Future Weekly

# 509 - Startup Monitor, Allbirds AI Pivot, Tim Cook Rücktritt

Daniel Cronin & Markus Raunig Episode 509

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🇦🇹 Startup Monitor 2025 zeigt leise Trendwende

🦚 AI Slop & Datacenter Spending Dimensionen

👟 Allbirds macht Pivot zum AI-Infrastruktur

🍎 Tim Cook tritt ab

🌍 Markt-Erholung trotz Hormuz-Sperre?

🔥 Claude Design & ChatGPT Image 2

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel

Und los geht's mit den News. News, ich freue mich wieder zurück zu sehen. Ich bin Marathon gelaufen, Markus nicht. Darüber reden wir. Und das muss ich jetzt auf der Finale sagen.

Markus

Danke.

Daniel

Bitte. Ja, nee, möchte ich mal erwähnt haben. Und wie viel bist du so gelaufen? Was eigentlich klappt es, dass du hier gelaufen bist?

Markus

Ich glaube 10 Kilometer oder so. Das reicht auch.

Daniel

Während man läuft, denkt man sich so, was hat der Marathonläufer? Was ist mit dem passiert? Er ist angekommen, ist gestorben. Denkt man sich, oh, ich weiß nicht, wie klug das ist. Anyway, wir reden auch über wesentlich relevantere News. Denn der Austrian Startup Monitor 2025 wurde präsentiert. Wir reden über AI, eine Menge AI. Wir reden über unfassbare Pivots von Schuhgeschäften hin zu AI-Data Centers. Irgendwann ganz beilägig erwähnen wir, dass Tim Cook nochmal irgendwann aufgehört hat. Straße von Hormus erwähnen wir auch. Und noch ein bisschen Claude, ein bisschen ChatGPT zum drüberstreuen und dazwischen immer mal wieder ein bisschen Marathon. Oder? Ja. Ja, finde ich auch. Denn ein Podcast ist kein Sprint. Es tut mir leid. Aber ja, mir tut noch immer alles weh. In dem Sinne, ich würde zeigen, auf Schluss geht's los. Und es geht los mit den News und das fühlt sich gut an. Kennst du es, wenn du so Redewendungen hast, die du dein Leben lang sagst, und dann erlebst du die tatsächliche Situation und bist dann so. Oh. Es geht um einen Marathon, oder? Ich muss drüber reden. Und das Lustige ist, man sagt ja immer, ja, das und das ist ein Marathon, kein Sprint. Jetzt bin ich gerade mein ersten Marathon gelaufen und ich habe immer wieder über diese Redewendung nachgedacht. Es ist so lustig, wie viel Kontext mir das gebracht hat. Und ja, schräg. Ich glaube, ich werde da immer mal wieder drüber reden. Natürlich, weil ich da auch irgendwie stolz drauf bin, aber auch einfach, weil, das ist schon ein krasses Erlebnis. Und hier ist die Erkenntnis irgendwie. Jeder irgendwie, der ein Rennen läuft, will loslaufen. Und du merkst halt, du gewinnst, wenn du ganz langsam losläufst und so irgendwie auf dich achtest. Und das Krasseste ist, du hast halt dazwischen immer wieder so Momente, wo du echt fertig bist. Ja, dann geh halt. Und innerlich bist du so, du kannst doch nicht gehen, das geht doch gar nicht, du verlierst so viel Zeit. Und denkst dir, ey, das ist ein Rennen über 42 Kilometer. Wenn ich jetzt eine Minute zu Fuß gehe oder zwei, ist das so dermaßen wurscht. Vielleicht ist es sogar total gut, dass ich jetzt zu Fuß gehe, weil ich dann in 10 Kilometern, also ungefähr einer Stunde, dann nicht einen totalen Kollaps habe. Und wenn ich jetzt was esse, werde ich wahrscheinlich dann nicht umkippen. Aber wenn ich jetzt zu viel Wasser trinke, dann kotze ich wieder andere in den Busch. Es ist so schräg. Es ist so schräg. Und du verlierst das Rennen zwei Tage vorher, wenn du nicht genug Pasta isst, was auch total verrückt ist. Ja, weiß ich nicht. Also das ist so, das ist halt wirklich schräg. Probier nichts Neues, außer die Leute, die mit den Lauf-Shirts vom Event loslaufen, die sie einen Tag vorher gekauft haben und sich in die Nippelwund reim, als sie die Dinger noch nie anhatten. Weißt du, ich meine, so all diese Dinge. Und du läufst dabei und denkst so, ah, ah, versteh schon.

Markus

Das ist so.

Daniel

Hast du ein bisschen was vom Marathon mitbekommen?

Markus

Ja, massiv. Also ich finde, das ist schon, weiß nicht, jetzt vielleicht eine der wenig positiven Seiten von Social Media ist, ich bin mir sicher, dass das schon auch viele Leute inspiriert hat und bevögelt hat, jetzt zum Beispiel bei einem Marathon mitzumachen. Also mein Social Media war am Sonntag und Montag voll damit. Und na klar, Instagram sowieso war ja schon auch LinkedIn viele Posts. Und ich glaube, das ist schon vielleicht auch meine Bubble, ein Bias, dass halt Leute, die Startup-Affin sind, sich gerne auch an ihre Grenzen bringen auf der körperlichen Seite. Also es wird schon ein Bias bei mir drin sein, aber es ist sehr, sehr präsent bei mir gewesen.

Daniel

Ja, witzig. Ja, bei mir sowieso auch. Und weißt du, was ich noch mitnehme? Das finde ich so krass. Das habe ich dir vorhin erzählt, aber es ist noch immer was, was mich nicht loslässt. Irgendwo habe ich das gelesen, jeder in deinem Netzwerk glaubt, du bist halt der fitteste Mensch ever, weil du ein Marathon läufst und du läufst aber selber mit und wirst von einer 70. Du siehst ja die Namensschilder von den Leuten und wirst dann überholt von irgendeiner, die 70 ist und Gudrun heißt und Gudrun ist einfach mollig untersetzt und zieht an dir an der Prater Hauptallee vorbei, während du glaubst, du stirbst, während wir beide so einen Hyrox-Typen, der 25 ist, überholen, der gerade in die Büsche kotzt und der fertig ist und der gerade aufgibt. Weißt du, wenn so ein Typ, der 25 ist, Astralkörper hat und seit 10 Jahren nur bewusst atmet und seine Ausscheidung jeden Tag untersucht und sich jeden Tag im Spiegelbild beobachtet. Und Gudrun zieht an uns beiden vorbei. Und das ist das Krasse, es ist so, du bist nie zu alt dafür, du bist nie, das gibt dir glaube ich nicht, das ist perfekt. Und das ist das Witzige, dass da einfach von bis mitläuft und selber hast du das Gefühl, dass du so gar nichts leistest, weil irgendwie jeder an dir vorbeiballert und irgendwie jeder ist schneller. Und dann kommst du ins Ziel und kommst drauf, dass da irgendein Typ zwei Stunden 30 vor dir gewonnen hat. Fucking zwei Stunden 30, weißt du, was ich meine, das ist so. Der Gewinnleute, die laufen zwei Stunden, das ist deren Gewinnerzeit, durchgängig eine Zeit, die ich keine zwei Minuten durchhalte. Und das ist so humbling und kann ich nur empfehlen. Also der hat so ein bisschen alles resettet. Speaking of which, jetzt machen wir so eine Hard Cut. Ah, letzte Sache ist auch noch cool. Es sind manchmal auch echt kleine Dinge, wenn so eine random Person, die dich nicht kennt, am Streckenrand steht und deinen Namen ruft, weil sie deinen Namenstil lesen, das ist halt einfach so geil, wie dich das halt weiterzieht. Ich habe da einer Person, die ich kannte beim Vorbeilaufen, wo ich gesehen habe, die Person hat gerade ein bisschen gestruggelt, einen Fistbomb gegeben und mir nichts dabei gedacht. Und die Person, also ich meinte das natürlich gut, habe auch gedacht, okay, ich hoffe, es kommt gut an. Und die Person hat mir später geschrieben, hey, dieser Fistbump hat mich total motiviert. Weißt du, das sind manchmal so die kleinen Dinge für einen selber, die wiederum andere weiterbringen und die man auch selber erlebt, das ist halt schon alles ziemlich cool.

