Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
Future Weekly Best Of: René Berger über Motorsport, Dot-Com Blase & smarte Investments
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Er hat die Dotcom-Blase von innen gesehen, Toto Wolff seit der Volksschule gekannt und nebenbei Nuki gebaut.
René Berger investiert seit 1999 in Technologieunternehmen. Damals gab es in Österreich fast niemanden, der das gemacht hat. Heute sitzt er im Board von Mercedes-AMG Petronas.
Ein Gespräch über Kapital, Timing und die Frage, warum Europa nicht mitspielt.
- Wie man ohne eigenes Geld ein Startup-Portfolio aufbaut
- Warum keines ihrer Unternehmen beim Platzen der Blase in die Luft geflogen ist
- Was ein Börsegang wirklich bedeutet und warum Timing alles ist
- Wie aus einem Management-Buyout in Graz die Nuki entstanden ist, heute europäischer Marktführer bei Smart Locks
- Shazam, das sie 1999 abgelehnt haben, und warum das im Nachhinein richtig war
- Warum Europa im Wettbewerb zwischen USA und China strukturell klemmt
Learning: Wir waren nur erfolgreich, wenn wir in Control waren.
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly und bei einer weiteren Episode unserer Sommerserie, The Best of der letzten Jahre. Und da darf natürlich eine Episode nicht fehlen und das ist Nummer 395 mit René Berger. Der René Berger hat nämlich in Startups investiert lange bevor das überhaupt cool geworden ist. Vielleicht war es damals schon ein Mikrokosmos cool, aber nämlich seit 1999. Der hat natürlich dann die Dotcom-Blase sehr am eigenen Leib miterlebt, ist da relativ gut durchgekommen, weil Substanz da war. Und was die Folge auch sehr spannend macht, er und Tote Wolf sind mit acht Jahren schon gemeinsam mit dem 14er in Wien in die Schule gefahren und sind bis heute die engsten Freunde. Und ja, er sieht deshalb auch im Board von Mercedes in der Formel 1, kann da einige Anekdoten auch erzählen, aber auch eben aus seiner Venture-Schmiede, die er mittlerweile gebaut hat, wo einige erfolgreiche Unternehmen hervorgegangen sind und vielleicht auch ein spannendes Learning, das er teilt und ich schon vorwegnehmen kann. Sie waren immer dann erfolgreich, wenn sie Control waren, also einfach nur Finanzinvestoren und dann nichts tun. Das hat sich für sie nie ausgezahlt. Und genau das ist auch sehr unternehmerisch. Timing war 2024, das immer im Hinterkopf behalten. Sie ist schon eine Weile her, aber das meiste, was davor kommt, stimmt heute auch noch. In diesem Sinne Future Weekly. Here we go. Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly, dem Startup Podcast. Heute mit mir Markus und weil DeepDive Tag ist mit einem großartigen Gast und das ist heute der René Berger. Hallo René. Hallo. Wir freuen uns sehr, dass du mit dabei bist und wir starten traditionell mit einem kurzen Blick auf LinkedIn und da steht René Berger, Managing Partner Next March, Boardmember Mercedes-AMG Petronas Formel 1. So, jetzt erzähl einmal, was macht NextMarch und wie schaut dein Alltag als Boardmember beim Formel 1-Thema aus?
SPEAKER_03Next March ist die österreichische GmbH, die Toto und ich gemeinsam 2007 gegründet haben. Das ist die Nachfolgefirma von March 16 und davor March 15, mit der wir im Jahr 1999 begonnen haben, in Technologie-Startups zu investieren. Sozusagen eine Fortführung dieser Zusammenarbeit. Das Unternehmen Next March gehört mittlerweile eigentlich mir, aber es ist nach wie vor eine sehr, sehr große Nähe zum Toto vorhanden. Und das Unternehmen hätte ursprünglich als eine Art Holding dienen sollen. Der Toto hat dann Österreich relativ bald verlassen wieder. Und dadurch haben wir als Holding bzw. Investment Vehicle andere Gesellschaften. Und die Next March ist die Beratungsgesellschaft für die verschiedenen Investment Vehikel.
MarkusDas heißt, du hast in Startups investiert, wahrscheinlich früher als fast alle anderen in Österreich. Wir haben, glaube ich, schon ein paar Mal im Podcast Leute gehabt, die da so mit dieser ersten Startup-Welle groß geworden sind und dann in den 10er Jahren als Investoren dann die nächsten Schritte gemacht habt. Ihr seid quasi noch eine Generation früher mit dabei gewesen. Ihr habt es damals in die Oliver Hollis dieser Welt zum Beispiel investiert.
SPEAKER_03Ich habe in die Oliver Hollis investiert, wir haben in den Oliver Holle investiert, im Jahr 199. Damals in die Sisis, die dann später als Three United verkauft wurde. Wir haben damals in Jovut investiert, wir haben in Solf Direct investiert, wir hatten in den Astronaut investiert, in SMS-AT, das dann als UCP mehrmals veräußert wurde. Die SMS-AT haben wir dann wieder zurückgekauft, 2011 glaube ich. Also ja, wir waren in der aller allerersten Welle als Investoren dabei. Primär, weil wir keine eigenen guten Ideen hatten und uns mehr auf der finanziellen Seite zu Hause gefüllt haben.
MarkusLass uns einen Sprung zurückmachen. Denk mal an den kleinen René. Als der kleine René in der Schule war, war da schon irgendwie ein Bezug zum Thema Technologie, war da ein Bezug zum Thema Investieren? Wolltest du damals schon dich beruflich in diese Richtung entwickeln?
