Future Weekly

#531- Investment Halbjahresbilanz, Deutscher Gründungsboom & Fable Comeback

Hannah Wundsam & Markus Raunig Episode 531

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 📈 Investment-Halbjahresbilanz Österreich
🚀 Deutscher Gründungsboom?
🔁 Fable Comeback
❄️ Krypto Winter?
⚛️ ParityQC baut für Verteidigungsministerium
🛰️ Tumbleweed Satellit im All
🏛️ 5% von OpenAI für Trump?
🥄 Bending Spoons IPO

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Markus

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly. Ich bin der Markus und bin heute mit der Hanna am Start. Wir reden über einiges, eine volle Woche. Es gibt die Halbjahresbilanz der österreichischen Startup Investments. Es gibt in Deutschland einen Gründungsboom. Fable macht das Comeback. Crypto ist im Winter. Parity QC baut für das deutsche Verteidigungsministerium Tumbleweed, schickt seinen ersten Satelliten ins All. OpenAI will 5% an Trump abgeben und Bending Spoons macht den IPO. In diesem Sinne, Future Weekly, here we go. Und wir starten mit den News. Und da gibt es eine Halbjahresbilanz. Da geht es um die Investments in Österreich im ersten Halbjahr 2026. Da gab es ja letztes Jahr einen absoluten Tiefpunkt, ein echtes Katastrophenjahr, wo eben sehr wenig nur investiert wurde. Das hat alle Alarmglocken laut frillen lassen. Und es zeichnet sich definitiv eine klare Verbesserung in diesem Jahr ab. Es ist noch nicht der Return to Glorious Days, aber es wird definitiv wieder besser. Was wissen wir genau?

SPEAKER_02

Also grundsätzlich ist es das zweitbeste, quasi erste Halbjahr der Startup-Szenengeschichte, also nur 2022, 21, 22 war Stärke. Und wenn man sich jetzt anschaut, wie viel im letzten Halbjahr eingenommen wurde, sind wir, wir haben insgesamt 400 Millionen Euro, die eingesammelt wurden von österreichischen Startups. Auch eine positive Entwicklung, was mich ja letztes Jahr extrem schockiert hat, war, wie gering der Anteil an weiblichen Gründungsteams war, die überhaupt Finanzierung bekommen haben. Auch hier gibt es eine leichte Verbesserung. 19% quasi der Teams, die geraced haben, haben auch mindestens eine weibliche Co-Founderin im Team gehabt, was trotzdem sehr klar hervorsticht, ist, dass wenn es ums Volumina geht, hier die rein männlichen Teams wieder eigentlich sehr dominieren. Also mehr als 90 Prozent des Volumens ist wieder an rein männliche Teams geflossen.

Markus

Ich finde auch, wenn man sich die Struktur der größten Investments anschaut, sehr spannend, dass von den Top 5 eigentlich sind keine klassischen AI-Startups. Also Waterdrop, Gropius, Avilo, Impulsion und Narrow Health. Narrow Health hat wahrscheinlich schon einen gewissen Charakter dabei, aber sie ist jetzt nicht so das klassische AI-Software-Unternehmen, was ja aktuell den großen Boom auch global befeuert. Aber Österreich geht da ein bisschen einen anderen Weg. Gleichzeitig, also einerseits Nummer 6 ist dann Flynn AI, die schon sehr klar mit KI arbeiten. Und andererseits, glaube ich, ist es auch, dass viele der guten AI-Talente, die hier auch wirklich bemerkenswert was auf die Beine stellen, auch ins Ausland gehen und in Amerika ihr Startup bauen oder teilweise auch schon verkauft haben, wie zum Beispiel ME. Amy, glaube ich, könnte da definitiv dabei sein, ME AI, aber die haben eben stattdessen den Exit an Misstrei gemacht. Vielleicht dadurch auch einfach jetzt einmal halt ein Sonderfall dieses erste Halbjahr. Was ich auch finde, nicht ganz gut abzeichnen, ist, wie wir halt in Österreich, also es gibt ja dieses Sprichwort, wenn es mal einen Weltuntergang gibt, dann kommen wir nach Österreich, weil da passiert alles fünf oder zehn Jahre später. Und ich finde, das ist ja lustig, dass wir das auch hier jetzt eigentlich sehen, wo wir eigentlich global den Tiefpunkt 20, glaube ich, 2023 schon hatten, dass wir in Österreich eigentlich 2025 jetzt den Tiefpunkt hatten, dieser Liquiditätskrise, dementsprechend auch viel später wieder halt jetzt das Comeback hoffentlich schaffen. Ja, wäre sicher besser, wenn wir auch ein bisschen agiler da sind und nicht so träge dahin sichern.

SPEAKER_02

Ja, schneller und höher wieder rebounden. Stimmt, auf der einen Seite fand ich schon auch spannend zu sehen, dass wir an der oberen Grenze doch jetzt auch 200 Millionen Euro Finanzierungsrunden hatten, also auch quasi das Volumen der einzelnen Finanzierungsrunden wieder höher geworden ist. Weil das war ja auch grundsätzlich ein Thema letztes Jahr, wo wir gesagt haben, okay, eigentlich von der Anzahl der Finanzierungsrunden hatten wir gar nicht so viel weniger im Vergleich, aber einfach das Volumen ist so stark runtergegangen und dass einfach die Investoren so risikoavers auch waren. Und ich glaube, das ist schon auch ein sehr positives Zeichen jetzt für den Gesamtmarkt. Was ich trotzdem irgendwie ganz spannend finde, ist immer mit der Diskussion, okay, bleibe ich jetzt in Österreich, um zu skalieren oder nicht, die Runden, die auch Auslandsösterreicher gemacht haben. Und da sieht man zum Beispiel den Daniel Metzler, der mit ISA Aerospace 270 Millionen Euro aufgestellt hat, aber nicht in Österreich bleiben konnte, weil er damals keine Möglichkeit bekommen hat, seine Rakete irgendwo auch zu testen und keinen Startplatz quasi damals vom österreichischen Land zugesprochen bekommen hat. Also ja, manchmal wäre es natürlich auch schön, diese Erfolgsstorys im Inland gehalten zu haben.

