Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#503 - Tractive Exit, Eversports Merger & Replacebyclawd
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🚀 Tractive Exit
🤝 Eversports Merger
🔁 Deathbyclawd / Replacebyclawd
💣 Hormuz als Zeitbombe
📜 Listing Act
⚠️ Claude Code Leak
🔮 Die 4 Tech Jobs der Zukunft?
📊 Scaling Europe
👶 Top 50 Newcomer: Eustella
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly. Heute mit mir Markus und der großartigen Hanna. Hallo Hanna, hallo ihr da draußen. Ja, ich bin eigentlich in Papakarenz, aber hin und wieder bei den News werde ich doch dabei sein, weil so ganz abschalten kann man sich ja in so einer Zeit nicht. Und insomme freue ich mich sehr, dass wir heute ein volles Programm haben. Wir reden natürlich über den größten Exit der österreichischen Startup-Geschichte. Wir reden über Eversports, das einen Merger hingelegt hat. Wir reden über Death by Cloud, also Replace by Cloud. Wir reden über Hormos, die Straße von Hormos als tickende Zeitbombe. Wir reden über den Listing Act, über einen Leak bei Cloud Code, über die vier Tech-Jobs der Zukunft, über die Scaling Europe Top 50 und wir haben natürlich auch einen großartigen Newcomer der Woche. Future Weekly. Here we go. Und wir starten Myth The News. Und zwar ich eine Woche nicht. Da war Skifahren und was passiert? Der größte Exit der österreichischen Startup-Geschichte. Tractive, die ja schon länger so ein Kandidat waren, wo viele gesagt haben, ja, vielleicht wird das ein Unicorn-Exit. Die sind eigentlich so erfolgreich mit deutlich mehr als 100 Millionen Euro Umsatz. Da könnte sich schon so ein Rekord-Exit ankündigen und jetzt ist es tatsächlich passiert. Hannah, was wissen wir darüber?
SPEAKER_00Ja, großartige Neuigkeiten. Tractive wurde übernommen von dem italienischen Unternehmen Banding Spoons, die schon seit 2013 aus Mailand heraus hier als Competitor auch auftreten und sehr aggressiv und stark in den letzten Jahren auch gewachsen sind. Und ich muss sagen, es freut mich besonders, dass damit ein europäischer Käufer auftritt. Das heißt, dass das Ganze auch in Europa weitergebaut wird, weiter wachsen wird und damit eine echte europäische Erfolgsstory ist. Und ja, auch der Gründer Michael Hurnaus wird weiterhin fürs Erste zumindest in der Firma bleiben und das Ganze weiter ausbauen, sieht das jetzt als große Chance, eben weiter skalieren zu können, wachsen zu können, als attractive und eben auch hier vor allem in den Märkten Nordamerika und über Europa hinaus quasi auch skalieren zu können. Also ein wirklich spannender Schritt. Wir wissen nicht genau, der Betrag, den sie jetzt bekommen haben, also das Exit-Volumen wurde bis jetzt noch nicht verkündet. Hast du da schon irgendwelche Hints gehört? Oder was schätzt du, in welchen Höhen werden wir da liegen?
MarkusJa, ich meine, die Frage ist natürlich auch immer, wie das strukturiert ist. Also wie, ob es da vielleicht dann nochmal zusätzliche Earnouts gibt auf Basis von zukünftiger Performance für die Gründer. Aber ja, ich glaube, es wird sich in Richtung einer Milliarde bewegen. Vielleicht ist es ein hoher dreistelliger Millionenbetrag, davon hat man jetzt ein paar Mal gelesen. Vielleicht gibt es dann mit zusätzlichen Earnouts, vielleicht gibt es dann sogar overall eine Milliardenbewertung. Aber ja, es wurde nicht verlautbar. Dementsprechend können wir hier jetzt auch nicht diese Info liefern. Ist aber natürlich für das Ökosystem unglaublich wichtig, weil wir brauchen Exits, wir brauchen die Liquidität. Absolut. Investments. Und da ist einfach jeder derartige große Exit dann ein Riesenschritt.
SPEAKER_00Absolut. Und es waren ja auch einige österreichische Business Angels hier schon früh investiert von natürlich Hansi Hansmann, aber auch über die Rantastic-Mitgründer Florian Schwandner oder auch Alfred Luger. Und da heißt das, dass jetzt wieder neues Kapital zur Verfügung steht für die nächsten Startups.
MarkusAbsolut, ja. Ich meine, der Florian Schwandner war ja zwischenzeitlich sogar Teil des Teams. Da habe ich damals mir fast die These gehabt, dass die jetzt recht schnell in Richtung Exit arbeiten müssen und da halt der Florian Schwandner auch mit seiner Erfahrung hands-on helfen könnte, der ja damals den Exit zu Adidas gemacht hat mit Rantastic. Es hat dann etwas länger gedauert, als ich damals gedacht habe. Da gehört natürlich auch die ökonomische, die makroökonomische Situation dazu der letzten Jahre, die grundsätzlich für Exits nicht so einfach war. Aber insgesamt ja, ein unglaublich cooles Unternehmen. Mehr als 300 Mitarbeitende aktuell über 1,4 Millionen aktive NutzerInnen. Das ist schon eine echte österreichische Erfolgsstory und eben cool. Ich glaube auch der größte, also wirklich der spannendste Player im Portfolio von einigen Business Angels, der jetzt viel Raum wieder für neue Investments schafft. Big Congrats und es gibt gleich auch eine zweite Story, die letzte Woche verkündet wurde, nämlich ein anderer österreichischer Startup, Evergreen Eversports, hat einen Merger, eine Fusion hingelegt mit einem schwedischen Unternehmen namens Magi. Die sind spezialisiert auf Recordsport. Also Eversports ist eine Plattform, bei der man allerlei Sport buchen kann oder Sportfacilities buchen kann. Also jetzt zum Beispiel zum Beispiel eben auch Tennis Courts oder Fußball Courts oder whatever. Und Magic ist da ganz stark spezialisiert auf den Recordsport, besonders auch zum Beispiel im spanischen oder französischen Markt, wo jetzt Paddle sehr stark gewachsen ist in den letzten Jahren. Und ja, die sind beide Teil einer, also bei beiden ist investiert, ein Wachstumsinvestor, der sich ja auch darauf spezialisiert hat, Märkte zu konsolidieren. Also da ist auch, wir haben im Hanau, glaube ich, letzten Sommer gesprochen, ist M ⁇ A ganz grundsätzlich Teil der Strategie, dass man hier diesen sehr zerspragelten Markt konsolidiert. Und ja, was man nicht so richtig rauslesen kann, ist wie, also wenn ich so richtig verstehe, ist die Software von Eversports ganz stark ein Part of the Deal. Gleichzeitig aber eben diese Kundenbasis von Matchy in gewissen Märkten, wo Eversports noch nicht so stark ist. Und das dürfte dann quasi so die Mischung hier sein.
