Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#501 - EU Inc Proposal, Investmentreport & Sexualisierte Gewalt im Netz
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
🇪🇺 EU Inc Proposal
🇦🇹 Investmentreport: Österreich im Europavergleich auf Platz 15 von 20
🚨 Sexualisierte Gewalt im Netz
👶 Newcomer der Woche: Oscar Geldfuchs
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend oder auch gute Nacht und herzlich willkommen zum Future Weekly, dem Dienstältesten Starter Podcast. Wieder mal mit mir, Daniel, und diesmal mit der Hannah. Denn Markus is in Karenz, aber wir haben ganz viele Themen, über die wir reden wollen, denn es gibt mittlerweile ein klares EU-Inc Proposal. I'm an investment report in Österreich. Wir reden über Newcomer Woche und wir reden über ein ganz, ganz, ganz wichtiges Thema, das uns beiden wahnsinnig am Herzen legt. Lange Rede, kurzer Sinn, auf los geht's los. So, und los geht's mit den News. Hannah. Wir haben Markus und ich haben letzte Woche auf der Bühne schon so ein bisschen über den EU-Link gesprochen. Nicht Link, Leak! Ich bin schon wieder geistig vor. Ink leak, ja. Jetzt ist es aber so ein bisschen schwarz auf weiß. Erzähl mal, was wir, respektive du, du bist ja ganz, ganz, ganz nah dran jetzt wissen.
SPEAKER_02Ja, das tatsächliche Proposal ist gemischt aufgenommen worden in der Startup-Szene. Ich glaube, es gibt einige Elemente da drin, die sind wirklich ein Riesenfortschritt, wenn die europaweit harmonisiert werden und auch einiges, was die Startup-Szene gefordert hat im Endeffekt. Also es ist wirklich jetzt mit einer Regulation umgesetzt, es ist keine Directive, das war ja das große Thema, es soll einheitlich über alle EU-Member-Staaten auch umgesetzt werden. Das haben sie.
SPEAKER_00Das ist so.
SPEAKER_02Genau. Das ist, das war eben diese große Thematik. Das wird umgesetzt. Es ist auch eben einige sehr gute Elemente innerhalb von 48 Stunden zu gründen, komplett digital, mit maximal 100 Euro. Und das sind alles Themen, die jeden eigentlich in Österreich jetzt schon. Aber was für uns auch super spannend ist, es soll Harmonisierung bei Mitarbeiterbeteiligung geben. Das bedeutet, es soll überall erst zum Zeitpunkt der Liquiditierung auch eine Mitarbeiterbeteiligung besteuert werden. Weil diese Thematik hast du oft in mehreren Ländern, dass du so eine Dry-Income-Problematik hast. Das heißt, du bekommst Anteile, Mitarbeiterbeteiligung und es fällt sofort eine Steuer an, obwohl noch nie Geld geflossen ist. Das soll damit verhindert werden. Welche Steuer dann eingesetzt wird, das wird noch national geregelt, weil manche, also unser Vorschlag als Startup-Szene war ja, die Kapitalertragssteuer da hundertprozentig zu nehmen. Manche Länder in Europa haben die gar nicht so eins zu eins. Also von dem her war das schwierig zu harmonisieren. Was auch spannend ist, ist, dass tatsächlich auch Formvorschriften limitiert sein sollen. Das bedeutet, dass zum Beispiel im Falle eines Investments oder auch im Falle einer MitarbeiterInnenbeteiligung kein Notariatsakt anfällt. So, das sind alles super wichtige Punkte. Wo hakt es? Was von Anfang an die Idee hinter der EOINC war, war, dass das eine Harmonisierung im Endeffekt des Unternehmensrechts ist. Und zwar dadurch, dass du einen, es gibt ja die zwei Begriffe, EOINC und 28 Regime. Und dieses 28 Regime, das wird quasi gesehen wie so ein 28. virtueller Staat. Und in diesem Staat war laut dem Forscher quasi auch die EOINC angesetzt im Sinne der Rechtsprechung. Das heißt, dass wenn jetzt zum Unternehmensrecht eine Rechtsprechung geschieht, dass das harmonisiert in allen Ländern gleich ist. Weil ein großes Thema der EOI Inc und warum wir als Startup-Szene diese haben möchten, ist ja, wir wollen mehr Investment auch von internationalen Investoren quasi in Europa bekommen. Und dadurch brauchen wir eine gewisse Rechtssicherheit, dass Investoren wissen, wenn sie jetzt in