Future Weekly

#13 - Coronakrise, Machtkampf bei Twitter, Elon vs Universitäten

Daniel Cronin & Markus Raunig von Austrian Startups Episode 13

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Markus Raunig und Daniel Cronin diskutieren diese Woche:

1. News der Woche: 

  • Matchkampf bei Twitter, 
  • Elon Musk vs Universitäten, 
  • Demokratie am Rückzug, 

2. Deep Dive: Coronakrise & die Wirtschaft,
3. Rockstar der Woche: Jürgen Klopp,
4. Moonshot & Predictions: Jack Dorsey, Autoshows & eine Rückbesinnung auf echten Fortschritt

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Weiterlesen:
Machtkampf bei Twitter: https://t1p.de/g3ai
Elon Musk über Unis: https://t1p.de/jcb0
Demokratie am Rückzug: https://t1p.de/9jnz
Ausführliche Corona Risikoanalyse: https://t1p.de/1pxi
Bill Gates & die unterschätze Gefahr von Epidemien (2005): https://t1p.de/sz2v
Warum diese Wirtschaftkrise anders ist: https://t1p.de/wuel
Peter Thiel zu Fortschritt & Stagnation: https://t1p.de/uu6j
Jürgen Klopp zu Corona: https://t1p.de/0tm1

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Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com


Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel

E wunderschönen guten Morgen, guten Mittag und guten Abend und herzlich willkommen zu unserem Future Weekly Dame Starter Podcast mit mir und der Markus. Hallo lieber Markus, da lacht er und freut sich. Und auch diese Woche haben wir unendlich viel im Gepäck. Wir werden natürlich über Twitter sprechen. Wir werden natürlich darüber sprechen, ob Unis nur zum Spaß sind. Wir werden natürlich unsere Moonshots und Predictions haben. Wir werden natürlich viele interessante Gespräche führen und möglicherweise erwähnen wir Corona. Wirklich. Ja. Auch da werden wir natürlich drüber reden. Allerdings, wir sind beide natürlich keine Ärzte, obwohl Pitch-Professor, aber dennoch kein Arzt. Aber wir werden über Corona sprechen müssen.

Markus

Ach, überlegst du jetzt, dich in Pitch-Doktor, um zu benennen?

News der Woche: Twitter Machtkampf, Elon vs Unis, schwindende Demokratie

Daniel

Nee, hatte ich schon. Da gibt es viele, aber es gibt nur einen Pitch-Professor, Honoris Causa von der TU. Das ist schon richtig beeindruckend. Finde ich jedes Mal selber, wenn ich mich da so sehe. Die haben mir übrigens damals eine Büste geschenkt, die steht in meinem Büro. Das ist so geil. Und jeder, der dann in meine Wohnung kommt, denkt sich, was ist denn das für ein Eitler Spinner? Aber ich finde das super. Tolle Auszeichnung. Nein, natürlich werden wir auch über den Coronavirus sprechen, allerdings nicht über medizinische Dinge, allerdings sehr wohl über die Implikationen der Wirtschaft. Und auch nicht nur jammern, sondern auch sehen, welche Möglichkeiten daran liegen und was das für uns in Wien, in Österreich, in Europa und in der Welt bedeuten könnte. In dem Sinne, gut anschnallen, Hände waschen, lächeln, los geht's. Und gesund bleiben. Ja, richtig. Und wir kommen zu den News, lieber Markus, und da gibt es ein Thema, das gerade die News sehr stark dominiert. Wir haben aber ganz bewusst gesagt, wir fangen heute nicht mit Corona an.

Markus

Wahnsinn.

Daniel

Ja, oder? Weil ich finde, zurzeit egal welchen Kanal ich öffne, Corona.

Markus

Aber sagt man nicht eigentlich, dass man dann Elephant in the Room am Anfang besprechen soll?

Daniel

Ja, aber man sagt auch break the rules. Oh, jetzt habe ich dich erwischt. In dem Sinne, lass uns nicht über Corona sprechen, das machen wir auch später, auch sehr ausführlich. Aber zurzeit ertränkt ja Corona so ziemlich jede andere News, die es so gibt. Und ja gut, der Satz an sich hat ja auch schon einen relativ lustigen Stellenwert. Aber egal. Ja, ja wow, es ist echt blöd, dass es nach dem Bier benannt ist. Muss ich noch immer so sagen. Ich weiß, es ist nicht nach dem Bier benannt, ist mir klar, aber.

Markus

Ja, es ist für das Bier natürlich, glaube ich, derzeit nicht unbedingt angenehm, aber ich erwarte ja durchaus einen Rebound hier und dass Leute sich erst recht jetzt Corona kaufen und wird dementsprechend auch eine gewisse Solaridität damit bekommen.

Daniel

Ja, man kann so jedes Jahr die jährlichen Besäufnisse Corona 2020, ich war dabei und trinke 20 Corona. Meine Güte, nein, nein, nein, nein, nein, nein. Verantwortungsvolles Trinken ist genau das, was wir gut finden. So, hast du gut gesagt. Habe ich gut gesagt. Finde ich auch, also verantwortungsvolles Trinken ist wahnsinnig wichtig, zeitweilgleich sollte man aber auch die Wirtschaft ankurbeln, gerade auch in Zeiten der Krise, bin ich der Meinung. Man kann das deuten, wie man möchte. Aber anyway, wir fangen erstmal mit den anderen News an, weil, wie schon gesagt, die werden tatsächlich ertränkt, egal was passiert, man nimmt es kaum noch wahr, aber einfach alles und jeder zu Recht, wie auch immer, über Corona spricht. Und meistens würde man ja all diese Dinge auf Twitter teilen. Und genau deswegen sollten wir über Twitter reden, denn da passiert gerade was.

Markus

Ja, und zwar ist er der CEO von Twitter, ist ja der Jack Dorsey und Jack Dorsey ist insofern ein ganz spezieller Typ, weil er ein Part-Time-CEO ist. Also der widmet nur die Hälfte seiner Zeit Twitter und die andere Hälfte der Zeit ist er nämlich auch CEO bei seinem anderen Startup, einem namens Square.

Daniel

Die mal eben letztes Jahr 3,3 Milliarden Dollar Umsatz gemacht haben. Nicht letztes Jahr 2018. Das kann man auch lassen. Nicht mehr ganz so klein auch. 2000 Mitarbeiter. Was man so macht.

Markus

Ja. Das ist durchaus ungewöhnlich. Jack, du hast ja die ursprünglich war ja einer der Founder von Twitter und ist aber zwischenzeitlich dann eben, gab es andere CEOs und er ist bei Twitter raus, hat dann eben Square gegründet, um dann irgendwann einmal zurückzukehren zu Twitter on a Part-Time-Basis, was auch schon ganz spannend ist, dass das überhaupt man damals gemacht hat. Aber er dürfte dann ein recht inspirierender Charakter sein. Aber ja, jetzt hat er auch noch angekündigt, dass er dieses Jahr zur Hälfte in Afrika verbringen will, weil er das als Wachstumsmarkt zieht. Und das heißt, Twitter hätte jetzt eigentlich einen CEO gehabt, der sowieso schon nur halbtags da ist, aber dann halt diesen Halbtag auch noch in Afrika verbringt, was in einer komplett anderen Zeitzone ist. Das heißt, ich glaube, von der Erreichbarkeit nicht ganz so einfach. Und dazu war halt auch noch die ökonomische Performance von Twitter in den letzten Jahren jetzt nicht unbedingt berauschend. Besonders wenn man sich halt überlegt, wie die anderen Tech-Konzerne performt haben, die anderen Plattformen, die es da draußen gibt. Und gleichzeitig aber Twitter wahrscheinlich schon ziemliches Potenzial hat, weil doch große gesellschaftliche Relevanz, viele, viele, viele Nutzer. Mit Trump einen absoluten Lead-User, würde ich sagen, der das ja als sein primäres Kommunikationstool auch sieht. Ich glaube, längere Sätze kriegt er auch nicht hin, das ist ein Problem. Genau, es ist eine zwanghafte Simplifizierung. Das wird ihm wahrscheinlich seinem Team auch gesagt haben, dass das wahrscheinlich gar nicht so schlecht für ihn ist. Mir tiefer er da auch nicht drauf. Ja, und das hat aber einen Hedgefund auf den Plan gerufen, der gemeint hat, ja, eigentlich Twitter könnte viel besser sein und wir glauben, das liegt auch am CEO. Und die haben sich jetzt ein paar Prozente an Twitter gesichert und haben jetzt die letzte Woche viel Aktionismus betrieben, dass es doch einen Geschäftsführerwechsel geben soll. Jetzt kam Anfang der Woche gab es ein gemeinsames Announcement von Twitter und diesem Hedgefund, dass man zusammenarbeitet und drei neue Boardmember aufnimmt, die halt alle jetzt nicht unbedingt auf der Seite von Jack Dorsey sind. Also zwei sind sogar sehr nahe an diesem Hedgefund dran. Und man, ja, dass Jack Dorsey for now einmal als CEO bleibt, aber es ist ein Kommittee, glaube ich, haben sie es genannt, geben wird, das darüber berät, was es für Nachfolgepläne für Jack Dorsey gibt.

