Future Weekly

#524 - Michael Hollauf über Mindmapping, Führungswechsel & die Rückkehr ins eigene Startup

Michael Hollauf & Markus Raunig Episode 524

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In diesem Deep Dive spricht Markus mit Michael Hollauf, Co-Founder und Board Member bei Meister, dem österreichischen SaaS-Unternehmen hinter MindMeister und MeisterTask.

Michael erzählt, wie er und sein Co-Founder Till Vollmer 2007 mit einer kollaborativen Mindmapping-Software gestartet sind, damals noch als Spin-off einer Software-Agentur, bewusst ohne VC-Kapital, und wie sie Meister über fast zwei Jahrzehnte organisch auf knapp 20 Millionen ARR aufgebaut haben.

2021 holten sie sich mit Verdane erstmals einen externen Investor, übergaben die operative Führung und traten ins Board zurück. Was folgte, war eine schwierige Phase: nachlassendes Wachstum, ein Leadership-Wechsel, Layoffs und für Michael persönlich auch ein schwerer Unfall in Spanien. Ende 2024 kehrten beide Gründer zurück, Till als CEO, Michael als CPO.

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Markus

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly. Heute mit Markus und mit einem großartigen Gast, weil es ist Deep Dive Tag. Und das ist der Michael Holoff. Hallo Michael. Hallo Markus. Wir freuen uns sehr, dass du hier bei uns bist und ein Blick auf LinkedIn verrät uns. Du bist Co-Founder und Boardmember at Meister. Startup, SAS und Productivity. Also, jetzt erzähl einmal für die Menschen da draußen, die Meister noch nicht kennen. Was macht ihr und was machst du so?

SPEAKER_01

Falls es da überhaupt welche gibt, meinst du natürlich gern. Ja, gerne. Also Meister, ursprünglich hat die Firma Meister Labs geheißen. Wir machen Produktivitäts- und Collaboration Software für Teams hauptsächlich. Leicht erklärt, wenn ich einfach auf die Produkte eingehe. Wir haben zwei Produkte. Angefangen haben wir vor, sind jetzt mittlerweile 20 Jahre mit Mindmapping, mit dem Produkt namens Mindmeister, das vielleicht der eine oder andere kennt, das ist dann sozusagen kollaboratives Mindmapping im Browser. Also SARS-App nennt man das heutzutage, vor 20 Jahren hat es den Begriff dann nicht gegeben. Also im Prinzip Brainstorming für Teams, die gerne mit Mindmaps arbeiten, die gerne kreativ zusammen sind, genau, als SaaS-Applikation. Und zehn Jahre, knappe zehn Jahre später haben wir dann unser zweites Produkt gelauncht, das nennt sich Meister Task. Wie der Name schon sagt, es geht dann um Taskmanagement, Projektmanagement, eben auch für Teams, sozusagen als der nächste Schritt nach dem Brainstorming, hoffentlich in Mindmeister, wo wir dann, wo die Kunden dann ihre Projekte eben auch durchführen können oder die Ideen sozusagen realisieren können und im Team gemeinsam Taskmanagement machen können. Wenn man uns vergleicht, gibt es also Mitbewerber sind den Markt. Tools wie Trello, Asana, Monday, ja. Das ist so unser Markt, ein sehr großer Markt, leider auch ein sehr voller Markt.

Markus

Okay, also man hört schon, du bist ein, ach du hast ein Urgestein der österreichischen Start-up-Szene. Also Meister wurde sieht man ja auch eben schon fast vor 20 Jahren. Das würde ich so nicht sagen für die YouTube. Schaut mal auf YouTube, dann könnt ihr verifizieren, wer von uns beiden da recht hat. Schaut sehr frisch aus für 20 Jahre Unternehmertum. Aber ja, es sind nicht allzu viele Leute, die in Österreich sagen können, sie haben noch in den Nuller Jahren ein Startup gegründet. Das heißt, du hast, glaube ich, auch sehr schön miterlebt, wie sich hier die Startup-Szene entwickelt hat. Aber bevor wir da jetzt mal drauf zurückkommen, will ich eigentlich noch viel weiter zurückgehen. Wenn du an den kleinen Michael denkst, der vielleicht in der Volksschule war oder so, gab es damals schon eine Leidenschaft fürs Selbstanpacken, fürs unternehmerische Tun, gab es vielleicht eine Leidenschaft für Software oder hat sich das jetzt später entwickelt?

SPEAKER_01

Ja, sehr gute Frage. Also was es auf jeden Fall gab, war eine Leidenschaft fürs Bauen, fürs Schaffen, fürs Basteln, also für irgendetwas herstellen, in irgendeiner Weise. Ich habe damals, wie halt viele wahrscheinlich Jugendliche oder Kinderburschen, von meinen Eltern verschiedenste tolle Spielsachen bekommen, Spielsachen, Chemiebaukästen, Elektronikbaukästen haben mich immer wahnsinnig viel damit beschäftigt, habe mit meinem Vater viel gebaut, also auch handwerklich im Haus immer mitgeholfen. Und das hat mir einfach wahnsinnig Spaß gemacht, irgendwas zu schaffen, wo du dann ein Ergebnis siehst. Und ich glaube, das war eher das Ausschlaggebende. Weniger jetzt Unternehmertum oder selbst zu gründen, das kam ein bisschen später erst, die Idee. Aber ja, genau, das Schaffen einfach im weitesten Sinne hat der kleine Michael schon ganz gern gemacht.

Markus

Okay, und dann bist wahrscheinlich ganz normal Schule und hast du dann auch, wenn ich richtig gelesen habe, studiert in Graz. Telematics. Wieso Telematics?

SPEAKER_01

Ja, auch gute Frage. Ich weiß nicht, die meisten Leute kennen den Begriff wahrscheinlich nicht oder damals, ich glaube, ich war im ersten Jahr des Studienversuchs oder im ersten Jahr, wo es gerade dann nicht mehr ein Studienversuch war, ganz neue Studie, haben nur kurz erklärt. Das ist im Prinzip eine Mischung aus Elektronik und Softwaretechnologie und Elektrotechnik gewesen. Also im Prinzip war die Idee, dass man Leute ausbildet, die sowohl von Hardware eines Computers als auch von der Software was verstehen. Und wie bin ich darauf gekommen, wie das halt so ist? Also ich habe selbst einen 17-jährigen Sohn, der jetzt gerade in der Studienauswahl ist und ich erinnere mich selbst zurück, wie das bei mir war. Das war absolut nicht so, dass ich genau wusste, ich will nur das machen oder das ist genau das Studium, sondern ich habe, glaube ich, im letzten halben Jahr davor zwischen drei oder vier Sachen hin und her entschieden, immer Maschinenbauwahl im Gespräch, ich glaube technische Chemie. Irgendwo hat dann die Telematik am besten gepasst. Das war in Graz, da wollte ich hin, hat modern geklungen und war dann eigentlich ein Glücksgriff, weil natürlich Software, Computertechnologie da gerade im Aufkommen war. Ich glaube, ich habe angefangen zu studieren, 1991. Und da hat mir auch sehr viel Spaß gemacht, zumindest der Softwaremäßige Teil. Also ja, Elektronik und Elektrotechnik war nicht hundertprozentig meins, trotz der Baukästen. Aber ich habe mich dann immer mehr in sozusagen das weniger Hardwareorientierte entwickelt.

Markus

Okay. Und was war dann der erste Schritt nach dem Studium? War dann schon klar, du willst selbst was machen oder hast du dann erstmal Berufserfahrung gesammelt?

