Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#502 -Andreas Schwarzenbrunner über VC Entscheidungen, politisches Engagement & wie AI den Markt verändert
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
In dieser Folge spricht Hannah mit Andreas Schwarzenbrunner, General Partner und Managing Director bei Speedinvest.
Sie tauchen in die Welt von Venture Capital ein: wie Fonds strukturiert sind, welche Rolle General Partner wirklich spielen und worauf es bei Investmententscheidungen – besonders in der Pre-Seed-Phase – ankommt.
Außerdem geht es um aktuelle Trends wie AI, Defense und Robotics, warum Momentum im Markt entscheidend ist und welche Verantwortung Startups und Investor:innen für Europas Zukunft tragen.
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Another wonderful morning, good or good abend, and welcome by Future Weekly, the Startup Podcast. And we heard he is not with Markus, der is off Karence and has very wicked Papa Duties, sort of the next week with Hannah. And while he is Deep Dive Day, we have an wonderful guest dabei, Andreas Schwarzenbrunner, General Partner by Speed Invest. Hallo Andreas. Ziemlich straightforward. Kannst du uns ein bisschen mehr dazu erzählen, was das bedeutet, wer du bist, was du machst?
SPEAKER_01Ja, gerne. Also, wie du gesagt hast, General Partner bei Speed Invest ist oft ein bisschen verwirrend, weil ich schon öfter mal außerhalb sozusagen der VC und Sunnap Bubble vernommen habe, dass nicht alle genau wissen, was das eigentlich bedeutet und was man da eigentlich macht. Also ich formuliere es mal so. Ein VC ist am Ende ein bisschen strukturiert wie a law firm. Du hast halt quasi verschiedene Levels und am Ende des Tages hast du halt so Partner und Senior Partner im VC, also so oft General Partner, die dann eigentlich sozusagen auch die Management-Aktivitäten sozusagen ausführen. Und wir haben eben unter den General Partnern uns die Themen innerhalb von Swedenvest aufgeteilt und führen gemeinsam so ein bisschen das Unternehmen mit auch Oliver, unserem Gründer und CEO. Und normalerweise ist es so, woher der Term eigentlich kommt, General Partner ist, dass du bei einem Venture Capital Fonds hast du normalerweise eine klassische Limited Partnership. Das heißt, du hast eine Fondsstruktur, wo die Investoren eigentlich die Limited Partner sind, also Partner quasi mit beschränkter Haftung und die Fundmanager eigentlich die General Partner sind, die eigentlich quasi so die Managementgesellschaft auch besitzen und die Managementgesellschaft führen. Und daher kommt eigentlich dieser Begriff, der eigentlich aus sozusagen der rechtlichen Struktur, wie sie auch früher in den USA und mittlerweile auch in Europa aufgesetzt ist mit General Partner und Limited Partner. So leitet sich das eigentlich ab. Mittlerweile ist der Begriff eher so ein mehr so, sagen wir mal, Berufsbezeichnung geworden, als jetzt ein klassischer Legal Term mit Channel Partner und Limited Partner. Aber da kommt das eigentlich. In Österreich, ihr habt letztens einen Podcast bei Ö1. Und da haben sie mich gefragt, was heißt Channel Partner? Das können wir unseren Hörerinnen und Hörern nicht erklären. Dann habe ich gesagt, schreibt einfach Geschäftsführer, das ist versteht man in Österreich.
SPEAKER_00Sehr cool. Und wenn ich auch auf LinkedIn weiterscroll, sehe ich, du hast circa, ich glaube, 16 Board-Seats hier auch verzeichnet. Kannst du vielleicht ein bisschen da hineintauchen? Ab wann gehst du quasi auch ins Bord, wenn du ein Investment machst? Hat das irgendwie eine Struktur dahinter oder sind das die Investments, wo du quasi im Lied warst? Wie verhält sich das?
SPEAKER_01Normalerweise versuchen wir schon immer ins Board zu gehen. Also wenn wir ein Neuinvestment tätigen, wir investieren ja sozusagen in einer ersten Finanzierungsrunde normalerweise bis zu fünf Millionen Euro, versuchen hier eigentlich immer in einer Pre-Sit-Seite Lead-Investor oder Co-Lead-Investor zu sein und das geht oft einher auch mit einem Borseed und versuchen auch eigentlich dann in den ersten zwei, drei, vier, fünf Jahren sehr aktiv diese Portrolle auszufüllen. Es ist so, dass, sagen wir mal, zunehmender Größe des Unternehmens wir dann oft das Board auch verlassen. Das heißt, CVC, CVC, ist es dann oft so, dass wir den Borseed abgeben an andere Investoren, die sozusagen dann mehr im Drivers Seed sind. Aber in den ersten fünf Jahren arbeiten wir meist schon sehr eng mit unseren Unternehmen im Board. Und ich versuche das eigentlich auch bei allen Investments, wo ich selber im Lead bin, zu machen. Ich habe teilweise auch einzeln übernommen, wo es vielleicht einen Teamwechsel gab, und einige auch schon abgegeben, weil wir entweder verkauft haben oder weil eben das Unternehmen mittlerweile größer ist und wir den Fortsit abgegeben haben. Oft ist es aber auch so, dass die Founder eigentlich uns gerne mit dabei haben, weil dadurch, dass wir das Quizizid einsteigen, sind wir meistens die, die sie am längsten kennen und wir oft einfach ein engeres Vertrauensverhältnis haben, als wir jetzt in einem CSB-Investor, der halt dann in einer späteren Phase hinzukommt und sehen uns da eher so mehr als Ally, glaube ich, als viele andere. Und deswegen ist es auch oft so, dass wir auch in späteren Phasen und auch größeren Unternehmen, eigentlich zum Beispiel Big Band, da in Österreich ist ein gutes Beispiel, wo wir eigentlich bis vor kurzem sogar noch der Chairman of the Board waren. Also das kommt dann schon auch vor.