SPEAKER_03Nein, überhaupt nicht. Meine Berufspläne, wenn man es Pläne nennen kann. Zu dem Zeitpunkt war an sich der Familientradition folgend, dass ich Arzt werde. Das habe ich dann nicht gemacht, bin Jurist geworden, habe dann sehr politiknahe gearbeitet und habe dort im Jahr 1997, glaube ich, war es, einen Kongress mitorganisiert für die Stadt Wien, der hieß Global Village, wo damals die gesamte Technologieszene der Stadt Wien präsentiert hat. Das war eigentlich mit dem Thema Technologie mein erster direkter Kontakt, abgesehen davon, dass ich während meinem Studium im Jahr 1993 meinen Apple Computer mit einem Freund über die Telefonleitung und ein Modem kurz geschlossen habe und ganz fasziniert war von der Möglichkeit, dass ich seinen Bildschirm sehe und bearbeiten kann. Dann habe ich ein bisschen HTML programmiert, bin in dem Unternehmen, wo ich war, so etwas wie ein Systemadministrator gewesen. Und dann wirklich in dem Bereich Investment bin ich eigentlich durch den Toto wiedergekommen.
MarkusWie kam der Sprung von der Vision des Arztes hin zum Juristen? Was hat dich da geleitet?
SPEAKER_03Das ist eine relativ schwierige Frage, auf die ich eigentlich selber erst vor nicht allzu langer Zeit eine Antwort gefunden habe. Es war wahrscheinlich, dass ich nicht der Sohn von sein wollte. Mein Vater ist ein relativ bekannter und reputierter Kinderneuropsychiater. Und ich habe das Risiko gesehen, dass ich sozusagen als Sohn von die ersten 25 Jahre meines Berufslebens verbringen könnte. Und ich wollte auch aus Wien weg und habe dann in Frankreich einmal begonnen, Just zu studieren. Und habe mich dann dort verliebt und bin dann dort geblieben. Und dann habe ich mein ganzes Just-Studium dort gemacht und ein Europarechtsdoktorat in Frankreich. Ja, und dann war ich von der Medizin schon sehr, sehr weit weg.
MarkusDu hast ja gemeint, der Toto, der Toto Wolf, hat dich zum Investieren gebracht. Du hast vorher schon ein bisschen den Zugang zur Technologie gehabt. Wann hast du denn Toto kennengelernt und wie?
SPEAKER_03Toto habe ich kennengelernt. Ich weiß nicht, wenn wir sechs oder sieben Jahre alt waren in der Schule. Wie wir acht waren, waren wir Nachbarn in Pötzleidsdorf. Sind jeden Tag mit der Straßenbahn mit 41er gemeinsam in die Schule gefahren. Haben dann begonnen, zusammen im Winter und im Sommer auf Urlaub zu fahren. Waren sozusagen beste Freunde und sind das bis heute. Von dort rührt auch dieses Vertrauensverhältnis her, das wir haben und das in der Art, wie wir zusammenarbeiten, die Grundlage ist.
MarkusUnd dieser Schritt dann ins Investieren, zu einer Zeit, wo das ja wirklich quasi noch niemand in Österreich gemacht hat. Was war die Hypothese, die ihr damals gehabt habt? Warum habt ihr daran geglaubt, dass das ein kluger Schritt ist?
SPEAKER_03Ja, dass das niemand gemacht hat, stimmt nicht. Es hat Venture Capital Firmen gegeben, wie Global Equity Partner aus dem Michideuner, der mit B-Win damals erfolgreich war. Es hat die GoEquity gegeben, die auch einige Early Stage Finanzierungen gemacht hat. Der Unterschied zwischen denen und uns war, dass wir keinen Fonds gerased haben, weil wir nicht other people's money ausgeben wollten. Eigenes Geld haben wir nicht gehabt. Das heißt, wir haben Unternehmen gesucht, die eine für uns tolle Equity Story hatten und haben ihnen angeboten, sie sollen sich aufs Produkt und aufs Marketing konzentrieren und wir kümmern uns darum, dass sie die richtige Shareholder-Struktur haben. Und wenn wir das so hinbekommen mit den Valuations, wie wir es ihnen in Aussicht stellen, dann dürfen wir günstig in diese Unternehmen investieren. Das hat dazu geführt, dass wir ohne Geld ein schönes Portfolio von Startups dann hatten. Und dadurch natürlich Multiples erreichen konnten, die unmatched sind, da wir so gut wie nichts ausgegeben haben, war das eine sehr vorteilhafte Situation.
MarkusQuasi investieren ohne Geld. Es war eine Zeit, wo der große Dot-Com-Hype dann auch quasi am Höhepunkt war und dann irgendwann auch diese Blase geplatzt ist. Wie habt ihr das erlebt?
SPEAKER_03Wir haben das mit Schrecken aus Amerika rüberschwappen gesehen. Es ist in Österreich, Deutschland etwas später angekommen. Wir haben noch zwei Börsengänge gemacht, die Sisis und Jovot. Das war dann schon Juni 2000. Da ist die Blase an sich schon geplatzt gewesen, aber wie gesagt, in Europa ein bisschen später. Und wir haben dann auch nur noch in Solve Direct investiert, die später im Portfolio von Cisco gelandet sind. Martin Bittner, das ist wahrscheinlich auch ein Begriff, war das CEO und Gründer. Und wir haben an sich auch schon damals in Unternehmen investiert, die ein Geschäftsmodell hatten, die ein Produkt oder eine Dienstleistung hatten, mit der sie einen Umsatz erzielt haben. Und dadurch ist keines der Unternehmen, bei denen wir investiert waren, wo wir Shareholder waren, in die Luft geflogen, vereinfacht gesagt. Dadurch hatten wir die Möglichkeit, unser Portfolio zwischen Sommer 2000 und Ende 2002, 2003 abzuverkaufen, zu durchaus guten Bewertungen, weil eben Substanz da war. Rundherum war es natürlich ein sehr, sehr großes Learning, dass das, was alle geglaubt haben, was die neue Realität ist, dass auch die neue Realität Umsätze und Cashflows braucht. Das haben wir damals gelernt. Und das war dann auch eine Grundlage unserer weiteren Investmenttätigkeit.