Markus

Ja, weil die Realität ist, dass die auslandsösterreichischen Startup-Gründungen mehr Geld eingesammelt haben im letzten Jahr, im letzten Halbjahr, als alle österreichischen Startups zusammen. Also das zeigt schon auch, dass aktuell viele kluge Köpfe das woanders machen und da sollte sich natürlich idealerweise was dran ändern. Ich glaube, da muss man die Anreize schaffen, dass man es da eigentlich nicht drüber nachdenken sollte, weil es eigentlich eh aufgelegt ist, hier zu bleiben. Ja, insgesamt aber schon Good News. Ich glaube, das ist eine wichtige Erholung im Markt. Das ist noch nicht das große Comeback, aber definitiv eine Erholung. Und ja, möge es so weitergehen. Ich hoffe, wir kommen wieder in Richtung der Milliarde, die wir in den Jahren 2021 und 2022 geknackt haben für das ganze Jahr. Da müssen wir schon nochmal ein bisschen anziehen jetzt im zweiten Halbjahr, aber ich bin guter Dinge. Das sollte schon hoffentlich jetzt auch in Österreich folgen, was international passiert. Und wenn wir schon beim internationalen Bild sind, dann lass uns doch kurz nach Deutschland schauen, weil die haben tatsächlich einen echten Boom gesehen, nicht unbedingt bei den Investments, auch da geht es gut voran, aber jetzt ganz spezifisch auch bei den Gründungen. In Deutschland spricht man in der Startup-Szene von einem echten Gründungsboom. Da wurden so viele Startups im ersten Halbjahr gegründet wie noch nie.

SPEAKER_02

Ja, also richtig stark. 3053 Neugründungen von wirklich Startups im ersten Halbjahr 2026. Das ist jetzt im Vergleich aus auch zum ersten Halbjahr 2025 eine fast 50-prozentige Steigerung. Also es ist sehr exponentiell, wenn man so möchte. Und das Ganze ist klar getrieben von KI. Also der Großteil dieser Startups sind KI-Startups. Man sieht auch, dass gewisse Hubs sich besonders stark entwickeln. Fand ich auch ganz spannend. Zum Beispiel Hamburg anscheinend das am stärkst wachsende Startup-Hub. Aber führen tun immer noch Berlin und München als die größten.

Markus

Also das ist, glaube ich, ein sehr wichtiges Signal, dass da aus Deutschland kommt. Ich hoffe, dass wir das auch in Österreich bald spüren. Ich finde, man sieht das und spürt schon jetzt ein bisschen in so diesen Frühindikatoren, die wir halt in unserer Arbeit sehen. Da waren schon die letzten Jahre teilweise sehr mau und da habe ich jetzt das Gefühl, das tut sich wieder mehr. Schon auch natürlich durch künstliche Intelligenz und die Möglichkeiten, die damit einhergehen. Also es ist halt wieder einfacher geworden, etwas zu gründen dadurch. Aber so dieser richtige Boom-Boom, den sehe ich noch nicht und das wäre eigentlich das, was wir brauchen würden. Es bräuchte eine neue Gründerzeit, es bräuchte diese Aufbruchsstimmung, dass wir jetzt die Zukunft proaktiv gestalten, dass wir die Leitbetriebe der Zukunft jetzt wieder gründen. Das spüre ich noch nicht so ganz und ich hoffe, dass uns das gelingt, uns da auch an Deutschland ranzuhängen. Was man sagen muss, die Deutschen haben halt schon auch wichtige Initiativen gesetzt, um mehr Gründungen zu inzentivieren. Gibt es zum Beispiel das Modell, dass sie sich das Modell von Unternehmertum, was ja in München sehr gut funktioniert hat. Das wurde ja auf, ich glaube, jetzt zehn deutsche Universitäten ausgerollt. Immer mit dem, da gibt es öffentliche Unterstützung, aber es muss privates Kapital gehebelt werden. Also immer aus der Region privates Kapital gehebelt durch öffentlichen, ich glaube, eine öffentliche Verdopplung. Und dadurch wird ein Zentrum quasi gebaut, in dem Gründungen aus dem universitären Umfeld in erster Linie gehebelt werden und so auch ein Ökosystem gebaut. Ich weiß nicht, ob das jetzt, ob man das schon spürt, da müsste man sich die Daten wahrscheinlich dann auch genauer anschauen. Aber insgesamt glaube ich jedenfalls ein sehr gutes Zeichen, was wir da aus dem Norden mitbekommen. Gut, und das bringt uns nach Amerika, beziehungsweise eigentlich nicht nur nach Amerika, sondern in die weite Welt. Lass uns über einen Job sprechen und ganz spezifisch über Fable Five, das ist ihr Cutting-Edge-Modell, was ja jetzt ein paar Wochen lang offline gegangen ist, weil die US-Regierung gesagt hat, da gibt es jetzt eine Exportkontrolle, das dürfen nur amerikanische Staatsbürger verwenden, weil das ist so gefährlich. Und ein Schropik hat gesagt, das können wir unmöglich sicherstellen, dass das nur amerikanische Staatsbürger verwenden, weil ja auch wir selbst viele internationale Forscher bei uns beschäftigen. Und ja, deshalb ist das Modell dann für ein paar Wochen gar nicht nutzbar gewesen. Nur für die paar Unternehmen, die unter dem Namen Mythos schon früher Access bekommen haben und quasi explizit in sicherheitsrelevanten Bereichen tätig sind, weil die hatten natürlich auch weiterhin Zugang. Und jetzt tatsächlich gab es das Comeback. Fable ist zurück und für alle Entropic User nutzbar für eine gewisse Zeit, weil es wurde dann gleich angekündigt, dass sehr bald, ich glaube zuerst war es der 7. Juli, jetzt wurde es verlängert auf den 10. Juli, glaube ich, wird das nicht mehr in den ABO-Modellen integriert sein, sondern es wird nur mehr über quasi API-Tokens nutzbar sein und dementsprechend natürlich sehr teuer. Also du hast nicht die Subventionierung im ABO-Modell, die du normalerweise hast. Aber es können jetzt alle mal ausprobieren, mal schauen, wie toll dieses Föbel ist. Und idealerweise werden sie so abhängig davon, dass sie dann natürlich auch nochmal mehr dafür zahlen. Die Strategie ist, glaube ich, relativ offensichtlich.

