Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#505 - OpenAI kauft TBPN, Deep Tech Report & Social Media Verbot
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
🤖 OpenAI kauft TBPN
🔬 Deep Tech Report
🛰️ Reflect Orbital
🇪🇺 Is Europe losing it?
📵 Social Media Verbot unter 16
📣 Empfehlung der Woche
👶 Newcomer der Woche
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag oder auch guten Abend und willkommen zu Future Weekly, dem Startup Podcast. Heute mit der Hannah und der großartigen Luisa. Wir hören könnt, diesmal mit einem weiblichen Duo, weil sowohl Markus als auch Danny auf Daddy Duty sind. Und von dem her haben wir einige spannende Themen für euch im Gepäck. Einerseits OpenAI, die einen Deep Tech-Podcast kaufen. Deep Tech-Zahlen, was tut sich im Deep Tech-Sektor, vor allem in Europa und im globalen Vergleich? Verliert Europa seine Startups? Was passiert, wenn Startups Europa verlassen? Ein Social Media Verbot für Jugendliche unter 14 Jahren und ob wir das als eine gute Idee einschätzen, dann haben wir eine großartige Empfehlung der Woche für euch, so wie einen Newcomer der Woche von dem Herr Future Weekly. Here we go. Und wir starten direkt mit den News, and da hat ein Thema die Tech-Welt beschäftigt. Denn nachdem OpenAI groß angekündigt hat, dass jetzt alle Side-Quests stoppen werden anders super fokussieren werden auf ihre Agentic AI, haben sie dann doch mit einem neuen Projekt überrascht, nämlich haben sie einen Tech-Podcast gekauft. Sam Altman hat in TBPN investiert. Steht für Technology Business Programming Network. Und das ist ein Startup, der relativ kurz erst existiert und Podcast. Ein Startup. Ein Podcast. Ja, du hast recht, natürlich. Und sich vor allem mit dem Thema, was gibt es für neueste Entwicklungen im AI-Bereich beschäftigt. Und da wollte Sam Ortman anscheinend ein Wörtchen mitzusprechen haben. Was sagst du dazu?
SPEAKER_01Ja, finde ich einen super spannenden Move. Der Podcast hat rund 70.000 Zuhörer und den haben sie jetzt für über 100 Millionen US-Dollar gekauft. Was finde ich erst einmal ein großer Preis ist für einen Podcast in dieser Größe und der einfach erst seit einem Jahr existiert. Also super spannend, was für ein Potenzial sie in diesem Podcast anscheinend auch sehen. Und ansonsten finde ich es einfach spannend, so die Diskussionen drumherum auch mitzuverfolgen, wo es darum geht, naja, das war ja ein Podcast, der unabhängig war, wo sich Unternehmensgründer, Investoren etc. mit dem Thema beschäftigt haben, um möglichst möglichst unvoreingenommene Informationen zu bekommen. Und wenn das jetzt eben von Sam Altman oder OpenAI besetzt ist oder mitgestaltet wird, sagen wir mal so, ändert sich das wahrscheinlich ein bisschen und wird sehr spannend zu sehen, wie sich die Zuhörerschaft dann auch ändert. Ich finde, es wäre insgesamt finde ich es großartig, dass es so Podcasts gibt, die so nah am Geschehen dran sind. Ich finde, am coolsten wäre es gewesen, wenn es ein Podcast ist und bleibt, wo man sehr nah am Geschehen dran ist und mit den unterschiedlichen Unternehmen, die bei KI gerade federführend sind, sehr, sehr eng zusammenarbeitet und da sehr tiefe Einblicke hat, aber dass es eben nicht nur ein Unternehmen ist, sondern dass es mehrere Unternehmen sind und damit der kritische Blick da auch erhalten bleiben kann, ich schätze mal, zumindest der kritische Blick dürfte jetzt nicht mehr so leicht möglich sein.
