly Qualified Talent mit Interesse, physisch nach Europa zu ziehen, wie können wir das vielleicht systematisieren und skalieren. Also das war die Ursprungsidee, vor allem im White Colour-Bereich. Haben ganz Startup-Lean, MVP-like eine komplett crappy Landingpage irgendwie mal rausgehauen, um zu schauen, okay, findet man diese Talente überhaupt? Wo gibt es die? Wie kommt man an die ran? Es hat relativ gut funktioniert. Also das war wieder absolute Growth Hacking Days. Haben dann in kürzester Zeit über 30.000 internationale Talente gehabt, die wirklich gesagt haben, ich möchte für einen Job physisch nach Europa ziehen. Viel Amerika tatsächlich, viel Kanada auch, also hat uns selber überrascht. Das war auch dann politisch eben zu einer Zeit, wo viele einfach gesagt haben, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass hier nicht meine Zukunft ist. Und waren dann aber relativ schnell gleichzeitig mit einem Arbeitsmarkt confrontiert, der sich einfach massiv gedreht hat. Die Unternehmen haben plötzlich gesagt, Fachkräftemangel, nein. Also wir haben gerade eine Kündigungswelle nach der anderen. Und sind dann eigentlich im Blue-Color-Bereich auch so ein bisschen unterwegs gewesen, weil wir festgestellt haben, okay, da gibt es den Fachkräftemangel trotzdem. Healthcare, Pflege, absolut großes Thema natürlich. Und haben festgestellt, okay, der Markt hat auf jeden Fall Potenzial und das Problem muss man auf jeden Fall lösen, aber das ist keine Tech-Company, die es dafür braucht. Dafür hätte es eigentlich ein Agency-Setup gebraucht. Also da hätte man international sich überlegen müssen, welche Zielländer kommen in Frage und dann lokal Partnerschaften mit Unis aufbauen. Ich war zum Beispiel in Kolumbien mal eine Woche, die österreichische Botschaft hat mich eingeladen. Wahnsinnig gute Ausbildung im Healthcare-Bereich. Man muss dann mit der Uni zusammenarbeiten und sagen, die zehn besten Leute kriegen ab Studienjahr 2 irgendwie einen Deutschkurs finanziert und werden vorbereitet und so weiter und kommen dann nahtlos nach Österreich. Aber das wäre eben ein Agency Setup gewesen. Wir haben gesagt, okay, dafür sind wir nicht angetreten, wir wollen was, wir sind techis at heart, wir wollen was Skalierbares bauen. Und haben gleichzeitig sehr, sehr viele Gespräche mit sowohl Arbeitgebern als auch eben Talenten geführt und auch immer mehr mit lokalen Talents, die gesagt haben, hey, also wir haben zu dem Zeitpunkt schon gewusst, okay, da gibt es wahnsinnig viel Technologiepotenzial, das Matchmaking einfach viel besser zu machen, als es dieses der Fall ist. Und haben dann immer mehr von lokalen Talents gehört. Das brauche ich auch, das will ich auch. Jobsuche ist so unfassbar mühsam. Das Matchmaking funktioniert einfach so unfassbar schlecht. Und wir haben ja tatsächlich alle selber schon ewig lang keinen Job mehr gesucht. Und ich merke es immer wieder, wenn ich mit Leuten rede und denen erkläre, wie wir es machen, dass denen oft ein bisschen das Verständnis finden, wie schlecht Jobsucher eigentlich bisher wirklich funktioniert oder wie unfassbar mühsam das ist, wenn man einen Job sucht. Also das war auch sein großes Learning irgendwie für uns, dann selber mal diese Plattformen auszuprobieren und festzustellen, okay, das funktioniert ja wirklich gar nicht. Das ist ja absurd eigentlich, dass das so ist, wie es ist. Und haben dann eben den Pivot gemacht und gesagt, okay, wir sehen das Potenzial dieser Technologie, damit eine Plattform zu bauen, die sich jetzt nicht dezidiert an Internationals richtet, sondern für alle. So ist Neo dann entstanden.
MarkusUnd vom Business Modell, weil du hast gemeint, der Arbeitsmarkt hat sich ja gedreht. Das heißt, ist trotzdem dann das Unternehmen euer Kunde oder ist.