SPEAKER_01

Ja, genau, ich bin da, ich bin über die Uni quasi über meine Diplomarbeit in meinen ersten Job gerutscht. Also an der DU Graz gab es damals einige Lichtfiguren, die sowohl auf der Uni als auch in der Industrie tätig waren. Einer davon war der Hermann Maurer. Ich weiß nicht, ob das noch jemandem irgendwas sagt heutzutage. Aber der war auch beispielsweise, vielleicht kennt noch jemand die Mupid-Systeme. Die Mupid waren so ganz, ganz frühe Computer, die in Postfilialen ausgestanden sind, wo man ganz am Anfang, bevor es noch irgendwelche anderen Terminals gab, auf eine Art Internet konnte. Und der Hermann Maurer hat dieses Mupid-System entwickelt und dann auf der Uni weiter ein Produkt namens Hyper-G entwickelt, das so ein ganz, ganz frühes Internet, Intranet-Tool war, auch parallel zu dem, was der Tim Berners-Lee und so ein bisschen letztendlich breitenwirksamer gemacht hat. And auf dessen Institut, das war das IECM-Institut, habe ich meine Diploma gemacht und habe danach einen Jobangeboten bekommen bei seinem Uni-Spin-off. Also der hat dieses Hyper-G dann in eine Spin-off-Firma, in eine kommerzielle entwickelt namens Hyper-Wave. Und dort bin ich, habe ich angefangen, direkt nach dem Studienabschluss, bin nach München gegangen zuerst, für die Firma mit der Idee nach USA zu gehen. Allerdings hat es aus den sechs Monaten München, die geplant waren, sind dann drei Jahre in München geworden. Und danach ist es nicht USA geworden, sondern London, England. Also ich bin dann für die gleiche Firma weiter nach England gegangen und habe dort verschiedensten Rollen gearbeitet, Presales, Produktmanagement. Ja. Und dort fünf Jahre noch verbracht bei der Firma.

Markus

Okay, also schon einfach wirklich auch im Feld die Erfahrungen gesammelt. Und gab es dann einen Moment, wo für dich klar war, jetzt hast du genug Erfahrungen gesammelt, jetzt willst du selbst was bauen oder wie kam es zu der Erkenntnis?

SPEAKER_01

Ja, da kam es, also ich habe bei der Firma sehr gute Kontakte gekriegt, unter anderem einen Co-Founder getroffen, den Til Vollmer. Wir waren eben beide sozusagen aus der Uni, wir haben eigentlich parallel in Graz studiert, haben uns da witzigerweise noch nicht wirklich gekannt, haben uns aber dann im Zuge der Arbeit bei Hyperwave getroffen, waren auch beide dann im Produktmanagement und haben uns da kennen und auf eine gewisse Art und Weise lieben gelernt oder auf jeden Fall sehr schätzen und haben angefangen mehr und mehr miteinander zu machen. Zum Selbstständigwerden kam es dann dazu, dass wir angefangen haben, als Produktmanager mit einer Outsourcing-Firma in Rumänien zu arbeiten. Also die Entwicklungsmannschaft von Hypervive war ja in Graz, aber da waren anscheinend nicht genügend Ressourcen, deswegen haben sie angefangen, auch Outsourcing-Firmen für Produktentwicklung anzustellen. Und da war ein Team in Rumänien, in Klusch, mit dem wir dann sehr eng zusammengearbeitet haben, das einfach wahnsinnig toll war. Also das waren so tolle, konstruktive, schnelle Entwickler, sympathisch. Es war ein wahnsinnig tolles Zusammenarbeiten, wo du, weiß nicht, am Freitagnachmittag eine Idee erwähnt hast, was man ausprobieren könnte. Und Montag, Vormittag hat sie so einen Prototypen, mehr oder weniger in der Mailbox. Das haben wir dann so toll gefunden, dass wir gesagt haben, mit denen möchten wir was zusammen machen. Gleichzeitig waren wir beide so circa zehn Jahre bei Hyperwave schon, was so ein Punkt ist, wo wir dann mal überlegen anfangen, okay, was ist der nächste Schritt. Und auch gleichzeitig gab es damals bei Hyperwave ein paar, ja, gab es einfach wirtschaftliche Probleme. Da war dieser erste.com-Crash um 2004 herum, 2003, 2004. Ein Börsengang hat nicht funktioniert und es war sozusagen eine Zeit, wo man einfach die Augen geöffnet hat. Und wir haben dann angefangen, mit diesem Team mehr zusammenzuarbeiten und die zu fragen, hättet ihr Interesse, mit uns was zu machen. Und haben dann einfach gemeinsam eine Outsourcing-Firma mit denen gegründet. Das war quasi der erste Schritt, Softwareprojekte in diesem Offshoring-Outsourcing-Modell für europäische Firmen anzubieten. Die Firma hat damals Codemat geheißen, hatten sogar noch einen dritten mit dem Boot, den Jochen, ja, und das war quasi der Weg in die Selbstständigkeit, noch bevor irgendwelche Produkte am Horizont waren.

Markus

Also ihr hattet eigentlich eine Agency für Software Development, oder? Genau, genau.

SPEAKER_01

Wir hatten ja das Team wuchs auch recht schnell, da waren dann bald 10, 20 Leute in Rumänien. Ja, aber es war eben Projektarbeit.

Markus

Das finde ich jetzt sehr, sehr spannend, weil das ist ja auch oft ein so ein typischer Weg, dass man sagt, man fängt mit der Projektarbeit, mit der Dienstleistung getriebenen Arbeit an und dann entsteht irgendwann ein Produkt, was man dann selbst zum Startup macht. Gleichzeitig ist das auch sehr schwierig, weil meine Projektarbeit ist sehr zeitintensiv, ist eigentlich auch darauf angewiesen, dass da, dass immer ein Neues reinkommt. Wie habt ihr es geschafft, dann aus dem Projektgeschäft ins Produktgeschäft zu kommen?

SPEAKER_01

Ja, hast du super erklärt, das war genau irgendwie der Weg. Also das Projektgeschäft hat uns dann irgendwann mehr und mehr gestresst. Das war einfach, du musstest einfach immer neue Projekte anschaffen. Also das war unser Job. Wir waren da in Deutschland und in Österreich tätig und haben versucht, Projekte zu finden und das ist ein Sales-Job einerseits, der keinem von uns beiden wirklich jemals gelegen ist, leider. Und zweitens ist es auch, es skaliert einfach auch nicht. Du musst neue Projekte schaffen, dann brauchst du wieder mehr Leute, um die Projekte abzuarbeiten. Dann hast du Todzeiten, dann Kosten hast du permanent, egal ob ein Projekt da ist oder nicht. Und wir wussten, okay, wir wollen das Produktgeschäft. Und dann hatten wir auch immer ein paar Todzeiten, wo Entwickler freie Kapazitäten hatten. Und da haben wir einfach gesagt, probieren wir ein paar Dinge aus, haben da auch interessante, ganz witzige Sachen gemacht, beispielsweise mit dem Flickr-Gründer oder später dem Slack-Gründer, mit dem Stewart Butterfield, mal ein Add-on für Flickr gebaut, mit dem einen Call gehabt, aus dem ist jetzt nicht wirklich was geworden. Zwei, drei andere kleine Ideen noch, bis dann bis dann irgendwo die Idee hochkam, jetzt probieren wir vielleicht mal, ob wir Mindmaps im Browser zeichnen können. Das war dann die durchschlagende Produktidee. Das war also wirklich ganz, ganz früh technologisch. Der Internetbrowser du jour damals war der Internet Explorer 5.5, mit entsprechenden Technologien, um Mindmaps zu zeichnen. Also wir haben damals wirklich mit einmal ein Pixel-Dif die Linien gezeichnet. Anders ging es nicht. Da gab es nichts anderes. Aber hat funktioniert wundersamerweise und den haben da relativ schnell in zwei, drei Monaten einen Prototypen gebaut, also so nahe so ein Beta-Produkt, haben das dann gelauncht. Und ja, damals, vor 20 Jahren, war es, hast du was gelauncht am Internet und da war es noch möglich, die Aufmerksamkeit zu kriegen. Es hat sich dann relativ schnell rumgesprochen, dass da was Neues gibt. Wir sind innerhalb von einer Woche auf 1000 User gewesen, obwohl wir sogar die Einladungen beschränkt hatten und hatten am Recht bald das Gefühl, dass was sein könnte.