SPEAKER_00Spannend. Da könnten wir jetzt gleich tiefer eintauchen, aber ich würde gerne einen Schritt oder ein paar Schritte davor zurückgehen. Und wenn du dir jetzt, wenn du jetzt an den kleinen Andi denkst, warst du als Kind schon, also wirklich so Kindheit, Volkswirrelalter, warst du damals schon begeistert für technologische Themen, war Unternehmertum oder vielleicht auch der Bezug zu Geld, investieren, was man mit Geld machen kann, ein Thema für dich?
SPEAKER_01Also ich würde sagen, ganz klein nicht. Da wollte ich Tierarzt werden. Und also bis zum gewissen Alter wollte ich eigentlich Tierarzt werden. Und bei den Olympischen Spielen im Reiten antreten.
SPEAKER_00Im Reiten. Reitest du noch?
SPEAKER_01Nein. Das habe ich dann ehrlicherweise leider aufgehört. Vielleicht starte ich das dann irgendwann wieder in meinem Leben. Aber ich war da eigentlich jeden Tag und das wollte ich dann kombinieren und da wollte ich eigentlich dann Tierarzt haben. Und dann wurde dann später, eher so, dann waren wir das erste Mal sich ein bisschen mit dem beschäftigt, so 14, 15, 16, ehrlicherweise, habe ich dann angefangen, mich eigentlich viel mit so Unternehmertum und Business per se zu beschäftigen. Und das kam eigentlich über Freunde und auch natürlich so irgendwie Eltern im Umfeld, die man kennt, und einfach auch dann ein bisschen begonnen, sozusagen das Interesse dafür zu entwickeln. Und dann habe ich mich eigentlich sehr viel mit dem sozusagen Thema beschäftigt, aber eher ehrlicherweise nicht aus der Technologieseite kommen, sondern mein Interesse waren wirklich eigentlich sehr stark, dann relativ schnell so Capital Markets, Economics hat mich sehr interessiert. Eigentlich wollte ich lange dann zur EZB oder sowas in die Richtung machen. Also eigentlich mehr so die Marco-Seite als die Mikro-Seite. Und vor allem eben auch das Thema Financial Markets und Capital Markets. Das hat mich eigentlich immer sehr interessiert. Und das war auch der Grund, warum ich das dann auch studiert habe.
SPEAKER_00Spannend. Mit 1415 beschäftigen sich trotzdem die meisten jetzt noch nicht so mit Capital Markets und auch die EZBs wahrscheinlich vielen damals in dem Alter noch nicht unbedingt am Begriff. Von dem her.
SPEAKER_01Ja, meine Freundin sagt auch immer, ich bin ein Weirdo, weil ich mich nicht beschöpfte mit.
SPEAKER_00Aber gab es da eine Person, die dich besonders inspiriert hat? Oder war das einfach ein Freundeskreis, der angefangen hat, hat sie selber angefangen zu investieren zu dem Zeitpunkt? Was war?
SPEAKER_01Nein, es kam eigentlich, es kam eigentlich sehr stark aus dieser Verbindung zu sozusagen die zweite Leidenschaft, die mich damals sehr interessiert hat und das war Politik. Und ich habe eigentlich mit 16 angefangen, mich politisch zu engagieren. Und das kam eigentlich über meinen Geschichte-Professor. Also ich kam über meinen Geschichte-Professor, der mit irgendwie so mit 10 angefangen hat, meine Leidenschaft irgendwie für Politik zu entwickeln. Und auch, weil ich einfach eine Familie habe, wo sehr viel über Politik diskutiert wird. Und das war immer schon so eine, was mich sehr interessiert hat und habe mich dann auch versucht, eben ab 16 auch schon politisch engagiert. Und diese Business-Seite sozusagen, die Makro-Seite und ECB und diese Themen kann man ein bisschen über diese Politikschiene und diese zwei Welten miteinander verbinden. Das hat mich eigentlich interessiert. Also wie kann man, was sind denn wirtschaftliche Entscheidungen oder Unternehmertum oder auch wirklich jetzt makroökonomische Entscheidungen und welchen Einfluss hat das auf Politik und Vice versa, das hat mich dann eigentlich sehr interessiert. Das ist auch bis heute ehrlicherweise so, dass hier zwei Welten.
SPEAKER_00Sehr spannend. Wenn du schon mit 16 eingefangen hast, da auch dich politisch zu engagieren in Schulzeiten, wenn du jetzt darauf zurückreflektierst, was für einen Impact hatte das auf deine Entwicklung, auf auch deine späteren Schritte? Ich meine, abgesehen davon, dass es natürlich das Interesse für Kapitalmärkte auch aktiviert hat, aber vielleicht auch von deiner Persönlichkeitsentwicklung, was für einen Impact hatte dieses Engagement?