Mona HüblJa.
MarkusJa, schon, okay.
Mona HüblJa. Also wir haben relativ schnell gesagt, B2C ist für uns keine Option, aus zwei Gründen. Einerseits glauben wir daran, dass absolut jeder und jede Zugang zu allen relevanten Opportunities am Arbeitsmarkt haben sollte. Und das zweite ist, das B2C-Modell wäre einfach nie so attraktiv wie das B2B-Modell. Also den Umsatz, den du mit auf der B2C B2B-Seite machen kannst, ist einfach eine ganz andere Größenordnung als das, was du B2C machen könntest. Genau. Und was ist jetzt das Modell? Ist natürlich eine sehr valide Frage, weil ich habe es vorher schon kurz erzählt, unser Ansatz ist ja nicht zu sagen, lieber Arbeitgeber, du musst Geld anwerfen, damit wir deinen Job überhaupt listen. Weil einer unserer großen USPs ist ja zu sagen, du findest bei Neo alle Jobs, es sind nicht alle, alle aktuell und werden wahrscheinlich nie 100% sein, weil manche Jobs sind irgendwie nur am schwarzen Brett irgendwo ausgeschrieben beim Bäcker an der Tür oder so. Aber unser Ziel ist ganz klar, solange ein Job im Internet ausgeschrieben wird, dass der irgendwann dann auch wirklich über unsere Suchmaschine zu finden ist. Das heißt aber natürlich, dass wir Arbeitgeber ja nicht monetarisieren können im Sinne von zahls, damit euer Job bei uns gelistet ist. Es geht in die Richtung, und ich glaube, damit sich der Markt ganz generell hindrehen, Performance-Based Pricing, was heißt das? HR ist ja einer der wenigen Bereiche, wo du aktuell up front für was zahlst, wo du eigentlich überhaupt nicht weißt, was für Outcome du da wirklich sehen wirst. Ich komme ja, wie gesagt, aus dem Growth Hacking und das wäre völlig absurd, irgendwie zu sagen, hey, Facebook hier 1000 Euro und mach mal, aber ohne jegliches Versprechen an Kicks schon gar nichts oder Impressions oder was auch immer. Und wenn sich niemand bewirbt, dann ist halt der Marktingeschlecht oder keine Ahnung, vielleicht hat deine Ausschreibung nicht passt, aber ja, ist halt nichts dabei rausgekommen. Also ich glaube, das kann nicht die Zukunft sein. Da ist Amerika auch schon deutlich weiter. Also dort ist fast alles auch im Recruiting-Bereich schon Performance-based. Da sind wir ein bisschen hinterher noch, aber ich glaube, da wird es ganz klar hingehen, weil wir uns einfach daran gewöhnt haben, gerade auch jetzt mit AI, du zahlst für das, was du konsumierst, an sozusagen Performance, die du bekommst. Das heißt, da soll es hingehen. Was heißt das jetzt konkret? Das heißt, entweder Paper-Qualified Application oder ob man dann doch den Klick davor irgendwie monetarisiert. Ich glaube, das müssen wir noch rausfinden. Im Moment sind wir mit einigen Arbeitgebern auf einem Paper-Application Modell unterwegs, die sozusagen dafür bezahlen, dass wir einfach sicherstellen, dass sie noch mehr Reichweite bekommen und aber eben nur dann bezahlen, wenn wirklich auch qualifizierte Bewerbungen dabei rauskommen. Genau. Also man kann es vielleicht ein bisschen mit dem Google AdWords-Modell auch vergleichen. Du bist auf Google so oder so gelistet, aber du bist halt möglicherweise auf Seite 1, aber möglicherweise auch auf Seite 15, wo niemand mehr hinklickt. Und du kannst dafür zahlen, wenn du sicher gehen willst, dass du bei den relevanten Suchbegriffen bzw. ja bei den richtigen Kandidaten ganz vorne mit dabei bist.