Markus

Und wie ist die Idee tatsächlich entstanden? War das etwas, wo ihr selbst in euren Brainstormers gemerkt habt, wollt ihr das gerne mal digital machen? Oder habt ihr euch, war das eher so eine theoretische Überlegung, hey, warum hat das noch niemand gemacht?

SPEAKER_01

Ja, es war wirklich eigentlich praktisch. Wir haben eben im Projektgeschäft mit den Kunden dann anfangs Mindmaps gebaut. Also wir haben sozusagen, um zu erklären, was wir dort machen könnten, um das Meeting mehr oder weniger zu protokollieren, haben wir Mindmap-Software verwendet, aber eben die einzige, die es gab, war eben dieses installierte Mindmanager, hat es damals geheißen. Und da konntest du die Dinge einfach nicht teilen. Du konntest da quasi ein PDF vielleicht machen oder einen Screenshot und das den Kunden schicken. Und das war aber ein totes Dokument. Der konnte nichts mehr anfangen damit und mit erweitern und so weiter. Und gleichzeitig ist eben gerade diese ersten browserbasierten Absin entstanden. Google hat ein Tool namens Wrightly gekauft. Roundabout the Time, das ist dann Google Docs geworden so schnell. Und wir haben uns dann gedacht, ja, also wenn da jetzt Textverarbeitung schon kollaborativ im Browser möglich ist und eigentlich sehr toll zu benutzen ist, warum da nicht Mindmaps, die eigentlich viel kollaborativer sind? Warum gibt es das noch nicht? Warum probiert das keiner? Und ja, so ist die Wegstanden, eigentlich schon um ein eigenes Problem zu lösen, aber auch um irgendwie technisch etwas zu probieren. Ja, etwas und sehen, ob das geht.

Markus

Okay, aber das heißt, ihr habt relativ guten, sag ich mal, Rückenwind bekommen gleich nach dem Launch, wo einfach das Feedback vom Markt sehr stark war. Wie habt ihr dann, wie lange ist dann noch Projektgeschäft weitergegangen? Wann habt ihr euch getraut, das abzudrehen?

SPEAKER_01

Ja, das war, das war jetzt ziemlich genau, 20 Jahre her, ich weiß noch, im Februar 2007 haben wir diese Private Beta gelauncht. Wir haben uns dann uns noch circa ein Jahr lang so parallel hinbewegt und eben zu versuchen, mit dem Projektgeschäft die Produktentwicklung zu finanzieren, haben dann aber gemerkt, dass die Distraction, dass wir quasi da einfach zu sehr abgelenkt sind, dass wir eigentlich schneller sein könnten, wenn wir das Projektgeschäft schneller abgeben und haben dann eine Angel-Runde noch gemacht. Wir haben dann 2008 zwei Angels gefunden, eben auch aus der vorherigen Laufbahn gekannt im Prinzip, die uns dann eine, so eine Anschubfinanzierung, das waren so knapp über eine halbe Million Euro, damit gegeben haben, damit wir das Projektgeschäft eben einfach früher aufhören könnten, ohne da in Geld zu sagen zu kommen. Und haben das dann eben mehr oder weniger, also verkauft, ist zu viel gesagt, eigentlich abgegeben an den dritten Kompagnon, das Outsourcing-Projekt und uns mit dem Geld dann voll auf Mindmeister konzentriert.

Markus

Aber das ist schon eine sehr ansehnliche Runde auch damals gewesen, schätze ich, oder? Weil das war jetzt damals wahrscheinlich noch nicht so. Jeden Tag. Stimmt. Aber ich sage sicher zugute gekommen, dass ihr sehr gut vorweisen konntet, dass im Markt da Interesse besteht. Wie habt ihr euch dann die Arbeit im Team aufgeteilt? War quasi die Softwaremannschaft aus Kluge, war die weiter bei euch an Bord oder ist die im Projektgeschäft geblieben und auch ihr zwei, weil du hast ja auch gemeint, ihr habt es eigentlich gemeinsam studiert damals. Das heißt, ich schätze, ihr seid auch irgendwie vielleicht von euren Skills. Vielleicht erzählt einmal ein bisschen, wie ihr euch dann so in diesen ersten Monaten die Arbeit aufgeteilt habt.

SPEAKER_01

Klar, ja. Du stellst die richtigen Fragen. Du weißt entweder sehr viel über uns. Nein, wir haben den Großteil der Mannschaft dem Jochen belassen, im Clusch, aber wir haben drei Leute, die drei Besten, vergeht einmal, haben wir ingesourced dann. Also das sind auch die, die sozusagen uns mit den Prototypen geholfen haben. Die haben wir nach Wien geholt. Ich glaube, es waren drei. Ja, zwei haben auf jeden Fall dann angefangen bei uns. Das war Laura und Sebi, also auf dem Pärchen. Eine ist Head of Engineering geworden bei uns und sehr lange, also 20 Jahre Head of Engineering gewesen in der Firma, knapp 20 Jahre. Ja, und das war bei beiden recht. Die beiden oder die drei wollten auch nach Wien kommen und wir haben uns natürlich super Expertise da mit reinkommen. Und das waren aber eigentlich dann damals nur wir drei oder vier, also Till und ich und die drei, ja. Und haben, glaube ich, wir sind sehr langsam, weil ich da organisch gewachsen, Till und ich haben selber noch in die Tasten gegriffen, sozusagen, haben auch beim Prototypen auch selbst mitgearbeitet, hatten einen externen Designer noch mit an Bord, den wir noch bis heute haben. Gott sei Dank, den Wolfgang, unser, ja, einer auch, einer unserer Top-Assets. Und ja, genau, haben langsam einfach das Team wachsen. Wir sind, glaube ich, dann zwei, drei Jahre später vielleicht 10, 15 Leute gewesen und haben das Mindmeister eigentlich das erste, das einzige Tool damals nur an den Markt gebracht.

Markus

Und wie war das Businessmodell am Anfang? Also du hast gesagt, ihr habt relativ schnell dann auch vierstellig User gehabt. Haben die von Anfang an gezahlt oder war das Freeman?