MarkusAlso du hast einen Fokus auf Cashflow-positive Unternehmen, die die Substanz mitbringen. Glaubt ihr, dass.
SPEAKER_03Entschuldige, wenn ich darunter breche, nicht auf bereits Cashflow-positive Unternehmen, weil wenn man so im Early Stage investiert, wie wir damals investiert haben, dann waren die natürlich noch nicht Cashflow-positiv, aber sie hatten ein Produkt, das Cashflows generiert hat. Und wenn man wächst und ein Produkt hat, das grundsätzlich Cashflows generiert und bei den Kosten nicht verrückt in Marketing investiert, dann wird es irgendwann einmal positiv. Es hat bei uns auch in Portfoliounternehmen gegeben wie eine U-Boot zum Beispiel, Teil der UCP, hat damals die Deutsche Telekom gekauft um die 50%. Da wurde wahnsinnig viel Geld in Deutschland ins Marketing investiert und das Geld war weg. Und U-Boot hatte zwar im Jahr 2001, glaube ich, 6 Millionen User, war so etwas wie Facebook vor der Zeit, aber hat halt keine Cashflows generiert und hat es dann auch nicht überlebt.
MarkusWar das etwas, wo ihr in den Unternehmen Einfluss genommen habt, dass dieser Fokus auf Umsätze da war? Oder war das eher so, dass ihr da einen Bias hattet, weil ihr gewisse Gründer vielleicht auch identifiziert habt, die vielleicht einen Hang zu Umsetzen hatten?
SPEAKER_03Ich glaube, die Realität war, dass unser Fokus war, Geschäftsmodelle zu identifizieren, die man im nächsten Schritt professionellen Finanzinvestoren, sprich Fondsmanagern anbieten kann. Und die hatten immer schon einen Fokus auf Cashflow. Wenn man einen Analysten damals von, weiß nicht, der Meinelbank damals, Mateca oder von Union in Deutschland oder der Deutschen Bank gegenüber saß, die haben schon gefragt, woher kommen denn die Cashflows bei dem Unternehmen. Und daraus hat sich das eigentlich ergeben, dass wir gesagt haben, wir brauchen Unternehmen, die ein bestimmtes Profil haben, um in der Folge Investoren dafür finden zu können. Uns war damals natürlich bewusst, dass etwas wie Amazon in Europa, wo man sagt, man hat 15 oder 20 Jahre Verluste und keinen positiven Cashflow, dass das mit der europäischen Mentalität der Eigenkapitalfinanzierung und Fremdkapitalfinanzierung nicht zusammengeht.
MarkusSiehst du da Parallelen zu der Situation aktuell?
SPEAKER_03Nein, ich glaube, dass der Großteil der Unternehmen, die heute finanziert werden, im Prinzip ein Produkt für einen Markt entwickeln, dass nicht mehr ausschließlich Klicks verkauft werden, die möglicherweise keinen Umsatz generieren. Da hat sich schon was verändert grundsätzlich, auch im Mindset der Frühphaseninvestoren. Dass Frühphaseninvestitionen immer ein hohes Risiko beinhalten, ist natürlich nach wie vor klar. Man weiß nicht, ob das Unternehmen mit dem Produkt am Markt Erfolg haben wird, so wie es sich am Anfang das Gründer-Team vorstellt.
MarkusDu hast gesagt, ihr habt euer Portfolio dann abverkauft zu guten Valuations. Was war dann für dich persönlich der nächste Schritt?
SPEAKER_03Ich persönlich bin dann zur AT ⁇ S gegangen, als Investor Relations Manager zuerst. Dann bin ich für die Gesamtkommunikation vom Konzern zuständig gewesen. Die AT ⁇ S war damals im Tech-Tax notiert. Und das hat mir Riesenspaß gemacht. Ich habe dort den Harald Sommerer kennengelernt. Das war mein direkter Chef als damals Finanzvorstand. David Dörflinger war CEO. Ich war Pressesprecher, war zuständig für die interne Kommunikation und bin kreuz und quer durch die Welt auf Roadshows bei den Investoren und bei den Analysten gewesen. Und habe sehr viel gelernt und habe da sehr, sehr viel Spaß gehabt damals. Hab das viele Jahre gemacht.
MarkusSprung aus der Investorenrolle zurück in eine Operating-Rolle. Wie war das? Du hast jetzt schon gemeint, es hat viel Spaß gemacht, trotzdem quasi dann wieder jemanden zu haben, an dem man reportet. Hast du das positiv wahrgenommen, weil eben wieder was lernen oder war das schon etwas, wo du die Flexibilität, die du vielleicht auch als Investor hattest, abgegangen ist?
SPEAKER_03Ich hatte nämlich das Gefühl, dass ich jemandem reporte in dem Sinn. Also eine Zusammenarbeit. Ich bin mit Harald Sommerer durch die Welt geflogen. Wir haben gemeinsam die Quartals- und Jahresberichte gemacht, wir haben die Hauptversammlungen vorbereitet, wir haben die interne Mitarbeiterkommunikation gemacht. Es war Gott sei Dank nicht so ein Hierarchieverhältnis, wie das in großen Konzernen sehr, sehr oft der Fall ist. Deswegen habe ich das nicht so erlebt, sondern ich hatte auch dort meinen Bereich, für den ich verantwortlich war. Und solange die Ergebnisse gepasst haben, war es in Ordnung.
MarkusDanach kam dann next March.