Markus

Auch das ist sicher eine schöne Analogie zum Startup, weil ich glaube auch dort ist mit all den Hochs und Tiefs und den Momenten, wo es ausschaut, das könnte das nie erfolgreich sein. Wenn dann ein User-Feedback reinkommt, was irgendwie positiv ist, wenn diese Bestärkung auch von ganz individuellen Gesprächen kommt. Jetzt auch, keine Ahnung, wenn Leute auf uns zukommen, mit sie sind Hörer von Podcasts und große Fans. Also ich glaube, ich kann nicht überschätzen, wie bestärkend und positiv auch das ist und wie sehr das auch dazu beiträgt, dass Leute auch durchhalten, wenn gerade wenig Zeit ist oder es gerade hart ist, da dran zu bleiben.

Daniel

Ja, oder auch anderen einfach mal sagen, hey, du machst was ganz gut. Alles lustig, ich gab da auch irgendwo eine Stelle, da war es auch gerade richtig heiß und aus dem Nichts heraus stand da plötzlich der Christoph Novotny und hat mich angefeuert, die wir ja beide kennen und uns auch im Podcast unterstützt hat. Ich weiß nicht, warum er da war und ich weiß auch nicht, wie er mich erkannt hat und überhaupt. Es war so einfach, okay, ja, geil, danke. Das war cool. Und absolutes Highlight, das muss ich auch noch loslassen, war, dass meine Frau und beide Kinder an der Strecke waren, was halt auch so unfassbar cool ist. Es sind so zehn Sekunden, aber die dich eine Stunde vorher motivieren und die nächsten zwei Stunden motivieren, das ist super cool. Aber ja, das Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon, wo ich für mich eine neue Bedeutung bekommen, was für mich eine ganz wunderbare Überleitung ist zu unserem Ökosystem. Das ist ja auch ein ziemlicher Marathon. Und da gab es ja jetzt wieder so ein, ich sag mal, so eine Zeiterfassung, könnte man fast sagen, so ein Moment of Truth, wo man dann mal sieht, wo man nach all dem Gelaufe gerade denn widersteht. Und das ist der Austrian Startup Monitor 2025. Ein paar haben geschrieben, 2026, ist mir aufgefallen, Social Media. Nein, nein, das ist 2025, weil 2026 läuft noch. Ja, erzähl mal. The Good, the Bad, The Ugly, wo stehen wir?

Markus

Also ich glaube, wir haben die Talsohle durchstritten, kann man jetzt sagen. Es gab ja durchaus eine Durststrecke in den letzten Jahren, egal was man sich angeschaut hat. Also bei den Neugründungszahlen, bei der Geschäftslage. Was man da sieht, ist, dass wir noch nicht auf dem Niveau sind, auf dem wir schon mal waren, aber es geht jetzt wieder aufwärts. Also wenn man sich die Neugründungszahlen im Zeitvergleich anschaut dieses Jahr versus zum gleichen Zeitpunkt letztes Jahr im Monitor. Also wir haben ja da immer einen Timelag. Aber das sind schon wieder 30 mehr, als es damals gab. Das ist noch deutlich weniger, als es vor fünf Jahren oder so war. Aber die Kurve zeichnet sich ab, dass es wieder aufwärts geht. Und das gleiche ist auch, wenn man sich die Geschäftslage anschaut. Also wenn man die Startups fragt, wie geht es Ihnen, dann hatten wir in den besten Zeiten, dass etwas über 50 Prozent gesagt haben, dass die Lage sehr gut oder gut ist. Und das ist dann so bis 2024 ziemlich abgestürzt. Also wir haben dann so gesehen, 2022 war es noch 47%, 2023 41%, 2024, 39%. Und jetzt im letzten Jahr ist es dann jetzt schon wieder raufgegangen auf 43%. Also auch hier quasi der Trend zeigt wieder aufwärts. Es ist nämlich bei den gut 50%, bei denen es schon mal war. Aber ich glaube, es sind erste Anzeichen, dass es eine Erholung gibt. Und das, was man auch positiv sicher sehen kann, ist, dass die Profitabilität der Startups ganz klar weitergestiegen ist und einen neuen Rekordwert angenommen hat. Weil das ist sicher halt der Nebeneffekt der Krise der letzten Jahre. Es war ja lange, war so die Weisheit der Amazon Case, dass man sehr lange nicht profitabel ist, sondern sich darauf fokussiert, dass man nur Wachstum, Wachstum, Wachstum, Wachstum, weil es gibt eh genug Kapital im Markt, dass dieses Wachstum finanzieren kann, auch ohne Profitabilität. Und erst wenn man dann eine marktdominierende Position hat, dann dreht man quasi an der Schraube und wird profitabel. Und da haben natürlich die letzten Jahre dafür gesorgt, dass das nicht mehr so einfach möglich ist, weil einfach die Liquidität im Markt nicht da ist. Und deshalb sind mittlerweile mehr als ein Viertel der Startups, also knapp 27 Prozent klar profitabel und weitere 19% breakeven. Das bedeutet, ja, wir kommen da jetzt schon auf 45%, die eigentlich keine Verluste mehr schreiben. Was, wenn man es vergleicht mit zum Beispiel 2022, also Hochzeit, wo gerade quasi das Corona-Geld langsam ausgegangen ist, da waren das nur 33 Prozent. Also klarer Shift. Und auch, wenn man sich so die Erwartungen dann über die nächsten zwei Jahre anschaut, also weitere 40% der Startups wollen in den nächsten zwei Jahren profitabel oder break-even werden. Das heißt, da ist auch ein ganz klarer Wunsch von Großteil, dass diese Kurve schnell geschafft wird.

Daniel

Frage zu etwas, ich sehe, da ist ein Anstieg auch bei dem Bereich Green und Social Impact, dass es quasi stetig steigt von 2019 und von 2046 Prozent, jetzt sind es 62 Prozent, die das für sich angeben. Direkte Frage, ist das, wie wird denn das gemessen? Weil das wirkt für mich so ein bisschen. Ja, ja, mach mal eh.

Markus

Ja, ist das eine Selbsteinschätzung. Ist halt grundsätzlich die Frage ist, ob welche Ziele im Vordergrund stehen, ob das die Wirkung der Startups ist oder ob das in erster Linie quasi mal sowas wie Profitabilität ist. Und was da natürlich auch passiert ist, meines Erachtens ist es eine Ausziehbung der Menschen, die geglaubt haben, dass er mit Startups schnell viel Geld verdienen kann. Also die Menschen, die übrig bleiben sind, die Dinge aus Überzeugung machen. Ich glaube natürlich, trotzdem ist es wichtig, dass man darauf schaut, dass da auch ein Geschäftsmodell dahinter steht, das funktioniert. Aber ja, ich glaube, viel von den Menschen, die in den Halbjahren, gab es ja schon mal so 2017, 2018, eine große Welle an das auch in der breiten medialen Wahrnehmung Startups ist jetzt der letzte Shit, dass da für viele so die coole neue Karriere ist, ohne aber wirklich zu erfassen, was es bedeutet, ein Unternehmen zu gründen, dass das, ich bediene mich jetzt der Analogie ein Marathon ist und kein Sprint, dass es wirklich hart ist, dass das viele Höhen und Tiefen mitbringen, dass man unglaubliche Resilienz mitbringen muss, dass man da oft sich sehr alleine fühlt und dass viele nicht erfolgreich werden. Das, glaube ich, war zu der Zeit nicht ganz so präsent und diese Menschen sind in der Zeit auch nicht übergeblieben, weil die Tiefen durchtauchst und nur aus einer großen Überzeugung. Und das, glaube ich, ist eher das, was man in dieser Statistik sieht.