SPEAKER_01

Das war wirklich skurrell. Also wir hatten in diesem Februar, wo wir launcht haben, wir hatten kein Paid-Feature, kein einziges, aber wir haben vor dem ersten Paid-Feature einen Paid-Plan gelauncht. Also einfach nur um den mal zu haben. Und es haben damals schon Leute gezahlt. Also es ist einfach, um zu unterstützen. Ja, genau, wirklich. Es war jetzt nicht mal so Buy Meer Coffee oder sowas drin im Produkt, sondern einfach Upgrade here to support us. Und es gab so viele Leute, die das toll gefunden haben, die, also es gab einige, die nicht genug, dass man das wirklich weiterfahren konnte, aber gewinnt es wundersam irgendwie und schön, auch in den Serien. Es war noch alles ein bisschen, ja, sorry. Es war noch weniger kommerzialisiert alles, ja. Also das ist, es hat sich in den vielen Jahren auch geändert, damals gab es viel weniger Tools und wenn jemand was toll gefunden hat, hat dann gern gezahlt.

Markus

Die guten alten Zeiten des Internets. Organisch gewachsen. Du hast jetzt auch schon gemeint, das war halt schon noch eine nicht so kommerzialisierte Zeit. Gab es mal die Überlegung, dass ihr einen WC-Case aufbaut mit anorganischem Wachstum und halt auch mehr Kommerzialisierung?

SPEAKER_01

Die gab es immer, ja. Also die ist eigentlich parallel nebenhergelaufen, immer konstant die Idee, diese Journey zu machen. Natürlich haben wir auch einen Mitbewerb gesehen, der das gemacht hat oder ähnliche Firmen, typischerweise amerikanische Firmen, die dann natürlich diese Seedround, Round AB, C D gegangen sind. Das ist eine ganz interessante Diskussion, weil wir haben uns einfach immer zur Nein-Antwort gekommen. Jedes Mal, wenn die Diskussion war, zur Antwort gekommen, nein, wir bleiben eigenständig, wir wachsen organisch, wir wollen diese Journey irgendwie nicht, wir wollen nicht jemanden haben, zu dem wir reporten müssen. Wir mögen einfach unser eigener Chef sein, Brutal gesagt, ja. Im Nachhinein gesehen, natürlich fragt man sich dann immer, man überlegt immer, ja, okay, wer zu dem Zeitpunkt ist vielleicht Scheider gewesen, was hätten wir da machen können, hätten wir da und da schneller wachsen können. Aber eigentlich muss ich jetzt sagen, aus der Erfahrung, wie schön die Zeit war, wie schön die 15 Jahre war, also das gesamte 20 Jahre, wir können ja später nochmal reden, also wir sind ja dann auch zwischendrin mal ausgestiegen. Bereue ich es überhaupt nicht, dass so gemacht zu haben. Es war einfach der Team Spirit, ohne einen VC im Knacken zu haben, der Druck macht auf 40-50% Growth the ganze Zeit. War a schöner Zeit. Ob es jetzt in Bottomline anders besser gelaufen wäre, kann ich nicht sagen. Ist so auch nicht schlecht gelaufen.

Markus

Und auch der Business Angels waren die happy mit dem Case organisch und dann halt vielleicht auch Dividende als Return zu bekommen, anstatt den großen WC-Case oder gab es da schon sanften Druck in dieser Richtung?

SPEAKER_01

Müsstest du sie selber fragen? Nein, es gab schon durchaus immer Sachen Druck. Also natürlich, wenn du ein Investor bist, irgendwo möchtest du maximieren, ja klar. Wir haben, ich glaube, so vierteljährlich Meetings gehabt mit denen, das waren auch immer sehr interessant. Das ist immer so eine Mischung aus Distraction vom Tagesgeschäft, wenn du jetzt wieder ein Board-Meeting hast und du musst da reporten und wäre so auch sehr guten Input, der da immer kam. Aber ja, ich glaube, Sie hätten schon gern gesehen, wenn wir das Thema USA kam immer wieder auf und schneller rübergegangen wären, vielleicht, vielleicht uns darüber einen Investor gesucht hätten, da einfach die wilde Journey gemacht hätten. Aber gut, das war auch nicht deren Lebensqualität sozusagen, wie dann die dann gelitten hätte oder deren Eigenständigkeit. Ich glaube, es ist auch für die überhaupt nicht schlecht gelaufen.

Markus

Letztendlich, ja. Und ich finde sie auch ein schönes Beispiel, dass, ich meine, euch gibt es jetzt trotzdem 20 Jahre und das erfolgreich. Also man, und das muss man auch, finde ich, schon hervorstreichen, wenn da eben dann Konkurrenten mit sehr viel Spielgeld von VCs daherkommen mit dementsprechenden Marketingbudgets, dann muss man schon sich auch überlegen, wie man besteht in diesem Markt. Warum hast du, oder warum glaubst du, dass euch das gelungen ist, gegen eben Konkurrenten, die da vielleicht auch mit anderen Waffen kämpfen können? Warum sind eure Kunden dann trotzdem oder viele eurer Kunden trotzdem treu geblieben und trotzdem wahrscheinlich auch viele neue dazugekommen? Woran hängt eure Longevity im Softwarebereich?

SPEAKER_01

Ja, jetzt muss ich, glaube ich, vielleicht. Ja, das ist eine sehr gute Frage, muss ich. Ich möchte auch ganz ehrlich antworten. Also ich muss auch sagen, es ist so, es sind, wir sind erfolgreich, wir sind noch da. Wir haben Challenges in den letzten Jahren recht starke, über die können wir auch gerne auch noch reden. Und wir sind weit abgeschlagen zu gewissen amerikanischen Konkurrenten, die eben früh die Journey gegangen sind, beispielsweise Mira. Ist sozusagen eine Art Konkurrenz im Mindmapping-Bereich. Die sind, ich weiß nicht, vom Umsatzfaktor, also 100 über uns oder noch mehr. Da können wir also absolut nicht mithalten, weil die eben diese Journey gegangen sind, die wir gut, nicht nur deswegen, sondern die sind diese Journey gegangen und haben dann extrem gut exekutiert. Wir haben viele andere Firmen gesehen, die eine ähnliche Promise hatten, wie Miro, die aber, die auch das wie Sie eben gespielt haben, aber dann lange nicht da sind, wo die jetzt sind, sondern gab es, gab es Muriel, gab es, gab es X andere. Also es ist nicht nur, machst du den Channel, sondern exektierst du dann auch wirklich gut. Und die Firmen, über die man spricht, von denen wir jetzt alle wissen, sind natürlich die ganz, ganz wenigen, die das alles super hinbekommen haben. Und es gibt massenhaft andere, die irgendwo anders abgebogen sind. Wir sind das organische Gegengegangen, haben sehr spät an diese VC-Channel begonnen, sind jetzt da, kämpfen mit unseren Challenges, kämpfen mit den ganzen Änderungen, die wir alle hier, glaube ich, täglich besprechen in der Industrie. Warum lief das gut, lief das verhältnismäßig gut, sagen wir mal so, ja. Also ich bin da auch ganz, ganz realistisch. Einerseits waren wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wir hatten wirklich perfektes Timing mit dem Mindmeister Lounge zur richtigen Zeit, als die Technologie zusammenkam mit einem gewissen Demand, bevor noch andere am Markt waren. Gutes Timing, ja, gutes Timing, dann einen Trend mitgenommen, nämlich den SARS-Trend, bevor es dann das Wort überhaupt noch gab, richtig mitgenommen, hatten also auch sehr viel Glück, muss man ganz einfach sagen. Er hatten sehr viel Glück, haben viele Entscheidungen, haben einige gute Entscheidungen getroffen, haben sicher auch ganz viele falsche getroffen, wie das also ist. Aber haben einfach mit, also die Dinge, die uns vielleicht geholfen haben, waren einfach Produktliebe, Nähe zur Technik, ein tolles Team, Fokus darauf, ein Team zu bauen, Fokus darauf, Spaß zu haben gemeinsam. Und ja, über die USBs unserer Produkte brauchen wir jetzt nicht reden. Wir sind eine Firma, die man sehr viel Wert auf Usability und Design gelegt hat und das kam bei den Kunden eben gut an. Da kommt immer noch an. Viele der Konkurrenten haben Feature nach Feature gebaut. Die Produkte sind zwar immer mächtiger, aber auch immer komplexer geworden und wir haben uns eben auf die Usability und Simplicity fokussiert. Ja, also würde ich sagen, beschreibt, glaube ich, die Journey der ersten 15 Jahre ganz gut.