MarkusOkay, und das heißt eigentlich, also wenn ihr gewinnen wollt, ist der entscheidende Faktor, dass ihr die Nummer 1 Adresse seid, wenn Leute Job suchen. Weil wenn das der Fall ist, dann ist auf der B2B-Seite natürlich ein starkes Argument, dass man bei euch dann auch höher gelistet sein werden will. Ja, genau. Es ist natürlich AI im Bereich Jobsuche durchaus auch umstritten. Ich glaube, nicht zu sehr in der Suche, sondern dann, wenn es ins Matching geht, dass da eine Maschine dann entscheidet, ob ich ein guter Match bin mit der Firma. Was sagst du dazu? Wie geht es ihr auch mit dem Thema um, weil das ja schon auch ein emotionales ist?
Mona HüblJa, das stimmt. Also ich finde, viele Concerns sind absolut berechtigt. Und ich finde es prinzipiell gut, dass sich da viele Gedanken gemacht werden. Wir haben von Anfang an gesagt, das Ganze muss, also das Ganze darf keine Blackbox sein, das Ganze muss deterministisch sein. Wir verwenden AI für sehr, sehr viel. Aber auch für gewisse Bereiche, nämlich wenn zum Beispiel jetzt dann in naher Zukunft hoffentlich bald auch wirklich ein Matchscore berechnet wird und auch den Kandidaten angezeigt wird, dass es einfach ganz, ganz transparent ist. Wie berechnet sich das? Auf Basis von was wird das sozusagen entschieden. Und wichtig ist natürlich auch, dazu zu erwähnen, wir schicken nicht die Kandidatendaten irgendwie an ChatGPD, sondern die ganze AI läuft natürlich in einem Private Enterprise Environment bei uns sozusagen. Was heißt, dass da jetzt keine Daten irgendwie sonst so hingeschickt werden und auch nicht zum Modell trainieren oder keine Ahnung was verwendet werden. Also viele von den Concerns, die es gibt, kann man definitiv ausschließen, indem er einfach was Scheiß baut. Und das ist unser Anspruch.
MarkusAlso Qualität und Transparenz als Faktoren, die das dann auch für den Jobsuchenden greifbarer macht, was da tatsächlich passiert.
Mona HüblWas eigentlich passiert, ja.
MarkusOkay, und jetzt geografisch seid ihr aktuell auf Österreich oder Deutschbalkenmarkt fokussiert oder seid ihr von Anfang an gleich einmal in die globale Dimension eingestiegen?
Mona HüblWir sind deutschsprachig aktuell unterwegs, also Deutschland, Österreich, Schweiz. Circa die Hälfte unserer User aktuell ist Deutschland, knapp unter 50 Prozent ist Österreich und ein bisschen Schweiz haben wir auch dabei, genau. Ja, also wir haben von Anfang an gesagt, wir wollen keine rein österreichische Lösung werden, sondern wir wollen da gleich zumindest in den deutschsprachigen Markt reingehen. Und der Anspruch wäre auf jeden Fall, aus Neo was zu bauen, was nicht jetzt nur im deutschsprachigen Markt bleibt, sondern irgendwann eine europäische Lösung sein wird. Genau. Es ist aber trotzdem natürlich Marktplatz aus Marktplatzlogik heraus, sage ich mal, sinnvoll zu sagen, man startet einmal irgendwo und man holt einmal sowohl User als auch Arbeitgeber aus der gleichen geografischen Region zusammen, weil ja, was bringt zwar, wenn ich in Österreich viele User habe, aber weiß ich nicht, nur in Schweden irgendwie Arbeitgeber oder umgekehrt so. Und von daher ist der Fokus ganz klar im Moment auf den deutschsprachigen Markt.
MarkusMakes sense. Und jetzt als ehemaliger VC, wie seid ihr die Finanzierungsperspektive eingegangen? Seid ihr erbootstrapped oder habt ihr von Anfang an euch gleich ein Investment dazu geholt?
Mona HüblJa. Also wir haben eine FFG-Förderung bekommen, die uns in dem aktuellen Setup sozusagen finanziert. Über die sind wir sehr dankbar. Also ich muss schon sagen, da sind wir in Österreich schon privilegiert, dass es da solche Instrumente gibt, die einen echt gut unterstützen. Und ja, sind jetzt gerade ein bisschen am Sondieren, haben einiges an Interesse jetzt irgendwie inbound bekommen, wo wir jetzt mal schauen, machen wir jetzt eine Runde oder erwarten wir irgendwie jetzt noch sechs Monate organisches Wachstum ab und machen dann eine Runde. Also das ist so gerade der Stand der Dinge. Genau.