SPEAKER_01Total viel. Also ich würde wahrscheinlich sagen, so meine politische Zeit war wahrscheinlich, hatte den eine größte Influenz auf meiner Entwicklung. Aus mehreren Gründen. Ich glaube erstens sicher einfach viele Menschen kennengelernt durch mein sozusagen politisches Engagement. Und zwar auch schon in sehr jungen Jahren und auch viele Personen, die irgendwie auch jetzt, keine Ahnung, Führungsverantwortung haben oder ältere Personen und einfach da ein bisschen A-Netzwerk kennengelernt, aber auch B natürlich so ein bisschen die Scheue vor Menschen verloren im Sinne von diesen, ich habe, glaube ich, keine Angst vor Titeln und Ampfel und Würden. Das hat sich dann irgendwann gelegt, weil ich einfach irgendwann gelernt habe, so in meinem politischen Engagement, dass, keine Ahnung, ein Minister auch ein normaler Mensch ist und die eigentlich so, wenn du mit denen so redest, eigentlich auch normale Menschen sind. Und ich glaube, dass sich sicher auch viel mich da geprägt hat, aber auch generell einfach mit unterschiedlichen Menschen umgehen zu lernen und auch versuchen, Menschen zu erleinen und irgendwie vielleicht ein gemeinsames Ziel zu formulieren und auch unterschiedliche Interessen abzudecken und unterschiedliche Interessen mit einzubinden. Das ist ja schon so das tägliche Doing in der Politik und ich glaube, das ist schon was, was man in jedem Job brauchen kann, einfach auch Menschen zu führen, mit Menschen zu sprechen, Menschen wirklich da abzuholen. Ich glaube, das hat mich extrem geprägt und sicher auch so public speaking. Also ich habe dann irgendwann, am Anfang ist man natürlich sehr nervös und das hat sich dann, wenn man jetzt irgendwie auf politischen Veranstaltungen ist und dann irgendwie auch vor hunderten Menschen redet, dann hat sich das irgendwann auch ein bisschen gelegt und irgendwann wird das immer natürlicher und dann fühlt man sich da irgendwie auch wohler. Und das habe ich auch ein bisschen sozusagen bis heute behalten. Ich glaube, wenn ich jetzt irgendwie an einer Start-up-Konferenz bin und on Stage bin, dann ist das jetzt für mich nicht was, was mich jetzt irgendwie sondern eher Spaß macht eigentlich. Und das kommt sicher auch aus der Zeit. Also ich würde sagen, viele, viele, viele Themen, die ich da gelernt und gesehen habe, auch inhaltlich. Also wirklich oft ist es ja so, dass man sich die Welt sehr einfach vorstellt. Und warum macht man nicht einfach so? Und dann funktioniert das und habe auch viel gelernt, dass die Welt dann doch ein sehr komplexer Ort ist, wo es einfach viele Themen gibt, die man abbedenken muss. Also ja, es war eine spannende Zeit und ich habe auf verschiedenen Ebenen kennengelernt. Also ich war ja auch Bezirksrat in Wien, bis hin zu anderen Themen. Also ich habe wirklich alle Ebenen, glaube ich, kennengelernt. Und das war schon eine spannende Zeit, die mich sicher sehr geprägt hat.
SPEAKER_00Ich finde es ja super spannend. Ich finde, wenn ich mir so überlege, was sind die Rollen, die Berufe, die man einnehmen kann, um wirklich einen Impact zu generieren, gibt es, finde ich, so drei Bereiche, in die man gehen kann. Entweder in die Politik, um dort quasi die Rahmenbedingungen zu verändern, oder man geht ins Unternehmertum, beziehungsweise das Ökosystem von Unternehmertum, da gehört wie sie genauso dazu wie Startups selber zu gründen. Oder man ist wirklich so in diesem Non-Profit-Bereich, wo man versucht quasi von einer philanthropischen Ebene zu gestalten. Wenn du jetzt auch im, ich habe gesehen, du warst dann auch bei den Junos, da in einer leitenden Funktion, du sagst, du warst Bezirksrat. Warum bist du nicht diesen politischen Weg weitergegangen? Wie kam dann auch, ich meine, du bist jetzt schon einige Zeit lang bei Speed Invest, wie kam dann auch die Entwicklung hin zum Investor?
SPEAKER_01Also ich habe sehr viele eigentlich immer noch vorne, die politisch aktiv sind oder in Ministerien oder Brüssel und Co. arbeiten. Und es war eigentlich so, dass ich dann irgendwann diese Frage genau gestellt habe, gehe ich jetzt diesen Weg und mache das dann hauptberuflich sozusagen. Also ich habe das ja auch beruflich gemacht, aber dann wirklich, gehe ich diesen Weg weiter oder gehe ich einen anderen Weg? Und ich muss aufpassen, was ich sage. Aber ich habe mich dann entschieden, einen anderen Weg zu gehen. Aus mehreren Gründen. Ich glaube, weil es mich einfach auch interessiert hat, was anderes zu sehen. Und ich einfach dachte, ich bin noch jung und jetzt kann ich mir irgendwie noch Sachen anschauen und herausfinden, was mir eigentlich am meisten Spaß macht. Sicher auch, weil ich gesehen habe, wie Politik im Inneren funktioniert und dass vieles davon mich auch abgeschreckt hat, diesen Weg zu gehen, muss man auch ehrlicherweise sagen. Weil es einfach echt ein tougher Ort ist. Und ich glaube, viele Menschen unterschätzen das, wie viel in der Politik gearbeitet wird und für echt nicht viel Geld verglichen zu anderen Industrien. Und auch was du da aushalten musst in Sachen Stress, aber auch was auf dich reinprasselt von außen und vor allem durch Social Media hat sich das natürlich in den letzten zehn Jahren nochmal massiv, massiv verstärkt. Also es ist jetzt nicht unbedingt, du musst schon echt eine dicke Haut haben, wenn du das machen willst. Als Politiker selbst, es gibt natürlich immer den Weg, auch zu sagen, ich bin Mitarbeiter und bin ja hinter den Kulissen und die gibt es ja auch. Das war so sicher das Zweite und dann hat mich, was auch mich schon stark beschäftigt hat, wie kann ich wirklich selber Impact generieren, so wie du es genannt hast. Und da war ich einfach ein kleines Rad in einem großen politischen Konstrukt, wo es in Wahrheit, wenn ich jetzt ganz ehrlich bin, mehr oder weniger egal war, ob ich da jetzt da bin oder nicht. Und das, glaube ich, hat mich am