SPEAKER_03Danach kam next March. Unser Toto hat damals in dieser Zeit, wo ich bei der AT ⁇ S war, die March 16 gestartet, hat aber daneben ein Fahrermanagement betrieben und hatte einige sehr vielversprechende junge Rennfahrer unter Vertrag, unter anderem dem Bruno Spengler, der später mal DTM-Meister geworden ist. Mit dem Bruno Spengler am Weg zur DTM ist er beim Hans Werner Aufrecht gelandet. Hans Werner Aufrecht ist das A von AMG. Der hat der AMG an damals Daimler verkauft und haben abgespalten die HWA für Hans Werner Aufrecht. Und die HWA hat die Formel-3-Motoren für Mercedes produziert, hat die Sonderfahrzeuge, zum Beispiel die Le Mans-Rennwagen, produziert und hat die gesamte DTM gemacht. Und der Toto hat die Möglichkeit bekommen, bei der HWA zu investieren. Wir haben die HWA dann im Juni, glaube ich, Juni 2007, in Frankfurt an die Börse gebracht. Und mit diesem Projekt bin ich wieder in die Zusammenarbeit mit dem Toto gegangen.
MarkusGab es bei dir auch schon immer eine Leidenschaft für den Motorsport oder kam das eher vom Toto?
SPEAKER_03Das kam eindeutig vom Toto. Ich habe zwar immer gerne Formel 1 im Fernsehen geschaut, aber ich bin kein Patrolhead, wie man sagt, grundsätzlich. Diese Leidenschaft ist auch, sag ich mal, bis heute jetzt nicht mein totales Hobby. Ich habe eine Nähe dazu entwickelt. Es macht mir Spaß, mit Autos zu fahren auf einer Rennstrecke. Ich bin aber noch nie an Rennen gefahren. Es ist schön, ein tolles Auto oder auch mal eine Formel 4 am Limit zu bewegen. Also an meinem Limit. Ich bin mit dem Ali Questa zum Beispiel im gleichen Auto gefahren. Der hat mir am Red Bull-Ring, glaube ich, fünf Sekunden oder sieben Sekunden gegeben pro Runde. Das heißt, das ist bei Weitem nicht mein Limit, das Limit vom Auto. Und deswegen ist es auch sehr, sehr gut, dass ich dort nicht eine wirkliche Passion habe, weil ich wäre viel zu langsam, weil ich gehe kein Risiko ein, wenn ich Auto fahre.
MarkusAber scheinbar eben dann doch da. Nicht nur scheinbar, ich glaube, das ist sehr klar ein sehr gutes Investment gemacht in dem Bereich dann. War das für dich damals schon absehbar, dass dich grundsätzlich jetzt die Formel 1, aber grundsätzlich auch der Motorsport so entwickeln wird, dass man da dann wirklich viel Geld verdienen kann? Oder hat es da Überzeugungsarbeit auch gebraucht vom Toto?
SPEAKER_02Ehrlich gesagt ging es da immer um die Passion von Toto.
SPEAKER_03Der Toto hat mir in der Küche von der March 5 Team im Jahr 2000 gesagt, irgendwann werde ich Eigentümer von einem Formel-1-Team sein. Und ich habe mir gedacht, ja, ja, natürlich, klar. Dann kam die HWA. Mit der HWA sind wir sozusagen auf die wirtschaftlich-finanzielle Seite auch vom Motorsport gekommen, haben gesehen, da gibt es ein Unternehmen, das macht schöne Gewinne, hat tolle Margen. Das kann man an die Börse bringen. Da konnten wir dann unsere Erfahrung vom Kapitalmarkt, von Börsegängen, mit der Leidenschaft vom Toto für Motorsport. verbinden und dann ist eines zum anderen gekommen dann hat der frank williams den toto als shareholder wollen dann haben wir bei Williams investiert im Jahr 2009 haben das Unternehmen 2011 auch in Frankfurt an die Börse gebracht weil der Frank Williams damals den Rennstall von den Automobilherstellern unabhängig machen wollte weil zuvor BMW mit Motto und Hauptsponsor sich verabschiedet hat und er wollte die Möglichkeit haben, rasch auf Kapital zuzugreifen, falls das notwendig ist. Der Toto ist dann durch einen Zufall mehr oder weniger Team Principal von Williams geworden. Wir haben 2012 in Pastor Maldonado in Barcelona ein Rennen gewonnen. In der Mercedes-Familie waren wir sozusagen durch die HWA schon drinnen. Und dann kam der nächste Schritt sozusagen die Möglichkeit, beim Mercedes-Rennstall einzusteigen, die zu dem Zeitpunkt Schwierigkeiten hatten.
MarkusHast du schon gemeint, okay, ihr habt einige Unternehmen an die Börse gebracht. Was sind da deine größten Learnings auch? Also worauf kommt es da wirklich darauf an? Weil ich weiß, es gibt auch einige Startups in Österreich, die jetzt gerade vor dem Schritt stehen. Was würdest du denen auch mitgeben?
SPEAKER_03Dass man sich einen Börsegang sehr, sehr gut überlegen muss, weil sobald man öffentlich notiert ist und Shareholder hat, die man auch nicht kennt, hat man einen bestimmten Transparenzansatz zu verfolgen, was nicht in jedem Unternehmen leicht ist. Diese Transparenz kann hinderlich sein fürs Geschäft. Diese Transparenz kann auch sehr schmerzhaft sein, weil wenn man schlechte Ergebnisse hat, weiß das sofort jeder. Das heißt, es ist ein Schritt, den man sich sehr, sehr gut überlegen sollte. Und wenn man an die Börse geht, dann sollte man einen guten Grund dazu haben. Das kann natürlich sein, dass man frisches Geld aufnimmt, um eine Expansion oder um eine Akquisition zu machen. Man darf an der Börse keine Märchen erzählen. Das fliegt einem immer um die Ohren. Das ist das Wichtigste, glaube ich. Was wir auch gelernt haben, ist, es geht sehr, sehr stark ums Timing. Man kann mit dem besten Unternehmen, wenn das Window gerade nicht offen ist, nicht an die Börse gehen. Und man kann mit einem deutlich schlechteren Unternehmen im nächsten offenen Window an die Börse gehen mit einer tollen Bewertung.