Daniel

Das ist richtig hart. Und sie haben ihm noch zusätzlich sehr, sehr, sehr aggressive Ziele gesagt. Sie haben gesagt, Userbase, um mindestens 20% wachsen zu lassen, Revenue ankurbeln und auch noch, wie sie es nennen, Gaining Market Share as a Digital Advisor, was auch immer das heißen soll. Die haben immer richtig ordentlich die Route ins Fenster gestellt. Und vor ein, zwei Folgen haben wir ja darüber gesprochen, was es heißt, mit VCs und so weiter zu kooperieren. Dass es gut sein kann, dass es aber auch schlecht sein kann. Dieser VC hat richtig ordentlich die Hosen angezogen.

Markus

Also ich meine, per se ist es wahrscheinlich gar kein VC mehr, sondern eher man ein Hedgefund, der gar nicht in Startups, sondern eher dann halt schon deutlich späterphasig sich einfach anschaut, wo sind Unternehmen, wo es Potenzial gibt, das derzeit ungenutzt ist und wie kann man reingehen und das ändern.

Daniel

Aber eben genau, die Thematik ist doch relativ ähnlich, dass der plötzlich Jack Dorsey so sein Ding gemacht hat, plötzlich sind die da und plötzlich übernehmen sie das Ruder eigentlich seines Babys. Und wenn man ihn sich so ein bisschen anschaut, wer weiß, ob ihm das gefällt. Ich habe mir mal angeschaut, was der so früher gemacht hat und scheinbar hat er 2000, im Jahr 2000 angestrebt, ein botanischer Zeichner zu werden. Hat ihm dann aber nicht mehr so gefallen. Dann hat er sich ein Jahr lang zum Masseur ausbilden lassen und danach noch später ein Studium des Modedesigns begonnen. Steht auch auf Wikipedia weiter, er hat all diese Studien nicht abgeschlossen und daraufhin dann als Mannequin, wie sie es so schön schreiben, gearbeitet, also sprich als Model für die Jüngeren von euch. Andererseits auch ein geiler Typ, wahrscheinlich ein richtig lustiger Mensch, um mit dem Zeit zu verbringen. Aber eben, ja, wer weiß, ob dem, was jetzt gefällt, das eben vorgesetzt wird.

Markus

Das ist natürlich das Risiko, auch was man auf sich nimmt, wenn man in die Börse geht. Damit hat man sehr viele Leute, die Interesse haben, dass primär einmal die ökonomische Seite passt. Und man hat nicht mehr diese Entscheidungsgewalt, die man als in einer Private Company hat. Und besonders wenn es dann halt nicht so gut läuft, kann es sehr schnell sein, dass man sehr stark unter Druck kommt. Und ich glaube auch, also ich bin mir ziemlich sicher, dass über kurz oder lang er nicht mehr CEO von Twitter sein wird. Und wenn wir in einem Jahr da sitzen, würde es mich sehr wundern, wenn das immer noch so ist. Ist das die erste Prediction? Das ist die erste Prediction für heute.

Daniel

Also Markus, du sagst heute in einem Jahr, 10. März, 11. 12. März, jetzt habe ich es richtig mit dem Datum, 12. März 2021, Jack Dorsey ist kein Twitter CEO mehr.

Markus

Davon gehe ich aus. Principle, allein, dass man da schon ein Komitee aufsetzt, das klingt mir halt schon sehr nach. Wir bauen das jetzt so auf, das ist schön, alle gemeinsam und alle im Guten, aber. Ich halte dagegen.

Daniel

Ich halte dagegen und ich wette mit dir um ein Corona, also das Bier, um ein Corona, dass der dann noch immer im Office ist. In einem Jahr. Na gut. Ich meine, ich glaube, deine Argumente sind zwar schon alle richtig, ich habe einfach nur Bock, dagegen zu halten und zeitgleich möchte ich auch die Wirtschaft ankurbeln von angeschlagenen Konzernen durch den Corona-Virus und deswegen in einem Jahr trinken wir ein Corona drauf. Ausgezeichnet. Ich zahle, wenn er.

Markus

Ich mag eigentlich kein Bier, aber das werde ich noch irgendwie überleben. Du machst kein Bier. Ich mag keinen Bier, nein, nicht. Das war eine harte Jugend, oder? Eher ein Weintrinker, ja. Aber auch als Jugendlicher nicht? Ja, überhaupt. Ich habe überhaupt als Jugendlicher fast gar nichts getrunken.

Daniel

Wirklich? Jetzt schaut er. Okay, nein, das finde ich gut, sehr verantwortungsvoll. Und die anderen haben gesagt, nee, ist geil oder haben gesagt, was bist denn du für einen Partypuper?

SPEAKER_01

Eigentlich, nee, ist geil. Ich hatte ganz passable Freunde, würde ich sagen. Okay, verstanden, verstanden. Das ist nicht du, das passable Freunde. Nein. Also kein Partypuper. Ich habe, glaube ich, immer einen eigenen Kopf gehabt und gute Freunde, die da nicht mehr zu viel Peer Pressure auch gemacht haben.

Daniel

Sehr, sehr, sehr gut. In dem Sinne möchte ich dir auch kein Peer Pressure machen, aber ich finde die Wette um das Corona. Ist gut, du musstest nicht trinken. Ja, kannst du zweit trinken. Möchte ich nicht. Ich möchte verantwortungsvoll trinken und auch für unsere jüngeren Zuhörerinnen und Zuhörer ein gutes Role Model sein. Ich bin gespannt, ob wir wieder ohne Explicit diesmal auskommen. Bis jetzt geht's. Die ersten zehn Minuten haben wir gut überstanden. So, Twitter haben wir erledigt und ja, noch eine Überschrift, die ich gesehen habe, die mir gefallen hat, auch nochmal von so einem großen Lenker der Schlachten. Scheinbar hat Elon Musk gesagt, dass Unis eigentlich nur zum Spaß sind. Das ist auch eine ganz geile Ansage, um es genauer zu sagen, hier steht so schön im Standard. Tesla-Chef Elon Musk, Doppelpunkt, Unis sind nur zum Spaß, da Abschlüsse sind nicht wichtig. Und er sagt, dass man keinen Hochschulabschluss braucht, um in der Tech-Branche zu arbeiten. Hintergrund ist scheinbar, da hat ihn jemand gefragt, der bei einer Live-Veranstaltung, wenn man sich bei SpaceX bewirbt, dass man in jedem Fall einen Bachelor-Abschluss braucht, idealerweise einen Master und warum das so ist. Und Musk hat dann gesagt, ja, brauchst du eigentlich nicht. Eigentlich sind Unis nur zum Spaß.

Markus

Wie siehst du das? Ja, es ist schon ein Querkopf, der Elon, aber ich meine, im Prinzip teile ich definitiv die Meinung, dass man keinen Abschluss braucht, um in einem Startup oder einem Tech-Unternehmen zu arbeiten. Ich glaube, prinzipiell ist das für viele Bereiche mittlerweile die Realität, dass halt das, was man auf den Unis jetzt wirklich in den Vorlesungen lernt, nur bedingt etwas mit dem zu tun hat, was einen dann am Arbeitsmarkt erwartet. Gleichzeitig war aber jetzt für mich meine Studienzeit schon natürlich viel Spaß auch, aber ohne Bier. Ja, weiterhin ohne Bier, aber es gibt ja anderen Alkohol.

Daniel

Warst du da eigentlich so einen Snob, der gesagt hat, no, I don't drink beer, but I drink wine? Ja, du kennst mich ja.

Markus

Durchaus, durchaus. Hast du es auch so in den USA gemacht? Also ich habe auch in den USA kein Bier getrunken. Aber es gibt anderen Alkohol, den man trinken kann.

Daniel

Das Schweigen von mir ist der prüfende Blick, aber nicht irgendein Mist erzählen. Nee, nee, nee. Okay, es gibt auch andere Sachen. Okay, okay, okay.

SPEAKER_01

Ja, nein, also meine Uni Zeit war lustig, meine Uni Zeit war gut.