Österreich investieren und es zu gewissen rechtlichen Fragen kommt, dass diese gleich in Österreich beantwortet werden, wie sie vielleicht in Frankreich beantwortet werden. Und das ist nicht harmonisiert. Da wird immer wieder referenziert, okay, das wird dann auf lokaler, also nationaler Ebene ausjudiziert. Von dem her ist jetzt noch die Frage, wie schaffen wir diese einheitliche Rechtsprechung. Was jetzt gerade der Vorschlag ist, ist, dass alle lokalen Gerichte eine eigene Stelle aufsetzen, die sich rein mit dem EO-Inc-Recht quasi auch beschäftigt und hier versucht dann miteinander quasi sich abzustimmen und zu harmonisieren. Wir glauben, dass das unrealistisch ist, dass das smart aufgesetzt wird und sehen das eigentlich auf europäischer Ebene, dass hier eine Stelle aufgesetzt wird, die dann Vorschläge zum Beispiel schafft, wie die nationale Rechtsprechung dann auch ausgelegt werden sollte. Also das ist ein Thema. Und das zweite Thema, wo noch bis zur letzten Minute verhandelt wurde und auch noch ein Brief geschrieben wurde vom Startup-Ökosystem an die Kommission, war das einheitliche Register. Weil es gibt schon, es gibt natürlich in jedem Land ein Unternehmensregister. Und es gab schon die Initiative, dass man die miteinander vernetzt, damit der Datenaustausch funktioniert. Und es sollten, es gibt so eine Digitalisierungsrichtlinie, da hätten diese Firmenbuchregister schon sehr stark digitalisiert sein sollen. Jetzt wurde diese Digitalisierungsrichtlinie eben als Richtlinie umgesetzt. Das bedeutet, dass jedes Land, das ein bisschen unterschiedlich umgesetzt hat und auch unterschiedlich weit digitalisiert ist. Von dem her ist es super schwer, die miteinander zu verbinden. Wenn ich jetzt als österreichisches Firmenbuchregister Daten ans Deutsche schicke, ist es oft so, dass die in Deutschland das Dokument ausdrucken und dann manuell wieder eingeben, weil diese Verbindung nicht funktioniert. Jetzt ist der Vorschlag der EU, man soll quasi so eine einheitliche Plattform haben, wo man die Daten einmal eingibt und die hat dann Schnittstellen zu allen Firmenbuchregistern. Wir glauben, dass das nicht gut möglich sein wird, weil die eben so unterschiedlich aufgesetzt sind und wollen deswegen ein einheitliches, neu, nativ aufgesetztes Firmenbuchregister auf europäischer Ebene. Und tatsächlich wurde das dann noch in letzter Minute in das Proposal hineingenommen, dass es in einem zweiten Schritt dieses einheitliche Firmenbuchregister kommen soll. Woran wir jetzt noch arbeiten, ist, dass das tatsächlich schon im ersten Schritt passiert, weil wir sehr stark der Meinung sind, dass das so ein bisschen die Grundlage im Endeffekt, die Basis auch dieser neuen Rechtsform sein muss.
DanielIch meine, ich tue mir halt so irre schwer mit dem Thema, weißt du, ich bin glühender Europäer, aber ich tu mir so schwer mittlerweile an die, die auf Seiten der EU an Dingen arbeiten, zu glauben, weil dieses Verständnis von Urgency und der Grundintention, die scheint einfach nicht gegeben zu sein. Auf der einen Seite kämpfen Leute für ein vereintes Europa und auf der anderen Seite kämpfen Leute für ihre Position, ihre Wichtigkeit, ihren kleinen Gartenzwerg. Und das ist schon einfach übel, weil wenn es natürlich dann wieder in vielen Themen separat umgesetzt werden muss, hey, wenn ich amerikanischer VC bin und dann sagt mir jemand, da ist in Österreich, das muss man nochmal begutachten, ja, da, ja, da, komm, bleck mich, da finden wir doch irgendwo was in Kalifornien, wo wir einfacher unsere Kohle reinstecken können. Und bis das dann wahrscheinlich wirklich spruchreif ist, da wird wahrscheinlich nochmal der eine oder andere Tag vergehen. Und wenn du denkst, jetzt in Amerika haben wir Trump, der alles kurz und klein schlägt, international haben wir überall Krisen. Das wäre natürlich ein ganz guter Ort für ein vereintes Europa, aber das ist ja, ja, ja, fingers crossed.