MarkusDas Investment dann in Mercedes? Das ist ein unglaublich erfolgreiches Investment, auch deshalb, weil die Formel 1 in der Zwischenzeit einfach als Marke und auch von der Kapitalisierung ein ganz anderes Level erreicht hat. Auch durch den Einstieg von neuen Eigentümern, die die Vermarktung professionalisiert haben. Oder was vorher schon professionell, aber sicher nochmal auf ein anderes Level gebracht haben. War das etwas, was für euch damals absehbar war, dieses ungenützte Potenzial, auch besonders im amerikanischen Markt, oder ist das etwas, wovon ihr profitiert habt, was ihr aber so nicht kommen habt erzählen?
SPEAKER_03Nein, so kommen haben wir es nicht gesehen. Das wäre verloben, zu sagen, wir haben da im Jahr 2009, wie wir bei Williams gesessen sind, gewusst, die Formel 1 ist in 15 Jahren ein ganz anderes Geschäft. Es haben damals die Teams ja kein Geld verdient. Das ist ja erst tatsächlich jetzt seit drei Jahren, vier Jahren mit dem Costcap gekommen, dass auf der einen Seite die Attraktivität gestiegen ist und auf der anderen Seite die Teams nicht mehr alles ausgeben können, was sie einnehmen, damit das Auto schneller wird. Und dadurch ergibt sich einfach eine Profitabilität, die es vorher nicht gegeben hat. Was aber nicht heißt, dass nicht vorher schon sehr viel Geld in der Formel 1 war. Was ist die Formel 1? Die Formel 1 ist an sich, wenn man sich nach heutigen Maßstäben anschaut, ist es Content. Es ist Content, der produziert wird, es ist Sport Content, es ist über Netflix, Drive to Survive, ist es noch mehr Content als Sport. Ich kann mich erinnern, wir waren ja in der ersten Saison nicht dabei, Ferrari auch nicht. Und irgendwie ist uns da klar geworden, das ist sowas wie Kardashians. Da werden einfach Personen dargestellt, Charaktere, Geschichten erzählt. Das ist wirklich reiner Content. Und das haben wir nicht vorhergesehen, aber wir haben ein Setup im Team gehabt und haben es auch jetzt, dass wir davon gut profitieren konnten. Das liegt natürlich auf der einen Seite an der Attraktivität von einem Lewis Hamilton. Der Doto ist, glaube ich, auch nicht ganz unattraktiv, was Netflix und Social Media betrifft. Und dadurch haben wir auch natürlich das Glück gehabt, dass diese Entwicklung uns sehr entgegengekommen ist. Aber von der Idee, dass Formel 1 generationsübergreifend Leute begeistern kann, von dieser Idee waren wir immer überzeugt.
Markus2012 habt ihr dann ein weiteres Unternehmen gegründet und finanziert, nämlich die Up to 11. Wie war da die Entstehungsgeschichte?
SPEAKER_03Hinter der Up to 11 stehen der Jürgen und der Martin Pansee. Der Jürgen Pansee ist das Urgestein der SMS-AT. Den kennen wir aus dem Jahr 1999 und waren immer beteiligt an dem Unternehmen und er auch. Der Martin Pansi ist ein kleiner Bruder, der hat dann die Geschäftsführung übernommen, wie SMS-AT Teil vom italienischen Konzern Bongiorno war. Bongiorno selbst wurde an Entity Docomo verkauft. Also das war der Plan, ist dann auch so gekommen. Und da hat es dieses kleine Unternehmen in Graz gegeben, das im höheren einstelligen Millionenbereich Umsatz gemacht hat anders profitable. Mit SMS, damals Banktanz, Unwetter SMS, die Nachrichten von Zahnarzt und von der Werkstatt aufs Telefon, dass das Auto fertig ist or that the Kapsel für den Mund fertig ist. And damit haben die ein sehr, sehr schönes Geschäftsmodell gehabt. And wie Entity Docomo das verkaufen wollte, hat das nicht reingepasst. Also Entschuldigung, wie Bonjourner das verkaufen wollte, hat das für Entity Dokomo nicht hineingepasst. Und deswegen hat es die Möglichkeit gegeben, ein Management-Biout dort zu machen. Und ganz natürlich ist der Jürgen, den wir eben schon lange kannten, mit Martin zum Toton zu mir gekommen und hat gefragt, ob wir uns finanziell uns beteiligen wollen an diesem Management-Biout, was wir da auch gemacht haben. Und die Idee war, die Gewinne, die SMSat gemacht hat, zu nützen, um wieder in Startups zu investieren. Dafür haben wir sozusagen ein Holding drüber gesetzt, die Up to 11, und wollten damit investieren. Wir haben uns vieles angeschaut, es war nichts dabei, was uns gefallen hat. Das Geld aus dem positiven Cashflow der SMS.at war vorhanden. Also haben wir gesagt, dann machen wir selber was und haben die Nookie gegründet. Und neben der Nuki oder ein Jahr nach der Nuki, zwei Jahre nach der Nookie, haben wir dann InstaHelp noch gegründet. Und haben sozusagen als Idee einen Company-Bilder dort gemacht. Da beide Unternehmen sehr erfolgreich sich entwickeln, haben wir dann unsere Kapazitäten darauf fokussiert, diese beiden Unternehmen zu entwickeln. Und die Noki ist heute Marktführer in Europa für Smart Logs, macht irgendwo um die 50 Millionen Umsatz. Die Insta-Help ist wahrscheinlich heuer oder knapp zweistellig im Millionenumsatz, um die 10 Millionen, ist profitabel. Es sind sehr, sehr schöne Unternehmen, die wir gemeinsam mit den beiden Pansies entwickeln konnten durften. Es gibt noch einen dritten Pansi-Bruder, der ist Softwareentwickler und CTO von der InstaHelpf. Der Jürgen ist Chief Product Officer von Nuki und der Martin ist der CEO von der Nuki. Und es ist ein absolutes Vergnügen, mit denen zusammenzuarbeiten, weil das ist ein Team dort in Graz bei beiden Unternehmen, das unternehmerisch und managementtechnisch wirklich ganz, ganz vorne dabei ist.