SPEAKER_00Das Spannende auch wieder eben ein europäischer Player und ich habe ein bisschen verfolgt, was Hanno so auf LinkedIn dazu auch gepostet hat. Und dann hat er ihm auch Fotos gezeigt, wie recht am Anfang ihrer Journey sie schon mit dem Team von Machi zusammengesessen sind und quasi sich ausgetauscht haben und von quasi den unterschiedlichen Orten Europas besprochen haben, wie man große Player in dem Bereich aufbaut. Und jetzt sind sie zu einem Unternehmen zusammengewachsen. Es ist auch irgendwie schön zu sehen, wie sich aus unterschiedlichen Orten Europas da Innovation entwickelt hat und dass das jetzt ein starker Player wird, der international dann auch natürlich große Wellen schlagen kann. Was ich spannend finde, auch ist der Zeitpunkt jetzt der Fusion, weil im Endeffekt sich dieser Markt ja schon auch gerade verändert und es natürlich viel einfacher ist, heutzutage auch als jetzt neues Yoga-Studio zum Beispiel, sich seine eigene Buchungsplattform zu Vibecoden und es da, glaube ich, mittlerweile auch schon Templates gibt auf Lovable Co., wie du das machen kannst. Und da macht es für mich sehr viel Sinn, dass sie darauf setzen, einfach da diese große Kundenreichweite zu haben, weil im Endeffekt du halt nur gewinnen kannst, dieses Spiel, wenn du auch auf die quasi Skalierungseffekte da setzen kannst, beziehungsweise dass du eben dann vielleicht auf anderen Ebenen deinen USP aufbaust, das jetzt rein in die Software. Also zum Beispiel, dass du eben den Kunden dann das nächste Yoga-Studio in der Nähe anbieten kannst oder wenn ich in Österreich Eversport nutze, dass ich eben dann, wenn ich auf Urlaub in Frankreich bin, genauso mein Reforma-Pilates-Studio schnell über die Plattform finde und buchen kann. Also ich glaube, diese Effekte werden nochmal viel, viel wichtiger sein, als jetzt rein die Software dahinter.
MarkusJa, ich glaube auch, dass wie wir eh schon in den letzten Wochen einige Male besprochen haben, dass es für SaaS-Unternehmen gerade deutlich schwieriger wird, eine USB zu haben. Der Vorteil von Eversports und in dem Fall eben jetzt auch der gemeinsamen Plattform mit Magic ist, dass man natürlich auch einen Marktplatz ist. Das heißt, man kann eben auch den Sportstätten anbieten, dass man sagt, durch uns ist auch eine Discoverability da, durch uns, wenn Nutzer halt einfach nach einem Tenniscourt oder einem Fußballplatz oder was auch immer suchen, dann findet man auf unserer Platzform auch euch. Und das ist sicher ein ganz guter Mod.
SPEAKER_00Wir sind solche Stereotypen, Markus. Ich rede von den Yoga- und Reformer Pilates und du vom Tennisplatz und dem Fußballplatz. Okay. Fühlen sich alle abgeholt.
MarkusDas soll ich es. Ja, und wenn wir jetzt schon bei SaaS sind und wie sehr man halt auch da gerade zu kämpfen hat, wenn man in erster Linie einen SaaS-Unternehmen ist, lass uns sprechen über eine Website, die in den letzten zwei Wochen durchaus für viel hype gesagt hat. Und die ist Death by Cloud, bei dem man als Unternehmen checken kann, wie sehr man eigentlich schon replaceable ist durch eben ein Vibecoding-Tool, durch Cloud Code, wie sehr man eigentlich just ein Markdown-File ist. Und ja, da gibt es die volle Bandbreite von Safe, wo man sich überhaupt keine Sorgen machen muss, weil man eben diese Modes hat, diese Eintrittsbarrieren, die es sehr schwierig machen. Aber es gibt auch Unternehmen, wo rauskommt, dass man eigentlich schon replaced ist, wenn man so will. Und das, ja, ich habe Austrian Startups einmal eingegeben. Überraschend hoher Score, muss ich sagen. Also ich glaube, wenn ich mich echt erinnere, einen 70er, 60er, 70er zumindest. Wobei ich glaube, in dem Fall Death by Cloud Austrian Startups sehr stark in eine Ecke gepusht hat, dass wir Founder unterstützen bei der Gründung mit Heinz-On-Support im Legal-Bereich und so weiter, dass wir eigentlich jetzt nicht so viel machen. Und da hättest du schon recht, da könnte ein Agent das wahrscheinlich genauso gut. Aber die Beziehungen, die Übersetzungsleistung zwischen Startups und Politik, die Community, die wir aufgebaut haben, auch auf einer persönlichen Ebene, ich glaube, die ist nicht so einfach zu ersetzen durch einen Marktanfile.
SPEAKER_00Ich habe jetzt gerade einfach zur, weil wir gerade darüber gesprochen haben, Eversports eingegeben in die Website. Und er sagt schon Critical. Also der Score ist 52.
MarkusDurchschnitt quasi. Und hat richtig analysiert, dass der Marktplatzaspekt schwieriger zu replacen ist, oder?
SPEAKER_00Das wird hier nicht genannt.
MarkusOkay. Na gut, dann mag sein, was jetzt aber auch. Also vielleicht auch kurz attractive. 12 von 100, also sehr safe. Erklärt, weil wir einen sehr guten Exit jetzt hingelegt haben.
SPEAKER_00Aber es ist schon crazy. Also auch so Tools nämlich wie Canva, zeigt sie dann auch gleich den Skill an, mit dem du es replacen kannst. Also es ist schon, das ist gerade so eine spannende Zeit. Wie stark nutzt du Claude? Was sind deine Lieblingsskills? Hast du einen Lieblingskill, den du nutzt?
MarkusAktuell noch relativ wenig mit Skills, viel mit Cowork, jetzt zum Beispiel für Podcast Research. Aber der Speed of Progress ist hier schon gewaltig.
SPEAKER_00Ja, schon.
MarkusWas ist dein Lieblingsskill?
SPEAKER_00Ich bin auch bei den Skills gerade noch am Anfang, das zu nutzen. Ich habe jetzt schon angefangen mit eben so Design Skills, um ein bisschen zu spielen, aber da finde ich eigentlich noch cooler die Integration, also dass du Canva ja zum Beispiel verknüpfen kannst und dann promptest du halt, was du möchtest und dann kannst du direkt in Canva dieses Template dann bearbeiten. Das finde ich eigentlich nochmal, also passt gerade in meinen Workflow besser. Was ich auch gerade einfach sehr stark nutze, ist, dass ich meinen ganzen Desktop aufräume mit Cowork und dieses Files benennen, Files-Ordnen. Das ist gerade so meine Einstiegsdroge. Aber es ist ein Wahnsinn, wie man sich verlieren kann und wie die Stunden verfliegen, wenn du eintauchst in Claude Coburg.