meisten gestört, dass ich nicht das Gefühl hatte, das, was ich da jetzt jeden Tag mache, hat wirklich generiert wirklich Mehrwert oder Output oder führt zu was. Und am Ende ist ja Politik dann schon auch sehr viel PR. Aber es passiert halt dann nichts. Und ich glaube, das wäre sicher nochmal was anderes in einer anderen Rollen. Also wenn du jetzt wirklich in einer Exekutivverantwortung bist, dann ist das sicher nochmal was anderes. Ich glaube, das ist auch ehrlicherweise nochmal was anderes in anderen Ländern, Frankreich, Deutschland, die auch wirklich Impact haben. Das muss man leider in Österreich auch ehrlicherweise sagen. Das ist halt überschaubar. Und das hat mich schon beschäftigt. Also quasi ist das so the best use of my time sozusagen, gepaart mit, und das war dann ein bisschen auch frustrierend, weil ich dann das Gefühl hatte, was mache ich, also für was mache ich das eigentlich? Ich bin immer noch der Meinung, dass Politik der beste Ort ist, um wirklich großen Impact zu erzielen. Ich hatte Diskussionen vor kurzem mit Freunden, weil da ging es ja auch um Unternehmertum und ich sehe das ja auch bei uns, eben auch mit den Unternehmen, die dann schon groß sind. Natürlich hast du als Unternehmer einen massiven Impact und treibst sozusagen die Economy. Aber man darf sich auch nicht die Illusion hingeben, als wären jetzt viele Unternehmen auf demselben Level wie die Politik. Das ist vielleicht der Fall, wenn du Bill Gates oder Mark Zuckerberg bist. So, die sind auf ein Level mit irgendwie Premierministern, weil they really shape the world economy. Aber ich glaube, ich glaube, man unterschätzt dann auch oft, was für ein Hebel die Politik hat, weil einfach die Summen, die da bewegt werden, sind so groß. Und ich nehme immer das Beispiel jetzt zum Beispiel Familiengeld. Also wenn du in Österreich wirklich etwas für Familien bewegen willst, dann sind hier einfach um Milliarden jedes Jahr, die wirklich massiven Impact haben auf das tägliche Leben von vielen Menschen. Und so gibt es viele politische Entscheidungen, die einfach wirklich einfach, die sind einfach on a different scale. Und das finde ich ist eigentlich das Spannende und das finde ich auf der europäischen Ebene noch spannender. Und EU-Inc. ist ja jetzt im Startup-Kontext das ideale Beispiel. Solche Themen haben ja wirklich massiven Impact. Und das ist natürlich irgendwie das Spannende an der Politik. Aber ich war dann so ein bisschen frustriert mit meinem, was ist eigentlich mein eigener Pfad hier, mein eigener Impact hier. Und der Grund, warum ich dann sozusagen in diese VC-Startup-Szene geacht bin, ist auch schon elf Jahre her, ist weil ich eigentlich einige Freunde hatte, die so in dieser Berliner Sunna-Bubble und oder generell Startups waren und auch Tech. Und das klang alles einfach sehr cool. Also, das waren irgendwie so lustige Office-Partys und internationales Umfeld, alle waren sehr jung, alles war sehr locker, alles das, was Politik oft nicht ist. Und da habe ich mich dann angefangen, damit zu beschäftigen. Und so bin ich dann eigentlich auf Spinvest gestoßen. Und Spinvest war ja damals noch relativ klein, oder Spinvest 1, quasi der erste Fonds, das waren 10 Millionen, circa ein bisschen weniger. Und dann wollten die von Zugründer, aber eigentlich im zweiten Fonds starten, der schon größer werden sollte. Und da im Zuge dessen auch ein Team aufbauen. Und das hat sich eigentlich, glaube ich, dann timing-wise gut ergeben. Ich habe mich dann beworben und Es gab auch ehrlicherweise nicht so viele gute Bewerber. Also, sage ich jetzt offen. Also, weil ich hatte jetzt auch keinen Background in Salat von VC, sondern was ich hatte, ist einfach irgendwie ein großes Interesse am Thema und irgendwie ein, glaube ich, kann generell ein sehr enthusiastischer Mensch sein und auch interessiert an Unternehmertum und Co. Und das, glaube ich, hat sie dann überzeugt. Und eben, ich glaube, Competition-Wise war da jetzt nicht so viel, weil kein Mensch wusste, was BitInvest ist. Das war auch irgendwie eine kleine Firma. Und das hat sich sicher verändert. Also ich sage immer, ich würde jetzt nicht mal ein Internship bei uns kriegen mit meinem Profil von damals, weil die würden sich denken, selbst unsere People-Team würde sich denken, ja, der arbeitet in der Politik, was sollen wir mit dem machen? Und das stimmt wahrscheinlich, dass sich das massiv verändert hat. Ja, und so bin ich dann dazu gestoßen. Und dann habe ich eigentlich über die letzten elf Jahre alle möglichen Themen durchlebt. Also wir hatten ja nur das Wiener Büro dann München aufgemacht, Berlin, London, Paris, selber an einigen dieser Büros sozusagen gearbeitet, auch noch eine Zeit lang in Stockholm, unser Nordics-Footprint aufgebaut, verschiedene Themen auch inhaltlich getrieben, habe auch mal die Investor Valition zu HR mitgemacht. Also ich habe wirklich, glaube ich, die volle Journey miterlegt von irgendwie ersten 10 Millionen Fahren zu wo wir jetzt sind. Und das war eigentlich auch spannend. Es war einfach nie, es war immer was Neues, hat sich sozusagen massiv verändert. Und es mir einfach extrem Spaß gemacht, nach wie vor mit Gründerinnen und Gründern zu arbeiten. Also das ist eigentlich das, was mir am meisten Spaß macht. Also wirklich zu sehen, wie die von einem 3-Pieble-Team auf eine wirkliche Company wachsen und das mitzuerleben, ist immer wieder cool. Und auch wirklich da mit Gestalten mithelfen zu können, das ist eigentlich so der Haupttreiber. Und in coolen Themen. Also das ist für mich schon wichtig. Ich bin jetzt kein Typ Investor, der gerne in Sachen investiert, wo man sagt, gut, Business Model, aber ich habe keine Leidenschaft dafür, sondern ich finde es cool, dass wir in Themen investieren, wie jetzt Deep Tech, Health etc., die wirklich auch einen Impact auf Europa und die Welt haben.