SPEAKER_02Ja, also von der Timeline her sind sie sogar recht ambitioniert. Also auch von der Leyen hat es quasi in das Proposal Neingeschrieben, das muss bis Ende des Jahres durch sein, durchs Parlament, durch den Rat. Mal schauen, ob die sich da so Time presshen lassen. Aber wo du recht hast, was mich ja eigentlich überrascht, ist das, obwohl das Thema jetzt so an oberster Stelle angesetzt ist, das ist ja das, was wir auch immer predigen, oder? Es muss irgendwie, so wie in Frankreich, Macron quasi das Thema an oberste Staatsfront gestellt hat, macht das jetzt von allein. Also von allein sieht, und das haben wir durchaus auch Mario Draghi zu verdanken, sieht das Thema Startups, Innovation und Technologie als relevant für unsere Wettbewerbsfähigkeit. Und deswegen hat die EOI Inc. auch so ein Momentum bekommen und is das auch da, wo es jetzt is. Aber es gibt einfach so viele Interessensgruppen, die da, glaube ich, hineinarbeiten und die da den Teufel an die Wand malen, dass wenn man jetzt irgendwie grundlegend etwas verändert und ja, für diese Gerichtsbarkeitsthematik, wo viele sagen, warum das nicht funktioniert, ist, weil das gar nicht von der Verfassung von Europa quasi her machbar ist, dass man hier eine gemeinsame Gerichtsbarkeit schafft. Und ich glaube, da ist es jetzt an der Zeit, und ich glaube, wenn nicht jetzt, dann wird das nie passieren, tatsächlich über die Grundlagen von Europa nachzudenken und stärker in Richtung Vereinigte Staaten von Europa zu gehen und da auch tatsächlich sich zu trauen, die Grundlagen anzugreifen.
DanielDas ist der einzige Weg, aber ich glaube, das große. Man sieht es ja in Österreich in so einem kleinen Mikrokosmos. Wir haben ja eine Bundesebene und dann haben wir eine Landesebene. Und du weißt, selbst auf Bundesebene, selbst wenn der Bundeskanzler sagt, so machen wir das, dann kommen die ganzen Landesfürsten. Und wenn die Landesfürsten dann auch noch überzeugt werden, dann kommen die Gemeinden. Und irgendwo findest du irgendjemanden, die irgendwie keine Lust haben. Und das ist halt das ganz große Thema, dass du natürlich allen alles recht machen musst. Und ich glaube, das allergrößte Thema ist tatsächlich das kulturelle Problem, dieses C minus 1, in denen, die in den ganzen Institutionen arbeiten. Nicht die ganz oben, die vielleicht noch irgendwo intrinsisch motiviert sind, sondern die, die um jeden Tropfen ihrer Wichtigkeit kämpfen. Und ich habe letztes Jahr eine Veranstaltung moderiert und da war jemand aus diesen Kreisen und diese Person hatte zwei Titel. Beide Titel waren korrekt. Und ich hatte einen Titel auf meiner Moderationskarte, mit dem ich ihn anmoderiert habe. Das war der richtige Titel. Aber auf dem Screen hinter ihm stand der andere Titel, der zwar auch richtig war, aber seiner Meinung nach für diesen Rahmen nicht passend war. Woraufhin er sich so unfassbar beschwert hat, dass die halbe Veranstaltung beina gekippt werde, wegen einem fucking Titel. Weißt du, was ich meine? Und es ging, das war eine Veranstaltung, bei der es um sehr viel geht, auf technologischer Ebene, wo ganz viele wichtige Personen dabei sind. Und es geht eben um seinen zweitwichtigsten Titel. Das war alles, was gezählt hat. Und weißt du, mit solchen Personen, die wegen sowas so viel machen, denen das auch noch so wichtig ist, das sind ja die, die in Wahrheit dort mit am Tisch sitzen und genau sagen, nein. Weil ihnen irgendwo einen Millimeter ihrer Macht genommen wird. Und ganz ehrlich, Vereinigtes Europa heißt, dass eine Menge dieser Posten wegkippen werden müssen, weil du brauchst dann natürlich nicht mehr in jeder Region, in jedem Land irgendein Häuptling. Du bräuchtest sie auf einer anderen Ebene. Und die werden alles tun, um das zu verhindern. Und das ist die Tragödie. Und deswegen, ja, weißt du, ich meine, deswegen muss man sagen, eigentlich bräuchtest du jemanden, die sagen, ja, schön und gut, aber so machen wir das. Das wollen wir aber zu Recht nicht, weil das ja dann schon fast diktatorisch wäre. Aber man muss sagen, mit dem jetzigen Prinzip tricky.