Markus

Also auch nicht zu sehr distracten lassen, wirklich mit Fokus am Produkt und Liebe zum Produkt arbeiten und damit seinen eigenen Weg gehen. Gut, jetzt hast du schon mehrfach angeteilt, da gibt es oder gab es dann schon auch Challenges, besonders jetzt wahrscheinlich dann in den letzten fünf Jahren. Nehmen wir uns einmal mit, was ist dann doch ein VC-Case daraus geworden? Was für Fehlend oder was für Fehler, was für harte Zeiten habt ihr da auch durchlaufen? Startup ist immer ein Rollercoaster, aber erzähl einmal, wo ihr aktuell steht und was in den letzten fünf Jahren passiert.

SPEAKER_01

Sehr gern. Genau. Also Meisterdask haben wir 2015 gelauncht, habe ich ja, glaube ich, erzählt. Und dann das Produkt auch weitergetrieben, haben dann sogar noch ein drittes Produkt gelauncht, so 2020, Meister Note, das ist mittlerweile aber integriert in Meisterdask als sozusagen Notion Note-Taking Funktionalität. Und haben in den letzten Jahren dann noch angefangen, mehr, also in diesen letzten Jahren, so ab 2017, glaube ich, mit einer MA-Boutique, glaube ich, sagt man da, zu arbeiten. Mit i5 Invest, war das. Und haben da mehr und mehr angefangen, Partnerschaftsgespräche zu führen, auch sozusagen Investment-Gespräche, ME-Gespräche. Macht man einfach nebenher. Also wenn du es nicht machst, dann, glaube ich, machst du deinen Job nicht als Geschäftsführer. Ohne jetzt irgendwie konkret das zu wollen. Kam dann auch immer mehr Push seitens der Boutique, da doch was zu machen. Sie meinten, wir sind in einer guten Position, wir wachsen, der Markt ist gut. Es kam dann 2019, 2020 eben auch die Corona-Krise, die Corona-Pandemie, die, man darf sie eigentlich nicht sagen, für uns als Collaboration-Tool-Anbieter businessmäßig sich sehr positiv ausgewirkt hat. Also vor allem Mindmeister ist sehr stark gewachsen, als alle plötzlich remote arbeiten mussten und Tools gesucht haben. Und wir haben also da eine sehr schöne Trajektorie, ich weiß nicht, ob es das Wort gibt, zeigen können, sodass dann plötzlich Angebote und Evaluations oder Gespräche mit VCs und PEs am Tisch waren, die einfach sehr interessant waren, wo du einfach sagen kannst, okay, das ist eine Evaluation, da müssen wir drüber sprechen, was können wir da machen da. Da gehen wir jetzt vielleicht von unserem bisherigen Weg ab. Wir wollen organisch wachsen, wir wollen alles allein machen, wir wollen niemanden in Bord haben, sondern da können wir wirklich was Großes machen. Und 2021 kam dann eben von Verdain ein Angebot oder es kamen Gespräche, dass wir gesagt haben, okay, das macht Sinn, das gefällt uns gut, da können wir und da verkaufen wir einen Teil der Firma, da verkaufen wir einen Teil unserer Anteile und nehmen ein großes Investment in die Firma, dass es einfach wirklich mal richtig schnell wachsen lässt und viel mehr machen und viel schneller exportieren, als wir das bisher konnten. Das haben wir gemacht Mitte 2021, also fast nicht genau sechs, fünf Jahre jetzt. Und auch ein bisschen mit dem Blick, gut, Till und ich sind jetzt 18 Jahre dabei oder waren es 17 oder so damals. Vielleicht wird es auch mal Zeit, da einen Schritt hinter zu gehen und jemand und ein anderes Team reinzuholen, das das Scaling Journey einfach besser kann. Wir sind nach wie vor, ich habe es ja ein paar Mal erwähnt, wir sind Techniker, wir sind Produktmenschen im Herzblut. Wir sind jetzt nicht die klassischen Scaling-CEOs, denen das jetzt Spaß macht, in einem riesenteam Prozesse einzuführen und eine Wahnsinnsfirma aufzubauen hier. Also haben wir das Investment gemacht und haben auch angefangen, unsere Fühler auszustrecken nach jemandem, der das übernehmen könnte von uns. Wir waren schon circa noch zwei Jahre dabei, glaube ich, oder ich glaube, im Kontrakt sind sogar drei Jahre drin gestanden, also die haben wir sozusagen ausschöpfen müssen, aber nach zwei Jahren haben wir einen CFO gehiirt, der dann in die Firma kam und sehr viele, sehr tolle Dinge gemacht hat. Ein junger, energievoller, sehr smarter Mensch, wo wir gesagt haben, okay, da könnten wir uns vorstellen, der könnte nicht nur Finanz machen, sondern der könnte seinen gesamten Laden leiten, das gefällt uns, wie er es angeht, und dann können wir sozusagen den Schritt ins Board machen, den man sich immer so toll als Ziel vorstellt, irgendwo, ja, jetzt habe ich viel geschaffen, jetzt habe ich ein gewisses finanzielles Polster, jetzt muss ich nicht mehr täglich arbeiten und sozusagen kann mir. Der Laden läuft trotzdem weiter. Der Laden läuft trotzdem weiter. Da war die Idee, ja, genau. War die Idee, war das Ende 2024. Genau, sind wir operativ ausgestiegen als Co-COs und haben den Laden eben an den ehemaligen CFO übergeben.

Markus

Und wie hat sich das dann angefühlt, also als du eben nicht mehr operativ gearbeitet hast?

