Future Weekly

#511- Lohnnebenkostensenkung, Negative Strompreise & ChatGPT 5.5

Daniel Cronin & Markus Raunig Episode 511

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💰 Lohnnebenkostensenkung kommt

⚡ Negative Strompreise in Österreich 

👟 Sub2 Marathon mit Schuh-Tech

🤖 OpenAI Comeback mit GPT-5.5? 

🤝 Cohere übernimmt Aleph Alpha 

✈️ Beste Health-KI verlässt Europa 

🚀 YCombinator Requests 2026 

🎸 Rockstars: Liquid AI x Mercedes

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel

So, einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend oder auch gute Nacht und herzlich willkommen zum Future Weekly, dem schnellsten Startup-Podcast, seitdem es Carbon-Platten gibt. Ja, jetzt wirst du denken, was das denn? Der wirst du gleich sehen. Wir reden unter anderem über Lohnnebenkosten, Strompreise, Schuhe. Jetzt denkst du dir, wo bin ich denn gelandet? Nee, nee, nee, nee, nee. Aber wir bleiben auch bei den anderen Themen. Ein bisschen OpenAI, ein bisschen Aleph Alpha, eine ganze Menge KI und Rockstars haben wir auch noch im Angebot. Und irgendwas mit Autos. In dem Sinne würde ich sagen, ja, so. Auf geht's. Ja, los geht's mit den News. Worüber wollen wir reden? Da ist so viel wieder passiert. Fangen wir doch mal mit etwas Bodenständigen an, aber etwas, wo ich das Gefühl habe, da reden wir gefühlt ein Leben lang drüber. Lohnnebenkosten. Die gehören runter. Das ist etwas, das fordern wir ungefähr so lange wie T30 Grad. Jetzt kommt die. Oder nicht? Und in welcher Form? Ich nehme an, du weißt das viel besser.

Markus

Ich glaube, sie kommt jetzt wirklich. Kommt allerdings erst 2028. Selbstverständlich. Spaß. Aber du hast natürlich recht, das ist. Aber Akte können sie sich wahrscheinlich auch nicht leisten, das explodieren zu lassen. Nein, du hast recht, das ist eine ewige Forderung von uns. Eine Empfehlung, die wir schon sehr, sehr lange haben, weil das einfach ein riesen Wettbewerbsnachteil für österreichische Unternehmen ist, dass sie so viel mehr.

Daniel

Stop ganz kurz, kannst du mal in Kontext setzen, was es eigentlich für die, die nie jemanden angestellt haben, wie hoch eigentlich die Lohnnebenkosten sind? Und vielleicht, also dass man mal so ein Gefühl kriegt und vielleicht auch mal, was es mit dem ominösen Brutto-Brutto auf sich hat, weil es gibt ja viele Leute, die sich gar nicht bewusst sind, wie viel man denn da so zahlt.

Markus

Ja, also es ist ja so, wenn man einen, wenn man so angestellt ist, kriegt man ein Bruttogehalt. Das weiß man normalerweise und von diesem Bruttogehalt, und das weiß man auch, geht dann ein Teil für Sozialversicherung und Lohnsteuer etc. nochmal weg. Also das sieht man auch quasi das, was am Konto dann tatsächlich ankommt, ist niedriger als das Bruttogehalt. Das, glaube ich, ist soweit allen klar. Aber was vielen Menschen nicht bewusst ist, dass der Arbeitgeber, also das Unternehmen, das einen anstellt, dann nochmal zusätzlich etwas zahlt. Also die Kosten, die das Unternehmen tragen muss für einen Mitarbeiter, sind nicht einfach 14 Mal das Bruttogehalt, sondern da gibt es eben diese Brutto-Brotto-Kosten, das sind die Lohn-Nebenkosten, die das Unternehmen tragen muss und das ist durchaus substanziell. Also ich weiß, es hängt natürlich von der Höhe ab, wie viel das dann auch prozentuell ist. Aber das ist schon durchaus noch einmal, ich sage jetzt mal so in der Größenordnung, 30 bis 50 Prozent von den Kosten, die dann nochmal on top kommen.

Daniel

Entschuldigung, jetzt muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, oder? Weil ich muss da kurz einhaken, die Zahlen werden falsch sein, aber es ist mein Lieblingsbeispiel. Vor vielen, vielen Jahren, meine ersten Angestellten, da war eine Person, die hat 3000 Brutto verdient und ich weiß, diese Person hat ungefähr 1-9 netto bekommen. Und ich weiß aber, wir haben noch on top ungefähr 1,2 on top. Ich glaube, das war ungefähr so, dass heißt für ein 4-2 gezahlt, dass die Person 1,9 bekommt. Und ich weiß noch, wie die Person dann darum gebeten hat, ein paar hundert Euro Gehaltserhöhung zu haben und dann haben wir mal gesagt, was es uns eigentlich kosten würde. Und ich glaube ja, bis heute würde man das Brutto-Bruttogehalt auf dem Lohnzettel schreiben. Dann hat man innerhalb von zwei Tagen einen Aufstand. Weil das ist halt wirklich.

Markus

Also ich habe mir das jetzt nochmal kurz angeschaut, jetzt gehen wir davon aus, Durchschnittgehalt 4000 Euro monatlich brutto. Dann kommt am Konto tatsächlich pro Monat 2.700 Euro an. Das heißt, aufs Jahr gerechnet kommen da 38.000 Euro, bin dann knapp 39.000 Euro netto, das sind 56.000 Euro brutto. Und tatsächlich für den Arbeitgeber kostet das Ganze 72.500. Das heißt, da kommen noch einmal ziemlich genau 30%, also 16.500 Euro pro Jahr, die der Arbeitgeber zusätzlich zahlen muss, um diesen Mitarbeiter anzustellen. Das ist verrückt, oder?

Daniel

Das ist auch eine schöne Art und Weise, diskret zu verschleiern, wie hoch die Abgaben tatsächlich sind.