SPEAKER_02Ja. Also, wie schwer diese politischen Prozesse, selbst wenn sie absurd sind, zu ändern sind, das sieht man ja auch auf kleinerer Ebene in Österreich. Meine beste Freundin, die ist Bundesrätin von Aeneos, Julia Deutsch, und hat sich jetzt hingestellt, öffentlich, und hat gesagt, sie gehört abgeschafft. Der Bundesrat gehört abgeschafft. Und jetzt war dann letzte Woche eine. Ja. Wurde natürlich groß in den Medien auch aufgenommen. Und dann war die Bundesratssitzung. Und jeder einzelne von diesen Bundesräten hat dann natürlich in ihren Reden, obwohl man eigentlich gar keinen Raum dafür war, aber die Reden waren eigentlich auf Themenpunkte, auf Agenda-Punkte bezogen, haben sich aber nicht nehmen lassen, darauf zu kommentieren. Und sie hat gesagt, there waren einige dabei und die sind einfach auf so eine persönliche Ebene gegangen und haben dann angefangen, sie zu quasi degradieren. Sie hat sowohl einen Magister vom Juridikum als auch ein Medizinstudium abgeschlossen und haben sie angefangen zu versuchen, ja quasi ihre Titel abzusprechen und so weiter. Also sind da sehr einfach emotional und persönlich geworden, wo ich mir dachte, oh mein Gott. So steht es um unsere österreichische Bundespolitik.
DanielJa, und das ist, glaube ich, das Thema, dass Leute einfach nicht für die Sache eintreten. Und da muss man einfach sagen, vielleicht sind diese ganzen Institutionen irgendwann so, das ist wie alles, jedes Produkt, irgendwann ist die Laufzeit vorbei, man muss es halt neu denken. Und da sind wir an diesem Punkt, wo einige es probieren zu machen und andere nicht. Aber ich glaube, das Thema wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen. Das ist ja auch mal so ein Zwischenstand. Gott sei Dank gibt es Leute, die sich dafür einsetzen.
SPEAKER_02Ja, ich bin den nächsten Tag in Brüssel. Nächste Woche werde ich noch ein bisschen mehr berichten können. Wir treffen uns mit der Startup-Kommissarin am Freitag. Also wie zu den nächsten Schritten. Gut.
DanielMach sie fertig. Dann lass uns doch noch kurz über den Investmentstandort Österreich sprechen. Da gab es ja auch so ein paar News und ja, die sind so mittelprächtig, würde ich mal so sagen. Aber vielleicht sind sie auch eine Kontextfrage.
SPEAKER_02Ja, also UI macht ja jährlich den Investment-Startup-Barometer. Wir haben, ihr habt es auch schon diskutiert über den österreichischen, der wurde jetzt schon vor einem Monat oder so präsentiert und jetzt haben sie das Ganze auch noch auf europäischer Ebene verfasst und auch quasi den europäischen Vergleich gezogen. Und was ganz spannend ist, dass grundsätzlich auf europäischer Ebene sich das Startup und vor allem die Investmentlage wieder ein bisschen erholt hat. Also europäisch haben wir sogar, wurde mehr vom Volumen her investiert, tatsächlich in klein, also weniger Runden. Das heißt, es wurden mehr auch größere Finanzierungsrunden aufgestellt, die haben sich quasi fokussiert auf weniger Startups, die dafür schon mehr Attraction haben, etc., auch mehr Later-Stage-Finanzierungen, was grundsätzlich ja keine schlechte Entwicklung ist. Aber wenn wir uns Österreich im Vergleich anschauen, da sind wir, da war 2025 eines der schwächsten Jahre und damit sind wir auch im europäischen Ranking zurückgefallen, jetzt auf den 15. von 20 Plätzen, weil vor allem eben das Investitionsvolumen so niedrig war. Also es ist von der Anzahl der Investitionsrunden sind wir eigentlich recht stabil geblieben. Aber da sehen wir eben den umgekehrten Trend, dass wir ein paar mehr Investitions, also dass wir stabile Investitionsrunden haben, aber diese recht klein sind. Findest du nicht so schlecht?