MarkusAllerdings. Ja, ich frage mich dann auch immer, es ist natürlich viel Zeit, die man da reinsteckt, ist sehr relevant wahrscheinlich für die Zukunft auch. Man lernt ja auch, man baut ja hier ein System, was einen dann effizienter macht. Gleichzeitig baut man natürlich auch eine gewaltige Abhängigkeit auf. Also wenn jetzt die Musik aufhört zu spielen und plötzlich die großen AI-Labs sich nicht mehr refinanzieren können und deshalb Preise massiv steigern müssen. Also ich habe letztens gesehen, es gab einen Cloud-User, der ganz normal den Max-Plan nutzt, also 200 Dollar im Monat zahlt, aber 20.000 Euro an Credit Costs eigentlich verursacht für Cloud. Also die subventionieren gerade massiv, was hier passiert. Und das wissen wir aus der Vergangenheit, ja, wenn das dann halt irgendwann nicht mehr finanziert wird von VCs, dann schaut es schlecht aus, weil dann, also 20.000 Euro zu zahlen dafür, bin ich mir nicht sicher, wie viele, das ist jetzt ein Edge Case, vielleicht hat der auch so viel Nutzen, dass 20.000 Euro relevant wären. Aber da muss man, glaube ich, schon noch aufpassen, inwiefern man verlernt man dadurch auch Dinge, die man vielleicht auch in Zukunft noch brauchen wird. OpenAI plant sicher einen Börsengang, ein Shopping kann ich mir auch gut vorstellen, weil dann halt irgendwann die Sources of Money ausgehen, die sie jetzt noch für diese Super nutzen können.
SPEAKER_00OpenAI hat gerade heute auch wieder announced, sie haben eine neue Finanzierungsrunde aufgenommen, nämlich von 122 Milliarden Dollar, um eine Super-App zu bauen. Also ja, ich glaube, noch braucht es ein bisschen, bis ihnen das Geld ausgeht. Aber du hast recht, ich glaube auch, ein IPO wird nicht mehr weit weg sein. Und dann ist man nochmal halt auch abhängiger von wie der Markt auch reagiert. Und ja, bin ich gespannt.
MarkusJa, also auch bei diesen Finanzierungsrunden, glaube ich, muss man vorsichtig sein, weil was sie auch machen, ist, sie announcen die gleiche Finanzierungsrunde, glaube ich, viermal. Jedes Mal, wenn sie wieder einen zusätzlichen Finanzierungsschub kriegen, dann erhöht sich das wieder. Aber sie announcen es eigentlich so wie eine neue Grunde. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob das wieder so ist. Heute ist auch der 1. April, wenn wir aufnehmen, aber ich glaube, das ist tatsächlich real News. Ich habe mir extra vorgenommen heute, wenn wir frische News haben. Auf jeden Fall Doublechecken, ob es ja real ist. Ich glaube, das ist real, aber ich glaube, es ist ein recycelte Finanzierungsrunde. Also im Sinne von, sie haben schon einmal announced und haben jetzt aber erhöht. 122 Millionen ist natürlich trotzdem ziemlich gewaltig. Also du hast recht, die Musik hat noch nicht aufgehört zu spielen. Wir haben sicher noch einen Runway, mit dem wir arbeiten können. Ein Börsengang wird natürlich nochmal sehr viel Geld reinspülen. Aber ja, es ist eine.
SPEAKER_00Aber ja, es ist schon noch spannend, weil du baust es dann schon auf einem Tool auch auf. Also ich habe zuerst halt sehr lange jetzt OpenAI genutzt und ChatGPT. Und jetzt habe ich meine OpenAI-Mitgliedschaft gekündigt und bin zu Cloud gewechselt und musst halt schon dich dann wieder mit dem neuen quasi Ökosystem auseinandersetzen und so weiter. Und du hast dann schon natürlich irgendwie, also natürlich, du lernst einfach mit jedem Tool weiter und sie agieren ja sehr ähnlich, aber trotzdem hast du dann so ein bisschen Sangkosts, auch wenn du jetzt irgendwie ständig hin und her switcht. Und jetzt habe ich mir, als ich diese News gelesen habe, gleich wieder gedacht, okay, vielleicht wird das jetzt auch genutzt, damit halt man wieder den Vorschruck, den Anthropic jetzt sich geschaffen hat, wettmacht. Und wir sehen ja auch noch gar nicht, was jetzt Open Claw, beziehungsweise der Peter Steinberger innerhalb von OpenAI bauen wird und war das jetzt die richtige Entscheidung von JGBT wegzugehen. Also es ist eine spannende Zeit.
MarkusAllerdings. Ja, und zurückkommen zum Thema Replace by Claude. Es gibt nicht nur Death by Claude, es gibt mittlerweile auch Replace by Cloud, bei dem man Personen auch oder als Person sich quasi testen lassen kann. Das Ganze analysiert dann ein LinkedIn-Profil und gibt dir mit viel Humor eine Einschätzung, wie sehr du als Person ersetzbar bist. Und? Ja, ich bin in hohen 50ern. Ich glaube, es ist ein guter Test, wie du bist, weil wir sollten wahrscheinlich relativ ähnlich sein von unserem Jobprofil. Aber ja, ich glaube, 58 was.
SPEAKER_00Genau. Same.