MarkusDu hast gemeint, ihr wollt jetzt eigentlich investieren, habt aber dann nichts gefunden und deshalb dann quasi selbst gegründet. Was hat euch gefehlt damals? Also was warum habt ihr nichts gefunden?
SPEAKER_03Hat uns nicht getriggert, was wir gesehen haben. Man weiß ja nicht, es gibt ja viele Unternehmen, die wir uns angeschaut haben, die sich dann auch toll entwickelt haben. Ich habe eine schöne Geschichte immer im Kopf, das war Shazam. Shazam war lange vorher, die waren 99 oder 2000 bei uns bei der March 15. Und wir haben es nicht gemacht. Wir haben noch dazu ich abgeschossen, das Projekt damals. Einfach weil ich habe die Entwicklung nicht gesehen. Damals hat es keine Bandbreite gegeben, damals haben die Mobiltelefone noch nicht so die Musik gespielt wie heute. Und Gott sei Dank haben wir es nicht gemacht, weil wir hätten nie 10, 12 Jahre durchgehalten als Investoren und Geldgeber, bis das Unternehmen positiv wird. Ein Unternehmen muss zu den Investoren passen. Und das war halt nichts dabei, was uns zu dem Zeitpunkt uns allen vieren gefallen hat.
MarkusHast du schon angesprochen, dass ihr da ein großes Vertrauensverhältnis auch zu den beiden Panshbrüdern oder den drei Pansehbrüdern habt. Was macht dieses Vertrauensverhältnis aus? Was macht sie zu guten Gründern auch?
SPEAKER_03Ich glaube, dass Ehrlichkeit anderen gegenüber, aber vor allem sich selber gegenüber das Relevanteste ist. Dass man anderen nicht erzählt, dass man selber gar nicht schuld ist und dass das eigentlich alles eh in Ordnung war und durch irgendwelche externen Gründe was nicht funktioniert hat, noch viel wichtiger ist, dass man sich nicht selber in die Tasche lügt. Wenn man einen Fehler gemacht hat und den nicht analysiert und sich den nicht eingesteht, dann würde man ihn wahrscheinlich noch einmal machen. Und wir kennen uns einfach wahnsinnig lang und wir sind immer ehrlich zueinander gewesen. Und ich glaube, daraus ergibt sich eine Grundlage für die Zusammenarbeit, die notwendig ist. Und was haben die zwei? Der Jürgen ist ein grenzgenialer Produktentwickler, ein Techniker, der aber auch ein globaleres Verständnis hat als nur ein Technik-Nerd zu sein. Der Martin ist jemand, der ein Unternehmen von keinem Umsatz auf 60 Millionen, 50 Millionen managen kann, mit allem, was dazugehört, eineinhalb Jahre vorher sich überlegen, wo stehe ich dann? Was brauche ich für eine Unternehmensstruktur, um dieses Wachstum schaffen zu können. Ich meine, wir haben mit der Nuki im Consumer Electronics Bereich aus Österreich heraus oder aus dem Dachraum heraus ein Produkt zuerst gebaut und dann verkauft, das in Europa Marktführer ist. Und allein das spricht schon für diese Jungs. Wir sind im Prinzip aktive Aufsichtsräte. Also wir sind Sparring-Partner, ich habe immer wieder geholfen bei den rechtlichen Themen, bei den Verhandlungen mit externen Investoren oder bei den Finanzierungsrunden. Aber das operative Geschäft haben dort die Pansis gemacht.
MarkusDu hast ja schon vorher gesagt, grundsätzlich war der Plan, dann quasi einen Company Builder zu bauen. Es ist jetzt aber bei zwei Unternehmen geblieben. Gleichzeitig muss man auch sagen, ihr seid wahrscheinlich trotzdem der erfolgreichste Company Builder, der wirklich Company Building macht in Österreich. Die nicht Consulting machen, sagen wir so. Wenn du jetzt so in die Zukunft blickst, ist das schon etwas, wo ihr sagt, vielleicht kommen da in Zukunft noch weitere Unternehmen dazu. Oder seid ihr eigentlich happy mit den zwei Companies jetzt?
SPEAKER_03Derzeit sind wir happy mit den zwei Companies, aber ich würde nicht ausschließen, dass wir in der Struktur in fünf Jahren wieder was machen. Ob das was eigenes ist, ob das ein Investment ist, dass wir gemeinsam mit der Struktur machen, ist alles möglich.
MarkusGlaubst du grundsätzlich an das Modell von Company Building? Also dass man eine Holding hat, die dann nach und nach Companies rausbindt?
SPEAKER_03Ich glaube nur bedingt daran. Warum bedingt? Weil in dem Moment, wo man einen Company Builder hat, passt man nicht mehr in den klassischen Finanzierungsweg mit Angel Venture Finanzierung, Private Equity. Man hat viel zu viele Anteile selber. Das operative Management hat nicht die 80% Anteil, die es für einen VC braucht. Das heißt, das ist ein anderer Weg. Ich glaube sehr wohl, dass man in einer Holding-Struktur, nennen wir es von mir als Company Builder, sehr gute Unternehmen entwickeln kann. Wenn man diesen auch Hochrisikoweg des Venture Capitals und Private Equity gehen möchte, ist als Startpunkt der Company Builder wahrscheinlich nicht das Richtige.