Daniel

Du, zwei Fragen habe ich noch so, so quasi abschließend zu dem Thema. Was hat dich am meisten negativ überrascht? Was hat dich am meisten positiv überrascht? Gab es so gewisse Dinge oder sagst du, nein, das hast du grundsätzlich alles auch so kommen gesehen?

Markus

Im Großen und Ganzen hat sich das mit meinen Bauchgefühlen gedeckt. Ich glaube, was mich jetzt zum Beispiel im letzten Jahr überrascht hat, ist, dass die Hochrechnung, wie viele Menschen insgesamt von der Szene beschäftigt werden, gestiegen ist im letzten Jahr. Also wir sind von 30.000 auf 35.000 Beschäftigte im Startup-Sektor gegangen. Und ich dachte mir über AI und das Umfeld, was schon viel auch auf Profilabilität getrimmt ist, dass wir vielleicht eine Stagnation oder vielleicht sogar eine kleine Reduktion sehen. Und das hat sich nicht gespiegelt. Es kann natürlich auch sein, es ist eine Hochrechnung. Und im letzten Jahr hatte ich das Gefühl, weil da war auch die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl, war plötzlich viel niedriger als in den Jahren davor. Also ich glaube, dass wir letztes Jahr einfach im Sample einen Bias drin hatten, den ich zwar nicht erklären kann, aber es hat sich für mich schon damals strange angefühlt. Das heißt, ich glaube, wir sind wahrscheinlich sehen da einfach über die letzten Jahre ein langsames, stetiges Wachstum. Ich glaube, dieses Wachstum wäre viel schneller, wenn es AI nicht gäbe, wenn es ein Umfeld wäre, wo viel Venture Capital im Markt wäre, dann glaube ich, würden wir auf der Ebene natürlich ein anderes Wachstum sehen. Aber dass es trotzdem ein Wachstum gibt, ist auf jeden Fall, glaube ich, gut. Weil es natürlich auch politisch dem Ganzen mehr Leverage gibt. Wenn der Sektor auch zeigt, dass dadurch Beschäftigung geschaffen wird. Das ist Lustige ist.

Daniel

Du grübelst noch, oder?

Markus

Ich habe jetzt noch überlegt, ob ich, ob ich, ob deine Frage, ob es positiv und negativ war und ich habe jetzt über negativ nachgedacht, aber bitte schieße mal los. Ich kann ja zufrieden.

Daniel

Nee, nee, nee, ich hätte jetzt so einen Break gemacht, wenn da jetzt nichts mehr kommst, weil du mich auf was nur gebracht hast, so dieses Wir machen jetzt auch was mit AI. Es ist so ein bisschen so, du hast das Thema AI angeschnitten. Da ist nämlich eine Nachricht, die ich auch gern besprechen möchte. Aber wenn du noch zum Monitor was hast, weil du sagst, ja, das war.

Markus

Also was ich zum Beispiel überraschend fand, dass Startups wurden gefragt, wie sie künstliche Intelligenz einsetzen. Und da haben wir jetzt, muss man sagen, es gibt natürlich, es gibt viele Deep Tech-Startups, die noch nicht am Markt sind, die noch sehr frühversichtende Forschung ist. Aber ich hätte jetzt die Erwartungshaltung gehabt, dass halt schon mittlerweile wahrscheinlich sicher vier von fünf Startups wäre meine Einschätzung gewesen, mittlerweile AI auch als Angebot in ihrem Produktportfolio haben. Also dass die eigenen Produkte, die man auf den Markt bringt, AI-Features haben, dass die AI enriched sind. Und da ist es tatsächlich so, dass die Daten zeigen, dass zwar in der größten Ordners AI nutzen, aber in den eigenen Produkten das anbieten, da sind wir nur bei etwas über 50 Prozent. Also 38% entwickeln selbst künstliche Intelligenz und nutzen die dann, setzen die in ihren Produkten ein. Und 14% haben das quasi zugekauft. Ich schätze jetzt bei den großen Modellen und haben da ein Feature drin in ihren Produkten, aber insgesamt sind es trotzdem nur etwas über 50. Und da hätte ich gedacht, dass es schon etwas mehr ist. Haben natürlich immer ein zeitliches Timelike hier drin. Und wie gesagt, es ist sehr breit gefächert, wie halt auch Startups in dem Sample auftreten, aber ich hinsgesamt trotzdem mit mehr gerechnet.

Daniel

Switzig hätte ich auch gedacht, ich glaube eigentlich, dass so profan die Aussage klingt, dass eigentlich jeder in irgendeiner Form AI mittlerweile nutzt, ob sie es wissen oder nicht.

Markus

Ja, also die Frage war nicht, ob sie es nutzen, da, ich glaube, das haben wir auch gefragt und da sind wir 80, 90 Prozent, aber es ist eher halt, das Produkt, die Dienstleistung, die du dann anbietest, inwiefern ist da AI auch ein Teil davon. Und besonders mit den Narrativen jetzt, dass man, ich sage mal, SARS einfach tot ist, wenn man nicht, wenn das kein AI-SARS ist, hätte ich erwartet, dass du da nochmal einen stärkeren Push siehst, aber ja.

Daniel

Das Lustige ist im Übrigen, ich musste nur ganz kurz einen riesigen thematischen Sprung machen. Wer war denn das? Jemand hat, es ist jetzt so halbwissen, aber eine relativ große Company hat vor zwei, drei Tagen erzählt, dass sie ihr gesamtes AI-Budget mittlerweile konsumiert haben nach dreieinhalb Monaten, einfach weil die ganzen Tokens so durch die Gärke gehen und die Nutzung so durch die Gecke. Es war ein riesiger Konzern, ich weiß gar nicht mehr, wer das war. McKinsey oder PWC, ich weiß es nicht, so einer dieser riesigen, riesigen Buden. Und das Arge ist, finde ich, wenn ich mir so die ganze AI-Nutzung anschaue, ist es natürlich, ich glaube, die ersten Predictions ist es, knallt alle Jobs weg. Ja, vielleicht. Aber interessanterweise ist es halt auch, wie viel Zusatz an Arbeit entsteht durch AI. Das ist so, es ist eigentlich keine Erleichterung, sondern du kriegst plötzlich, ich weiß nicht, wie es dir geht, hast du irgendwelche Calls und dir schickt jemand drei Dokumente mit jeweils 15 Seiten mit irgendwie Strategiebingern.

Markus

Oder schon weißt du, das ist AI Generate, ja, ich weiß genau, was du meinst.

Daniel

Die haben das nicht gelesen und man selber liest das auch nicht und du steckst das dann auch irgendwo rein und sagst, fassen wir das mal zusammen. Das Ganze wurde auch in zwei Minuten zusammengewürfelt und ich habe halt das Gefühl, dass das in ganz vielen Ebenen Ja, der Slop ist definitiv real.

Markus

Und das spüre ich. Ja.