SPEAKER_02

Ja, also ich glaube, gerade für Entwickler, die es nutzen, ist es halt ein extremer Unterschied. Also für, ich glaube, so den Alltagsgebrauch macht es jetzt keinen großen Sinn. Aber wenn du wirklich Produkte damit baust, dann glaube ich, macht das schon sehr viel Sinn und ist es sicher eine smarte Finanzierungsstrategie für sie im Endeffekt. Eine Monetarisierungsstrategie. Was ich ja an dem ganzen Thema noch so interessant finde, ist, also A, das war wirklich ein wahnsinniges Timing, ihr habt eh drüber gesprochen. 2031 kommt raus und am nächsten Tag wird dieser Zugang gekappt von einem Direct-Decret quasi vom US-Präsidenten. Und auch jetzt ist es ja so, dass der Präsident quasi, beziehungsweise seine Mitarbeiter immer, bevor es irgendein Update gibt, First Access haben müssen, dass die zuerst die Clearance machen müssen im Endeffekt, bevor das rausgehen kann. Und hier wirklich eine sehr enge Handhabe haben, die halt alles genau prüfen. Es gibt eine eigene Abteilung für, die sich eben mit AI und Cybersecurity hier beschäftigt und das ganz stark monitort. Und auch, wie du gesagt hast, mit den Organisationen, die durch Mythos dazu Zugriff hatten, das ist halt ein riesen Wettbewerbsvorteil, wenn du, auch wenn es nur Wochen sind, diesen Zugriff hast zum besten AI-Modell, dann kannst du halt einfach Zeit gewinnen.

Markus

Ja, und das, was halt jetzt nach und nach auch nochmal stärker in den Vordergrund rutscht, ist, dass die AI-Modelle natürlich auch immer besser werden, sich selbst zu verbessern. Also da gibt es auch Benchmarks, wo jetzt besonders Fable wieder einen massiven Sprung gemacht hat, wie gut sie in dem Bereich sind, also gewisse Stellschrauben zu verbessern, die für AI-Modellentwicklung relevant sind. Und das ist genau das, was du auch ansprichst. Wenn halt ein Modell, das ist dann auch die Souveränitätsdebatte wieder mit Europe 2031, es hat übrigens gestern China angekündigt, dass sie jetzt darüber nachdenken bzw. Maßnahmen ins Auge fassen, die chinesischen Modelle einzuschränken, was die internationale Verfügbarkeit angeht. Was natürlich jetzt auch, also viele ja mittlerweile auf chinesische Modelle umgestiegen sind, weil sie so viel billiger sind. Das heißt, das wäre für viele internationale Unternehmen auch durchaus ein ziemlich eklatanter Schlag. Aber es zeigt einfach, wie abhängig wir in dem Bereich schon sind und wie sehr es halt auch notwendig ist, dass man proprietär europäische Modelle baut und die halt auch wettbewerbsfähig macht. Und das Problem ist, dass ein Rückstand, der jetzt ist, der ist absolut auffallbar. Aber relativ, der Abstand, nämlich weil jetzt eben zum Beispiel ein Tropic schon faibel nutzen kann, um Entropic besser zu machen, dadurch ist einfach die Geschwindigkeit, mit der sie sich verbessern können, größer als das, was aktuell mit den bestehenden Modellen in Europa passieren kann. Also da muss man echt sehr, sehr viel Aufmerksamkeit drauf legen, wie schaffen wir es da, selbst wettbewerbsfähig sein, selbst die europäischen KI-Modelle möglichst schnell in Richtung von den führenden amerikanischen, chinesischen zu bekommen. Weil noch am Molden wird das nicht mehr gehen.

SPEAKER_02

Aufzubauen. Also die Juditaria, die ja zum Beispiel jetzt in einem Interview gesagt, im Endeffekt müssen wir Datencenter und Compute in Europa halt aufbauen und hier auch mit den Hyperscalern zusammenarbeiten, aber halt auf europäischer Erde. Weil dadurch hast du halt dann irgendwie auch einen Leverage Point, wo du sagst, okay, wenn ihr uns keinen Zugriff auf die Modelle gebt, dann drehen wir euch den Zugriff quasi auf Compute ab. Also auch hier einfach diese gegenseitige Abhängigkeit auch ein bisschen stärker zu gestalten, um auch etwas in der Hand zu haben.