MarkusCool. Aber das heißt grundsätzlich, es ist schon die Ambition, das auch als VC-Case aufzubauen.
Mona HüblJa, auf jeden Fall.
MarkusWeil auch notwendig im Zuge, dass es halt schon Consumer Fronting ist und da wahrscheinlich auch das notwendige Kleingeld vorhanden sein muss, um halt auch den Markt wirklich zu attackieren, schätze ich.
Mona HüblJa, das stimmt, genau. Und einfach weil die Opportunity sehr groß ist, viel zu groß, als da jetzt nur organisch reinwachsen zu wollen, das ist einfach nicht in der Geschwindigkeit sonst möglich.
MarkusSpannend. Und wenn du jetzt so fünf Jahre in die Zukunft blickst, wie glaubst du, schaut der Jobmarkt dann aus? Ist das, weil das ist ja schon ein Markt, der, du hast gerade gemeint, ihr habt so schon ein Pivot gemacht, weil er sich so stark verändert hat. Es gibt künstliche Internet grundsätzlich, wo lang debattiert wird, ja, werden da halt jetzt einfach neue Jobs geschaffen und alt ersetzt, anderer sagt, nein, nein, nein, nein, das wird wirklich automatisiert und das bedeutet auch weniger Jobs. Wie ist deine Perspektive auf Automatisierung durch KI und Robotik? Was glaubst du, du machst das mit dem Arbeitsmarkt?
Mona HüblBoah, das ist eine wahnsinnig schwierige Frage, die uns echt beschäftigt, also echt auch emotional irgendwie beschäftigt, weil, wie soll ich sagen, also wir sind, was das Thema AI-Assisted Coding zum Beispiel angeht, natürlich ganz, ganz vorne mit dabei. Und was da möglich ist, das ist absurd. Also das ist alle paar Wochen, sagt unser CTO, das ist absurd, was da schon wieder für einen Quantensprung technologisch einfach passiert ist und wie viel schneller und automatisierter und besser das alles mittlerweile funktioniert. Und was passiert, wenn die großen Unternehmen das alle feststellen, dass plötzlich eben nicht mehr zehn Leute oder 20 Leute braucht, sondern dass von einer Person mit Unterstützung von AI entwickelt werden kann, das ist echt eine Frage. Ich habe keine Antwort drauf, ich weiß es nicht. Es wird irgendwann passieren, ich glaube, es wird noch ein bisschen dauern. Aber es wird passieren, ja. Und gerade im Softwarebereich ist, ja, bin sehr gespannt, bin wirklich sehr gespannt, was es mit dem Markt macht. Ich glaube ganz generell, AI macht viele Jobs sehr viel anspruchsvoller. Also ich merke das auch bei mir selber. Am Ende des Tages alles, was überbleibt, ist das, was die KI aktuell nicht kann oder schafft, beziehungsweise das, was die KI produziert, irgendwie zu, wie soll ich sagen, zu Sanity checken oder zu debuggen. Und das ist anspruchsvoll. Also man hat eigentlich kaum mehr so Tätigkeiten, die man vorher halt einfach mal zwei Stunden machen hat müssen, weil das halt halt erledigt werden müssen. Und es war halt einfach was Händisches, was irgendwie ein bisschen nervig war, aber halt irgendwie auch was, wo man einfach ein bisschen vielleicht mal abschalten hätte können. Das fällt halt jetzt weg. Also es ist wirklich hochkonzentrierte Arbeit, die überbleibt, die sehr anspruchsvoll ist. Und das wird sehr, sehr viele Jobs viel, viel anspruchsvoller machen.