Daniel

Oder? Definitiv. Und das Lustige ist, ich weiß gar nicht, wir haben ja schon länger nicht mehr miteinander gesprochen. Und ich benutze Claude, um meine Website zu überarbeiten. Und das Krasse ist, es ist wirklich ein Schritt vorwärts, drei zurück, zwei Schritte vorwärts, drei zurück. Und ja, jetzt mache ich wirklich den Sprung, bevor wir zu dem Thema zurückkommen. Das Lustige ist, mit dem Opus 4.6 hatte ich das Gefühl, dass ich sehr konkrete Anweisungen gegeben habe und sehr konkrete Antworten bekommen habe. Das war auch ein relativ einfaches, so wie, keine Ahnung, im übertragenen Sinne, leer den Mülleimer aus, okay, was darf ich als nächstes tun? Erledigt, weißt du, was ich meine? Und jetzt ist es so, leer den Mülleimer aus. Und dann kommt eher zurück, okay, hier ist ein 15-seitiges Paper, wie ich das machen könnte. Ich kann das aber in der Form nicht machen. Ich kann dir aber genaue Anleitung geben, wie du das machst. Ja, ja, okay, aber erklär mal, was du tun musst, damit du den Mülleimer ausklärst. Ich kann das und das und das und das tun, aber das und das plocken. Und es ist mittlerweile auf so einem Level, dass ich mir, ey komm, verpiss dich, ich mach das jetzt wieder selber. Und das aber auch so eine Tonalität angeschlagen wird von komplexen Antworten. Und ich habe das erst seit ein paar Tagen, wo ich schon wieder fast nicht mehr so diesen intuitiven Workflow spüre. Hast du da auch so ein bisschen diese Erfahrung? Es ist seit zwei Tagen so.

Markus

Habe ich nicht gespürt, wobei ich das Interessante ist, ich habe in beiden meinen, also sowohl in ChatGPT als auch in Cloud habe ich so einen System Prompt, den ich irgendwann einmal vor einem halben Jahr habe ich den erstellt, wo ich so ein paar Anleitungen gebe an die AI, wie ich mir wünsche, dass sie antwortet. Und ich glaube, ich habe da wahrscheinlich irgendwann so reingeschrieben, ja, wenn ich ich frage, dann gib mir eine klare Empfehlung und zwei Alternativen. Und mich nervt das jetzt mittlerweile, was auch immer ich frage, sei es die simple Sache kommt immer zurück. Das ist meine Empfehlung und das sind die zwei Alternativen. Und ChatGPT gibt dem Ganzen dann auch immer noch so Titel, so ein bisschen cringe-Titel. Das heißt, ich glaube, ich merke solche Sachen auch nicht so stark, weil ich sowieso immer dieses standardisierte Format bekomme. Aber ich verstehe voll, was du meinst. Und es ist auch mein, also so ein bisschen die da, wo Limits zeigt, das finde ich, wenn du das Gefühl hast, weil du steckst viel Arbeit rein, dass du Systeme baust, die dann dir natürlich Arbeit abnehmen und die irgendwie automatisiert laufen. Und für mich ist es oft so, wenn du das System aufsetzt, dann funktioniert es einmal gut. Und irgendwie mit der Zeit wird dieses System, ich glaube, der wird halt dann auch bei ihnen, es kommt dann wahrscheinlich zu viel Daten bei ihnen zusammen oder so, aber ich habe das Gefühl, dass die Qualität über die Zeit, wo ein System läuft, dann zunehmend abnimmt und es halt mehr und mehr sloppy wird. Und das ist das, was aktuell halt dem Ganzen halt ein bisschen eine Absurdität mitbringt, weil wenn du dann viel Zeit reinsteckst, dass ein System hast oder du hast Gefühl, okay, steht das System, dann zahlt sich es aus. Aber wenn du da dann keine Konsistenz im System hast, das ist nervig.

Daniel

Und das Lustige ist zum Beispiel in meiner Website, da habe ich jetzt keine Ahnung, Home about Speaker, Moderator und Kontakt, irgendwie sowas, okay? Und Podcast, richtig, richtig, richtig. Und aus irgendeinem Grund kann mein Claude slash Moderator nicht lesen. Ich kapiere es nicht und ich poste ihm das, du kann er nicht lesen. Und ich verstehe das. Auf Teufel komm raus nicht und ich schicke das dem Ding und habe ihn in Chrome-Extensions arbeiten und Screenshots und ich habe keine Ahnung, ne, ne, kann er nicht lesen. Und das ist dann schon sehr erstaunlich. Und wie du sagst, wenn der Thread zu lang wird, dann vergisst das Ding, es halt auch einfach schlichtweg. Und das ist natürlich dann brutal und das einzuschätzen. Und was ich halt ziemlich arg finde, ist, wie viele Tools ich dann wieder ausprobiere und hier noch ein bisschen und dann noch ein bisschen. Und du siehst halt, wie diese Black Mirror-Folge, diese berühmte, die immer wieder zitiert wird, einfach immer näher und immer näher kommt, weil du halt schon viel Arbeit darauf setzt und du weißt, also ich habe zum Beispiel das Claude Max-Modell für 75 Euro, also nicht das Ultra-Max, aber das Max. Ja, und wenn die dann plötzlich sagen, es ist jetzt nicht mehr 75, sondern 150, sagt man, ja gut, klar. Und es ist so fucking predictable, dass die irgendwann in einem Jahr sagen, es ist jetzt 1000 und 1500 und irgendwann, also für mich ist es so offensichtlich, dass dieser Schritt nur ein paar Meter entfernt ist, weil so viele Leute so abhängig werden davon. Und das ist fast schon ein bisschen hässlich. Weißt du, also so wie jemand, der sich jetzt dreimal Heroin gespritzt hat und sagt, ich hab das noch im Griff, ich hab das noch im Griff und alle anderen sagen, nee, das hast du sicher nicht.

Markus

Ja, es ist natürlich, man verlernt Dinge, wenn man nur ARI nutzt und der Punkt, der dazu kommt, ist, dass er rein auf der finanziellen Ebene notwendig sein wird, dass sie diesen Sprung machen. Ich habe eine Grafik auch gesehen, wo große Infrastrukturprojekte verglichen worden sind, was damals von der quasi im Vergleich zum gesamten GDP, wie viel Prozent diese Infrastrukturprojekte darstellen. Und da geht es halt dann so um das größte Infrastrukturprojekt, das vorever war, die Eisenbahnindustrie, aber dahin ist Marshall Plan oder das Manhattan Project oder das Apollo-Programm. Das ist halt US-fokussiert. Aber wenn man sich da jetzt anschaut, was quasi diese aktuelle Data Center-Thematik angeht. Also CupEx in Richtung Data Center, was einfach die Kerninfrastruktur für all diese.

Daniel

Vielleicht musst du für unsere kreativeren Zuhörer und Zuhörer erklären, was CupEx ist.

Markus

Das wäre jetzt mehr. Also das sind Kosten, die Unternehmen übernehmen für Sachkosten, Infrastrukturkosten, wo man sagt, das ist etwas, was man dann abschreibt. Das ist nicht Operating Expenses, die OPEX, das sind so die laufenden Kosten, sondern das sind Investitionen eigentlich. Und im Bereich AI ist halt das, was notwendig ist, damit ein AI-Tool funktioniert, ist, dass man Rechenzentren baut. Die brauchen viel Energie und brauchen auch viele Chips. Und ja, das sehen wir jetzt, in den letzten Jahren sind 930 Milliarden da schon reingeflossen und es wird nicht dabei bleiben und damit ist es schon eines der schnellstwachsenden Infrastrukturprojekte aller Zeiten. Also das Einzige, was jetzt, sag ich mal, vergleichbar ist von der langfristigen Perspektive, ist eben die US-Eisenbahnindustrie, die alles sprengt. Also das ist komplett unfassbar, was da über viele, viele Jahrzehnte an Geld eingesetzt wurde. Aber sonst ist der Marshall Plan sehr kurz und da war dann quasi in der Intensität höher, aber der ist dann sofort runtergegangen und wäre jetzt quasi schon wieder vorbei. Apollo-Programm war ähnlich vom Ding, aber das ist dann sehr schnell, jetzt wird er auch abgefallen. Wenn quasi das die Data Center Expenditure weiter wächst oder zumindest stabil bleibt, dann wäre es quasi wahrscheinlich schon das zweitgrößte Infrastrukturprojekt aller Zeiten. Und das ist schon bezeichnend, dass man, das wird man irgendwie finanzieren müssen. Und dagegen jetzt auch die Kapitalmärkte, die machen einen Börsengang natürlich, ein Shopic und dann OpenAI und Co. Das wird passieren und ein Video ist ja schon an der Börse und kriegt so das Geld. Aber auch das, auch diese Taschen waren irgendwann leer und das heißt, am Ende müssen die Konsumenten dafür zahlen, die Nutzer dafür zahlen und das wird sicher zu höheren Preisen führen.