Markus

Ja, das ist die Realität, in der wir aktuell leben. Die großen Blöcke sind sehr auf Leverage fokussiert und nutzen ihren persönlichen Leverage sehr offensichtlich. Das ist eine Abkehr von der Weltordnung der letzten Jahrzehnte. Das war weitaus weniger klar festgeschrieben, dass den Leverage, den man hat, das war eher Soft Power, wie das eingesetzt wurde und jetzt ist das halt mit Trump front and center. Und wenn es dann Leverage gibt, dann wird der bis zum Gate nicht mehr ausgepresst. Also ja. Fable, wahrscheinlich, wenn man in den nächsten Tagen Zeit hat, sicher mal ausprobieren, gleichzeitig eben Mitdenken. Das wird zumindest in der Mittelfrist oder zumindest für eine gewisse Zeit dann deutlich teurer sein, weil es nicht mehr in den Abos inkludiert ist. Das Mitdenken, aber jetzt gibt es gerade noch die Chance, es auszuprobieren. Und für Europa heißt es ganz klar schauen, dass man nicht zu oft in die Position kommt, wo man eben keinen Leverage hat und dadurch an Wettbewerbsfähigkeit verliert. Gut, kommen wir zum Thema Krypto. Darüber haben wir jetzt schon länger nicht mehr gesprochen, weil es sich schon gerade so ein bisschen nach einem Krypto-Winter auch anfühlt. Es gibt ja diese berühmten Vier-Jahres-Zyklen, wo es halt Jahre gibt, die sehr positiv sind und Jahre gibt, die sehr negativ sind und wo es dann dummste Stimmung ist. Und ja, in diesem Vier-Jahres-Zyklus sind wir jetzt halt eher im Winter angekommen. Am 1. Juli ist der Bitcoin auf 57.950 Dollar gefallen. Das ist der tiefste Stand seit 21 Monaten. Und ja, das Allzeithoch war 126.000 Dollar, also das ist über 50%, die da in der Zwischenzeit verloren gegangen sind. Diese Crashs gab es eben in dem Vierjahreszyklus immer wieder. Bis jetzt kam auch immer wieder die große Erholung und neue Rekordwerte. Da ist natürlich, also es ist natürlich kein Gesetz, das in Stein geschrieben ist, das muss man auch, in Stein gemeißelt ist, das muss man sagen. Aber ja, es ist schon lustig, wie halt auch die Narrative sich da immer wieder wiederholen.

SPEAKER_02

Es ist echt spannend, weil vor allem wenn man jetzt ziemlich genau ein Jahr zurückschaut, also ich glaube, der Höchststand war ja so 12. Juli um den Dreh herum. Wo es halt die Hunderttausender Marke überschritten hat. Jetzt, naja, 2025.

SPEAKER_01

Jetzt sind wir bei der Hälfte. Ein bisschen mehr.

Markus

Ja, ich meine, grundsätzlich das, was finde ich schon ein klarer geworden ist, dass die Volatilität von Cryptocurrencies halt eher gehebelten Tech-Aktien entspricht und nicht einem vermeintlich sicheren Hafen wie Gold. Jetzt muss man auch sagen, Gold war auch sehr volatil in den letzten Monaten. Also wie sicher das ist, kann man durchaus auch hinterfragen, was bei Gold stärker, finde ich, spürbar ist als bei Krypto, ist schon, dass in Krisenzeiten Leute klar in Gold investieren, während Bitcoin da, finde ich, eher abgekoppelt ist. Gleichzeitig natürlich schon, man muss sagen, im Ukraine-Krieg war Bitcoin schon auch für viele Menschen, die dann aus der ukrainischen Währung rausgegangen sind, ein Weg, wie man trotzdem Werte. erhalten konnte auf elektronischer Ebene. Und man muss natürlich sagen, diese Institutionalisierung der Branche, die wir gesehen haben mit ETFs und so weiter, die hat natürlich auch dazu geführt, dass du halt näher an den Mechanismen dran bist, wie es halt in der Aktienwelt normal ist. Das heißt, du hast halt auch viel automatisierte Trades, die auf Basis von Momentum handeln und so. Das ist dann schon auch ein Verstärker, der in beide Richtungen geht. Und ja, ich meine, schauen wir mal, wie die nächsten Monate noch sich verhalten, also wie sich der Kurs verhalt. Das ist Schwierigkeit, bei sowas ist immer, es ist unmöglich, den Markt wirklich zu timen. Da sind jetzt natürlich viele, die warten, geht der Kurs noch ein bisschen runter, dann kann ich nachkaufen. Andere, die haben Panik, dass der Kurs zu null geht und deswegen verkaufen sie jetzt alles und sind dann traurig, wenn es wieder hochgeht. Also am Ende gibt es schon viele Argumente für Dollar Cost Averaging, wenn man sich für die Asset-Klasse grundsätzlich begeistern lässt.

SPEAKER_02

Und halten. Also einfach darauf vertrauen, dass es wieder hinaufgeht. Ja, hoffentlich. Wenn man das ein Betrag ist, wo man auch bereit ist, den kurzfristig keinen Zugang dazu zu haben.