SPEAKER_00Vielleicht da einmal eingehakt. Wenn du jetzt vergleichst Speedinvest zum Zeitpunkt, wo du eingestiegen bist und Speedinvest heute. Gibt es etwas, was sich fundamental verändert hat, sagen wir, von der, hat sich was weiterentwickelt in der Investmentthese? Wie, natürlich seid ihr viel größer, aber was hat das auch mit SpeedInvest gemacht, quasi SpeedInvest damals beim ersten Fund und heute? Starten wir mit der Frage und dann habe ich noch ein paar andere.
SPEAKER_01Was hat sich verändert?
SPEAKER_00Wie wir auf Deals, also wie wir auf Unternehmen schauen oder generell Also von einer Company-Perspektive, also genau, hat sich was in eurer Investmentthese verändert, hat sich etwas in eurer Art und Weise, wie ihr auf Unternehmen schaut oder auch in was für Bereiche ihr investiert?
SPEAKER_01Ja, weil ich glaube, ich glaube, wir haben uns massiv verändert, auf verschiedenen Ebenen. Also ich glaube, auf der einen Seite haben wir jetzt einfach Zugang zu Gründerinnen und Gründern und Unternehmen, die wir früher nie gesehen hätten, weil einfach mit die Brand und den Access nicht hatten. Das heißt, schon, die Qualität der Unternehmen, mit denen wir jetzt arbeiten dürfen, hat sich massiv verändert. Und das spürt man. Das zweite ist sicher, dass wir jetzt ganz anders auf Opportunitäten schauen, weil wir einfach früher oft auch ahnungslos waren. Also wir haben ja viele Dinge auch Learning by Doing und wir haben auch viele Fehler gemacht und schauen jetzt sicher anders auf Unternehmen, weil wir einfach auch viel gesehen und gelernt haben und die auch Dinge, die funktionieren und Dinge, die nicht funktionieren. Und oft dauert das einfach Jahre, bis man so einen sozusagen Lernzyklus miterlebt und sicher dann auch mal strenger geworden sind, auf das zu fokussieren, wo wir wirklich glauben, das hat Potenzial, ein Weltvergest zu sein.
SPEAKER_00Und was ist das? Also was ist das?
SPEAKER_01Naja, die Realität. Ja, das ist eine gute Frage. Das ist wahrscheinlich auch sehr subjektiv, wenn du jetzt verschiedene Personen fragst, kriegst du verschiedene Antworten. Aber am Ende des Tages gibt es ja nur vier, fünf Komponenten. Und du hast irgendwie immer die Teamkomponente, du hast immer das Produkt, du hast immer den Markt, du hast immer die Technologie, IP, wie neu ist das? Und du hast schon auch immer so ein bisschen dieses kompetitive Umfeld, wie stark ist dieser Markt besetzt? Und ich glaube, wie Leute auf Unternehmen schauen, in diesen verschiedenen Bereichen, ist oft sehr unterschiedlich, aber am Ende schauen sich die Menschen eigentlich immer die ähnlichen Themen an. Business Modell habe ich jetzt noch vergessen, aber das wäre noch ein zusätzlicher Faktor natürlich. Was aber ehrlicherweise in der Pre-Sed-Seed oft sowieso sehr schwierig ist zu evaluieren. Für uns ist in einer frühen Phase und wir machen ja auch mittlerweile ein paar Investments zum Beispiel in einer C USB Plus, wo wir mit einem Coffee investieren können, das ist natürlich anders, aber in der Pre-Seed- und Seed-Phase steht und fällt es einfach mit dem Team. Und ich glaube, die Schwierigkeit ist to erkennen, was wirklich potenzial in Venture Case to sein in einer Phase in der es eigentlich nichts gibt. And that is, finde ich, first and foremost between the team. And nature of market tailwinds. Also, I think it's a great learning that we had over the last 15 years is sicher you must market momentum so nehmen as it is, and du darfst, or tust es sehr schwer zu glauben, du bist schlauer als everyone else, and deswegen bist du jetzt hast du eine andere Meinung. Die Fans build up in Europa in Sachen Demand is so enorm in Sachen Kapital, dass da reinfließt. Diese Welle nicht zu reiten ist einfach dumm. Weil so viele gibt es nicht und du musst dieses Momentum nutzen. Und ich glaube, die Kunst liegt darin, für einen Early-Stage Investor diese Trends, es gibt ein berühmter VC hat mal gesagt, our job is not to predict the future, our job is to see the present very clearly. Und ich glaube, das stimmt schon, ich glaube, zu glauben, dass du weißt, was in Zukunft passiert, ist eine Illusion, das wird nicht passieren. Aber was du schon machen kannst, ist einfach sehr gut informiert sein, mit Kunden reden, mit Foundern reden, Dinge lesen, etc., um zu verstehen, ah, ich glaube, da tut sich jetzt was. Und dieses Momentum dann zu nutzen, warum man jetzt in diese Sector investiert, weil da ist was passiert. MRG is sowas anderes in the letzten yeah. Also es gibt schon immer so trends, and I guess that's the neben Gründen, das zweite is, du musst auf ein Momentum setzen, wo Dynamic drin is. Weil du wirst ja einfach als Unternehmer andererin wunderbar leichter tun mit dem Rückenwind, als wenn du in einem Markt bist, für den sich gerade niemand interessiert hat. Weil du wirst einfacher Geld weisen können, die Kunden wollen das. Also es ist einfach einfacher. Das dritte ist schon Technologie für mich. Das ist, glaube ich, ein bisschen. Ich habe einfach für mich realisiert, dass es, du kannst über reine Execution, also über reines, ich mache etwas inkrementell besser als andere und bin einfach ein Hustler vor dem Herrn. Kannst du schon ein gutes Unternehmen bauen. Aber das ist einfach viel, viel, viel schwieriger. Weil es gibt auch andere, die viel hustlen, es gibt auch andere, die viel die gute Executor sind. Als wie wenn du jetzt wirklich einen unique Zugang zu Technologie hast. Und wenn man sich anschaut, und das ist für mich das, wo die großen Unternehmen in den letzten, sagen wir, zwei Jahrzehnten passiert sind, oder wer die Gründer sind, dann sind das halt einfach in vielen Fällen Engineers, dann sind das halt in vielen Ding-Fällen Unternehmen, die einfach was gemacht haben, was davor in dieser Form weniger gemacht haben, oder ein Unique Edge haben, wie sie das gemacht haben. Und ich glaube, es ist schon sehr stark Technologie getrieben und ich glaube, das ist auch so ein bisschen das Bread-and-Butter-Business von BC ist einfach New Technologies. Und ich glaube, das ist ein bisschen in den, hat man dann so in dieser vor allem Zero Interest Rate Environment 2020 will vergessen. Das einfach nur Scale und Execution kann auch eine gute Company sein und das sage ich auch gar nicht, aber es ist einfach 100x harder, als wenn du wirklich etwas Neuartiges entwickelst, was die Welt braucht.