Daniel

Ich meine, das Arge ist natürlich, wenn du es noch ein bisschen weiterverfolgst, nicht nur das, sondern auch die Knappheit von Produkten, die Knappheit von Chips, die Knappheit von Grafikkarten, all diese ganzen Dinge, die in Wahrheit so einen Trickle-Down-Effekt haben werden, so einen Ripple-Effekt haben werden, der angefangen hat vor, ich weiß nicht, einem Jahr, zwei Jahren und der noch nicht ganz so stark spürbar ist, aber dessen Wellen sehr, sehr, sehr stark einschlagen werden, glaube ich, bis hin zum Endkonsumenten. Es ist halt einfach so brutal verschwenderisch. Es ist so brutal verschwenderisch, wie es gerade betrieben wird. Für mich ist es so, wir reden alle beim Automobilbau darüber, dass hier die Autos so Benzin verbrauchen und so schlimm und bla bla bla. Aber in Wahrheit sind für mich die Maschinen, die sie jetzt gerade bauen, jetzt bleibe ich mal in der Autosprache, sind die fettesten Motoren ever, wo es jedem scheißegal es koste, was es wollen, Benzin raus, feuerfrei. Und keiner spricht drüber. Also ein paar, aber es ist so, es ist so, so, so. Es ist wild. Es ist wirklich, wirklich, wirklich wild. Und da bauen sie halt irgendwelche Kraftwerke und irgendwelche ganzen Gemeinden können nicht mehr schlafen, weil es so laut ist und so lästig und so schlimm oder Vibrationen im Boden oder weiß da geiler was. Super strange. Super strange. I don't know. Ja, und dann sehen wir natürlich auch, was ich ziemlich wild finde, ist, wie es nicht nur ganze Industrien verändert, sondern auch einige Menschen dazu bringt, manchmal sehr drastische Entscheidungen zu treffen. Da lacht er, du weißt schon, was ich meine. Stell dir vor, du sagst von einem Tag auf dem anderen, ja, Schuhe, machen wir nicht mal, wir machen jetzt was mit AI. Das klingt so wie so ein Pivot von so einem Startup, das drei Wochen alt ist, wo die sagen, okay, ja, Essenslieferung nimmer, aber jetzt AI, was sagst du, okay, verstehe ich. Aber das Unternehmen, das das jetzt quasi announced hat, hat ja doch durchaus ein bisschen Traction schon gehabt und ein bisschen Substanz. Wir reden von der Firma Allbirds, die einfach jetzt so innerhalb von einem Tag auf den anderen verlautbart hat, sie verkaufen ihre Schuhmarke und machen jetzt KI. Was hat es denn damit auf sich? Und die Aktie ist flüge durch die Decke gegangen, aber drüseln wir auf.

Markus

Also drüsen wir auf. Allbirds war eine Zeit lang so die Silicon Valley Schuhmarke. Also das war so der klassische Schick für den, also was die Patagonia-Weste am Oberkörper war, waren die Allbirds-Schuhe für die Füße. Das ist dann ein bisschen ins Wanken geraten. Da gab es gleich auch einen irgendwann einen Artikel mal vor allem in irgendeiner amerikanischen Zeitung, wo die Allbirds zerrissen wurden. Und das hat dann tatsächlich auch dazu geführt, dass, glaube ich, so dieses Monument des Silicon Valley Gründers in den Allberds ein bisschen ins Wanken gekommen ist. Also denen ging es jetzt nicht sonderlich gut, muss man sagen. Das Erfolgsmodell, was sie mal hatte, war einfach nicht mehr so da. Und gleichzeitig sind sie konfrontiert mit einer Realität, die es einfach an den amerikanischen Aktienmärkten aktuell gibt, nämlich dass die Multiples, also das, was man an Bewertungen am Aktienmarkt aktuell erzielen kann, für KI-Firmen einfach viel, viel höher ist als für alle anderen Firmen. Das ist einfach, weil aktuell Investoren einen Wunsch haben, dass sie möglichst viele KI-Companys in ihrem Portfolio haben. Und das sorgt dafür, dass man als KI-Company oft deutlich mehr und eine deutlich höhere Bewertung erzielen kann für ein ähnlich gut funktionierendes Geschäftsmodell als in allen anderen Branchen. Und ich schätze, diese Rechnung wurde im Alberts-Fall auch gemacht. Die haben halt gesagt, mit Schuhen lässt sich nicht mehr so viel Geld verdienen, lässt sich nicht mehr so viel, wahrscheinlich auch sind die inzentiviert mit dem eigenen Aktienkurs nicht mehr so viel verdienen. Deshalb lasst uns doch das Unternehmen komplett neu hindrehen. Und was machen wir? Was brauchen gerade alle Rechenkapazität für künstliche Intelligenz? Und ich schätze, die haben wahrscheinlich ganz gute Investoren an Bord, auch die ihnen da auch Türen öffnen können, die sind gut vernetzt im Silicon Valley, deswegen sitzen sie da auch ein bisschen an der Quelle und haben sich das jetzt als Ziel gemacht, haben die Schuhmarke tatsächlich verkauft. Also es wird wohl weiterhin Albertschuhe geben, aber ich weiß nicht, ob die auch noch den Namen Alberts tragen werden oder wie da generell die Namen-Geschichte ist. Aber ja, jetzt machen sie Rechenkapazität und die Börse liebt es. Ob ihnen das gelingt, ist natürlich eine andere Frage. Sie sind nicht die Ersten mit dieser Idee, aber die Nachfrage aktuell ist natürlich sehr groß. Mal schauen. Es ist schon ein ziemlich gewaltiger Pivot. No idea, wenn ihnen das gelingt.

Daniel

Das klingt so wie jemand, der sagt, ich mache jetzt auf Krypto vor ein paar Jahren, die alles verkaufen, alles in Bitcoin. Ich meine, schau eigentlich sehr gar nicht so blöd. Newbird AI heißen die jetzt mittlerweile. Ich meine, wenn die es halt sagen, hey, ganz ehrlich, wenn wir so viel Kohle wie möglich anhäufen und alles in Rechenzentren stecken und das nimmt uns eh jeder ab, ist gar nicht doof. Es ist halt sehr ballsy, muss man wirklich sagen. Ja. Es ist vielleicht auch ein bisschen sehr opportunistisch.

Markus

Ja, es ist eine extreme Wette. Weil was sie machen, sie kaufen halt GPUs, die auf KI spezialisiert sind, an und vermieten die dann quasi an Unternehmen, die die Modelle anbieten. Das ist einfach boss die Wette, weil das bedeutet, wenn diese Preise für die GPUs weiter raufgehen, dann haben sie gewonnen. Wenn diese Preise runtergehen, dann haben sie verloren. Also es ist einfach nur eine Wette. Und sie nehmen damit den Unternehmen ein bisschen das Risiko ab. Also sie sind eigentlich Risikoträger in erster Linie. Irgendwann, glaube ich, wollen sie auch on top eine KI-Cloud-Plattform entwickeln. Das ist dann, glaube ich, das eigene Geschäftsmodell dahinter. Aber am Ende, wenn die KI-Brasse in einem halben Jahr platzt, dann ist das Unternehmen wahrscheinlich tot. Das ist die Realität.

Daniel

Und du weißt auch, ich sag mal, dass sie wahrscheinlich bei einem Gegenwind gerne mal wieder pivotieren werden. Das heißt natürlich, wenn du die als Geschäftspartner für langfristige Ziele nimmst, weißt du halt natürlich auch nicht, ob die auch durch Teil der Tränen mit dir gehen. Muss man einfach mal so sagen. Und sie sind natürlich tot in dem Moment, wo was weiß ich, Quantum oder was auch immer daherkommt und plötzlich das super günstig wird. Was halt blöd.