Markus

Ja. Wir werden sehen, am Ende, wie gesagt, meine Überzeugung ist immer, wenn man an etwas glaubt, langfristig dran glaubt, dann ist ein Sparplan eine gute Idee, weil dann kann einem diese zwischenzeitlichen Kursschwankungen eher durchaus egal sein. Gut, anderes Thema Quanten. Da gibt es ja in Tirol ein Unternehmen, das immer wieder für coole Schlagzeilen sorgt. Das ist das Innsbrucker Quantenunternehmen Parity QC. Und die haben jetzt gemeinsam mit einem anderen Unternehmen den Zuschlag für ein Forschungsprojekt der Deutschen Cyberagentur, also das ist beim Verteidigungsministerium angesiedelt, bekommen. Und da soll jetzt der erste Prototyp eines mobilen Quantencomputers ausgeliefert werden, schon in Mitte Juli, wenn ich das richtig gelesen habe. Und das ist natürlich schon eine coole Geschichte, dass das jetzt schon so einfach so praktisch auch in der Anwendung ist und dass das das Bundesheer dann antworten wird oder das deutsche Bundesheer zeigt schon, dass da einiges weitergegangen ist in den letzten Jahren.

SPEAKER_02

Ja. Und ich finde, es ist so ein großartiges Beispiel dafür, dass wenn die öffentliche Beschaffung offen ist, mit innovativen Unternehmen zusammenzuarbeiten, mit Startups, Scale-Apps zusammenzuarbeiten, was das für ein Potenzial hat und Quantencomputing ist einfach so ein neues Feld. Aber trotzdem hätten sie auch sagen können, na, sie gehen nur mit IBM, weil da wissen sie, die haben schon ein ewiges Unternehmen dahinter, wo genug Kapazität ist, quasi da auch in diese Quantenforschung viel hinein zu investieren. Und stattdessen sind sie eben hier mit einer Kooperation, wo ein Einsteunternehmen ein österreichisches Startup bzw. mittlerweile eigentlich Scale Up ist. Und da auch große Gratulation an das Team dahinter, an die Gründerin und den Gründer. Also ich glaube, die haben da schon eine großartige Arbeit geleistet, um dahin zu kommen. Wäre natürlich auch schön, das österreichische Verteidigerium zu sehen mit ähnlichen Ambitionen.

Markus

Ja, ich meine, das muss man schon sagen, dass einfach Österreich auch durch die Neutralität von diesem eigentlichen Defense-Tech-Boom, den es in Europa massiv gegeben hat in den letzten Monaten, nur bedingt profitiert hat. Und das ist schön, dass da jetzt schon auch dieses Thema in Tirol angekommen ist. Und dass da ein österreichisches Unternehmen auch mitentwickelt, weil da geht es ja auch wiederum um Souveränität und Verteidigungsfähigkeit. Insofern cool. Die beiden Grüne waren auch schon in FutureWiki. Das ist der Wolfgang Lechner und die Magdalena Hauser. Also wenn man Malereien hören will, dann ist das Folge 371. Da haben die beiden erzählt, an was für quantenarchitektonischen Errungenschaften da in Tirol gearbeitet wird.

SPEAKER_02

Ja, sehr, sehr spannend. Und wir bleiben auch beim Thema Deep Tech und auch zu einem anderen Startup, das schon mal in Future Weekly gesprochen hat. Hast du auch da die Folge bei der Hand, Markus?

SPEAKER_01

Schauen wir mal.

SPEAKER_02

Von Tumbleweed sprechen wir. Ich gebe dir ein bisschen Zeit, um das herauszukommen.

Markus

Sehr gut.

SPEAKER_02

Und zwar hat das Team den ersten österreichischen kommerziellen Satellit ins All geschossen, mit Oasis Alpha und da haben sie eine SpaceX-Rakete genutzt, um ihren Satelliten ins All zu schießen. Und im Endeffekt, was sie hier machen, ist, dass sie von ihren Kunden Produkte, die diese im All testen wollen, also wie quasi diese Produkte im All reagieren, für sie hinaufschießen und auch wieder zurückbekommen. Und das wird vor allem für Forschungszwecke sehr stark auch genutzt. Also zum Beispiel wie gewisse Medikamente im All oder gewisse Inhaltsstoffe von Medikamenten in diesem Raum dann agieren etc. genutzt. Sie haben Organisationen diesmal dabei gehabt, die unter anderem Zellbiokatalyse oder autonome Systeme quasi in diesem Phasenübergang für Weltraumressourcen auch getestet haben. Also super, super spannend. Und ich bin schon gespannt zu hören, wie es dann auch wieder mit quasi OSS Beta zurück zur Erde geht.

Markus

Ich finde auch eine wirklich coole Story. Der Julian Rottenbuchner ist das hier und der Gründer, der war vor tatsächlich ziemlich genau einem Jahr, war der im Podcast, Folge 451. Und man muss sagen, das Team gibt es erst seit zwei Jahren. Die haben an diesem Satelliten, haben sie jetzt überhaupt nur neun Monate gearbeitet. Das ist ein unglaublicher Speed, den man das sieht. Und auch schön, was möglich ist, aus Österreich heraus. Und für mich auch im Großen, wenn man so ein bisschen rauszoomt, zeigt sich schon, dass Österreich da so ein bisschen einen Space-Moment gerade hat. Im Palschen war in den Toprunden dabei. Isa Aerospace haben wir gerade vorher auch drüber gesprochen. Das ist auch ein Vorarlberger Gründer, die in München sitzen, auch im Space-Bereich. Also da tut sich gerade schon irgendwie auch viel mit österreichischen Talenten. Und es ist schön, dass man da jetzt eben auch Erfolge feiern kann. Und ja, ich hoffe tatsächlich auch, dass die Beta-Variante dann zurück, dass da auch alles gut läuft. In jedem cool. Sehr coole Geschichte.