MarkusInteresting. Das sagt quasi unsere politischen Kontakte sind schon viel wert und unser Trust in Brüssel und so. Aber es gibt schon Teile, die man optimieren und automatisieren kann. Er hat das Ganze ja auch recht, damit experimentieren wir ja. Ja, vielleicht ist das auch etwas, was ihr probieren wollt. Es ist natürlich mit einer Prise Humor zu nehmen. Ich glaube, allzu ernst sollte man es nicht nehmen, aber es ist schon ein Zeichen der Zeit, wo wir uns aktuell bewegen und was für lustige Tools es da draußen gibt. Weniger lustig ist das, was in der Straße von Hormus und im Iran passiert. Das ist natürlich nicht lustig, wenn man in einem Kriegsgebiet grundsätzlich ist, aber es hat mehr und mehr jetzt einfach auch Folgen für uns alle, weil diese Straße gesamtökonomisch eine sehr wichtige Rolle einnimmt. Da geht es natürlich ums Öl. Die Folgen davon spüren wir schon seit Wochen, wenn man sich die Benzin- oder Kerosinpreise ansieht. Aber mit jeder Woche, die diese Straße länger nicht befahrbar ist, sind auch mehr und mehr andere Folgen auf die Weltwirtschaft absehbar. Sie rollt da eine durchaus gewaltige Welle auf uns zu, dadurch, dass Öl in sehr vielen anderen Produkten neben den klassischen direkten Raffinierungsprodukten ist, also auch Plastik und Co. Also auch andere Themen, die oder andere Produkte, andere Rohstoffe, die durch diese Straße fließen, sei es jetzt zum Beispiel Düngemittel, sei es Helium, das wiederum in allerlei Produkten verwendet wird. Das heißt, es ist ein bisschen so, ich glaube, du hast vorher gesagt, wie bei Corona, dass wir wissen, also dass wir schon irgendwie so sehen, da kommt eine Welle auf uns zu, aber wir wissen noch nicht so wirklich, was wir dagegen tun können. Man Ja, tricky. Nämlich auch im Sinne von, wenn wir jetzt einen Tech-Podcast, wenn wir da wieder zurückspinnen auf das, was wir gerade sehen, haben wir gerade Exits gesehen. Es war, glaube ich, für viele die Hoffnung, jetzt gibt es ein IPO-Fenster, wo generell in der Startup-Szene wieder viele Möglichkeiten entstehen. Mit der Unsicherheit ist das Ganze gleich wieder deutlich schwieriger geworden. Und die Inflation kommt zurück, die ja für eine Wirtschaft insgesamt, eine Volkswirtschaft immer ein Gift ist. Und wenn jetzt zum Beispiel Düngemeter ausfüllen, dann kann auch sowas wie Nahrungsmittelknappheit, besonders in weniger entwickelten Ländern, ein echtes Thema werden. Also es ist nur zu hoffen, dass hier bald eine Lösung gefunden wird. So sehr das auch mit unserem orangenen Freund in Amerika vielleicht nicht so einfach ist.
SPEAKER_00Ja, was ich spannend finde, ist, also die Börse entwickelt sich, ja, also hat noch gar nicht so stark drauf reagiert. Aber man sieht halt, dass viel weniger Trading-Volumen da ist. Und da habe ich auch vor ein paar Wochen mit dem Christian gesprochen, der gemeint hat, ja, für BitPanda ist es halt vor allem, also es ist einfach gut, wenn getradet wird, auch wenn quasi die Kurse fallen. Und das Schlechteste ist eigentlich, dass die Leute einfach abwarten, was passiert. Also von dem her, weil du angesprochen hast, ja, Fenster für Börsengänge, das ist ja das Startup, was wir, oder Scale Up, dass wir da schon sehr genau beobachten, wo die nächsten Schritte hin sind. Und was ich auch irgendwie an dieser ganzen Krise so heftig finde, ist, wenn wir es jetzt mit Corona vergleichen. Corona ja war ein Riesenschock für die Weltwirtschaft und natürlich ganz, ganz viele negative Implikationen. Und da hattest du auch noch, dass die Thematik, dass eben weltweit das auch eine Gesundheitskrise natürlich war. Aber was wir gesehen haben, ist, dass es auch ein Riesenboost war für Startups, die Lösungen geschaffen haben und dass die ganze Welt so auch auf wissenschaftlicher Basis zusammengewachsen sind, weil man gemeinsam eine Impfung gesucht hat und da plötzlich auch Möglichkeiten aufgegangen sind der globalen Zusammenarbeit, die du davor nicht hattest. Und das ist jetzt etwas, also auf der Ebene kann man es nicht mit der Corona-Krise vergleichen, weil ich das Gefühl habe, es ist jeder nochmal stärker auf meine eigene Souveränität und wie schaffe ich es als Land oder als Kontinent quasi am wenigsten von dem Ganzen betroffen zu sein und wie können wir uns von den anderen noch besser abschotten. Und hat sicher in manchen Aspekten auch einen positiven Schub. Also gerade in Richtung quasi natürlich technologische Souveränität ist auch eine Möglichkeit für lokale Startups, hier mehr Unterstützung, mehr Kunden, mehr Funding zu bekommen. Aber oder auch in der nachhaltigen Energiebranche, dass da sich was tut, aber ich habe das Gefühl, halt sehr lokal bezogen und weniger diese globale Zusammenarbeit. Hast du das Buch Project Hail Mary gelesen? Süderlig. Es ist im Endeffekt ein Fiction-Buch, wo es darum geht, dass die Erde immer weniger sonnig bekommt und von quasi die Sonne ist von einem Parasiten befallen. Und dann wird quasi eine Gruppe an Personen ins All geschickt, um eine Lösung zu finden. Und das ist eben dieses Project Hail Mary. Hail Mary ist das Raumschiff. Aber da geht es halt auch ganz stark darum, wie halt aus dann, also dadurch, dass die Welt einfach betroffen ist, die Grenzen überhaupt keine Rolle spielen, sondern da halt ein Russe, ein Amerikaner, ein Italiener gemeinsam eben auf diesem Schiff sind, um die Welt zu retten. Und das hat mich ein bisschen an die Corona-Zeit erinnert, aber davon sind wir jetzt gerade wieder sehr weit weg.
MarkusJa. Nein, du hast ja vollkommen recht. Und ich glaube, das Schöne an Corona war ja wirklich auch, was das mit der mRNA-Forschung gemacht hat und was da für Sprünge auch passiert sind, die eigentlich längst überfällig gewesen wären, aber es hat dieses gemeinsame Problem gebraucht, damit hier diese Quantensprünge auch passieren können. Die wir jetzt hoffentlich eben auch in anderen Bereichen als bei der Corona-Impfung dann einsetzen werden können, sei es Krebs oder ähnliches, wo sehr viel Forschung aktuell auch dazu gibt. Und das Problem, was natürlich logischer Schritt wäre, dass Energieunabhängigkeit, Energieinfrastruktur, erneuerbare Energien jetzt natürlich davon auch einen Pust bekommen. Das, was man halt von der Energiekrise von vor ein paar Jahren durch die russische Invasion in der Ukraine gelernt hat, ist, dass das Problem mit Energie ist, dass du so unglaublich lange Zeit brauchst, um solche Systeme umzustellen, um solche Systeme weiterzuentwickeln. Und durch diese lange Investitionsdauer hast du halt weniger Agilität. Und jetzt viele Startups, die in dieser Krise entstanden sind, sind jetzt im letzten Jahr wieder eingegangen, weil es halt nicht mehr diesen Druck gab. Also du brauchst eigentlich ein längeres Zeitfenster. Und das macht das Ganze nochmal deutlich schwieriger. Trotzdem, ja, die Hoffnung bleibt, dass Europa dadurch halt auch sich nochmal mehr am Rimmen reißt und sagt, wir müssen jetzt unabhängig von Amerika werden, weil wir nicht wissen, wie sehr das noch tatsächlich Alliierte sind, wie sehr das tatsächlich auch noch Leute sind, die uns unterstützen. Auch das geht nicht von heute auf morgen, besonders im militärischen Sinne, was man gesehen hat, dass wir zumindest in gewissen Bereichen, jetzt zum Beispiel Drohnen, tatsächlich in Europa mit der Ukraine ein Land haben, das da weltweit führend ist und gleichzeitig. Das ist übrigens.