Markus

Und hat aber sicher auch mir sehr geholfen in meiner Entwicklung. Und ich glaube sowohl großartige Freunde gefunden und auch gute berufliche Kontakte aufgebaut, die jetzt super spannend sind. Aber auch viel voneinander gelernt, von den anderen Leuten da gelernt, viel Soft Skills, glaube ich, auch aufgebaut, halt in Gruppenarbeiten etc. Also Uni ist, glaube ich, nicht nur Inhalt. Uni kann schon viel auch beitragen. Aber ja, Uni ist nicht kein Muss, auf keinen Fall in einem Startup.

Daniel

Und ich glaube, das ist ein wichtiges Thema. Übrigens, der große Biertrinker bin ich auch nicht. Muss ich an der Stelle mich outen.

Markus

Du bist Whisky, gell?

Daniel

Ja, ja, ja. Aber ich möchte nicht um Whiskys fetten, es wird schnell teuer und das muss man sich einteilen. Aber das Interessante ist, ja, ich sehe es auch so in der Tech-Branche, du brauchst es eigentlich nicht, du brauchst die Leistung und ganz ehrlich, mir ist das völlig egal, ob jemand jetzt jetzt acht-Doktortitel hat oder nicht. Am Ende des Tages ist das Schöne an einem Startup ja grundsätzlich, wenn es passt, dann passt und wenn nicht, dann nicht. Das Schöne ist natürlich, dass man sich anhand von Abschlüssen orientieren kann, wo steht die Person oder nicht. Elon Most selber führt das auch so schön aus und sagt, es gibt viele clevere Typen, in Anführungszeichen, wie der Artikel so schön sagt, die das College abgebrochen haben, wie Bill Gates, Steve Jobs oder Larry Allison. Er sagt übrigens auch weiter, ging denn Shakespeare überhaupt aufs College? Wahrscheinlich nicht. Aber Elon selbst, glaube ich, hat zwei Fachschule Abschlüsse. Zwei Stück, richtig. Im Übrigen, dieser Artikel sagt weiter, es gibt durchaus Studien, die sagen, dass jemand mit College-Abschluss durchschnittlich 30.000 Dollar im Jahr mehr verdient. Das zeigt auch, was Leute auf Bühnen sagen, muss nicht immer authentisch sein. Dennoch aber, glaube ich, muss man darüber diskutieren. Und ich glaube, das Thema ist, wenn ich meine eigene Unizeit zurückdenke, zuerst einmal, ich halte viel von Universitäten, sonst würde ich auch dort nicht unterrichten. Ich liebe sie als Ort des Diskurses, dass man diskutieren kann. Und vor allen Dingen für mich, da ich 38 bin, ich liebe es mit Leuten zu diskutieren, die 22, 23, 24 sind. Und die Welt völlig anders als ich sehe. Und das ist der Grund, warum ich auch sehr gerne noch immer unterrichte. Und während wir reden, habe ich gerade eine E-Mail bekommen von einer Uni in Hagenberg, in der ich wieder unterrichte, wo es wieder darum geht, um zeitliche Commitments. Und es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, aber ich will es nicht missen, weil es für mich auch so wahnsinnig wichtig ist zu lernen. Und ich finde auch durchs Lehren wird die eigene Fähigkeit viel stärker noch hinterfragt. Und es gibt fast niemanden kritischeren als Studenten und Studenten dennoch, das ist Weltklasse. Und dennoch ist es bei mir so, dass ich würde sagen, 50 Prozent der Inhalte jedes Jahr obsolet werden, weil ich Mobile Marketing unterrichte. Und das ist seit sieben, acht Jahren, das ist jetzt das achte Jahr, glaube ich. Da verändert sich viel. Und das ist aber so wahnsinnig wichtig, dass man auch die Uni genauso sieht. Für meinen eigenen Job hat mir die Uni ein bisschen strukturiertes Denken gebracht, aber eben, ich habe es dir mal erzählt, ich habe mich unter anderem auf Werbewissenschaften und Marktforschung spezialisiert und habe eine fundierte Marktforschungsausbildung bekommen, richtig Hanson. Und das Interessante war, als ich dann im Start-up-Umfeld gelandet bin, da gab es noch kein Growth Hacking und es gab die ganz frühen kaum richtige Analytics-Tools. Und ich habe dann anhand dessen, was ich gelernt habe, probiert nachzuvollziehen, warum, wie funktionieren App Store-Mechanismen, warum gehen Sachen rauf und runter, wo sind dort so Zusammenhänge und wo nur Scheinkorrelationen, Weltklasse. Ich glaube, das Uni-Thema ist ein Thema, das wir mal ganz eigen beleuchten müssen und wirklich mal in die Tiefe gehen, weil. Das ist ein Deep Dive-Thema. Das Thema ist natürlich, und das muss man so akzeptieren, dass sich die Inhalte immer schneller verändern. Und ich glaube, auch die Lehrenden muss man auch immer wieder hinterfragen.

Markus

Ich glaube auch, dass Prinzip das gesamte Lehrkonstrukt, das wir derzeit haben in unserem Bildungssystem, halt sehr stark auf strukturierten Problemen aufgebaut ist, wo es klare Anleitungen geben soll. Aber genau das eigentlich die Themen sind, die in Zukunft automatisiert werden und wir viel stärker auf die unstrukturierten Probleme vorbereiten sollten. Und das ist aber, ja, das ist ein Deep Dive-Thema, da sitzt man lange, wenn wir das aufweisen.

Daniel

Absolut. Und es gibt noch ein weiteres Thema, was ich nur anführen möchte. Ich glaube, man braucht auch Incentives für Personen, die beruflich aktiv sind, an der Uni wieder zu lehren. Und vor allen Dingen auch, was ich immer wieder traurig finde, ist, nur um es zu sagen, ich kann mich erinnern, ich habe eine Diplomarbeit über Mobile Marketing geschrieben und habe genau die ganzen Thesen, die ich aufgestellt habe, später beruflich validiert. Nur war damals schon, ist eigentlich gar nicht mehr möglich, ein Doktorat sinnvoll berufsbegleitend zu machen, so nebenbei einfach dokumentieren, was man macht und bla bla bla. Man kann in unserer Welt, glaube ich, nicht jahrelang an einem Institut arbeiten, wenn man eben auch zeitlich in einem Startup-Tempo machen möchte. Und es ist die Frage, ob da auch die richtige Währung betrachtet wird, um akademisch zu arbeiten. Muss man mal drüber diskutieren. Für mich aber Uni ist noch immer Weltklasse. Einige machen es großartig. Wunderbare I2C-Center, kann ich immer nur wieder sagen an der Stelle, aber unbiased. Anyway, wir schreden schon viel zu lange drüber. Das wird ein Deep Dive. Freuen wir uns sehr. Im Übrigen, wenn ihr von Deep Dives hört, schreibt Markus, schreibt mir, schreibt uns, was ihr darüber denkt. Es ist Gold wert für uns, eure Inputs zu diesen Themen. Ja. Dann, was haben wir noch? Wir haben noch so ein kleines oberflächliches Thema. Decreasing Democracy.

Markus

Ja, da gab es jetzt letzte Woche eine Studie von Freedom House, die sich anschaut, wie halt Demokratien sich auch oder wie Demokratie als Wertvorstellung und besonders dann halt die liberale Demokratie, wie die sich in der Welt entwickelt. Und die haben jetzt gerade geschrieben, dass es im 14. Jahr in Folge hier eine Reduktion gab, also es weniger liberale Demokratien gab. Es ist natürlich dadurch auch begünstigt, dass wir so Situationen haben wie in Ungarn oder in der Türkei, wo halt per se schon noch Demokratien sind, die aber halt immer mehr illiberal werden und mehr halt sich in Richtung eher absolutistischen Herrschaftsverhältnis, ährschaftsverhältnissen auch in diese Richtung entwickeln, ist etwas, was spannend jetzt auch ist im Zuge halt von Corona und ich bin durchaus besorgt, sagen wir mal so. Um die Demokratie? Ja, und halt auch in welche Richtung das geht, weil so Krisen sind immer, und das werden wir nachher eh noch länger beleuchten, Krisen sind immer Chancen, aber die Chancen kann man in unterschiedlichste Richtungen nutzen und das kann schon auch in die falsche Richtung gehen, wenn das Leute nutzen, um zu hetzen, um in irgendeiner Form halt auch nochmal stärker zu polarisieren.