SPEAKER_02

Congrats.

Markus

Ja, und dann lass uns nochmal einen Schritt zurückmachen. Eine Story, die für viel Augenbrauen hochziehen gesorgt hat. Überall ist der Vorstoß von Sam Altman, der Vorschlag, dass doch die amerikanische, der amerikanische Staat, die amerikanische Regierung, ich glaube, er hat sich bewusst sogar als amerikanische Regierung geframed, um dem Trump ein bisschen zu schmeicheln, die sollen doch 5% von OpenAI bzw. von den grundsätzlich von den Top-KI-Firmen in Amerika bekommen, damit es ein besseres Alignment zwischen US-Regierung und Top-AI-Firmen gibt.

SPEAKER_02

Well, well, well. Ja, also ich finde es auch spannend, da hat es wirklich die Trump, also die Trump-Administration genannt. Also er möchte es der Trump-Regierung quasi zur Verfügung stellen. Kann man auch unterschiedlich interpretieren. Aber vielleicht mal ein bisschen rausgesoomt von Trump und weggenommen von Trump, finde ich ja grundsätzlich die Überlegung. Solche Unternehmen, die so fundamental wichtig sind für die Infrastruktur und die Entwicklung eines Landes, ist ja fast ein bisschen ähnlich wie Norwegen mit Öl zum Beispiel. Da ist ja auch an den großen Ölkonzernen der Staat beteiligt. Hier zu sagen, du hast einen gewissen Einfluss auch von quasi Regierungsseite auf diese kritische Infrastruktur. Etwas eher kommunistisch angehauchtes, aber finde ich, eine Debatte, die man schon führen darf.

Markus

Ja, es ist spannend, dass es aus Amerika kommt, weil dort ist ja Sozialismus, Kommunismus ist ja dort wirklich des Teufelswerks, dass da jetzt gerade von dort dieser Vorstoß kommt und dass Donald Trump sagt, dass das a beautiful thing wäre, finde ich wirklich bezeichnend auch für die Wende Helse, die da aktuell auch am Werk sind. Grundsätzlich kann man natürlich argumentieren, wie gesagt, dass das einfach für die Zukunft unserer Wirtschaft so wichtig ist, dass man irgendwie auch einen Hebel für die Allgemeinheit drin haben sollte und auch einen Stake für die Allgemeinheit und dadurch den Staat, das ist halt immer das Thema bei solchen Sachen, wie gut ist der dann gemanagt, dann glaube ich, hängt es am allermeisten. Aber ja, ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass wie gesagt, wenn man das jetzt zu Ende spielt, die Szenarien, die dafür Europa sich ergeben, was technologische Souveränität im AI-Bereich angeht, wird das mit so viel öffentlichem Kapital und so viel staatlichen Anker-Investments von Staaten gehen, dass man da irgendwie darüber nachdenken muss, wie schaut diese Beziehung auch aus zwischen Staat und den tragenden Modellen. Weil das wollen wir schon auch sagen, also der Sim Altman, der schlägt halt jetzt die Trump Administration vor. Da geht nicht darum, ob da noch irgendwelche anderen Regierungen dabei sind. Das ist ganz spezifisch US. Natürlich auch im eigenen Resse, weil er weiß, die USA haben aktuell bei weitem den größten Leverage gegenüber den KI-Firmen, weil ja, wenn Europa die KI abdritt, tut es ein Shopic und OpenAI und Google natürlich weh, weil das sind auch relevante Revenues. Aber die Forschung findet zum großen Teil in Amerika statt und dort haben sie ihren Leverage. Das heißt, da hat halt einfach auch die Staatsgewalt in Amerika einen ganz anderen Hebel. Und das wissen die. Das kann man natürlich sagen, das hat auch einen gewissen Schutzgeldcharakter, der da quasi eingefordert wird von der Regierung. Ja, ist ein sehr Minenfeld, würde ich sagen, weil eigentlich muss man ja auch darüber nachdenken, wie kann man so ein Unternehmen sinnvoll regulieren, sodass keine negativen, langfristigen Effekte entstehen und wenn man selbst an diesem Unternehmen beteiligt ist und 42 Millionen Dollar verdienen, die ja aktuell davon ein Schwer auch an die Regierung geht, dann ist das fürs Budget nicht unrelevant und in Zeiten wie diesen, wo alle irgendwie Budgets strapaziert sind, ja, ergeben sich da schon viele. Also wenn man sich jetzt zum Beispiel auch anschaut, wie funktioniert die FIFA mit all diesen ziemlich korrupten Machenschaften, die da gerade abgehen, das funktioniert, weil sie einfach sehr viel Geld verdienen und dadurch die ganzen lokalen Verbände einen sehr großen Anteil von diesem Geld bekommen. Und diese Verbände sagen, ja, danke, wir machen mit bei den ganzen Zeugs, weil dann kriegen wir mehr Geld. Und das ist schon das, was in solchen Fällen halt dann auch problematisch wird, wenn jetzt die US-Regierung direkt und besonders halt auch die Personen, wenn wir schon von Trump-Administration sprechen, dann werden die Entscheidungen, die diese Menschen treffen, natürlich auch von diesen Incentives getragen. Und darf man nicht unterschätzen, was das mit Menschen tut.