Markus

So ist es. Es ist natürlich einfach eine Fruzelei, weil man könnte ja auch einfach das grundsätzlich das Brutto und das Netto so aufstellen, sodass es dann halt auch für den Arbeitnehmer sichtbar ist, wie viel Geld da eigentlich abgeführt wird. Aber das ist natürlich auch eine Strategie, dass man das nicht sichtbar macht, weil dadurch nicht so greifbar ist, wie viel Geld der Staat eigentlich zur Verfügung hat.

Daniel

Und Entschuldige, da kann man auch immer so schön sagen, die fiesen bösen Arbeitgeber, die haben ja eh so viel Geld und überhaupt und bla bla bla. Also ich finde, das ist so eine dahinter, wenn man das mal so ein bisschen durchdenkt, schon reulig. Anyway, so die Notnebenkosten.

Markus

Und die sind halt in Österreich besonders hoch auch, also im Vergleich, im internationalen Vergleich, und machen es daher unattraktiv in Österreich Mitarbeiter anzustellen. Und deshalb einfach ganz sinnvoll, auch aus einer gesamtwirtschaftlichen Perspektive, dass man diese Kosten senkt. Besonders auch in einem Zeitalter, wodurch zunehmende Automatisierung, KI sowieso, sage ich mal, das Anstellen von Mitarbeitern gerade nicht unbedingt top of mind ist bei den meisten Unternehmen. Also da jedenfalls ein sehr gutes Signal, dass die Lohnnebenkosten gesenkt werden. Sie werden um einen Prozentpunkt gesenkt. Das heißt, wenn es jetzt bisher eben in dem Fall wären es 29,5%, dann wird es auf 28,5% gesenkt. Das klingt jetzt nicht wie die Welt, ist auch nicht die Welt, aber es sind schon 500 Euro Ersparnis pro Jahr pro Mitarbeiter, also jetzt auch nichts. Insofern jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt muss man natürlich sagen, dass das kommt in einer Zeit, wo wir sowieso ein riesiges Budgetproblem haben, finde ich sogar ein bisschen eine positive Überraschung. Gleichzeitig muss man sagen, eigentlich müsste es natürlich eine viel größere Reform in diesem Bereich geben und diese größere Reform müsste durch viel sinnvollere, größere Strukturreformen getragen werden. Weil natürlich mit der aktuellen Budgetsituation kannst du nicht mehr Lohnebenkosten senken. Du müsstest halt wirklich die großen Stellschrauben anschrauben. Das machen sie in dem Fall nicht. Es wird gegenfinanziert mit allen allerlei kleinen Rädchen, davon einige, die wiederum Steuerbenefiz auf der Mitarbeiterseite betreffen. Also zum Beispiel die Homeoffice-Pauschale wird abgeschafft, die Höchstbemessungsgrundlage wird draufgesetzt, der Gewinnfreibetrag für Wertpapiere für Unternehmen und Selbstständige wird abgeschafft, der Elektrofirmenwagen ist dann nicht mehr so begünstigt. Also allerlei Zucker, die es gab, die teilweise auch sinnvolle Anreizwirkung hatten, werden dafür aufgegeben, was natürlich ein Schwachsinn ist. Und die wirklich großen Stellschrauben, also die große Staatsquote, generell so wie Österreich aufgestellt ist mit Föderalismus, wo es unglaublich viele Doppelstrukturen gibt, das Pensionsantrittsalter, das Gesundheitssystem, die wirklich großen Baustellen, wo wir wissen, dass wir einfach Handlungsbedarf haben, die halt für gewisse Klientel unpopulär sind, weil das Privilegien sind, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden, die auch schwierige Entscheidungen bei der Verschlankung des Staats anfordern würden, die traut man sich wieder nicht anzugreifen. Das muss man einfach auch mal in Relation stellen. In Österreich haben wir eine Staatsquote von knapp 55 Prozent, in der Schweiz sind es 34 Prozent. Dieses Delta ist gewaltig. Weil die Schweiz ist natürlich vergleichbar von der Kultur und vom Setup. Es ist einfach ein Luxusstaat, den wir uns leisten. Und deshalb kann man auch nur mit homöopathischen Dosen Reformen auf der Einnahmenseite machen, wenn man hier nicht auf der Ausgabenseite mal wirklich sich anschaut, wo sind die großen Baustellen.

Daniel

Und ich glaube, es ist halt, ich werde nicht müde, das zu sagen, mit jedem Tag, in dem man das Thema nicht radikal angeht, desto kürzer wird die Möglichkeit oder desto schwieriger wird die Möglichkeit es zu auch ändern. Weil wir müssen, wir müssen uns ehrlich sein, das Problem wird von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr größer und es lässt sich aber auch nicht mit sanften Methoden beheben. Es ist wie alles, weißt du, was ich meine, wie ein Innovationsprozess. Du hast inkrementelle Innovation und radikale Innovation. Und wir sind an einem Punkt, wo man das einfach radikal umkrempeln müsste, also den Staatsapparat. Aber dass man auf bestehende Dinge nochmal aufbaut und hier ein bisschen und da ein bisschen. Es ist halt wie wenn du ein Haus hast, das komplett desolat ist und alles am Verrotten und zerbröseln ist. Das hilft nicht, wenn du da noch irgendwie eine neue Toilette einbaust. Sondern musst du halt sagen, okay, das Ding reißen wir jetzt ab und bauen es neu. Auf neuen Werten, wie man so ein Apparat bauen kann. Ja, und unsere Kinder werden die Kosten haben. Das ist blöde.

Markus

Ja, absolut. Also das ist besonders die Depensionsproblematik. Da haben wir halt vor, muss man sagen, 50 Jahren oder ich schätze jetzt mal 50 Jahre waren es, vielleicht waren es sogar 60 Jahre, haben wir das Umlagesystem eingeführt, was am Ende mit der Art und Weise, wie sich unsere Bevölkerungsverteilung dann entwickelt hat, sicher die falsche Entscheidung war. Und da muss man jetzt kurz korrigieren.

Daniel

Ja, so, nachdem wir uns jetzt über die Lohnnebenkosten aufgeregt haben, da fehlt eigentlich noch für so ein richtiges Gespräch unter Freunden, wenn man sich so richtig so anfängt aufzuregen, natürlich noch ein Thema. Migration lassen wir mal aus, aber lass uns über Strompreise reden. Da kotzt man sich ja auch immer so wahnsinnig gerne aus, nachdem man über die Lohnnebenkosten gesprochen hat, dann gibt es Strompreise. Aber da tut sich auch irgendwas.