Markus

Ja, das sind sie jetzt schon, also es ist Cutbacks. Also du musst diese GPUs musst du kaufen. Das heißt, wie einfach dann der Pivot im Sinne von in der gleichen Company dann nochmal ist, bin ich mir nicht sicher. Aber natürlich, die können halt dann auch die Company pleite gehen lassen und dann was anderes machen. Das ist natürlich immer auch eine Möglichkeit. Aber ja, es ist wirklich bezeichnend für die absurden Zeiten, in denen wir aktuell gerade leben. Und ich bin gespannt, wie lange das noch so weitergehen kann. Weil irgendwann, gleichzeitig haben wir die Situation in der Straße von Hormos, die immer noch geschlossen ist, wo jetzt einfach halt Breaking point of breaking point kommen wird, wo nicht nur das Kerosin ausgehen wird, wo halt jetzt auch andere Industrien betroffen sind. Natürlich darauf wetten die Märkte. Du merkst aktuell an Börsen überhaupt nicht, dass es da große Probleme gibt. Die wetten alle darauf, dass der Trump den Schwanz einzieht und da jetzt bald einen Deal macht. Aber also wir wissen alle, der ist nicht immer rational und hat ein großes Ego. Also so klar sehe ich das auch nicht. Und da kann schon ein Dominostein reichen und irgendwann platzt dann dieses ganze Konstrukt. Also es ist schon wilde Zeiten, in denen wir leben.

Daniel

Ja, und für mich ist auch ein interessanter Indikator für diese Wildheit der Zeiten, dass wir jetzt seit 35 Minuten podcasten und jetzt eigentlich zu einer Überschrift kommen zu einem Thema, was vor ein paar Monaten oder vor ein, zwei Jahren vielleicht das Thema schlechthin geworden wäre von Anfang an. Wir hätten nur davon gesprochen. Tim Cook tritt ab. Tim Cook tritt von Apple ab und das Wilde, finde ich, ist es, dass wir es nach 35 Minuten so beiläufig erwähnen und noch überlegten, ja, kriegen wir das noch unter? Ja, ja, gut, da muss man auch mal erwähnen. Der CEO von Apple tritt ab. Und was ich da so interessant finde, ist, wir haben schon öfter besprochen, Apples Rolle in dem ganzen AI-Thema, die sich sehr zurückhalten, die sehr viel Kohle auf der Seite haben. Es wirkt halt fast so, als würden sie sagen, ja, ja, macht mal alle und dann tun wir. Und jetzt ist natürlich auch der Nachfolger jemand, der vielleicht ganz richtungsweise, also auf jeden Fall richtungsweisend fürs Unternehmen wird, aber auch aufgrund seines Backgrounds durchaus schon eine Richtung vorgibt, wenn ich es mal so sagen darf. Ja, wer ist denn das?

Markus

Herr John Thernos wird der neue CEO von Apple, werden Team Cook wird als Executive Chairman an Bord bleiben, also ganz zurück sind oder sie nicht, aber es ist schon ein Generationenwechsel und John Ternus ist quasi der Hardware-Chef von Apple in den letzten Jahren gewesen. Auch ein Veteran der Company. Und der war der natürlich auch ganz entscheidend war in der Entwicklung der eigenen Apple Silicon Chips. Was meines Erachtens der große Wurf von Apple in den letzten zehn Jahren war, wo halt einfach die im Wettbewerb mit anderen Computerproduzenten, anderen Smartphone-Produzenten sind diese Chips einfach einen Riesenvorteil gewesen. Und interessanterweise natürlich auch jetzt, wenn es darum geht, vielleicht auch proprietäre AI-Modelle zu bauen oder zum Laufen zu bringen, die direkt auf dem Smartphone funktionieren, also nicht in der Cloud, sind diese Chips auch ein sehr interessanter Faktor. Das heißt, schon jemand, der ganz entscheidend auch war für den Erfolg von Apple, trotz vielleicht wenig Produktinnovationen in den letzten Jahren, die funktioniert haben, muss man mal schon sagen, de facto seit Steve Jobs von uns gegangen ist, war jetzt in meiner Wahrnehmung nicht mehr so die richtig großen Durchbrüche. Ja, es gab schon ein, zwei Produkte, die ganz nett waren, aber es war Evolution und nicht Revolution. Und die Revolution gab es halt dann eher, sag ich mal, im Backend bei den Chips. Dort war das wirklich eine Revolution und das war John Turnus. Wird spannend, wo die Reise hingeht, jetzt eben auch spezifisch, was das Thema AI auf den Geräten angeht. Ja, Nazi.

Daniel

Wen ich gerade nochmal nachschlagen musste, war Johnny Ive. Ich habe mir gedacht, von dem habe ich jetzt schon länger nichts mehr gehört. Wir wissen ja Kollaboration mit OpenAI, da gab es unfassbare Summen, die geflossen sind, bla bla bla. Und immer wenn ich an Apple denke, muss ich natürlich an Steve Jobs denken, Wolsenjack an Johnny Ive, der eigentlich so die Sprache von Apple maßgeblich geprägt hat, also die Formsprache, das Design, das wir uns alle verliebt haben, die Klarheit. Und bei dem ist es halt erstaunlich ruhig. Und so erstaunlich ruhig, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass der Mann nichts tut, sondern dass da irgendwas super stealthy abgeht. Bin ich neugierig. Und wenn man mal so das Internet befragt, passiert doch nicht so viel. Auch dass man sagt, man hat nicht so viel gehört. Kann eigentlich sein.

Markus

Ja, meinst du, dass was schon, ich glaube, John Eifert halt auch im Zusammenspiel mit Steve Jobs funktioniert. Und wenn man dieses, da gab es dieses sehr interessante Video mit seinem Altmann John Eifer anschaut, wo sie sich ineinander verlieben quasi. Und also ich weiß nicht, ob da so viel Feuer dahinter oder so viel Pfeffer dahinter ist. Ich glaube, da Steve Jobs war halt ein Arschloch, das unfassbar Dampf gemacht hat. Mit all den positiven und negativen Seiten, die dazukommen. Und die vielleicht auch John Knive dabei geholfen hat, Dinge auf den Boden zu bringen. Und für mich wirkt die Kombi mit Sam Altmann aktuell, ich meine, ich habe Hoffnung, dass sie mich positiv überraschen, aber aktuell wirkt es für mich ziemlich larifari und vage und sehr explorativ. Wir probieren jetzt halt in unterschiedlichste Richtungen, aber ob sich das ausgeht im Zuge des aktuellen Konjunkturzyklus, das was wir besprochen haben, geht der AI-Blase irgendwann die Luft aus. Hardware ist natürlich auch ein Geschäft, das sehr viele Investitionen erfordert. Ich bin gespannt, ob diese Rechnung aufgeht.

Daniel

Das Interessante ist, ich habe gerade nochmal gelesen, eigentlich hätte OpenAI dieses Jahren ein Hardware Device rausbringen sollen unter seiner Führung. Scheinbar ist das auf 2027 verschoben worden.

Markus

Hardware is hard.

Daniel

Hardware is hard und gerade in diesen Zeiten, vielleicht ist es ja auf einer der Schiffe in der Straße von Hormus. Man weiß es nicht. Und das ist ja genau das Problem mit Hardware. You can't ship it if the ships aren't shipping. Das war ein kluger Satz, oder?

Markus

Ja, nein, das ist die Realität, ist nicht angekommen aktuell in den Märkten. Wie gesagt, natürlich ist jetzt beim Öl Amerika weniger betroffen als der Rest der Welt, aber die Effekte, die.