MarkusIch finde es eine sehr spannende Beobachtung, die ich teile. Ich glaube auch, dass am Ende diese teilweise auch natürlich monotonen, aber dadurch auch vielleicht auch diese monotonen Arbeiten, die sind der Vergangenheit gegeben. Es waren schon auch kognitiv Erholungsphasen. Und das, was übrig bleibt, wie du richtig sagst, nachdem man das outsourst, ist halt anspruchsvolle, komplexe, nuancengetriebene Arbeit, wo man das Gefühl hat, die KI ist noch nicht dort und das ist anspruchsvoller und das ist natürlich jetzt auch dichter, wenn nur solche Arbeit übrig bleibt. Das finde ich ein sehr spannender Engel, den ich so jetzt auch zum ersten Mal gehört habe, weil normalerweise hört man ja immer, ja, jetzt was übrig bleibt, ist die coole Arbeit, die interessante Arbeit, das stimmt auch.
Mona HüblSchon auch, das stimmt auch. Aber es ist, es ist, wie soll ich sagen? Also ich habe schon damit gestruggelt am Anfang, weil ich mich anders selbst organisieren habe müssen. Ich habe mir früher alles gemerkt, ich habe mir nichts aufschreiben müssen, keine Chance. Ich weiß nicht, habe ich das. Habe ich das, ja? Kennst du es auch? Ja, ich habe mir am Anfang wirklich gedacht, vielleicht muss ich jetzt eine NAD machen und irgendwie schauen oder ein CT oder keine Ahnung, war es eh noch alles, weil ich merke mir nichts mehr. Und habe aber auch in meinem Umfeld dann mit ein paar Leuten gesprochen, die gesagt haben, es geht ihnen dann, es geht ihnen dann auch so, es ist einfach zu viel. Also unser Gehirn ist nicht ausgelegt, diese Masse an Dingen, die wir jetzt jeden Tag machen können, irgendwie zu alles abzuspeichern. Und ich dokumentiere jetzt zum Beispiel ganz viel. Nicht nur für andere, sondern auch für mich selber. Am Anfang wahnsinnig blöd vorkommen. Aber das ist zum Beispiel was, was ich echt lernen hat müssen.
MarkusAlso es ist ganz genau die gleiche Erfahrung gemacht bei mir auch. Über längere Zeit das Gefühl gehabt, es kommt, ohne dass ich mir jetzt ständig Notizen mache und so weiter, ich erinnere mich an die Dinge. Und irgendwann klar erkannt, das geht heutzutage nicht. Es braucht eigentlich, wie man aber auch nennt, ein Second Brain oder irgendwie einen Information Hub, wo man Dinge ablegt und sammelt und wahrscheinlich dann auch eine KI, die das durchsucht. So ist es. Also das ist dann schon auch ein Brain, was viel Potenzial hat. Cool. Das bringt uns zu unserer Speedrun-Mona. Wenn du jetzt zurückblickst auf deine Erfahrung in Amerika in der VC-Szene und jetzt mit deinem eigenen Startup, was ist dein größtes Learning?
Mona HüblIch habe sehr viel über mich selber gelernt, muss ich sagen. Ich habe gelernt, dass man als Gründer wahnsinnig diszipliniert sein muss, irgendwie deiner Hinsicht. Oft rede ich mit Leuten, die sagen, boah, das ist ja cool, selbstständig, eigener Chef und so weiter. Also das wird ja so als totaler Strebenswert angesehen, der eigene Chef zu sein. Das ist, was damit muss man umgehen können, muss ich sagen. Was meine ich damit? Du musst dich selber zu vielen unbequemen Dingen irgendwie, wie soll ich sagen, anhalten. Weil das sind meistens die Dinge, die tatsächlich den größten Leverage haben. Und wenn du niemanden anderen hast, der dir das sagt, musst du dir das selber konstant irgendwie sagen und da einfach sehr, sehr ehrlich zu dir selber sein, dass du wirklich an den absolut richtigen Hebeln gerade arbeitest und nicht die Dinge machst, die du vielleicht einfach auch gerade gerne machst. Und das ist gerade mit den ganzen, weiß ich nicht, neuen Modellen, die irgendwie rauskommen und dann testet man hier irgendwie das neue Image-Modell mal eine Stunde und ändert irgendwie drei Grafiken und versinkt dort irgendwie kurz und denkt sich, cool, und da können wir jetzt auch noch ein bisschen mehr automatisieren, aber da muss man halt sehr, sehr ehrlich zu sich selber sein, zu sagen, okay, aber das ist gerade nicht highest leverage für mich, sondern ich sollte eigentlich vielleicht das Telefon in die Hand nehmen und einen Kunden anrufen. Und ja, da habe ich sehr viel über mich selber gelernt. Das erfordert einfach ein anderes Level, nochmal an ehrlich zu sich selber sein und diszipliniert sein, weil ich gar nicht im Sinne von in der Früh aufstehen und zu arbeiten, egal, sondern eher umgekehrt auch mal den Laptop zuklappen zu können am Abend und nicht das Gefühl zu haben, ich hätte immer noch viel mehr machen können. Also das ist auch was, mit dem ich sehr lange gestruggelt habe und teilweise immer noch struggle, dass ich mir selten denke, ich habe heute genug erledigt, so weil fünf Minuten mehr würden irgendwie immer noch gehen. Und da auch diszipliniert genug zu sein, sich irgendwann selber diese, wie soll ich sagen, Validation zu geben, you did a good job today. Das ist auch was, das erfordert auch Disziplin.