Markus

Ja, da gab es jetzt am Wochenende die Situation, dass es wirklich massiv negative Strompreise gab. Das ist ein negativer Strompreis. Naja, ein negativer Strompreis bedeutet, dass wenn man Strom verbraucht anderes Smart Meter hat und einen dynamischen Stromtarif, Strom verbraucht. Also when man auflädt oder die Washington or the Spiller or the Kimaan, whatever it is, then bezahlt. Why is this so? We have a challenge, that unsere Stromnetze manchmal auch zu viel Strom haben. And there are allerlei Wege, wie man das gross industriell lösen kann, zum Beispiel Pumpspeicherkraftwerke, wo das Wasser wieder hinaufgepumpt wird, also ein Wasserkraftwerk, wo das Wasser wieder auf die höhere Stufe hinaufgepumpt wird, sodass man später, wenn man wieder mehr Strom braucht, das dann wieder ablassen kann. Aber besonders wenn wir immer dezentraler werden, auch in der Stromproduktion, also mit viel Renewables, mit viel Solar und so weiter, dann wäre es doch sinnvoll, dass man auch auf der Ebene dezentraler wird und Menschen auch davon profitieren lasst, dass es Zeiten gibt, wo es sinnvoll ist, Strom zu verbrauchen und Zeiten gibt, wo es eigentlich knapp ist, der Strom. Und ja, am Wochenende gab es eben eine Extremsituation, wo wahrscheinlich viele Leute außer Haus waren, in der Natur waren, es war gutes Wetter, das heißt, der Solar hat voll produziert. Vielleicht war es auch noch windig und die Windkraft, ich weiß es nicht. Aber viele Leute haben keinen Strom verbraucht. Und gleichzeitig wurde viel Strom produziert und deshalb entstand diese Situation. Und das zeigt meines Erachtens schon auch noch einmal Chancen, die sich ergeben, sowohl für den Endkonsumenten, sich einen Smart Meter zu holen und einen dynamischen Tarif und dann aber auch basierend darauf zu reagieren. Das wird jetzt nicht jedes Wochenende sein, das ist jetzt schon besonders im Frühling, wo schon eben starke Sonneneinstrahlung gleichzeitig noch nicht so heißt, dass die Klimaanlage den ganzen Tag läuft. Und viele Leute sind wahrscheinlich unterwegs ohne Stromverbrauch. Das heißt, das wird jetzt nicht ständig sein, aber es wird diese besonders, wenn wir weiter erneuerbare Energien ausbauen, wird mehr und mehr solche Situationen daherkommen. Und dann ist es natürlich auch klug sein, einen Stromverbrauch so einzustellen, dass das passiert. Und auch mehr da die Technologie zu nutzen, um halt den Verbrauch so zu steuern, dass das passiert. Also auch wenn man vielleicht gerade unterwegs ist, dass man halt eine Waschmaschine programmiert oder halt auch das E-Auto so einstellt, dass der Ladeverbrauch genau dann bei den Spitzen der Stromproduktion am höchsten ist. Und da ist natürlich auch etwas, was spannend ist aus einer Startup-Perspektive. Was gibt es für Lösungen, wie man das einfacher machen kann? Was gibt es für Lösungen, wie man hier auch Menschen es ermöglicht, diese Asymmetrien zu nutzen?

Daniel

Ich bleibe mal auf Stammtischniveau, nicht Austrian Startup-Stammtisch, sondern Stammtischniveau. Hast du da was davon als Städter?

Markus

Also ich habe einen Smart Meter und habe dann schon gestern die, nein gestern, also am Wochenende die Waschmaschine eingeschaltet. Wirklich. Ja. Das geht. Es ist auch nicht trivial. Interesting. Das ist nicht trivial. Also es ist relativ einfach, das zu beantragen. Aber es ist, du sparst dir damit schon Geld. Natürlich, wenn du einen dynamischen Tarif hast, dann bedeutet das auch, dass du, wenn du Vollgas in der Peak Hour, also quasi after work, wenn alle Leute nach Hause kommen und den Herd dann drehen. Wenn du da dann was machst, dann zahlt auch ein bisschen mehr. Also man muss sich schon überlegen, wie sehr man die Möglichkeit, da auch dahingehend zu optimieren, und je nachdem, macht es Sinn oder nicht. Aber grundsätzlich geht das schon. Das ist spannend. Das ist super spannend. Es ist natürlich, ein E-Auto wäre auf der Ebene mit eigener Wallbugs, wäre ein viel größerer Hebel. Da kannst du, glaube ich, weiß ich nicht, 30, 40 Euro hättest du am Wochenende verdienen können dafür, dass du dein Auto auflädst, was schon super ist.

Daniel

Na, ich frage mich deswegen so neugierig, weil ich muss sagen, das ist so ein Thema, als jemand in der Mietwohnung in der Stadt, ist das so ein Thema, das ich zwar grundsätzlich interessant finde, aber so kaum Berührungspunkte habe. Ich denke mir natürlich, wenn man ein Eigenheim hat mit Solarpanelen am Dach und einem E-Auto, dann ist das natürlich auch ein Thema, das man richtig auch genießen kann und auch ordentlich profitieren kann. Ja, nicht unspannend. Ich bin auch neugierig, was es heißt, wenn wir dann ein bisschen mehr Richtung Atomkraftwerke denken, was ja auch kommen soll, diese Mini-Kraftwerke, die vor ein paar Tagen verlautbart wurden. Bin neugierig.

Markus

Ich meine, auch auf der Ebene ist das, weil auch Atomkraftwerke sind nicht agil. Also da hast du auch relativ viel Hochfahr- oder Niederfahrzeiten. Also auch da hast du eigentlich dieses Problem, das ist der große Vorteil, da gibt es ja Gaskraftwerke, die sind relativ agil, damit kannst du eben Spitzen schaffen, aber die auch relativ schnell wieder abdrehen. Aber grundsätzlich sind so Smart-Meter-Varianten schon etwas, was notwendig ist, wenn wir unser generelles Energiesystem dekarbonisieren wollen. Da gehört auch eine Atomkraft dazu, dann wird es mehr davon brauchen und wird es mehr Wege brauchen, wie man halt auch das Netz entlasten kann in Spitzenzeiten.