DanielJa, ich meine, aus dem einfachen Grund, sorry, wenn ich da so reingrätsch, wenn du sagen würdest, immer ist die Frage, woran es liegt, aber wenn du sagen würdest, dass jetzt Teams immer kleiner werden, dass du unglaublich viel KI einsetzt, dass du nicht mehr dieses, wir haben hohe Burn Rates, Feuer frei und wir machen, sondern wir sind super schlank, dann ist das ja vielleicht gar nicht so wichtig, diese, weißt du, wie wenn du ein Auto entwickelst und sagst, wie viel Benzin verbraucht ist? Und sagst, ja, es verbraucht jetzt weniger Benzin, vielleicht ist das ja gar nicht so schlecht. Kann dir trotzdem noch so gleich schnell fahren mit einem effizienteren Motor, wenn es daran liegt? Liegt es daran? Ja.
SPEAKER_02Also ich glaube, es liegt eher daran, dass Investoren recht konservativ gerade agieren in Österreich. Ich stimme dir schon zu, es ist grundsätzlich nicht schlecht, wenn wir mehr und dafür kleinere Runden haben. Es sind halt nicht unbedingt mehr, es sind konstant viele und einfach nur mit weniger Volumen. Das heißt, es wird einfach gesamt weniger in den Bereich investiert. Und was halt auch die Thematik ist, ist, wenn man es sich im Vergleich mit anderen Ländern ansieht. Weil trotzdem, wenn halt in anderen Ländern mehr investiert wird, dann werden wir langsamer sein. Also auch wenn man jetzt mehr mit kleinen Teams machen kann, ist es natürlich ein Riesenhebel, wenn man einfach mehr Budget zur Verfügung hat. Von dem her kann ich dir da nicht ganz zustimmen.
DanielJa, nee, und ich meine, man muss natürlich auch sagen, investieren in Österreich ist gerade nicht so attraktiv. Das sehen wir, es gibt keine Incentives dazu, es ist kulturell ein Riesenthema. Und wir wissen, ja, es gibt da andere Länder, da wird was mehr gefördert, gefordert und auch kulturell gefeiert.
SPEAKER_02Ja, was halt ein positiver Ausblick ist, das Jahr 2026 hat extrem stark gestartet. Also allein in den ersten beiden Monaten sind ca. 200 Millionen Euro in österreichische Startups geflossen. Das ist jetzt schon 80% des Gesamtvolumens von 2025. Also da wird sich halt auch zeigen, ist das jetzt irgendwie ein Ausreißer oder hat sich da wirklich auch in der Lage etwas stabilisiert und sehen wir jetzt einen positiven Effekt. Was ich schon mitbekomme, ist, dass der Dachfonds in Österreich ist ja grundsätzlich eine positive Entwicklung für die Investmentszene in Österreich. Also da soll ja dann dadurch mehr Geld in den VC-Bereich fließen. Aber das Problem ist, dass das jetzt schon relativ lange dauert, seitdem der angekündigt wurde im Regierungsprogramm Anfang 2025 und jetzt irgendwie immer noch nicht ganz klar ist, wie ist der jetzt wirklich ausgestaltet und irgendwann 2027 soll er dann operativ werden, dass es einige Fonds gibt, LPs gibt, die sagen, sie halten sich mal zurück, sie warten quasi, was dieser Dachfonds macht, bevor sie jetzt ihre Investments tätigen. Und das hat tatsächlich einen negativen Effekt auf unsere derzeitigen VCs in Österreich.
DanielJa, macht ja auch Sinn, dass sie abwarten. Weil ich meine, natürlich, stell dir vor, du machst was und danach wäre es zielführender. Das heißt on hold und natürlich passiert ja auch in der ganzen Welt gerade viel nicht so schönes. Da verstehe ich auch, dass man jetzt nicht gerade sein Risikokapital deployed und sagt, wer weiß. Ja, jeden Tag sieht man da ja neue Horrormeldungen. Anyway, trotzdem, die ersten zwei Monate waren vielversprechend. Vielleicht kommt der Dach vor und dann in der Form so als Motor dazu. Fingers crossed. Man würde jetzt meinen, wir sind durch mit den mittelprächtigen News. Aber da gab es noch eine News, über die wir unbedingt reden müssen. Und eigentlich mal sehr, sehr lange reden sollten, aber das wird halt ein kurzer Podcast, weil ich dann mich gleich um meine Kids kümmern werde wieder. Aber da gab es, was letzte Woche eigentlich so im deutschsprachigen Raum zu Recht sehr viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Und das war das ganze Thema rund um Colleen Fernandes und Christian Ullmann. Stichwort sexualisierte Gewalt. Ich glaube, die meisten von euch werden davon gehört haben. Ich glaube, ich glaube, jeder hat davon mittlerweile gehört. Ich glaube, die, die davon nicht gehört haben, leben unterm Stein. Also vielleicht müssen wir gar nicht so weit ausholen, aber wir wollen es trotzdem nochmal angesprochen haben. Erzähl mal, so aus deiner Perspektive.