MarkusSpannend. Was ist dein bester Lifehack?
Mona HüblCloud Code. Ich habe absolut keine Ahnung von Entwickeln. Aber tatsächlich im Moment Cloud Code, würde ich sagen. Also was ich da jetzt wirklich an Dingen für mich auch automatisiert habe, die letzten Wochen, die mir einfach wahnsinnig viel Zeit freispielen. Ja, ist schon cool. Also kann ich jedem empfehlen, sich das mal runterzuladen. Und idealerweise hat man schon wen, der weiß, was da passiert und der einem hilft, das so aufzusetzen, dass das Ding nicht Zugriff auf absolut alles hat. Aber das ist schon wirklich crazy, was da geht.
MarkusAber was hast du zum Beispiel automatisiert?
Mona HüblVon bis, was jetzt irgendwie Ad-Copy betrifft oder Analyse von Ad-Campaigns, automatische Optimierung, also gerade über die ganzen MCP-Dinge, die man jetzt alle auch connecten kann. Oder zum Beispiel, was wir gerade jetzt letzte Woche auch aufgesetzt haben, ist, dass unser, wie soll ich sagen, Product Management Tool, also wenn linear mit Cloud integriert ist, wenn es jetzt um Bugtickets anlegen zum Beispiel geht. Und das war vorher, du musst dich einloggen in Linear und dann musst du da reinschreiben und dann musst du da händisch den Screenshot dazu heften und alle sieben Label setzen, die man setzen muss, damit das sozusagen richtig abgespeichert wird. Und das ist jetzt, du droppst es rein in die Cloud, das schaut, hat das Backticket nicht gestern eh schon wieder angelegt, was oft irgendwo der Fall ist bei, weiß ich nicht, 70 Backtickets im Backlog. Und schmeißt er das automatisch in die richtige Stelle und das ist wirklich, das sind einfach so kleine Dinge, die in der Summe aber wahnsinnig viel Zeit sparen und auch sehr, sehr schnell einfach aufzusetzen sind und dann auch durch die Box sehr gut funktionieren.
MarkusCool. Hast du eine Buchempfehlung für uns?
Mona HüblNo Rules, Rules von Re-Hastings und ich glaube Aaron Mayer, hast du es gelesen?
MarkusHabe ich gelesen. Netflix ist das, oder? Ja, Netflix. Cooles Culture Book.
Mona HüblIst ein cooles Culture Book, ja. Also das wäre schon so das Ziel, so eine Culture irgendwann, wie soll ich sagen, auch im großen Stil zu haben. Es ist natürlich das eine, weil man zu sinkt ist, so wie bei uns gerade. Da ist es natürlich sehr leicht, eine Transparenz und Co. weil wir sitzen alle in einem kleinen Raum und das kriegt eh jeder alles mit. Aber ja, ich bin schon sehr gespannt, was dann die Challenges sind, das sozusagen im großen Stil am Leben zu halten oder diese Culture Flag hochzuhalten. Ist sicher viel schwieriger, als man sich das vorstellt, wenn man das Buch liest. Also wirklich ein gutes Buch.