Daniel

Ja, ja. Ist ja nichts Neues. In meiner ersten, in meiner zweiten Mietwohnung hatte ich eine wunderbare Nachtspeicherheizung, wo es ja auch genau darum ging, genau solche Peaks abzufeuern. Die hat wunderbar überhaupt nicht funktioniert. Es war immer kalt, wie so man direkt davor gesessen ist. Es gab eine Nachtspeicherheizung in der gesamten Wohnung. Die Wohnung war halt 59 Quadratmeter groß. Und es war so am extremsten Punkt, wenn man davor gesessen ist, war es super. Aber mit der Konsequenz in der Küche oder gar im Badezimmer war es einfach arschkalt. Es war richtig arschkalt. Ja, anyway, finde ich gut, lass uns über Laufschuhe reden. Da kann ich sagen.

Markus

Wir kommen zum Marathon zurück.

Daniel

Und das Thema hast du.

Markus

Ja, ja, es ist ja schon aus einer Technologieperspektive auch sehr spannend, was sich da am Wochenende abgespielt hat. Ja, erzähl du mal, ich bin gespannt, wie du das einläutest. Ja, also zum ersten Mal ist in einem offiziellen Marathon-Event beim London-Marathon ein Mensch unter zwei Stunden die Marathondistanz gelaufen. Und es ist einerseits wirklich unfassbar krank, wenn man sich das vorstellt, wie schnell ein Mensch laufen muss, dass er da hinkommt. Also ich bin mir sicher, ich könnte keine 500 Meter so weit so schnell laufen wie diese Leute.

Daniel

Ganz kurz, du musst dann den Kilometer etwas unter drei Minuten laufen. Das ist verrückt. Ich als leidenschaftlicher Läufer, der gerade ein Marathon gelaufen ist, ich kann nicht, ich kann keine 300 Meter auf dem Tempo laufen. Und das ist das Krasse, obwohl ich gerade ein Marathon gelaufen bin, obwohl ich eh okay bin, ich kriege das nicht hin. Es ist so unfassbar krank, diese Leistung. Entschuldige, musste ich kurz in den Kontext setzen.

Markus

Ja, und das ist natürlich schon, glaube ich, etwas, dieser Erfolg basiert auf vielen Säulen und vielen Aspekten, die da optimiert worden sind. Und es ist auch, man muss sagen, es gab ja schon vor, ich glaube, sechs Jahren oder so, gab es ja schon in Wien dieses Event, wo jemand mit sehr optimierten Verhältnissen in einem nicht offiziellen Marathon-Event, also der hatte ein Radl an Pacemakern und ein Auto mit was ihm quasi per Laser aufgezeigt hat, wie schnell laufen muss, ist das schon jemals jemandem gelungen, damals auch stark finanziert von Nike. Und jetzt ist es aber so, dass bei diesem Marathonversuch oder Marathon-Erfolg am Wochenende ist ein neuer Schuh von Adidas zum Einsatz gekommen, der dann auch am Montag, am Tag danach quasi in einer limitierter Edition auf den Markt gekommen ist und natürlich innerhalb von 90 Sekunden ausverkauft war. Ja, 90 Sekunden und dann war er natürlich, ich glaube, für den vierfachen Preis sofort auf Resale-Portalen verfügbar. Aber ja, also Aden, das dürfte da schon auch ein technologischer Sprung gelungen sein, weil es ist ja nicht nur eine Person unter zwei Stunden gelaufen, sondern gleich zwei Personen, die hatten, und ich glaube, die ersten drei hatten alle diese neue Schuhe. Und ja, es ist schon da auch technologisch etwas in den letzten Monaten passiert. Natürlich, es waren auch die Bedingungen super und natürlich ist auch das, wie Nahrungsmittelaufnahme optimiert wird, ist mittlerweile auf einem anderen Level. Also es ist vieles passiert, aber der Schuh, das hat alle schon sehr gut hinbekommen, dass das jetzt auch so wirkt, als wäre der technologische Sprung in erster Linie durch die Schuhe auch passiert.

Daniel

Ich meine, auch da muss man natürlich sagen, es ist erstmal so ein Schuh, wenn du oder ich den anziehen würden. Ja, da würden wir auch jetzt nicht viel machen. Und ich muss sagen, bei all dieser, ich bin ja so ein Gearhead, wie man es so schön denkt. Ich mag ja Tech. Und natürlich liest man dann über diese Wunderschuhe und man muss dann sich einfach eingestehen, wenn man auf dem Niveau läuft wie ich, dann bringt das genau gar nichts. Also das ist das Lustige. Und es ist jetzt nicht so, dass du oder ich die Schuhe anziehen würden und wir würden da jetzt eine halbe Stunde schneller laufen. Sondern es ist natürlich so, bei Leuten auf diesem Niveau bringt dieser Schuh dann eine Minute oder zwei über die gesamte Distanz, was unfassbar ist. Man muss sagen, in der Formel 1 sagt man ja immer, ein Zehntel ist irgendwo, ich weiß nicht, 10 Millionen Dollar wert oder so etwas. Also auch das ist ja unglaublich, aber das sind Schuhe auf dem irren Niveau. Das krasse ist aber, wenn man, wenn man ganz neu an dem Thema ist, wenn man sich einfach Marathonschuhe aus den 80ern anschaut und jetzt, also wenn ich mir die Schuhe aus den 80ern anschaue, dann kriege ich Schmerzen. Wenn ich mir Schuhe jetzt anschaue, dann ist es okay. Und ich laufe zum Beispiel auch an Schuh, der hat Carbonplatten drin, aber natürlich auf einem Niveau, wie, weißt du, wenn er ein Formel-1-Wagenflügel hat oder wie wenn ein BMW-Flügel hat, so ganz, ganz klein und leicht. Aber eben diese Polsterung, die dabei ist, ermöglicht mir überhaupt erst das Laufen, weil ich eigentlich ja ein bisschen problematische Füße habe. Es ist generell, muss man einfach sagen, unfassbar, was in den letzten Jahren passiert ist. Und die Slaufrüsten. Und diese zwei Minuten, äh, zwei-Stunden-Grenze war eigentlich immer so ein Moonshot. Und eigentlich war Nike immer. So nah dran und dass dann Adidas kommt und tatsächlich war es Platz 1, Platz 2 bei den Herren und Platz 1 bei den Damen, die diese, diese, diese Plätze belegt haben. Platz drei war wieder Nike. Das ist dann natürlich so etwas, und scheinbar hat Nike aber auch Millionen in das Ganze investiert und Adidas ist da eher so etwas still und leise rangekommen, hat die halt weggeprügelt. Das ist schon richtig, richtig, richtig, richtig, richtig krass. Muss man einfach so sagen. Also marketingtechnisch ganz toll.