SPEAKER_02Ja. Ich glaube, warum es wichtig ist, auch in einem Tech-Podcast über das Thema zu sprechen, ist einfach, was für eine neue Ebene an digitaler Gewalt Deepfakes dieses Jahr oder im Zuge des letzten Jahres angenommen hat. Und vielleicht geht das eh schon auch auf länger zurück, aber ich finde, jetzt wird es so richtig sichtbar. Und ich glaube, was eben der Fall Fernandes geschaffen hat, ist einfach eine extreme Aufmerksamkeit auf das Thema und auch auf die fehlenden Möglichkeiten für Frauen, sich gegenüber dem zu schützen. Und auch die fehlenden, also gerade in Deutschland und Österreich, die fehlenden politischen Macht. um hier auch einerseits das überhaupt benennen zu können, juristisch, um dagegen vorzugehen, juristisch und irgendwie da auch Plattformen, Individuen auch hier zu verfolgen. Und ja, also es ist schon, es hat mich schon schoiert, die Ding ist mich jetzt auf vielen Ebenen schockiert.
DanielIch meine, erstmal natürlich, dass da ein Ehemann das mit seiner Frau macht, das ist schon mal kann man jetzt gar nicht kommentieren. Also dass man das mit jemand macht, die einem generell mit jemand macht, indiskutabel. Mit jemandem macht, der einem so nahe steht, nochmal eine ganz andere Ebene. Das heißt, da muss man natürlich sagen, da ist, glaube ich, auch eine, nennen wir es mal kriminelle Energie oder psychisch krankes Verhalten dabei, das wahrscheinlich Tech als Medium nutzt und sonst wahrscheinlich etwas anderes genutzt hätte. Was ich aber so krass finde, ist, ich finde ja sowieso bei vielen Sexualstraftäten, dass die Strafen teilweise gering sind. Mir ist jetzt der Name dieses Burgschauspielers wieder entfallen, der vor ein, zwei Jahren dort wegen Kinderpornografie verurteilt wurde. Hey, der war auf Bewährung. Ich finde, solche Leute sollten weggesperrt werden für 20 Jahre und länger, weil die sind ja so tief in sich drin korrumpiert, das ist ja kein Kavaliersdelikt, wo man sagt, na, na, na, na, na. Ist ja nicht falsch parken oder Steuer hinterziehen. Und was ich so krass finde, man muss durchaus in den Raum stellen, dass da irgendein Richter oder Richterin das Ganze sich anschauen wird und vielleicht sogar zu einem Freispruch kommen könnte, weil es ja keinen Präzedenzfall gibt. Weil es wurden ja quasi Deepfakes erstellt, wo man theoretisch ein windiger Anwalt sagen könnte, ja, da ist ja eigentlich technisch gesehen kein Schaden entstanden, obwohl der emotionale Schaden ist brutal, brutalst. Und eigentlich sollte jemand wie Christian Ulmen für so eine Tat meines Erachtens eine langjährige Haftstrafe kriegen. Langjährige. Ist aber die Frage, was dabei rauskommt. Und noch ein letzter Satz dazu, das ist ja bestimmt nur die Spitze des Eisbergs. Ich hätte mit dir an Schulen passieren, Deepfake, sowohl mit Frauen als auch Männern, als auch Lehrern, als auch jedem und allem. Und ich wette, da gibt es aber einfach nur wenige, die darüber sprechen, weil die Charme ist sicher gigantisch. Man sagt ja nicht, du, ich habe da was von mir entdeckt, das bin ich aber nicht. Schau mal, sondern wahrscheinlich, wenn einem das passiert, denkt man sich, oh Gott, hoffentlich sieht das kein Mensch und schweigt drüber. Das ist ein ganz, ganz, ganz schwieriges Thema.