Daniel

Und du sagst richtig, es ist jetzt gerade ein ideales Nahrungsbett, Testbett, nein, Nahrungs-ach, du weißt, was ich meine, um genau das nochmal zu fördern. Zeitgleich gestern in der Duma, nein, vorgestern in der Duma wurde ja auch announced, dass Russland alle Weichen gestellt hat, dass auch Wladimir Putin nochmal eine Runde drehen kann. Eine Ehrenrunde. Nochmal, weil es war zu schön. Ja, soll so sein. Es ist, wie es ist. Und das sind dann immer wieder die Wahlergebnisse, die kommen. Aber ich möchte Putin in keinster Weise kritisieren. Er ist ein großartiger Mann und ich habe wahnsinnig viel Angst vor ihm. Deswegen alles super. Wir freuen uns. Das musste ich mal gesagt haben, er ist super. Er sagte mit steuscher Miene. Genau das. Nee, Spaß, ich kann ihn nicht werten und bewerten. Das Einzige, was ich sagen kann, ist, ein bisschen Humor hat er, ja. Da gibt es immer, wenn ich an ihn denke, ein wunderbares Video auf YouTube, kann man sich mal anschauen mit dem damaligen Wirtschaftskammerpräsidenten Christoph Leitel, der ihm irgendwie sagt, Christoph Leitel war von 2000 bis 2018 der Präsident der Wirtschaftskammer, bevor Harald Maara dann gekommen ist. Und Leitel sagt ihm mehr oder minder, ja, das ist jetzt das dritte Mal, lieber Vladimir Putin, dass ich dich hier begrüßen kann. Und Putin sagt ganz ruhig und sagt einfach nur Diktatur. Gute Diktatur. Finde ich auch schön, dass er differenziert. Und unterstellt Leitel, dass er selber ein Diktator ist. Weltklasse. Er spricht ja auch Deutsch, was man ganz gerne vergisst. Als alter KGB-Offizier, wo ich auch immer gehört habe, KGB immer KGB, aber auch das habe ich nur gehört. Ich weiß davon nichts. Großartig. Putin, mein Held. Es ist aber schon krass, wenn man denkt, dass ein Putin schon ewig lange dabei ist, Anne Merkel ist schon lange dabei, Delin kann es dabei, seine Diktatorin ist aber auch schon sehr lange. Es ist krass. Ich bin gespannt, wie sich die Welt verändern wird, wenn so bestimmte Urgesteine der Politik dann irgendwann sagen, so jetzt habe ich auch mal genug. Ja, eine Ehre nach Putin zum Beispiel in Russland. Wer weiß, was das bringt? The Donald ist auch noch immer da.

Markus

Ja, schauen wir mal, wie sich das jetzt auswirkt die nächsten Monate. Das ist sehr spannend.

Daniel

Ja, ich meine, wenn man ganz zynisch ist, ich finde ja auch die Art, wie die Politik in Amerika funktioniert, ist es ja eine Politik, wo im Prinzip sehr wohlhabende alte Herren eigentlich nur Präsident werden können, bis auf wenige Ausnahmen. Ich möchte jetzt noch nicht zu viel über Corona sprechen, aber ja, das ist jetzt nicht die Zeit der alten Herren, die viele Menschen treffen.

Markus

Das ist nämlich wirklich exponiert.

Daniel

Die sind echt anständig exponiert. Hände schütteln und so ist auch schlecht. Und Donald Trump, da natürlich sagt, Corona ist sowieso großer Mist. Let's see. Let's see. Meine Güte. Und ich wünsche da keinem Menschen was Böses, aber natürlich ein Wahlkampf, wo einer 74 ist, einer 75 und einer 78, ich glaube, das sind die Alte. Und zeitgleich eine Welt, die sagt, ja, ich würde jetzt mal kurz treten.

Markus

Aber der Trump ist immerhin noch blond, gell? Das ist orange, hätte ich gesagt. Okay. Das ist sein eigenes. Ich glaube, das wird irgendwann wieder als Trump-Farbe in die Geschichte eingehen, oder? Nein, das wäre jetzt eine schlechte Wette, aber es wäre schon geil, zum Friseur zu gehen und sagen, I'm a Trump.

Deep Dive: Coronakrise & die Wirtschaft

Daniel

I'm a Trump, bitte. I'm a Trump, bitte. Ob man das so hinkriegt. Da gibt es ja ein wunderbares Video von Jimmy Fallon, der ihn dann einmal durch die Haare buschelt. Just saying. Ich hätte das eher als orange. Gesehen. Anyway, es wäre natürlich lustiger bei der Einreise in Amerika, nicht zu schreiben Caucasian, sondern Orange. Ich möchte nicht die unangenehmen Untersuchungen dann haben. Anyway, wir driften schon wieder ab. Ich glaube, wir haben gezeigt, es gibt ein paar News abseits von Corona. Dennoch ist das Thema Corona das, worüber wir sprechen wollen, beziehungsweise die Auswirkung in unserem Deep Dive. Ja, mach mal. Ein Deep Dive. Oder?

SPEAKER_01

Er wird tief werden, ja.

Daniel

Definitiv. Es ist ja so, auf der einen Seite habe ich keinen Bock, über das Thema zu sprechen. Es ist so einfach so omnipräsent. Andererseits ist es so wahnsinnig wichtig, drüber zu sprechen. Und ich glaube, wieder diesen Zugang auch zu wählen, dass wir noch einmal zum 48. Mal sagen, wir sind keine Ärzte, die Krankheit ist das eine. Aber die Implikationen, die unternehmerischen Implikationen, die können wir, glaube ich, sehr wohl zumindest im Ansatz greifen.

Markus

Und ich glaube auch, was schon auch ganz spannend war jetzt in der Reaktion, wir kommen aus einer Szene, die versteht, wie exponentielles Wachstum funktioniert. Und das ist schon ein Blick auf diese ganze Situation, die hilfreich sein kann. Ja.

Daniel

Und man muss natürlich sagen, wir sind jetzt gerade in der Woche, wo rigorose Beschränkungen eingeführt wurden. Und wir sind aber Menschen, die gerne sehr, sehr freiheitsliebend sind. Und ich muss an der Stelle schon sagen, ich verstehe es. Ich finde es richtig.

Markus

Ich glaube auch, dass das die richtige Entscheidung ist.

Daniel

Und nur so geht's. Und ich glaube, die ganz große Herausforderung ist, wenn man dieses Missding jetzt frühzeitig eindämmt, dann werden das ein paar hundert oder ein paar tausend Leute haben. Das Gesundheitssystem kann damit umgehen und alles gut. Und wenn wir so tun, als wäre nichts, dann werden wir das gnadenlos über überlasten und zu viele Menschen werden es zu schnell bekommen und die, die intensive Hilfe brauchen, werden sie nicht bekommen. Und jetzt ist, glaube ich, nicht die Zeit für Egoismus, muss man so hart sagen. Unser Eins, ja, wir sind nicht die Zielgruppe, also Zielgruppe, wir sind die, die es nicht so hart treffen wird wie unsere Großeltern. Und ich glaube, man muss einfach auch aufpassen und denen sagen, treten kurz und auch selber kurz treten.

Markus

Prinzipell ist es wahrscheinlich im Interesse von allen immer, dass möglichst wenige Leute diesen Virus gleichzeitig bekommen, weil natürlich jeder von uns auch gleichzeitig ein Wiederverbreiter, ein weiterverbreiter ist. Das heißt, in dem Fall, wenn du und ich ihn nicht bekommen, dann ist das auch für die Gesellschaft insgesamt gut. Und dann ist es besonders, wenn man sich eben exponentielles Wachstum anschaut, wichtig, weil eine Infektion mehr jetzt bedeutet x Infektionen mehr in zwei Wochen, ja hunderte mehr. Richtig. Das ist einfach die Regel, die da gilt. Und deswegen ist es auch so wichtig, dass man diese Kurve, die es halt an den Infektionen gibt. Wenn man das jetzt komplett unreguliert sich ausbreiten lassen, dann haben wir halt in drei, vier Wochen einen MegagAU. Und deshalb sicher jetzt der Versuch, dass man das halt mehr streckt und mehr. Es wird trotzdem sehr viele betreffen und für viele wird es überhaupt kein Problem sein. Aber das Ziel muss sein, dass das nicht alles gleichzeitig passiert.