MarkusDu hast vorher gesagt, dass für euch klar war, dass Amazon mit dem Modell, dass man da 20 Jahre lang keinen Profit erwirtschaftet, sondern nur auf Wachstum, Wachstum, Wachstum setzt, dass das in einem europäischen Markt nicht funktioniert hätte, aufgrund der europäischen Mentalität und auch der Eigenkapital, der Kapitalstruktur der europäischen Wirtschaft. Jetzt muss man aber auch sagen, genau das ist auch der Grund, warum die amerikanische Wirtschaft in den letzten 20 Jahren dreimal schneller gewachsen ist als die europäische. Siehst du da irgendwie Hoffnung für Europa, dass man das ändern kann?
SPEAKER_02Glaube ich nicht.
SPEAKER_03Ich glaube schon, dass es tolle Unternehmen gibt, die auch durchaus global erfolgreich sein können, die aus Europa heraus sich entwickeln. Im Zweifelsfall werden die Amerikaner dann irgendwann zuschlagen und es kaufen mit sehr hohen Bewertungen. Aber es gibt zum Beispiel Unternehmen wie Dr.Lib in Frankreich, Deutschland, die ganz hervorragend sind, die sehr schnell und gut wachsen. Aber etwas wie Amazon oder auch Tesla, ich meine, wer würde sich trauen, mit 300 Millionen Geld in Europa ein globales Automobilunternehmen zu gründen. Da muss man Elon Musk sein und die Investoren über ein Jahrzehnt bei der Stange halten, mit der eigenen Vision so weit faszinieren, dass das funktioniert. In Europa haben wir ein Problem, dass wir sozusagen einen für Wachstum ungesunden Mix aus Eigenkapital- und Fremdkapitalkultur haben, während die amerikanischen Kapitalgeber Unternehmen über 10 oder 15 Jahre finanzieren, auch wenn es Verluste macht. Und auf der anderen Seite die Chinesen Kredite von den Staatsbanken bekommen, wo keiner weiß, ob die je zurückgezahlt werden. Und die fahren den europäischen Unternehmen mit Riesenfabriken um die Ohren. Und wir Europäer haben einfach nicht die Kapitaldecke, um global hier mitzuspielen. Und das sieht man ja bei der Entwicklung des Industriestandortes. Bei uns muss dann alles über Europa finanziert werden. Gut, ich meine, natürlich ist das auch Geld, aber ob das professionelle Investoren sind, die die gleiche Qualität haben wie amerikanische Private Equity Gesellschaften oder so viel Geld hergeben wie chinesische Banken Kredite für Riesenfabriken, sei dahingestellt.
MarkusDu hast jetzt schon gezeichnet, auf der einen Seite China, auf der anderen Seite USA und irgendwie Europa ein bisschen dazwischen zerquetscht. Wenn du jetzt wirklich vollen Gestaltungsspielraum hättest, was müssten wir in Europa tun, damit wir wieder wettbewerbsfähiger sind?
SPEAKER_03Naja, auf der einen Seite kann man sagen, es ist relativ einfach zu sagen, was muss man tun, um wettbewerbsfähig zu sein. Man muss die Lohnkosten runterbekommen, man muss die Produktivität hinaufbekommen und man muss gut ausgebildete ausgebildete Mitarbeiter haben, die Innovation im Unternehmen treiben und die finanziellen Mittel und diese Innovation dann auch in die Gänge zu bringen. Mit all dem, was ich jetzt gesagt habe, das ist ja keine Rocket Science, Thema Lohnkosten runter, ja natürlich, aber wir haben hier in Europa gleichzeitig ein Sozialmodell, das der Idee der niedrigen Lohnkosten, sprich eventuell auch niedrigen Gehälter, diametral gegenübersteht. Und ich bin sicher niemand, der sagt, wir sollen die Lohnkosten dermaßen senken, dass wir wettbewerbsfähig mit China sind. Wir müssen, glaube ich, auf Bildung setzen in Europa. Wir müssen auf Kapitalmärkte setzen. Das heißt, wir müssen auch zumindest Risikokapital in irgendeiner Form steuerlich begünstigen. Und wir müssen investieren in technologische Entwicklung. Und wir müssen, insbesondere auch in Österreich, die Fehlerkultur verändern. Fehler werden gemacht, Fehler darf man machen. Aus Fehlern lernt man viel mehr als aus Erfolgen. Das wissen alle Leute, die in der Wirtschaft tätig sind, die Fehler gemacht haben. Und das weiß jeder Sportler.
SPEAKER_00Superspannend.
MarkusDanke für diesen wirklich spannenden Blick hinter die Kulissen deiner Reise. Wenn du jetzt dazu drauf zurückblickst, was ist dein größtes Learning?
SPEAKER_03Mein größtes Learning ist, dass der Toto und ich, und wir sind sozusagen eine Art zwei Seiten von derselben Medaille. Wir ergänzen uns. Deswegen rede ich von uns beiden in dieser Kombination. Wir waren immer nur erfolgreich, wenn wir etwas gemacht haben, wo wir in uns selbst investiert haben, wo wir in irgendeiner Form Einfluss nehmen konnten auf das, was passiert. When we investiert haben as reine Finanzinvestoren, is this not so good offgang as when we in iron form in control were from what we did. So in Österreich would not say, in Wahrheit. Mach this, what you can self-controllieren kannst. Fürs Investieren im Risikokapitalbereich genauso wie es gilt für das Asset Management, das wir zwingendermaßen auch machen natürlich. Ich investiere viel lieber selber in Equities, stell Portfolios zusammen macht, das Asset Allocation zwischen den verschiedenen Asset-Klassen, als dass ich einem Asset Manager sozusagen ein Mandat gebe. Und die letzten zehn Jahre geben uns recht. Wir müssen in Control sein, um erfolgreich zu sein.