MarkusCool. Was ist dein Lieblingsprodukt?
Mona HüblIm Moment würde ich sagen beim Paleton. Das habe ich mir zu Weihnachten gekönt.
MarkusOh, dann bitte.
Mona HüblDu bist jetzt schon mal drauf gesessen, oder?
MarkusNein, ich bin noch nicht. Nein, tatsächlich. Aber du bist ein Fan.
Mona HüblIch bin ein Fan, es ist wirklich gut gemacht, das muss man schon sagen. Und das ist bei mir, ich mache gern Sport, aber es ist irgendwie immer sozusagen gescheitert, dann noch ins Fitnesscenter zu gehen oder rauszugehen, wenn es jetzt so klappt ist oder regnet, um da runterlaufen zu gehen, ist auch einfach zeitintensiv und jetzt steht das Radar daneben mir. Und sich da einfach 45 Minuten draufzusetzen, ohne Vor- und Nachbereitungsaufwand, ist schon echt ein Gamechanger. Und es ist echt gut gemacht. Also von der User Experience her. Es ist eine Tech-Company am Ende des Tages und es ist eine Sacker für jetzt stell dir vor, Peloton geht pleite und dein Peloton funktioniert einfach nicht mehr.
MarkusWas ist dein Lieblings? Fuck.
Mona HüblDoof. Fuck.
MarkusDoof fuck. Fuck ist, glaube ich, Rekord hier. Ich glaube, das führt die Rangliste der Startup-Schimpfwörter mit Abstand an. Insofern mit einem herzhaften Fuck. Ich habe eine Frage noch, bevor wir zur Mundschutz von Sprexus kommen, wo ich deine Einschätzung recht spannend finde. Ich habe in den letzten Wochen reflektiert und du hast ja eigentlich so jetzt ein bisschen die VC-Perspektive, wo du sehr viele Einblicke gehabt hast, was technologisch auch in Österreich sich entwickelt und passiert ist und andererseits jetzt die Jobmarkt- und Talentperspektive. Und ich finde es durchaus bemerkenswert, wenn man sich anschaut, jetzt auch was besonders auch im KI-Bereich gerade passiert, dass da österreichische Entwickler und Entwicklerinnen schon eine sehr bemerkenswerte Rolle auch spielen. Natürlich jetzt Oppenklar von Peter Steinberger, aber Tobi Lüttke hat jetzt auch gepostet, ein anderes Produkt oder von einem anderen österreichischen Developer. Wir haben die Liquid Icon aus österreichischer Forschung, Magic. Also da ist schon eine Talent Density in diesem Bereich da, wo ich das Gefühl habe, haut mich ziemlich um. Wir machen natürlich als Volkswirtschaft viel zu wenig raus. Aber hast du ein Gefühl, warum wir da so gut sind in dem Bereich, warum wir da so eine hohe Talent Density haben?
Mona HüblDas ist ja eine gute Frage. Da gibt es einfach ein paar Leute, die scheißen sich nichts. Ist das jetzt eine österreichische Qualität? Ich weiß es nicht. Zu wenig, würde ich sagen.
MarkusJa, wollte ich gerade sagen. Also wenn, dann fördern wir es wahrscheinlich zu wenig.
Mona HüblEigentlich nicht. Ja, eigentlich nicht. Es ist eine gute Frage. Also ich muss sagen, ich sitze da wie du, dass ich mir denke, Wahnsinn, ich hätte es uns nicht zugetraut. Ich finde es absolut cool. Wirklich absolut cool. Ich habe gestern gerade das Interview mit Peter Steinberger auf ORF geschaut und natürlich ist er jetzt in Silicon Valley. Da ist er jetzt hingeflogen und da klappt er. Ich habe es auch gesehen, ja. Ja, aber na E-Kla hätte ich ja genauso gemacht an seiner Stelle. Natürlich. Aber man denkt sich halt schon, ja.