SPEAKER_00Ja, zumindest nicht auf OpenAI, auf andere Player bestimmt. Aber ja, die Frage ist, wer wie biased wird der Podcast jetzt. Auf der anderen Seite sind sie ja nicht die einzigen, die solche Moves machen. Ich fand es ganz lustig. Der Jakob von Dranic Topics hat gepostet, Europe did it first. Sie haben sich ja auch mit Newsroom AI zusammengeschlossen und es sind jetzt eine Media und Tech Company in dem Sinne und AI Company. Von dem her, ja, mal schauen, was wir jetzt da für eine Entwicklung sehen. Ob wir einfach sehen, dass dieser Podcast auch um einiges größer wird mit dem neuen Budget, das jetzt dahinter steht, oder ob es dann doch eher zu einer Haus- und Hof-Propaganda für OpenAI wird. Das wird sich noch zeigen. Was ich nochmal spannender fand, vor allem wenn wir da ein bisschen mehr in die Zahlen und Fakten hinter der Technologie eintauchen konnten, war der Deep Tech Report, der von Deal Room letzte Woche veröffentlicht wurde und sich angeschaut hat, wie entwickelt sich diese Branche entwickelt. Und vor kurzem hatten wir einen Deep Dive mit Andrea Schwarzenbrunner von Speed Invest, wo wir darüber gesprochen haben, wie unglaublich sich die VC-Szene jetzt auch wieder weiterentwickelt hat und geshiftet hat von Software as a Service-Lösungen hin zu Robotics, Deep Tech, Defense-Tech, also alles, was da dazu gehört. Und das lässt sich jetzt auch durch die Zahlen beweisen. Wir sehen, wir haben wieder sehr große Funding-Runden, die in diesem Bereich fließen. Da sind wir fast wieder on par mit den Runden, die 2021 geflossen sind. Also wenn man jetzt vergleicht im Deep Tech-Bereich, sind wir nur mehr 20 Prozent hinter den Rekordvolumen von 2021, während wir, wenn wir jetzt auf die generelle Tech-Investments schauen, da sind wir noch 54% drunter, was wir 2021 an Runden gesehen haben. Also ein ganz starken Trend. Und das Ganze hat ja durchaus auch einen Grund. Wir sehen, dass wir gerade im Talentebereich sehr gut dastehen, was Europa betrifft. Da haben wir über 1,5 Millionen STEM-Absolventen pro Jahr, die an den großartigen Universitäten in Europa in dem Bereich auch ihren Abschluss machen. Wir sehen, dass wir damit auch fast doppelt so viele Absolventen haben als die USA oder mehr als doppelt so viele Scar. Auch wenn wir uns die Top 10% der zitierten, topzitierten Paper anschauen, da ist auch Europa ganz vorne dabei. 19 Prozent davon sind aus Europa. Wir haben über 2,1 Millionen Forscher, die da auch wirklich als Fulltime-Equivalence dran sind. Wir haben ca. 21, 22 Prozent der globalen Patente, die in Europa auch gefeilt werden, da sind wir nur hinter Asien, also vor allen anderen Staaten dieser Welt, von dem her an Talent mangelt es uns nicht.
SPEAKER_01Voll, absolut. Ich fand beim Lesen vom Bericht super spannend, was für ein positives Bild da eigentlich auf Europa oder von Europa gezeichnet wird. Weil wie du sagst, Talent ist da. Universitäten, 33% der Top-Universitäten der Welt sind in Europa im Deep Tech-Bereich. Und da gibt es eben unglaublich viel Potenzial und da wird schon unglaublich viel Gutes vorangetrieben und quasi so die Grundlage gelegt. Was dann eben wieder ist, dass man sieht, gut, die Grundlage ist da und da sind wir eben sehr stark drin, diese Grundlage auch immer weiter zu stärken. Wenn es dann um die Umsetzung und um das Größer werden geht, dann verlieren wir wieder die großartige Position und die großartigen Talente. Was zeigt, die Ausbildung ist zum Beispiel super und eben so der Startpunkt, eben auch für Startups. Ich finde immer wieder in Europa und Österreich ist es ja großartig grundsätzlich die Erstunterstützung, wenn es um öffentliche Förderung geht und so weiter. Das hat man in wenigen anderen Ländern so stark, wo es dann aber eben daran mangelt, ist die tatsächliche, das tatsächliche Funding, wenn es größer wird und wenn mehr Geld gebraucht wird. Ich würde mir wieder denke, es ist super schade, dass wir da nicht den Effort hineingeben können oder nicht mithalten können und dann die richtig spannenden Möglichkeiten meistens außerhalb Europas sind. Sowohl wenn es um Funding geht, als auch wenn es darum geht, dass wir die Talente, ob in Forschung oder in der Dienstleistung, wie auch immer, die richtig spannenden Opportunities sind meistens außerhalb von Europa.