Markus

Und natürlich diese Technologie, die verwendet wurde, das ist ja, wird jetzt nicht nur in diesem Schuh drinstecken, es wird alle, das wird das jetzt natürlich ausschöpfen, bis zum Geht nicht mehr das in vielen Produkten, die alle natürlich high-priced sind, wird dieses technologische Element aus diesem legendären Schuh jetzt eingesetzt werden. Also wie du richtig sagst, das war für sie natürlich ein riesen Erfolg. Natürlich auch für den Sebastian Soy, wie man den ausspricht, weiß ich nicht. Aber der das, der das erreicht hat, das ist schon Legendenstatus, glaube ich, jetzt für eine lange Zeit, weil die Bilder, auch, man muss sagen, die Sponsoren, die diesen Nonon-Marathon gesponsert haben, das ist natürlich eine sensationelle Wette, die aufgegangen ist, weil diesen Zieleinlauf, der wurde jetzt natürlich am Wochenende rauf und runter gespielt, aber der wird auch über Jahre bzw. Jahrzehnte wahrscheinlich immer wieder gezeigt werden, als das Durchbrechen der Schallmauer, das Legendäre. Das heißt, da kann man halt schon, wenn man im Marketing ist und ein bisschen mitdenkst, wo könnten so legendäre Ereignisse stattfinden, kann man schon ganz gute Ergebnisse auch ziehen. Ja, ja.

Daniel

Und was ich halt auch so spannend finde, ist, eigentlich ist Laufen so der purste Sport, den man sich vorstellen kann. Ich finde, es gibt nichts Pureres, gehst halt los und läufst. Und es ist halt auch spannend zu sehen, wie dort einfach Technologie ein ganz entscheidender Faktor geworden ist, wie das auch hochgezüchtet worden ist. Auch das wird falsch sein. Aber ich weiß, dass viele von den Premium-Laufschuhen, das sind Dinge, die schmeißt du halt nach 500 Kilometern weg und das sind auch Schuhe, die ziehst du nur für das Rennen an. Testest sie halt vorher ein, zweimal. Das ist natürlich schon ein spannender Zugang.

Markus

Ja, der kann ich von den Fußballschuhen erzählen, das ist ja ähnliches, es kosten, glaube ich, auch mittlerweile die Top-Modelle 300 Euro und fühlt sich dann natürlich sensationell an und ich bin mir sicher, das ist auch viel Placebo-Effekt dabei. Aber natürlich fühlt man sich dann gleich viel schneller und besser. Aber die Haltbarkeit dieser Schuhe ist nicht vergleichbar mit alten Materialien. Das ist, wie du richtig sagst, ist halt darauf ausgelegt, dass das Menschen ein paar Mal tragen und wahrscheinlich noch auf besonders gut gepflegten weichen Rasen. Und in dem Moment, wo du halt dann in Richtung Kunstrasen oder ähnliche härtere Untergründe kommst, wird dieses Material sofort sehr stark beansprucht. Und ja, also das ist schon einfach auch etwas, wo du richtig sagst, ein Sport, der irgendwie auch davon lebt, dass es so simpel ist. Und ich glaube, in den 60er Jahren der Weltrekord im Marathon, der wurde damals noch barfuß aufgestellt. Wirklich. Das ist schon auch natürlich eine Chance für die Sportartikelhersteller, dass man dann da auch Technologie einführt, um neue Leistungen zu ermöglichen. Part of the game. Es ist wild.

Daniel

Aber ich meine, ich muss eins sagen, die Schuhe, mit denen ich jetzt laufe, ich laufe schmerzfrei. Würde ich mit normalen Schuhen, sagen wir, so Converse zum Beispiel. Nehmen wir mal Converse, die kennt jeder. Würde ich mit solchen Schuhen Marathon laufen, ich glaube, A würde ich nicht ins Ziel kommen, vor lauter Schmerzen, und B, mein Schuh, mein Fußfall ruiniert. Es ist halt schon erstaunlich, was man da so kann. Und Heinz-Brüller Gedächtnispreis. 1968 hat Jim Clark, Formel 1-Weltmeister damals, acht Rennen auf einem Reifensatz bestritten. Das war halt auch so. Es ist halt alles so. Jetzt hast du irgendwie, ich hab keine Ahnung, 12, 14, 15 Reifensätze, bla bla bla. Es ist halt einfach ja eine Professionalisierung. Ein anderer großer Sprung ist passiert, wenn wir bei den Wettrennen so sind. Eigentlich war Claude ja jetzt eigentlich ganz weit vorne. Jetzt haben wir alle Claude gefeiert und gesagt, Chat-GPT, haben wir schon alle gekündigt. Ich habe es übrigens noch laufen. Ich fand es immer noch berechtigt, beide parallel. Aber jetzt ist tatsächlich OpenAI wieder so ein großer Sprung nach vorne passiert mit dem GPT-5.5, dass man jetzt wieder sagt, Moment, wo sind denn die jetzt wieder hergekommen? Sehr ein ähnliches Wettrüsten, wenn man so möchte.