Daniel

Es ist aber auch die Woche der harten Entscheidungen. Eine der Entscheidungen, die wir treffen mussten, ist natürlich auch, dass wir den Stammtisch, den 80. Stammtisch, absagen. Und es ist lustig, jetzt haben wir 79 dieser Dinger hintereinander gemacht, egal was war. Und jetzt mussten wir uns entscheiden, nein, das können wir nicht verantworten. Schon irgendwie ein komisches Gefühl, das zu machen. Das einzig Richtige. Ich glaube, das allererste Mal, dass ein Stammtisch abgesehen ist. Richtig. Schade, ich hatte mich wie immer sehr drauf gefreut, wie wir alle. Es führt aber auch dazu, dass wahnsinnig viele Dinge abgesagt werden. Und man muss halt auch darauf schauen, dass es bestimmte Branchen sehr, sehr, sehr hart treffen wird. Und wir haben uns schon einiges ein bisschen darüber unterhalten. Ich glaube, gerade die Event-Branche, die künstlerische Branche, die wird es brutal hart treffen. Weil es sind natürlich sehr häufig EPUs, Einpersonenunternehmungen, die dann plötzlich gar nichts mehr machen und dennoch aber fortlaufend ihre Ausgaben haben. Das wird nicht schön. Was meine ich damit? Eventveranstalter, die plötzlich durchgetaktete Monate haben und plötzlich, buff, alles weg, die Angestellte haben und plötzlich sagen müssen, ich habe keine Arbeit für dich, das trifft die hart. Zeitgleich aber auch Künstler, Musiker, klar auch Moderatoren, muss man auch an der Stelle sagen. Das ist nicht schön. Und ich glaube, die größte Herausforderung ist aber, dass wir auch dort, und das sehe ich auch als Chance, ich sehe es als immense Bedrohung und das Risiko ist, dass viele Leute sagen werden, ach scheiße, ich mach den Job noch, wenn er nicht abgesagt wird, ich mach den, ich muss den jetzt machen, das ist wichtig, und die dann vielleicht aber sich gar nicht so gut fühlen und es dennoch machen, weil sie keinerlei Haltenetz haben und keinen Rettungsschirm und kein gar nichts. Und das fiese ist natürlich, wenn man Österreich betrachtet, dann haben wir natürlich den Töter Nummer 1 für Selbstständige, die SVS, wie sie jetzt heißt, ja, das muss man halt weiterhin bezahlen. Egal, ob man Umsatz macht oder nicht. Und das wird dann irgendwann gar nicht mehr so lustig. Und wenn man da mal zwei, drei, vier Monate keinen Umsatz macht, trotzdem die Vorauszahlung leisten muss.

Markus

Ah, das, ich glaube, das hatten wir sogar auch schon mal als Mundschot. Es braucht ein soziales Netz für ein viel besseres soziales Netz für die EPUs da draußen, die Selbstständigen, die wirklich kleinen Unternehmen, weil das natürlich auch etwas ist, was unsere Ökonomie derzeit sehr stark produziert. Also auch diese ganze Geek-Economy von Uber etc., das sind Menschen, die sind nicht angestellt, die agieren selbstständig. Und das hat alles seine Vor- und Nachteile, aber es ist die Realität. Und unser gesamtes Sozialsystem basiert derzeit auf der Selbstständigkeit. Und das ist etwas, was diese Krise leider sehr stark jetzt auch aufzeigen wird, obwohl es eine massive Reaktion brauchen wird.

Daniel

Und das Schlimme ist, und das haben wir ja schon einmal bezeichnet, die Art mit Vorauszahlung und Nachzahlung und es ist so intransparent und so schwerfällig. Und ich verstehe nicht, und es muss endlich an der Zeit sein, dass man dieses System verändert und einfach im Jahr quartalsmäßig abrechnet. Ich verstehe nicht, warum es nicht sein kann, dass man sagt, Quartal 1 habe ich, keine Ahnung, 10.000 Euro Umsatz gemacht und dass ich dann sechs Wochen von mir aus zwei Monate Zeit habe, das alles zu deklarieren und dann meine Leistung abführe. Es geht nicht immer um die Höhe der Leistung, sondern sie dann abführe. Und wenn ich in dem zweiten Quartal 0 Euro habe, dann habe ich auch nichts zum Abführen. Und das ist ja genau diese Todesfalle, in der sich so viele EPUs befinden, dass gesagt wird, ja, letztes Jahr hast du so viel umgesetzt, deswegen musst du dies ja so viel vorauszahlen. Jetzt wird es Leute geben, die sagen, naja, das wird ja dann zurückerstattet. Stimmt, in einem Jahr oder anderthalb Jahren. Und es wird viele, viele, viele geben. Das sind gerade die, die am Anfang sind, die keine Rücklagen haben. Und die werden gnadenlos Existenzängste jetzt haben. Und das kann nicht sein. Und es gibt schon mittlerweile eine Gruppe auf Facebook, die dort kräftig was macht, die so schön auch sagen, die heißt, wir zählen mehr, EPUs statt Banken retten, da muss etwas passieren. Und die einfach sagen, okay, diese ganzen Rettungsschirme, die sind immer für die Großen, warum nicht auch für die Kleinen? Weil die haben keine Rücklagen. Ich glaube, dieser Virus muss dazu führen, dass wir bestimmte Dinge einfach kritisch hinterfragen. Und wenn wir eine Gesellschaft haben, wo immer mehr selbstständig sind und das auch zu Recht, dann kann es nicht sein, dass man mit so einem schwerfälligen Vehicle ist und dass die größte Sorge nicht die Gesundheit ist, sondern die Existenz einfach nur wegen so einem veralteten System, das einfach aus Tradition dort ist. Das könnte man in Zeiten der Digitalisierung so einfach verändern.

Markus

Ja. Das muss man. Und ich glaube, es gibt ja, wenn sich jetzt anschaut, wie das halt mit der Umsatzsteuervoranmeldung passiert, da ist es ja monatlich und natürlich ist es bei Gewinn anders, weil halt die Gewinnbasis hängt dann, da gibt es auch unterschiedliche Steuerstufen etc. Aber ich glaube, selbst da könnte man halt einfach sagen, dass man das quartalsweise abrechnet und halt dann jeweils auf den Gewinn des Quartals bezieht. Und sollte dann halt der Jahresgewinn ein ganz anderes Level sein, weil es stark saisonal ist, dann muss man halt danach etwas nachzahlen oder dazu. Aber dann kann man es viel besser planen. Und man hat nicht ständig diese Gefahr, dass wenn halt Umsätze plötzlich einbrechen, dass das passiert. Und da einen Rettungsschirm generell, glaube ich, jetzt aufzubauen für Dienstleister in der Eventbranche und ich glaube, der SVA gibt es ja auch schon in irgendeiner Form, habe ich gelesen, dass es da auch Möglichkeiten gibt zu beantragen, dass man das bei einem starken Umsatzausfall aufgrund von externen Gründen, dass man das irgendwie stunden kann oder erstmal nicht zahlen muss. Aber ich glaube, was ganz wichtig ist, ist, dass wir halt jetzt nicht nur probieren, das jetzt zu retten, sondern zusätzlich auch überlegen, wie kann man es zukünftig besser aufstellen. Also halt auch langfristig daraus lernen.

Daniel

Sehe ich genauso, aber ich glaube, es bedarf zwei Dinge. Es bedarf eine kurzfristige Resolution, um zu sagen, okay, ich nehme euch die Angst, dass schnell jemand sagt, dass selbst die SVS, wie sie jetzt heißen, sagt, wisst ihr was, wir setzen ein Quartal aus. So blöd es klingt, die haben ja diese Rücklagen und zu sagen, bevor ihr alle noch arbeitet, bis euch jemand nach Hause schickt und auch diesen blöden Virus weiterverteilt, bleibt zu Hause, we've got you. Das ist ja genau die Idee. Und wahrscheinlich rein ökonomisch betrachtet, ist das wahrscheinlich auch wesentlich billiger, als wenn alle noch arbeiten bis zum letzten Moment und diesen Drecksvirus dort weiterverteilen. Würde ich mal nur sagen, no pressure, aber ich glaube, das war eine sehr einfache Variante. Über Ausgleichszahlungen nachzudenken, vielleicht kurz- und mittelfristig und mittel- bis langfristig zu sagen, warum muss das System so sein? Und nochmal in aller Deutlichkeit, es geht nicht um die Höhe der Abgaben, es geht nur um das Wie der Abgaben. Und bevor jemand sagt, nein, das ist viel zu komplex, doch, es geht, es wird gehen. Ganz großes F U, C, wenn du glaubst, es geht nicht. Ich habe es buchstabiert, aber ich werde richtig sauer. Und ich meine, das System ist aus einer Zeit, da hatten die selbstständigen Fabriken, die 20, 30 Jahre lang produziert haben, wo es ganz leicht hochrechenbar war und nicht, wo Leute, was ich, ein Notebook unterm Arm hatten und an etwas gearbeitet haben, wo sie wenig Zeit hatten, boah, da kann ich richtig, richtig sauer werden, wenn ich das höre. Es muss jetzt sein. Und man muss auch noch eins sagen, der Coronavirus, und ich bin kein Arzt, aber ich rezitiere, ist nicht super, super, super tödlich. Jetzt nehme man aber an, das wäre ein super, super tödlicher Virus. Man muss ein Sozialsystem haben, das darauf ausgelastet ist, ähm, gesetzt ist, dass Personen auch einfach mal ein, zwei Monate nicht arbeiten, ohne dass sie in große existenzielle Nöte kommen, nur weil sie Zahlungen haben, die in Stein gegossen sind. Das ist ein Schwachsinn. Zeitgleich muss man auch sagen, in Zeiten, wo Leute vielleicht auch Auszeiten haben wollen. Meine Güte, dass man überhaupt erstmal sich genug Rücklagen anarbeiten muss, um eine Auszeit zu nehmen, damit man dann die Vorauszahlungen leistet.