SPEAKER_02

Ja, also generell die Korruptionsbereitschaft in Amerika, gerade in der Regierung, ist wirklich spannend, dass die Amerikaner und Amerikanerinnen das gerade noch mittragen. Man sieht es ja in vielen Ebenen, ich meine, du hast jetzt die FIFA angesprochen, aber ich habe letztens auch wieder gelesen über Binance, wo ja quasi auch jetzt diese Strafe oder zumindest die Strafe des Geschäftsburs aufgehoben wurde und der quasi vom Trump ja auch, nachdem er geholfen hat, quasi auch die ganze Kryptostrategie für ihn zu schreiben, hat der Trump ihn begnadigt und er ist jetzt nicht mehr mehr vorbestraft. Also es ist irgendwie so, ja, hilf mir ein bisschen und egal, was du in der Vergangenheit gemacht hast, bewusst Terrorakte, Geldwäsche finanzieren lassen. Alles egal. Du hast meine Schuhe geputzt jetzt. Ja, spreche ich dich frei. Ist schon heftig. Aber okay. Man kann sich, glaube ich, lange aufregen über was da alles gerade schiefläuft. Grundsätzlich, um zurückzukommen, dieser 5% Stake. Es klingt für mich auch so ein bisschen nach einer Art und Weise, wie halt Sam Altman gerade versucht, in die besten Gunsten von Trump zu kommen, mit allen möglichen Vorschlägen und allem, dem er zustimmt. Und Anthropic steht noch immer so ein bisschen da, ist diejenigen, die halt nicht alles mit sich machen lassen wollen. Und es ist sicher gerade irgendwie so zwei unterschiedliche Strategien auf dem Weg zu ihrem IPO, die sie halt auch immer wieder beide in die Medien bringen und sie sich ja auch schön gegenseitig hochschrakeln können.

Markus

Tatsächlich, man profitiert ja auch von der Medienaufmerksamkeit, das haben alle Beteiligten hier gut verstanden. Ja, und Aufmerksamkeit gibt es gerade auch für Bendling Spoons, das ist die Firma, die Tractive vor kurzem gekauft hat, weil, und das hatten wir ja schon besprochen, bei denen ist der IPO angestanden und der ist jetzt mit dem 1. Juli auch erfolgt, nicht in Europa, sondern in Amerika, am Nasdaq, und hat bei über 18 Milliarden Dollar Bewertung eröffnet. Die Aktie hat bis Handelsschluss gleich mal um 40% zugelegt. Also ein recht gutes Signal da auch von den Märkten zu dem, was Bändigungsbunds macht. Gleichzeitig ja, muss man natürlich schauen. Bei solchen Sachen immer besser nach einem Jahr schauen, wie es einem Unternehmen tatsächlich geht. Dann hat sich der Markt auch so ein bisschen eingependelt, dann gehen Lock-up-Perioden zu Ende, dann haben sich die meisten jetzt einmal schon mit der Aktie irgendwie auch auseinandergesetzt. So diesen initialen Bounce sollte man wahrscheinlich niemals überbewerten.

SPEAKER_02

Aber was ich ja spannend finde, ist im Endeffekt Bending Spoons macht ja aus meinen Augen Private Equity. Die kaufen eben Software-Startups, die eine gewisse Stickiness haben, aber vielleicht nicht aus ihren Augen super effizient aufgesetzt sind. Und ich meine, wir haben es jetzt bei Tractive, habt ihr es eh schon letzte Woche auch besprochen, sie haben halt diese gekauft, dann die Belegschaft um knapp 50 Prozent auch reduziert und quasi jetzt sehr viel Leaner nochmal aufgesetzt. Das haben sie ja nicht nur bei Tractive gemacht, die haben auch WeTransfer und einige andere bekannte Unternehmen gekauft und quasi hier in der Effizienz getrimmt. Und mit diesem Modell sind sie jetzt an die Börse gegangen und haben da eigentlich irgendwie so ein Tech-IPO hingelegt, aber in einer Art und Weise, wie es vielleicht ein klassischer MA oder klassischer Private Equity Player überhaupt nicht performen könnte. Und das finde ich irgendwie spannend, was da so ihr, was sie da eigentlich so unterscheidet, dass sie hier ein anderes Werteversprechen auch an ihre Investoren geben können.