SPEAKER_00Ja, Entschuldige.
MarkusGo ahead.
SPEAKER_00Das finde ich übrigens ein ganz spannendes Thema. Ich war jetzt gerade in Brüssel und habe die anderen europäischen Startup-Netzwerke getroffen und der SBIN, der leitet die dänische Startup-Organisation, der hat vor drei Jahren beschlossen, oder vor zwei Jahren, dass er sich dafür einsetzen wird, dass nicht nur quasi Waffen in die Ukraine gebracht werden, sondern dass der ukrainische Tech, das ukrainische Te-Ökosystem dabei unterstützt wird, ihre Drohnen-Technologien etc. bauen zu können. Und der ist fast jede Woche im Kiew. Und der hat gesagt, es ist unglaublich, mit was für einem Speed und was für einer Dedication die Leute da arbeiten, Tag und Nacht. Es geht halt um wirklich Leben und Tod. Von dem her ist er eine ganz andere Urgency. Er hat gesagt, jedes Mal, wenn er nach Dänemark zurückkommt, hat er das Gefühl, es tut sich einfach nichts, weil das so ein absoluter Unterschied ist. Und er sagt, wenn es die Ukraine schafft, da quasi den Krieg zu gewinnen, dann wird es das Israel von Europa werden. Und das glaube ich auch.
MarkusIst ja ein ähnliches, ein guter Vergleich auch, weil natürlich die Innovation, die warum Israel so unglaublich innovativ und craftig ist, ist durch den Thread, den es da gegeben hat, über, oder immer noch gibt es natürlich über Jahrzehnte, wo man gewusst hat, es gibt diverse Nachbarn, die einfach die Existenz des Staats nicht anerkennen und deren auch Ziel es ist, diesen Staat zu vernichten. Und das schafft Fokus, das schafft Speed, das schafft Rahmenbedingungen, die die Innovation wirklich ermöglichen. Während wir natürlich in unserer Welt viel darauf aufgelegt ist, dass bestehende Industrien geschützt werden, weil da geht es ja auch um Arbeitsplätze, dass man eher vorsichtig ist in allen Dingen, die man tut und nicht diesen Druck spürt. Und ja, dass man natürlich trotzdem jetzt mit Drohnen nicht alles machen kann, das ist, glaube ich, auch klar. Und genau da braucht es aktuell auch noch den Support von Amerika und das bringt Europa in eine unglaublich schwierige Situation, wo ich viel Respekt habe auch vor den Menschen, die das navigieren müssen. Also den Clowns, die aktuell die Weltpolitik dominieren, dass man mit denen irgendwie eine Basis erhält, während sie noch und noch dümmere Entscheidungen treffen. Also das ist nicht einfach, trotzdem spannende Zeiten und hoffen wir, dass sich am Ende möglichst alles zum Guten wendet und wir diese Kurve jetzt nochmal kratzen.
SPEAKER_00Ja, und ich glaube, Europa muss da schon noch eine große Rolle in dieser Entwicklung spielen. Und also eben auch gerade die Konversation mit Espern hat mir nochmal stärker vor Augen geführt, dass wir hier als Europa schlagkräftiger werden müssen und auch uns, auch als Österreich uns nicht da zum Beispiel nur auf unsere Neutralität ausreden dürfen, weil im Endeffekt, wenn die Ukraine fällt, dann haben wir Ungarn vielleicht als nächstes, die eh schon sehr unschwörlich ist und dann haben wir sie schon vor der Haustür. Also das ist so ja, also ich glaube, wir verdrängen das sehr gerne, wie groß dieser Threat eigentlich auf unsere eigene Sicherheit auch ist. Und dadurch, dass dieser Krieg jetzt schon so lang geht, also ja, es hat echt nochmal einen, hat bei mir nochmal eine Urgency angestoßen.
MarkusNein, nein, das ist natürlich die Ironie der Neutralität, so wie sie auch aktuell gelebt wird, ist bemerkenswert. Also wir verstecken uns hinter diesem Thema natürlich, weil das über Jahrzehnte eine unglaublich komfortable Position, weil wir rundherum lauter NATO-Staaten hatten, die uns quasi free protection gegeben haben. Aber in der Form, wie sich das jetzt entwickelt, auch du hast Ungarn angesprochen, da gibt es jetzt eine Wahl, die natürlich spannend ist auf der Ebene, aber wenn dort Orban an der Macht bleibt, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass der halt einfach Russland durchwinkt. Und ja, ich glaube, wir sind überhaupt in der österreichischen Mentalität wird dieses Thema einfach, diese Tür wird zugehalten, bis es nicht mehr ignorierbar ist. Und das ist natürlich zaugefährlich und damit wissen natürlich auch die geopolitischen Stakeholder, dass Österreich nominell neutral ist, aber eigentlich trotzdem Russland verurteilt und so weiter, das merken ja auch die Russen. Also mal schauen. Es ist in jedem eine nicht ganz ehrlich geführte Diskussion, sagen wir so. Gut, was haben wir noch? Wenn wir jetzt schon über europäische Souveränität sprechen, lass uns vielleicht über eine österreichische News sprechen, nämlich gibt es einen sogenannten Listing Act, das ist eine U-Richtlinie. Ich hoffe, das ist jetzt richtig, die eben auch Österreich jetzt umgesetzt hat. Und ja, da gab es Reaktionen aus der Start-up-Szene dazu, unter anderem du. Erzähl uns einmal, worum es da geht.