SPEAKER_00Und das ist uns ja in Europa durchaus bewusst. Also darüber wird ja immer wieder gesprochen. Wir haben den Skilling, Funding-Gap etc. Und trotzdem zeigt der Bericht, dass in den letzten Jahren dieser Gap noch weiter gewachsen ist. Und gerade wenn wir in die Wachstumsfinanzierung schauen, die Mega-Runden, da kommen mehr als 60 Prozent des Geldes aus den USA. Also das ist auch ganz, ganz klar sichtbar, wenn es dann zu den Exits geht. Also auch die Firmen, die dann im Endeffekt die Startups kaufen, sind auch überproportional aus den USA. Die sind fast ausschließlich, kann man sagen, aus den USA. Da wurden die 50-Top-Akquisitionen aufgezeigt, davon waren vielleicht drei aus Europa und der Rest war aus den USA und eine aus Japan. Also da sehen wir, da gibt es noch relativ viel Aufholbedarf. Was mich auch schockiert hat, war eine Zahl, nämlich haben sie sich angeschaut, wie hat sich denn über die Jahre die Geschlechterdiversität in Deep Techs entwickelt. Und da steht, über die letzten acht Jahre gab es zero improvement. Also hat sich nichts getan, was die Geschlechterdiversität betrifft. In Deep Tech-Startups ist und vor allem wie sie gefandete Deep Tech-Startups ist die Genderdiversität nochmal geringer als jetzt, wenn man auf alle Startups allgemein schaut, da sind nur 14% der GründerInnen Frauen.
SPEAKER_01Das finde ich super spannend, weil normalerweise sagt man, okay, es geht jetzt nicht wahnsinnig viel voran, aber zumindest so eine Verbesserung von 2% oder so etwas. Und dass es da gar keine Verbesserung gibt, ja, eine spannende Entwicklung, die wohl noch irgendwie anders vorangetrieben werden muss. Was zu dem Thema auch super dazu passt, es wurde ja von der EU, meine ich, ein Paper rausgebracht mit der Fragestellung, is Europe losing it oder is Europe losing its startups? Wo es darum geht, okay, eben genau um das, können wir die Startups halten oder wandern sie ab. Und wo gezeigt wird, grundsätzlich, wenn man sich die Gesamt-Startup-Zahl anschaut, klingt das aufs Erste nicht so erschreckend, wenn wir in einem Bereich von drei bis vier Prozent sind, die Europa tatsächlich verlassen, wenn sie entweder fürs Gründen oder nach der Gründung, wo man sich vielleicht am Anfang denkt, ja, okay, so schlimm ist das jetzt nicht, auf drei bis vier Prozent, da kann man vielleicht noch verzichten. Wobei da dann aber nochmal spannend ist, wie sich das dann entwickelt, wenn man in die Scale-Up- oder Unicorn-Phase kommt, weil wir da dann bei Scale-Ups bei 13 Prozent sind, die abwandern und bei Unicorn sogar bei 30 Prozent. Und da ist das dann schon ein ganz anderer Schmerzfaktor nochmal, wo man einfach merkt, eben genau was wir gerade besprochen haben, das tatsächliche Geld, die Finanzierung dahinter, die fehlt uns einfach.