Daniel

Entschuldigung, da muss ich mir ganz kurz reingrätschen. Wie findest du die Überschrift? Immer wieder das Europa der Treibst, das Kerosin ausgeht in fünf, sechs Wochen. Wie siehst du das? Ist das Panikmache? Weil das ist ja so eine Aussage, das habe ich noch nie in der Form gehört. Also in all den Jahren, die auf diesem kleinen blauen Ball herumlaufe. Das ist eigentlich so eine drastische Aussage, weil wenn wir kein Kerosin hätten, würde ja das ganze Leben zum Erliegen kommen, dass es so ein Europa gibt. Und die Leute reagieren halt, ja, eh.

Markus

Naja, ich glaube, für die Leute ist es halt worst case, dass sie halt ihren Urlaub. dass ihr Urlaubsflug gestrichen wird. Genau. Also ich glaube, das ist so ein bisschen Corona-Vibes, oder? Das Leben kann ja trotzdem weitergehen, auch wenn man nicht ins Flugzeug steigt. Gleichzeitig muss man auch sagen, ob jetzt wirklich das Kerosin ausgeht, es entsteht ja dann natürlich ein Wettbewerb um das trotzdem vorhandene Kerosin. Es würde sicher massiv teurer werden und das würden dann auch die Fluglinien meines Erachtens weitergeben in nämlich auch schon gekaufte Tickets. Soweit ich das richtig verstanden habe, gibt es in den meisten Fällen eine Klausel, die einfach besagt, wenn es eine Explosion bei den Treibstoffpreisen gibt, dann kann das auch an den Kunden weitergegeben werden, obwohl das Ticket schon gekauft ist. Also das kann natürlich passieren. Und natürlich kann auch keine Flüge ausfallen, weil es halt nicht mehr genug Kerosin gibt. Das ist das, was ich meine. Also diese Effekte, die es gibt und auch was Chip-Produktion angeht mit Helium, also es gibt ja viele einfach, damit eine Weltwirtschaft einmal stehen bleibt, hat das Ganze einen Lag. Das vieles ist just in time, also das ist quasi aktuell funktioniert noch alles, weil das ja die Lieferungen von ein oder zwei Monaten waren. Und ich glaube, alle wetten gerade darauf, dass ein Deal wird gefunden. Es fließt wieder das Öl, es fahren wieder die Tanker und alles ist gut. Das ist die aktuelle Meinung der Märkte. Man darf auch nicht unterschätzen, das, was halt schon de facto ist bei all diesen Sparplänen, die es da draußen gibt für einen MSCI World und andere Index-Funds, die laufen halt sowieso weiter. Und deswegen hast du immer einen Upside-Druck auf den Märkten, bei besonders den großen Playern. Und dem muss man halt auch erstmal entgegentreten, weil da muss jemand aktiv sein und sagt, verkauft, damit du da Auswirkungen spürst. Es kann schon sein, dass wir in vier Wochen oder vielleicht auch schon früher da sitzen und halt ähnlich wie damals bei Corona, ja, obwohl das irgendwie absehbar war, dass es kommt, dann trotzdem massiv überrascht und überrumpelt sind, dass plötzlich uns das Kerosin ausgeht und wir grundsätzlich Probleme in der Produktion haben, weil Öl ist ja nicht nur Benzin. Also halte ich für ein sehr realistisches Szenario, kann natürlich abgewendet werden noch, aber wie gesagt, Geopolitik ist back. 100%.

SPEAKER_00

Ich muss gerade mal kurz was fragen.

Markus

How long does it take for a tank to come from the Strait of Almost to Was ich vielleicht da in der Zwischenzeit auch noch sagen kann, bei der Monitorpräsentation waren ja auch ein paar Politiker dabei, also die Lisi Zetner und die Ministerin Holzleitner, Forschung, und die haben beide gesagt, was ich wirklich spannend fand. Ja, für sie ist das ein Highlight des Jahres. Und okay, Lise ist ja auch Startup, Staatssekretärin, also das macht ja auch Sinn. Aber besonders die Holzleitung hat dann quasi so gemeint, ja, aber das ist, das hört sich jetzt so an, als würden wir das ja immer sagen. Aber de facto ist, aktuell sitzen wir sonst in irgendwelchen Krisensitzungen, wo es um geopolitische Verwerfungen geht und wo wir darüber reden, wie können wir irgendwie da durchkommen. Da ist sowas, wo ein Ökosystem zusammenkommt und wir schauen uns Zahlen an. Das ist eine sehr willkommene Abwechslung. Also ich glaube, auf politischer Ebene ist das schon viel Krisensitzung aktuell, was schon auch dafür spricht, dass diese Szenarien sehr realistisch sind.

Daniel

Ich musste mal kurz nachfragen, weil mich hat interessiert, selbst wenn man, wenn die Straße von Hormos dicht ist und man sagt, das macht man auf, dann ist ja das Öl ja nicht da, sondern ist der Tanker ja noch immer in der Straße von Hormus. Und mich hat jetzt interessiert, wie lange diese Verzögerung dauern würde. Weißt du, was ich meine, was man ja auch mit einplanst. Also laut ChatGPT dauert das so 18 bis 25 Tage, bis das zum Beispiel in einem Hafen in Europa ankommen würde. Dann ist das aber natürlich noch nicht in einer Raffinerie und dann ist das natürlich noch nicht in unserem Tank von dem jeweiligen Flugzeug oder Auto oder wo auch immer. Schon spannend. Also Hardware ist hart und alles, was physisch ist, muss transportiert werden und alles, was natürlich noch dazu in einem Schiff irgendwo hingebracht werden muss und dann noch in eine Raffinerie gehört und da noch irgendwo hintransportiert werden muss.

Markus

Ich glaube, was da halt auch eine Rolle spielt, ist also ich glaube, Menschen besonders auch in unserem Alter oder in ja, wahrscheinlich auch darüber hinaus, also einfach die letzten 60 Jahre gab es eine unglaubliche Resilienz in unserer Gesellschaft im Sinne von Resilienz der Systeme. Also es ist unfassbar viel eigentlich passiert und irgendwie hat sich trotzdem ein wenig verändert. Ja, Corona waren wir mal halt eine Zeit lang im Homeoffice und am Ende ist dort, wo du die Dinge, also so wie uns unser System aktuell und wie halt auch politische Systeme aktuell funktionieren, ist, dass du probierst, dass die Folgen so weit einschränkst, dass es eigentlich nur auf ökonomischer Sicht oder auf ökonomischer Ebene es spürbar ist. Also das, was natürlich dann die große Folge von Corona und generell Nullzinspolitik über viele Jahre war, ist dann die gewaltige Explosion der Inflation. Und die hat man natürlich dann in der Breite gespürt und das hat auch politisch Verwerfungen erzeugt. Aber jetzt im Abseits davon, glaube ich, bei all diesen Dingen hat sich bei den meisten Menschen mittlerweile so eine Perspektive eingelebt. Ja, da draußen alles, es kracht und es bricht zusammen und bla und es ist immer viel Drama. Aber ja, hier in der Unterstinkenden Brungasse, da ist immer noch alles beim Alten. Und ich glaube, das zieht sich voll durch durch die Gesellschaft. Eigentlich so dieses Vertrauen in, es wird sich eh nichts ändern. Das ist schon sehr, sehr tief eingebrannt. Das ist auch gut, weil wenn jetzt alle Leute einfach ständig nur drüber nachdenken, wie können sie für jegliche Risikoszenarien preppen, dann würde es ja unglaublicher Produktivitätsverlust sein. Aber ja, es ist schon die Frage, ob wir irgendwann den Breaking Point erreichen, wo einfach die Systeme das nicht mehr ausgleichen können und es halt dann wirklich unschön wird und revolutionär wird.

Daniel

Ich glaube, zurzeit ist alles nur so ein Gefühl, ich glaube gut, die Menschen sind einfach irgendwann müde, weißt du, wenn du einfach jeden Tag oder bist du nur so, ja, ja. Also ich merke das ja auch bei mir, weißt du, so nach 48.000 Horrornachrichten, die allein seit seit Trump Präsident ist, ist man so irgendwann, am Anfang liest man das alles, nimmt das wahr, denkt sich, oh Gott, mittlerweile kommen da so viele Aussagen, wie ich mir denke, ja, okay.

unknown

Gut.