SPEAKER_02Ja, und die Thematik ist ja, also Grog von Elon Musk hat das ja explizit auch ermöglicht und gar nicht erst quasi irgendwelche in quasi das Modell gar keine Vorkehrungen gebaut, damit man nicht Personen ausziehen kann über die AI. Also es ist einfach so, ich meine natürlich, es war immer schon oder ist schon lange möglich, hier Bilder zu manipulieren von Frauen und hier irgendwie, ich kann mich erinnern, während meiner Schulzeit gab es den Fall, dass ein Bild von einem Mädel genommen wurde, einfach das Foto, ein Foto von Facebook und halt mit Photoshop quasi auf ein pornografisches Bild dieses ihr Gesicht gefotoshoppt wurde. Und das war quasi ein Riesenthema bei uns in der Schule. Aber das ist jetzt einfach so ums Hundertfache einfacher geworden, das zu tun und so schlecht rückverfolgbar, wer das gemacht hat und wie das in den Umlauf gekommen ist. Von dem her, ja.
DanielUnd das ist, glaube ich, das Thema, dieses Niederschwellige, weil ich meine, es gab es ja auch davor, dass Leute in einem Fotolabor einen Kopf ausschneiden und woanders drauf tun. Oder hast du die Expertise gebraucht, B das Labor, bla bla bla. Aber jetzt, wo du es nur prompten musst, ich meine, du kannst ja, du kannst ja alles prompten. Du kannst dir sagen, gib Daniel eine Clownsnase, fertig. Genauso kannst du, und du sagst, auf solchen Tools, genauso aber auch solche Dinge machen. Und das macht es natürlich dann nochmal ganz, ganz, ganz, ganz, ganz trickreich. Auch da hoffe ich, dass man sehr schnell die Rechtsprechung anpasst. Und was ich nicht hoffe, was ich leider erwarte, ist, dass es dazu irgendein Freispruch kommt und so, dass dann jemand wie in Ullmen dann wahrscheinlich noch irgendwo Interviews gibt und da ganz traurig daher redet und am schlimmsten noch ein Buch schreibt und plötzlich einfach davon kommt. Das geht gar nicht, sondern da muss eine langjährige Haftstrafe passieren.
SPEAKER_02Was ist denn da dein deine Meinung sollte, inwiefern sollten Plattformen wie ChatGPT, Clot, Groc, sollten sie und wie sehr können sie auch überhaupt hier solche Handlungen verhindern? Weil selbst weil man kann ja viel umgehen, oder?
DanielNein, aber ich gebe den, also ja, wahrscheinlich muss man das aber können, aber ich gebe dir ein Beispiel, ich habe vor ein, zwei Wochen an irgendwelchen Logos rumgebastelt für meine neue Company. Und da habe ich gesagt, ich finde das Logo super cool, aber ich hätte gerne es mehr in die Richtung von Tom Ford, dem Designer. Also ich mag seine klare Sprache. Und dann kam zurück, nee, das können wir nicht machen, weil das die und die Copyright-Dinge. Habe ich gesagt, okay, aber stell dir vor, du würdest im Stile dessen, können wir nicht machen, Copyright. Fair enough. Und das war aber so, und ich habe nicht gesagt, du bist Tom Ford, mach das genauso, sondern ich habe gesagt, im Stile von. Und dann habe ich so ein paar Prompts gemacht, die es immer mehr abgeschwächt haben. Und jedes Mal kam, nein, Copyright-Thema. Auf gut Deutsch. Wenn man das für ein Logo-Design machen kann, wo ich einfach ein Tag-Logo einfach cleaner haben möchte, geschrieben, ich möchte es einfach cleaner und bitte unaufgeregter. Stell dir vor, ich glaube, ich habe Tom Ford und Dior als Beispiele genannt. Und da hieß es Copyright-Thema. Genauso ist es, wenn man Tattoo-Entwürfe macht, sagt, hier sind drei berühmte Tätowierer, ich hätte gerne im Stil von denen ein sogenanntes Flash kommt. Nee, Copyright-Thema.
SPEAKER_00Es geht.