SPEAKER_00Ja, also im Endeffekt geht es darum, dass es einfacher und schneller werden soll, dass man auch an die Börse geht, auch in Österreich. Und im Endeffekt ist das ja ein großes Thema, das wir europaweit haben. Es fehlt an Exit-Markt bzw. dann auch einem guten IPO-Markt. Und die meisten Scale-Ups wandern für einen Börsengang dann vor allem an die New York Stock Exchange ab. Und dem möchte man entgegenwirken. Und ein erster Schritt dafür war auf EU-Ebene dieser AI-AI, sage ich jetzt schon, alles is AI, der Listing Act. Genau, also hier wurden im Endeffekt Barrieren reduziert. Und wir begrüßen das natürlich. Trotzdem glaube ich nicht, dass das jetzt der riesen Change wird, wo jetzt dann alle Startups plötzlich sagen, sie gehen in Österreich, wenn sie dann einen Börsengang planen an die Börse. Weil im Endeffekt der größte Treiber für einen Börsegang ist, wo habe ich am meisten Zugang zu Kapital. Und um das in Europa zu schaffen, brauchen wir eine große gemeinsame Börse. Ich habe auch in Brüssel jetzt ein bisschen versucht zu verstehen, wie kommen wir dahin oder was könnten da Möglichkeiten sein. Und es gab schon mal die Ambition vor einigen Jahren, zum Beispiel einer deutschen Börse, ich glaube es war Stuttgart oder Frankfurt, die versucht haben mit der Londoner Börse zu fusionieren. Und das ist gescheitert aus kartellrechtigen Gründen. Und tatsächlich auf EU-Ebene wurde das gekippt. Was mich wieder zu dem Punkt bringt, wollen wir überhaupt Skalierung Bigzick und einen gemeinsamen Kapitalmarkt? Das war natürlich noch in einer Zeit, wo Wettbewerbsfähigkeit nicht das Thema der Stunde war, anscheinend. Aber genau, also von dem her, das wäre eigentlich der Weg, dass man sagt, hey, es gibt da große europäische Börsen, die sagen, wir fusionieren.
MarkusSpannend. Weil was ich auch gehört habe, ist, dass manchmal halt zu Länderinteressen, also dass dann halt dann die Frage ist, okay, wenn jetzt, ich glaube, aktuell wäre wahrscheinlich Eurostox und die Frankfurter Börse vielleicht die zwei großen, dass dort dann halt auch eben, wo ist dann der Hauptstandort, wie nennt sich dann diese Börse, dass es da auch halt gewisse Befindlichkeiten gab, die manche Dinge verhindert hat, aber dass das sogar kartellrechtlich mit der Londoner Börse eine Fusion verhindert würde, das war mir nicht bewusst. Und ist auch bezeichnend. Also ja, ich glaube, du hast recht, da einen gemeinsamen Börsenplatz zu schaffen, wäre sicher ein wichtiger Schritt. Ich glaube, noch der allergrößte Schritt wäre halt wirklich auf Ebene, also dass man grundsätzlich mehr Kapitalmarktkultur in Europa schafft. Also mehr auch Personen dazu anregt, ihr privates Geld an der Börse zu veranlagen und da besonders halt auch die Pensionssysteme so zu gestalten, dass es ein kapitalgedecktes Pensionenmodell gibt, sodass Menschen halt, so wie in Amerika, das ist der große Unterschied, da auch langfristig ihr Geld ihre Pensionen am Kapitalmarkt anlegen. Weil einerseits ist es für die Menschen besser, weil besonders bei Pensionen, wo es so unglaublich langfristige Anlageformen ist, macht das, wenn man sich das historisch ansieht, macht es einfach Sinn. Und andererseits ist es für die Wirtschaft einfach notwendig, um eine bessere Finanzierbarkeit von Investitionen zu ermöglichen. Also da wären das sicher die großen Würfe. Trotzdem ist es gut, wenn man sagt, okay, man schafft jetzt auch zumindest gewisse bürokratische Hürden ab. Ist sicher nicht schlecht. Gut, was hatten wir sonst? Es gab gestern einen Leak von Clot Code, Source Code. Das klingt jetzt ein bisschen verkappt, aber eben der Source-Code von Clot Code wurde veröffentlicht. Versehentlich. Es wurde dann das Ganze auf GitHub hochgeladen, was ein Copyright Infringement darstellt. Deswegen haben natürlich, ich bin mir sicher, da hat auch ein Tropic sehr schnell gleich einmal Unterlassungserklärung, wie nennt man das? Also, hat quasi eine Clarksandrohung gemacht und so weiter, um zu erreichen, dass das sehr schnell wieder wegkommt. Was dann aber spitzfindige Menschen in der Zwischenzeit gemacht haben, ist, dass sie diesen Code von Claude Coates, der ich glaube, in TypeScript geschrieben ist, haben sie in einer anderen Programmiersprache neu geschrieben und so dann veröffentlicht. Und das ist theoretisch kein Copyright Infringement. Jetzt kann man sagen, natürlich sollte das auch ein Copyright Infringement sein, aber nachdem es in einer anderen Programmiersprache ist, ist es da eine Veränderung vorhanden, die zumindest laut der aktuellen Interpretation vom Copyright-Recht kein Problem darstellt. Und bis jetzt hat auch ein Tropic zumindest unseres Wissens nach nichts dagegen getan, durchaus auch, weil sie wahrscheinlich selbst sonst in die Padoule kommen, weil so wie AI-Modelle trainiert werden, ist es ja auch so, dass man auf bestehendes Wissen teilweise auch Copyright geschützt, sei es Bücher, sei es Content online, sei es andere AI-Modelle, dass man das nutzt, gibt es sogar einen eigenen Begriff, glaube ich, Distillieren heißt das, wie die AI-Modelle voneinander lernen und voneinander abschreiben. Also natürlich ist auch Cloud Code auf Interpretationen von oder auf der Vorlage von anderen Quellen aufbauend. Und dementsprechend, glaube ich, tut man sich da auch schwer jetzt zu sagen, naja, das ist ein Copyright-Infringement, weil man sich da wahrscheinlich selbst halt sich auch anklagbar machen. Das bedeutet, Stand jetzt ist der Source-Code von Cloud, zwar in einer anderen Sprache, aber in der Essenz eigentlich schon offen, zugänglich für alle, ist quasi nicht mehr closed source, sondern Open Source by Accident. Und das ist natürlich einerseits spannend für Menschen, die auf der Basis dann halt Dinge bauen können. Andererseits aber für ein Tropic natürlich auch ein Problem, weil die Konkurrenz liest das natürlich auch und sieht dann halt schon gewisse Parameter, die in diesem System verwendet werden. Und man ist ja da durchaus Marktführer aktuell, wenn es um die Enterprise geht. Das heißt schon ein ziemliches Problem für die Mannschaft von Entropic.