Markus

Ja, wie du richtig sagst, das Playbook ist ja schon dieses effektiv sind halt viele Softwareunternehmen schon Gelddruckmaschinen, das heißt, du baust manchmal was und wenn das ein gutes Produkt ist und der Use Case relativ stabil ist, dann gibt es Stickiness. Also User bleiben auch bei diesem Produkt. Und da ist, ja, man muss natürlich Software ein bisschen weiterentwickeln und Bugfixes etc. Also es ist nicht nix, aber viele von diesen Unternehmen sind einfach viel breiter und kostenintensiver ausgestellt, als es wahrscheinlich notwendig wäre. Auch als Überzeugung der Gründe, warum sie, weil sie sagen, ja, es ist auch eine Kultur, die sie haben wollen. Und es geht ja nicht nur um möglichst viel Profit, sondern man will ja auch gemeinsam etwas aufbauen. Und das, was sie halt machen, ist halt jetzt quasi die Effizienzmaschine. Sie reduzieren auf das, was wirklich notwendig ist, um das Unternehmen zu erhalten und nutzen halt dann diese Gelddruckmaschine, um die Profitabilität deutlich zu steigern. Und genau das ist die Story. Und bis jetzt auf finanzieller Ebene funktioniert es relativ gut. Es kann natürlich sein, dass mit größeren Marktveränderungen dieses Playbook dann nicht mehr funktioniert. Man muss sagen, was aktuell, man könnte ja sagen, AI hätte jetzt diese Veränderung sein können, wo halt viele bisherige Softwareunternehmen zunehmend durch AI ersetzt werden, so wie es halt im SAS aktuell der große Narrativ ist. Im Consumer Software-Bereich scheint das noch nicht so der Fall zu sein, beziehungsweise natürlich, was sie auch gut gemacht haben, sie haben AI genutzt, um jetzt noch einmal effizienter zu werden, um mit KI-Automatisierung auch dann nochmal besser zu werden. Und das ist wahrscheinlich auch die Vision, die sie halt jetzt klar in Richtung Börse positionieren. Das, was sie machen, also diese Effizienzmaschine, das funktioniert nur noch besser, wenn es um KI geht. Also sie sind natürlich in einer guten Position, ein Private Equity Player zu werden, der Unternehmen kauft und radikal effizienter macht mit KI. Ich schätze, dass das wird da eine Rolle spielen, warum jetzt auch der Börsengang passiert ist, dass man da auch in die Breite reinstrahlen will. Und tatsächlich, wir haben das letzte Woche schon intensiv diskutiert. Jetzt kann man natürlich sagen, das ist scheiße, wenn du Unternehmen kaufst und dann gleich die Hälfte der Leute oder mehr herausschmeißt. Gleichzeitig für das Ökosystem sind es sehr wichtig, dass es Exit-Möglichkeiten gibt und für das Ökosystem ist es wichtig, dass das Geld zurückfließt, aber auch, dass die Leute halt dann, weil man muss schon auch sagen, also tatsächlich sind das ja super Leute, die jetzt gemeinsam was aufgebaut haben, die viel geschaffen haben und die vielleicht jetzt auch bei Tractive gar nicht mehr so diesen Hebel haben, dass sie unglaublich viel Neues schaffen können, weil Tractive läuft. Und ich habe, also es gibt immer Einzelschicksale, die dem nicht entsprechen, aber die meisten von denen werden kein Problem haben, super Jobs zu finden und hoffentlich werden auch einige dabei sein, die jetzt Startups gründen und damit die Zukunft der österreichischen Wirtschaft bauen und dadurch viel mehr auch Wert stiften für die Gesellschaft. Und das, glaube ich, ist ganz wichtig, dass man auf der Ebene auch darüber spricht und nicht nur, ja, da werden die Hälfte der Leute gleich abgebaut nach dem Exit und die Gründer sind wirklich, also das kann nicht die ganze Story.

SPEAKER_02

Das kann generativ sein. Ja. Stimmt. Und viele der, was ich auch gehört habe, ist, dass sie sehr gute Packages bekommen haben. Also anscheinend, ich habe das nur vom Hörn sagen, aber anscheinend wirklich ein Full Year, also bis ans Ende des Jahres quasi bekommt die Person noch Gehalt, ist ab sofort freigestellt und kann halt jetzt dann, ich meine, wenn du jetzt ein halbes Jahr Gehalt hast, du hast davor in einem richtig coolen Startup gearbeitet, Scale Up, hast das vielleicht von Anfang an mitbekommen, ist ja die perfekte Möglichkeit, dann selbst was zu gründen. Also das ist eigentlich so dieses Gründungsstipendium, von dem wir immer wieder reden, einfach mal so ein halbes Jahr Zeit zu haben, an deinen eigenen Ideen zu bauen, mit deinem ganz deinem bisherigen Gehalt schon auch eine coole Möglichkeit. Also schau mal, was daraus alles entsteht.

Markus

Sensationeller Zeitpunkt auch mit dem, was jetzt technologisch gerade passiert. Also genial.

SPEAKER_02

Ja. Was vielleicht noch ein Punkt ist, den du jetzt nur so im Vorbeigehen erwähnt hast, aber sie haben ja an der Nasdaq gelistet und die Lisa Fassel hat heute einen Post auch auf LinkedIn gesharrt, wo sie aufzeigt, dass im Endeffekt Europa nur 5,9% des ganzen globalen VC-Exitvolumens quasi captured. Ach, mein Denglisch tut mir sehr leid, einfängt. Also während quasi das Exitvolumen in Europa in 2025 bei 71 Milliarden gelegen ist, ist es in Nordamerika bei 681 Milliarden Dollar gelegen. Also es ist heftig und nicht im Vergleich zu dem Wert, der quasi in den Unternehmen geschaffen wurde. Es ist jetzt nicht so, dass nur 5% oder 6% der globalen Scale-ups in Europa sitzen. Ja.

Markus

Nein, das ist vollkommen recht. Das ist ein Delta, was wir schließen müssen, damit eben auch das Geld dann zurückfließt ins Ökosystem.

SPEAKER_02

Also es gibt einfach keine groß genug Börse in Europa, die diesen Bending Spoons-Exit auch hätte wirklich erfolgreich einfangen. Und da braucht es eine gemeinsame europäische Börse und es braucht generell einen Binnenmarkt, der funktioniert und von dem her auch eine EOINC, die funktioniert.

Markus

Ja, das sind großartige Schlussworte. Hanna, vielen Dank fürs Co-Hosten. Vielen Dank auch da draußen, euch da draußen fürs Mit dabeisein. Wir wünschen euch noch eine gute Woche und hören uns am Sonntag bei uns und Deep Dive.

SPEAKER_02

Ciao.