DanielEs geht. Also müsste man, also kann man das bestimmt technisch. Und ich habe technisch aber keine Ahnung, aber wenn es auf der Ebene geht bei trivialen Logos, dann muss das doch so gehen. Dann muss das doch so gehen. Und ich würde es gern technisch wissen, da habe ich keine Ahnung von. Aber ja, natürlich überall gibt es Dinge es zu umgehen, aber da kannst du dann auch eine kriminelle Energie unterstellen. Aber wenn es, ich glaube gerade, stell dir vor, du bist 13 und glaubst, du machst was total Lustiges. Und wenn es dann super unkompliziert geht, wenn ich dein Schulbeispiel aufgreifen darf, nehme das Bild von Frau Meier und mach bla bla bla und dann kommt ein Ergebnis und dann lachst du und verteilst du das. Während wenn du da 14 Stunden rumbasteln musst, das ist ein anderer Zugang, weißt du, was ich meine? Und da müsste man Regeln vortun. Ich hoffe so sehr, dass man dort schnell mit den Regeln der Zeit geht. Ich erwarte mir nicht viel, aber erhoffe mir viel.
SPEAKER_02Ja, was da ein positives Development war, haben sich 250 Frauen aus der Wirtschaft, aus der Kunstszene, aus der Politik zusammengetan, die innerhalb von zwei Tagen dann ein zehn ganz konkrete Maßnahmen verfasst haben und die unterschrieben haben, dass sich auf politischer Ebene etwas ändert, unter anderem dass Femizid tatsächlich als Begriff auch eingeführt wird in der Rechtsprechung, das ist etwas, was in Österreich auch noch nicht der Fall ist, dass ja heißt ja, wirklich da auch Konsens hier nochmal verstärkt wird und klar aufgezeigt, dass wenn man, nur weil man nicht ganz klar Nein gesagt hat, man nicht verfolgt werden kann, dass hier eine klare Strategie zur Bewältigung auch von männlicher Gewalt auch im digitalen Raum geschaffen wird. Also ich glaube da diese zehn Punkte sollten sich nicht nur die deutschen PolitikerInnen zu Herzen nehmen, sondern das hätte in Österreich eins zu eins auch so passieren können. Von dem her hoffe ich, dass das ganz viel Resonanz auch im politischen Diskurs haben wird.
DanielIch habe tatsächlich die letzten 20 Sekunden aufgrund von einem riesigen Hänger verpasst.
SPEAKER_02Ich habe erklärt, ja sag du, sag du. Ich habe erklärt, die Maßnahmen, die gefordert werden jetzt von den 250 Frauen in der Wirtschaftspolitik und Kunst in Deutschland, die sich hier zusammengetan haben, um sich hinter Fernandes zu stellen. Aber von dem her hoffen wir, dass da in der Politik einen Anstoß gibt und hier schnell reagiert wird. Und kommen wir zurück zu den mehr technischen und trendthemen und wieder ein paar positiveren News.
DanielGenau, und das müssen wir aber in zehn Sekunden runterfeuern, weil ich habe da eine kleine Frau, die ganz dringend auf mich wartet. Die ist heute acht Monate alt geworden. Das heißt, vielleicht kannst du deinen Satz noch sagen. Dankeschön, bevor wir da zum Ende kommen.
SPEAKER_02Die News, oder?
DanielGenau, die Newcomer der Woche, die wir noch ansprechen wollten.
SPEAKER_02Yeah. Okay. Yeah, wir haben noch ein neues Projekt gescoutet, das wir als Newcomer der Woche euch vorstellen wollten. Nämlich sind es zwei alte Bekannte, der Matthias Neumeier und der Dima Rubanow mit Oscar. Und die haben jetzt Oskar Geldfuchs gestartet. Und wir wollten sie als Newcomer highlighten, weil sie sich auf ein ganz wichtiges Thema fokussieren, nämlich Finanzbildung für Kinder. Und das Ganze mit ihrer Technologie, die sie entwickelt haben, wo sie im Endeffekt immer Kindergeschichten personalisiert haben. Und das jetzt mit einem ganz klaren Bezug auf Finanzen. Wie kann man quasi Kindern spielerisch einen Zugang geben zu Geld zu investieren und das Ganze personalisiert, quasi auf sie zugeschnitten. Von dem her passend, Danny, hoffentlich bald auch für deine kleinen Mäuse.
DanielAuf jeden Fall. Ganz, ganz, ganz stark. Wir gratulieren Ihnen. Und ja, sicherlich sehr würdige Newcomer Woche. Schaut euch das mal an. Ich muss laufen. Es war uns eine ganz große Freude. In dem Sinne, vielen Dank. Take care, stay safe und bis zum nächsten Mal.
SPEAKER_02Ciao, danke.