SPEAKER_00Ja, ist halt echt spannend, weil es einfach wieder aufzeigt, wie schwierig das gesamte Copyright-Thema für AI-Unternehmen ist. Egal, ob es sie selbst betrifft oder die Daten, die sie nutzen. Es gab ja auch letzte Woche da einen Vorschlag vom Mystery-Gründer, dem Arthur Mensch, der gesagt hat, es sollten AI-Companies eine Abgabe in Europa zahlen, mit der man quasi dann die Möglichkeit hat, dass es so eine Art Fund gibt, der dann die ganzen Personen zahlt, die ihren Content zur Verfügung stellt und im Endeffekt man dann keine Sorge haben muss, dass man irgendwie Copyright Infringement macht, wenn man zum Beispiel Mistral nutzt. Also ja, es ist einfach noch nicht klar, wie das geregelt werden kann. Und auch dadurch, dass es sich so dynamisch weiterentwickelt, ja, ist es sehr schwierig. Ich glaube nicht, dass AI-Firmen da jetzt sehr positiv drauf reagieren, wenn es heißt, es ist einmal eine pauschale Betragzahl quasi von ihrem Umsatz abhängig für ihr Copyright-Use. Auf der anderen Seite wissen wir auch, dass unklare rechtliche Rahmenbedingungen auch hinderlich sind für eine innovative Weiterentwicklung.
MarkusNaja, und man muss schon sagen, die AI profitiert halt auch davon, dass sie gute vertrauenswürdige Quellen hat. Also die aktuelle Lage in der Medienlandschaft ist wirklich dramatisch. Es ist für Qualitätsmedien unglaublich schwierig, aktuell Geld zu verdienen. Also ich könnte mir schon vorstellen, dass auch künstliche Intelligenz wahrscheinlich ein eigenes Interesse daran hat. Dass diese Qualitätsmedien weiter auch bestehen. Also vielleicht findet man dann doch einen Weg, wo man sagt, ich glaube, technologisch sollte das möglich sein. Man sagt, dass die Medien, von denen AI oder auf die AI vertraut, dass die dann halt vielleicht irgendeine Copyright-Abgabe, muss ja nicht gewaltig sein, aber da schon einen Beitrag leisten dazu, dass diese die Medienlandschaft besteht. Und in der Form, ich glaube, wahrscheinlich weltweit ist die New York Times das eine Modell, wo ein hat zwar politisch eine Schlagseite, aber grundsätzlich schon ein Qualitätsmedium es geschafft hat, durch Abos, besonders auch digital-Abos, wirklich ein tragfähiges Geschäftsmodell zu bauen. Sonst ist das sehr dünn und dafür hat es auch Trump gebraucht, als Feindbild, als Brennstoff. Also ich glaube, könnte man schon vorstellen, jetzt in einer Vision, wo halt, wenn diese ganze AI-Wette aufgeht und irgendwann die Musik nicht aufhört zu spielen, dass dann halt auch die AI-Modelle oder Modellanbieter ein Interesse haben, dass Qualität belohnt wird, auch Zuverlässigkeit belohnt wird. Der ATU-Mensch ist jetzt ein Anbieter, der einzige europäische, der Relevanz hat. Aber ich glaube, das ist gar nicht so weit entfernt von einem potenziellen Szenario, dass man sagt, eine moderate Abgabe, die aber für Medien aktuell einen sehr wichtigen Bestandteil leisten würde. Für General Publisher macht vielleicht Sinn.
SPEAKER_00Ja, und du hast halt dann die Sicherheit, dass du jetzt nicht plötzlich dann eine Riesenklage bekommst und dann vielleicht wirklich eine hohe Zahlung plötzlich hast, obwohl du dir irgendwie gar nicht bewusst war, dass du jetzt große Copyright Infringements gemacht hast. Also von dem her schauen sie sich weiterentwickelt.
MarkusAktuell gibt es ja auch Deals. Also es haben ja einige AI-Modelle haben ja schon mit Medienunternehmen oder mit Reddit oder ich meine, Twitter hat ihr eigenes AI-Modell, aber da gibt es schon jetzt Agreements auf individueller Basis. Man könnte natürlich auch sagen, es gibt da eine generelle Abgabe, wo gemessen wird, welche Medien wie zur Rate gezogen werden. Aber ja, es ist jedenfalls ein komplexes Feld, ein Feld, was auch ganz schwierig ist einzuordnen, weil jede menschliche Arbeit wird in irgendeiner Form inspiriert von bestehenden Content, den man konsumiert hat. Also das ist schon eine Grauzone auch. Aber ja, ich glaube, dass es Qualitätsmedien gibt, das ist im Interesse jeder Demokratie. Und dann muss man sich ja auch Wege finden, wie in der Zeit von heute, wo man halt vieles dann über AI konsumiert, das dann trotzdem auch wieder gespiegelt wird, wo dieser Content herkommt. Gut, was haben wir noch? Ziemlich busy week. Ein Artikel, der ziemlich viral gegangen ist, beschreibt, dass es in Zukunft in einer Tech Company Nummer vier Jobs geben wird. Also anders als jetzt mit den ganzen Jobprofilen, die sehr stark content oder, sag ich mal, funktional orientiert sind, hast du dann eigentlich so vier Rollen noch in der Organisation. Einerseits hast du, was da genannt wird, Product Engineers, Vibecoders, Product Managers, Slob Canons. Da steht, this is the high velocity, high-tool-use generalist. They are obviously not restricted to product and engineering roles. Anyone can be commercial and product-minded. Also einfach die Leute, die quasi AI ganz stark auch nutzen, um dann Dinge zu kreieren. Sehr stark AI-powered and ganz stark auf Speed orientiert, einfach sehr, sehr, sehr schnell Dinge rauspushen. Andererseits steht dann hier Security SRE Infra, wo man sagt, okay, es gibt dann so viel Neues, was gebaut wird, da muss irgendjemand dahinter aufräumen und schauen, ob das eh alles mit rechten Dingen zugeht. Das beschreibt er als Hot People, was wahrscheinlich eine, was nicht jetzt unbedingt äußerlich attraktive Menschen nur angeht, sondern einfach Leute, die das repräsentieren können. Sales, Experience, Custom Experienced People oder Leute, die, sage ich einmal, das Ganze auch attraktiv machen können für Investoren, das Ganze attraktiv machen können für Kunden, das Ganze ansehnlich machen und was eher als Grown-Ups bezeichnet. Also Menschen, die viel Erfahrung mitbringen und gewisse Dinge hinterfragen. Die Governors sind in dem Ganzen, also de facto Leadership, was dann halt auch immer wieder mal auf den Tisch haut und sagt, das macht keinen Sinn. Das ist sehr viral gegangen. Viele Leute diskutieren jetzt darüber, wo sie sich selbst wiederfinden. Ob das dann tatsächlich so. Also ich glaube, ich bin wahrscheinlich schon, also jetzt in Austrian Stars bin ich wahrscheinlich ein Grown-Up, oder? Was sagst du?
SPEAKER_02Du?
MarkusAuch schon ein Grown-Up schon, oder?