SPEAKER_00Das finde ich jetzt sehr spannend, weil gerade im Technologiesektor entwickelt sich ja im AI-Bereich natürlich sehr viel in letzter Zeit, wo ich auch das Gefühl habe, das hat einen riesen Impact auf die VC-Szene, weil im Endeffekt waren die letzten Jahre ein sehr starker Fokus auf Software as a Service. Da ist ganz viel Geld hineingeflossen und jetzt schad man das aber ein bisschen mit, also wenn die nächste SARS-Firma daherkommt, dann ist halt die erste Frage, ja, wie willst du denn das davor schützen, dass nicht der nächste 17-Jährige herkommt und das Vibe-Codet und simplifiziert gesagt. Wie siehst du hier die Veränderung des VC-Markts in dem durch AI? Weil trotzdem fließt ja sehr viel Geld in AI-Companies.
SPEAKER_01Ja, also ich glaube, dass das einfach der nächste Plattformschift ist, das steht außer Frage. Ich glaube, dass das ehrlicherweise macht auch gar keinen Sinn, hier so sich dagegenzustellen, sondern das ist gonna happen. Und ich glaube, die Frage ist nur, wie kannst du als Unternehmen dich darauf einstellen oder wie kannst du diese Welle nutzen, um irgendwie eine neue Technologie, ein neues Produkt, eine neue Company zu bauen. Ich glaube beides. Ich glaube nicht daran, dass jetzt AI alles ersetzen wird, sondern ich glaube, es wird genug Unternehmen geben, die diese Welle genauso für sich selber nutzen, weil sie irgendwie proprietäre Daten haben, weil sie Zugang zu Kunden haben, weil sie ein gutes Produkt rundherum gebaut haben, die genauso gut davon profitieren werden können. Und genauso gibt es viele Incumbents, die ja auch sozusagen auf dem Kunden sitzen, viele proprietäre Daten haben, die Workflows verstehen und AI nutzen können, um vielleicht noch ein besseres Produkt für ihre Kunden zu bieten. Ich glaube nicht, dass alle diese Softwareunternehmen, sei es jetzt sozusagen Vertical Software Player, genauso auf den Stockmarkets ja auch sozusagen geprügelt worden sind. Ich glaube nicht, dass alle von denen verschwinden werden. Ich glaube, dass manche von denen verschwinden werden, aber ich glaube nicht, dass alle von ihnen verschwinden werden, sondern ich glaube, viele werden es auch schaffen, sich auf diese Technologie für sich zu nutzen. Dasselbe ist ja auch zum Beispiel, wenn du sagst, die erste große Welle in Cloud passiert. Manche haben halt diesen Trend in Richtung Software as a Service geschafft, manche nicht. Selbe bei Mobile, manche haben diese Welle geritten, manche nicht. Und ich glaube, dasselbe wird dir passieren. Manche werden es schaffen und manche nicht. Aber ich glaube, es eröffnet natürlich schon nochmal ganz neue Möglichkeiten für Neugründungen. Das ist ein klassisches Beispiel, zu dem, was wir vorher besprochen haben, dass du einfach jetzt diesen Rückenwind nutzen musst als Founder. Jetzt nichts mit AI zu machen ist ein Lost Opportunity, in meinen Augen. Und diesen Rückenwind musst du nutzen. Und gleichzeitig hat es schon eines massiv verändert, einem einfach sozusagen die Easiness of Starting a Company. Also ich glaube, du kannst jetzt mit viel weniger Mitteln und mit viel weniger technisch Know-how und mit viel weniger Kapital auch eine Company gründen. Und ich glaube, das ist schon nochmal anders wie die erste SaaS-Welle.
SPEAKER_00Und wie ist es mit Hardware und Robotics? Weil noch vor ein paar Jahren war, wenn du eine Hardware Company in Europa baust, war es extrem schwer, wie sie Gelder aufzustellen. Hat sich das jetzt verändert, dadurch, dass sie es vielleicht auch denken, okay, das ist vielleicht besser schützbar etc., ist vielleicht doch nochmal eine größere Opportunity.