SPEAKER_01

Ganz am Anfang sehr gut. Also für mich, es war für mich, aber es war ein bisschen unterschiedlich zwischen Till und mir, falls du irgendwann mal ein Gespräch mit Till führst. Ich glaube, es ist ihm ein bisschen schwerer gefahren. Zumindest ich wäre derjenige, der ein bisschen mehr dazu gepusht hat, dass wir den anderen reinholen, dass wir uns rausnehmen. Ich war mich höchstwahrscheinlich, kann man sagen, burnt out. Ein bisschen burnt out. Das waren einfach 18 Jahre, viele Auf und Ups. Ich habe vor allem in den letzten Jahren, wie die Firma dann gewachsen ist, nach dem Investment, sind wir wirklich recht stark gewachsen, waren dann irgendwann 160 Leute. Das war nicht mehr mein Environment, in dem ich mich wohlfühle. Ich kann sehr gut in kleinen Teams arbeiten, oder ich arbeite sehr gerne in kleinen Teams. Ich weiß nicht, ob ich gut darin arbeite, aber mir macht Spaß. Sobald die Strukturen zu groß werden, zu viel Manager Levels hast, du wirklich das People Management überhand nimmt versus dem, was ich als Produktmanag gern mache, habe ich einfach ein bisschen Freude daran verloren. Es ist mir alles ein bisschen in Glitten gefühlt. So die Controlle, ich klingt jetzt falsch, aber das Gefühl, noch ein Produkt shapen zu können, das gefühl, es geht alles noch in die Richtung, wie du es willst. Du musst mit anderen Mitteln dann arbeiten, die einfach nicht meine Mittel waren. Also ich habe ein bisschen mehr gepusht, Til Volte ist ein bisschen weniger, aber ich glaube, war auch sozusagen happy, einmal weniger zu arbeiten und weniger Energie zu investieren. Also es hat sich ganz gut angefühlt die ersten Monate. Ich habe dann auch einige private Änderungen gemacht. Also wir sind sozusagen umgezogen von Österreich nach Spanien mit der Familie und wie gesagt, aufgehört zu arbeiten, umgezogen. War dann noch eine andere Änderung. Ich habe dann später blöderweise auch einen in Spanien unten einen Unfall gehabt, einen Mountainbike-Unfall in recht schweren, der mich, ja, der glimpflich ausgegangen ist, im Vergleich zu dem wir ausgehen können. Aber ich war dann ab zwei Monaten im Krankenhaus, habe mir Wirbel gebrochen, habe einige Operationen gehabt. Also es kamen da für mich einige Sachen zusammen, die mich ein bisschen durcheinander geworfen haben, sage ich mal. Und ich glaube auch, dass wahrscheinlich jedes Einzelne davon mich ein bisschen aus der Bahn geworfen hätte, der Umzug nach Spanien jetzt vielleicht nicht so sehr, aber da kam, das kam halt noch on top. Letztendlich habe ich die Erfahrungen gemacht, die glaube ich viele gemacht haben, die diesen Schritt gemacht haben. Ich glaube, letztens habe ich den Peter Steinberger irgendwie was ähnliches sagen gehört. Das Aussteigen aus dem Arbeitslegen und dann plötzlich nichts mehr zu machen, ist einfach nicht das, wie man es sich vorstellt. Und hat für mich einfach nicht funktioniert. Ich habe das erste Jahr ganz gut verbringen können mit Sport, Freizeit, Reisen etc. Aber mir ist dann recht schnell bewusst geworden, dass das gar nichts tuns für mich ist.

SPEAKER_03

Ja.

Markus

Und also glaube ich, wie du schon angesprochen hast, jetzt bist du nicht der Einzige. Da haben wir jetzt auch schon einige Gäste in FutureWiki gehabt, die Ähnliches berichtet haben. Jetzt, wenn du dann die Meisterperspektive anschaust, also die Firma, weil für die Firmen ist es ja auch oft ein großer Schock, wenn dann besonders in eurem Case, wo schon sehr lange auch organisches Wachstum, was vielleicht was anderes ist, als wenn es inorganisches Wachstum ist, wo sowieso, sag ich mal, weniger Vertrauen und vielleicht weniger tief verwurzeste Strukturen auch in einer Firma sind, aber bei euch ist da jetzt schon zwei sehr große Anker dadurch operativ weggefallen. Wie ging es der Firma damit?

SPEAKER_01

Anfangs ganz gut, es war einfach so, zu dem Zeitpunkt, als dann der CFO reinkam, dieser junge, smarte, energetische Mensch, der hat einfach gezeigt, der hat wirklich gezeigt, wie man in der Firma anders kommunizieren kann. Hat sozusagen dem Team plötzlich irgendwie auch vom Team sehr viel Vertrauen bekommen auf die Art und Weise. Und auch von uns dadurch, also hat sich gut angefühlt am Anfang, dass das funktionieren wird. Ich habe mir letztens die INPS-Cores angeschaut. Wir haben, ich glaube, vierteljährlich so machen wir so einen Survey, ja. Also das INPS sagt ja was, das ist diese Employee-Zufriedenheit oder Net Promoters Core von Employees. Und da sieht man tatsächlich in der Phase, wo wir dann rausgegangen sind und er CEO wurde, ist das gestiegen recht stark. Aber blöderweise ist der Bonus nicht sehr lange da geblieben. Dieser Vertrauensbonus kann man einfach auch, weil das Geschäft leider in dem Zeitrahmen eingeknickt ist, ja, in dem Zeitraum. Es ist da, all das passiert, von dem wir alle wissen, ja, einerseits der Ukraine-Krieg, die Inflationskrise, die Wirtschaftskrise in Mitteleuropa, etc. Und das hat uns auch recht stark getroffen. Die AI war damals noch ganz am Anfang, die ist dann noch am Top gekommen später. Aber das Geschäft ist ein bisschen eingebrochen. Wir hatten 18 Jahre lang konstant nur Umsatzwachstum, teilweise um die 40 Prozent. In der Corona-Krise sogar noch mehr, ich glaube 50. Und das ist stetig weniger und weniger geworden leider in den Jahren, bis zuletzt, ich glaube 2025 das erste Jahr, leider mit negativem Wachstum. Und das hat natürlich auch den CEO, beziehungsweise hat die Stimmung in der Firma beinträchtigt. Das Team hat sich schwer getan, wir haben da eben ein großes Leadership-Team aufgebaut, sehr erfahrene Leute aus allen möglichen tollen Firmen reingeholt, was aber leider letztendlich nicht funktioniert hat. Also wir, Till und ich, waren dann gemeinsam mit Verdain eben in Bord und mussten uns das halt aus der Ferne, aus diesem, wie ich mittlerweile finde, sehr, sehr undankbaren Bord-Sits anschauen. Vor allem, wenn du vorher selbst, selbst, wenn du Gründer bist und selbst lang drin operativ gearbeitet hast, dann plötzlich nur mehr zuhören zu können, plötzlich Entscheidungen präsentiert zu bekommen, die du eigentlich gar nicht mehr wirklich hinterfragen oder beeinflussen kannst, war recht frustrierend. Also es gab da einige Dinge, mit denen wir einfach nicht übereinstimmt haben. Ich habe das im Board versucht auch klar zu machen, aber die Handhabe, die du da hast im Board, ist einfach nicht groß. Auch wenn du etwas weißt, das ist die falsche Entscheidung, du kannst im Prinzip nur die Leute austauschen, weil du ihnen nicht mehr vertraust. Du kannst nicht Micromanagen, du kannst nicht sagen, nein, mach das anders. Das funktioniert einfach nicht. Und damit habe ich mir besonders schwer getan. Wie gesagt, für den Unfall ist da auch parallel dazu passiert. Da bin ich ein paar Monate ausgefallen, aber als ich dann wieder ein bisschen aktiv zurückkam und mir die Umsatzzahlen, die gesamte Entwicklung alles angeschaut habe, ist dann irgendwie klar geworden, dass er so nicht weitergehen kann. Und ja.

Markus

Und dann, was war dann? Also wo steht sie jetzt? Wo stehen wir jetzt? Genau.