SPEAKER_00Vor allem, wenn man sich anschaut, also es wurde auch verglichen, VC-Backed und quasi Bootstrapped-Startups und da sieht man, dass das Vielfache von Startups, die VC-Backed sind, tatsächlich Europa verlassen, also Bootstrapped meistens bleiben. Wir sehen auch, dass ein großer Teil derjenigen, die einen meist Delaware-Flip machen, ihre Produktionsstätten allen die oft noch in Europa lassen. Und das ist, glaube ich, ein Faktor, den sollte man gut im Auge behalten und auch stärken. Weil, okay, es ist ein Thema, ob ein Startup jetzt quasi den Sitz verlegt, um dort quasi noch größere Töpfe angreifen zu können für ein Investment. Aber es ist nochmal ein anderer Punkt, ob sie dann die gesamte Wertschöpfung auch mitnehmen und die ganzen Arbeitsplätze und so weiter, die geschaffen wurden, ob die auch verlagert werden. Weil solange, finde ich, die R ⁇ D weiter in Europa stattfindet, kann es auch einen positiven Effekt haben, wenn halt mehr Geld in diese Unternehmen fließt. Es gibt einige Beispiele. Gatespace zum Beispiel, die sind ein Space Tech-Startup, die haben auch eine Delaware Inc haben, aber ihr gesamtes Team, ihre Forschung etc. in Österreich und sehe ich persönlich trotzdem als österreichisches Startup. Und ja, haben halt für die Finanzierungsrunde eine Delaware Inc. gegründet. Ich glaube, wo wir dann uns auf jeden Fall auch darauf achten müssen, ist, was ist, wenn dann ein Exit passiert, weil dann passiert es auch meistens an der New York Stock Exchange oder und da ist dann natürlich dann auch im Endeffekt wieder die Wertschöpfung und die Gelder, die fließen sind, in den USA. Von dem her brauchen wir generell eine europäische Finanzmarktunion, die es auch ermöglicht, dass Startups in Europa an die Börse gehen.
SPEAKER_01Und vorhin haben wir ja besprochen, grundsätzlich das eine ist die Finanzierung und das andere ist, wenn wir sagen, es gibt die Talente, es gibt die, wir sind großartig im Forschen etc. und machen da großen Fortschritt, dass da abgesehen vom Kapital auch eben wieder die Risikobereitschaft fehlt. Weil Europa sich doch sehr häufig in der Rolle sieht, ja, Forschung ist etwas Altbewertes, da sind wir gut drin, das machen wir, warum sollte es das nicht geben? Obwohl wir auch gesagt haben, Forschung ist ja auch sehr, sehr risikobehaftet, im Sinne von, man weiß nie, was dabei rauskommt, ob überhaupt irgendwas dabei rauskommt. Und das ist ein Investment mit fraglichem Ausgang. Und trotzdem ist es dadurch, dass es einfach schon über die Jahrzehnte approved ist, dass das der Weg ist, den man quasi zuverlässig gehen kann, ist da die Bereitschaft da. Und wenn es dann aber eben darum geht, okay, es braucht dann, um mit diesen Forschungsergebnissen tatsächlich auch was Gutes. Eine Wertschöpfung kreieren zu können. Da braucht es dann eben nochmal eine andere Risikobereitschaft, die wir so vielleicht noch viel, viel weniger kennen. Und da verlieren wir eben auch noch einmal sehr viel.