SPEAKER_01Ja, total witzig. Hat sich massiv verändert. Hardware, Robotics, Defense, all diese Themen, wo du wirklich physical products bauen musst, ist auf einmal interessant. Warum? Ich glaube, das hat mehrere Gründe. Ich glaube auf der einen Seite, weil es Marktnachfrage da ist und man einfach merkt, wenn du die demografische Entwicklung anschaust und Productivity, dann braucht es einfach das in the physical world, wenn du die Defense Band anschaust, wenn du dir anschaust, das ganze Thema rund um Resilience, European Sovereignty, Wertschöpfungsketten, wir wollen eigentlich wieder mehr in Europa produzieren. Also da hat sich schon sehr viel in der Makrollage getan, dass einfach diese Awareness für Supply Chains, die Awareness for wo werden eigentlich Dinge produziert, hat sich verändert und die Nachfrageseite hat sich verändert. Ich glaube, das ist das eine. Das zweite ist sicher, dass das Thema, was du gesagt hast mit Richtung Defensibility. Ich glaube schon, dass viele Investoren glauben, dass das viel schwieriger zu replicaten is als jetzt andere Companies. Und das stimmt ja auch. Weil wenn du jetzt in der Sache, in der in seinem Robotics, Physically was brauchst, das kann jetzt nicht jeder machen. Und das kannst du auch nicht morgen starten. Und da brauchst du ja wirklich tiefes Sektor Expertise. Und es gibt ja auch einen Grund, warum viele dieser Companies aus Academia kommen and einfach auch aus der Forschung kommen. Weil das ist jetzt natürlich schon was anderes als ein Produktwipe-Coden. Und ich glaube, das ist schon das zweite. Und das Dritte ist schon, dass, glaube ich, auch viel besseres Talent jetzt in diesen Sektoren strebt. Das hat sich sicher auch verändert. Also dass es einfach auf einmal für viele interessant ist und viele auch sagen, ich will irgendwie was Physical bauen oder ich will irgendwie Robotics oder Defens oder andere Themen machen oder Energy Infrastructure und einfach auch viel mehr Talent in diese Sektoren geht, die vielleicht früher mehr auf der Softwaresite geblieben werden. Also ich glaube, das sind so ein paar Themen, die da zusammenkommen. Und warum kommen die guten Leute? Ich glaube, weil halt einfach auch jetzt das Kapital da ist. Weil sie jetzt merken, ich kann da auch Geld lösen. Und das war früher schwierig.
SPEAKER_00Da haben wir sie natürlich schon eine Macht, da auch den Markt quasi mitzugestalten. Wir kommen schon Richtung Ende unseres Podcasts. Ich hätte noch eine Frage, weil wir anfangs mehr auch über die Politik und einen politischen Werdegang gesprochen haben. EUInc. war für mich so ein spannender Prozess das letzte Jahr über, weil viele Gründerinnen und Gründer und auch Leute aus der VC-Szene plötzlich eine politische Stellung eingenommen haben, sich in das politische Geschehen irgendwie involviert haben. Bist du der Meinung, dass Gründer, Personen in der Textszene hier auch sich stärker involvieren sollten in dem politischen Diskurs? Was für eine Rolle spielen Startups und die Akteure dahinter für das politische Geschehen oder können sie vielleicht spielen oder sollten sie spielen? Gibt es da eine Verantwortung, die wir haben?
SPEAKER_01Ich finde, es gibt eine totale Verantwortung. Also es gibt total viele Founder und auch Investoren, die immer zu mir sagen, warum machst du überhaupt diese ganzen Politik-Events? Da passiert doch nichts. Und da wird doch nur geredet und eigentlich haben die eh alle keine Ahnung. Und es stimmt to Summit Sender, aber ich glaube einfach fest daran, Europa hat ein Growth-Problem, wir brauchen einfach Wachstum. Und wo soll das herkommen? Weil von den Incumbents wird es nicht kommen. Und Europa hat ein Problem mit sozusagen Kommerzialisierung von Forschung und Entwicklung, weil in der Forschungentwicklung sind wir eigentlich sehr gut, aber es scheitert dann nach. Und auch im Unternehmertum und ein Wachstumsproblem. Und all dies und ein Wachstumsproblem kann über das Unternehmertum, Technologie, Innovation schon zusammen exent gelöst werden. Und das ist auch der Grund, warum die amerikanische Wirtschaft so viel besser dasteht als wir, vor allem in den letzten 20, 30 Jahren, ist einfach auch, dass sie einfach diese Tech-Welle geritten haben und einfach die Welt in Tech dominieren. Und ich glaube, dass wir da hingegen Verantwortung haben, auch Politikerinnen und Politiker klarzumachen, dass diese Branche nicht so eh lieb schaut, dieses Kader, sondern das sind die Top-Motoren und Wachstumsmotoren der Zukunft. Ich wüsste nicht, wer es sonst machen soll. Weil von der OMV und von der Sabine wird es nicht kommen. Und das ist eher im Gegenteil, wenn man sich die klassischen Industrien anschaut, dann merkt man, dass die alle einfach ehrlicherweise strukturelle Probleme haben und die ja Leute abbauen als neue Heieren. Und ich glaube, das ist der Grund, warum ich finde, wir haben eine Verantwortung. Weil ich glaube, nur wenn die Politik versteht, dass das ein Wirtschaftsfaktor ist, werden sie auch Maßnahmen umsetzen, die für uns relevant sind. Und EU Inc. ist das perfekte Beispiel dafür. Warum ist das jetzt möglich? Einfach nur, weil Mario Draghi, es muss man einfach in ehrlicherweise so sagen, denen zwei Jahre lang erklärt hat, wir haben ein Wachstumsproblem und Technologie und VC ist wichtig für Wachstum. Und jetzt hat es jeder in Brüssel gecheckt. Und die sagen jetzt, na gut, diese Initiative mit EU Inc. Die passt da jetzt gut rein. Und ich glaube, diese Opportunity, die muss man nutzen, weil ich glaube, jetzt ist das Verständnis aktuell. Das zweite große Treiber, by the way, ist Donald Trump, aber das ist eine andere Geschichte. Aber diese Welle muss man nutzen, weil ich glaube, das Verständnis dafür, dass es VC und Coff braucht, ist aktuell so wieder nie.
SPEAKER_00Glaubst du, es ist in Österreich auch schon auf derselben Ebene angekommen?
SPEAKER_01Nein, glaube ich nicht.