SPEAKER_01

Also das war so im April, Mai, wie ich es einfach abgezeichnet hat, ja, das mit dem Wachstum wird immer schlimmer. Die Stimmung in der Firma wapt auch ein bisschen über oder geht einem zu stark runter. Es gab dann auch eine Lay-Offerung. Leider eine weitere, eben, wenn die Kosts zu hoch sind und die Umsätze nicht dazu passen, musst du das machen, leider. Und es war dann auch so, im Bord haben wir natürlich mehr und mehr Gespräge, aber letztendlich hat dann auch das CEO im Sommer gekündigt. Also das war dann sozusagen auch die Entscheidung, wo wir wussten, okay, jetzt ist die Entscheidung gefallen, wir haben sie zwar jetzt nicht aktiv getroffen. Aber es ist klar, jetzt müssen wir was ändern. Und dann haben wir ganz kurz im Board diskutiert, ob wir beinander suchen, ob wir sozusagen wieder auf CEO-Suche gehen. Aber war relativ schnell klar, dass das nicht funktionieren wird. Unsere Firma ist, es ist ein sehr komplexes Business, was wir haben. Muss man auch sagen, wir haben mehrere Produkte, sehr gewachsenes Kundenstruktur, Marktzugriff, das muss man alles mal verstehen. Wir haben wussten, wenn wir jetzt jemanden neuen hier reinholen, mit Hiring allen drum und dran geht ein Jahr ins Land, bevor irgendwo was passiert. Und dann war recht schnell klar, dass wir doch zurückkehren werden als nicht mehr ganz als Co-CEO, also jetzt ist aktuell Still-CEO und ich bin CPO, darf das wieder machen, was mir Spaß macht. Und das war eine holprige Zeit, weil ganz einfach nach dem Ausstieg hast du schon ein bisschen mental abgeschlossen mit dem Ganzen. Allerdings hast du natürlich nicht mit deinem Baby abgeschlossen. Und das Baby ist nach wie vor die Firma mit den Produkten, da zwei Jahre mit anzusehen, dass es in eine Richtung geht, die du einfach, ja, die du weißt, die passt einfach nicht. Das war dann eine Motivation, doch wieder zurückzukommen und zu schauen, ja, was können wir jetzt noch machen. Waren auch holprige ein paar Monate, kannst du dir vorstellen. Das CEO hat eine Mannschaft aufgebaut, die natürlich für ihn da war, die mit ihm arbeiten wollte. Und dann kommen die zwei alten Gründer zurück mit ihren Kraunschläfen und mehr. Und ja, war rumpelig bis Ende des Jahres. Letztendlich ist im Prinzip das ganze Leadership-Team dann auch gegangen mit dem CEO. Und wir haben dann aber Gott sei Dank mit einer sehr guten, viel kleineren, aber sehr motivierten Mannschaft im neuen Jahr durchstarten können. Haben wieder sehr viel mehr Fokus auf Engineering, auf Produktentwicklung gelegt, die einfach leider in den Jahren gefehlt hat, auch verständlich. Du brauchst an der Spitze einer Produktfirma, glaube ich, letztendlich jemanden mit Produktbackground, mit Produkt, mit vielleicht technischen Background sogar, aber auf jeden Fall mit Produktleidenschaft und dass als Finanzer eine Produktfirma zu führen geht, ab einer gewissen Phase, wenn die Produktreife komplett da ist, der Product Market Fit gesichert ist, es eigentlich mehr um Execution geht, dann geht's. Leider war man zu dem Zeitpunkt nicht mehr da. Und deswegen hat diese Transition auf einen Finance-Based CEO einfach nicht funktioniert, glaube ich. Superspannender Insatz.

Markus

Und wenn fühlt sich es jetzt für dich, ist wieder einfach die Energie da und sag ich mal die Leidenschaft, das Baby quasi wieder Vollgas zu geben?

SPEAKER_01

Ist es tatsächlich. Ich hätte es nicht erwartet. Also wenn du vor eineinhalb Jahren gefragt hättest, da habe ich gedacht, meine Energie ist für immer weg. Oder verzweifeln. Ich bin ein bisschen über 50 und ich habe eigentlich nicht mehr erwartet, dass ich nochmal eine Leidenschaft für Arbeit, vor allem auch die Arbeit in der gleichen Firma finden würde. Ich habe im ersten Jahr versucht, andere Interessen zu finden, also mich technisch für andere Dinge zu interessieren. Aber es hat nie so richtig was vorher gegriffen und jetzt muss ich sagen, bin ich eigentlich sehr glücklich, dass wir zurückgekehrt sind, dass wir wieder was machen können, dass wir mit dem kleinen Team wieder was bewegen können. Und das spielt dann auch ein bisschen die technische Entwicklung in die Hände. Also mit dieser AI-Entwicklung, for better or for worse, sage ich jetzt einmal, ist auch für ein kleines Team sehr viel möglich. Und das macht Spaß, macht Spaß selber angreifen zu können wieder hin und wieder, auch wenn unsere Entwickler stehnen, wenn die CEOs Cloud-Coded PRs abschicken. Aber ich damit, ja.

Markus

Okay, aber das heißt für euch ist jetzt schon auch, ist AI auch im Produkt ein Thema, was euch beschäftigt, oder ist AI eher für euch in erster Linie Produktivität steigernd in der Umsetzung?

SPEAKER_01

Muss natürlich auch im Produkt ein Thema sein. Ist logischerweise auch im Produkt ein Thema. Es gab auch, wie gesagt, vom letzten Team, vom letzten CO, einen Vorstoß schon letztes Jahr, ein eigenes AI-Produkt zu launchen, also ein separates. Wir haben das Projekt dann gestoppt, nachdem wir zurückgekommen sind. Nicht, weil wir nicht an AI glauben, sondern weil wir einfach glauben, unsere Kunden wollen AI einen bestehenden Produkt haben. Also Meister Task haben wir ja sehr, sehr viele Kunden. Und die wollen einfach in welcher Form, da sind wir gerade dabei, noch das rauszufinden, in welcher Form genau unsere Kunden AI nutzen wollen und in welcher Form man in Zukunft arbeiten wird im Prinzip, ist die große Frage, die sich, glaube ich, ganz viele stellten. Blöderweise auch die ganz Großen. Und da ist für uns natürlich die Frage: Was können wir mit unserem Background, mit unserer Spezialisierung, mit unserem Kunden und Markt hier bieten, ohne einen Mitschwimmer zu sein? Aber welche Probleme können wir unsere Kunden gut lösen mit dem Thema?

Markus

Kann ich sagen. Sehr, sehr spannend. Vielleicht noch, bevor wir jetzt in Richtung Speedrun kommen, noch eine Frage, die ich spannend finde. Du hast ja so aufgezeichnet auch die unterschiedlichen Produkthistorien. Wenn du jetzt auf Meister schaust, wie genau du es teilen kannst, aber wie sehr teilt sich euer Erfolg aktuell auf das Mindmapping und das Projektmanagement auf?

SPEAKER_01

Auch sehr gute Frage. Es war lange Zeit 50-50, sage ich jetzt mal. Also vom Umsatzbeitrag, wir waren, ich kann es ja auch ruhig sagen, wir waren bei knapp 20 Millionen EAA und das waren circa 10 aus beiden Produkten. Ich habe dir erzählt, wir kämpfen leider ein wenig mit, wir kämpfen recht stark mit Umsatzrückgang und der kommt leider hauptsächlich aus dem Mindmapping-Produkt. Der kommt aus Mindmeister. Da sind wir einfach getroffen, wie glaube ich ganz viele andere von einerseits von diesen Google AI Summaries, glaube ich, kennt jeder das Thema. Also wir haben sehr viel überorganischen Suchtraffic bekommen früher, der einfach im März letzten Jahres um 30% eingebrochen ist, als Google eben diese AI-Summaries gelaunt hat. Zusätzlich können sich viele ihre Mindmapping-Meeds direkt mit AI-Tools abdecken. Das ist das Hauptthema. Wir haben nach wie vor sehr viel Traffic, aber die Conversion Rate leidet. Leider, ja. Spannend.