Markus

Das ist doch alles, das ist doch alles doppelt, alles doppelt, ja. Ich glaube, das ist schon auch definitiv ein spannender Punkt, dass wir hier eine Krise haben, eine ökonomische Krise, die sehr stark auf der Nachfrageseite basiert, weil eben es keine Nachfrage mehr nach Event-Dienstleistungen und ähnlichen Jobs gibt. Und das stellt uns sicher für Probleme. Aber was, glaube ich, diese Krise, die uns jetzt bevorsteht, wirklich besonders macht, ist, dass es gleichzeitig auch eine Krise auf der Angebotsseite gibt, weil wir halt unsere Lieferketten sehr stark auch so international ausgerichtet haben und so stark optimiert und effizient gestaltet haben, dass jetzt mit ein paar Dominosteinen sehr viel auch wirklich einmal ausfallen kann. Und das ist jetzt, haben wir eh schon gehört, das Angebot an iPhones bricht gerade ein und es ist schwierig, ein neues iPhone zu bekommen und es soll nichts Schlimmeres passieren. Aber da hängt halt sehr viel an anderen Ländern, da hängt sehr viel an China, wo halt jetzt derzeit die Wirtschaft komplett stillsteht. Und das wird jetzt in mehr und mehr Ländern passieren. Das heißt, wir werden eine sehr, sehr interessante Situation haben, die es schon sehr lange nicht mehr gegeben hat, weil 2008 war keine Krise der Realwirtschaft, das war in erster Linie mal, oder da kam die Krise der Realwirtschaft, erst nachdem es die Krise der Finanzwirtschaft gab. Und diesmal ist es eher so, dass halt die Krise real entsteht und finanziell dann vielleicht folgt. Aber das ist etwas, was wir seit den Ölkrisen der 70er Jahre oder auch durchaus vielleicht die großen Krisen der 30er Jahre nicht mehr gesehen haben, dass auch auf der Angebotsseite wirklich Knappheit gibt.

Daniel

Absolut. Ich möchte noch ganz kurz das EPU-Thema aufgreifen. Es wird ja nicht nur die EPUs treffen, es wird Restaurants treffen, den Tourismus treffen, Bars treffen, Hotels, Taxis, you name it, es wird die ganze Reiseindustrie auch treffen, wie man Flugzeuge, Kurzarbeit, bla bla bla. Und dass man da einfach ein System aufsetzt und diese ganzen Dinge hinterfragt, die schnell auf Probleme reagieren können. Und das ist für mich die Herausforderung eigentlich der Digitalisierung und der globalisierten Welt, dass Veränderung immer schneller passiert. Das ist auch gut so. Aber und es ist das alte Problem, das wir immer Woche für Woche diskutieren, das jeden Konzern auch trifft. Man muss einfach sich so aufstellen, dass man zukünftig schneller auf Veränderung reagieren kann. Das ist das eine große Thema. Ob das nun ein Virus ist, ob das eine Innovation ist, völlig egal, schnell reagieren können. Und so etwas wie die SVS, SVA und wie sie alle heißen, die sind sowas von träge und langsam, dass das definitiv nicht so reagieren kann.

Markus

Es ist absolut wieder richtig. Es geht da ganz stark um die Möglichkeit, sich sehr schnell an Veränderungen anzupassen und eine gewisse Flexibilität mitzubringen, dass man das auch unkompliziert macht. Und das ist so essentiell, jetzt auch, wenn es darum geht, wie kann man diese Krisen überleben. Und das ist auch für viele eine riesen Herausforderung, weil eben alles so in riesigen Systemen optimiert ist, wo ein einziger Dominostein halt sehr schnell wirklich viel auch unter Druck bringen kann und sehr viel auch auslösen kann.

Daniel

Es ist zeitgleich aber auch eine interessante Zeit, in der wir sagen, was wird danach passieren? Danach werden Leute sagen, okay, was haben wir daraus gelernt? Und man wird danach sagen, wie können wir sicherstellen, dass Lieferketten sicher funktionieren. Wir werden Abhängigkeiten hinterfragen. Wir werden sagen, vielleicht ist das neue, dass das neue Ziel nicht mehr so schnell und so kosteneffizient wie möglich, sondern vielleicht so sicher wie möglich, vielleicht so nachhaltig wie möglich. Ich möchte das Wort noch gar nicht zu sehr überstrapazieren. Und ich glaube, wir wollen dieses Corona-Themas ja auch so betrachten, dass es natürlich eine Herausforderung für uns als Gesellschaft ist, aber es zeitgleich auch eine Opportunity. Ich glaube, damit meine ich nicht falsch verstandene Opportunismus, dass man irgendeinen Mist macht, der nicht funktioniert, keine Scharlatanerie. Aber Opportunismus meine ich in dem Sinne, dass man hinterfragt, wie muss man Dinge aufstellen, dass sie in solchen Situationen funktionieren. Vielleicht brauche ich nicht immer das allerneueste iPhone, nur um das Beispiel zu haben. Vielleicht geht es darum zu verstehen, wie muss etwas konstruiert sein, dass es möglichst lange für mich gut ist, dass ich mich nicht in diese Abhängigkeit gebe. Es wird so mit Lieferketten aussehen. Vielleicht wird das auch hinterfragt, dass vielleicht einfach andere Kennzahlen eine Wichtigkeit erhalten. Und ich glaube, was sehr stark hinterfragt wird, ist immer, über wen sprechen wir? Wer ist denn da unser Wir? Und ich glaube, ich würde es mir so sehr wünschen, dass vielleicht dieses neue Wir noch stärker auch nicht nationalstaatlich ist, sondern vielleicht auch ein bisschen europäisch geprägt, dieses Wir. Und ich durfte die Woche auf einer Konferenz sprechen, das Interessante war, es gibt da diesen Satz von Ursula von der Leyen, die eine großartige Frau, die nicht nur den Green, äh, den, den, den, den, den, den Green Deal beschlossen hat, sondern zeitgleich auch diesen einen Satz gesagt hat, der mir nicht aus dem Kopf rausgeht. Sie sagt, wir müssen Europa mehr erklären. Und ich finde das so fein. Für wen ist Europa gut, für wen ist es schlecht? Wofür steht es so sehr? Und ich glaube, in Zeiten der Krise geht es auch darum, zusammenzuhalten und etwas zu machen. Ich sehe es als großartige, großartige europäische Opportunity.