SPEAKER_02Was ist dein bester Lifehack? Die Frau von Toto, die Susi, sagt immer, ein Ziel ohne Plan ist ein Traum.
SPEAKER_03Und ich glaube, ganz wichtig ist einerseits, wenn man sich Ziele setzt, sich auch zu überlegen, welche Schritte muss ich setzen, um dieses Ziel tatsächlich zu erreichen. Und man wird es nicht erreichen, wenn man sich damit zufrieden gibt, 70 oder 60% von dem zu geben, was man eigentlich geben kann. Sondern man muss immer, wenn man etwas macht, 100% geben. Es ist viel gescheiter, wenn man was macht, 100% zu geben und andere Sachen nicht zu machen und eine schöne Zeit zu haben und Sport zu machen. Als drei Sachen mit 60% anzugeben.
MarkusHast du eine Buchempfehlung für uns?
SPEAKER_03Ich lese relativ viel, allerdings einen Bruchteil nur von dem, was meine Frau liest, die selektioniert sozusagen die Bücher für mich im Bereich der Romane, sage ich einmal, hat mich ein Buch von Maurice Dantec, this is a Franzose, ich war im Lycée and habe in Frankreich studiert, also ich lese vor allem aus Französisch. Hat mich ein Buch von Maurice Dantec, who was Mitte der 90er Jahren and Babylon Babies heißt, sehr fasziniert. Auch weil der damals schon sehr in Richtung Artificial Intelligence gegangen ist. Was für mich damals wahnsinnig weit entfernt war. Heute, wenn man das Buch heute liest, denkt man sich, der is in die Zukunft gereist damals. And a buch, das mir sozusagen beruflich am besten gefallen hat, mich am meisten gebracht hat, is Good for You, Great For Me. Finding the Trading Zone and Winning A Win-Win Negotiation. This is the Lawrence Süß Kind, who unterrichted in Harvard beim Program on Negotiation and Leadership, that I was for a year absolviert. There was dort one of Professor, denen ich lauschen durfte und mit denen ich dann arbeiten durfte. And this buch zeichnet für mich sehr gut nach oder vor eigentlich, worum es geht, wenn man in Verhandlungen hineingeht. Dass es nicht ein reiner Kampf ist, den einer gewinnt und der andere verliert, sondern es müssen beide gewinnen. Man muss am Anfang einer Verhandlung ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Man muss sich überlegen, was braucht der andere, um mir das geben zu können, was ich möchte, was ich brauche, um erfolgreich zu sein. Und das wird in diesem Buch sehr, sehr gut erklärt.
MarkusHast du ein Lieblingsprodukt?
SPEAKER_03Ich fahre sehr gern Autos von Mercedes. Und ich nutze, wo ich kann, Nuki. Dass das Leben wahnsinnig erleichtert, weil man einfach ohne Schlüssel durch die Gegend laufen kann. Ansonsten gibt es alle möglichen Sachen, die ich große. Ich finde zum Beispiel Samsung-Fernseher finde ich großartig.
MarkusGut, jetzt stell dir vor, du kommst nach Hause und siehst, in deiner Garage wurde eingebrochen und dein Lieblingsmercedes steht nicht mehr da. Was ist dein Lieblingsschimpfort?
SPEAKER_03In dem Fall würde ich wahrscheinlich einfach scheiße sagen. Impfort, wenn ich sozusagen über wen anderes, finde ich Cashball immer sehr gut. Weil das ist mit ein bisschen Augenzwinker. Oder Koffer, ist so richtig wienerisch, kann man auch noch steigern in Vollkoffer. Aber so im Alltag ist ein gutes Scheiß sicher. Etwas, was man sagt. Wenn es Autospflanz geworden ist.
MarkusWunderbar, da kommt der Wiener Charme dann doch durch. Das bringt uns zu unserer letzten Rubrik und das sind Moonshots und Predictions. Wir brauchen von dir, lieber René, einerseits einen Moonshots frei nach dem großen JFK, der damals gesagt hat, in der nächsten Dekade bringen wir jemanden auf den Mond. Also etwas, das dadurch, dass du es aussprichst, vielleicht ein bisschen realer wird. Und eine Prediction. Etwas, wovon du felsenfest überzeugt bist.
SPEAKER_03Das ist ganz, ganz schwer. Es ist kein Mundschaut, es ist ein Wunsch. Ich würde mir wirklich wünschen, dass es keine unglücklichen Kinder gibt. Unglückliche Kinder brechen mein Herz. Wenn es in einer Gesellschaft wie in Österreich Kinder gibt, die nichts zum Essen haben, die unglücklich sind, finde ich das ziemlich, um darauf zurückzukommen, scheiße. Daran sollte man was ändern und ich glaube, das wäre ganz, ganz wichtig, dass das auch passiert. Eine Prediction, da bin ich ganz schlecht. Ich glaube, und das merken wir auch beim Investieren, ich habe vor 25 Jahren viel eher ein Gefühl und ein Gespür dafür gehabt, was kann ziehen, was kann andere Menschen begeistern. Ich bin jetzt über 50. Ich habe dieses Gefühl ein bisschen verloren dadurch, dass ich einfach nicht mehr so im Wind bin, sage ich einmal, wie das meine Kinder sind. Aber dass Artificial Intelligence ganz, ganz viele Bereiche unseres Lebens massiv verändern wird. Davon können wir ausgehen.
MarkusJa, damit bist du, glaube ich, in bester Gesellschaft. Liebe René, vielen Dank für diesen wirklich spannenden Blick, sowohl in Vergangenheit als auch Zukunft. Vielen Dank auch an euch da draußen fürs Mit dabeisein. Wir wünschen euch einen super Start in die neue Woche und hören uns wieder am Donnerstag mit einer News-Folge. Herzlichen Dank. Viel Erfolg.