SPEAKER_00Ja, das fand ich jetzt auch echt spannend eben in dem Deep Tech-Report, dass wir wirklich da solche globalen Führer sind, wenn es darum geht, dass wir Patente anmelden, aber dann diese in die Umsetzung zu bringen, da kommen halt dann auch wirklich, ich höre das immer wieder von Universitäten, dass sie sagen, ja, naja, dann kommen halt, kommt halt Amazon und kauft das Patent. Da gab es eine Geschichte vom Sepp Hofreiter, der gesagt hat, ja, er war mal in einer Bar und dann ist Amazon, jemand von Amazon zu ihm gekommen und hat ihn ein Bier spentiert, hat gesagt, ja, wir haben dort ein Patent quasi gekauft und das hat uns so viel Geld gemacht hier, das ist quasi unser Dankeschön, dass wir dir da ein Bier spentieren. Von dem her braucht es viel mehr, viel mehr Anreize. Da gibt es eh schon ein paar ganz gute Initiativen, wie das Spin-Off Fellowship oder auch die neuen Venture-Funds, die jetzt gegründet wurden, Noctural Science Ventures oder auch WUIgnite Ventures, die hier starten, auch gleich einmal schnell auch eine Finanzierung zu ermöglichen für Star Spin-offs. Aber ist noch ein Riesenunterschied zu den USA. Ich finde immer wieder diese Geschichte von Liquid AI ganz interessant, wo der Gründer gemeint hat, er hat Grundlagenforschung an der TU gemacht, hat sich die neuralen Netzwerke eines spezifischen Wurmes angeschaut und ist dann ans MIT gegangen, um diese Forschung weiterzuführen und innerhalb von kurzer Zeit hat er ziemlich viel Geld angeboten bekommen als Investment, wenn er dieses Thema in eine Firma weiterbaut und das hat er dann angenommen und mittlerweile ist Liquid AI einer der führenden AI-Unternehmen, aber halt Mitsitz und auch Wertschöpfung in den USA.
SPEAKER_01Und ich meine, er wäre sogar nur ans MIT gegangen im Sinne von irgendwie einem Austauschaufenthalt oder so etwas. Das heißt, es war, glaube ich, ich glaube, dass es noch nicht einmal das war, dass man sagt, okay, an der CU bin ich jetzt an meine Grenzen gestoßen, muss jetzt woanders hin, sondern es war relativ zufällig. Es ist auch nochmal was Größeres geworden.
SPEAKER_00Ja, von dem her müssen wir es unterstützen, wenn Personen innovative und vielleicht auch ein bisschen verrückt klingende Ideen haben. Und da ist uns ein Startup untergekommen, das wir mit euch teilen wollten. Und zwar geht es um ein Startup, das mit Spiegelsatelliten die Erde nachts beleuchten möchten. Und das Startup nennt sich Reflect Orbital und schickt quasi Satelliten ins All, die haben einen Spiegel montiert und man kann die mit dem Handy ansteuern und sagen, ich kaufe mir jetzt eine Stunde Beleuchtung für zum Beispiel meine Solaranlage. Das kostet pro Stunde dann 5000 Dollar und kann dann meine Solaranlage auch nachts beleuchten. Was sagst du dazu?
SPEAKER_01Ja, ist wahrscheinlich jetzt nicht für den Otto-Normalverbraucher, sondern eher, wenn du eine größere Solarplantage hast. Ich habe mich ertappt, als ich den Artikel dazu gelesen habe, dass ich mir so gedacht habe, naja, okay, ich habe da ja so ein paar Fragezeichen mit meinem Kopf und bin jetzt nicht direkt Feuer und Flamme. Aber wir sagen ja immer, man muss feiern, wo Mut da ist und wo sich jemand traut, auch ein bisschen größer zu denken. Und das ist ja sehr outside of the box, würde ich mal sagen. Ich glaube, es gibt verschiedene Fragezeichen, die da noch im Raum stehen, warum es auch jetzt noch nicht gelauncht wurde, sondern der Launch noch bevorsteht.
SPEAKER_00Wurde auch schon ein paar Mal verschoben.
SPEAKER_01Also es ist sicherlich nicht ganz so einfach. Gerade auch bei mir sind die Fragezeichen aufgekommen, okay, wenn da jetzt ein riesengroßer Spiegel im All rumschwebt, der Licht zu der Erde runterwirft, was beleuchtet ihr dann genau? Ist das tatsächlich nur, keine Ahnung, 500 Meter mal 100 Meter oder sowas und das ist dann die Plantage. Oder strahlt das doch auch recht stark ab, wie beeinflusst das die Umwelt, egal ob es jetzt Menschen oder andere Lebewesen sind, wie verhält sich das, weil ich stelle mir so eine Dauerbeleuchtung jetzt während der Nacht nicht ganz so charmant vor. Vielleicht bin ich da aber auch zu beschränkt im Denken und das ist sowieso nicht, geht sowieso nicht in so eine Richtung. Also ich glaube, da wäre es super spannend, einfach noch mehr dazu zu erfahren. Wenn es so funktioniert, wie Sie sich das vorstellen, coole Idee, da auch noch weitere Energieressourcen anzapfen zu können, die erneuerbar sind.