Markus

Fakt ist. Diese Müdigkeit ist ja auch die Gefahr. Weil dadurch, dass es natürlich der Nährboden für Trump und andere Konsorten, die Leute sind einfach abgehärtet, abgestumpft. Abgestumpft ist das richtige Wort. Und auf der Ebene hast du halt viel mehr Raum für solche Wursteleien.

Daniel

Und weißt du, es geht ja in zwei Richtungen, weil auch das andere ist jetzt, die Menschen sich denken, es ändert sich ja nichts für einen und die andere Richtung ist, es kann sich ja eh nichts ändern, weil kriegt ja keiner hin, etwas zu ändern. Das ist ja auch diesen Sentiment, den man spürt. Weißt du, was ich meine? So, ach, man müsste dies tun, man müsste das tun, aber passiert ja eh nichts. Das macht schon, wie du gerade sagst, so einen richtig saugefährlichen Nährboden. Und es macht aber einen auch so, ich sag mir wie so ein so ein 45-jähriger Kettenraucher, der sich denkt, naja, bis jetzt ist nichts passiert, wird schon nichts passieren, aber nicht checkt, dass in Wahrheit schon seit 15 oder 20 oder 30 Jahren etwas passiert. Und weil es noch immer nicht beendet wird, wird erst recht etwas passieren, aber nicht heute, nicht morgen, aber in 10 Jahren, was, wenn er es nicht machen würde, erst in 40 Jahren wäre. Und das ist so dieses vielleicht das beste Beispiel, wie so ein Raucher, der sich denkt, ach, die eine Zigarette macht jetzt bestimmt nichts mehr. Du weißt genau, was ich meine, diese Einstellung. Und ah ja, wenn ich alt bin, kommt das schon. Ich bin ja nicht alt. Das ist so abstrakt und das ist halt that's spooky. That's spooky. Also in dem Sinne sollte man sich, glaube ich, auch echt immer mal so ein bisschen überlegen, wenn man dieses Gefühl hat, dass dieses Gefühl nicht bedeutet, dass man nichts macht, sondern so ein bisschen die Alarmglocken anwirft. Das wäre ganz gut. Das habe ich auch beim Marathon gelernt. Nur weil sich das jetzt alles gut anfühlt, heißt es nicht, dass es in fünf Kilometern gut ist. Und weil es sich gut anfühlt, es hat mir irgendwie, ich habe Claude im ChatGPT als Lauftrainer benutzt und hat gesagt, wenn du losläufst und fühlt sich alles gut an, bist du zu schnell. Du musst so langsam laufen, dass es sich lächerlich anfühlt. Und du musst dein Ego hinten anschrauben. Und das war so hart, weil ich laufe eigentlich total gerne einfach nach Gefühl. Und Gefühl heißt, ich laufe gern schnell und ich habe einfach Spaß dran und ich überhole gern Leute. Und dann zieht einer nach dem anderen an dir vorbei, weil du einfach dein Tempo laufen musst. Und du hast, dir geht es super und du musst dir schon diese Gels reinpfeifen, obwohl du weder Hunger hast noch das Gefühl hast, du brauchst es. Aber du weißt, wenn du es jetzt nicht machst, dann kommt in genau einer Stunde dieser Einbruch und wenn du in einer Stunde der Einbruch kommst, wirst du in drei Stunden nicht laufen. Habe ich auch wieder was gelernt. Was ich übrigens auch gelernt habe, war, man könnte so ein wunderbar langes LinkedIn-Posting draus machen. Das sind die zehn Dinge, die ich gelernt habe und hab überhaupt keinen Bock mehr drauf, sowas zu schreiben.

SPEAKER_00

Das ist so witzig.

Daniel

Du weißt, wie ich meine. I took a dump and that's the ten things I learned. Und man denkst immer, nee, komm, verpiss dich. Ich weiß, was du meinst. Ja, oder?

Markus

And Shittification von Content durch AI ist.

Daniel

Ja, ja. Real. Und immer so dieselbe Art und Weise der Struktur. Mich auch schuldig. Aber du siehst ja nicht.

Markus

Nein, aber natürlich, weil wenn man selbst damit arbeitet, irgendwann weißt du genau, was AI und das kotzt dich dann schon so an. Also das ist schon diese organische Entwicklung davon, wie auch AI-Content wahrgenommen wird, das ist sehr spannend, wie sich das entwickeln wird. Ja, und ich glaube, das wird zwischen Mieter einfach absägen.

Daniel

In der Form. Das Lustige ist, ich habe dann ein Bild nach meinem Lauf gepostet, weil ich einfach stolz war. Ich habe nur einen Satz dazu geschrieben und es hat unfassbar Traction gemacht. Und ich habe mir nichts dabei, also ich habe das nicht geplant und ich habe da auch nicht irgendwie so ein Polished Foto genommen. Also ich habe ein Foto gemacht und diesen einen Satz dazu geschrieben. Einfach weil es sich gut angefühlt hat.

Markus

Ja. Und bumm. Authentischer als ja.

Daniel

Fucking hell. Ja, ja, ja. Und auch das weiß ich nicht. Ich will das jetzt auch nicht alles überstrapazieren. Aber auch das war lustig. Und wie du sagst, wenn ich Bindestriche sehe bei Postings, wenn ich diese typische Struktur sehe, I took a dump and here's the three things I learned. Bla bla bla bla bla. Und die so setze, dann bist du schon so, na komm.

Markus

Das finde ich übrigens sehr bitter, weil ich habe immer schon mit vielen Bindestrichen geschrieben. Auch. Nicht muss mir das jetzt abgewöhnen.

Daniel

Nein, musst du nicht. Weißt du warum? Das habe ich gesehen. Ich schreibe fast jedes E-Mail mit Bindestrichen. Wirklich jedes meiner E-Mails, aber das ist ein anderer Strich. Das ist nicht der Bindestrich. Nicht der Gedankenstrich. Genau, sondern ich weiß gar nicht, wie man den tatsächlich macht.

Markus

Manche Programme machen das dann automatisch, oder?

Daniel

Aber bei mir ist das wahnsinnig gut. Es ist auch oft so, wie ich schreibe: Ja, freue mich von dir zu hören, Bindestrich, hier werden meine Terminvorschläge. Es ist so That's me. Und dann erwische ich mich aber, dass ich nicht so schreiben will. Und da denke ich mir, ja, aber das sind meine authentischen E-Mails. Ja. In dem Sinne, jetzt haben wir eigentlich schon ziemlich lange gepodcastet, oder? Wollen wir abrunden?

unknown

Ja.

Markus

Lass uns einen kurzen Verweis machen für die Leute, die da interessiert sind. Sowohl Cloud als auch ChatGPT haben sich beim Thema Image und Design in der letzten Woche weiterentwickelt. Cloud Design greift proaktiv Figma an. Und ChatGPT Image hat auf jeglichen Image Generation Benchmarks alles andere komplett in den Schatten gestellt. Also wer sich in den Bereich bewegt, sollte da, glaube ich, aktuell definitiv mal reinschauen und rumprobieren. Es ist durchaus vielversprechend. Was dabei rauskommt, vielleicht ist das auch interessant, Cloud Design für deine Website. Ich glaube, das ist ein Skill, den man aktivieren muss. Wenn man dem Twitter-Hype Glauben schenkt, dann sind das gewaltige Quantensprünge. Wie nachhaltig sie sind, das ist dann natürlich das, was sich aktuell noch nicht ableiten lässt. Aber definitiv worth a try.

Daniel

Schön. In dem Sinne würde ich sagen, hat wieder Spaß gemacht. Check it out of next. Stay safe. Und wir hören uns das nächste Mal. Dankeschön und bye bye.