SPEAKER_00Ja. Ich glaube manchmal auch jemand, der versucht, das nach außen zu verkaufen. Hot People. Aber ja, wahrscheinlich ein Mix. Wobei ich wäre, glaube ich, gern noch mehr der Product Engineer Vibecoder, der da einfach rauspusht. Weil ich glaube, dass das im Endeffekt etwas sein muss, das muss sich über alle Rollen eigentlich ein bisschen, also jeder muss das, es wird keine Rolle geben, wo man nicht sich stark mit AI-Tools beschäftigt und seine Arbeit extrem effizienter durchmacht und AI-Powered einfach schnell wird im Exekuten. Ich glaube, was schon, glaube ich, für viele herausfordernd wird, ist, was für ein Speed damit in die Arbeitswelt kommt und damit auch ein gewisser Druck, weil die Erwartungen, was du in einem gewissen Zeitraum eigentlich produzieren können müsstest, einfach extrem steigen werden. Und die jetzt schon steigen.
MarkusNein, es gibt viele Erfahrungsberichte, die sagen, ja, mit AI hat eigentlich dazu geführt, dass man nur mehr arbeitet, weil man aktuell gerade das Gefühl hat, wenn man es nicht tut, dann verpasst man so viel. Und dann ist einfach die Effizienz in die Produktivität einmal so viel größer, dass dadurch man, besonders wenn man intrinsisch motiviert ist, wenn man High Agency hat, dass man eher dazu motiviert ist, dass man das Gefühl hat, ja, man muss jetzt Gas geben, weil jetzt ist a Window of Opportunity. So ja. Let's see. Lass uns in einem Jahr wieder drüber sprechen und dann schauen, wie die Tech Companies der Zukunft aufgebaut sind. Wer da das Sagen hat. Gut, dann haben wir noch zwei kurze Kategorien am Schluss. Einerseits ein Aufruf. Es gibt eine neue Plattform, die heißt Scaling Europe Top 50. Da haben sich Deal Room zusammengetan mit Sepp Johnson und die machen ein Ranking der 50 schnellstwachsenden europäischen Unternehmen oder 50 spannendsten. Schnelles Wachstum ist eine der wichtigsten Kriterien da. Ich glaube, es ist ein Mix aus generell absolutem Umsatz und Umsatzwachstum, also der Kegar. Und da kann man sich jetzt, glaube ich, eine Woche lang mit den Zahlen dort bewerben. Das läuft so ein bisschen auch ab wie beim EY Scale Up Award. Also man muss ein bisschen offenlegen, was man eigentlich erreicht hat. Das Ganze soll relativ zeitaktuell sein, also anders als andere Rankings, wo man dann halt so drei, vier Jahre in die Vergangenheit schaut, soll das halt die Gegenwart widerspiegeln. Und das ist ein Appell hier bitte auch an österreichische Startups. Bitte macht es da mit und zeigt es, was ihr drauf habt. Es gibt ja ein paar Rankings, wo wir dann gar keine Österreicher dabei haben, auch oft, weil sie übersehen werden. Also in dem Sinne, wenn ihr das Gefühl habt, ihr seid da echt ein Outlier besonders und ihr wächst wahnsinnig schnell und habt aber auch schon eine Umsatzbasis, vielleicht ein Tracktift da draußen oder aber vielleicht auch mal was Jüngeres wie Phony oder so. Fände ich schon cool, wenn wir Österreich da auch vertreten hätten.
SPEAKER_00Yes. Kann ich nur unterstützen.
MarkusEurope Top 50 heißt das. Findet man schnell. Und dann haben wir einen Newcomer der Woche. Eusdela. Da lacht der Jakob Stein, Schaden vom Family. Was ist Eustella?
SPEAKER_00Ja, also der Jakob, dass der sich viel mit AI beschäftigt, das hat man ja nicht übersehen können. Auch sein Podcast, den er schon länger macht diesbezüglich und jetzt hat er verkündet, sein ganzes Wissen hat er jetzt in ein Produkt gegossen. Und zwar mit Eustella. Hier möchte er die europäische Alternative für die Go-To-AI-Plattform und AI-Agent-Plattform vor allem entwickeln. Also im Endeffekt soll das deine europäische AI-Agent-Infrastruktur werden und hat da auch schon eine erste Finanzierung aufgenommen. Auch Hansi Hansmann ist an Bord und Hermann Futter, die sich dahinter gestellt haben und wird alles auf europäischen Open Source Modellen aufgebaut, quasi Privacy und Safety als ganz großes Fokusthema ganz in das Produkt eingebaut. Mobile First, was ich auch spannend finde, weil viele der quasi zum Beispiel Cloud AI und Cowork ging ja zum Beispiel am Anfang überhaupt nur am Desktop und so weiter. Also auch da gehen sie einen anderen Weg. Und es soll auch collaborative sein, also dass du auch mit deinen Freunden oder auch Mitarbeitern hier gemeinsam die Tools nutzen kannst und da drinnen zusammenarbeiten kannst. Was ich mir jetzt zum Beispiel eh auch schon gedacht habe, als ich mir ein Projekt aufgesetzt habe auf Cloud zur EOINC, wo ich die ganzen Daten eingespielt habe, was sind denn so die wichtigsten Artikel zu dem Thema etc., um da noch einen Thoughtbuddy quasi digitalen zu haben. Da habe ich mir gedacht, eigentlich kann ich das auch mit meinen Mitarbeitern teilen, wie kann ich da, können wir da irgendwie gemeinsam reinarbeiten, aber habe ich jetzt noch nicht die klare Lösung gefunden. Also von dem her bin ich sehr, sehr gespannt und freue mich schon, es auszuprobieren. Ich bin schon auf der Waitlist.
MarkusJetzt muss man sagen, der Jakob macht das natürlich nicht alleine, sondern er ist, wenn man jetzt bei der Logik von vorher bleibt, er ist der Grown-Up in the room. Aber die tatsächliche Umsetzung macht ein sehr ambitioniertes Team, das Background hat auf der HTL-Spengergasse, also der Talente Schmiede, wenn man so will, in Wien, was technisches Talent angeht. Und ja, ist, glaube ich, recht vielversprechend. Du hast schon angesprochen. Super Business Angel ist auch an Bord mit dem Hansi und dem Hermann Futter. Wir sind sehr gespannt. Ich bin auch auf der Waitlist und halte sehr, die Daumen. Wenn das ein Erfolg wird, dann glaube ich, kann man nur applaudieren und sagen, auch erkannt, was da jetzt für eine Opportunity gerade vorhanden ist für europäische Modelle. Let's hope, dass es gelingt. Viel Erfolg. Sind schon sehr gespannt auf den Launch. Vielen Dank euch da draußen fürs Mit dabeisein. Vielen Dank, Hannah, fürs Co-Hosten. Man hört dich im nächsten Deep Dive am Sonntag. Sicher wieder eine spannende Drehung. Da bin ich mir sicher. Und in diesem Sinne habt ihr noch eine schöne Woche.
SPEAKER_00Ciao.