SPEAKER_00Let's see. Also ich glaube, gerade jetzt, wo wir sehen, wie tief wir in einer Energiekrise stecken, schon seit Jahren, ist es sehr wichtig, auch das zu nutzen, um neue nachhaltige Lösungen für mehr erneuerbare Energie zu schaffen. Von dem her, wenn wir das beobachten, trotzdem finde ich, ist es legitim, dass man nicht außer Acht lässt, was für andere, vielleicht ungewollte Effekte auch Technologie hat. Es ist ein Thema, das uns immer wieder beschäftigt und das uns auch jetzt gerade wieder beschäftigt hat. Weil ein ungewollter Effekt von Social Media ist, dass es einen sehr negativen Impact auf unsere mentale Gesundheit hat. Und die österreichische Regierung hat gesagt, wir können dem nicht länger zuschauen. Wir beschließen ein Social Media Verbot für unter 14-Jährige. Andere Länder haben es ja schon vorgemacht, unter anderem Australien, die gesagt haben, sie machen ein Verbot der unter 16-Jährigen und jetzt ist Österreich nachgezogen. Was hältst du von dem Verbot?
SPEAKER_01Ich finde es grundsätzlich mal sehr spannend, dass es jetzt tatsächlich diesen Beschluss gibt und dass dieses Verbot eingeführt werden soll. Ich bin sehr, sehr gespannt, wie das genau umgesetzt werden soll. Weil man da einfach merkt, sowohl in den anderen Ländern, also beispielsweise Australien, es ist nicht ganz so einfach, das tatsächlich so umzusetzen und die Jugendlichen finden trotzdem Wege, wie man das umgehen kann. Und da sind da jetzt aktuell auch verschiedenste Wege in Diskussion, wie man das tatsächlich ermöglichen kann, dass es dieses Verbot effektiv tatsächlich auch eingeführt wird. Ich bin persönlich kein Riesenfan von solchen Verboten, die einfach mal so einen rundum, einen Rundumschlag machen. Gleichzeitig sehe ich auch, dass dieses Problem, dass das sehr, sehr viele Kinder und Jugendliche beschäftigt und dass viele Jugendliche auch selbst als Problem sehen und obwohl sie es als Problem sehen, es ihnen nicht so leicht fällt, das einfach abzuhaken und zu sagen, passt, dann nutze ich halt nur zehn Minuten am Tag Social Media oder ich nutze es gar nicht, weil der Peer Pressure da ist und die Tools einfach so oder die Plattformen so ausgeprägt sind, dass es ja alles darauf optimiert ist. Und auch als Erwachsener tut man sich super, super schwer, da irgendwie davon loszukommen.