Markus

Definitiv. Und natürlich Wettbewerb belebt auch die Qualität im Markt, das muss man ganz klar sagen. Ich glaube, wir sind dann natürlich sehr nah dran an der Quelle. Also die Kanäle, die wir lesen, das sind halt definitiv Leading Indicators. Ich glaube, wenn du vor einem halben Jahr in die tatsächliche Tiefen Untiefen der Dev-Kreise geschaut hast, da war halt Cloud damals ganz klar dort, wo alle hingewandert sind und wo auch einfach ein Data zu holen war. Und mittlerweile ist das in der Breite angekommen. Also haben wir gehört, wie stark ich in den letzten Monaten einfach Cloud einen Nutzerzuwachs hatte, mit dem sie auch zu kämpfen haben, weil das muss man natürlich dann auch einmal auf der Performance-Seite auch liefern können, wenn da so viel Nachfrage vorhanden ist. Und jetzt hat sich das ein bisschen gedreht, also besonders in Dev-Kreisen schwingt es gerade ein bisschen in Richtung ChatGPT, besonders die, die bereit sind, sehr schnell auch zu wechseln, besonders die agil auch, sage ich jetzt mal, alleine arbeiten, die finden GPT-Codex gerade sehr stark, oft simpler im Umgang auch als Opus. Und jetzt ist mit GPT 5.5 ist auch eben dieses neue Language Modell gekommen, was in vielen Benchmarks Opus widerschlägt. Man muss sagen, Cloud hat ja gleichzeitig schon die nächste Generation Mythos an ausgewählte Adressaten veröffentlicht. Die sind dann, glaube ich, schon in den meisten Benchmarks nochmal drüber. Also es ist jetzt auch nicht klar, dass OpenAI plötzlich wieder die führende Kraft ist, aber es gleicht sich gerade wieder ein bisschen aus. Für gewinste Use Cases scheint ChatGPT aktuell wieder besser zu sein. Und auch auf der Anwendungsseite hat ChatGPT, glaube ich, gerade wieder so ein bisschen oder OpenAI gerade wieder ein bisschen die Kurve bekommen, also auch auf der Produktseite. Codex bekommt jetzt auch sowas wie einen Coworkloan, wo es nicht nur auf Developer ausgelegt ist, sondern auch auf einfache Interfaces. Es ist spannend und ich glaube, das, was du tust, sage ich jetzt mal, beide Modelle gleichzeitig im Einsatz zu haben, das ist schon auch etwas, was vielleicht gar nicht so blöd ist. Damit man da halt auch sieht, was gerade für den aktuellen Use Case am besten funktioniert und auch beide Modelle irgendwie genug Kontext weiterhin haben. Wie machst du das? Ich bin schon hauptsächlich Cloud, aber ich habe auch noch mein ChatGPT-Abo und besonders natürlich die Bitgenerierung ausschließlich auf ChatGPT, also wenn ich irgendwie Renderings oder so brauche, das kann Cloud nicht. Es kann nur ChatGPT und da ist ChatGPT schon auch nochmal deutlich besser geworden in den letzten paar Wochen. Ich begrüne gerade meinen Balkon und da habe ich von Cloud das Setup und so die grundsätzliche Strategie machen lassen, aber dann schon ChatGPT für Renderings und wie würde das ausschauen und so weiter. Also ich probiere auch die beiden miteinander reden zu lassen. Das ist echt, machst du das? Also manuell. Ich sage ihm, was jeweils das andere sagt, ja. Ach so. Das heißt, du spielst sie aus Ja, der andere hat gesagt, das.

Daniel

Machst du das so? Ja, genau. So ist es. Bullen um deine Liebe.

Markus

Nein, Bullen. Genau. Weil aktuell ist es ja so, dass besonders bei Cloud muss man ja auch Glück haben, dass es gerade Rechenpower verfügbar ist und wenn ich da das Gefühl gebe, dass man in einer kompetitiven Situation ist, dann vielleicht hilft das ja.

Daniel

Ich habe heute so ein Meme gesehen, irgendwie so von so einem Typen, der entsetzt auf dem Blatt Papier schaut. Da steht drunter, das ist der CTO, der merkt, dass die Tokens teurer sind als die Leute, die er entlassen hat.

unknown

Ja.

Daniel

Das ist die Realität, in die wir hinschappen. Totally happening. Ja, passiert aber noch sehr viel mehr. Lass uns noch kurz über ein paar KI-Themen reden. Zusätzlich, Aleph Alpha. Eigentlich so das Wunderkind Deutschlands, Europas, ganz großer Hoffnungsträger. Ja, ist alles so ein bisschen, ja, so ein bisschen, so ein bisschen komisch gelaufen.

Markus

Lass uns sagen, der ehemalige Hoffnungsträger, oder? Es ist jetzt schon seit seit, ich glaube, zwei Jahren oder so ist das gekippt.

Daniel

Ja, es geht so runter. Vom Jahr habe ich den CEO kennengelernt. Ich vergesse immer, wie der heißt, so einen lustigen Namen. Ehemaliges EO. Ich weiß, wen du meinst, aber ich weiß jetzt auch nicht mehr, wie er heißt. Anyway, so schnell vergisst man die Wunder, Kinder. Aber ehemals sozusagen Hoffnungsträger, dann so ein bisschen Europa, hurra! Und jetzt sind sie tatsächlich komplett übernommen worden von einer kanadischen KI-Gruppe. Ja, das ist blöd. Nicht ganz. Schwarzgruppe ist dann noch immer ein bisschen involviert, aber auch das klingt so wie it's complicated.