SPEAKER_00Was glaubst du, braucht es einen Mario Draghi auf österreichischer Seite? Ich meine, wir arbeiten in die Richtung ja schon seit mehr als zehn Jahren. Aber natürlich hat, ich glaube, warum Mario Draghi das auch vermitteln konnte, ist, weil er nicht aus dem Sektor kommt oder nicht. Er hat einfach schon einen sehr guten Ruf auch für breites ökonomisches Verständnis gehabt und war als Berater quasi schon etabliert. Also wir bräuchten vielleicht einen L.A., einen Verbündeten, der nicht aus dem Sektor kommt und auf der Ebene die Politik erreicht. Oder denkst du, brauchst du einen anderen Weg?
SPEAKER_01Ich glaube, der Mario Draghi von Österreich könnte so ein bisschen Andreas Dreichel sein, der das ja ein bisschen auch sehr treibt. Ich glaube, Mario Draghi ist das eine, aber ich glaube, das andere ist, und das ist zum Beispiel in Frankreich sehr gut gesehen, in wichtigen Verantwortungen in Frankreich oder in wichtigen Politikern, dass es einfach ein Grundverständnis für Unternehmertum und Innovation und Kapitalmärkte gibt. Und eben auch zu verstehen, dass die wichtig sind, dass diese Themen wichtig sind. Und das ist, glaube ich, wo es in Österreich oft scheitert zu erkennen oder dem dieselbe Relevanz beizumessen, wie das vielleicht in anderen Ländern passiert. Schweden ist ein ideales Beispiel dafür. Ein Land, das ähnlich groß ist wie wir, einwohnermäßig, aber uns in dieser Hinsicht einfach in einem anderen Universum spielt. Und ich glaube, dieses Verständnis, dass uns die klassischen Industrien in Österreich nicht retten werden, das ist nämlich ganz durchgedrungen.
SPEAKER_00Ja. Ja, also es gibt noch viel zu tun. Vielen Dank, Andi, für all deine Insights. Bevor wir zum Ende dieser Episode kommen, haben wir ganz klassisch noch eine Speedround. Und zwar starten wir los mit: Was ist denn dein größtes Learning?
SPEAKER_01Mein größtes Learning ist, dass es eine Illusion ist, weil man glaubt, jetzt ist es stressig, aber in zwei Monaten ist es dann besser. Sondern ich glaube, mein größtes Learning ist, es ist eine konstante Welle, die immer wieder kommt. Man muss einfach lernen, mit dieser Welle umzugehen, dass man sich daran gewöhnt, dass es ein Dauerzustand ist und nicht nur eine Momentaufnahme.
SPEAKER_00Was ist dein bester Lifehack?
SPEAKER_02Schlaf.
SPEAKER_01Und auch mal einen Tag für sich selbst nehmen und einmal ausschlafen, einen guten Tag für sich selbst nehmen. Bei mir ist das, mich mit irgendwie einem Buch ins Café auszusetzen.
SPEAKER_00Schön. Wie viele Stunden pro Tag schaffst du? Hast du durchschnittlich?
SPEAKER_01Leider nie, aber wenn, dann, wenn ich es aber ab und zu blocke ich mir dann vielleicht ein paar Stunden raus und mache das mal und wenn ich jetzt wirklich sage, jetzt paure ich mal auf.
SPEAKER_00Also nein, ich habe gemein Schlaf, aber.
SPEAKER_01So, wie viel Schlaf?
SPEAKER_00Den bekommst du auf mich schon.
SPEAKER_01Nein, ich brauch so sieben bis acht.
SPEAKER_00Ja, perfekt. Seitdem ich den Aura-Ring habe, schaffe ich das auch. Hast du eine Buchempfehlung für uns?
SPEAKER_01Ja, mein Lieblingsbuch ist Die Welt von gestern von Steffen Zweig.
SPEAKER_02Ja.
SPEAKER_01Gerade aktuell eigentlich sicher spannend wieder zu lesen.
SPEAKER_00Ja. Hast du ein Lieblingsprodukt?
SPEAKER_01Als Marke oder als Produkt? Also eine Lieblingsmarke oder ein Produkt, quasi wirklich ein.
SPEAKER_00Schon ein Produkt.
SPEAKER_01Okay. Mein Lieblingsprodukt ist gesalzene Butter.
SPEAKER_00Oh. Ja, du lebst ja auch jetzt in Frankreich.
SPEAKER_01Und ich kann, seitdem kann ich keine Butter mehr, keine ungesalzene Butter mehr essen.
SPEAKER_00Das verstehe ich. Mit seinem richtig guten französischen Baguette, großartig. Und ein Lieblingsschimpfwort?
SPEAKER_01Lausa.
SPEAKER_00Uh, okay, das ist, glaube ich, eine Premiere. Und dann zum Abschluss.
SPEAKER_01Obwohl es gar nicht so böse ist, eigentlich.
SPEAKER_00Zum Abschluss brauche ich noch von dir einen Moonshot nach JF Kennedy und eine Prediction. Etwas, was wo du dir ziemlich sicher bist, dass es eintritt.
SPEAKER_01Boah. Mein Moodshäre, dass meine Kinder einen Pass haben mit den Vereinigten Staaten von Europa.
SPEAKER_00Sehr cooler Moonshot, den unterschreibe ich.
SPEAKER_01Und meine Predigt ist, dass wir in den nächsten zehn Jahren den ersten European-Wide IPO von einer EU Inc sehen.
SPEAKER_00Ja, noch ein paar Schritte bis dahin, aber ich glaube, ja, das muss ja ein bisschen sein. Ja. Sehr gut. Das passt zur Salve-Szene. Vielen Dank, Andreas, für deine Zeit. Super spannend, deine Geschichte zu hören. Vielen Dank euch draußen auch fürs Zuhören und wir hören uns wieder nächsten Donnerstag für die News. Und bis dahin, schönen Tag euch allen. Tschüss.