SPEAKER_00Ich fand da dieses Experiment sehr spannend, das Ö3 angestoßen hat. Da haben 72.000 SchülerInnen in Österreich für drei Wochen lang freiwillig auf ihr Handy verzichtet. Und ich habe letztens einen Bericht darüber gehört, was das Fazit war der Schülerinnen. Und fast durchgängig haben sie gesagt, sie wollen jetzt nachhaltig ihre Handynutzung reduzieren, weil sie so positive Effekte gesehen haben. Einerseits der Schlaf war besser, sie haben viel mehr in der Schule mit ihren Mitschülerinnen auch sich ausgetauscht. Lehrerinnen haben darüber berichtet, dass Schülergruppen miteinander gesprochen haben, die haben davor nicht miteinander interagiert, einfach weil sie ihnen langweilig war. Sie haben zum Teil auch berichtet, dass sie richtig Entzugserscheinungen hatten. Also SchülerInnen, die gesagt haben, sie hatten die ersten Tage voll Kopf. Und ist schon, also fand ich eigentlich schon ziemlich heftig, die Erzählungen. Und von dem her bin ich grundsätzlich dafür, dass man sagt, man beschränkt Social Media Nutzung. Die Frage ist, macht es wirklich Sinn alleine, eine Altersbeschränkung zu haben oder braucht es da andere Begleitsmaßnahmen auch? Wie gut kann man das tatsächlich auch technisch lösen, dass die Schülerinnen das nicht recht einfach umgehen können? Wir haben uns vorhin angeschaut, zu Australien, was da so die Berichte sind, da gibt es ja schon seit einigen Monaten das Verbot, da schaffen es die Schülerinnen zum Großteil das einfach zu umgehen. In Österreich gibt es da jetzt mehrere Überlegungen von, es soll eine App eingeführt werden auf den Handys der Kinder, die dann die Eltern installieren müssen und diese App blockt dann die Social Media Plattformen wie TikTok und Instagram oder du hast eine biometrische Lösung, dass die Plattformen quasi dann zum Handkuss kommen und im Endeffekt zum Beispiel sich mit einer Kamera dann scannen, das Gesicht scannen und dann einschätzen müssen, wie alt die Person ist, das finde ich sehr kritisch, weil die da auf sehr heikle Daten dann auch Zugriff bekommen. Es ist auch die ID Austria dafür zu nutzen. Da ist auch die Frage, ob sie da nicht dann zu viele Daten an die Social Media Plattformen geben. Oder was vielleicht noch die spannendste Lösung ist, ist eine European Digital Identity Wallet, die die Europäische Kommission plant, wo es dann möglich wäre, dass nur quasi die Information an die Social Media Provider zur Verfügung gestellt wird, ob die Person eine gewisse Altersschwelle überschritten hat, also ist sie über 14, ist sie über 18. Das wäre vielleicht noch das, was am sinnvollsten wäre, aber auch wiederum die Frage, wie das dann tatsächlich technisch aussieht und ob es nicht im Endeffekt einfach sehr viele Probleme und mühsame Umsetzungsschritte dann gibt. Weil stell dir vor, du hast dann irgendwie YouTube und dann möchtest du dir ein YouTube-Video anschauen, da musst du erstmal irgendwie eine Identifikation machen, dass du über 14 bist.
SPEAKER_01Ja. Ich meine, gibt es teilweise ja schon auf, wenn man auf Pinterest, Instagram oder so etwas unterwegs ist, gibt es schon so einen sensible Datenfilter, wo du dann anklicken musst, ja, ich bin alt genug, ich darf mir das anschauen. Und das geht nur, wenn du deine ID hinterlegst. Aber das wäre dann, ja, also gibt es nicht auf, aber auf Pinterest habe ich es eben zum Beispiel schon öfters gesehen.
SPEAKER_00Was schaust du dir für Sachen auf Pinterest an?
SPEAKER_01Es ist oft, wenn es um mentale, also psychische Gewalt und sowas geht, dann ist das, schaue ich mir jetzt nicht regelmäßig an. Aber da werden verschiedenste Dinge im Feed vorgeschlagen. Und dann muss man das quasi noch einmal erprüfen. Habe ich noch nie gemacht, weil ich persönlich meine Passdaten ungerne an solche Plattformen weitergeben möchte. Aber das gibt es jetzt gerade schon. Und ich glaube, es wäre, es wäre auf jeden Fall deutlich unattraktiver, dann so viel Zeit darauf zu verbringen. Was mir jetzt gerade noch eingefallen ist ein Vergleich, der da finde ich eigentlich ziemlich gut dazu passt. Man kann es ja eigentlich auch ähnlich sehen wie Glücksspiel. Und Glücksspiel ist ja auch höchst verpönt und in bestimmten Altersgruppen eben verboten. Ich glaube, das ist tatsächlich ein ähnlicher Endorphin aus Stimmung ausstoß.
SPEAKER_00Wie machen das die Glücksspielseiten? Das weiß ich gar nicht.