Markus

Ja, also ich glaube, du hast zwei super spannende Punkte. Der erste, es ist eine Rückbesinnung auf das Wesentliche jetzt natürlich da. Es wird, glaube ich, vieles, was wir halt irgendwie so mitgenommen haben und was so im Daily Business sehr auch essentiell und normal ist, wird vielleicht auch so mal wieder hinterfragt werden. Und Leute werden sich überlegen, okay, was ist eigentlich sinnvoll, was ist wirklich notwendig. Und ich glaube, das ist auch eine echte Chance für die Gesellschaft, weil Krisen aller Art sind in irgendeiner Form auch ein Bringen Gesellschaft normalerweise auch zusammen. Das ist die Hoffnung dabei. Ich glaube, der Peter Thiel hat, glaube ich, da vor ein paar Jahren mal gesagt, ja, er glaubt eigentlich, dass es seit 30 Jahren nicht mehr wirklich einen Fortschritt gegeben hat. Und alles, was wir da tun, derzeit mit, also das Internet war so der letzte große technologische Sprung. Und ja, jetzt bauen wir halt auf dem Internet lauter Spaßlösungen, die uns unterhalten, die uns in irgendeiner Form beschäftigen. Aber was, wann haben wir das letzte Mal als Gesellschaft wirklich wieder was Massives weitergebracht? Und er hat damals sehr kontroversiell gesagt, ja, an sich, was es bräuchte, ist ein Ereignis wie einen Krieg, weil das dazu führt, dass die Gesellschaft zusammenwachst und alle wieder an einem Strang ziehen, dass es in irgendeiner Form auch einfacher kommunizieren kann, was ist gut und was ist böse, dieses einen gemeinsamen Feind, und man sich halt dann sich auch viel einfacher tut, wirklich große Ressourcen für etwas zur Verfügung zu stellen. Und das kann so oder so ausgehen. Also, das darf man nicht unterschätzen. Erstens bringt so etwas immer auch unfassbar viele Opfer mit sich. Ich stütze definitiv nicht seine Meinung, dass es einen Krieg braucht. Aber vielleicht kann diese Corona-Situation ein bisschen etwas von dem, was er anspricht, da auch mitnehmen, dass man sagt, okay, man schafft es, dass wir gemeinsam eine Vision entwickeln, gemeinsam ein Ziel, dass wir jetzt diesen Virus als das Böse auch definieren und in irgendeiner Form gemeinsam uns zusammen zu tun und da halt auch die Ressourcen nochmal aufwenden und die schwierigen Schritte machen, die vielleicht in einer Normalsituation gar nicht möglich sind. Und wir aufhören halt mit gegenseitigem Hickhack, wo es viel darum geht, ja, wie teilen wir deinen Kuchen auf oder ähnliches und uns halt wirklich darauf konzentrieren, okay, was ist das Wesentliche, was müssen wir tun, um uns weiterzuentwickeln. Und wohin wollen wir gemeinsam? Und das, glaube ich, ist eine echte Chance. Und das Zweite, was du gesagt hast, was schon ein bisschen vorher war, ja, also Corona ist wahrscheinlich noch nicht der worst case, den es bei Viren gibt. Also da gibt es ja weitaus tödlichere, die Gott sei Dank bisher noch nicht so ansteckend waren. Aber das ist natürlich auch etwas, was uns dabei helfen sollte für solche Fälle, wo es dann wirklich, wirklich, wirklich gefährlich wird für alle Menschen, uns besser vorzubereiten. Und das hat, der Bill Gates hat das schon vor ein paar Jahren gesagt. Er glaubt, die größte existenzielle Problematik für die Menschheit ist, dass es einen Virus gibt, der halt alle umbringt. Und ich glaube, man wird jetzt als Folge davon halt viel bessere Frühwarnsysteme entwickeln. Man wird viel mehr in medizinische Forschung stecken. Also da ist einfach derzeit viel zu wenig auch passiert in der Richtung. Und idealerweise wird man sich auch anschauen: okay, was bedeutet denn unsere Abhängigkeit von unterschiedlichsten Ländern und die sehr stark vernetzte Welt? Wie sehr ist es sinnvoll, auch sich halt Produktionsfähigkeit. Supply Chains anzuschauen, die halt mehr auf einer gewissen Souveränität auch aufgebaut sind und einer gewissen Unabhängigkeit.

Daniel

Ja, nee, schau, ich bin komplett bei dir. Zeitgleich werden aber, glaube ich, auch Sachen hinterfragt, die immer als gegeben angesehen wurden. Genau. Immer so ein New Normal. Lustigerweise, ich sehe immer wieder, wie auch auftaucht, dass der Fistbomb besser ist als der Handshake. Ich finde das gut. Ich finde es übrigens noch immer merkwürdig, Leuten nicht die Hand zu geben. Soll man ja nicht tun. Fistbomb, ja, ich habe es, als ich dich heute Morgen getroffen habe, kurz ausprobiert, es ist schon awkward, aber Fistbomb hat, glaube ich, um ein Viertel, nur 20 Prozent der Virenübertragung wie ein Handshake.

Markus

Wir haben jetzt für unser Entrepreneur Leadership Programm einen Austrian-Startups-Gerus entwickelt. Warum kenne ich den noch nicht? Ich bin ja nur im Vorstand. Hallo? Was macht ihr? Da habt ihr ein Handshake und sowas. Erzähl Spaß. Nein, nein, das ist einfach ein berührungsloses Zeichen, ein A, das man da irgendwo mit den Fingern macht. Ist das so ein Gang-Zeichen?

SPEAKER_01

Naja, das ist natürlich der Witz auch dabei, dass wir da jetzt so ein bisschen in Richtung. Wir werden jetzt eine Gang? Wir waren immer eine Gang.

Daniel

Ja, aber sowas von. Ah, nicht, dass dann irgendjemand erschossen wird in LA oder sowas, weil es irgendwas Böses heißt. Habt ihr das überprüft?

SPEAKER_01

Das ist eine gute Frage, ich werde da mal starten. Hoffentlich steht da keine ideologische Grundhaltung dahinter.

Daniel

Also nicht, dass da irgendeine. Nein, nein, ich weiß, das wird passen. Ich bin sehr gespannt, denen zu lernen. Das musst du mir dann nochmal zeigen, das sah zu kompliziert für mich aus aus der Distanz. Aber anyway, finde ich cool. Zeitgleich meine ich aber auch andere Dinge. Zum Beispiel, ich bin ja ein riesengroßer Autoliebhaber. Jetzt wurde die große Autoshow abgesagt in der Schweiz. Ich glaube, viele Konzerne werden sagen, naja, warum fahren wir denn dort eigentlich hin? Ist das noch so sinnvoll oder nicht? Vielleicht gibt es dort Kanäle, die sinnvoller sind für uns in der Zukunft. Ob das nun Influencer sind oder ob es generell Video ist oder Live-Formate. Man darf gespannt sein, was es ist. Heute bin ich sehr zurückhaltend mit dem Wort. Aber ich glaube, dass man nicht einfach weitermacht, sondern sich sagt, ja, sinnvoll, nicht sinnvoll, finde ich fein. Zeitgleich werden aber auch gewisse Industrien gestärkt. Klar, Atemschutzmasken und so weiter und so fort. Stell dir vor, wie viele trockene Hände wir kriegen werden vom ganzen Händewaschen. Das heißt, auch dort wir werden Handcreme beikaufen. Klopapier, Handcreme, das ist auch eine tolle Kombination. Nudeln, Klopapier, Handcreme. Aber auch natürlich ganz, ganz andere Industrien. Ich habe gelesen, dass die Privatjet-Industrie scheinbar richtig am Abheben gerade ist. Was für ein Satz, dass die bis zu 30% mehr Umfragen innerhalb von wenigen Wochen, äh, Anfragen haben innerhalb von wenigen Wochen. Genau, weil die lauter Leute sagen, A, bring mich hier raus und B, fliegt da noch hin, ich muss dort dringend was erledigen. Ja. Es ist auch Opportunity in den Dingen. Man darf gespannt sein, wie sich das Ganze entwickelt. Muss ich ganz ehrlich sagen. Hemingway hat einen wunderschönen Satz gesagt, den ich extrem liebe. So einer, ich glaube, man hat mal so Zitate, die einem sehr, sehr, sehr gut gefallen. Ich habe ein paar. Und das ist, ich liebe es. Es heißt, Courage is grace under pressure. Ich finde das sehr schön. Courage is Grace under pressure. Schauen wir, wie wir uns verhalten in diesen Zeiten der Krise. Schauen wir, wie wir damit umgehen. Ich glaube, wenn wir es mit Würde, mit Nächstenliebe, mit Intelligenz und Offenheit, aber auch Kreativität handhaben, nicht falschen Opportunismus, aber die Situation richtig erkennen, dann werden wir, glaube ich, erstarkt aus Corona hervorgehen, muss man so sagen. Aber, du setzt gerade zu einem Aber an.

Markus

Nein, ich finde das sehr unterstützenswert. Ich glaube, das ist die richtige Einstellung und für eine gewisse Art und Weise freue ich mich auch auf, ich meine, normalerweise ist das Frühjahr immer unglaublich stressig und es geht bis zum Game. Und das ist jetzt auch Zeit, um sich halt mal wirklich strategischeren Themen zu widmen und irgendwie mal anders an Dinge ranzugehen. Auch irgendwie, ja, es ist spannend, es stellt Herausforderungen, aber das ist auch etwas, was, glaube ich, man sehr positiv auffassen kann.

Daniel

Wir könnten uns ja auch überlegen, was wir statt im Stammtisch machen.

Markus

Tatsächlich haben wir gestern schon besprochen, ob es nicht möglich wäre, dass wir eine Livestream-Session und das halt online abhalten. Wir sind derzeit noch am Abstimmen mit den Speakern und der notwendigen Technik. Aber genau sowas bringt halt auch Kreativität zum Forschen. Man kann, glaube ich, da auch ein gewisses Gefühl der Zusammengehörigkeit. Das kann auch lustig sein. Wenn man die Technik hinkriegt, dann glaube ich, kann es sehr lustig sein, wenn man Remote-Sessions macht. Sehe ich auch.