Markus

Also der CEO hat Jonas Andolis geheißen. Das war's. Und ja, also grundsätzlich gibt es eine Fusion, wobei dann 90% der Anteile bei Coheel, also dieser kanadischen AI-Firma, liegen. Was dabei spannend ist, also die Historia von Aleph Alpha ist ja, wie du richtig gesagt hast, in Europa gab es vor, ich sage jetzt mal, seit circa drei Jahren gab es zwei große AI-Hoffnungsträger, einerseits Mist Alf Französisch und Aleph Alpha Deutsch. Und irgendwann in diesem Wettrüsten hat dann Aleph Alpha mal gesagt, na, sie können da nicht mit, bei diesen Hyperscale-Runden war auch durchaus politisch viel diskutiert, ob da nicht vielleicht auch der Staat eine Rolle übernehmen soll und das mitfinanzieren soll, damit Deutschland auch einen echten AI-Champion hat. Ist nicht passiert stattdessen, also nicht zumindest nicht in der Größenordnung basiert, stattdessen, haben sie refokussiert auf industrielle Anwendungen, also sehr stark nicht die großen Modelle, sondern eher spezifisch für große B2B-Betriebe spezifisch. Die Schwarzgruppe hast du schon angesprochen, ist einer der größten Anteilseigner, die jetzt auch in dem Deal sich verpflichten, 600 Millionen in Cohir zu investieren, die wiederum dann das Rechenzentrum von der Schwarzgruppe, das jetzt eben neu gebaut wurde, nutzen. Also das ist mal wieder so ein Hand-in-Hand-Deal. Und das, was natürlich spannend ist, ist die geopolitische Perspektive, weil was wir aktuell schon sehen, ist, dass sich die vernünftigen westlichen Demokratien aktuell so ein bisschen etablieren als Gegenstück zu Amerika. Also Kanada, Europa, Australien, Japan. Und da ist natürlich genau auf der Ebene, zumindest gut, sage ich mal, dass es jetzt keine amerikanische Firma ist, die das übernimmt, sondern eine kanadische, sodass man da zumindest vielleicht ein Gegenstück baut, ob sie gemeinsam genug Gravitas haben, dass sie halt gegen die wirklich großen amerikanischen Hyperscaler bestehen können, bleibt fraglich. Aber das ist ja grundsätzlich die Frage: Kann man in den bestehenden, also mit LLMs ganz klassisch, kann man da realistischerweise noch aufholen? Oder sind es eben andere Modelle, die was schaffen? Zum Beispiel gibt es ja die Worldbuilding-Modelle, wo der Jan Lecune in Frankreich was baut, oder Liquid AI, die auch mit Transformern weita effizienter arbeiten. Also vielleicht ist das das bessere Pferd, weil das Data zu den drei bis vier großen Amerikanern zu schließen, also Cloud Open AI, also Entropic Open AI, X und Meta. Unsure, ob das noch realistisch ist.

Daniel

Also ich glaube, da ist der Zug abgefahren, wenn man damit wettrüsten möchte. Aber du hast es eh gerade angesprochen. Ich glaube, es ist die Frage, ob man einfach mit denselben Waffen das Wettrüsten führt oder ob man nicht einfach einen anderen Zugang wird. Liquid AI ist ein sehr, sehr schönes Beispiel. Aber würde man genau dasselbe machen wie die anderen, also außer du kriegst dann irgendeinen, ich habe keine Ahnung was, irgendeinen Saudi-Investor, der sagt, aber koste es, was es wolle, die alle abwerben. Selbst dann macht überhaupt keinen Sinn. Zeitgleich wissen wir aber auch historisch immer, ja, wenn du auf einer Technologie sitzt, die hat halt ihre Laufzeit und dann kommt die nächste. Und das wird früher oder später passieren. Spannend ist halt, wie lange man aber genau an diesen Grundsätzen festhält. Ob da nicht dann sehr viele so viel Kohle reinkippen, dass sie daran festhalten müssen. Anyway, nochmal zurück zu dem Ganzen. Kommt natürlich immer mit einem Fadenbeigeschmack. Du hast ja schon gesagt, die großen amerikanischen Dickschiffe, die dominieren den Markt. Und zeitgleich ist es natürlich auch so, die machen, die schreiben ihre Regeln. Und an die Regeln kann man sich halten oder eben nicht. Wir in Europa sagen, viele der Regeln passen uns nicht. Okay, fein. Dann machen die Amis natürlich sehr, sehr gerne. Ja gut, dann kriegt ihr das halt nicht, was wir da so haben. Und das ist natürlich auch immer blöd im Umkehrschluss, wenn man aber darauf angewiesen ist. Und genau das sehen wir ja gerade, wie sich das bei einer anderen Company manifestiert, oder?

Markus

Du meinst Open Evidence, oder? Ganz spannend da CEO von Helsey, Gesundheitszentrum und ehemalig SpeedInvest, der hat geschrieben auf LinkedIn jetzt, dass sie gerade den Zugang zu ihrer Lieblings Medical AI verloren haben. Das heißt Open Evidence und war für medizinische Informationen AI-Powered scheinbar eben, zumindest aus ihrer Perspektive, das bisher beste Tool. Und die schreiben, dass sie sich eben aus Europa, also EU und United Kingdom zurückziehen, unter anderem wegen dem AI-Act. Und es beschreibt natürlich aktuell so ein bisschen auch das Risiko, das wir haben, wenn wir führend sind in der Regulierung von Technologie in Europa, dass dann halt auch manche Produkte sich entscheiden, dass es nicht wert ist, in diesen Markt zu investieren, weil es deutlich anstrengender wird, deutlich mehr Unsicherheiten dadurch potenziell auch geben kann. Kann man challengen, weil immer in der AI Act, sage ich einmal, jetzt die Regeln festgeschrieben hat, wie viel Grauzone da noch vorhanden ist, ist etwas, was stark diskutiert wird auch. Aber ja, also sie stellen das jedenfalls so dar, dass das der Grund ist. Muss nicht so sein. Ich glaube, das ist natürlich etwas, was man auch den Kunden sehr einfach verkaufen kann. Vielleicht hat es ökonomisch keinen Sinn gemacht. Es kann allerlei Gründe geben. In jedem Fall ist es natürlich schlecht für Europa und bringt uns auch zu einer sehr spannenden Frage, weil ich bin absolut der Meinung, dass wir überregulieren in Europa auf vielen Ebenen, also sowohl zu bürokratisch sind als zu viel regulieren und dass das besonders eben auch Startups weh tut, weil dadurch die Eintrittsbarrieren viel größer werden. Also Regulierung hilft in 95% der Fällen einfach den bestehenden Playern, bestehenden großen Playern, weil dadurch haben sie weniger Konkurrenz, weniger Gefahr, dass jemand neu daherkommt und sich mit ihnen in den Wettbewerb stürzt, weil es einfach so schwierig ist, mit der Regulierung übereinzustimmen. Und das sorgt eben genau für dieses Phänomen, was wir in der europäischen Wirtschaft haben, dass es zu wenig Dynamik gibt. Es gibt zu wenig schöpferische Zerstörung, es gibt zu wenig Wettbewerb. Das heißt, ich bin grundsätzlich der Meinung, ja, wir machen viel zu viel Regulierung. Gleichzeitig, was ich immer sage, dort, wo das Leben von Menschen betroffen ist, dort macht Regulierung schon Sinn. Und das ist im Medizinbereich, ist es natürlich ein Thema. Und das ist schon auch, was die kritischen Stimmen jetzt zu diesem Statement sagen, ist, dass der AI-Act ist ein bisschen vorgeschoben und das, was ihnen eigentlich auf den, das der eigentlich unterliegende Grund ist, dass sie vielleicht eher sich nicht damit beschäftigt haben, was es heißt, ein medizinisches Tool in Europa ordentlich zuzulassen und dass sie diese Zulassung halt einfach nicht bekommen haben. Was da stimmt, bin ich zu wenig drin. Aber ich verstehe schon, dass man in Europa und ich würde das unterstützen, dass bevor man da jetzt ein Medikament oder eben auch eine Medical AI einsetzt, dass es wahrscheinlich Sinn macht, dass das schon regulatorisch überprüft wird.