SPEAKER_01Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher. Es ist mir jetzt nur gerade eingefallen, wo ich mir einfach gedacht habe, eigentlich, weil Glücksspiele, ich meine, ja, natürlich, es gibt genügend, die das trotzdem machen, aber es ist nicht so eine große Bevölkerungsseuche, wo alle dabei sind. Also ja, vielleicht überzeugt man mich doch mal mit dem allgemeinen Verbot.
SPEAKER_00Schauen wir mal. Aber bleiben wir gleich bei Schulen, wenn wir zu unserer Empfehlung der Woche kommen. Was hast du da mitgebracht?
SPEAKER_01Etwas ganz Besonderes. Und zwar kann man sich als Klasse, Schulklasse, noch bis zum 19. April für eine Youth Entrepreneurship Week im kommenden Schuljahr anmelden. Während einer Youth Entrepreneurship Week arbeiten wir mit den Jugendlichen eine Woche lang an Problemen aus ihrem Umfeld. Da ist das Thema Social Media und Mental Health auch sehr, sehr häufig ein Problem, was von den Jugendlichen selbst als Problem erkannt wird und wo sie sich versuchen, Lösungen zu überlegen, wo man eben merkt, so einfach ist es gar nicht. Wo dann aber während der Entrepreneurship Week teilweise sehr spannende Lösungsansätze dabei herausgearbeitet werden. Das heißt, wenn ihr selbst eine Klasse als Lehrperson leitet oder eure Kinder gerade in eine Oberstufe gehen oder ihr einfach sonst eine Schule kennt, wo ihr euch denkt, das wäre super schön, wenn die mehr zu Entrepreneurship lernen, dann super gerne die Informationen weitergeben. Alle Infos gibt es auf entrepreneurshipwoche.at. Bis zum 19. April kann man eben noch dabei sein.
SPEAKER_00Ganz, ganz große Empfehlung. Und zum Abschluss haben wir noch eine sehr schöne Kategorie, nämlich Newcomer der Woche. Luisa, wen haben wir uns da herausgepickt?
SPEAKER_01Ein Startup mit einem Namen, das mir sehr gut gefällt, das heißt Smash. Fast finde ich absolut zur Gen Z oder Gen Alpha sogar. Da geht es darum, dass das Wiener Startup ein der Pedal-Anbieter für Europa werden möchte. Sie fangen an mit Niederösterreich und möchten von dort aus dann sehr schnell expandieren und haben für dieses Vorhaben auch sehr starke Unterstützung von Investorenseite herangezogen und für sich gewinnen können. Wer sind denn die Gründer?
SPEAKER_00Ja, das fand ich sehr schön zu sehen. Die sind nämlich alte Bekannte in der Startup-Szene, der Alexander Sommerfein, der Riccardo Theiner und Philipp Maderer gemeinsam mit Franz Schall. Und ich habe den Alex vor gutem Jahr mal am Flughafen getroffen und habe ihn gefragt, wie es ihm so geht. Da hat er von seinem Side Hustle erzählt und hat mir erzählt, dass er gerade mit Freunden eben so einen Pedal-Platz starte zu betreiben. Und ich fand das zumindest sehr cool, wie er eben auch erzählt hat, dass es eben nicht nur darum geht, den Pedal-Platz zu starten, sondern eben auch, wie funktioniert dann die Buchung. Und oft hast du eben das Problem, dass du, obwohl es in Wien zum Beispiel viele Calls gibt, dass du trotzdem keinen Platz bekommst. Und das wollen sie alle smarter aufsetzen mit ihrer Erfahrung aus dem Startup-Ökosystem. Und da haben sie eben auch Dominik Thiem, Leo Hillinger als Investor noch einen der Planratergründer dahinter bekommen. Also gibt es anscheinend recht viel Glauben daran, dass es da noch genug Bedarf und Wachstumspotenzial gibt. Das heißt, für euren nächsten Pedal-Ausflug checkt einmal Smash aus. Und mit dem kommen wir schon zum Ende dieser Future Weekly Episode. Vielen Dank, Luisa, fürs Co-Hosten.
SPEAKER_01Danke dir.
SPEAKER_00Und euch noch einen schönen Tag. Ciao!