Rockstar der Woche: Jürgen Klopp

Daniel

Und im schlimmsten Fall, wenn das nicht klappt, machen wir zwar einfach in Instagram live. Da lacht er. Ich glaube, im schlimmsten Fall, das sind Dinge, die wir haben. Das können wir machen, wir können es ausprobieren. Wird es beim ersten Mal perfekt? Nein. Ist perfekt notwendig. Nein. Perfection is a moving target. In dem Sinne, Corona kriegen wir auch noch gebacken. Schaff mal. Jo. Ja, und wie gewohnt kommen wir zu unserem allseits beliebten Rockstar der Woche. Und ja, normal ist es immer so, ja, wir wissen, wer es ist und normal ist die Personos aus der Text-Szene. Es haben wir eine ganze Weile beratschlagt, wer es sein könnte. Und ich hatte da einen Vorschlag und es hat auch sofort, du hast sofort gesagt, ja, finde ich auch geil. Scheinbar habe ich da auch bei dir auch einen sehr weichen zusätzlichen Spot erwischt. War mir gar nicht so, wie du kennst ich und dieses Thema. Unser Rockstar dieser Woche ist Jürgen Klopp. Denn er hat so wunderbar, als er gefragt wurde bei einer Pressekonferenz, was er dann zum Coronavirus, was er denn davon hält, hat er einfach gesagt, meine Meinung ist wirklich unwichtig. Ich bin Fußballtrainer, ich habe keine Ahnung davon, fragt nicht Leute, die keine Ahnung haben. Und ich finde das so wahnsinnig wichtig in dieser Zeit, dass man nicht jedem Spinner seine Meinung auch hören möchte.

Markus

Und dass auch der Wert von Experten, glaube ich, das ist schon auch die Chance hier, dass der Wert von Experten wieder einer größeren Wertschätzung auch oder mit einer großen, größeren Wertschätzung entgegengetreten wird. Und da glaube ich, bietet sich hier eine Chance. Weil wir leben in einer Welt, wo es unglaublich viel Fake News gibt, wo es unglaublich viel Bullshit gibt, wo es unglaublich viele Menschen gibt, die Verschwörungstheorien da rausbringen und da glaube ich, das ist ein sehr, sehr wichtiges Statement. Abgesehen davon, ja, ich bin nicht ein großer Liverpool-Fan schon seit 20 Jahren jetzt und finde, dass Jürgen Klopp einfach generell ein sensationeller Mensch ist, der es geschafft hat. Menschen mit so viel Skepsis und die so viel durchgemacht haben in diesem Fußballverein, der es geschafft hat, diese Menschen hinter einer Vision zusammenzubringen und denen wieder den Glauben zu geben. Das sind einfach Leader, die man braucht, besonders in Krisenzeiten und besonders wenn es nicht gut läuft, da ist er, glaube ich, generell ein großartiges Role Model und ich hoffe, dass es viele, viele Menschen wie ihn noch geben wird, die in unserer Gesellschaft etwas zu sagen haben oder eben auch einsehen, dass sie zu gewissen Themen nichts zu sagen haben, was glaube ich auch ein sehr wichtiger Aspekt ist, wenn man führen will und Menschen auch in die richtige Richtung bringen will.

Moonshots & Predictions: Jack Dorseys Zukunft, Autoshows & eine Rückbesinnung auf echten Fortschritt

Daniel

Richtig, und deswegen unser Rockstar der Woche Jürgen Klopp, weil er A scheinbar ein großartiger Fußballtrainer ist, wovon ich dann gar nichts verstehe. Aber du sehr viel. Und B, aber auch ganz klar sagt, hört den Expertinnen und Experten zu und fragt nicht jeden anderen. Und das finde ich großartig. Was für ein Vorbild er dadurch wird, dass er einfach sagt, nein, hört denen zu, die wissen wovon sie reden. In dem Sinne, ein würdiger Rockstar der Woche. So, und weiter geht's mit unseren allseits beliebten Moonshot und Predictions. Und ja, diesmal waren wir schon ziemlich aktiv über den ganzen Sachen. Das heißt, vielleicht machen wir die Predictions mal so als Zusammenfassung. Meine Prediction ist, ja, dass eigentlich große Automessen, große Konferenzen, weniger, aber so Fachmessen wahrscheinlich ein bisschen kritischer hinterfragt werden von den großen Unternehmen, ob das so sinnvoll ist oder nicht. Oder ob in Zeiten von digitalen Medien das vielleicht nicht mehr ganz das optimale Format ist. Es ist schön, um Leute zu treffen. Aber ich glaube, gerade bei den Automessen wird es im nächsten Jahr deutlich weniger geben, deutlich weniger Teilnehmer. Denn im Vorfeld, schon lange vor Corona, haben schon eine Reihe von OEMs, wie man so schön sagt, gesagt, naja, ob das noch so unser Ding ist, wissen wir nicht. Also in dem Sinne finde ich schön, mir tun die Anbieter leid. Aber meine Prediction ist, es wird deutlich weniger Automessen im nächsten Jahr geben.

Markus

Ja, und meine Prediction ist, dass Jack Dorsey sich im Laufe des nächsten Jahres voll auf Square fokussieren wird.

Daniel

Ja, gut, und da haben wir schon gewettet. Da haben wir schon gewettet, ja. Fehlt noch unser Moonshot. Und auch den Moonshot haben wir ja schon ein wenig angedeutet. Wir sehen Corona eigentlich als Chance, Dinge zu hinterfragen, Sachen zu verändern, Prozesse und Abläufe schneller zu gestalten und Dinge so in die Wege zu leiten, dass man auch mit Herausforderungen schneller und besser klarkommt.

Markus

Ja, und ich glaube, es ist wirklich, da kann man nämlich jetzt in zwei Richtungen abbiegen. Entweder wir biegen noch mehr in Richtung Populismus ab, wir blämen die Chinesen dafür, werden xenophob und bauen auf die schlimmsten Motive, die es da draußen gibt. Oder wir besinnen uns auf den gemeinsamen Wert des Fortschritts, wir besinnen uns darauf, dass Kompetenz in Regierungen etwas wert ist, dass Genauigkeit in medialer Berichterstattung etwas wert ist. Und dass das wichtig ist, weil genau diese Elemente essentiell sind, um jetzt in dieser Krisensituation den Coronavirus einzudämmen. Und ich glaube dann, wenn wir das schaffen, hier die richtige Richtung zu wählen und wenn das auch in der Gesellschaft sich, die Gesellschaft sich hier bewusst wird, dann glaube ich, könnte das eben auch mit sehr vielen positiven, langfristigen Entwicklungen verbunden sein. Man kann wirklich schauen, Krisen führen immer auch zu positiven Dingen. Wenn man sich anschaut, Stanford, die ist so ein bisschen des Ursprungs der Urkern der Start-up-Szene in Amerika, ist Urkern von Silicon Valley, die haben nur durch den Kalten Krieg eigentlich, haben sie es geschafft, sich durchzusetzen, dass sie in Startups und Prototypen investieren können. Das ist nur dadurch entstanden, dass dadurch, dass halt das Militär damals auch den Druck hatte, Innovationen hervorzuführen. Es ist auch in Amerika, glaube ich, die National Science Foundation, da war ewig lang hin und her diskutiert, wer soll das finanzieren, wie soll das finanziert werden, und dann hat es einen Druck gegeben, weil der Koreakrieg ausgebrochen ist. Und dann waren halt all dieses Hin und Her und dieses politische Hick-Hack, bla, war dann plötzlich wurscht, weil da musste man gemeinsam an den Strang ziehen und dann war es halt klar, jetzt müssen wir schnell eine Entscheidung treffen. Und genauso sind halt auch die großen Funs, die ursprünglich zum Entstehen des Internets geführt haben, das kam staatlich aus einer Situation, weil es notwendig war. Da war Tapa und das war eben auch, glaube ich, durch den Kalten Krieg damals der Grund, warum da so viel Bereitschaft war, auch Geld in die Hand zu nehmen, Investitionen zu tätigen, sowohl privat als auch eben öffentlich. Und da gibt es so viele Elemente, die man hoffentlich jetzt dann sehen wird, dass sich Dinge bewegen, die sich sehr lange nicht bewegen konnten, weil wir uns viel zu viel damit beschäftigt haben, wie wir Dinge aufteilen, wer irgendwie wie dafür verantwortlich ist, dass wir nur unseren Kuchen schützen. Und jetzt glaube ich, gäbe es eine Chance, dass man hier wirklich Fortschritt wieder angeht und etwas bewegt. Und das ist, glaube ich, der Moonshot, den wir beide sehen. Absolut. Diese Woche. Absolut.

Daniel

Und in dem Sinne, wir hoffen aufs Beste. Wir freuen uns drauf. Und ja, nicht vergessen, wir freuen uns auch über Likes, Bewertungen, auch nette Kommentare. Und Subscriber. Und Subscriber. Und in dem Sinne, alles wird gut. Wir freuen uns auf nächste Woche. Und schön die Hände waschen. Genau.

Markus

Stay healthy.

Daniel

Stay healthy. Wir sehen uns nächste Woche.