Daniel

Interessante Sichtweise. Hätte ich so von der Überschrift her nicht so vermuten. Ja. Okay, let's keep an eye on it. Markus, wir müssen langsam abrunden. Was wollen wir dann noch machen?

Markus

Ja, lass uns noch kurz drüber springen. Y Combinator hat seine Requests for Startups 2026 veröffentlicht. 15 Anfragen, was Gründer, Gründerinnen machen könnten, um quasi den Y Combinator Überzeugungen zu entsprechen. Relativ spezifische Sachen, also zum Beispiel AI for Low Pesticide Agriculture oder AI Native Service Companies. Ist natürlich, wenn man jetzt jemand ist, der sich überlegt, etwas zu gründen, der gerade den aktuellen, sagen wir mal, die aktuelle Dynamik, auch die Möglichkeit mit AI zu nutzen, macht sich einmal Sinn, da drüber zu lesen und sich inspirieren zu lassen. Heißt nicht, dass man automatisch eines von diesen 15 Requests erfüllen muss, aber es bringt, glaube ich, einen, es bringt einen zumindest mal auf so in den richtigen Frame of Mind, versteht, was ist aktuell gut finanzierbar auch. Versteht, was sind, finden Leute, die sich sehr stark damit beschäftigen, gerade interessant.

Daniel

Punkt 5 finde ich interessant, Counter-Swarm Defense, wo sie halt sagen, hey, das ist für kleine Drohnenschwärme, also für große Schwärme an kleinen Drohnen. Und da merkst du, da hat man jetzt in den jüngsten Konflikten der letzten Monate gelernt, Moment, Moment, Moment, dass was in der Ukraine schon ganz groß ist, haben wir jetzt alle verpennt, da müssen wir ran. Interessant, dass es jetzt schon ein Y-Combinator angeführt hat. Mehr Defense Tech dort. Interesting. Ja, unbedingt reinschauen. So.

Markus

So, und dann haben wir noch einen Rockstar der Woche. Und zwar ist das Liquid AI, beziehungsweise die das Team von Liquid AI, die haben nämlich eine ziemlich coole Partnerschaft announced mit Mercedes. Was wissen wir dazu?

Daniel

Ich habe das noch nicht so ganz verstanden, was sie machen. Also dass sie scheinbar in der UX von Mercedes-Benz direkt inkludiert sind für die nächsten Ausbaustufen. Ich muss sagen, habe ich so nicht kommen gesehen. Finde ich ganz spannend, dass sie das so announcen. Klares Commitment von Mercedes auch auf die Technologie. Was sie ganz genau machen, habe ich noch nicht im Detail verstanden. Dass sie was Großartiges machen, finde ich aufregend, und dass halt so ein traditioneller Hersteller sich so früh und auch so öffentlichkeitswirksam committet, heißt für mich aber eine Sache, das finde ich so cool, ist, dass sie weggehen von diesen ganzen generischen Systemen, die alle anderen haben. Und das heißt, sie verlaufen sich entweder tierisch oder sie werden sich wahnsinnig differenzieren. Und das habe ich für mich noch nicht so ganz verstanden. Hast du da schon einen klaren Eindruck?

Markus

Ja, mein Take wäre, und ich habe auch keinen spezifischeren Einblick als das, was im Press Release staht, aber was schon spannend ist, wie gesagt, Liquid AI is ja all the way the case, also the USP of Liquid AI, is that it's weight as efficienter function as the actual gross LMs. And that better nature of a context of an software that in a function, where many is where the internet patchy is. Dass man wahrscheinlich dadurch mehr Stabilität und deutlich bessere Effizienz auch in diesem System, damit vielleicht auch bessere Geschwindigkeit erzielen kann. Das heißt, ich glaube, vom Case her klingt das sehr smart. Jetzt muss man es natürlich auf die Straße bringen. Aber da hilft natürlich so ein Announcement auch, dass man, dass man ein bisschen Momentum generiert und dann hoffentlich, hoffentlich bald auch das dann schon in Autos ausprobieren kann.

Daniel

Ja, finde ich cool. Also mehr als Rockstars der Woche, finde ich. Also es ist richtig, richtig cool. Man darf gespannt sein. Und wie gesagt, es ist weg von dem typischen hier Apple CarPlay oder Android, was auch immer, sondern wirklich tief das miteinander zu entwickeln. Starkes Commitment nach vorne. Also das finde ich mal ein cooles Zeichen. Gut, in dem Sinne, bevor du jetzt abgeführt wirst. Die Feuerwehr ist im Weg. Genau das. Ist das ein Zeichen, hier an der Stelle abzudrehen. Vielen Dank fürs Zuhören. Take care, stay safe. Und wir sehen und hören uns das nächste Mal. Dankeschön und bye bye.