Markus

Cool. Du, jetzt haben wir schon gesehen eine lange Reise mit vielen Auf und Ups. Sehr, sehr impressive. Wenn du da jetzt zurückblickst, was ist dein größtes Learning?

SPEAKER_01

Ja, ich wusste ja, dass der Frei kommt. Ja, also einerseits, darüber haben wir schon gesprochen, deswegen sage ich jetzt was anderes. Also, wir haben darüber schon gesprochen, das Thema keine Arbeit macht auch nicht glücklich. Also nicht Arbeit ist auch nicht die Lösung. Man hat immer diesen Traum. Man hat immer diesen Traum, ich werde mit, keine Ahnung, 50 in Pension gehen oder irgendwann sippe ich nur mein Mojitos am Strand und das wird ganz toll und ich spiele da mehr Golf, wenn das mein Fable ist. Für mich hat es nicht funktioniert. Das haben dir auch schon viele andere Gründer gesagt. Es ist einfach so, man braucht einen Pörpers, man braucht täglich etwas, wenn man so geholt ist, damit zu leben. Haben wir schon besprochen. Ich glaube, mein anderes großes Learning ist aus dem Zufall, ist im Prinzip, ja, wenn die Gesundheit nicht passt, ist alles andere auch egal. Ist jetzt kein großes Learning, aber im ganzen letzten Jahr ist mir klar geworden, alle anderen Probleme sind eigentlich wichtig. Und ich gehe trotzdem gefühlt gestärkt aus der Erfahrung raus, weil ich weiß, alles, was man sich sonst zu sagen macht, ist alles schaffbar. Für die Gesundheit.

Markus

Finde ich ein sehr guter Punkt. Es ist das Fundament und es zeigt eben auch selbst alles andere Relation. Was ist dein bester Lifehack?

SPEAKER_01

Mein bester Lifehack, also momentan ist es witzig, ich hoffe, es gilt als Lifehack. Ich habe angefangen, Farbspraydosen, also mit Farbsprays alte Produkte aufzunebeln. Also altes Zeug, was ihr so rumliegen habe im Haus, irgendwie neu zu besprühen, dass es mir wieder gefällt, mir wieder besser ausschaut. Und das macht Wahnsinn Spaß. Ich habe ja, glaube ich, ganz am Anfang gesagt, ich bin jemand, der gerne was tut und Ergebnisse sieht. Und beim Sprayen, wenn man irgendwas bei einer Fahrweite sprayt, das Gefühl ist toll. Ich habe ein Fahrrad jetzt, mein uraltes Gesprayd, Fahrrad, Helm, Garagentier, Roller, alle möglichen Dinge. Ist jetzt nicht unbedingt der Lifehack, aber macht viel Spaß. Sehr cool.

Markus

War es deine Buchempfehlung für uns?

SPEAKER_01

Ja, das, was mir als erstes immer in den Kopf kommt dabei, ist das sicher schon oft verwendet worden, das Buch Rich Dad Pur Dead von Robert Kewe Saki, glaube ich. Habe ich eben vor den circa 30 Jahren zu Beginn meiner Karriere damals in London gelesen und das war irgendwie so ein Kopf-Switch für mich damals, als junger Mensch. Das ist nicht so sehr das Thema Rich Dad Purde, was im Titel ist, sondern eher das Don't Work for the Man, quasi. Du hast ganz am Anfang gefragt, ob ich schon als Kind Unternehmer werden wollte. Eigentlich nicht, aber als ich das Buch gelesen habe, da wusste ich, dass das will ich. Ich will sozusagen mein eigener Chef sein und die Unabhängigkeit haben und eben auch in Richtung finanzieller Unabhängigkeit kommen können. Cool. Kann ich immer noch empfehlen, das Buch zu sagen. Hast du ein Lieblingsprodukt? Ja. Auch hier das erste, was mir einfällt, ist aktuell mein E-Auto. Das ist ein großes Produkt, weiß ich. Ich fahre jetzt seit zwei Jahren elektrisch und wird nie wieder was anderes fahren. Ich fahre keinen Tesla, ich habe ein BMW EX, aber ich liebe das elektrische Fahrgefühl. Ich glaube, das wird sich durchsetzen.

Markus

Schade, das ist ein schöner Counternarrativ, weil wir gerade am Donnerstag vor zwei Wochen in einer Newsfolge über den neuen Ferrari gesprochen und E-Maulet. Und ich finde, das ist so ein Thema, wo die Meinungen so weit auseinander gehen, es ist wirklich spannend. Also der neuen Ferrari, sorry. Bist du auch da? Okay, gut.

SPEAKER_01

Nein, da bin ich auch nicht. Der gute Johnny If hätte, glaube ich, bei iPhones bleiben sollen.

Markus

Alright. Aber trotzdem ein großer Fan der E-Mobilität. Jetzt stell dir vor, keine Ahnung. Du stehst in der Früh auf und willst jetzt wohin fahren und deine Batterie im BMW ist tot. Was ist dein Lieblingsschimpfwort?

SPEAKER_01

Schöner, schöner Sag weg. Ich würde wahrscheinlich mit Schei anfangen und dann, je nachdem, wer in der rundrum ist, mit B oder mit C weitermachen.

Markus

Da spricht der Vater aus Erfahrung. Okay. Ja, wunderbar. Super, das bringt uns zu unserer letzten Rubrik und das sind Moonshot und Predictions. Das heißt, wir brauchen von dir einerseits einen Moonshot, also eine große Vision für die Zukunft, die du für sehr strebenswert hältst. Und eine Prediction, etwas, von dem du felsenfest überzeugt bist, dass es in den nächsten Jahren passiert.

SPEAKER_01

Ja, der Moonshot ist der, dass wir als Menschheit unseren evolutionären Selbsterhaltungstrieb und unseren Überlebenswillen, dass sich der durchsetzt und wir dadurch die großen Probleme, die auf uns zukommen, das ist jetzt ein sehr generelles Statement, dass wir die doch meistern werden. Also ich habe, man hat so viele Gespräche, so viele Doomsday-Gespräche in letzter Zeit, wo wir das alles hingehen. Und letztendlich, ich glaube, wir Menschen werden es lösen. Das ist so ein bisschen eine Prediction. Wir werden es lösen müssen, natürlich das Thema AI. Vielleicht speziell noch, ich glaube, dass das Thema der unipolaren versus multilateralen Welt ein ganz wichtiges zu lösen. Und als Europäer, als Europäer im Herz wünsche ich mir eben auch, dass sich Europa einen ebenbürtigen Platz in der Welt schaffen wird. Und dass aber auch andere Mächte wie China, Indien etc. das schaffen werden und wir nicht in eine unipolare Welt klappen.

unknown

Cool.

SPEAKER_01

Als Prediction, da tue ich mir am schwersten damit. Muss ich ehrlich gesagt sagen, ich glaube, die Prediction ist, wir Menschen werden die Probleme lösen. Wir werden auch das Thema AI in den Griff kriegen, wir werden nicht im Terminator-Szenario enden, sondern wir werden eine Lösung finden, was auch immer die ist.

Markus

Das sind doch wunderbare Schlussworte für ein Thema, das uns, glaube ich, jede Woche beschäftigt. Lieber Michael, vielen Dank für die wirklich bemerkenswert ehrlichen Insights. Auch Gratulation zu dem baldig anstehenden 20-Jahr-Jubiläum. Das ist schon sehr, sehr impressive. Vielen Dank auch euch da draußen fürs Mit dabeisein. Wir wünschen euch einen guten Start in die Woche und hören uns wieder am Donnerstag mit den News.