MarkusNaja. Nein, nein, das ist what it is. Aber ja, also ich glaube schon, dass da auch irgendwie halt man dieses Talent hoffentlich auch noch nutzen kann für Europa. Auch wenn ich den Peter hundertprozentig verstehe, dass er jetzt da halt die Möglichkeiten nutzt, die ihm dann natürlich auch angeboten werden. Und da auch die Gespräche sucht, die sich das Ganze nochmal auf ein ganz anderes Level heben können. We'll see. Gut. Mona, das bringt uns zu unserem Finale und das sind Moonshots und Predictions. Das heißt, wir brauchen von dir einen Moonshot, eine große Vision für die Zukunft frei nach JFK und eine Prediction. Eine Vorhersage, was du glaubst, was jedenfalls passieren wird.
Mona HüblMoonshot. Ich wünsche mir, dass wir es schaffen, einen Weg zu finden, dass Meinungsfreiheit nicht N Freiheit bedeutet. Und dass Leute, die ein großes Mikrofon in der Hand haben und auf einer großen Bühne stehen, auch große Verantwortung tatsächlich haben und verantwortlich gemacht werden.
MarkusFinde ich gut.
Mona HüblWeil es macht mir wirklich Angst, muss ich sagen, was das mit uns als Gesellschaft macht, dass das einfach die Normalität geworden ist und dass wir das alle irgendwie auch ein Stück weiter als, naja, jetzt halt so, was soll man machen, jetzt einfach irgendwie abtun. Aber nein, es ist furchtbar. Es ist wirklich furchtbar. Und ich hoffe nicht, dass viele junge Menschen glauben, dass das normal ist.
MarkusDas finde ich auch das wirklich Gefährliche daran. Dass am Ende nämlich dadurch junge Menschen geprägt werden. Die sehen, welche Menschen eine Bühne bekommen, welche Menschen Macht bekommen und sind natürlich dadurch auch geprimed und auch beeinflusst, was ihre eigene Entwicklung angeht. Und da bin ich voll bei dir. Das ist eine Riesengefahr.
Mona HüblJa. Das einfach keinerlei Konsequenzen hat. Zu lügen, zu erpressen, zu manipulieren, das ist wirklich scary. Und ich hoffe, wir finden da einen Weg. Ich weiß nicht, was es ist, weil ich bin absolut die Erste, die sagt Meinungsfreiheit, aber das darf nicht heißen, dass jeder irgendein Bullshit verzapft. Sorry. Ja. Das wäre mein Moonshot. Ich hoffe, wir kriegen die Kurse.
MarkusSehr fein. Und was ist deine Prediction?
Mona HüblPrediction, ich würde sagen, ich glaube, es war nie so einfach wie jetzt, etablierte Unternehmen zu disruptieren. Ich sehe das ja bei uns selber. Also wenn du mir vor drei Jahren gesagt hättest, ich meine Jobplattform, ich glaube, ich hätte auch geweint. You should know better. Wie man muss erstmal ewig lang entwickeln, dass das Produkt halbweg so funktioniert, wie es bisher funktioniert, aber das ist halt, die Zeiten haben sich geändert. Und du kannst echt mit den richtigen Entwicklern, mit den richtigen AI-Tools da in kürzester Zeit Produkte raushauen, die massiv besser sind als das, was bisher am Markt ist. Und ich, ja, ich habe mir früher oft gedacht, was wäre, wenn ich irgendwie zu Beginn des Internets im richtigen Alter gewesen wäre und da irgendwie mitmischen hätte können. Oder weiß ich nicht, zu Beginn des ganzen Kryptowahnsinns. Und letztens habe ich festgestellt, hey, eigentlich bin ich jetzt genau in der Situation, dass ich im richtigen Alter bin und an den richtigen Dingen irgendwie ganz ganz vorne auch mit dabei jetzt bei diesen Technologiequelsprüngen, die wir jetzt irgendwie wöchentlich gerade sehen. Und das ist echt eine Riesenchance, die wir nutzen können. Und ja, hoffentlich, hoffentlich nutzen.
MarkusDas sind großartige Schlussworte. Mona, vielen Dank für die super spannenden Insights. Vielen Dank auch euch da draußen fürs Mit dabeisein. Wir wünschen euch einen guten Start in die Woche. Hören uns wieder am Donnerstag bei den News. Mona, viel Erfolg. Sind schon sehr gespannt.
Mona HüblDankeschön, Markus.
MarkusAuf die nächsten Schritte von Näh.